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Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

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Die Zeit ist abgelaufen

Ja, es geht wieder los. Brav in die Hände gespuckt, Gürtel enger geschnallt und losmarschiert! Bewerbungen muss ich schreiben, ich zwinge mich dazu. Nachdem ich einige Zeit ohne üblichen Arbeitsvertrag gearbeitet habe, also unentgeltlich und ehrenamtlich, bin ich finanziell dazu gezwungen mich dazu zu zwingen irgendeine Scheiße zu finden. Und das ist alles andere als einfach, – gerade mit meinem Lebenslauf. Ich bin kein schlechter Kerl, aber die Unternehmen wollen eben nunmal traumhafte Angestellte, sie wollen die Überflieger die die Profite nur so übersprudeln lassen. Solche gibt es nicht mehr, falls es sie jemals gab, – aber sie suchen sich gewisse Leute aus bei denen sie sich genau das erhoffen. Und bei mir fällt es ihnen schwer daran zu glauben, – soweit meine Theorie.

Jedenfalls muss ich wieder meinen Arsch hinhalten, ich gehe wieder auf den Strich, muss meine Qualifikation auf dem Markt verticken, schreie heraus was ich zu bieten habe, in der Hoffnung einen Käufer zu finden. Alles nur damit meine Familie mich nicht mehr als faulen Taugenichts beschimpfen kann. Immerzu tadelten sie meinen Lebensstil, er sei krank, pervers, primitiv, eine absolute Katastrophe. Tja, dies konnte ich immerzu nur an sie weitergeben. Wie kann man sich nur tagtäglich dermaßen verarschen lassen, dachte und sagte ich. Jetzt reihe ich mich doch tatsächlich wieder in das dämliche Heer der Arbeiter ein. Und es geht wirklich nur ums Geld, es ginge bestimmt auch ohne, aber dafür habe ich momentan einfach nicht den Mut. Das ist der einzige Grund, ich habe keinen Mut ohne Geld zu leben und deshalb verkaufe ich mich wieder.

Es ist erbärmlich und erniedrigend. Ich habe jegliche Lust aufs Leben verloren. Heute habe ich mich gefragt wieviele Jahre ich der letzten 10 Jahre wirklich genossen habe. Ich würde sagen maximal 2 Jahre, wobei diese wirklich nur dadurch zustande kommen weil es innerhalb dieser 10 Jahre immer nur stunden-, tage- und wochenweise halbwegs gut ging. Ich finde das ist ein übles Symbol für meine Lebensqualität, es zeigt warum ich nicht mehr will. Diese Menschen um mich herum haben mich ein Leben gelehrt welches mich in den Suizid treibt. Diese Menschen um mich herum haben von meiner Geburt an alles daran gesetzt den Selbstbetrug auf mich zu übertragen. Trotz all der materiellen Reichtümer die Deutschland hat empfinde ich totale Leere und das seit etlichen Jahren.

Ich glaube mittlerweile nicht daran irgendeinen Beruf oder Arbeitsplatz zu finden der es mir ermöglichen wird mich zufrieden zu machen. Soetwas gab es für mich auch noch nie. Die Schule hat mich nicht glücklich gemacht, und auch mein erster Job den ich bereits mit 14 machte schon gar nicht. Also soll es mein ganzes Leben so weitergehen? Ist das mein Leben? Darauf kann ich verzichten. Statt 6-7 Jahrzehnte Leid, Schmerz, Verdrängung usw. draufzulegen knall ich mich lieber sofort über den Haufen. Ich mache diese Scheiße nicht mit und man kann mich auch nicht mit Wohlstandsmüll ablenken und befriedigen. Es funktioniert einfach nicht. Mir reicht es nicht 11 Monate zu arbeiten und nur einen Monat für mich zu haben. Es reicht mir nicht 12 Stunden des Tages mit arbeiten zu verbringen, 8 stunden zu schlafen und nur 4 Stunden für mich zu haben. Man hat mir das Leben gestohlen schon bevor ich auf die Welt gekommen bin und ich bin nicht der einzige, – im Gegenteil!

Ausgenommen von den „oberen Zehntausend“ teilen nämlich Milliarden Menschen ein ähnliches Schicksal wie ich. Manchen ist das bewusst, den meisten eben nicht und dadurch funktioniert diese Ausbeute. Die relative Dummheit der Massen sorgt für die Ungerechtigkeit, für die Vernichtung der Lebensqualität von ganz vielen Individuen. Ich bin extrem traurig, enttäuscht und entsetzt über diese Zustände und das seit Jahren!! Nicht einmal meine Eltern können das verstehen und das schmerzt mich noch mehr. Sie sagen sogar, man solle sich ruhig verkaufen, aber für sehr gute Preise, damit man ganz schnell finanziell unabhängig ist, – aber dagegen protestieren und dieses nicht mit dem eigenen Leben und der eigenen Fähigkeiten unterstützen, – nein das wäre  Wahnsinn aus ihrer Sicht. Sie zeigen mir warum ich innerlich derart zerrissen bin. Ich habe begriffen wie es läuft, weiß auch was ich dagegen tun könnte, aber trotzdem kann ich im Moment nicht wirklich danach handeln.

Aber ich ahne das ich höchstens 2-3 Jahre noch diesen Mist mitmache, ich werde jeden Cent sparen und dann verpisse ich mich. Vielleicht hänge ich mich nächste Woche auch auf, wer weiß, ich kann das alles überhaupt nicht mehr einschätzen. Es ist purer Wahnsinn was da draußen abgeht und dennoch gibt es keinerlei Proteste, es gibt überhaupt keine Debatten, schlafen meine Mitmenschen alle? Lieben diese Menschen die Gewalt, die Zerstöung, die Vergewaltigung der Liebe?!!? Ich begreife es einfach nicht. Und in diesem Zustand muss ich Bewerbungen rauswerfen in denen ich darum flehe und bitte genommen zu werden, weil ich ja doch so ein wertvoller Mensch sei, nein, – weil ich doch so eine wertvolle Arbeitsdrohne für die vorrübergehende Nutzung bin. Alles Wahnsinn, Massenwahnsinn, diese Verblödung auf allen Ebenen. Ich gleite ab in Verzweiflung und bleibe weiterhin allein.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Die Menschwerdung ist ein Virus

Die Welt ist grausam, der Mensch neidisch und gierig, so hat er es, so hat man es, so haben wir es, so hast Du es gelernt. Deshalb bleibt alles so unheimlich ungerecht. Wer im Beruf weiterkommen will muss andere Menschen verarschen, überlisten, ausstechen, zerstören, ausschalten. Die edelste Möglichkeit dies zutun ist über Fleiss oder Talent, – aber grundsätzlich ist es immer ekelhaft, widerlich, pervers und primitiv. Das ist in der Geschichte der Menschheit eigentlich schon immer so gewesen und die teilweise behaarten „Könige“ des blauen Planeten sehen nicht danach aus sich irgendwie einzukriegen und ihre „Kindereien“ abzulegen. Hoch gestraft sind die Zeitgenossen welche diesem verblödeten Zeitgeist voraus sind und die volle Entfaltung der Idiotie bei vollem Bewußtsein über das gesamte Leben hinweg ertragen und mit Lebendigkeit erfüllen müssen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als sich und ihr zartes Äpfelchen namens Erkenntnis in Humor, Zynismus, Verbitterung, Hass oder physische Isolation zu werfen, – in der Hoffnung damit den letzten Funken Lebenslust  zu retten.

Wie ist es zu ertragen wenn verstörte 18 jährige Mädels auf Speed von alten frustrierten, halbglatzigen Mitdreissigern gevögelt werden? Oder wenn jemand in seiner geistigen Verirrung Dir während Du frühstückst grinsend vor die Beine pisst, während er eine Schlange um den Hals hat? Wie ist es zu ertragen wenn Millionen von Menschen, von denen Du die meisten niemals gesehen hast, Dir ihre Dummheiten aufzwingen? Und damit meine ich u.a. diesen Zwang zur (Mehr- & Profit-)Arbeit. Es gibt keine Möglichkeit in dieser Welt zu existieren ohne irgendeinem Vollhorst in den Arsch kriechen zu müssen, – den man darüberhinaus noch nicht einmal kennt, – was es andernfalls vermutlich kaum besser machen würde.

Grundsätzlich ist es überlebensnotwendig irgendwelche Öffnungen für irgendwelche Harten bereit zu halten, in Position zu bringen und sich dann schön knallhart durch die „Zeitgenossen“ vom Leben ficken zu lassen, – damit man(n) selbst irgendwann auskotzt was sich Schleim des Lebens schimpft oder als Frau zu gebähren was später ebenfalls gebähren, flutschen, lutschen oder spritzen wird. Klopfende Herzen, röchelnde Lungen, schlotternde Arschlöcher, zischende Pisslöcher, milliardenfach über den Planeten gespannt seit Milliarden von Jahren. Wer hat diesen Knast erfunden? Dieses Drecksloch ist nicht blau, es ist ein miese gelb-eitrige Lebenszelle welches unzählige Krankheiten gefangenhält. Und wir meine Damen und Herren sind als Menschheit, als Homo sapiens, ein winziger Virenstamm der selbstherrlich glaubt er hätte eine Existenzberechtigung und Gerechtigkeit in allen Lebensfragen verdient! Tz!

Traumatisiert fliegen wir alle aus dem Geburtskanal der Mama, häufig als Ergebnis stumpfsinniger Geilheit, oberflächlicher Saugerei, Stoßerei, Rammelei und hoffnungsloser Verblendung! Geschleudert werden wir aber vorher in tiefe Schlunde um dann nach einigen Monaten aus diesem wie ein Tumor, völlig vor lauter Faulheit aufgebläht, von selbst oder per Kaiserschnitt herauszufallen und schliesslich mit wildem Geschrei zu platzen! Kaum sind die Säfte von uns abgetrocknet, ist unser Geschrei erstickt, geht es los mit dem Diktat der Vorstellungen jener Kreaturen die wir später Eltern nennen und wir werden weiter geschleudert bis das Trauma oder besser die Traumatas perfekt sind. Schliesslich als wir dem glauben woran unsere Eltern und deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern und so weiter glauben oder meinten zu wissen was sie ungefähr glauben, stecken wir unsere Zungen und Genitale an und in den nächsten pulsierenden Kadaver hinein ohne überhaupt irgendetwas reflektiert zu haben.

Okay, mittlerweile, nach ein paar tausend Jahren, oder innerhalb dieser Zeit, haben wir es geschafft uns innerhalb dieser kurzen Zeit, die wir Lebenszeit schimpfen, uns und andere Lebewesen in immer schnelleren und heftigeren Intervallen gegenseitig atomisiert wie auch massenhaft zu ermorden, auf die grauenhaftesten, dämlichsten, perversesten und ekelerregensten Arten und Weisen wie wir uns das nur ausmalen konnten! Ja wirklich, im gegenseitigen zufügen von Schmerz macht uns keiner etwas vor, – muss wohl irgendetwas mit den Schleudertraumatas und der Rutschpartie durch die Muschi der Mama zutun haben. Aber wer weiß woher wir alle diesen entscheidenden Treffer abgekommen haben, – entscheidend ist, wir haben es drauf uns gegenseitig die Hölle auf Erden zu ermöglichen. Das ist etwas was wir wirklich immer schon konnten. Das ist erstaunlich und bemerkenswert, – ich finde dafür sollte man mal Preisverleihungen gründen. Die kreativste 1on1-Ermordung muss in Zukunft genauso gewürdigt werden, wie der schnellste Hot-Dog-Esser oder der schnellste Massenmord.

Vielleicht kommen wir uns dann nicht mehr so hoffnungslos allein vor. Wenn schon nicht die ganzen Autos, der Schmuck, der schnelle Sex mit Unbekannten, die Klamotten, die Karriere, der Sport, Waffen, Macht, Geld und so weiter nicht reichen, – dann vielleicht der gestörteste Mord? Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann finden wir schon den perfekten Weg uns selbst zu verleugnen ohne dabei Gewissensbisse, psychische, physische Krankheiten und solche fiesen Details zu bekommen.

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Neuer Job – Neue Hölle

Heute trete ich also eine neue Stelle an.
Es gibt kein Zurück, nur ein dreckiges Vorwärts, Vorwärts!
Ich habe ein sehr flaues Gefühl, ich fühle mich grässlich und absolut kaputt.
Ich will dort nicht sein, aber ich brauche das Geld.
Wie eine kleine Hure brauch ich die Scheine, um mein lausiges Leben führen zu können.
Aber ich kenne dieses Gefühl, ich habe schon oft Dinge getan die ich normalerweise nicht tun würde.
Ich bin abhängig. Ich kann nicht das tun was ich will, weil es zu teuer ist. Wie soll ich sonst überleben?
Ich muss diesen Job machen, meine Zeit damit verbrennen, einen Teil meines Lebens verschenken.
Mit dieser Haltung und diesen Gefühlen stehe ich allein da. Ich darf Nichts davon Preis geben.
Offiziell muss ich wollen und können. Ich muss funktionieren, sonst werde ich schnell ausgetauscht.
Und wenn ich den Job hinschmeisse, bin ich noch schneller am Ende. Denn weniger Geld, bedeutet weniger Freiheit.

Ich kann mir einreden das der Job okay sein wird, oder das ich einfach viel zu sehr vom Paradies träume und das ich endlich aufwachen soll. Aber der Schmerz wird immer da sein. Ich werde leiden, jede Minute leiden. Und trotzdem muss ich dabei lächeln, als ob es schon immer mein größter Traum gewesen ist, so einen Müll zu machen.

Wie allein und leer ich mich mit diesen Gedanken fühle. Das wird kein guter Start in diesen Job. Ich muss ein geborener Versager in dieser Leistungsgesellschaft sein. Ich muss wohl verlieren um sterben zu können.

Update:

Ja, den Tag habe ich überlebt. Welch grosse Überraschung.

Ich weiss das ich einer von Vielen bin. Ich habe es heute jede Minute schmerzlich gespürt.

Ich habe die Sekunden gezählt, die Augenblicke und Momente, – wollte aus dem Fenster springen, schreiend durch den Haupteingang nach draussen rennen und mich aus der Toilette in irgendeine andere Zeit katapultieren. Aber ich blieb sitzen und hörte bzw. sah mir an, wie man in dieser Firma den Alltag bestreitet. Nach 2 Stunden war mir richtig hässlich langweilig. Ich hatte das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Ich trank sehr viel Wasser um dieses Gefühl loszuwerden. Aber es half nichts.

Die Langeweile ist das Schlimmste. Wie festgenagelt musste ich auf meinem Sitz bleiben, freundlich nicken, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, damit ich diesen armen Menschen keine Grund für Skepsis gebe. Ich weiss nicht wie die anderen Menschen das aushalten. Vermutlich lieben sie es, wie eine Maschine zu leben. 9 Stunden in einem Grau in Grau Großraumbüro zu sitzen, ein paar Sachen ein zu tippen, mit Leuten zu reden, denen sie nichtmal in die Augen geschaut haben. Widerlicher moderner Lebensstil.

Ich kann nicht einer banalen Tätigkeit nachgehen nur um Geld zu verdienen. Mich widert es geradezu an, in dieser Form Erfolg provozieren zu müssen. Ich will scheitern. Sollen die Strebsamen, Fleissigen und Gehorsamen mich für einen Versager und für einen Ungehorsamen halten. Ich will nicht Erfolg haben damit es mir oder der Firma besser geht, ich will nur mehr Ruhe im Leben haben und dafür sorgen das es weniger Leid auf der Welt gibt. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Stattdessen wird es mir leicht gemacht, ein Fachidioten-Arschloch zu sein, das nur auf Autos, Partys und Barbies steht.

Man möchte mich zu einem traumlosen, Krawattenzombie heranzüchten, der nicht wagt die eigene Schönheit zu erkennen oder die Macht Einzelner zu hinterfragen. Entweder drehe ich durch beim Versuch dagegen anzukämpfen oder ich werde wie ihr alle sein..

Update²:

Ich bin dort nicht nochmal hingegangen. Job geschmissen. Alle haben mich beschimpft. Aber ich habe das Richtige für mich getan. Auch wenn es mich wieder zum Verlierer macht.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Die Zeit läuft ab, auch für Dich

Die Massen strömen durch die Betonschluchten. Die Masse wird geplagt von Zeitdruck, Leistungsdruck, Schlaflosigkeit und Gedankenlosigkeit. Sie versucht das Gute darin zu sehen, – den enormen Wohlstand und den Fortschritt. Alles ist besser geworden, und denen den es schlecht geht, denen wird es auch bald sehr gut gehen und sie werden darüber lachen was war.

Das Vorbeirauschen der tonnenschweren Fahrzeuge, das Rollen der Rolltreppen, das hastige Gestolpere, das Rascheln und Klimpern des Geldes im Hosenbund, das Ticken der Uhren über den Köpfen wird gar nicht mehr hinterfragt. Es ist nunmal die Realität, die einzig wahre Realität die existieren darf. Wie einst, als die Erde nur als Scheibe existieren durfte.

Die Träume dieser Soldaten besteht aus 1,3 Kindern, 3 Wochen Südseeurlaub und sonstigen abgehakten, verfaulten, zusammengeschlagenen, isolierten Vorstellungen. Danach wird gestrebt, dafür wird gekämpft. Jeden Tag allein und eiskalt. Qualifikation, Kontakte, Einsatz, das ist wichtig! Das ist der Zeitgeist, wer nicht mitzieht hat verloren. Derjenige der nicht mithält, ist der Schwache, der Verlierer mit welchem keiner etwas zutun haben will und wird.

Der Zugang zur Freiheit muss erarbeitet werden, wer die Arbeit hinterfragt, wird sie nie erhalten. Wer protestiert, wird sie nie erhalten. Wer nur darüber spricht und Fragen stellt, wird sie nie erhalten. Das hämmern des Fortschritts, das klingeln des Geldes im Geldbeutel, die schicken Klamotten die an schlanken Körpern rascheln, – all das ist Nichts für Ungehorsame. Die Ungehorsamen sind Verlierer. Ihr Zweifel und ihr Schmerz macht sie zu etwas Nutzlosem. Sie sind so Nutzlos wie die Bäume um sie herum, das meint zumindest die Masse. Und die Masse hat nunmal Recht, es ist ihr egal ob sie falsch liegt. Es ist ihr gleichgültig ob sie zu Millionen die Klippen hinunterstürzen, indem Glauben es könne doch nur besser werden.

Der Aufprall wird uns nicht erleuchten, er wird unsere Chancen aufzeigen. Und wenn wir sie dann kennen, sind wir längst tot und fragen uns vielleicht, was wir mit dem Fortschritt wollten, wenn doch alles bereits perfekt war? Vielleicht würden wir dann als Geist schwebend über die damalige Existenz lächeln und sagen, wir wussten es nicht besser, es fing doch schon von Kinderbeinen an.

Dieser Wettkampf, dieses Leistungsdenken, das erlernen der Ellbogentaktik. Ja, würden wir sagen, wir waren unschuldig, wir konnten nicht anders. Obwohl wir hörten, wie unsere Brüder und Schwestern ein paar Kilometer weiter verdursten, verhungern und unter freiem Himmel leben, fuhren wir unsere Autos, feierten wir unsere Partys, sangen wir die Nationalhymne bei Fußballspielen und schwangen uns so jeden Tag in unserem widerlich destruktiven Glauben, alles würde besser werden.

Wir hatten keine Chance unseren Verstand zu benutzen, und den Fortschritt in den Kopf zu bringen. Wir hatten keine Chance die wesentlichen Probleme unserer Spezies zu lösen. Wir konnten auf keinen Fall aufhören uns gegenseitig zu ignorieren, anzupöbeln, zu erschiessen, zu vergewaltigen und zu hassen. Wir waren absolut ohne Chance eine Vorstufe einer besseren Welt zu schaffen. Wir waren zu jeder Zeit sowas von chancenlos, – werden wir sagen: Es konnte ja keiner wissen, dass die Zeit auf dieser Welt so schnell vorüber sein würde.

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Stampfender Verstand kotet Leben voll

Das Wort ist Zerstörung geworden. Sprachen sind zerstörende Irrtümer die die Freiheit immer fester und kompakter einwickeln. Das Leben im Würgegriff des Verstandes.

Lautlos tippt mit leisen Schritten das Gedankenmonster auf kühlen weiten Gängen umher und kotzt immerzu neue Phrasen aus sich heraus, die brüllend, keuchend, rotzend Aufmerksamkeit, Licht und Nahrung verlangen. Man stirbt einmal mehr mit jedem Monstrum, der Raum wird enger, geringer und erdrückender. Das Selbst scheint sich in der Masse der haarigen, schwarzen Suppe voll Wörter und Satzschlangen aufzulösen. Irrer Juckreiz schneidet sich durch die Hülle, das Gefühl von Wahnsinn kommt mit jedem Herzschlag um Herzschlag näher und stößt dichter und dichter an den Tod. Die Drehungen beginnen zu schleudern, das Drama wird zu einem kreischenden Meer aus abertausenden von Stimmen und das Nichts wird zum blinden Schleier der vortäuscht es gäbe Grenzen.

Die Illusion von Sinn in Sinnlosigkeit schlägt sich in die Wahrnehmung des seelenlosen Zufallskopf.

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Was kostet die Freiheit?

Was kostet die Freiheit?

von John Kalench

Zu den Zeiten der Großen Weltwirtschaftskrise lebte ein reicher und mächtiger Unternehmer. Sein Imperium war endlos. Es reichte weiter, als das Auge sehen konnte: über jedes der Weltmeere und jeden Kontinent dieser Erde.

Von seiner weitläufigen, luxuriösen Villa aus kontrollierte er eine Unzahl erfolgreicher Unternehmen, die alle füreinander produzierten und voneinander profitierten. Hunderttausende Menschen arbeiteten für ihn, er bestimmte über sie und ihr Leben. Er war ein wahrer Meister des Lebens, der Macht und der Manipulation.
Er war ein scheuer und zurückgezogener Mann, der sich nur mit dem Feinsten vom Feinsten umgab. Er bewohnte die eleganteste Villa, umgab sich mit kostbaren Kunstwerken und Antiquitäten, verwöhnte sich mit der besten Küche und exquisitem Wein aus seinen eigenen Anbaugebieten. Eine große Dienerschaft kümmerte sich um jeden seiner Wünsche. Alles was er sah, berührte oder hörte war von allerhöchster Qualität.

Sein größter Schatz war jedoch sein Privatzoo. Es war der größte der und vollständigste Privatzoo auf der ganzen Welt. Obwohl er niemals Besucher empfing, wurde er von Zoologen auf der ganzen Welt beneidet.
Eines Tages berichtete ihm ein Diener von einem versteckten und abgeschiedenen Tal auf dem asiatischen Kontinent, in dem scheue, auf dieser Welt einmalige Tiere lebten. Von einem hohen Turm aus beobachtete er die Tiere auf den offenen Feldern seines Zoos. Und er dachte sich: “Diese seltenen Tiere im Tal wären sie passende Krönung meiner Sammlung.”

Also rief er seine Diener zusammen und organisierte eine Expedition zu den abgelegenen Bergen, dorthin, wo diese seltenen Tiere den Erzählungen nach lebten.

Nach langer Zeit erreichte er ein isoliertes Dorf tief in den Himalajas. Die Jäger dieses abgelegenen Gebietes lachten ihn aus, als sie von seinem Vorhaben hörten. Sie erzählten ihm, kein Mensch, nicht einmal diejenigen, die seit Generationen hier lebten und jagten, könnte je hoffen, diese wilden und scheuen Tiere zu fangen.

“In einem Monat werde ich zurückkehren,” sagte er den Dorfbewohnern. “Ich werde alle diese Tiere fangen. Ich bitte nur um einen Begleiter, der mir zeigt, wo sie leben.”
Nach einem Monat kehrte er mit leeren Händen zurück. Die Dorfbewohner lachten ihn aus und verspotteten ihn. Er aber sagte nur: “Kommt mit mir.”

Er führte sie hinauf zu einer Wiese hoch in den Bergen. Die Dorfbewohner standen und starrten auf eine unglaubliche Szene. Dort, vor ihnen, grasten Hunderte dieser seltenen Tiere, sicher eingezäunt in einem hohen Korral. Der Mann erklärte, wie er vorgegangen war.

Am ersten Morgen stellte er Futter und Heu in die Mitte der Wiese. Am nächsten tag tat er das gleiche, am nächsten wieder und am nächsten wieder, jeden Tag legte er frisches Futter und Heu aus. Bald kamen die Tiere und fraßen. Am Anfang nur wenige, aber jeden Tag kamen einige mehr als am Vortag. zum Schluss graste die ganze Herde auf der Wiese.

Abends grub er Löcher für die Zaunpfosten aus und stellt zwei oder drei Pfosten pro Nacht auf. Als alle Pfosten im Kreis aufgestellt waren, begann er, die Zaunlatten daran zu befestigen. Zunächst befestigte er die bodennahen Latten, damit die Tiere darüber springen und zum Futter und Heu gelangen konnten. Jeden Abend befestigte er neue Latten, und die Wände des Korrals wurden höher und höher. Bald konnten die Tiere nur durch eine kleine Öffnung im Zaun auf die Wiese gelangen.

Am Abend des 29. Tages baute er ein Tor. Am letzten Tag des Monats, nachdem alle Tiere durch die schmale Öffnung hindurchgeschlüpft waren, schloss er das Tor. Er hatte die Tiere eingefangen, bevor sie überhaupt begriffen, was geschah.

Den erstaunten Dörflern sagte er: “Ich kann jedes Tier einfangen, indem ich es von mir und meinem Futter abhängig mache. Mit den Menschen ist es dasselbe. Es ist ein fairer Tausch. Ich gebe Ihnen Nahrung, sie geben mir dafür ihre Schönheit und Freiheit. darin liegt die Quelle meines Reichtums und meiner Macht.”

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