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Capital Angst

Es ist nicht nur so, dass es permanent an Geld fehlt. Es fehlt auch an Bindungsfähigkeit von Beziehungen. Gleichgültig ob im studentischen Milleu, der heimischen Familie oder im rationalisierten Berufsfeld: Die fehlende Garantie, dass irgendeine Geste, Handlung oder Aussage zur Stabilität führt ist allgegenwärtig. Die Garantie ist nie dagewesen. Es ist auf keinen Menschen, den man je getroffen hat, Verlaß. Niemand ist sicher. Die fortschreitende gesellschaftliche Verwandlung durch Umwälzung ist Zerstörung und diese Vernichtung entleert, zerstreut und definiert Zwischenunmenschlichkeit.

Auf Fragen folgt Stille, auf Ideen folgt Stille, auf Hoffnungen folgt Stille, auf Zärtlichkeit folgt Stille. Jahre vergehen voll mit Stille. Ist das die Stille nach, vor oder mitten im Krieg? Unsere Gesellschaft ist auf der Grundlage des Nationalsozialismus enstanden. Es ist Ausdruck der Demokratie Menschen durch Arbeit zu vernichten. Wir sind ihre Apologeten und Produzenten. Die rationalisierten mystischen Riten unseres Alltags werden hingenommen, ertragen, mitgetragen, weiterentwickelt, obwohl Menschen bereits jetzt kaum mehr als Stümpfe sind. Das Nebulöse des Lebens lässt sich nicht mit wilden Handbewegungen vertreiben. Es gibt keine Strategie aus diesem asozialen Labyrinth, sofern die Lage nicht erkannt wird.

Erst wenn der Eindruck entsteht, dass die eigene Anspassungsleistung derart erwachsen ist, dass andere davon profitieren könnten, wird aus der Stille eine ominöse, verdächtige Lärmigkeit. Die Gewissheit über einen Menschen lässt sich vornehmlich nur dann klären, wenn es um Fragen von Geld geht. Die Beziehungen sind durch das Kapitalverhältnis in permanenter Umwälzung geprägt, sortiert, demgemäß ist es nur logisch, dass Prestige sich ausschliesslich über Macht, Gewalt oder Kapital ausdrückt. Etwas riskieren, organisieren, entwickeln, konsumieren können nur jene, die es sich leisten können. Jenen, denen es an solcherlei Prestige mangelt, werden außenvor gelassen, vergessen, abgelehnt, denunziert, indirekt oder direkt ermordet.

Die ganze Wertigkeit eines Menschen wird also von kapitalgesteuerten Konkurrenzbeziehungen vornehmlich definiert. Erst das Geld erlaubt Souveränität und lässt Angst im Alltag durchstreichen. Fehlen die monetären Mittel, ist Existenzangst vorprogrammiert, genauso wie soziale Ächtung und der totale Niedergang. In einer Gesellschaft von Mitmachern und Mitläufern, die die strukturellen Ursachen vergangener Katastrophen von Weltkriegen bis Holocaust in der jetzigen Gesellschaft verdrängen, ignorieren und mit ihrer Tätigkeit aufrechterhalten, ist keine Solidarität, Empathie, Unterstützung, Freundschaft oder auch nur ein längeres, vertrauensvolles, reflektiertes Gespräch zu erwarten.

Blickt man herum, im Nebel des Alltags, so ist da niemand außer man selbst. Greift man nach anderen, greift man ins Leere, egal ob man sie nun umarmt oder ihre helfende Hand benötigt, um nicht zu ertrinken. Und umarmt man sich überraschender Weise doch, ertrinkt man un­ver­se­hens zusammen. Die Alltagsroutine sämtlicher Milleus ist von einer gespenstischen und barbarischen Egalität gegenüber bzw. unter allen Konkurrenzsubjekten geprägt. Wichtige Informationen, um den Alltag zu bewältigen oder gar monetäre Mittel zu erlangen, die überlebenswichtig sind, erlangen nur elitäre, rücksichtslose Minoritäten, Interessengruppen, die sich unter die sowie um die Kapitalakkumulation herum formieren und gegen andere Banden verteidigen. Cliquen simulieren Nähe und Intimität, die objektiv überhaupt nicht gegeben ist. Da alles kalt, tot und irre ist, haben sie permanent Krise und Hochkonjunktur zugleich.

Ohne permanente Demonstrationen der Macht, Stärke, Fleiss und Konformität droht das Individuum unterzugehen und vernichtet zu werden. Alles unter dem Banner der Freiheit und Demokratie. Zugleich ist die Individualität von Geburt an als konformes Bandenmitglied festgestellt. Niemand ist frei, wenn er dem Diktat von Kapital folgen muss und etwas Kapital nur erlangt, wenn er einer Interessensgruppe folgt, die vom Kapital geprägt und abhängig ist. Der Arbeitsplatz in einer Abteilung eines Unternehmens, der einem den Alltagsinhalt maßgeblich auferlegt und sämtliche Emotionen oder Gedanken gewaltsam strukturiert, schliesslich ist Lohnarbeit kein Wunschkonzert, ist Ausdruck dieses Machtverhältnisses. Die Lehrpläne an den Schulen und Universitäten, die auf die Studenten nonchalant als Gewalt- und Machtverhältnis einwirken, denn ohne Gehorsam ist kein Abschluss zu machen, strukturieren indirekt das, was das Kapitalverhältnis wünscht. Darüber sind alle erschrocken und geschockt, lenken sich dann aber aufgrund der Geschlossenheit dieser Totalität mit irrwitziger Betriebsamkeit von dieser Erfahrung ab.

Das Streben nach einem normalen Leben innerhalb dieser Umstände bedeutet automatisch die Sortierung der Menschen nach Zwecken, Interessen, Nützlichkeit, Anpassungsgrad gegenüber dem Kapital. Diese Sortierung ist Zerstörung. Sie bedeutet Verdinglichung und Negation aller Manigfaltigkeit. Prestige, Beziehung, Individualität, Schönheitsideale oder Werte oder Charakter sind demnach direkter Ausdruck der Kapitalakkumulation. Diese Monokausalität changiert dialektisch innerhalb und über unzähligen Vermittlungsformen. Der Habitus einer Charaktermaske funktioniert unter Zuckerbrot und Peitsche des Kapitals. Die Hoffnungslosigkeit  niemanden zu finden, der vertrauenswürdig ist, ist schon zutiefst im Menschen über das gesellschaftliche Verhältnis angelegt. Darin liegt die Trost- und Ausweglosigkeit unserer Moderne.

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Wenn Tränen nicht genug sind

Die Sinnlosigkeit des Lebens steigert sich mit der irrationalen Gesellschaft in der wir leben. Natürlich fällt das nicht auf, wenn das soziale und berufliche Leben scheinbar intakt ist. Aber jeder gerät dann und wann in eine Schocksituation, wenn ihm ein winziges Element des alltäglichen Grauens plötzlich entgegentritt. Ein Erlebnis außerhalb der barbarischen Routine verschlägt kurz die Sprache, die sonst alles zurecht zu rücken weiss. Der schmutzige Obdachlose, der stinkend und versunken im Rausch mitten auf der Rolltreppe liegt, wäre so ein exemplarisches Bild, wo die Massen ignorant drübersteigen, um noch mehr solcher gescheiterter Existenzen hervorzubringen.

Das mir der Ekel entgegenschlägt, wenn ich auch nur daran denke die Wohnung zu verlassen ist einfach Ausdruck von Millionen Schlüsselerfahrungen, die über die Jahre zusammengekommen sind. Allein die Idee so zutun als wäre es völlig normal, dass jeden Tag zehntausende Menschen trotz genug Lebensmittel verhungern, schlägt mir jeglichen Lebensmut aus. Aber genau diese Ignoranz ist für alle Menschen kein Anlass irgendwelche Barrikaden zu errichten und solange zu streiken bis sich etwas ändert. Es ist sogar so, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man über so eine Tatsache empört ist. Und so geht es dann bei etwas geringeren Katastrophen weiter. Allein die Frechheit der Universität formale Logik über Reflektion zu stellen müsste ihren Untergang bereiten. Aber stattdessen gibt es von Millionen Studenten als Quittung die Totenstille der aufopferungsvollen, konformistischen Betriebsamkeit.

Mir ist richtig übel. Mir dreht sich körperlich der Magen um, ich fühle mich Elend und ganz grässlich, wenn ich daran denke, auch nur noch einen Tag mit dieser Welt verbringen zu müssen, die die Verkehrung mehr liebt als das Glück. Und die Isolation ist unüberwindbar, weil diese affektive Besetzung allgemein stark ist. Es gibt überhaupt keinen Begriff von irgendwas. Und dadurch wird alles rekursiv. Meine Gedanken kreisen seit Jahren um die Attentate, die die Gesellschaft permanent auf mich ausübt. Sie bringt mich permanent in die Notlage, hält mich in der Krise, streicht mich durch, bemängelt, sabotiert, manipuliert mich und ich kann seit meiner Geburt absolut nichts dagegen machen. Es ist so als wäre ich ein lebendiger Teil eines toten Dings, welches wie eine presslufthammerartige Maschine unaufhörlich auf der Stelle tritt und ein Überleben nur unter Hochspannung erlaubt. Da hilft kein Schreien, kein Toben, kein Kritisieren, keine Verweigerung, kein Widerstand, auch das Mitmachen bietet keine Ruhe vor dem Terror den alle für normal halten. Einzig der Tod entzieht einen mit Gewissheit, daher auch die hohen Suizidraten weltweit.

Dieser Verlust von Sensibilität, die absolute Pampigkeit, die rigoros umsich greift, wenn man auch nur mal den Hauch von Innehalten offen zeigt, die alles niederschlägt, weil es das Andere nicht ertragen kann, weil es kränkt, weil es daran erinnert, dass das eigene Leben bislang umsonst gelebt wurde, zerstört auch in mir Tag für Tag den letzten Rest an Reflexionsvermögen. Und dieses Spannungsverhältnis kann ich als Einzelperson nur verlieren. Entweder man hält die Ambivalenzen aus oder man geht zugrunde. Mit Sicherheit bleibt die Bedrohung gleich, die Angriffe werden boshafter, undurchsichtiger, durchschlagender. Mit dem Alter verliert sich Kraft, Zeit und Netzwerk, womit der Niederschlag härter und deutlicher ausfällt. Nichts hält dieses Monstrum auf und niemand versteht irgendwas. Und dann wundern sich die Leute, wenn man nicht vergnügt im Hörsaal formale Logik paukt. Ich kann mich nicht mehr selbst täuschen: Mir fehlen die Worte. Nichts beschreibt die Lage mehr präzise. Es ist vorbei. Und wahrscheinlich hat in vergangenen Zeiten bloß eine Illusion von Beschreibbarkeit existiert, die das schreiben irgendwelcher Phrasen ermöglichte.

Jede Tätigkeit verfängt nur weiter, brütet neues Unglück aus ist verwoben mit dem Falschen. Nirgends wird es auch nur ansatzweise thematisiert, schliesslich ist die Aktivität in jeglicher Hinsicht auf die Fortsetzung der Generalmobilisierung gegen das Leben konzentriert. Einspruch unmöglich und sowieso abgelehnt. Wer hier nicht folgt, der verliert, wogegen diejenigen, die folgen, vielleicht etwas später verlieren. Und letzteres ist die Masse, die überall mit einer Selbstverständlichkeit agiert, dass es trotz wiederholter Betonung nicht genug frappieren kann. Nichts gelernt aus der Geschichte des Nationalsozialismus, alles verdrängt und mit anderen Worten fortgesetzt: Das ist mein wachsendes Irritationsmoment gegenüber dieser Welt. Die Katastrophe geht immer weiter und nie kommt irgendwem auch nur die Idee von einer Notbremse in den Sinn. Schrecklich. Die Zerstreuung, um das zu ertragen, ist noch nicht erfunden worden.

Ich weiss also nicht warum noch weiterleben. Es ist eine Frage, die sich seit der Kindheit aufgedrängt hat, in der Pubertät und Jugend sich durchzog und jetzt im jüngeren Erwachsenalter geblieben ist. Dass nun die ungewisse Zukunft aufgrund der Erfahrung als Schrecken gewiss ist, macht die Umstände nicht besser. Aus dem Unwetter kommend, im Unwetter stehend ins Unwetter zu gehen, ohne zu wissen was das alles soll oder wie es besser sein könnte, wird es sicher nicht mehr lange gehen. Sich damit abzufinden bereitet das Ende vor. Es ist die Gleichgültigkeit gegenüber sich selbst und dem Leben insgesamt. Das die Maschinerie gewinnen würde hatte ich geahnt und doch bin ich enttäuscht. Es war immer schon alles entschieden. Es gab keinen Kampf, der sowieso verloren worden wäre. Hoffnung war schon immer schal. Mein Lebensmut war immer zart. Die Tritte der Umgebung haben ihr übriges getan. Dahingehend ist die letzte Bastion zu sehen: Die Vorfreude auf das Ende gleicht dem glücklichen Selbstmörder, der die Tat noch nicht vollzogen hat, aber endlich ihre konkrete Umsetzung kennt.

Dies bereitet keine Grundlage für irgendwas. Es setzt nur die Unmöglichkeit fort mit sich, den anderen und dem allgemeinen Dämon zu leben. Ich weiss nicht wohin mit mir und euch. Mir ist das alles peinlich und jedes Wort ist zuviel und ungenau. Ratlosigkeit, Apathie, Angst und Trauer verbindet sich mit Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Dummheit und Wahnsinn. Dagegen gibt es kein Mittel. Der Himmel ist global dunkel geworden. Wenn es eine Überschrift für mein Leben geben soll, dann: Allein. Ich war immer schutzlos ausgeliefert. Gestern, heute und morgen. Die Gewalt ist überall und zugleich unidentifizierbar. All die Tritte machen irgendwann regungslos in der Erwartung, dass alles und alle glauben man sei längst tot. Das war nie ein Leben, das war nur ein Ausharren darauf, dass es endlich vorbeigehen möge.

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Der endlose Zwang sich selbst zu betrügen

Die Beschleunigung unseres Lebens entleert auch viele der Dinge die wir den ganzen Tag so machen. Alles wird zur Arbeit egal ob Sport oder Liebe, in immer mehr Bereichen unserer Gesellschaft existieren dieselben leistungsbezogenen Parameter. Wir hetzen von der Arbeit in den Discounter, kaufen uns Dinge die uns fett und krank machen, hetzen von dort nach Hause werfen die Sachen in die Mikrowelle, telefonieren dabei oder surfen im Internet, treffen uns hier und dort, quatschen Nonsens, übersehen die Wertlosigkeit und Leere bis sie uns am nächsten Morgen überfällt, wenn wir erneut den Trott zur Arbeit antreten müssen. Wir als absolute Gewohnheitstäter höhlen uns selbst ständig aus mit Tätigkeiten die uns nicht glücklich machen. Wir schauen Action-Blockbuster in denen Gewalt verherrlicht wird, Pornos in denen Menschen erniedrigt werden, gehen achtlos an Obdachlosen, Nutten, Dealern und dicken Autos vorbei. Wir jammern über unsere öde Arbeit, den autoritären Chef, die schlechte Bezahlung, das unbefriedigende Sexualleben, die ganzen Schlampen die einen nicht liebten und geben die Schuld den Politikern, dem System. Wir legen unsere Hände ohnmächtig in den Schoß und damit auch unsere Chance auf ein befreites Leben voller Entfaltungen. Angeblich ist Deutschland wie Europa und Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das Land der Meinungsfreiheit und überhaupt der Freiheit. Nur warum bringen sich jährlich tausende Menschen freiwillig um, indem sie sich von Brücken stürzen, sich bei Flatratepartys vergiften, bei Abtreibungen verbluten und auf viele andere Arten? Warum gibt es keinen echten Wandel in dieser Welt? Alles wird immer schneller aber nicht besser. Der Fortschritt bringt uns weit weg von uns selbst. Wir langweilen uns obwohl es noch nie soviele Ablenkungsmöglichkeiten gab. Die Schule ist Zwang, die Arbeit ist Zwang, der Konsum ist Zwang, wir reagieren nur noch und sind blind für jeden Ausweg. Wir haben Angst vor grundlegenden Veränderungen. Jede Debatte über Ausländer, Kapitalismus oder Demokratie zeigt dies sehr dramatisch. Betonköpfe regieren uns weil wir sie gewählt haben. Wir wählen Betonköpfe weil wir selbst welche sind. Es fällt uns schwer den Fernseher wegzuschmeissen, Generalstreiks zu organisieren, Häuser zu besetzen, Forderungen zu formulieren und durchzusetzen. Wir waren schon immer verwöhnt, haben nie Krieg erlebt und doch waren wir einer ständigen Manipulation ausgesetzt. Die Schule wird gern als Ort der Bildung und Entfaltung bezeichnet, aber dort gibt es selten kritische Töne zu unserer Gesellschaft oder gar Konzepte wie man sie überwinden könnte. Woher sollte das auch kommen? Weder die Wirtschaft noch die Politik will irgendetwas überwinden. Sie sieht nur Zahlen, aber nicht das wahre Wesen der Menschen, deshalb werden die Menschen immer ärmer je mehr sie produzieren. Nicht nur die Menschen in Afrika hungern nach Leben, sondern auch wir. Menschen mit Übergewicht fühlen sich leer, weil sie Bedürfnisse haben die nicht durch Konsum zu befriedigen sind. Wer schützt uns vor dieser irrationalen grausamen Welt, die uns diesen ökonomischen und ökologischen Wahnsinn aufzwingt? Wir haben wohl nur uns selbst und wenn wir uns weiter verlieren, dann sind wir verloren.

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Was mich Montag bis Freitag erwartet

Entnervte, verzweifelte, traurige und einsame Menschen die an Übergewicht, Waschzwang, Sex- und Geltungssucht leiden. Einige von ihnen sind cholerisch veranlagt und schreien fast den ganzen Tag herum. Andere drücken sich mit vielen kleinen Raucherpausen vor der Arbeit oder quatschen ständig über Fußball, Frauen, reißen selten-dämliche Scherze vorwiegend über Ossis und deren angebliche Schwächen. Die meisten jammern über zuviel Arbeit, darüber wie wenig sich die Führung um Verbesserungen bemührt und wie schwer es in Zukunft sein wird trotz der Umstrukturierung des Unternehmens.

Sie lachen oft gebrochen und halbherzig, ihre Körper sind faltig, ergraut, erschlafft und wirken geschunden. Viele sind unausgeglichen, haben Bluthochdruck, nehmen Tabletten, nutzen ihre Freizeit intensiv mit Party machen oder langen Ausflügen in die Natur. Egal was sie machen, egal wieviel sie schreien und jammern, sie bleiben von früh bis spät an ihrem Platz und machen ihre Arbeit. Sie schimpfen dabei nicht nur über die Chefs oder schlechten Fußball, sondern freilich auch über Politiker die ja nur noch in die eigene Tasche wirtschaften würden. Und ich sitze mittendrin und ertrage diese Situationen, diese Vorstellungen und Lebensweisen. Ich bin wie diese Menschen gefangen und doch frei. Ich könnte jederzeit gehen. Jederzeit mit diesem Unsinn aufhören. Nur wer bezahlt dann die Rechnungen? Was wird dann aus mir?

Keiner kann 30-40 Jahre so leben. Jeden Tag diese verstörten Menschen um einen herum. Jeden Tag diese gesellschaftlichen Strukturen die mit ihren Sachzwängen Dein ganzes Sein zerstückeln und vergiften. Ich verstehe diese Menschen, ich verstehe ihr Leiden und ihr Elend. Aber was soll ich tun? Einfach gehen? Oder gemeinsam mit ihnen leiden und dumme Sprüche ablassen? Was ist unser Leben dann noch wert? Wir leben doch gar nicht. Wir schneiden jeden Tag eigenhändig ein Stück unserer Zeit und unserer Kraft aus unserer Existenz um ein Prinzip am Leben zu erhalten. Das Prinzip welches viele von uns schon einsam, leer und krank gemacht hat. Das Prinzip der Profitmaximierung. Wer gut leben will braucht Geld, wer Geld will muss arbeiten, egal was, egal für wen, egal welchen Zweck diese Arbeit innerhalb der Gesellschaft erfüllt.

Wir wissen nicht was wir tun. Wir empfinden nur instinktiv was wir brauchen. Essen, Lebensraum, Liebe. Letzteres bekommen wir zu selten. Pech gehabt.

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Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

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Irgendwie warten wir alle nur auf den Tod

Es kann nicht besser werden wenn die Menschen einander und sich selbst nicht sehen. Befangen und verfangen in den eigenen Gedanken, in den Geschichten des Egos, drehen die Menschen durch und flüchten gleichzeitig in alle Richtungen und Möglichkeiten die das Leben auf diesem Planeten nur bieten kann. Aber frei und glücklich werden sie dadurch nicht. Wer verlernt hat nüchtern die Realität wahrzunehmen, der wird das wohl kaum mit Unruhe, Wut, Zorn, Neid, Gier oder Ehrgeiz erlangen. Vieles ist verlorenen gegangen durch den Fortschritt. Eigentlich war der Fortschritt ein Rückschritt, denn durch ihn haben wir weite Teile unseres Lebens verloren. Ich weiß nicht wieviele Menschen da draußen sich verrückt machen, aber es müßen einige Milliarden sein. Wer weiß schon wie das alles zusammenhängt und funktioniert. Natürlich läuft überall so einiges schief, überall werden Menschen geschlagen, vergewaltigt, unterdrückt, belogen, betrogen, benutzt und verkauft.

Es gibt keinen Tag und kein Land indem nicht soetwas zum Alltag gehört. Die Menschen beschäftigt ihre Angst, ihr Leid, ihre Fehler und Störungen, aber sie begreifen nicht das all diese Eindrücke und Vorstellungen von sich selbst gar nicht so dramatisch oder schrecklich sind. Kein Lebewesen ist perfekt. Es gab mehr als 50 Milliarden Lebensformen auf diesem Planeten, ständig vergehen welche, ständig kommen neue auf. Welche sind davon schon perfekt? Welche sind schon frei von sogenannten Fehlern? Dieser Drang von vielen Menschen die eigenen Fehler, die ja nur Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Erfahrungen sind, ausmerzen oder verdrängen zu wollen, macht das eigene und das Leben anderer Menschen zur Hölle. Die Leute wollen aufhören mit saufen, rauchen, kiffen, oberflächlichen herumgeficke, sehen aber längst nicht die Ursache dieser Handlungen und können daher auch nicht damit aufhören. Vielleicht lieben sie auch die Selbstzerstörung, hassen aber die Konsequenz daraus zu ziehen und den Suizid ernsthaft anzugehen, denn insgeheim lieben sie ja das Leben, aber sie sind zu verwirrt und bewusstlos als das sie es einfach leben können.

Diese Verwirrung kommt eben auch durch die Generationen zuvor, durch die Mitmenschen, Familie, Bekannte, Freunde, die Laufbahnen durch Schule und Beruf, der ständige Stress, man hat kaum Zeit für sich selbst und schon gar keine Zeit für Faulheit und dergleichen. Wo soll da Klarheit wachsen? Wo soll da die Ruhe aufkeimen? Wo soll da die Erkenntnis folgen? Es besteht doch alles im Alltag nur noch aus Lärm und Wahnsinn. Die Logik der Profitmaximierung muss im Krieg enden, ähnlich wie Rassenhass. Aber wer hat schon eine Lösung dazu parat? Ich denke es gibt keine Lösung. Jedes System welches sich der Mensch erdacht hat um das Paradies auf Erden zu schaffen, ist letztlich in sich zusammengebrochen und hat neben den materiellen Fortschritten immer Millionen von Menschen umgebracht. Die Frage ist, ob das immer so weiter gehen wird. Die Frage ist ob wir überhaupt eine Wahl haben. Lohnt sich Rebellion? Lohnt sich der Ausstieg aus der Lohnarbeit, nur weil der Job einen nicht befriedigt, das Gehalt mies ist und die Arbeitslosigkeit und Harz4 keine Option ist?  Ich habe die Befürchtung das die Menschen nicht begreifen werden, dass das Leben nicht vorhersehbar ist und alle Versuche es vorhersehbar zu machen im Chaos enden.

Unser Denken ist zu beschränkt für diese Realität und wir wollen das einfach nicht wahrhaben. Aufgrund dessen der ständige Kampf ums „besser“ werden. Die ständige Unterstellung man sei nicht gut genug, führte in den Wettbewerb, Krieg und brachte als Nebeneffekt Erfolge, Rekorde, Erfindungen und dergleichen. Aber was bringts, wenn man all das nicht genießen kann, wenn es ständig weitergehen muss, ständig Fortsetzungen der Schlachten gedreht und inszeniert werden? Dieser Irrsinn dreht sich immer schneller und ich begreife nicht weshalb die Menschen so still hinnehmen, was alles zerstören muss. Vielleicht weil sie selbst das Giftgas sind, was die Lebensfreude ersticken wird. Was solls, das Universum existiert in einer Trilliarde Jahre sowieso nicht mehr. Warum sollte ich mir darüber noch Sorgen machen? Alles Irrsinn, trauriger Irrsinn. Die einen sind zu fett, die anderen verhungern. Die einen haben zuviel Geld und langweilen sich damit herum, die anderen haben zu wenig Geld und hetzen sich durchs Leben auf der Jagd danach. Irgendwie sind alle Menschen auf irgendeine Art und Weise unglücklich und wenn sie glücklich sind, dann auf Kosten anderer Menschen. Wie soll es da Gerechtigkeit geben, wenn Milliarden Menschen mit ihren Vorstellungen, Entscheidungen und ihrem Leben diese Zustände jeden Tag aufrecht erhalten?

Ich bin da völlig machtlos. Ich kann nur zu sehen wie das ganze Potential den Bach runtergeht. Vielleicht kann ich mich auch in die Wildnis zurückziehen oder Suizid begehen, aber egal was ich letztlich mache, es wird mich schon jetzt total frustrieren. Es ist egal in welcher Hinsicht nicht zu ertragen.

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Der Abgrund ist nah

Das Jahr der Krisen ist vorüber. Wir hatten unzählige Krisen. Allen voran die Finanzkrise die sich immer stärker in die Realwirtschaft durchschlägt. Die Leute von Euch die noch einen Job haben sind wohl zu beglückwünschen, auch wenn völlig unklar ist wie lange noch. Die Unternehmen stellen seit Monaten kaum noch Menschen ein, sie nehmen nur noch Traumkandidaten oder von denen sie glauben sie seien es. In der Regel halten sie das Geld zusammen, versuchen die Krise auszusitzen und Diejenigen die ohne Job überleben müssen, die haben eben erstmal Pech gehabt, die hätten früher dafür sorgen müssen nicht arbeitslos zu werden.

Die Ultimative Drohung der Arbeitslosigkeit, der sozialen Verwahrlosung gilt für alle Menschen die am Markt teilnehmen und das sind eigentlich alle Menschen. Keiner kann sich vor den Vorstellungen und Zwängen des Marktes schützen. Hat jemand einen lückenhaften Lebenslauf ist er minderwertig, hat jemand keinen Ausbildungsberuf ist er minderwertig, hat jemand keinen Führerschein ist er minderwertig, hat jemand Tättowierungen ist er minderwertig. Klar, jeder kann sich selbst gestalten, aber er muss damit rechnen dass das finanziell bestraft wird. Jede Entscheidung gegen Geld ist auch eine Entscheidung gegen Unternehmen, gegen den Markt und kostet damit auch Geld,  – denn es gibt tausende die nicht zweifeln, nicht kritisieren sondern hörig und gläubig den Illusionen des Marktes hinterher rennen. Solange es die gibt haben Arbeitnehmer keinerlei nennenswerte Rechte.

Die letzten Überreste dieser Rechte sind an Heuchelei kaum noch zu überbieten. Wir tun uns schwer gegen die Niedrig- und Billiglöhner aus Fernost, denn diese scheinen gar nichts anderes zu kennen als Arbeit. Sie sind offenbar nicht verwöhnt von Sozialsystemen, Meinungsfreiheit und Konsum. Vielleicht kommt das noch, aber bis dahin werden sie uns die Hölle heiß machen, mit ihren aufopferungsvollen Arbeitsrythmus. Was kann dagegen schon helfen? Sollen wir etwa wie gefordert auch mehr arbeiten für weniger Geld? Sollen wir weniger konsumieren und möglichst viel Geld in die Weiterbildung und Vorsorge stecken? Ich sehe kaum noch Platz für das eigentliche Leben wenn es so weiter geht. Es ist ja ohnehin schon knapp. Den ganzen Tag ist man damit beschäftigt den Ansprüchen von Kunden und Kollegen gerecht zu werden und am Abend ist man erschöpft und kann gar nicht überlegen was eigentlich schief läuft.

Die Chance auf Besserung ist so kaum möglich. Wir sind aufgrund des hohen Drucks im Alltag nicht in der Lage die Politik, Wirtschaft usw. geschweige denn unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Irgendwelche Menschen profitieren davon, denn sonst würden sie das nicht zu lassen. Vielleicht sagen sich die Menschen die in der Hand haben ob die Verhältnisse besser oder schlechter werden, die Gesellschaftssysteme die sich die Menschen erschaffen haben brechen immer irgendwann und irgendwie zusammen und dann gibt es wieder neue Systeme die ebenso scheitern werden. Und deshalb retten sie lieber sich und ihre Liebsten mitsamt soviel Geld sie kriegen können, egal was aus den anderen Menschen bzw. der Menschheit wird! Vielleicht ist es so, vielleicht auch nicht. Ich habe keine Zeit mehr das herauszufinden. Die Umstände zwingen mich wieder eine Arbeitsdrohne zu sein. Tue ich es nicht verliere ich meine Sicherheiten fürs Alter.

Vielleicht sollte ich nicht zulassen dass die Umstände mich wieder in diesen stumpfsinnigen Rythmus bringen, – aber ich glaube ich kann kaum etwas ohne Geld erreichen. Denn was kann ich schon finanzieren ohne Geld? Wie kann ich meine Recherchen verbreiten, wenn ich bspw. keine Technik habe? Auf die Straße stellen und predigen ist nicht gerade effizient. Ich muss in den sauren Apfel beissen und wie die meisten hinnehmen wie es ist, wohlahnend dass es bald übel enden wird, weil es die meisten unglücklich macht wie es ist.

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Ernüchternde Realität

Es ist schon eine Quälerei in dieser Stadt. Ich sehe auf den Strassen täglich Nutten, Touristen, Polizisten, Fußballfans, Mütter, Punks und alle stolpern sie durch das Leben ohne nach Links und Rechts zu schauen.

Die Nutten können nicht locker lassen, sie stehen illegal auf den Strassen, rennen Dir auch nach dem dritten „Nein, danke“ hinterher, stellen sich Dir in den Weg, heucheln, schmeicheln, sind schlagfertig um sich gewissen Umsatz in dunklen Gassen, Parks und Zimmern zu erblasen. Mich widert das an, es ist intim und gleichzeitig oberflächlich. Alle Menschen sind käuflich, jeder hat seinen Preis, es gibt keine Liebe, diese Sachen denke ich mir wenn ich diese Frauen sehe.

Die Touristen staunen über Bauwerke, kaufen unmengen dekorativen Schrott, fressen unmengen ungesunden Schrott, torkeln betrunken durch die Strassen, lassen sich beklauen und manchmal auch von anderen durchreisenden Idioten oder Immigranten, frustrierten Deutschen durchvögeln. Sie widern mich an, weil sie die Stadt nur als Attraktion betrachten, selten als den Platz welcher er ist: Ein Platz voller gnadenloser Überlebenskämpfe. Sie gehen lachend, grinsend, mit ihren fetten Geldbeuteln durch die Strassen, stellen ihre Dekadenz, ihren maßlosen Überfluss wie die grunzenden Schweine zur Schau! Diese Gesichter müsste ich täglich tausendfach eintreten, auch wenn das gar nichts in den Köpfen ändert!

Die Polizisten sitzen in ihren Autos, kurven durch die Strassen und glotzen gelangweilt aus dem Auto. Sie bewachen jüdische und staatliche Einrichtungen neben etlichen Kameras und meterhohen Zäunen, werden dabei von Touristen belächelt und fotografiert. Sie sind für mich wohl soetwas wie die ausführende Bürokratie im Land, die selten den Menschen nützlich sein kann sondern im Gegenteil die Menschen voneinander abschirmt. Sie sind nicht da wenn Frauen mit K.O.-Tropfen in fremde Wohnungen geführt und missbraucht werden. Sie stehen auf der falschen Seite wenn es um die Durchsetzung der Grundrechte geht, Stichwort: „Freiheit statt Angst“-Demo.

Die Fußballfans wie ich sie neulich traf, sassen mit mir in einer Trambahn und unterhielten sich über die kommenden Wahlen. Sie sagten sie würden NPD wählen, denn nur diese Partei könne überhaupt noch irgendetwas bewegen in „diesem Scheiß System“. Die Piraten würden sie nicht wählen, sie wären „totaler Scheiß“. Sie gröhlen ihre Fangesänge, weil sie es schon als Kinder lieben gelernt haben. Und sie feiern auch wenn ihr Verein verliert oder die Spieler arrogant und distanziert sind. Ihre Energie geht hier drauf, das Fußballstadion ist ihre Partymeile, ihr Ventil für ihre Frustrationen.

Die Mütter die alleine in den Strassen Berlins unterwegs sind, sie tun mir teilweise leid, teilweise erschrecken sie mich wie sie mit ihren Kindern umgehen. Da wird ein Kind zum Hund, wird mit zischenden genervten Kommentaren auf den Sitz gedrückt oder in eine Ecke geschubst. Nur wenigen Müttern sehe ich ihre Liebe zu ihrem Kind an, viele sind einfach nur zerfallen, traurig und wirken zertreten wie soviele Menschen in Berlin. Sie kämpfen sich mit ihren Kindern durch das Leben und irgendwie habe ich die Befürchtung das die Kinder ebenfalls um jede Kleinigkeit werden kämpfen müssen. Was natürlich Frustration, Wut und Depression erzeugen wird.

Die Punks , wenn ich sie denn wirklich als solche so definieren kann, sind meistens relativ unpolitische (Party-)Leute. Sie haben nicht selten eine Bierflasche in der Hand, einen Hund neben sich und lachen entspannt vor sich hin. Wobei das Lachen auch durch einen merkwürdig abwesenden Gesichtsausdruck ausgetauscht werden kann. Sie schnorren oft an Touristenmekkas um sich Tabak, Alkohol oder soetwas kaufen zu können. Echte Strassenkinder könnten bei den zahlreichen Sozialprojekten in Berlin unterkommen, was aber oft unterlassen wird, aus sagen wir mal psychischen Gründen. Die Punks sind leider nicht mehr so politisch wie es vielleicht einmal war, sie sind Schatten ihrer selbst und verrotten vor sich hin. Ohne jegliche visionäre Perspektive.

Sie alle deprimieren mich zutiefst, weil sie sich von primitiven Ideologien instrumentalisieren, missbrauchen, verarschen und verblenden lassen. Ist das alles was Du zu bieten hast Berlin?

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Die Qual der Wahl

Was ist an Berlin so besonders? Vermutlich gar nichts. Die Menschen hier sind aggressiv, neidisch, gierig, notgeil, verzweifelt, ängstlich oder orientierungslos obwohl sie gleichzeitig soviele wunderschöne Facetten entfalten können. Einige von ihnen wissen: So kann es nicht weiter gehen. Doch am nächsten Tag vernichtet die Realität hoffnungsvolle Gefühle und Gedanken mit harten ätzenden Schlägen. Einige Menschen ertragen das nur mit viel Ablenkung und Ablenkung hat viele Gesichter. Jedes Wochenende gibt es bspw. bundesweit Party mit vielen Drogen, sinnfreien Gesprächen und Spielchen. Millionen Menschen aus allen Klassen und allen Alters schreien, prügeln, saufen, kiffen als gäbe es kein Morgen. Einige von ihnen versinken nicht nur in ihrer verzweifelten traurigen Gefühls- und Gedankenwelt, mit ein paar Schimmern Hoffnung, sondern baden und reiben sich auch noch darin bis zur Bewusstlosigkeit oder bis zum Tod auf. Die Drogen werden von ihnen nicht als Bewusstseinserweiterung genommen, sondern um diese Welt und/oder sich Selbst zu ertragen.

Berlin ist ein hartes Pflaster. Die Menschen versuchen sich an dem zu klammern worin sie Liebe, Wärme, Inspiration, Schutz, Halt oder Vertrauen zu finden meinen. Sie versuchen etwas zu finden oder zu halten, was abgesehen von ihnen selbst, besonders von einer riesigen, um sie herum existierenden Masse an Menschen und deren ignoranten, dekadenten Lebensstillen ständig gestört, zerrissen und zerstört wird. Die sogenannten Aussteiger, Punks, Linksradikale, Asoziale etc. auf den Strassen Berlins leben eine sehr individuelle antiautoritäre antihierarchische gesellschaftliche Alternative die von der gegenwärtig dominierenden Lebensweise der gesellschaftlichen Mehrheit zutiefst missverstanden, abgelehnt und auf brutalste Art und Weise bekämpft wird.

Die etablierten Ansichten, Lebensweisen fürchten, spalten und bekämpfen Punks usw. weil sie auf Unterdrückung und Ausbeutung basieren. Würden sie sich den Zweifeln, Ängsten und Gedanken stellen die die Menschen auf der Strasse teilweise erkannt haben und sogar leben, würde sich alle fundamentalen Schwierigkeiten auflösen. Kapitalismus ist bspw. eine Krise, die viele bestraft und wenige bevorzugt. Demokratie ist ferner die Diktatur der Mehrheit über Minderheiten. Die Mehrheit hat immer Recht auch wenn sie falsch liegt. Die Punks auf den Strassen Berlins mögen mit ihren Ansichten teilweise korrekt liegen, aber durch unser System werden sich die korrekten Ansichten niemals oder nur sehr langsam verbreiten und durchsetzen können. Unsere Demokratie erlaubt keine grundsätzlichen Änderungen bis hin zur Anarchie, sondern nur minimale Änderungen durch die gewählten Parteien innerhalb des Ausbeutersystems. Das Ausbeutersystem besteht weiterhin, egal was gewählt wird. Die Parteien legen nur fest WIE ausgebeutet wird und die Bürger geben ihren Willen bei den alljährlichen Wahlen bereitwillig ab, um sich weiter mit grosser Lust und Ausdauer in ihren Depressionen zu wälzen.

Die deutsche Bevölkerung scheint nicht fit zu sein, für ein Leben ohne Herren. Vorallem weil sie sich selbst nicht erkennen will im globalen, nationalen oder lokalen Zusammenhang. Der gesellschaftlich organisierte Mix aus Arbeit, Freizeit und persönlicher Rückzugsraum (Wohnung) sorgt dafür das die bisherigen Vorurteile, Dummheiten und Illusionen weiterhin als Gesetze, Gebote oder als „normal“ und unveränderlich betrachtet und gelebt werden. Die Menschen die auf der Strasse leben, leben der ignoranten Menge mutig vor wie schnell und simpel Alternativen gebildet werden können. Würde die Menschenmenge nicht mithilfe ihrer verlogenen Politik, ihrer Polizei und so weiter diese Alternativen boykottieren und schlecht machen, sondern sich diesen Alternativen, Zweifeln, Forderungen usw. öffnen, sich damit konstruktiv gemeinschaftlich auseinandersetzen usw. wäre alles besser. Aber soweit kommt es nicht solange sich die Menschen ablenken und nicht ehrlich und freundlich miteinander und vorallem auch mit sich selbst kommunizieren.

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Die Grundrechte und die jetzige Realität

Glasklar steht es geschrieben. Die Würde des Menschen ist unantastbar, alle Menschen sind gleich und gleichberechtigt, niemand darf benachteiligt oder bevorzugt werden, jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Vergleicht es mit Eurer Realität, mit Euren Erfahrungen. Wieviel ist davon wirklich Realität? Seit dem 23. Mai 1949 gibt es diese Grundrechte, sie sind das gesetzliche Fundament dieses Landes, doch wieviel wird davon gelebt?

Wieviel Freiheit und Harmonie steckt in unserem Leben? Ich habe jetzt einige Jahre gelebt und ich fühle mich ängstlich, gespalten und gehetzt. Es ging immer nur darum Leistung zu erbringen, nicht zu kurz zukommen, mit den Arsch an die Wand zu kommen. In meinem Leben ging es darum diese Grundrechte, die mir vom Gesetz her eigentlich seit vielen Jahrzehnten von Geburt an zustehen, zu erarbeiten. Natürlich wurde ich nicht geschlagen, gefoltert oder anderwertig im groben Sinne, wie man es vielleicht aus Entwicklungsländern kennt.

Vielmehr besteht die Qual darin, dass ich in Konkurrenz mit meinen Mitmenschen zu leben habe. Es gibt einen permanenten Wettbewerb um Noten, Jobs, Produkte, Märkte, usw. Selbst wenn man einen Job hat ist rein gar nichts besser als ohne Job. Denn ein Job ist nicht von Dauer, für diesen muss man täglich kämpfen und unter Beweis stellen das man ihn verdient hat. Man muss sich einsetzen und einbringen wie es nur geht, damit man eine Existenzberechtigung im Unternehmen hat.

Es gibt Stress, man hat Schweiß auf der Stirn, Herzrasen, muss sich anschreien lassen, sich blöde Bemerkungen gefallen lassen, Überstunden schieben, montone Arbeit verrichten, darf sich nur auf Genehmigung frei nehmen, hat sich auf seinen Arsch zu setzen, brav die öden Prozesse für Profite durchzukauen bis der Zeiger auf der Uhr die Pause oder den Feierabend anzeigt. Ist das der Weg zur Freiheit? Ist das ein Vorgeschmack auf die bevorstehende Freiheit? Ist die Pleite von General Motors, Opel, Karstadt, die Pleite der Banken, die Finanz- und Systemkrise ein Vorgeschmack der Freiheit? Ist das die Harmonie nach der wir uns alle sehnen?

Wir Deutsche sind alle so unheimlich fleissig, wir gehen früh zu Bett, damit wir pünktlich aufstehen und zur Arbeit marschieren können. Einer Arbeit die in der Regel nicht das ist ,was wir uns von unserem Leben erhofft hatten. Wir haben uns unterzuordnen, gegenüber den Kollegen, dem Chef, dem Markt, Aktionären, wen auch immer. Jedenfalls sind immer die anderen Schuld, immer die anderen Menschen sorgen dafür, das man in einer verdammt miesen Position ist, durchhalten und ausharren muss. Vielleicht gehört man zu den wenigen die einen angenehmen Job haben, und sich die Zeit mit lausigen Hobbys vertreiben, die noch nie etwas von den Hungertoten in der Welt gehört haben usw. Aber diese Menschen werden immer seltener, die sich mit dieser lausigen systematischen Interpretation glücklich schätzen.

Viele Menschen sind krank, fühlen sich unausgeglichen, sie trinken, essen, rauchen zuviel, lassen sich auf Menschen ein die noch schlechter dran sind, werden von ihnen verarscht und ausgenutzt. Es gibt Konlifkte, Gewalt, viele Probleme die nicht offensichtlich sind, kaum geäußert werden. Alles logische Folgen einer Gesellschaft die aus Rentabilitätsgründen keine Zeit mehr hat sich um ihre wesentlichen Probleme zu kümmern. Zeit ist Geld, Nachfragen auch. Daher beschäftigen sich die Menschen lieber mit etwas wofür sie bezahlt werden. Und wofür werden wir bezahlt? Fürs arbeiten! Und diese Arbeit muss nichtmal irgendeinen Wert oder Sinn haben,  hauptsache es wirft Geld für den Konzern und für die Arbeiter ab. Das ist das Prinzip wonach alle leben und streben, als hätte es Gott persönlich in unsere Köpfe gebrannt! Dabei waren wir das, wir haben uns selbst zu Soldaten des Kapitals, zu gierigen Feinden gemacht.

Nicht nur das man sich selbst und einen Großteil der Gesellschaft ignoriert, wenn man einen 0815-Job in der Industrie macht, man treibt die Zerstörung der Welt und die Spaltung, Verwirrung und Ignoranz der Menschheit in neue Höhen. Es geht Lebenszeit drauf, Zeit die unbezahlbar ist, jede Sekunde kann das Leben vorbei sein, es platzt eine Ader im Gehirn und schon wars das.

Ich frage mich warum wir Menschen Geld für Lebensraum bezahlen müssen. Wenn sich zwei Menschen lieben und sie sex miteinander haben, dann doch wohl um ihre große Zuneigung zueinander auszudrücken, Liebe und Sex  ist eine Bejahung des Lebens. Sex führt ohne Kondom gerne zu Nachwuchs und dieser braucht Lebensraum, ab seiner Geburt sollte dieser Lebensraum genauso ein Grundrecht sein wie auch seine Würde. Dennoch ist es seit ich denken kann so, dass die meisten Menschen jeden Monat ein Drittel und sogar noch mehr für ihre Wohnung ausgeben.

Die Wohnung ist ihr Lebensraum, ihr Zuhause, ein persönlicher Anker in der Gesellschaft. Warum müssen die Menschen für ihren Lebensraum bezahlen? Warum müssen sie soviel bezahlen, dass sie ihn kaum genießen können und stattdessen, um ihn überhaupt zu haben, den halben Tag mit Geld verdienen verbringen? Das ist doch irgendwie komisch oder nicht? Eigentlich müsste ich ja noch viel mehr komische Fragen stellen. Wie ist es denn mit Nahrung?

Hat nicht jeder Mensch ein Recht auf gesunde vielseitige Ernährung? Ich verstehe das es etwas kosten muss Bananen aus Brasilien zu kaufen, wegen der Bauern, dem Transport und all das. Warum gibt man den beteiligten Menschen, die andere Menschen quasi Essen geben, nicht einfach besonders viel Geld? Wieso geht es den Bauern die Bananen anbauen so schlecht, obwohl sie so tolle Arbeit leisten? Warum sind Filmstars, Popstars, Sportler mit Millionengehältern gesegnet, wärend Menschen die andere Menschen ernähren oder ihnen und anderen Lebewesen in sozialen Berufen helfen, besonders wenig Geld bekommen? Hier gibt es doch eine erstaunlich disharmonische Entwicklung.

Menschen die Gutes tun werden bestraft indem sie weniger Geld bekommen als Menschen die zweifelhafte Leistungen für die Gesellschaft erbringen. Wieso kann man es nicht ändern? Wieso kriegen viele Menschen nie genug vom Geld? Scheint als wollen sie ein inneres Schwarzes Loch stopfen, welches ich gut kenne, was viele gut kennen müssten. Ich muss auf etwas zusprechen kommen was ich früher schon einmal erwähnt habe. Wir glauben nämlich durch unser Denken und unsere Erziehung, wir seien nicht vollständig, was ein irrer Irrtum ist. Wir alle haben von Geburt an alles was wir im Leben brauchen um glücklich zu sein. Des Menschen Unglück ist nur dadurch möglich, weil er nicht weiß das er glücklich ist.

Wir haben Grundrechte, wir wissen das wir nicht perfekt sind und auch niemals perfekt sein werden, genausowenig wie alles andere was jemals auf dieser Erde war und jemals sein wird. In ein paar Milliarden Jahren explodiert die Sonne und wenn wir Menschen gestorben oder ausgerottet sind, was ist dann noch übrig von unserem Konkurrenzkampf? Die meisten Menschen leiden sehr unter diesem unnötigen irrelevanten Druck, ich auch, ich fühle mich davon sehr gespalten und zerrissen. Ich bin sicher das es einen Weg aus dieser finsteren Verwirrung geben könnte, sogar gemeinsam, kollektiv, es ist eine Frage des Bewusstseins, eine Frage der Kommunikativen Fähigkeiten. Wir werden jedenfalls mit den bisherigen Methoden der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte weiter viele Konflikte produzieren.

Wir haben bereits einige Perlen hervorgebracht, wir müssen sie jetzt nur anwenden, das geht nur aktiv, bewusst und frei von Zwängen. Wir müssen uns von diesem habgierigen System abwenden. Es ist nicht haltbar und macht uns alle krank.

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Blutschneisse durch den eisigen Schnee

Ich wünschte ich hätte all den TV-Sendern, Zeitungen, Shows, Nachrichten, Büchern, Religionen, Wissenschaften, Lehrern, Gurus, Spielfilmen, Computerspielen und Konsolenspielen, all die dämlichen Songs und Interpreten, den Religionen, Experten, Politikern, diesem ganzen Lärm keine Beachtung geschenkt.

Mein Leben ist so leer und bedeutungslos weil ich es getan habe. Ich glaubte es hätte irgendeine Bedeutung zu lesen, zu sehen, still da zu sitzen und diesen Mist zu verfolgen. Dabei hat mich das nur passiver gemacht, diese Sachen und Menschen haben mich zu einem Zuschauer gemacht. Sie haben mich dazu verführt mein Leben zu ignorieren. Sie haben mich benutzt. Sie haben mich vom Wesentlichen abgelenkt.

Ich fühle mich ausgebrannt und vernichtet. Es gibt keine Ziele, keine Hoffnungen für diesen Planeten, solange wir nicht allesamt begreifen wie falsch und krank wir agieren. Wir können uns die Freiheit nicht durch Waffen erkämpfen, nicht durch Diskussionen, nicht durch ignorieren der Wahrheit, wir können nicht davon ablenken. Wir müssen erkennen wie leer, kalt und ausgehungert unser aller Leben ist, wenn wir einander nicht die Beachtung schenken die wir alle brauchen.

Das Elend in der Welt, ist das Elend in uns selbst was wir nach außen getragen haben. Wir haben dieses Elend geerbt und wir werden es an unsere Kinder weitergeben, sofern wir nicht verstehen lernen. Sofern ich nicht verstehen lerne. Meine Orientierungslosigkeit, meine gequälte Seele, mein selbstzerstörerischer Lebensstill ist keine Lösung und kein Frieden mit dem Leben.

Die Zeit hat uns ausgespuckt und frisst uns bei lebendigen Leib. Manche Menschen von uns sind sich dessen bewußt und leiden dabei unendlich, andere sind sich dessen nur unbewusst klar und agieren destruktiv zerstörerisch. Einige wenige Menschen bzw. Lebewesen sind dankbar jemals gelebt zu haben… Zu welcher Sorte willst Du gehören?

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Neuer Job – Neue Hölle

Heute trete ich also eine neue Stelle an.
Es gibt kein Zurück, nur ein dreckiges Vorwärts, Vorwärts!
Ich habe ein sehr flaues Gefühl, ich fühle mich grässlich und absolut kaputt.
Ich will dort nicht sein, aber ich brauche das Geld.
Wie eine kleine Hure brauch ich die Scheine, um mein lausiges Leben führen zu können.
Aber ich kenne dieses Gefühl, ich habe schon oft Dinge getan die ich normalerweise nicht tun würde.
Ich bin abhängig. Ich kann nicht das tun was ich will, weil es zu teuer ist. Wie soll ich sonst überleben?
Ich muss diesen Job machen, meine Zeit damit verbrennen, einen Teil meines Lebens verschenken.
Mit dieser Haltung und diesen Gefühlen stehe ich allein da. Ich darf Nichts davon Preis geben.
Offiziell muss ich wollen und können. Ich muss funktionieren, sonst werde ich schnell ausgetauscht.
Und wenn ich den Job hinschmeisse, bin ich noch schneller am Ende. Denn weniger Geld, bedeutet weniger Freiheit.

Ich kann mir einreden das der Job okay sein wird, oder das ich einfach viel zu sehr vom Paradies träume und das ich endlich aufwachen soll. Aber der Schmerz wird immer da sein. Ich werde leiden, jede Minute leiden. Und trotzdem muss ich dabei lächeln, als ob es schon immer mein größter Traum gewesen ist, so einen Müll zu machen.

Wie allein und leer ich mich mit diesen Gedanken fühle. Das wird kein guter Start in diesen Job. Ich muss ein geborener Versager in dieser Leistungsgesellschaft sein. Ich muss wohl verlieren um sterben zu können.

Update:

Ja, den Tag habe ich überlebt. Welch grosse Überraschung.

Ich weiss das ich einer von Vielen bin. Ich habe es heute jede Minute schmerzlich gespürt.

Ich habe die Sekunden gezählt, die Augenblicke und Momente, – wollte aus dem Fenster springen, schreiend durch den Haupteingang nach draussen rennen und mich aus der Toilette in irgendeine andere Zeit katapultieren. Aber ich blieb sitzen und hörte bzw. sah mir an, wie man in dieser Firma den Alltag bestreitet. Nach 2 Stunden war mir richtig hässlich langweilig. Ich hatte das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Ich trank sehr viel Wasser um dieses Gefühl loszuwerden. Aber es half nichts.

Die Langeweile ist das Schlimmste. Wie festgenagelt musste ich auf meinem Sitz bleiben, freundlich nicken, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, damit ich diesen armen Menschen keine Grund für Skepsis gebe. Ich weiss nicht wie die anderen Menschen das aushalten. Vermutlich lieben sie es, wie eine Maschine zu leben. 9 Stunden in einem Grau in Grau Großraumbüro zu sitzen, ein paar Sachen ein zu tippen, mit Leuten zu reden, denen sie nichtmal in die Augen geschaut haben. Widerlicher moderner Lebensstil.

Ich kann nicht einer banalen Tätigkeit nachgehen nur um Geld zu verdienen. Mich widert es geradezu an, in dieser Form Erfolg provozieren zu müssen. Ich will scheitern. Sollen die Strebsamen, Fleissigen und Gehorsamen mich für einen Versager und für einen Ungehorsamen halten. Ich will nicht Erfolg haben damit es mir oder der Firma besser geht, ich will nur mehr Ruhe im Leben haben und dafür sorgen das es weniger Leid auf der Welt gibt. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Stattdessen wird es mir leicht gemacht, ein Fachidioten-Arschloch zu sein, das nur auf Autos, Partys und Barbies steht.

Man möchte mich zu einem traumlosen, Krawattenzombie heranzüchten, der nicht wagt die eigene Schönheit zu erkennen oder die Macht Einzelner zu hinterfragen. Entweder drehe ich durch beim Versuch dagegen anzukämpfen oder ich werde wie ihr alle sein..

Update²:

Ich bin dort nicht nochmal hingegangen. Job geschmissen. Alle haben mich beschimpft. Aber ich habe das Richtige für mich getan. Auch wenn es mich wieder zum Verlierer macht.

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Stampfender Verstand kotet Leben voll

Das Wort ist Zerstörung geworden. Sprachen sind zerstörende Irrtümer die die Freiheit immer fester und kompakter einwickeln. Das Leben im Würgegriff des Verstandes.

Lautlos tippt mit leisen Schritten das Gedankenmonster auf kühlen weiten Gängen umher und kotzt immerzu neue Phrasen aus sich heraus, die brüllend, keuchend, rotzend Aufmerksamkeit, Licht und Nahrung verlangen. Man stirbt einmal mehr mit jedem Monstrum, der Raum wird enger, geringer und erdrückender. Das Selbst scheint sich in der Masse der haarigen, schwarzen Suppe voll Wörter und Satzschlangen aufzulösen. Irrer Juckreiz schneidet sich durch die Hülle, das Gefühl von Wahnsinn kommt mit jedem Herzschlag um Herzschlag näher und stößt dichter und dichter an den Tod. Die Drehungen beginnen zu schleudern, das Drama wird zu einem kreischenden Meer aus abertausenden von Stimmen und das Nichts wird zum blinden Schleier der vortäuscht es gäbe Grenzen.

Die Illusion von Sinn in Sinnlosigkeit schlägt sich in die Wahrnehmung des seelenlosen Zufallskopf.

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