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Die mörderische Einsamkeit & Dummheit im akademischen Milleu

Jeden Morgen überrasche ich mich selbst, denn ich wache lebendig auf. So zäh kann doch keiner sein. Zur völligen Selbstzerstörung hat es nie gereicht. Anstatt alles anzuzünden, was einem gräßlich vorkommt, verbleibt die Situation bei einer stillen und jämmerlichen Hinnahme dessen was einen schändet. Allerdings nicht ohne Grund, ist doch das Abstrakte der Ekel. Etwas zerstören, was nicht greifbar ist, erleichtert nun gerade nicht die Rebellion. Vom endlosen in die Luft schlagen kann schnell die Müdigkeit alle Impulse der Weigerung ersticken. Die Erschöpfung der Spontanität ist nie total möglich, aber doch stark genug, um zu erschlaffen. Das andauernde Verstummen in sterilen, inhumanen Mustern ist Ausgangs- und Endpunkt allgemeiner und individueller Fragilität. Häufig geht der Halt verloren und das ganze Ich strudelt schwerelos im Nichts herum, nur noch vom Körper im Leben festgehalten.

Die ganzen Prüfungen und Ausbildungen stellen eine Art Aussortierungsprozess dar. Wer ist würdig, die möglichen beruflichen Perspektiven tatsächlich zu ergreifen? Das wird über diese formalen Abläufe in den jeweiligen Branchen erledigt. Nur ist eben nicht Talent, Interesse und Durchhaltevermögen ausreichend. An allem hängt ein Preisschild. Das Problem am Erwerb eines Doktortitels ist meist nicht die Intelligenz, sondern die finanzielle Potenz, um die materielle Durststrecke während der Recherchen und Reflexionen refinanzieren zu können. Gibt es nicht genug Geld, so gibt es keinen Doktortitel. Gleiches gilt für Master- oder Bachelorabschlüsse. Das sind grundsätzlich Ausbildungsgänge, die kein Gehalt enthalten. Es ist gesondert mit Risiken als Kredit zu erbetteln oder es wird ein entsprechender Investor gefunden, der einen sofort fallen lässt, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.

Kürzlich hat sich ein 30 Jähriger Italiener umgebracht. Er hat es nicht mehr ausgehalten, Jahr für Jahr auf eine berufliche Perspektive zu hoffen, die niemals kam. Man kann zynisch sagen, er war nicht zäh genug, doch sein Leiden steht für das Leiden von Milliarden Menschen. In ganz Italien ist seit der Krise die Selbstmordrate um 25 Prozent gestiegen. Davon sind auch Topmanager betroffen. Wir sprechen von einem Massenphänomen, welches auf einen strukturellen Mangel sowie strukturelle Gewalt reagiert. Wer kann es sich angesichts dessen leisten, intellektuell zu sein und sich von dieser Gesellschaft zu distanzieren?

Das Herausfallen z.B. in der Akademie ist nur eine Konsequenz sozialer Praxis, denn inwieweit finden überhaupt noch Bindungen statt? Kommunikation unter den Studenten und Lehrenden findet eher zufällig vor oder nach Vorlesungen und Seminaren statt, dann aber auch nur in kurzen Minuten und großer Eile. Die einzigen Bindungen, die man noch mit großer Großzügigkeit auffinden kann, sind jene, die beim Saufen entstehen. Aber deren Belastungsgrenze ist schnell erreicht. Somit findet das studentische und akademische Leben in enormer Einsamkeit lediglich vor dem Buch statt. Es wird allein gelesen, geschrieben, gedacht und die Diskussion, naja, die hat man zu fantasieren. Dass das Vergessen der jeweiligen Person im akademischen Betrieb vorprogrammiert ist, lässt sich also vom ersten Semester an prognostizieren. Entweder man schickt sich schnell an, bestimmten Dienerfunktionen im Institut nachzukommen und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen oder die einzige Bindung zu seiner Fachrichtung besteht aus der Prüfungssituation einmal am Ende des Semesters. Insofern muss es verwundern, dass soviele arbeitslose Akademiker sich erst nach Jahren ihres universitären Abschlusses den Exodus zugefügt haben, denn Gründe für ein vorzeitiges Ableben hätten schon früher leicht gesehen werden können.

Andererseits lassen sich gesellschaftliche Missstände nur über wissenschaftliche Forschung bewältigen, denn in anderen Berufszweigen, wie zum Beispiel in Speditionsgeschäft, wird man keine Sekunde über die mittel- und langfristigen Konsequenzen des eigenen wirtschaftlichen Tuns reflektieren, weil das Tagesgeschäft von enormer Intensität ist und den ganzen Menschen fordert. Ohne mutige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die zum Beispiel bezüglich der Obdachlosigkeit nach Lösungen und Optionen forschen, wird es auch keine Behebung des sozialen Problems geben. Da allerdings die Forschungsmittel für derartige Projekte in Sachen Komplexität einer Unternehmens- oder Parteigründung gleichen, finden solche Forschungen immer weniger statt oder ihre Radikalität hinsichtlich des Abstraktionsvermögens oder der perspektischen Lösungsmethoden ist nahezu unsichtbar, wodurch die gesamte Wissenschaft obsolet gemacht wird. Der Antiintellektualismus wird über die Profitmaixmierung vergrößert und schlägt sich in mangelnden politischen und theoretischen Handlungskompetenzen nieder, was zu einer Zuspitzung z.B. der Obdachlosigkeit führt. So werden Sozialwohnungen verkauft oder teuer zurückgekauft, werden viel zu wenig gebaut oder aufrechterhalten, weil die entsprechenden Kommunen und Lokalpolitiker, die Lage unterschätzen, ignorieren oder verklären, denn auch sie sind voll davon erfasst, die Profite für ihre Abteilung, Partei oder sonstige Organisationsstrktur zu maximieren, ohne sich um die mittel- oder langfristigen Konsequenzen zu kümmern. Die eklatenten Probleme unserer Zeit bleiben liegen und vergrößern sich von Generation zu Generation.

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Das größte Tabu unserer Zeit

Die Abwesenheit von Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen kommt dem eigenen Suizid gleich und doch ist es gelebte Praxis von den aller meisten Menschen. Es ist als ob einem die eigene inhaltliche Substanz des Lebens gleichgültig wäre. In dem Moment, wo Politik, Ökonomie, Psychologie, Sexualität, ja überhaupt jeder elementare Bestandteil unserer Existenz mit Distanz behandelt wird, z.B. durch Unschärfe im Begriff oder in der Untersuchungsmethode, scheint die Fäulnis des Ablebens auf. Wer den Dingen nicht auf den Grund geht, der erstickt sein Verhältnis zur sozialen, generellen Umwelt und zu sich selbst. Es sind kleine Tode, wenn der Hunger, der Krieg, die Lohnarbeit, der Staat, das Kapital, der Rassismus, Faschismus usw. usf. ignoriert wird. Und diese Ignoranz wird täglich praktiziert.

Es gibt diese unheilvolle Hoffnung in den allermeisten Menschen, sie könnten über die alltäglichen Katastrophen mit Ideologie, Verklärung, Ignoranz oder Naivität hinwegsehen. Aber die Ausblendung und Verdrängung ist Verantwortungslosigkeit. Letztere feiert nicht das Leben, es wird dem Leben nicht gerecht, es zertrümmert das Glück, welches möglich wäre. Wer das Leben liebt, muss sich in die Katastrophen hineinknien und ihner Logik nachspüren, um sie endgültig zu bezwingen. Und das bedeutet den Schmerz sowie die Einsamkeit von Erkenntnis. Hier ist keine Starrsinnigkeit oder Ängstlichkeit gefragt, sondern reflexive, dialektische Theoriearbeit, die zugleich mutig und intelligent in ihrer Analyse und Kritik auftritt. Nur in dieser radikalen, widerständigen Lebensweise kann dem Leben nähergekommen werden, kann das bewahrt werden, was wir Menschlichkeit nennen. Wenn wir lernen uns selbst zu heilen, kommen wir im Leben an und die Katastrophen werden austrocknen.

Die Bildung und Aufklärung muss erweitert und radikalisiert werden. Es ist ein Skandal, dass hier gespart wird und die Bildung ausschliesslich als Profitmaxierer dient. Jene millionenfache Teilnahmslosigkeit, die regelrecht automatisch in Besinnungslosigkeit mündet, kann nur in größeren Katastrophen münden, denn sie ist genau das, was unsere gegenwärtige Politik in Ökonomie und Wissenschaft ausmacht. Niemand kann es ertragen, wenn ihnen die alltägliche Praxis als Teil einer totalen Falschheit um die Ohren geworfen wird, aber es ist notwendig, weil nur so das Paradies auf Erden möglich sein wird. Es muss solange ausgesprochen werden, was ist, bis sich endlich die Verhältnisse dem Willen der Menschen beugen. Die Herrschaft des Menschen über den Menschen muss auf den Haufen der Geschichte geworfen werden.

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Disharmonie & Entfremdung

Würde man das weltweite Budget für Militärs in Höhe von mehr als 700 Milliarden US-Dollar zur Verfügung haben, könnte man die größten Probleme der Menschheit lösen, egal ob Hunger, Krankheit oder Bildung, keiner müsste mehr am Mangel leiden. Dennoch verhungern täglich tausende Menschen, sterben tausende Menschen an heilbaren Krankheiten, bekommen hunderte von Millionen Menschen weniger oder gar keine Bildung, während wir hierzulande mit Übergewicht, Medikamentensucht, Hypochondrie und Bulimielernen zu kämpfen haben.

Diese Welt lebt in großer Disharmonie und Entfremdung. Wir kämpfen tagtäglich für Noten die uns nicht intelligenter machen und für Geld welches uns nicht reicher macht. Wir wählen Parteien die uns betrügen, arbeiten für Unternehmen die uns beklauen und konsumieren Produkte die uns betäuben. Wir haben die Freiheit CDU oder SPD, Arbeit oder Arbeitslosigkeit, Cola oder Pepsi zu wählen. Wir sind wie die Hungernden in aller Welt, denn wir hungern nach Geborgenheit und Liebe.

Aber wir sind mehr als nur suchende Hungernde, wir sind nicht nur Opfer einer primitiven kapitalistischen Verwertungsmaschinerie, wir sind auch Täter, die Funktionäre dieser Ideologie, denn mit unserer Ohnmacht ermächtigen wir Führer und Tyrannen, wir sind es, die die hungernden Kinder erwürgen. Wir sind die gierigen schmatzenden fetten Säue, die blind vor Wohlstand und Ideologie das Leben um uns und ins uns zertrappeln. Ekelerregende Zombies die trotz aller Mode, trotz aller Musik, trotz aller Verblendung gelegentlich Amok laufen, sich und andere zerfleischen.

Wir wissen nicht wer wir sind, weil wir seit Generationen vor uns und der Realität davon laufen. Dieser quälende Wettlauf ist das Ergebnis der herrschenden Meinung, die von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft maßgeblich geprägt wird. Uns wird von der Kindheit an eingeredet, wir seien nicht gut genug, wären nicht ordentlich genug, nicht schnell genug, wir würden dies und jenes nicht angemessen erfüllen. Das sind Leistungs- und Konkurrenzprinzipien die den Hunger in uns auslösen und den wir ständig durch Leistung und Kampf zu stillen suchen. All diese Aktivitäten liefern keine Ruhe, befreien nicht von der Angst, weil die ursächliche Quelle ignoriert wird.

Wir haben lange Zeit aufgehört nach der Wahrheit zu suchen und uns selbst zu erkennen. Solange wir uns belügen, betrügen und bestehlen lassen von diesen Prinzipien, werden wir krank bleiben, werden wir Täter bleiben, werden wir besinnunglos die Vielfalt des Lebens verwerfen, monoton und grau die Hebel der Unterdrückung und Ausbeutung an kommende Generationen weitergeben. Es ist an der Zeit zu Fragen was wir von unserem Leben erwarten, wie wir alle Menschen freie Entfaltung und Befriedigung ihrer Bedürfnisse ermöglichen können. Wir müssen Fragen wieso alle bisherigen Ideologien gescheitert sind und wie wir das Paradies auf Erden schaffen können.

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Wir leben in dunklen Zeiten

In den Konzernen, Märkten und Köpfen der Menschen herrscht Krieg. Die Menschen betrachten sich als Konkurrenten. Es geht um Geld, Macht, um langfristige Perspektiven, einen Platz in der Geschichte, bestenfalls um die eigene Familie. Egal ob in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion oder anderen großen Bereichen der Gesellschaft überall scheinen lauter kleine bis größere Kriege zwischen den Menschen oder in den Menschen zu toben.

Wir arbeiten täglich viele Stunden, setzen uns großem Druck aus und haben wenig Zeit für uns nur um im Konkurrenzkampf etwas Geld zu verdienen. Für uns ist das selbstverständlich weil unsere Eltern, Verwandeten, Bekannten, Freunde und eigentlich alle die wir kennen es uns so vorgelebt haben bzw. so ähnlich leben.

Wir fragen nicht warum wir uns Geld verdienen müssen, obwohl wir unser Leben geschenkt bekommen haben. Wir fragen nicht warum wir trotz des gesellschaftlichen Fortschritts jährlich ca. 1 Millionen Suizide weltweit haben. Wir betrachten Burnout und andere psychische Erkrankungen wie Depressionen nicht als systembedingt, auch wenn man diese Störungen in den Massenmedien bereits als „Volkskrankheiten“ bezeichnet. Genausowenig wie wir Fettleibigkeit, Verkehrsunfälle, Tote bei Schiessereien oder Mord an Menschenrechtlern als Opfer des Fortschritts betrachten. Wir fragen nicht warum in der Schule die Schüler nicht auf das Leben sondern auf das System vorbereitet werden. Wir fragen nicht warum die 374 größten transkontinentalen Unternehmen, die von Standard and Poors Index aufgelistet werden, finanzielle Reserven in Höhe von 555 Milliarden Dollar besitzen und diese Geldberge nicht an die Gesellschaft selbst zurückführen. Wir fragen auch nicht warum die über 8 Millionen Dollarmillionäre die wir auf diesem Planeten haben ihre Geldberge horten und nicht den Hungernden oder der hart arbeitenden Arbeiterklasse geben.

Ich könnte endlos derart fortfahren und begreife durch diese unzähligen Aspekte dieser „zivilisierten Welt“, dass wir nach wie vor in einer Art Mittelalter leben in der Aufklärung immer noch ganz stark notwendig ist. Es ist mir unbegreiflich wieso die Menschen sich um ihre Anteile streiten, warum der eine viel zu viel und andere gar nichts hat. Ich verstehe nicht wieso man wegen verschiedener Meinungen, Ansichten, Eigenschaften Kriege und Konflikte austragen kann und konnte?! Es wird getan früher wie heute. Seht Euch an was in Afrika, Brasilien, Indien, China, Irak, Afghanistan, Iran und natürlich auch in Frankreich, Deutschland, England und Amerika passiert. Das ist doch kein Frieden, das ist nicht der Weg zum besseren Leben. Millionen Menschen bringen größte Opfer damit einige wenige Menschen ein Leben im Überfluss leben können. Und wir, ich und Du gehören auch zu diesen Nutzniessern einer ungerechten korrupten Gesellschaft.

Klar wir verdienen in der Regel nicht sonderlich viel, aber wir arbeiten, kaufen und konsumieren ohne viele Fragen zu stellen. Wir sind Mittäter, wir schreien nicht auf wenn irgendjemand Leid erfährt, wir verhalten uns nicht wie eine Gemeinschaft, wir haben das Konkurrenz- und Wettbewerbprinzip durch und durch einverleibt und leben dieses auch wenn es uns und andere immer mehr zerstört! Wir sind Opfer und Täter, die „Bösen“ sitzen nicht nur in den Chefetagen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Religion, sondern auch in unseren Körpern. Wir sind es die diese Ungerechtigkeit legitimieren. Wir sind es die das alles hinnehmen und zulassen. Wir sind Teil des Problems. Wir müssen uns selbst verstehen um auch die anderen zu verstehen. Dafür brauchen wir Zeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, wir müssen unsere Prinzipien und Ideale überdenken sonst ist alles wofür wir stehen oder worin wir uns verliebt haben wertlos.

Was ist das was die Gesellschaft erarbeitet schon wert? Außer für die Menschen sind die erarbeiteten Güter nichts wert. Sie sind absolut bedeutungslos. Wenn sie uns nicht glücklicher machen sollten wir sie nicht produzieren oder kaufen. Wir sollten uns nicht dem Konkurrenzprinzip unterordnen da für alle Lebewesen auf diesem Planeten genug existiert um damit glücklich zu sein. Wir brauchen nicht neidisch oder gierig sein, es gibt keinen Grund dafür. Es gibt keinen Grund sich krampfhaft weiterzuentwickeln oder von anderen abzuheben, jeder Mensch ist ab seiner Geburt einzigartig, warum müssen wir also ständig an uns arbeiten?! Wir sind doch in Ordnung so wie wir sind, wenn wir aufeinander achten.

Ich denke nicht das wir noch mehr Gesetze, Kontrollen, Wachstum und all diesen Blödsinn brauchen. Wir müssen uns selbst finden und mehr diskutieren über das was passiert und was wir miteinander machen. Letztlich funktioniert das aber mit dem jetzigen System einfach nicht, weil es den Egoismus des einzelnen Menschen anspricht nicht die gemeinsame Sache. Wir mögen alle einzigartige Lebewesen sein, aber wir wollen doch alle glücklich und frei sein, uns so entfalten wie wir das für richtig halten oder? Also sollten wir uns nur daran orientieren. Dieses System gibt aber nur wenigen die Möglichkeit sich zu entfalten deshalb ist es ungerecht und muss aufgelöst werden.

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