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Der freie Fall

Immer noch lebendig. Ich bin nicht tot zu kriegen. Hatte es auch nie angestrebt. Die Grenze der Leidensfähigkeit bestimmt sich durch die depressive Gleichgültigkeit. Ironischerweise hält gerade die Depression das Leiden in Grenzen. Wie schwarze Watte stemmt sich das innere Elend gegen das äußere Elend, obwohl oder gerade weil es sich gegenseitig bedingt. Im rücksichtslosen Herumlungern und Verkommen, dem dramatischen Dauerscheitern und Verwahrlosen hängt ein letzter Hauch von Weigerung und Lebenslust. Wahrscheinlich sollte ich das nicht glorifizieren, denn diese Flamme taugt sowieso zu nichts und erstickt mit Sicherheit von selbst, wenn man sie nur zu lange betrachtet. Die Frage ist, ob der Abgrund sich nicht auch relativiert, wenn man in ihn nur lange genug hineinblickt? Wenn der Abgrund in einen hineinblickt und man sich selbst zu eben diesen dadurch macht, so ist er doch auch gebannt. Man steuert den Abgrund als abgründige menschenartige Ruine und Gewissheit über das allgemeine Grauen sollte zumindest einen Überblick über das Schlachtfeld erlauben.

Es wird keine Rettung geben. Das ganze Leben wird eine Katastrophe bleiben. Die Trostlosigkeit ist eine viel größere Konstante geworden und geblieben als alles andere in meinem Leben. Egal was die Fantasie hergibt, die ohnehin stumpf- und rumpfartig ein absolutes Schattendasein führt, von der Flucht in andere Länder, Branchen, Sprachen, Milleus mit Drogen, Arbeit oder Sexualität: Überhaupt nichts überzeugt, um zu stabilisieren, weil die Realität von mir, anderen und allem immer Krise, Angst und Terror gewesen ist. Man steigt als alternder Kapitän ohne Mannschaft auf einen immer brüchiger werdenden Kutter und hofft wenigstens etwas bessere Sicht als zuletzt zu haben, obwohl man ja doch wie die Jahre zuvor nur im Packeis der Arktis festgefroren ist. Millionen Kilometer ist da einfach nichts. Kein Weg, keine Straße, keine Schilder, kein Ton, keine Gesichter. Rufen ist genauso nutzlos wie Suizid oder Weiterleben. Man beginnt Schwierigkeiten zu haben sich selbst zu erkennen und verliert sich mit dem Alterungsprozess immer mehr. Wahrscheinlich war sowieso nie etwas erkennbares vorhanden.

Dieses Zwischenreich bringt die eigene Existenz in eine merkwürdige Metamorphose. Bedingungen von Denken und Fühlen höhlen beides aus bis nur noch eine Nulllinie übrig bleibt. Man isst zwar, aber satt wird man nie. Man schläft, aber ausgeruht ist man nie. Man spricht zwar, aber gesagt wird nie etwas. Man trifft Menschen, aber man begegnet ihnen nie. Ständig passiert etwas, aber erfahren tut man es nie. Das Fernglas zerbricht unter der gefrorenen sozialen Dimension. Man steht auf der Brücke, der Eissturm brennt auf der Haut, die Schneestürme wirbeln um die Insel auf die man sich verständigt und zurückgezogen hat. Alles scheisse. Schon wieder. Immer noch. Andauernd. Überall tauchen Risse auf und Eiswasser rinnt in den Kutter. Man kann nur hoffen nicht zu schnell hinabzusinken oder zu erfrieren. Aber diese Hoffnung ist unlängst von der Gewissheit getrübt, dass man ohnehin nie Glück haben wird. Selbst wenn man überlebt, wird man nie ein Mensch sein. Es hat doch nie etwas anderes als Eiswüsten gegeben, an denen man sich blutig schlug. Warum sollten üppige Reserven gefunden werden, die das Hungern beenden? Warum sollte auch nur ein einziger verlässlicher Mensch gefunden werden, wenn er schon in der Vorstellung undenkbar ist? Warum sollte eine Idee gefunden werden, die aus der Hölle hinausführt? Wieso sollte auch nur irgendein Wort, dass einem einfällt, auch nur irgendwie helfen?

Gewiss ist nur, dass man müde und älter wird. Der Zerfall, die Zerstörung, die Trauer, das ist sicher. Schmerz, Wahnsinn und Ohnmacht darauf kann man seine Existenz bauen. Wenn der Körper dann seine verbissene Routine aufgibt und stirbt, kommt es zu einer ersten und letzten Ablöse der üblichen zentralen Gefährten von Existenzangst, Perspektivlosigkeit, sozialer Isolation, Antriebslosigkeit bis Hoffnungslosigkeit, Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit und Teilnahmslosigkeit. Die Verkrampfung löst sich dann endlich, aber nur um überhaupt alles noch gleichgültiger zu machen. Wenn die Finger schwarz werden und einem abfallen, ausgerechnet dann hat man es geschafft. Das Leben dient offenkundig nur noch als Überlebenskampf, als ein Leben, welches überwunden und ertragen werden muss. Soweit ist alles vergiftet. Alles wiederholt sich engstirnig, die geringen Variationen reduzieren, formalisieren sich laufend und täglich grüßt das Murmeltier.

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Eingeordnet unter Emotionales

Wollen wir unser Leben wegschmeissen?

Wer mal in größeren Städten das Bad in der Menge erlebt hat, erhält eine Ahnung davon welche Möglichkeiten an einem vorüberziehen während man eifrig am Arbeitsplatz die immerselben öden Tätigeiten erledigt. Im Kampf gegen andere Menschen versuchen wir uns ein angenehmes Leben in Harmonie zu ermöglichen, dabei wird der offensichtliche Widerspruch zur alltäglichen Zerreisprobe und nicht selten zur lebenslangen Qual. Der Kapitalismus zwingt uns um die höchsten Profite zu konkurrieren. Es muss zwangsläufig Verlierer geben. Die Hungernden in aller Welt, Ausländer und Hartz IV Empfänger gehören zu diesen Verlieren genauso dazu wie kranke, schwache und Querulanten die nicht so funktionieren können oder wollen wie sie sollen.

Während wir also damit beschäftigt sind uns den Arsch für ein bisschen Anerkennung und ein bisschen Lohn für unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse zu erkämpfen, zieht das schöne angenehme Leben an uns vorüber. Wieviele Menschen könnten wir kennenlernen, umarmen, küssen und lieben, würden wir nicht an unseren Arbeitsplätzen zu geistigen Krüpeln getreten. Wieviele Orte könnten wir entdecken, wieviele Tiere beobachten und Abenteuer starten die unsere Seelen jubeln lassen, würden wir nicht den illusorischen Sprüchen der Politik und Wirtschaft vertrauen. Wir sind ohnmächtig, ängstlich, verzweifelt und orientierungslos. Wir lenken uns von dieser inneren Leere, diesem inneren Schmerz ab, indem wir zuviel Rauchen, zuviel Essen, zuviel Saufen und überhaupt zuviele Dinge tun die uns eigentlich nur schaden müssen. Darunter fällt auch das vögeln ohne Liebe, das shoppen ohne Verstand, die Produktion von Dingen die keinen glücklicher machen, usw.

Uns fehlt die Verbindung zu uns selbst und unserer Umwelt, dies ist durch das gesellschaftliche Umfeld und vorallem durch die Erziehung entstanden. Diese anerzogene Bewusstlosigkeit bringt uns dazu ständig gegen die eigenen Interessen zu agieren. Wir brauchen Liebe und kämpfen doch täglich gegen andere und uns selbst. Wir kämpfen um bessere Noten und Banknoten, fühlen uns nie gut genug, weil wir niemals das Signal erhalten endlich zufrieden sein zu dürfen. Leider sind wir diesen Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien vollkommen ausgeliefert, da vor allem vorherige Generationen es versäumt haben für realistische Alternativen zu streiten und zu kämpfen. Wenn auch wir uns nicht dazu aufraffen können, wird es künftigen Generationen wesentlich schlechter gehen. Wir hätten eine weitere Chance vergeudet unser Leben aufrichtig zu genießen mit allen Möglichkeiten die uns begegnen.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Der schrille stumme Schrei der Partygesellschaft

Es ist 3 Uhr morgens als ich laute dumpfe Musik in ferner Nachbarschaft höre. Ich steige auf mein Fahrrad und fahre hin um zu sehen was dort passiert. Die Band heißt Deichkind und tritt auf einer Massenveranstaltung vor tausenden von betrunkenen kreischenden jungen Leuten auf. Als ich ankomme ist bereits alles vorbei und die Massen taumeln benebelt von den Drogen, der lauten Musik auf glitschigen Untergrund nach Hause. Die Tage davor hatte es öfter mal Regen gegeben, einige Autos steckten im Schlamm und kamen nur schwer von der Stelle. Die Veranstaltung liegt an einem See und überall sind Zelte von Fans aufgebaut. Einige hören laute Musik, schreien, grillen, hocken auf ihren Plastikstühlen, versinken darin, haben eine Freundin auf dem Schoss oder starren benebelt in die Nacht.

Die Atmosphäre ist gleichzeitig geladen und entspannt. Ich glaube die meisten sind hergekommen um ihre Probleme und Verzweiflung aus den Leib zu schreien oder sie irgendwie für ein paar Stunden zu betäuben. Es ist illusorisch, aber  viele Menschen probieren das weltweit ständig. Sicher findet irgendwo auf der Welt gerade dasselbe statt, in Italien oder Brasilien. Die Musik, die Menschen, die Drogen und das ländliche Umfeld mögen anders sein, aber im Kern geht es genau um dasselbe. Ein paar Stunden aus einem gewöhnlichen langweiligen traurigen Leben fliehen, welches mit den gesellschaftlichen Ketten der Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien festgehalten wird. Es starten immer mehr Autos, viele Besucher steigen in Sonderbusse, andere gehen zu Fuß nach Hause, sie kichern, gackern, albern herum, reden nonsens und liegen sich hier und da in den Armen während sie weiter durch die Nacht stolpern.

Das sind die kleinen glücklichen Momente dieser mir so fremden Menschen. Ich habe nichts mit ihnen zutun, glaube aber sicher zu wissen was in ihnen vorgeht und warum sie das alles machen. Eigentlich ist es ein schöner Ort besonders in der Nacht. Aber die Veranstalter haben überall sehr helle Scheinwerfer aufgestellt, es gibt Sicherheitspersonal welches streng auf die vorbeiziehenden Gestalten blickt, aus einigen Ecken dröhnt weiter Musik und es gibt noch viele andere kleinere Lampen und Lichter die auf dem gesamten Platz verteilt wurden. Viele Menschen haben sich verabredet um gemeinsam und anonym eine Band zu feiern die scheinbar keine echte Richtung vertritt. Vorhin hörte ich etwas von Yippie Yippie Yeah und Remmidemmi typisches Partygegrölle, nutzlose Phrasen die die menschliche Leere nur oberflächlich stopfen können und recht schnell mit dem Alkohol ausgekotzt oder ausgepisst werden.

Brot und Spiele: Diese Leute sind erfolgreich mit ihrer Musik, haben es sich erarbeitet und damit irgendwie verdient. Sie fahren gleich nach ihrem Auftritt in einem großen roten Bus mit schwarzgefärbten Scheiben weg. Soll man ihnen einen Vorwurf machen? Sie sind erfolgreich mit ihrer Version von Ablenkung. Sie lösen nichts, sie versuchen nur glücklich zu sein, genau wie die Leute die für ihre Auftritte bezahlen und besaufen. Manchmal glaube ich den Menschen reicht es gewisse Illusionen und Träume zu haben, damit sie ihren jämmerlichen Alltag bewältigen und ertragen können. Das Wochenende ist Opium fürs Volk. Da darf man sich wenigstens ein bisschen entfalten, lebendig sein und überhaupt so sein wie man es gerne hätte. Da die meisten kaum einen Gedanken daran verschwenden was sie denn gerne wären, kommt meistens nur Bullshit dabei heraus. Sie werfen ihr Potential weg, schieben die Ketten für ein paar Stunden Spaß zur Seite und treten spätestens am Montag gehorsam willig oder widerwillig ihren Dienst an der Gesellschaft an.

Diesen Menschen fehlt es an einer Richtung, genau wie der Gesellschaft an sich. Es geht nur darum die notwendigen Leistungen zu erbringen, darüber hinaus gibt es nach dieser Logik nicht viel mehr. Wer die Leistung nicht erbringen kann, ist eben ein Verlierer, wird weggeworfen und vergessen. Wer ein paar Monate arbeitslos war und keinen Job fand oder wollte, wird wissen wie ich es meine. Seht Euch an wie man mit den Rentnern umgeht die kaum bis gar kein Geld besitzen. Wie geht es überhaupt den Menschen hierzulande und weltweit, die kaum bis keine Besitztümer, Qualifikationen oder dergleichen haben? Unsere tolle „soziale Marktwirschaft“ hat dafür genausowenig übrig, wie die Politiker etwas für ihre Bürger. Es geht letztlich nur darum die Verhältnisse beizubehalten. Die Leute sollen arbeiten und feiern. Andere profitieren davon und wollen natürlich nicht dabei gestört werden. Um derartiges in den einzelnen Fällen konkret nachzuweisen braucht es aber Menschen die sich lange Zeit präzise damit auseinandersetzen. Diese Menschen gibt es immer seltener, denn die Zeiten sind hart, jeder Job ist unsicher und jeder Mensch ist in einer Leistungsgesellschaft ersetzbar.

Alles was produziert wird muss auch gekauft werden. Es muss irgendwelche Idioten geben die sich nutzlosen Mist kaufen, die zuviel Essen, Rauchen, Saufen, sich ablenken und ihre Kritikfähigkeit, Zivilcourage und ihr Gewissen vergessen, verdrängt oder verkauft haben. Und wenn diese Leute noch krank werden, ist das auch sehr gut, denn dann kann man ihnen Medikamente verkaufen, sie zum Psychiater schicken der ihnen Medikamente verschreibt. Klar kostet das den Krankenkassen etwas, die holen sich das Geld von anderen Leuten, indem sie alte Menschen nicht mehr für teure Krebstherapien zulassen. Es gibt für alle Probleme Lösungen um den Profit zu steigern!

Und wer nicht arbeiten will, der muss einfach nur mehr gefordert werden. Wer in der Schule nicht funktioniert wird mit schlechten Noten bestraft, wer keine Ausbildung macht oder in einem Job arbeitet wird mit weniger Geld bestraft, alles was nur irgendwie den Produktions- und Korruptionskreislauf des wirtschaftlichen und politischen Machtapparates schwächen könnte muss bestraft werden. Und jene Menschen die folgen und fleissig arbeiten werden mit Geld belohnt, damit sie sich ein Stückchen Freiheit erkaufen und auf nichtssagenden Konzerten saufen können. Die nächsten Krisen kollektiv wie individuell sind schon vorprogrammiert, könnt ihr Euch alle drauf freuen!

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Atemzug für Atemzug

Ich denke, wir alle haben es nicht leicht unser Leben auf die Reihe zu bekommen. Die wenigen Freuden die wir uns oft selbst schenken sind nur von kurzer Dauer und der raue, graue Arbeitsalltag überwiegt dann auch noch um ein vielfaches das minimale Glück.

Morgen werde ich in einen neuen Job einsteigen. Es hat einige Zeit gebraucht diesen zu bekommen. Natürlich habe ich Angst den Anforderungen nicht zu genügen und relativ schnell in dem alten Loch zu sitzen, in das man geworfen wird, wenn man sich nicht sicher ist womit man sein Geld verdienen und die meiste Zeit seines Lebens verbringen will.

Ich werde mir täglich sagen: Ich tue das weil ich noch etwas größeres vorhabe und dieser Job die erste Stufe ist. Auch wenn ich nicht auf Disziplin und Motivation stehe, weil ich beides für eine Unterdrückung des Geistes und des Herzens begreife, – scheint dies wohl eine der wenigen Dinge zu sein die ich versuchen kann, um nicht bei den ersten großen Schwierigkeiten schreiend davon zu laufen.

Natürlich werdet ihr sagen: Stell dich nicht so an, in Indien gibt es 6 Jährige Kinder die im Steinschlag arbeiten. Aber dann habt ihr auch nicht verstanden was ich meine. Wir leben in einer oberflächlichen Gesellschaft, mit entsprechend gedankenlosen Zielen und Vorstellungen aus der Steinzeit. Wir haben einen alten Überlebenstrieb in uns, der uns Dank Kultur und Tradition verstärkt, kaum einen klaren Blick auf die Realität gibt.

Das Hauptziel des Durchschnittsmenschen ist es sich eine Sicherheit aufzubauen. Geld ist hier das Mittelchen zum Zweck. Nur leider ist dieses nur mit dem Tausch von Lebenszeit und Leistung zu erreichen. Lebenszeit sollte eigentlich unbezahlbar sein, aber diesen Widerspruch haben die meisten längst ignoriert, denn es geht um das Überleben und es spielt keine Rolle wie man es sichert, Hauptsache es wird so gut wie möglich und vorallem so nützlich wie möglich erreicht.

Wir haben nicht das Ziel die Welt, das Leben, unsere Gefühle, unser Denken und so weiter zu verstehen. Denn wir glauben alles zu wissen und die hochtechnisierte Welt scheint uns ständig Recht zu geben. Das es an Weisheit, Liebe und vorallem Ruhe fehlt, scheint hier kaum zu interessieren. In dieser Welt gibt es nach wie vor Gewinner und Verlierer. Das sind die Starken und Schwachen. Wir haben diese Kategorien geschaffen. Wir sind Diejenigen die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit ausüben. Wir definieren Gut und Böse und erfinden ständig neue Definitionen die alles nur noch komplizierter und schwieriger machen.

Man sieht es an meinem Beitrag, er wird auch immer komplizierter. Dabei wollte ich nur sagen, wir Menschen leben nicht wirklich. Wir zerstören nur. Wir zerstören die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aufgrund unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen. Wir leben unecht, unwirklich, an der Realität vorbei. Es gibt nur Lügen in unserer Welt und unser Gott ist der Geldschein. Wir haben uns zu Sklaven gemacht, trotz unserer hohen Ziele. Es wird immer davon gesprochen wieviele Chancen der Kapitalismus doch bietet, aber keiner sieht was dieses System tagtäglich auf diesem Planeten anrichtet.

Das soll keine Kritik am Kapitalismus werden. Es ist eine Kritik an den System, Denkmustern und Verhaltensweisen des Menschen. Wir können keine Freiheit organisieren. Wir können uns Freiheit nicht erarbeiten, erkaufen oder durch Sicherheit erbauen. Es gelingt nur durch verstehen und lernen. Durch leben und leben lassen. Respekt, Geduld, Ruhe, Liebe, Zuversicht und die Anerkennung aller Lebewesen auf diesem Planeten. Es gibt keine Alternativen. Wir lügen uns ständig an. Wir quälen uns. Wir wissen das wir uns zerstören indem Glauben wir könnten es nicht ändern.

Dabei müssen wir nur aufhören. Jetzt sofort. Und keine Systeme produzieren die das alte ersetzen! Ich will keine Anarchie, denn auch das ist ein System.

Jedenfalls habe ich morgen meinen Job zu machen. Ich habe meinen Mann zu stehen, solange bis jemand Stop ruft. Bis es zu Ende ist. Bis Feierabend gerufen wird und ich erleichtert mein Stück Freiheit gierig verschlingen darf. Ich weiss das so ein Leben Elend ist. Ich weiss das es vielen nicht besser ergeht. Und gerade deshalb begreife ich das jetzige menschliche Treiben als definitives, organisiertes und gesellschaftlich akzeptiertes Verbrechen gegen die Freiheit und die Würde aller Lebewesen.

Dieser Ansatz ist so maximal und grundsätzlich, ich werde so viele Jahre brauchen um es anderen Menschen begreiflich zu machen. Ich verstehe es ja nicht einmal selbst. In meinem Innersten spüre ich es aber ganz klar und deshalb kann ich das hier so notieren. Vielleicht verlässt mich irgendwann der Mut und ich werde nie beweisen und erläutern können was ich eigentlich auf dieser Erde wollte. Eine kleine Chance gibt es zwar. Aber ob sie reicht um mich in kalte, graue Bürogebäude zu zimmern und das oft genug, damit keiner Verdacht schöpft. Ich weiss es nicht.

Aufgrund der Fehler die alle Menschen in ihrem täglichen Alltag machen, glaube ich irgendwann selbst ein Fehler zu sein. Wieso bin ich nicht blind? Warum kann ich nur teilweise sehen? Es ist so ein Leiden diese Schwierigkeiten nicht schnell bewältigen zu können, sondern nur Atemzug für Atemzug.

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Eingeordnet unter Emotionales, Gesellschaft

Die Menschheit ist dazu verurteilt zu versagen

Was ist wenn es so ist? Ich sehe in keiner wirtschaftlichen, politischen Debatte unsere langfristigen Überlebenschancen besprochen. Nirgends sind eindeutige Ziele und Wertevorstellungen gesetzt, die mir als kleiner Mensch eine echte Bedeutung geben. Wie lange wird die Menschheit überleben? Die Dinosaurier überlebten eltliche Millionen Jahre, ohne großartige Intelligenz. Was ist mit uns? Wieso machen wir so wenig aus uns?

Was stellen wir hier jeden Tag auf die Beine, ohne eine echte Übersicht über unsere kurze Existenz auf diesem Planeten im Kopf zu haben? Wie wir uns gegenseitig verrückt machen mit Konkurrenzkampf, berufliche Laufbahnen und damit eine hohe Konzentration des natürlichen Überlebenskampfes für alle tagtäglich erarbeiten.

Wir leben nicht gesund. Wir leben nicht im Einklang mit uns selbst, den anderen Lebewesen, der Natur und dem Leben sich in dieser Galaxie. Was wollen wir denn damit erreichen? Haben wir überhaupt echte Ziele als Menschheit? Wollen wir nur Materialismus und früh finanziell unabhängig werden, um in Ruhe ausschlafen zu können? Wir wissen doch das wir schon immer in Schwierigkeiten stecken! Warum flüchten wir in die falsche Richtung?

Was ist das für ein Leben in das wir alle hineingeworfen wurden? Mittlerweile sind wir Routinees geworden, wir steigen in Flugzeuge, rauchen gesundheitsschädliche Zigaretten, wichsen uns einen auf billlige Pornografie und trinken Wasser mit Kohlensäure und extra viel Sauerstoff. Unser Herz leistet eine unglaubliche, pausenlose Leistung. Milliarden Herzschläge wieviele davon spüren wir wirklich bewußt?

Das Leben ist hochkomplex, erstaunlich und vielseitig, obwohl es eigentlich so einfach, zerbrechlich und erbarmungslos gerecht ist. Was denken die Menschen wenn sie ihre letzten Sekunden leben? Wenn sie ihre letzten Atemzüge atmen? Denken sie vielleicht über die versäumten Möglichkeiten nach? Freuen sie sich auf das was kommen wird? Jeder von uns wird sich persönlich auf seinen Tod einstellen oder ihn einfach komplett ignorieren, aber unser Leben wird dadurch nicht besser.

Wir müssen unsere Zeit nutzen, wir müssen gemeinsam alle grundlegenden Probleme ankämpfen und den oberflächlichen Kapitalismus in seine Schranken verweisen. Wir können uns nicht mehr mit Phrasen zufrieden geben, wir müssen in jeder Sekunde unseres Leben spüren, dass wir lebendig sind und einen echten, konstruktiven Zweck erfüllen. Denn was ist wenn wir es nicht tun?

Was sind wir dann für eine tolle Rasse? Wir sind keine Menschen wenn wir es lassen. Denn dann sind wir wirklich Tiere, auch wenn das an sich nichts Negatives ist. Aber wir vergeben Chancen auf Glück und Ruhe. Wir würden uns wieder zu Mördern, Vergewaltigern, Schlachtern und Hetzern unserer Selbst, der Tierwelt und Umwelt machen. Wir werden versagen, wenn wir nicht unsere Chancen nutzen.

Die jetzigen Aktionen sind zum Scheitern verurteilt, wir sehen es in der Gegenwart, weil wir kein ultimatives fundamentales Ziel verfolgen. Weil wir wie die letzten Chaoten durch die Welt stampfen und alles kurz und klein schlagen, das nicht sofort Nutzen bringt.

Keiner weiss, wieviel Zeit uns noch bleibt. Die Masse verliert, wenn die Einzelnen aufhören zu denken.

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Eingeordnet unter Emotionales, Gesellschaft

Moderne Eiszeit

Irgendwie empfinde ich das menschliche Treiben auf dieser Welt als so unglaublich nichts-sagend. Es ist so leer und kalt, als ob es überhaupt gar nichts bringt durch die Strassen nach Jobs zu hetzen und jeden Monat einmal zum Friseur zu gehen.

Es ist so als ob wir schon alle tot sind, obwohl wir täglich irgendwelche Aufgaben und Anforderungen erfüllen, die Karriereleiter raufklettern und uns neue Klamotten kaufen. Wir strengen uns an, lernen und strecken uns. Wir funktionieren wie Maschinen in einer automatisierten Betonlandschaft.

Auf der Strasse sehe ich hunderte Gesichter, mit gestressten Leibern. Ich kenne niemanden, empfinde keine Verbindung und doch bin ich Teil dieser Maschinen. Mir kommt es so vor, als würde längst Stillstand und Eiszeit zugleich herrschen. Und genau deshalb bin ich starr vor Trauer.

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Eingeordnet unter Emotionales