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Auf der Suche nach der revolutionären Zeit

Die Lohnarbeit ist Ohnmacht, weil der Lohnarbeiter nicht über ihren Inhalt bestimmen kann. Weder was gebaut wird noch wieviel gebaut wird, noch warum es gebaut wird. Oder wieso überhaupt irgendwas betrieben wird. Der letzte Grund ist genauso jenseits der klaren Entscheidung des Lohnarbeiters wie ihre Form. Und nie ist sicher, ob das produzierte Produkt überhaupt Absatz findet. Die Spekulation und Krise wohnt jeder Sekunde Lohnarbeit inne.

Und dann gesellt sich zur Ohnmacht noch der Betrug. Der Lohnarbeiter bekommt nur einen Anteil des von ihm erwirtschafteten Gesamtprofits. Es ist Betrug, dass er nicht den gesamten Anteil bekommt. Der Betrug verdoppelt sich, da dem Lohnarbeiter die Produkte, die er herstellt, nicht gehören und er sie auf dem Markt zurück kaufen muss. Er bezahlt also vielfach drauf, mit seiner Zeit, seinem viel zu geringen Anteil am Profit eines Produkts, welches er auch noch zurück kaufen muss.

Aber das ist nicht alles. Zur Ohnmacht und dem Betrug kommt auch noch der Selbstbetrug dazu. Es geht hier nicht einfach um Arbeitsfetischismus, sondern um den Staat. Der Staat legt per Gewaltmonopol fest, dass die Lohnarbeit so ist, wie sie ist: Ohnmacht, Betrug, Spekulation und Krise. Aber der Staat hängt wie der Konzern vom Lohnarbeiter ab. Wenn der Lohnarbeiter keine Profite erarbeitet, geht der Konzern und Staat zugrunde. Insofern bezahlt der Lohnarbeit den Staat dafür, dazu gezwungen zu werden, dass er betrogen wird und ohnmächtig bleibt.

Nun ist es aber so, dass das Problem sich nicht lösen lässt, wenn man den Staat erobert, denn das würde nichts am Inhalt des Staates ändern. Und das Problem des Parlamentarismus liegt darin begründet, dass ein Stellvertreter die eigene Meinung wohl kaum so gut darstellen kann, wie der originelle Meinungsvertreter. Und der Konzern agiert so wie eine Henne, deren Kopf man gerade abgeschlagen hat. Alles was dem zugrunde liegt, der Warenfetischismus, wäre nur zu lösen, wenn das Geldrätsel gelöst ist.

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Die Situation des Revolutionärs

Wenn die Revolution nur über die Überwindung der Berufe zu ermöglichen ist, dann wird dafür schon jemand gebraucht, der bereit ist, alles zu risikieren. Mal abgesehen von dem Problem, dass so ein Mensch kaum noch existiert: Aber wofür riskiert der Revolutionär sein Leben? Woher soll er wissen, dass das Opfer, sich für eine andere Welt zu interessieren, sich lohnt? Er investiert die Zeit, Energie und sein ganzes Leben in eine andere Welt, die womöglich nie kommen mag. Im Grunde riskiert er sein Leben. Er könnte seine Zeit und Energie auch in den Beruf stecken und schauen, was er konkret für sich kriegen kann, anstatt hochspekulativen Ideen und Kritiken anzuhängen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Gosse enden. Die globale Konkurrenz ist immer besser ausgebildet, zugleich gibt es immer weniger Innovationen, die neue Märkte schaffen. Die gesättigten Märkte lassen die Profitrate fallen und damit intensiviert sich der Wettbewerb um die verbleibenden Marktanteile. Zeit ist Geld. Wer hier nicht jeden Tag in sein profitables Berufsleben investiert, verliert Geld und damit Lebensqualität. Der Kritiker verliert also automatisch Geld und Lebensqualität, wenn er inkommensurable Kritik leistet, obwohl sie die wichtigste Arbeit überhaupt ist. Aber nur über das höchste Risiko, also die Ablehnung der kapitaltypischen Berufsinhalte, wäre die Chance eines besonders kritischen Bewusstseins auszuprägen und am wahrscheinlichsten. Weil aber so gut wie niemand auf der Welt seinen Beruf aufgibt, um mittelloser Berufsrevolutionär zu sein, schon allein weil der Genuss und die Lebensqualität darunter leidet, bleibt die Rechnung wie sie bei den meisten Individuen ist: Der Beruf, der sich der Kapitalakkumulation unterordnet, erhält die höchste zeitliche Priorität und wird mit dem größten Ausmaß an Energie und Intellekt bedacht. Das Ergebnis ist, dass die Subversion gegen den Kapitalismus schwindet. Die materiellen Ängste, die durchaus real sind, prägen den Verstand und die Möglichkeiten des Verstandes.

Nicht nur, dass der Revolutionär arm sein muss und arm bleiben wird, wenn er sich nicht vom durchschnittlichen Beruf korrumpieren lassen will: Die Komplexität der gesellschaftlichen und individuellen Realität ist derart ausgeprägt und im permanenten Wechsel, dass kein einziger Mensch mehr in der Lage ist, ihr vollständig beizukommen. Das heisst zwar nicht, dass man nicht ihre grundsätzlichen Bewegungsgesetze erkennen könnte. Aber um allein diese Bewegungsgesetze korrekt zu erfassen, bedarf es eines jahrelangen intensiven Studiums, welches einem Fulltimejob gleichkommt. Zugleich bewegt man sich innerhalb dieses Fulltimejobs der Erkenntnis in nahezu vollständiger Einsamkeit. Die Situation vor dem Buch ist allein. Und auch jene des Denkens und Kritisierens ist so, weil die Distanzierung notwendiges Moment ist. Das halten immer weniger aus. Ohne eine komplette Erfassung der gesellschaftlichen und individuellen Erscheinungs- und Wesensformen, der Waren- und Denkformen, unterbleibt die Erkenntnis dessen, was ist. Weiss man nicht, was ist, weiss man auch nicht, womit man es zutun hat und wie man es nachhaltig überwinden kann, ohne es noch schlimmer zu reproduzieren. Die Gefahr in politische Strategien zu verfallen und es sich damit zu leicht zu machen, um es anderen noch schwerer zu machen, obwohl man das vorgeblich nicht intendiert hatte, ist daher für jeden Revolutionär eine andauernde Gefahr.

Da die kapitalistische Komplexität hoch ist, und schwer zu denken ist, ihre Kritik häufig unbezahlt abläuft, diese Kritik gesellschaftlich kaum anerkannt ist, mangelt es an herausragenden Persönlichkeiten, die die Unmündigkeit der Komplexität auf den Punkt bringen. Die pointierte Darstellung ist aber notwendiges Kriterium für revolutionäre Bedingungen: Wer nicht verständlich machen kann, warum Menschen falsch leben, der wird nicht gehört. Den wenigsten Kritikern ist es möglich, der gesellschaftlichen Komplexität gerecht zu werden, die Kritik auf den Punkt zu bringen und auch noch sämtliche eigenen Rechnungen bezahlen zu können. Die allermeisten scheitern schon an letzterem und müssen in letzter Konsequenz ihre Invesition in die Reflexion weg von der Kritik und hin zu den affirmativen Denkoperationen der Lohnarbeit investieren. Der Preis ist hoch, das Kapital verschlingt die Kritiker tendenziell mehr als umgekehrt. Es mangelt den Kritikern der Verhältniss zudem maßgeblich an einem kollegialen Umgang. Die Atomisierung macht auch hier nicht vor dem Kritiker halt und sie setzt sich fort: Es gibt kaum etablierte Strukturen in denen Wissen ausgetauscht und diskutiert wird. Es ist im Alltag häufig einfach so, dass jedes kluge Buch per Zufall gefunden werden muss. Jahre vergehen mit unausgegorenen Ansichten, obwohl es unlängst uralte, aber stichhaltigere Argumente gibt, die aber nicht zur Kenntnis gelangen, weil sie niemand mehr kennt oder deren Wichtigkeit in Erinnerung ruft. Zugleich erreicht die Kritik häufig das immergleiche Publikum, welches schon im Vorfeld angeödet abwinkt, weil es jedes Argument bereits auswendig kennt. Zumal die wachsenden Optionen zur Zerstreuung über Unterhaltungsmedien dadurch noch attraktiver werden. All das verschlimmert sich sogar noch, wenn eine internationale Perspektive eingenommen wird.

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We are Trump

Um eine Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen herzustellen ist die Reflexion der eigenen Sozialisation, Familie, des persönlichen Umfelds, der Werte, Normen, Persönlichkeit notwendig. Dies alleine ist eine eklatante Selbstreflexion bzw. Reflexionsleistung, die von unserer Gesellschaft grundsätzlich nicht gefordert wird. Sie fordert lediglich Akzeptanz, Gehorsam und Übernahme all dessen, was ein Individuum seit Geburt vorfindet. Und weil die Gesellschaft unangepasstes Verhalten bestraft, ist das wichtigste, nämlich die Erkenntnis, nebenbei zu machen, wenn nicht gerade das Glück existiert, dass Freunde oder Familie einen unterstützen. Zu einem gewissen Grade ist es in jeder Gesellschaftsform üblich, dass nachkommenden Generationen etwas aufoktroyiert wird. Allerdings schiebt sich in unserer spezifischen Gesellschaftsform noch eine Dimension hinein, nämlich der irrationale Charakter der jetzigen Epoche. Dieser drückt sich im Zwang aus Profite zu maximieren. Dieser Zwang ist total geworden und damit als zweite Natur unwidersprochen anerkannt worden, sodass er permanent unhinterfragt reproduziert wird. Zugleich wurde nach zwei Weltkriegen die tatsächliche Konstitution der Gesellschaft verleugnet, die u.a. die Shoa überhaupt erst ermöglichte. Die Verhältnisse wurden nie insoweit verändert, dass die Shoa unmöglich wieder stattfinden kann. Mehr noch: Man hat den Faschismus demokratisiert. Ausdruck dessen lässt sich u.a. in allen Rechtsbewegungen weltweit in jüngerer Zeit erkennen.

Somit kämpft das Individuum also nicht nur gegen die eigene Regressionen, Verhärtungen und ringt um Selbstreflexion, sondern es kämpft auch gegen die nähere sowie fernere Regressionsleistung der sozialen Umwelt, die zugleich Erwartungen stellt, die über Lebensqualität und Reflexionsfähigkeit entscheiden. Wer arbeitet wird in diesem Zusammenhang dümmer, weil er einem Prinzip nachgeht, welches Reflexion nur im Sinne der Kapitalakkumulation benötigt und demnach jegliche Gedankenprozesse bestraft, die davon ablenken oder sogar auf eine Abschaffung zielen. Zugleich lässt sich die Erkenntnis über die Unwahrheit unserer Gesellschaft nur auf der individuellen Ebene leisten, da die Totalität sich tief in die Menschen eingegraben hat. Die Gesellschaft droht permanent in Banden zu zerfallen bzw. organisiert sich über Banden, d.h. auch Wissen wird nur innerhalb von Banden geteilt oder verhandelt. Ohne eine Bezugsgruppe, die spezifische Reflexionsgrade erreicht haben, um die Gesellschaft auf eine sinnvolle Weise zu hinterfragen, wird die Reflexionsleistung des Individuums ohne geniale Disziplin oder Kreativität schwach bleiben. Zugleich lässt die Auffindbarkeit von reflektierten Gruppen oder Individuen mit dem fortschreiten der instrumentellen Vernunft systematisch nach, weil traditionell, wie gesagt, nur systemimmanentes Wissen belohnt wird.

Die Fähigkeiten des gesamten Bewusstsein oder der gesamten menschlichen Intelligenz sind fest an den Produktionsverhältnissen verankert. Sie tradieren, manipulieren, segregieren, vernichten, wühlen im Menschen und durch den Menschen, reproduzieren die Herrschaft des Menschen über den Menschen. Die Menschen verhalten sich zu Menschen wie Dinge zu Dingen und der Mensch behandelt sich  selbst wie ein Ding, welches zu bearbeiten ist wie ein Bergwerk. Je länger er in sich wühlt und optimiert, desto leerer ist er im Verlauf des Lebens. Die permanente Mobilmachung im Sinne der kapitalverwertenden Nützlichkeit hält die Individuen derart in Atem, dass nur leere Wissensformen, die im Sinne eines Reiz-Reaktions-Schemas abgespuhlt werden, angewendet werden. Diese Logik arbeitet ins uns allen und der Kampf dagegen ist das Interesse der Menschheit. Trump ist eine Persönlichkeit, die für eine postnazistische Ideologie steht, die sich gerade durch eine opportunistische Anpassungsleistung an diese zerstörerischen und irrationalen Verhältnisse auszeichnet. Wahllos prügelte er auf Minderheiten ein, schliesslich gelten sie auch in der Kapitalakkumulation als wenig profitabel. Zugleich wohnt in seinem Größenwahn auch der Wahn, der stumme Schrei der narzistischen Kränkung, die der Kapitalismus jedem Individuum in jeder Kindheit mehr oder minder stark antut. Die Popularität des neuen US-Präsidenten zeigt den weiten Verbreitungsgrad der autoritären Persönlichkeit, die jegliche Reflexion über sich und die anderen ausschliesslich im Sinne des Profits unternimmt.

Das Wissen, welches zur Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse im Sinne einer Abschaffung von Hunger, Krieg, Antisemitismus, Antifeminismus, Rassismus, Antiziganismus, Homophobie uvm. nötig wäre, setzt sich nicht durch, weil es keine Profite abwirft, weil es der systemimannenten Logik widerspricht, weil keine kapitalkräftigen Banden für sie kämpfen. Die Atomisierung, Entpolitisierung und Entleerung der Individuen lässt sich akut in allen sozialen Beziehungen deutlich erkennen. Die Profitmaximierung hat die Individuen so stark erschüttert, so häufig ins Gesicht geschlagen, dass sie immer stärker in ihrer Regression, Verantwortungslosigkeit aufgehen und ein postfaktisches Zeitalter mit faschistoiden, islamistischen, nationalboschewistischen bis technokratischen Führerfiguren wie Trump, Petry, Hofer, Putin, Erdogan, Gabriel, Wagenknecht und Co. begründen. All hope is gone, denn es gibt keinen Ort außer der immer schwächer werdenden Reflexionsleistung des Individuums, welches sich auf unzähligen Fronten und Ebenen zu behaupten hat, während es zugleich das so wichtige revolutionäre Potential erfassen, denken und ergreifen muss. Panik, Angst, Wut und Trauer sind keine guten Ratgeber, aber sie sind alles was neben all den Erschütterungen, Katastrophen und Umwälzungen in den letzten Jahrzehnten übrig geblieben ist.

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Jana & Philip

Eine sechszehnjährige Tabletten- und Heroinabhängige schreibt in ihr Tagebuch: „Warum sollte ich mir das freiwillig antun? Das Leben ist eine stetig wachsende Hürde. Ich verpiss mich lieber von hier. Leben? Was hat man davon? Unsere Welt ist so hässlich, egoistisch, unfair, hart. Alle Gründe und Motivationen zu Leben zählen nicht. Und für uns bleibt Nichts. Am Ende gehen wir so oder so leer aus. Wofür strengt man sich dann an? Wir sind Mittel zum Zweck unsere Erde in Stand zu halten und dem endgültigen Ende näher zu kommen. Arbeiter fürs Schicksal. Unser Lohn ist der Tod.

Es ist wahr: Das Leben ist eine wachsende Hürde. Sie wächst simultan zum Sättigungsgrad der ohnehin schon gesättigten globalen Märkte, zur fallenden Profitrate und der daraus resultierenden Verschärfung der Arbeitsintensität, des Konkurrenzkampfes und Leistungsdrucks zuvörderst in den Betrieben und indirekt über die von der Politik erlassenen Lehrpläne in den Schulen. Mehr Lehrstoff in kürzerer Zeit, damit schneller, jüngere und leistungsfähigere Lohnarbeiter für den internationalen Wettbewerb zwischen den deutschen und internationalen Konzernen  zur Verfügung stehen. Und die Grabenkämpfe finden kein Ende, weil der Profitzwang kein Ende kennt. Arbeiten Amerikaner härter, schneller für weniger Geld, müssen wir noch härter, schneller und für noch weniger Geld arbeiten, was die Amerikaner wiederum unter Zugzwang setzt, denn ohne Verkauf kostengünstiger Produkte gibt es keinen Lohn, keine Steuern für Rente, Sozialsysteme usw. Und anstatt hiergegen Einspruch zu erheben, zu streiken, Alternativen zu erdenken, heißt es aller Orten nur: Wie können wir uns optimieren um mithalten zu können? Das sind einige gute Gründe sich zu berauschen, sich aus zu klammern, fern zu halten von einer Welt die im objektiven Sinne verrückt geworden ist.

Demnach hat sie in ihrem Vollrausch erkannt, dass die Welt so hässlich, egoistisch, unfair und hart ist, weil die Ökonomie das erfordert und von der Politik durchgesetzt wird. Und weil sie gemerkt hat, dass sie als Mensch gar nicht zählt, sondern nur ihre Leistungsfähigkeit, ihre Arbeitskraft, die Mittel zum Profit ist, und ihre ganze Persönlichkeit bloss ein Anhängsel und meistens ein Hindernis ist, will sie sich lieber verpissen und sterben. Ja, so ein Leben ist sinnlos, nicht lebenswert, es ist ein ekelerregendes und unbefriedigendes Schattendasein voller Tränen und Schmerz, Enttäuschungen und Vernachlässigungen. Mehr noch: Wir zerstören mit der Lohnarbeiterei unser Leben, das Leben der Anderen, das Leben der Tiere, der Umwelt, das Leben an sich, weil wir alles dem unendlichen Wachstum untergeordnet haben und das bedeutet: Unser Lohn ist der Tod. Das Nichts. Fatalismus und Gleichgültigkeit. Irrsinn und Barbarei. Wir gehen leer aus. Die einen sterben den Hungertod, weil sie ihren Bedürfnissen per (Un-)Zahlungsfähigkeit keine Legitimiation nachweisen können, die anderen sind zwar lebendig, aber innerlich tot, weil sie ihr Leben der wirtschaftlichen Produktivität geopfert haben. Es ist ein einziges Buckeln nach oben und Treten nach unten.

Was diese Ökonomie bräuchte, um das Leben zu erleichtern wäre ein Weltkrieg oder die Revolution. Ersteres sorgt zwischen Leichenbergen wieder für Märkte, Profit und Wirtschaftswunder. Letzteres würde Mädchen wie sie vor einem sinnlosen Herointod retten. Philip Seymour Hoffman ist an Heroin gestorben. Und er hatte alles: Ruhm, Geld, berufliche Perspektive, Talent und Charakter. Er gab nach 23 Jahren Nüchternheit der Leere in sich oder der Leere überall nach und es reichte nicht mehr um zurück zu kommen. Was ist es das die Menschen in die Sucht, in den Rausch treibt? Ein fehlfunktionierendes Umfeld, welches lieber mit dem Profit beschäftigt ist? Ein Leben, das mal so überhaupt gar nicht einem Rausch entspricht? Großartige Menschen lösen sich auf wegen einem gesellschaftlichen Verhältnis, welches eigentlich an ihrer Stelle aufgelöst gehört. Diese Schicksäler mahnen zu Demut, aber auch zu Entschiedenheit im Kampf gegen den Kapitalismus. Wieder und wieder verlieren wir Menschen und Lebensqualität. Wann haben wir es satt?

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Weltstar schenkt Obdachlosen n‘ Euro

Die Einkommensmillionärin „Pinkhat laut dem größten Schmierblatt des Landes „auf dem Weg ins Hotel“ einem „Obdachlosen“, der in Wahrheit eigentlich nur arbeitslos ist, „ihre einzigen beiden Euro-Scheine (ein Zehner, ein Fünfer)“ gegeben und damit bewiesen, dass sie „ein Weltstar mit ganz großem Herz“ ist. Der vermeintliche „Obdachlose“ pisst sich prompt vor Glück und Ehrfurcht in die Hosen, denn er wird wie folgt zitiert: „Sie war herzlich. Ich habe nicht gewusst, dass sie ein Star ist. Sie hat es nicht raushängen lassen, war sehr höflich. Die Scheine habe ich gleich aus dem Hut genommen, damit sie der Wind nicht wegweht.“ Kerl, sie hätte Dir auch ins Gesicht furzen können, es wäre aufs selbe hinaus gelaufen! Denn Pink ist längst aus Deutschland abgereist, nachdem sie ihr Album leichtbekleidet beim schmierigen Lanz mit einigen Hüftschwüngen bewerben konnte, und Du sitzt wieder mit Deinem Schildchen „Schäfer ohne Arbeit“ auf der Straße und erniedrigst Dich mit verzerrten Grinsen bei der Bettelei, während die Großzahl der vorbeilaufenden Passanten sich einen Scheißdreck um Dein Schicksal kümmert, schliesslich müssen sie selbst darum kämpfen nicht denselben Weg zu gehen. Gibt man jedem „Obdachlosen“ sein Geld, ist man bald selbst obdachlos.

Die Situation, die laut Bild-Blog gar nicht stattgefunden haben soll, wogegen aber das Zitat des Arbeitslosen spricht, wurde zumindest irgendwie „von Millionen Pink-Fans gesehen“. Kaum einer dieser „Millionen“ (Oder 700?) stellt sich die Frage; Warum ist Pink ein reicher „Star“ und Hans ein „obdachloser Schäfer“? Offensichtlich hat sie etwas höchstprofitables anzubieten, nämlich ihre Kunst, die sich glücklicherweise hoher Popularität erfreut und das sei ihr auch gegönnt. Hans hat dagegen keine Hüftschwünge im knappen Outfit zu bieten und ist auch keine männliche, deutsche Version der „Rockröhre“. Er ist bloss Schäfer. Ein höchst unprofitabler Beruf. Schlechte Wahl, mein Guter! Allerdings ist das genau der Punkt. Die Arbeitskraft von Frau Pink ist deshalb soviel wertvoller für den Markt, weil eine horrende Nachfrage nach ihren Ausdünstungen besteht. Unter Gesichtspunkten der Marktwirtschaft ist es da gerecht, wenn Hans auf der Straße herumlungert, arm ist usw., denn er kann als Schäfer keine Millionen Platten oder Konzertkarten, T-Shirts oder sonstwas verkaufen wie Pink, schliesslich sind Schäfer den meisten Leuten scheißegal, weil sie nicht dazu feiern können, also keine horrende Kohle dafür hergeben. Er ist sozusagen unflexibel, weil er auf einen altertümlichen, aber sicherlich sehr ehrwürdigen Beruf verharrt. Und wer unflexibel ist, sich nicht dem aktuellen Taktraten der Produktivität beugt oder daran orientiert, und wie irgendwelche Idiotien genau das studiert, was gerade laut den Massenmedien gesucht wird (mal sinds Ingenieure, mal Maschinenbauer, mal BWL, Jura oder überhaupt Fachkräfte), der verliert halt im Konkurrenzkampf die Möglichkeit sich als Arbeitskraft für Profite ausbeuten zu lassen.  Und wer sich nicht ausbeuten lässt ist eben überflüssig, deshalb liegt Hans wie ein Sack Müll auf der Straße, und wird genau so behandelt, während Pink für ihren Erfolg und ihre Glitzerwelt wie ein kleiner Gott bejubelt wird!

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Trivialisierung des Lebens

Man ist auf ständiger Suche nach einem qualitativeren Ventil, welches einen aus dieser grausamen Welt entlässt, die ja vorallem Verletzungen, Enttäuschungen, Zurückweisungen, Hürden, Fallen und Schmerzen aufbietet, insbesondere wenn man sich zurecht finden will, wenn man normal und angepasst sein will. Wer funktionieren will in einer Welt des ständigen Konkurrenzkampfes, der permanente Vergleiche und Selbstdisziplinierung sowie -konditionierung aufzwingt, der also dem unerreichbaren Idealismus unserer modernen Gesellschaft entsprechen will, wo Leistung, Stärke und Jugendlichkeit mehr zählt als alles andere, der kann selbst bei großer Gesundheit nur irgendwann mit psychischen und physischen Schwierigkeiten und Erkrankungen rechnen. Die Vernichtung der Welt durch unser ökonomisches und politisches System fängt bei uns als bewusstlose Täter an, die als Arbeitnehmer glauben, einen sinnvollen Dienst innerhalb der Menschheit zu verrichten, auch oder gerade weil es ihnen soviel Kraft abverlangt und Schmerzen bereitet. Allerdings ist das ein Trugschluss, der keine Hinterfragung erfährt, weil man die Profitmaximierung der Ökonomie und Politik zu seiner persönlichen Sache macht, schliesslich fand bereits in frühester Jugend eine kontinuierliche Identifikation mit dementsprechenden Werten statt.  Diese Diskrepanzen zwischen eigener Empfindung und gesellschaftlichen Ansprüchen, die am ehesten noch in der Pubertät für die meisten Menschen gewahr werden, können dann nur noch als lästig empfunden werden. Denn man will sich gut fühlen und nicht den Eindruck haben, man sei nicht funktionstüchtig und damit nicht wertvoll oder liebenswürdig. Wer erinnert sich nicht an das Erlebnis schlechter Noten, Zeugnisse, Bewerbungsgespräche usw.? Wer weiß nicht wieviele Härten man im beruflichen Alltag überstehen muss damit man am Ende des Monats eine überlebensnotwendige Kapitalspritze erhält? Da schwindet das Herzblut bis zum Infarkt.

Damit das Erlebte ertragen werden kann, schafft man sich Ereignisse in denen man diese Konflikte, Entbehrungen und Schmerzen nicht mehr spürt. Wo einem nicht ständig angetragen wird unendlich mehr zu leisten, ständig verfügbar und flexibel zu sein und die eigenen Gefühle sowie charakterlichen Eigenheiten auszublenden. Am wolligsten fühlt es sich dann im Bereich des Entertaiments an, wo Filme, Fernsehen, Musik, Spiele und Partys  mit all ihren Genres und Facetten einem gewissen Unterhaltungsfaktor entsprechen. Filme bieten eine ideale Reflektionsfläche für die Träume und Sehnsüchte, die man im realen Leben nicht erfüllt sieht. Natürlich gibt es auch Dokumentationen oder Filme die mit einem gesellschaftskritischen Kontext aufwarten, aber sie gehen in ihrer Kritik oft nicht weitgenug und gefallen sich bloss in ihrer Position. Ähnlich im Fernsehen, welches aber gleichzeitig als Vergleichsvehikel dafür dient, was normal ist, was gesellschaftlich geachtet oder geächtet ist. Die systematische Sezierung  von adipösen Menschen bei Scripted Reality Shows, das aufgeblähte zelebrieren von Konkurrenzsituationen bei Casting- und Talentshows, die pseudointellektuellen Idealisierungen gesellschaftlicher Zustände in Talkshows, die entweder einen politischen oder boulevardesken Tonfall haben, bieten neben den ganzen Comedyformaten, die auch bloss mit billigen Klamauk die Isolation in der  Konkurrenzsituation und die daraus resultierende Seelenpein für ein paar Sekunden verdrängen sollen, also ein umfassendes Programm, um Ablenkung und Zerstreuung von einer Ordnung zu bieten, die die Menschen längst nicht mehr verstehen oder gar unter Kontrolle haben.

Die junge Generation führt es beim Zocken oder mit ihren trivialen Youtubevideos vor. Da wird zwar genau das reproduziert was ohnehin gesellschaftlich üblich ist, nämlich wer ist der beste Zocker, wer hat am meisten Erfolg in einem Game, allerdings wird der soziale Raum als wesentlich unproblematischer verstanden als es in der Realität wahrgenommen wird. Man konkurriert nämlich unter Freunden und es geht nicht um das Leben sowie dessen Qualität, wie im Berufsleben, sondern nur um den Spaß am gegenseitigen messen und ausprobieren. Dabei ist es auch egal ob etwas erschossen, zermetzelt oder konstruiert wird. Hauptsache man kann sich vom alltäglichen Leben distanzieren, welches einem eh immer nur über anonyme, abstrakte Herrschafts- und Machtverhältnisse dieselben absurden Anforderungen aufzwingt. Leute die süchtig nach Zockereien sind, wollen genau diesen Umstand permanent aufrechterhalten, weil sie eine massive Überforderung oder Ablehnung gegenüber der Schule, dem Beruf oder dem Privatleben empfinden, was ja auch seine Legitimität hat. Gesellschaftlich anerkannt und wesentlich gesünder wird dann das „Lets playen“ auf Youtube praktiziert, wo irgendein stumpfsinniger Müll über das eigene Gezocke als Tonspur drüber gelegt wird, und sich so mancher dieser daddelnden Erzähler einer hunderttausendfachen Zuschauerschaft erfreuen darf.  In Youtubevideos werden dann die Formate aus dem Fernsehen übernommen, trivialer Comedydurchfall wechselt sich mit Analysen über Schminke, Musik und Musik an sich ab. An Popularität erfreuen sich gerade jene, die besonders viel von diesem Müll fabrizieren. Alles was Abwechslung bietet, was technisch hochwertig ist, was sympathisch wirkt, wird also seine Fangemeinde finden, egal ob auf neuen oder alten Medien.  Die Partys sind Ausdruck der Vorstellung, man müsse sein Leben geniessen und als Selbstzweck feiern. Wer soviel jeden Tag arbeitet, der müsse sich auch etwas gönnen und etwas für sich tun. Dementsprechend tingeln vermutlich Millionen jedes Wochenende in die Hallen von Discotheken, Clubs, Bars, was auch immer, wo die Kehlen befeuchtet werden, nicht unbedingt um im Koma zu landen, aber um eine gewisse Druckerleichterung zu verspüren, wo man ebenfalls wie beim Zocken, beim Youtubevideos gucken, einen Abstand zum harten Alltag gewinnt, der dadurch natürlich keine nähere Betrachtung erfährt.

Was lässt sich also zu diesen ganzen Beschäftigungen letztlich zusammenfassend sagen? Die Freizeit wird mit besagten Zeitfressern befüllt, weil diese Aktivitäten sich nicht um den Großteil des eigentlichen Lebens kümmern und auch nicht um die alltäglichen Katastrophen, die darin und im beruflichen, schulischen Alltag angerichtet werden. Man lebt ein konformes Funktionieren im Getriebe der kapitalistischen Gesamtmaschinerie, erfreut sich sozusagen an den eigenen Fähigkeiten, die man durch die Entfremdung erarbeitet hat, trotz aller Verluste und Ängste, weil man nachwievor existiert, weil man mit Zweckoptimismus agiert, weil alle genauso funktionieren, und der Konsum von allerlei Produkten jeglichen Kot versüsst. Jeden Tag gibt es neue Songs, neue Filme, neue Clips, neue Clubs, neue Technik, neue Produkte, die einem die Mittel fürs Einrichten in ein unmenschliches Gefüge bieten sollen. Der Mensch verfügt nicht über sein Leben, er sitzt darin wie in einem Auto, welches aber der Kapitalmarkt und nicht er selbst lenkt, und empfindet den Blick aus dem Fenster als Freiheit, das betätigen der Hupe als Akt der Rebellion und die Wahl der Sitzfarbe als Individualität usw.  Der Antrieb dieses imaginären Mobils ist das Kapital, welches sich als Hauptantriebsfeder immer wieder den Planeten und den Menschen einverleibt, verdaut und auskotet, über seine Freude an der Konformität, seiner Identifikation mit seiner Sozialisation und Tradition, die ihm kein anderes Leben mehr vorstellbar macht, als das Leben im Kapitalverhältnis, obwohl er hier nur als Sklave und Diener fungiert, was er nur aushält, wenn er sich selbst verdrängt und gesellschaftlich erwünschte Rollen einstudiert und praktiziert. Die Reduktion des Lebens auf Leistung und Konkurrenz findet gerade im Freizeitverhalten seine wildesten Blüten. Blüten, die allerdings eher selten zu einer tatsächlichen Rebellionen gegenüber bestehenden Zuständen führt. Pubertäre Kämpfe führen kaum zu einer Selbstreflektion und Reflektion gesellschaftlicher Zustände. Vielmehr wird in der Mehrheit der eigene Zweifel, werden die ganzen alltäglichen Konflikte als Mangel der eigenen Persönlichkeit wahrgenommen, die unbedingt abgestellt gehören. Die Gläubigkeit in die Richtigkeit unserer Gesellschaft, trotz zehntausender Hungertoten täglich, trotz zigtausender Quadratkilometer Rodungen, trotz zig hunderter Arten die täglich ausgerottet werden usw, ist ein Zeichen für den Mangel an Aufklärung.

Auch die Kommunikation hat sich unlängst verändert. Da findet die Kritik an solchen Lebensinhalten keine größere Beachtung, einerseits weil die Präsentation nicht stimmt, andererseits weil es zu anstrengend geworden ist ein paar Absätze zu lesen, die einem nicht gleich Glücksmomente wie aus dem üblichen Konsum liefern. Die permanenten Herausforderungen in der Schule und in der Arbeit sorgen also für eine Ablehnung von Anstrengung im privaten Leben, weil die Belastungen gestiegen sind und die Reproduktion der eigenen Kräfte nur noch über möglichst große Abstandgewinnung in der Freizeit möglich ist. Der Erfolg des Fernsehens, von Hollywood, von der Gamingindustrie, der Musik, den Partys usw. erklärt sich aus dem Elend im beruflichen Leben bzw. in der Ökonomie. Man hat keine Zeit mehr, man muss ständig Weterbildung betreiben, und Sicherheiten nehmen eher ab als zu, da die Konkurrenz stetig wächst, weil sämtliche Nationen weltweit Anschluss am Weltmarkt finden. Demzufolge sind Exzesse wie das Komasaufen nur ein verzweifelter Versuch, Abstand gegenüber einer ökonomischen Realität zu bekommen, die einem immer weniger charakterliche Eigenheiten durchgehen lässt. Das Maß an Konformität, welches verlangt wird um höchste Profite erlangen zu können, nimmt also mit der wachsenden Konkurrenz zu, weil es eben immer schwieriger wird Produkte abzusetzen, ganz besonders dann, wenn Mitarbeiter nicht zielgerichtet arbeiten können. Der Mensch wirft sich in eine Ordnung hinein, die ihn und seine Umwelt widerum ins Chaos stürzt, weil sie ihn nur als Mittel für Profite benutzt. Ursprünglich dachte der Mensch einmal, er sei es, der von Profiten profitiert, das hat sich gewandelt.

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Hamster mit Burnoutproblem

Frontal 21 hat bahnbrechendes herausgefunden: Die „meisten“ Unternehmen betrachten die „meisten“ ihrer Arbeitskräfte als Ressorce und nicht als Menschen! Ja wie ist denn das bloss möglich? Was für eine Fehlentwicklung oder? Es folgt Gerede vom „leeren Akku“ und vom „Hamsterrad“ aus dem man „nicht rauskommt“, wo man trotz „Spaß“ an der Arbeit irgendwann Suizid begeht, weil es „zuviel“ geworden ist. Und wer ist schuld? Microsoft! Denn die haben letzteren Hamster, der sich sogar noch für seine Unfähigkeit „entschuldigt“, einfach mal nicht zugehört und ganz böse unter Druck gesetzt. „Bissi schwach“, findet der Bruder. Für Microsoft ist dagegen alles in Butter, der Typ war halt depressiv, da kann die liebe Arbeit beim Konzern doch nix dafür, schliesslich gibt es „viele Faktoren die uns Menschen glücklich oder unglücklich machen können“! Blöd nur wenn der Kerl offenkundig gar kein Privatleben mehr hatte, sondern pausenlos von den „1440 Minuten“ am Ackern war.

Das Bewertungssystem wird später als Grund für den großen „Konkurrenzdruck“ angegeben bzw. kritisiert, welches Mitarbeiter von Microsoft offenkundig regelmäßig zum „weinen“ bringt. 5 % Prozent aller Arbeiter im Land leiden an Erschöpfung, der Arbeitsmarkt besticht durch „Bewährung und Bewertung“, überhaupt sind Arbeitsplätze unsicher, „Arbeitsverträge immer öfter befristet“ und was fällt der Frontal 21 Redaktion dazu ein? Rationalisierung und Arbeitsverdichtung sind schuld! Ja, toll und die fällt wohl vom Himmel oder was?! Und ein Arbeitssoziologe haut nochmal drauf und sagt: Wer sich „betriebswirtschaftlich nicht rechnet“ geht! Ja, und warum, aus Spaß an der Freude oder aus purem Sadismus der Manager?! Tja und der Pressesprecher von Microsoft hat keine Ahnung von über 9000 Erschöpften Leuten in seinem Lieblingsbetrieb, na klar! Also dieser ganze Beitrag bringt das Kunststück fertig jede Menge Katastrophen des Kapitalismus zu benennen, aber ihn selbst niemals auch nur mit einem Wort zu problematisieren! Da heult man wegen kaputten Menschen, schafft es aber nicht die Lage vollständig zu analysieren. Muss wohl das „notwendig falsche Bewusstsein“ sein, was die zu funktionalisierten Charaktermasken zerfallenen atomisierten Subjekte im Kapitalismus in sich tragen.

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Wir brauchen mehr Arbeitslose!

Die Finanzkrise hat bewiesen worauf es in dieser Gesellschaft wirklich ankommt und wofür sich die Menschen entscheiden wenn sie am Abgrund stehen. Man hat innerhalb kürzester Zeit, egal ob in Amerika oder in Europa, gigantische Summen in die Fortsetzung eines System gesteckt, welches weltweit Milliarden Menschen knechtet, entmündigt und verhungern lässt. Die Menschen haben Angst vor dem eigenen Abstieg, Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen und vor Ablehnung, also gehen sie, und zu allererst die Politiker, diesen Weg der Zerstörung. Die Mehrheit weiß um den katastrophalen Zustand unseres Planeten und unserer Gesellschaft, aber was tut sie dagegen? Was tut sie gegen Hunger? Was tut sie gegen Krieg? Was tut sie gegen Aids, Krebs oder Depression? Sie bleibt hinter den Erwartungen und den eigenen Ansprüchen zurück. Aber wenn das System gefährdet ist, woraus Hunger, Krieg und Krankheiten entspringen, wird innerhalb kürzester Zeit alles getan um es aufrechtzuerhalten. Man spendet 2-3 Milliarden für die Armen, aber für die Ursache dieser Armut gibt man hunderte Milliarden und jammert obendrein wie schlecht die Welt doch ist, so als ob es nicht in unserer Macht läge daran etwas zu ändern. Tagtäglich gilt es als das Normalste der Welt, im permanenten Konkurrenzkampf gegen andere Mitmenschen, seine unendlich wertvolle Lebenszeit für die kapitalistische Produktionsweise zu verkaufen. Jeder Arbeitsplatz ist ein Schauplatz für Überlebenskämpfe. Ein Arbeitsplatz gilt als Lottogewinn unter den Lohnabhängigen, obwohl sie in diesem Spiel, mit oder ohne Arbeit, nicht gewinnen können. Jeder ist ersetzbar, jede Nachlässigkeit kann zur Kündigung führen und die Gehälter bleiben stets zu gering. Es scheint uns wichtiger unserer Arbeit nachzugehen, als nach den Quellen dieser Zerstörungen, der Krisen und den Toten zu fragen. Die steigenden Anforderungen, der Leistungs- und Zeitdruck lässt die Menschen einen Lebensstil entwickeln, welcher es für besser hält zu funktionieren anstatt zu reflektieren und zu rebellieren. Der Alltag ist schon genug mit Melancholie, Depression, mit Tragödien und anderen hässlichen und ekelhaften Situationen, Dingen und Personen befüllt, da will man als gequälter Mensch nicht auch noch die geringe Freizeit für tiefere Gedankengänge durch diese widerlichen Realitäten vollziehen. Es käme einer Wiederholung der Qualen gleich, einer Wiederholung, die man auch noch selbst veranstaltet hat. Eine Wiederholung, welche man hätte vermeiden können. Wegsehen, weghören, ausblenden, nicht aussprechen was einen bedrückt und peinigt, dies ist Ausdruck des Gefängniswärters in uns. Das ist die Selbstzensur, dies sind die Wände, Gitter und Stahltüren unseres selbstgeschaffenen Gefängnisses, dessen Schlüssel wir ständig in der Hand halten. Wir haben gelernt uns von der Kindheit an anzupassen, so zu funktionieren wie es unsere Mitmenschen erwarten, wir wurden bestraft wenn wir es nicht genug taten und daraus speist sich auch die Art und Weise wie wir heute denken, handeln, wirtschaften, wählen, lieben und es auch in Zukunft tun werden. Seit unserer Kindheit wird die Unvollkommenheit unseres Lebens angeklagt und beklagt. Immer muss mehr getan werden, muss mit größter Anstrengung die Liebe der Eltern und die Anerkennung der Mitmenschen erkämpft werden. In den Schulen gibt es Lernbedingungen, die die Schüler systematisch scheitern lässt. Es gibt weder genug Zeit für den Lehrstoff, noch gibt es für die Schüler die Möglichkeit selbst zu bestimmen womit sie sich beschäftigen wollen. Ihnen wird jegliche eigene Meinung im vorhinein abgesprochen, ihnen wird vorgekaut was sie zu denken, zu glauben und was sie zu lieben und zu verabscheuen haben. Erste Reflexe und Konditionierungen werden installiert. Autoritäten sind zu beachten, nicht zu hinterfragen oder abzulehnen. Still sein, fleißig mitarbeiten, besser sein als andere, so wird eine erste Version von einer Charaktermaske gebildet, die später in höherem Detail benötigt wird. Noten trennen die Schüler in gut und schlecht, spucken auf ihr Selbstbild und vergewaltigen ihre Seele. All das nur um sie auf ihr Leben als Leistungsträger vorzubereiten, um sie zu einem funktionierenden Fachidiotien mutieren zu lassen, um sie als Konkurrent auf den Markt zu jagen, um den Planeten im Dienste des Kapitals zu verwüsten und auszuschlachten. Die Schüler lernen unter Anweisung der Lehrer und des Lehrplans etwas von gerechten Kriegen, lernen den Kommunismus mit Gulags gleichzusetzen und huldigen die per se gute eigene Nation, Lebensweise, Ernährungsweise, die freiheitlichen Demokratie, die heilige sozialen Marktwirtschaft. Die Schüler werden mit ihrem erfolgreichen oder nicht so erfolgreichen Abschluss, schlicht mit Propaganda im Schädel auf die Realität losgelassen. Wir alle sind seit unserer frühesten Kindheit gequält worden um als Lohnabhängige auf den Arbeitsmärkten, in den Branchen dieser Welt ausgebeutet zu werden. Wir haben gelernt so zu funktionieren wie es dem Kapital gut tut. Egal ob als Staatsdiener, in der Verwaltung, als Soldat, Polizist, oder als Journalist in den Medien oder in der Lebensmittelindustrie oder als Selbstständiger, was zählt sind die Profite, nicht die Werte die von tausenden Generationen mühsam erdacht, erarbeitet und letztlich Stück für Stück mit Blut und Schweiß durchgesetzt wurden. Es erscheint uns normal und richtig, selbst wenn wir dadurch krank werden, massenhaft Betonlandschaften, Blechlawinen, Lebensmittelskandale, Plastik-, Elektronik- und Müllberge produzieren, tonnenweise frischer Lebensmittel wegwerfen, während tausende Menschen tagtäglich verhungern, Lebensmittel immer billiger werden müssen, Millionen Tiere fürs exzessive Fleisch fressen leiden und sterben müssen, Kriege für unsere Sicherheit und Handelswege geführt, tausende Menschen ermordet werden und so weiter. Dies ist der ganz normale Wahnsinn. Es war schon immer so. Also was tun? Die Verantwortung schieben viele Menschen an die Politik ab und daher richten sie auch an jede Anklage und jeden Protest an sie, dabei ist die Bundesregierung, sämtliche Parteien und der Staat eine der Hauptverantwortlichen für diese Katastrophen. Die Parteien, die Regierung und die Staaten tun nur das wozu sie sich wirklich gezwungen sehen und das sind in erster Linie Sachzwänge, die sich permanent aus dem Kapitalismus speisen. Die Politiker haben keinen Überblick darüber wozu der Kapitalismus die Menschen verführt und manipuliert, denn sie werden selbst verführt und manipuliert, sie sind selbst Marionetten des Kapitals, Marionetten einer Ideologie, die sie genauso wie alle anderen seit ihrer Kindheit als die Realität anerkannt haben. Es muss schon ein Glücksfall wie in Fukushima passieren, damit die Regierung das tut worauf Proteste schon seit Jahrzehnten pochen. Es mussten tausende Menschen sterben, damit ein paar billige Lippenbekenntnisse gemacht werden, um bei den Wahlen nicht völlig nackt dazustehen. Die ganze Erbärmlichkeit und der ganze Zynismus unseres politischen und wirtschaftlichen Systems, lässt sich anhand der letzten Jahre wunderbar ablesen. Die erste revolutionäre Tat ist es, die Realität klar und deutlich zu benennen. Es darf kein wegsehen, weghören, ausblenden und bedingungsloses funktionieren als Lohnabhängiger mehr geben, weil sonst alles gefährdet ist, was das Leben überhaupt lebenswert macht. Es wird niemanden geben der uns hierin etwas abnehmen wird. Weder der Staat, die Parteien, die Regierung, die Gewerkschaften und die NGOs können oder wollen die Realität tatsächlich benennen und tiefgreifend verändern. Alle diese Organisationen mögen ursprünglich irgendwelche Rechtfertigungen für ihr Bestehen haben, aber gelöst haben sie weder den Hunger, noch die Lohnabhängigkeit, noch die ganzen anderen Ungerechtigkeiten dieser Welt, weil sie offenkundig die Quelle nicht benennen und wirksam bekämpfen. Der Kapitalismus muss weltweit weg und damit auch die Staaten, denn nur so sind die Probleme der Menschheit tatsächlich zu lösen. Nur wenn nicht mehr gegeneinander sondern miteinander gearbeitet wird. Wenn Kooperationen statt Konkurrenzkampf die Regel sind, können sich andere Strukturen in der Welt entwickeln, die nicht von Angst, Depression, Minderwertigkeitskomplexen dominiert sind. Nur wenn wir uns die Hand reichen, nur gemeinsam können wir diese Herausforderungen angehen. Es kann nicht sein das jeder Mensch darauf hin arbeitet sein eigenes Haus, sein eigenes Auto zu haben, das ist ökologischer Wahnsinn, mal abgesehen davon wieviele tausend Stunden man sich dafür opfern muss. Wohngemeinschaften, Fahrgemeinschaften sind die Zukunft, denn sie machen das Leben leichter, verbrauchen und zerstören weniger. Selbiges gilt für Staaten, wenn sie erst einmal aufgelöst sind, braucht es auch keine Billionen Euro teuren Armeen, Rüstungskonzerne mehr die sich gegenseitig für nichts und wieder nichts bekämpfen. Die Beteiligten können sich sinnvolleren Dingen, wie der Bildung und der Bekämpfung von Armut, der Unterstützung von anderen Menschen zuwenden, anstatt sie mit Waffen und Bomben zu ängstigen, zu quälen und zu töten. Seien wir mutig und nehmen auch in der Politik statt Vormundschaft, Autorität und Vertreterschaft die Dinge selbst in die Hand. Räte bzw. Kommunen können statt der Parteien, Regierungen, die alltäglichen Probleme übernehmen. Wir brauchen keinen bürokratischen Überbau, keine Behörden die uns missachten und mit Vorschriften quälen und bei Missachtung verklagen, obwohl sie eigentlich für uns da sind. Weg mit der Agentur für Arbeit, weg mit den ineffizienten Steuerverfolgungsbehören, die gute Beamten sogar bestrafen anstatt zu belohnen, weg mit den Vermögenden, den Armen, wir wollen die Menschen nur noch nach ihrem Charakter und ihrem Tun für andere Menschen bewerten! Es soll keine Nation, kein großes Ganzes mehr geben welchem gedient werden soll. Wen interessiert Deutschland, wen interessieren Landesgrenzen, wen interessieren wachsende Zahlenkolonnen, wenn man das Leben ohne sie viel besser genießen kann? Was wir brauchen sind mehr Arbeitslose statt weniger Arbeitslose! Wir brauchen die reale Anerkennung aller Menschen als würdevolle, liebenswürdige Kreaturen und nicht leere Versprechen in Gesetzen und Regierungserklärungen! Wir brauchen effizientere Maßnahmen gegen Korruption, Machtmissbrauch, Ausbeutung und Unterdrückung. All das geht nur mit Strukturen die nicht autoritär und hierarchisch funktionieren, die jenseits von Profitmaximierung und Konkurrenzkampf stehen. Die Obrigkeitsgläubigkeit, die duckmäuserische Art vor der Politik, den Konzernen, der Justiz muss aufhören. Denn sie helfen uns nicht ein würdevolles Leben zu führen welches tatsächlich alle Bedingungen und Möglichkeiten hat um sich frei zu entfalten. Und diese Entfaltung soll nicht nur für Amerikaner, Europäer gelten, denn manche werden einwenden, sie könnten doch bereits alles tun was sie wollten, diese Entfaltung soll für alle Menschen gelten! Also auch für jene die tagtäglich Hungern müssen, die auf Müllbergen ihr Dasein fristen müssen und so weiter. Unser scheinbarer Reichtum speist sich aus deren Not und aus der Not der Arbeitslosen, der Niedriglohnjobber, der Verschuldung von Millionen Menschen. Es kann nicht in unserem Interesse sein, ein Haus und ein Auto auf Leichenbergen von Hungertoten und anderen Verlierern dieser Gesellschaft zu haben. Wir sind nicht frei wenn wir für Geld arbeiten, denn wir arbeiten für eine Systematik die uns die Lebensgrundlagen entzieht!

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Radioaktiver Kapitalismus & menschliche Bedürfnisse

Wir sind seit unserer Geburt daran gewöhnt zu hören wie die Menschheit am Abgrund steht. Menschen verhungern, Kraftwerke und Industriegebiete vergiften und verstrahlen den Planeten, Verkehrsunfälle, Suizide, Morde, Vergewaltigungen, Korruption, Lug und Trug scheinen zu unserem Naturell zu gehören. Wir scheinen die Zerstörung zu brauchen, wir atmen die Abgase der Industrie, der Verkehrsströme ein und stossen sie mit einem Giftcocktail der Zigarette wieder aus. Wir sind umgeben von natürlichen und vom Menschen geschaffenen Gefahren. Teilweise hat uns die Entwicklung von Technologie und Wissenschaften vor so mancher Gefahr gerettet. Wir konnten die Pest, die Pocken, Aids und viele andere Krankheiten entweder fast ausrotten oder zumindest in Schach halten. Auch Krebs kann bei rechtzeitiger Entdeckung wirksam bekämpft werden. Wir können mit Fahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen weite Strecken überwinden, können mithilfe des Internets jederzeit in Echtzeit miteinander kommunizieren, wir scheinen zusammenzurücken und uns unserer Fehler und Probleme stärker als jemals zuvor ausgesetzt zu sein. Andererseits hat uns die Entwicklung von Technologie und Wissenschaft neue gefährliche Entwicklungen gebracht.

Tausende Waffentechnologien und keine Perspektive

Wir werfen hochmoderne Bomben aufeinander und haben innerhalb von Sekunden Bilder von zerfetzten Leichen und trauernden Menschen. Wir können zum Abendessen, nach der Arbeit, sehen wie andere Menschen sich den Krieg erklären, wir können sehen wer verliert und wer gewinnt, was die Staatengemeinschaft davon hält und wie sich alles im Kreis zu drehen scheint. Wir könnten theoretisch alles auf unseren 3D Fernsehern sehen. Mittlerweile werden jedenfalls Informationen und Bilder verstärkt zur Manipulation und Kontrolle der Massen eingesetzt. Vietnam war der letzte Krieg der ungefiltert betrachtet werden konnte. Was hört man schon von Afghanistan oder dem Irak? Ab und zu werden Tote, Aufstände, Attentate gemeldet, aber die tatsächlichen Zustände bleiben seltsam unbekannt und fremd. Was bewegt denn die Einheimischen und Soldaten? Wie sind die Perspektiven? Was will man denn wirklich verändern, um das morden zu beenden und eine Zukunft für diese Menschen zu ermöglichen? Es gibt keine Antworten. Es herrscht Schweigen, welches das Morden legitimiert. Man hat sich damit abgefunden. Es wird kaum diskutiert, mit viel größerer Begeisterung werden Waffen produziert.

Soldaten sind Mörder in unserem Interesse

Die Soldaten morden im Auftrag der Regierung und die Regierung hat vorallem die Rohstoffe und die internationalen Beziehungen im Blick. Gleichzeitig wird der Bevölkerung erzählt, wie tapfer sich unsere Soldaten für unsere Interessen opfern. Man redet uns seit Jahrzehnten ein was für Interessen wir haben sollen, für ebenwelche unsere Soldaten morden. Wohlstand, Arbeitsplätze und Sicherheit kosten Menschenleben. Es wäre besser wenn wir lieber alle arm, arbeitslos und schutzlos sein wollten, als einen Krieg zu unseren Gunsten zu akzeptieren. Aber dazu fehlt uns der Mut. Es fehlt auch der Wille sich anzusehen was auf diesem Planeten abgeht. Dieses fehlen von Empathie und Engagement ist das Ergebnis jahrzehntelanger Unterdrückung und Ausbeutung. Dies ist Ausdruck von Entfremdung und Bewusstlosigkeit. Wir sind wie Kinder, die von ihren Eltern geschlagen wurden und nun selbst schlagend durch die Welt laufen. Wir sind blind für die Bedürfnisse anderer Menschen und je blinder wir sind, desto heftiger schlagen wir zu. Die Regierungen bekräftigen uns darin, denn es stärkt die eigene Nation in ihren ökonomischen und politischen Interessen, während es andere Nationen und damit Millionen andere Menschen schwächt. Diese Schuld lähmt uns und je länger wir Regierungen und Konzerne gewähren lassen, desto schlimmer wird es. Wie sehen denn unsere Interessen aus? Brauchen wir wirklich jeden Monat neue Autos, Handys, Computer, schlicht Produkte? Müssen wir denn jeden Tag das Rad neuerfinden? Es ist doch eine horrende Verschwendung von Rohstoffen, Lebenszeit und Kraft Dinge zu produzieren die unser Leben entweder kaum oder gar nicht verbessern. Wer kann bestätigen das ein paar PS mehr im Wagen tatsächlich das Lebensglück erhöhen? Vielleicht kurzfristig bis es zu einem Crash mit einem anderen Verkehrsteilnehmer kommt oder ein Rendezvous mit einem Baum passiert. Ist es nicht langsam Zeit ein wenig mehr Bescheidenheit zu leben um auch anderen Menschen ein würdevolleres Leben zu ermöglichen?

Es gibt seit tausenden von Jahren Krieg, Elend und Zerstörung, warum sollte sich das in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten ändern? Wir leben die Zerstörung und die Vergewaltigung des Planeten, mit all seinen Facetten und Lebewesen. Wir finanzieren als Steuerzahler die in aller Welt mordende Bundeswehr, so wie fast alle Menschen ihre Militärs unterstützen. Keiner kann das als eine gerechte Sache deklarieren. Mord bleibt Mord. Gewalt muss erneute Gewalt auslösen. Jeder kennt diese Weisheit, aber es führt zu keinerlei Konsequenzen. Es gibt keine konsequente Forderung danach, für Krieg keine finanziellen Mittel mehr beizusteuern. Man sieht nicht einmal mehr den ökonomischen Nutzen, der sich daraus speisen würde. Statt Geld in Waffen und Befehlsgewalt zu investieren, könnte man das Geld in Schulen oder Pflegeheime einsetzen, dort wo es tatsächlich Menschen hilft. Es liegt aber nicht in unserem Interesse, sagt die Regierung. Wer schützt uns denn dann vor anderen Nationen? Wir misstrauen unseren staatlichen Nachbarn, wie wir als Individuen gegenüber den eigenen Nachbarn, entweder Misstrauen oder Desinteresse praktizieren. Der sogenannte pädophile Maskenmörder und Vergewaltiger, der über Jahrzehnte Kinder in seiner Wohnung einlud, konnte vergewaltigen und morden, weil bspw. die Vermieterin sich damit begnügte, pünktlich ihre Miete zu erhalten. Alles andere war ihr „egal“, wie sie in zahlreichen Interviews betonte. So wie die halbe Nachbarschaft von dessen Neigungen wusste, so gleichgültig war es ihr auch, welches Leid sich daraus speisen musste. Sie hatten alle wohl besseres zu tun, zum Beispiel: Geld verdienen. Vor lauter ökonomischer Hetzjagd nach Anerkennung und Lohn im Job, verlieren die Leute die eigentlichen Werte völlig, falls sie sie jemals hatten.

Welche Werte steuern unser Leben und unsere Gesellschaft?

Dieses Desinteresse gegenüber anderen Mitmenschen, gegenüber anderen Nationen und Kulturen ist die eigentliche Gefahr. Daraus kommt das Misstrauen und z.b. die Unterstellung, der Islam sei eine gefährliche faschistische Ideologie, die jeden Ungläubigen brennen sehen will. Es gibt mittlerweile europaweit einen richtigen Trend hin zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, so etwas kommt nicht spontan oder von ungefähr. Die Angst der Leute ihre vertraute Welt könnte zusammenbrechen, nur weil andere Menschen mit anderen Vorstellungen zuwandern, ist ein deutliches Signal für deren geringes Selbstbewusstsein gegenüber ihrer eigenen Kultur, ihren Werten und ist darüberhinaus ein Attribut für die fehlende Weisheit ihrer Ansichten. Anstatt sich zu fragen, warum man gegen Moslems ist, nur weil es unter ihnen, wie in allen Denkrichtungen, Extremisten gibt, werden hunderte Millionen Menschen von vorneherein verteufelt und entmenschlicht. Sie werden wie die Juden damals auf Ratten und instinktgesteuerte Bestien reduziert. Dabei besteht in jeder Ideologie dasselbe Problem wie im Islam. Die Demokratie ist eine heilige Kuh, wer daran rüttelt ist ein Extremist. Beim Kapitalismus genauso, wer daran rüttelt ist ein Fanatiker, ein Träumer, Chaot, Kommunist, was auch immer, in jedem Fall Jemand, dem man misstrauen und bekämpfen muss, da er die vertraute Ordnung gefährdet und entsprechend einen Hinterfragungs- und Zersetzungsprozess der eigenen Ideologie und Vorstellungen antreibt. Es gibt überall diese knallharte Distanzierung von Andersdenkenden, überall bietet sich ein potentielles Konzentrationslager für Querdenker und Leute, die nicht so funktionieren wollen und können, wie es eben gerade im Zeitgeist und innerhalb der Nation/Glaubensgemeinschaft Vorschrift ist. Genau das erleben wir doch auch mitten in Deutschland, wie weltweit. Millionen Menschen sind arbeitslos, können nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, oder nur sehr eingeschränkt. Sie werden nicht gebraucht, sind quasi menschlicher Abfall, der der arbeitenden Bevölkerung lediglich als asozialer Parasit negativ auffällt. Das ein ranghoher Politker namens Westerwelle ungestraft die Verlierer und Ausgestoßenen dieser Gesellschaft als dekadent beschimpfen darf, obwohl er selbst ja die Dekadenz und der Parasit in Persona ist, und sie damit zu Freiwild erklärt, ist ein deutliches Zeichen für die dramatisch grassierende Bewusstlosigkeit und Ahnungslosigkeit der Bevölkerung.

Offensichtlich hat die westliche Welt keine ehrvollen Werte, denn seit Jahrzehnten wächst der Einfluss des Geldes, des Kapitals, der Gesetze des Marktes, die überhaupt nichts mit dem Wesen des Menschen und dessen Bedürfnisse gemein haben. Das was am ehesten noch zählt, sind die Interessen der Kapteileigentümer, was natürlich zum Nachteil der Lohnabhängigen sind, sie brauchen Geld um überleben zu können. Lohnabhängige und Kapitalisten stehen sich unversöhnlich gegenüber, solange der Kapitalismus nicht überwunden ist. Diese Wahrheit muss als Gewissheit in den Köpfen wachsen. Alles was wir mal als Anspruch hatten, wie z.b. die Nächstenliebe, trotz Kreuzzüge und Pädophilie im Christentum, schwindet aufgrund des tagtäglichen Konkurrenzdenkens und -lebens der arbeitenden, lohnabhängigen Massen. Niemand hat mehr Zeit für andere, geschweige denn für sich selbst, denn der Konkurrenzkampf wird immer heftiger, die Arbeit am Arbeitsplatz immer intensiver, jede Minute im Job muss maximal ausgeschöpft werden, sonst ist sie für den Arbeitgeber, für den Konzern, für den Kapitaleigentümer eine verlorene Minute. Und je mehr ausgebeutet wird, je intensiver rationalisiert wird, desto schlimmer wird es in der Zukunft werden. Wir versuchen uns daran genauso zu gewöhnen, wie wir uns an die Hungernden, Vergewaltigten und Unterdrückten gewöhnt haben, zu denen wir teilweise selbst gehören. Wir versuchen unser Los zu akzeptieren. Wir sind nunmal geboren um ausgebeutet zu werden und ab und zu mal zu wählen, wer uns ausbeuten darf und wer bestimmen darf, inwieweit das geschehen soll und geschehen darf. Kapitalisten und Regierungen arbeiten grundsätzlich Hand in Hand. Selbst wenn die Linke mehr gewählt werden würde, würde sich daran niemals etwas ändern. Diese Partei will wie alle Parteien an die Macht, an die staatliche Macht, an die Macht eines Staates der den Kapitalismus braucht und mit Gesetzen, Justiz und Gewaltmonopol legitimiert und durchsetzt. Der Wille zur Eroberung der politischen Macht, ist ein Glaubensbekenntnis für die Ausbeutung von Milliarden Menschen, für die Unterdrückung der Bedürfnisse und Wünsche der Weltbevölkerung. Im Grunde genommen kann man die Parteien, ähnlich wie Westerwelle und andere Politiker, als personifizierte Bewusstlosigkeit auf den Punkt bringen. Denn sie stossen der Bevölkerung, in Form von Gesetzen, die Säbel in den Leib, obwohl sie es verhindern könnten und eine Infragestellung und Umwälzung vorantreiben könnten. Entweder machen sie das bei vollem Bewusstsein, was man dann wohl nur noch als kriminell bezeichnen muss oder sie sind tatsächlich völlig ahnungslos was sie da eigentlich den ganzen Tag machen. Beides ist eine Katastrophe für die Lohnabhängigen, sie müssen sich endlich gegen diese Funktionäre des Kapitals wehren.

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Antikapitalistische Notizen aus dem Säurebad

Da versauern Millionen von Menschen an ihren Arbeitsplätzen und warten darauf in den Abgrund gezogen zu werden. Weltmeere werden verstrahlt, von Müllinseln beglückt, Tiere und einzigartige Ökosysteme verheddern, versinken und ersticken in der industriellen Pest. Wir unterhalten uns über Politik, Wirtschaft, Sport und diskutieren was richtig ist. Sehen untätig zu wie der Planet ungenießbar wird. Schuld sind grundsätzlich die anderen Menschen. Wir sind nämlich vernünftig. Ständig werden Kinder geboren, geschlagen, missbraucht und das ganze Leben lang abgetrieben. Wenn sie nicht rebellieren sind wir alle verloren, denn Priester sind Pädophile, Politiker und Manager korrupt, es regiert das Ego, der Prügelstock und das Kapital. Der Wahnsinn ist der freundliche, unscheinbare Nachbar von nebenan, wie Du und ich. Das Leben ist eine Seuche geworden. Konzerne manipulieren und missbrauchen Menschen, saugen sie aus, bis sie nichts weiter als Konsumzombies und Automaten sind.

Wir diskutieren was richtig ist und entscheiden uns für den Wahnsinn. Tausende Menschen erhalten keine Medikamente, tausende Tiere werden nur geboren um als Bifi, Chicken McNugget oder offenfrische Tiefkühlpizza zu enden. Wir nennen Tierkadaver nicht Tierkadaver, sondern Salami und verniedlichen Massenmord. Wir karren dieses Kadaver tausende Kilometer, verbrauchen liebend gerne jedwede Energie für den genüßlichen Gaumenkick, aber der Hunger der anderen ist uns fremd. Keine Sensation, keine Veränderung, kein Ende. Wir ergötzen uns am Elend des modernen internationalen Holocaust und warten gierig auf neue Katastrophen, über die wir schockiert aber tatenlos protestieren und jammern können. Leichenberge in den Entwicklungsländern und Schlachthäusern dieser Welt, wir profitieren davon und drehen die Popmusik auf, ficken unseren Partner und fühlen uns gut. Wir masturbieren zu Explosionen im Fernsehen und betrachten tausende Verkehrstote als normal, den Islam natürlich als Gefahr, verkaufen tonnenweise Waffen in Krisenregionen und verbieten unseren Kindern nach 18 Uhr draußen zu spielen. Wir sind schizophrene Wärter des globalisierten Konzentrationslagers, wir sind Häftlinge und Tyrannen in einer Person. Wir zünden die Welt an und schreien nach Hilfe.

Die Erde wird geplündert und vermüllt damit wir den neusten Wagen, das modernste Handy, die neuste Erfindung von tausenden Konzernen haben können. Auf allen Kanälen, in Zeitungen, im Radio, Fernsehen und Internet wird geworben, wie toll doch alles ist und wie frei und glücklich wir uns fühlen sollten. Jeder weiß das unser Leben eine Lüge ist. Aber wir gehen gerne zu Ostern, Weihnachten, Geburtstagen und an jeden erdenklichen Tag froh einkaufen um uns davon abzulenken. Wir rauchen Tabak, welcher von armen Kindern und deren Familien angebaut und zu Dumpingpreisen verkauft wurde. Auch der Tabak macht uns krank. Dann trinken wir Alkohol um zu vergessen, was uns schmerzt und was uns hilft, bis wir vom nächsten Arbeitstag vergewaltigt werden. Manchen gefällt die Maschinerie der Zerstörung, sie steigen auf. Werden Chef, bis sie an einem Herzinfarkt sterben oder von ihren Kindern, die mittlerweile Teenager geworden sind, als Rabenväter beschimpft werden. Wir diskutieren was richtig ist und entscheiden uns für den Wahnsinn.

Ein Eisbär ist gestorben und manche Menschen vermuten besorgt einen Mord, während all die anderen Tiere in Zoos und Zirkusse aufzeigen müssen, wie beschränkt der Mensch ist. Sie werden begafft und beklatscht, während gierig Tierkadaver in Form von Bockwürsten und Dönern verschlungen werden. Es schmeckt so gut. Es ist Tradition. Wir riechen gerne Benzin. Wir haben Benzin im Blut. Funktionieren wie Maschinen, glauben an Zahlen und verleugnen unsere Gefühle. Wir asphaltieren die Erde mit Beton. Wir ersticken unsere Nachkommen mit Qualm, Dreck und Gewalt. Die Lüge ist zur Wahrheit geworden, unser Heroin ist der Arbeitsplatz, jeder der diese Ordnung stört ist ein Chaot, ein Träumer, ein Spinner, der kein Konzept hat, der unsere Sicherheit und unsere Zukunft aufs Spiel setzen will. Wir lieben unsere Peiniger, die Schreie der Hungernden, den Sound eines Sportwagens, weil wir die Entfremdung leben.

Wir sortieren unsere Klamotten, halten Wohnung und Toilette peinlich genau sauber, aber wir haben kein Problem mit dem atomaren, chemischen Müll auf dem Planeten, kein Problem mit den Hungertoten, den Kinderarbeitern, den Menschenhändlern, den Korrupten in Politik und Wirtschaft. Wir haben kein Problem damit tagtäglich in etwas zu investieren was den Planeten und alles darauf existierende zu vergiften, denn wir definieren uns als eine kranke lebensunwerte Spezies. Jeder der Vorschläge bringt ist ein Feind der systematischen Zerstörung und muss entsprechend bekämpft werden. Wir warten auf das Ende, wir freuen uns auf den Abgrund und bis dahin greifen wir ab was wir kriegen können. Unsere Kinder sind Totgeburten, sie leben weil wir zu ängstlich waren sie abzutreiben. Wer wirft schon aus Liebe, einen Menschen in so eine vermüllte, verstrahlte Welt voller untätiger, uneinsichtiger Menschen. Wohl nur Menschen die selbst untätig und uneinsichtig sind.

Was tun?

Jegliches Engagement gegen diese Zustände war mehrheitlich nichts weiter als blinder Aktionismus, eine Rennerei zu Führern, Vertretern und Betrügern. Die Wahrheit ist doch das kein Mensch, keine Partei, kein Konzern und keine Religion vollständig versteht was auf diesem Planeten passiert und was dagegen zu tun ist. Sie alle geben jedoch stehts vor es zu wissen und verkaufen Lösungskonzepte, die nichts weiter liefern können als neue Probleme. Ich brauche nicht erwähnen wieviele Menschen alleine im Kampf der Religionen um die Deutungshoheit der „Wahrheit“ starben. Also werde ich als Betrachter dieser Zustände nicht denselben Fehler begehen. Der einzige mögliche Weg ist ersteinmal mit diesen Betrügereien aufzuhören. Wir müssen endlich mal kapieren, dass die Demokratie, wie sie heutzutage als Parlamentarismus vorherrscht, eben nicht höchster Ausdruck von Freiheit ist. Die Parteien behindern sich seit Jahrzehnten gegenseitig und verpauschalisieren die Bedürfnisse und Vorstellungen von Millionen von Menschen. Parteien können schon alleine aufgrund der Organisation der Strukturen nicht den Willen der Wähler erfüllen, näheres habe ich schon in früheren Beiträgen formuliert und ist auch unter Demokratiekritikern keine Neuigkeit.

Der Kapitalismus funktioniert nicht, weil er der Profitmaximierung und nicht den Bedürfnissen der Menschen folgt. Insofern ist der Spruch aus dem Volksmund: Geld regiert die Welt, klarer Ausdruck unserer wirtschaftlichen Realität. Ich bin sicher, darüber herrscht in der Bevölkerung Einigkeit. Demzufolge muss nur noch eines erfolgen, eine breite Debatte wie man vergangene Fehler ausräumen und Alternativen aufbauen kann. Da der menschliche Verstand immerzu beschränktes hervorbringen kann, sind auch all seine Theorien über die Welt und die Wirklichkeit beschränkt. Ideologien egal ob aus Politik oder Religion müssen ins Chaos, in Verwüstung und Elend führen, je stärker sie verfolgt werden, denn sie gehen nicht mit der unendlichen Wirklichkeit konform. Man sieht es aktuell mal wieder am aktuellen Wahn, wie ich in den ersten Absätzen formuliert habe. Wenn man sich die Geschichte anschaut sind die Menschen ständig irgendwelchen „plausiblen Lügen“ gefolgt, es wird Zeit erwachsen zu werden und sich loszusagen von irgendwelchen geschlossenen Konzepten und deren Priestern.

Uns alle eint Individualität und verschiedene Grundbedürfnisse. Jeder braucht gesunde, frische Nahrung, ein Dach übern Kopf, Medizin und die Möglichkeit sich nach seinen Vorstellungen und Fähigkeiten auszudrücken. Es ist absolut möglich die Befriedigung der wirklichen Bedürfnisse der Leute dezentral, ohne Führerkult, ohne Herrschaftscliquen, ohne Gewalt und Betrug zu organisieren. Alles ist eine Frage der Kommunikation und des Willens. Aufgrund der hohen Produktivität und der Massen an Arbeitslosen, gibt es die Chance allen Menschen Lebensmittel, Medizin, Lebensraum und Platz, Sicherheit und Nährboden für sein Leben zu gewährleisten. Man muss sich beispielsweise nur mal ansehen wieviele Tonnen tagtäglich an Lebensmitteln weggeworfen werden! Die heutigen Gemeinden und Kommunen können den Staat als Vorreiter einer Räterepublik übernehmen, Betriebsräte und Gewerkschaften können die Organisation und Produktionsintensität in den Konzernen bewerkstelligen und regulieren. Größere Entscheidungen über die politische und wirtschaftliche Zukunft können von allen Menschen entschieden werden, ohne Bevormundung irgendwelcher Experten oder Vertreter.

Es wäre sofort Schluss mit den hohlen Phrasen der Politiker und Bosse. Keiner der ernsthaft bei Verstand ist hat ihnen jemals geglaubt. Es wäre Schluss mit dem Hunger in der Welt, der Umweltzerstörung und der Entfremdung der Massen. Weil alle Menschen dazu gebracht werden sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen und nicht stets durch die wirtschaftlichen und politischen Machtzentren in die Passivität gedrängt werden. Es wird Zeit laut über Alternativen nachzudenken. Das Leben ist zu kostbar um länger diesen Wahnsinn mit Verstand und Körper zu unterstützen. Es wird Zeit für branchenübergreifende Streiks und nationenübergreifende Generalstreiks. Es muss eine Wiederbelebung der revolutionären Theorien geben, die jenseits des Bürgertums, des Kapitalismus und der parlamentarischen Demokratie funktionieren. Wir brauchen offene Konzepte, in denen neue Ideen und neugeborene Menschen sich unkompliziert und unbürokratisch einbringen können. Wir brauchen die gesamte Kreativität und Kraft um die Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Es darf keine Tabus oder Denkverbote geben die dem Fortschritt der Menschheit im Wege stehen.

Der Anarchismus ist beispielsweise so ein offenes Konzept. Es gibt keine Herrschaft durch Menschen über andere Menschen, stattdessen hat jeder die Möglichkeit seine Individualität frei auszuleben. Das ist aber kein Paradies für Mörder, denn auch Anarchisten kennen Ethik und Recht, hier muss selbstverständlich eine breite Debatte geführt werden um in der Praxis keine neuen Opfer zu produzieren. Es ist klar, das jeder Mensch der sich ausleben will, Regeln befolgen muss, aber eben Regeln die einen Sinn ergeben und uns allen zugute kommen. Wer glücklich leben will darf die Umwelt nicht vergiften und andere Menschen nicht manipulieren, damit man günstig an ihre Arbeitskraft herankommt. Wir wissen alle das der heutige Rechtsstaat mit allem zu tun, aber sicher nicht mit der Gerechtigkeit. Er ist Erfüllungsgehilfe der Ausbeutung und Unterdrückung. Ein Werkzeug der Manipulation und Kontrolle. Solche Verbrecherinstitutionen haben in einer freien und offenen Gesellschaft überhaupt nichts verloren! Insofern mal wieder der Aufruf sich für den Anarchismus, Sozialismus oder Kommunismus stark zu machen, auch wenn ich mich damit sicherlich erneut für die Staatsdiener interessant mache.

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Unserer Eltern sind Betrüger

Wir brauchen mehr faule, asoziale Arbeitslose und Asylanten! Bringt sie zu uns, gebt ihnen sofort und ohne Knebelverträge Brot, Wohnung und Geld. Sie sind unsere Brüder und Schwestern und verdienen ein würdevolles Leben! Jagen wir die armen Teufel der Politik und Wirtschaft davon, sie haben ihr Leben mit Lügen und Illusionen vergiftet, sie lehren ihren Kindern sich selbst zu vergiften und zu verleumden. Dies muss als Angriff auf den Planeten, die Tiere und die Menschheit begriffen werden. Ich verlange das sie gezwungen werden arbeitslos zu leben. Sie sollen in spätrömischer Dekadenz die Zeit haben, sich mit den wirklichen Bedürfnissen der Menschen auseinanderzusetzen. Sie sollen sehen wie Menschen verhungern, ertrinken und vergiftet werden, nur weil sie kein Geld haben, nur weil sie auf der falschen Seite des Planeten geboren wurden.

Der heilige Markt muss brennen, die Schulen, Konzerne und Parlamente müssen brennen. Deutschland muss angezündet und zerstört werden, es soll sich aus dieser Glut in unendlicher Güte Menschlichkeit erheben und blutige Massaker für immer verhindern. Hört auf Euch von der Peitsche des Kapitals züchtigen zu lassen, hört auf das Leben in militärischer Brutalität in Zeiteinheiten und Geldeinheiten zu pressen und hört auf als Ware zu funktionieren! Ihr seid keine Huren! Ihr habt Gefühle, Träume und Bedürfnisse! Kotzt Euren Eltern und Euren Vorgesetzten ins Gesicht, sie haben Euch belogen und betrogen! Sie waren es die Euch in dieses System und in diese Vorstellungen hineingeprügelt haben, mit Vorwürfen, Liebesentzug, Zeitentzug, Befehlen, Anschreien und Schlägen. Sie waren es die Euch behandelt haben wie Guantanamo Häftlinge, nur weil ihr freier wart als sie! Sie waren es die in ihrer unendlichen Stumpfheit Eure Seelen brachen! Ihr seid nunmehr nichtsweiter als seelenlose Konsumzombies und Kapitalsoldaten. Mittlerweile hasst ihr wieder Ausländer, Arbeitslose, die Schwachen und Ausgestoßenen, jene die es nicht geschafft haben sich restlos dem System anzupassen. Ihr seid das personifizierte Ekelpaket, welches schon Eure Eltern angetrieben hat Illusionen als Wahrheiten zu verkaufen!

Nun jammert ihr der Planet würde vergiftet, die Tiere würden nur geboren um von uns verspeist zu werden, man hätte ja keine Zeit mehr für die eigenen Hobbys! Oh, — wie seltsam! Dabei seid ihr es mit Euren schändlichen Taten, die diesen Wahnsinn und diese Katastrophen als gesellschaftliche Normalität etablieren. Wer kauft und verkauft denn all die Produkte die diese Zerstörungen anrichten? Wer macht sich keinerlei Gedanken darüber, was die eigene Lohnarbeit mit dem Planeten, den Tieren und den Mitmenschen anrichtet? Wer geht denn lieber saufen, ficken, konsumieren, anstatt zu reflektieren? Die Verantwortung liegt bei Euch und niemanden sonst, eure Eltern sind nun alt und klapprig oder selbst völlig erschöpft und verzweifelt, sie können gar nichts mehr, aber ihr könnt noch etwas bewegen, ihr könnt dafür sorgen Immigranten vor dem Ertrinken zu schützen, Hungernden vor dem Hungertod zu retten und Arbeitslose als die Vorreiter einer neuen Gesellschaft zu betrachten. Was wir brauchen ist nicht noch mehr Wachstum, sondern mehr Lebensqualität und die kommt nicht mit dem Kapitalismus, nicht mit der parlamentarischen Demokratie oder den diversen falschen Versprechungen die überall kusieren.

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Wir sind der Weltuntergang

Während man hierzulande nicht weiß was man tanken soll verrecken auf der ganzen Welt Menschen im Elend. Sie verhungern auf Müllbergen, ersticken an giftigen Elektroschrott aus sämtlichen Industrienationen, ersaufen auf dem Weg ins gelobte Land Europa und verkaufen ihre Körper an widerliche Scheißkerle. Und all das findet nirgends die dringliche Anklage und Bekämpfung wie es notwendig wäre. Weder in den Medien wird angeklagt das noch immer kaum Bewegung gegen all diese Entwicklungen herrscht, es wird weder in der Politik, noch in weiten Teilen der Bevölkerung irgendetwas getan was von irgendeiner Bedeutung wäre. Was wird getan gegen die Plastikinseln auf den Weltmeeren, die Rodungen der Wälder, dem Artensterben und die Betonisierung der Landschaften? Alles was man von den Leuten zu hören bekommt ist wie traurig das alles doch sei und wie wenig man dagegen machen könne. Es wird alles gleichgültig hingenommen und akzeptiert. Kinderarbeiter auf Kakaoplantagen? Auf Kaffeeplantagen? In Coltanminen? Shit happens, bissl Schwund is immer, die Welt dreht sich weiter und überhaupt: Wir haben alle unsere Sorgen und Probleme, was solls! Mich widert das dermaßen an, ich kann jeden Amokläufer zutiefst nachempfinden warum er die Waffe gegen seine Nachbarn richtet. Es ist zutiefst ekelhaft wie sich millionenfach zwischen all diesen Katastrophen ein nettes Leben eingerichtet wird. Überall züchten wir Fabriken in den Tiere massenhaft hingerichtet werden, in denen Menschen systematisch zu stumpfsinnigen Fachidioten abgerichtet werden, permanent wichsen die Leute sich einen auf ihr Äußeres, auf Oberflächlichkeiten, verlieren sich in Trends und Skandale die alle nichts wert sind! Es ist widerlich diese Routine und den Alltag zu spüren, die Sonne auf seiner Haut zu spüren, zu sehen wie die Leute Eis schlecken während die Bundeswehr in Afghanistan Zivilisten bombadiert, während Politiker das Land an Kapitalisten verkaufen, während die Schifffahrt die Atmosphäre verpestet. Die Leute leben als ob wir in der besten aller Welten leben. Sie haben geschluckt was große Parteien seit Jahrzehnten erzählen, sie haben geglaubt was die Eltern, Lehrer und Bosse dieser Welt erzählt haben. Arbeite hart und es lohnt sich. Lerne hart und es lohnt sich. Ja für wen denn, für was denn? Die Profite steigen, aber wer von uns ist glücklich? Die Welt versinkt im Dreck, die Ruinen wachsen, die Reglementierungen und die Repressionen steigen, aber schön das Bruttosozialprodukt hat ein Wachstum zu verzeichnen, na dann ist ja alles in Ordnung, gehen wir Kinder zeugen in diese verkommene Zeit! Widerlich, abscheulich, unerträglich! Wie kann man nur all das nicht sehen und nicht bekämpfen. Es geht mir nicht ins Hirn. Die Informationen sind offenkundig, man braucht sich nur hinsetzen und sie wahrnehmen, das ist alles. Es gehört kein großer IQ dazu, es gehört kein großer Charakter dazu, es ist bloss Zeit die man investieren muss um zu begreifen was schief läuft und was getan werden muss. Ist das so schwer? Wenn die Probleme gelöst sind könnt ihr Euch ruhig einen drauf runterholen wie geil Lady Gaga singt und wie scheiße Guttenberg ist. Letztlich wird die Lösung der Probleme aber nie eintreffen, denn dazu müsste man erstmal innehalten können. Und wer will das schon? Wer will sehen wie abgrundtief verdorben diese Welt geworden ist, nachdem wir sie jahrzehntelang vergewaltigt und benutzt haben wie einen wehrlosen Kinderkörper. Wir behandeln die Erde schlecht, weil wir uns schlecht behandeln, weil wir nicht wissen wer wir sind. Es ist eine ganz einfache Logik, jedes Kind weiß das was nicht stimmt. Geht endlich mal Eurem Gewissen nach oder wollt ihr später wenn nachfolgende Generationen fragen wie das alles möglich war, wie die Nazis sagen ihr hättet von all dem nichts gewusst?

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Sprengt die Konzerne, Parlamente und Nationen

Die Aggressivität als Ausdruck der Verlogenheit, Ignoranz und Verzweiflung ist in allen Lebensbereichen erkennbar. Ob auf dem Weg zur Arbeit/Schule auf den Autobahnen und Straßen, ob in den Schulklassen oder am Arbeitsplatz, der Krieg zwischen den Menschen gestaltet sich nicht mit Kugeln sondern mit Zielen wie man die eigene Karriere vorantreiben kann, wie man die Profite des „eigenen“ Unternehmens vorantreiben kann. Jede Minute am Arbeitsplatz oder in der Schule ist eine verlorene Minute, weil wir uns in dieser Zeit mit Dingen auseinandersetzen die uns das Leben nicht genießen lassen. Wem dienen die Noten, wem dienen die Banknoten? Kann man davon sprechen das sie uns allen mehr Glück, Ruhe und Genuss verschaffen? Fettleibige, Raucher, Drogenabhängige, Geldfixierte sehen nicht sonderlich glücklich aus. Was ist mit den Milliardären? Sind das die glücklichsten und besten Menschen? Sind das unsere Götter? Wollen wir nicht alle reich sein? Wenn wir es nicht wollen, warum setzen wir uns so unter Druck? Man wird auf die Erde geworfen, lernt seine Eltern lieben und versteht das etwas zwischen dieser Liebe steht. Nämlich die Angst der Eltern, das Kind wäre nicht gut genug, wird Probleme haben sich im internationalen Konkurrenzkampf durchzusetzen. Davon weiß man als Kind natürlich überhaupt nichts und versucht stattdessen instinktiv die Angst der Eltern, die selbstverständlich deutlich spürbar ist, mit eigenen Leistungen zu vertreiben und damit wieder Platz für die Liebe zu machen. Das Leistungsstreben der Leute, was von einigen verblendeten Menschen als Triebfeder des Fortschritts bezeichnet wird, ist nichts anderes als das Streben nach Liebe. Und weil keine Leistung alle Ängste auf Dauer vertreiben kann, gibt es kein „genug“. Wir sind immer gierig und hungrig nach der Anerkennung die wir in der Kindheit nie erlebt haben. Manche hatten Glück, keine Frage, aber der Masse geht es eindeutig anders. Warum sonst haben wir soviele Drogentote, Suizide, Depressive, Burnouts, Stresssymptome, woher kommt der Drang der Leute sich und andere zu belügen und zu betrügen? Warum sollte das uns in irgendeinerweise zu etwas besseren führen? Offensichtlich wird es nicht besser, die Müllberge wachsen am Land genauso wie auf See. Wenigstens krabbeln auf den Müllinseln der Weltmeere noch keine verdreckten Kinder ohne Perspektive herum. Ich verabscheue die Poliitk, mich widert das Bildungssystem an, ich kriege das kalte Kotzen wenn ich unser wirtschaftliches System sehe. Alles ist so strukturiert und gestaltet das man als mitfühlender und mitdenkender Mensch gebrochen wird. Alles ist normiert und erfordert Anpassung und ein zerstückeltes kurzsichtiges Weltbild und Empfinden. Wer will denn „Chicken Wings“, wer will denn Uhren mit Leder, die fiktive Uhrzeiten anzeigen, wer will denn überteuerte Fahrzeuge die einen von einer Wüste in die nächste bringen? Das müssen doch alles totale Vollidioten sein die soetwas mit Genuss kaufen. Aber ich will mich nicht herausnehmen, ich bin genauso schlimm. Ich kaufe auch irgendeinen Massendreck und vergifte mich und andere so effizient wie es nur geht. Hierauf habe ich stets mit Ekel und Abscheu reagiert, mein Ventil war Black Metal und ist es immer noch, aber ich bin dabei zu lernen. Widerlich wie die Menschen sich in den Katastrophen einrichten, achselzuckend Verkehrs- und Hungertote hinnehmen, anstatt den Verkehr einzuschränken und Essen zu verschenken. Anstatt das Ziel der Produktionsweise zum Wohl aller Menschen zu ändern, spalten sich die Menschen lieber auf, streiten sich um jeden Euro, gucken das sie möglichst schicke Klamotten dafür kriegen und holen sich einen darauf herunter. Als ob das alles irgendetwas bedeuten würde. Mich widert das unendlich an. Wie kann man Familien zeugen in so einer kaputten Welt? Gibt es einen größeren Akt des Wahnsinns? Aus meiner Sicht leben wir alle in Konzentrationslagern, nur sind wir Juden und Wärter zugleich. Wir peinigen uns mit Schlägen, hungern uns schlank, arbeiten uns kaputt und mit letzter Kraft werfen wir Nachwuchs zwischen Blut, Kot und Leichen. Da braucht man sich nicht zu wundern wenn sich die Geschichte wiederholt. Wir bestimmen die Regeln, aber wir bestimmen zurzeit lieber wer sie in welcher Form für uns macht und meckern hinterher wie falsch und hohl die Regeln und Regelmacher doch sind. Ja, die Ketten schmerzen, sie stumpfen uns ab, treiben Leere und Kälte in den Körper und die Seele, aber den Schlüsseln halten wir permanent in den Händen. Ganz ohne Metaphern: Die Parlamente aller Welt verwalten den Irrsinn und belügen uns nicht nur alle paar Wahlen. Wir glauben ihnen, lassen uns beruhigen, damit wir weiter in Ruhe konsumieren und arbeiten können. Klar, der Konkurrenzkampf wird stärker, die Gehälter stagnieren, während die Vermögen kleiner Minderheiten wachsen, wen interessiert das schon? Es muss ja irgendwie weitergehen. Keine Experimente! Bloss nicht! Es könnte ja etwas verändern, es könnte uns ja weiterbringen. Die Angst hält uns davon ab. Wir glauben nicht an uns. Wir glauben wir sind nicht gut genug für das Leben ohne Lohnabhängigkeit, ohne Parlament, ohne Parteien und Landesgrenzen. Wer braucht Führungspersonen? Wer braucht diese ganzen Affen die nur sich selbst helfen können? Hören wir doch auf diesen Lügen zu glauben. Wir sollten akzeptieren das nur wir selbst unsere Bedürfnisse erkennen und befriedigen können. Das muss organisiert werden mit möglichst wenig irrationaler dogmatischer Struktur. Wann werden wird den Mut haben die Minister und Bosse hinfort zu jagen, sie zu ganz gewöhnlichen Mitmenschen zu machen? Wann hören wir auf Angestellte zu sein, hören wir auf Schüler zu sein? Wann hören wir auf Leistungsdruck und Konkurrenzkampf als Naturgesetze zu verstehen? Ich will die Parlamente sprengen, ich will die Mauern in den Köpfen sprengen, ich will endlich frei atmen ohne Furcht vor Gift, Lüge und Zwietracht! Das muss doch möglich sein! Es ist unserer Pflicht, wollen wir eine Zukunft haben. Eine Zukunft die mit wirklichen Leben erfüllt ist. Einem Leben voller ereignisreicher Augenblicke. Was erleben wir denn in der Schule? Was erleben wir denn in den Konzernen? Graue Scheiße die uns alle erniedrigt und frustriert. Es gibt keinen Grund das länger hinzunehmen. Lasst Euch nichts anderes einreden! Organisiert Euch, diskutiert, protestiert und setzt neue Lebensformen durch! Demokratie von unten, Betriebe müssen solidarisch anhand unserer Bedürfnisse organisiert werden. Wir sollten auf Profite scheißen, genauso wie wir auf Noten scheißen sollten. Wen interessiert denn bitte sowas? Wo soll uns das hinführen? Wir sind hier um das Leben zu genießen und zu gestalten, nicht um uns mit krankhaften Perfektionismus und Bulimielernen zu missbrauchen. Rationalisierungen und Optimierungen sollten nur noch stattfinden wenn wir dadurch mehr Freizeit haben. Schulen sollten vorwiegen so organisiert werden das wir alle Spaß daran haben. Es gibt hunderttausende Möglichkeiten die momentan ignoriert werden!

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Wollen wir unser Leben wegschmeissen?

Wer mal in größeren Städten das Bad in der Menge erlebt hat, erhält eine Ahnung davon welche Möglichkeiten an einem vorüberziehen während man eifrig am Arbeitsplatz die immerselben öden Tätigeiten erledigt. Im Kampf gegen andere Menschen versuchen wir uns ein angenehmes Leben in Harmonie zu ermöglichen, dabei wird der offensichtliche Widerspruch zur alltäglichen Zerreisprobe und nicht selten zur lebenslangen Qual. Der Kapitalismus zwingt uns um die höchsten Profite zu konkurrieren. Es muss zwangsläufig Verlierer geben. Die Hungernden in aller Welt, Ausländer und Hartz IV Empfänger gehören zu diesen Verlieren genauso dazu wie kranke, schwache und Querulanten die nicht so funktionieren können oder wollen wie sie sollen.

Während wir also damit beschäftigt sind uns den Arsch für ein bisschen Anerkennung und ein bisschen Lohn für unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse zu erkämpfen, zieht das schöne angenehme Leben an uns vorüber. Wieviele Menschen könnten wir kennenlernen, umarmen, küssen und lieben, würden wir nicht an unseren Arbeitsplätzen zu geistigen Krüpeln getreten. Wieviele Orte könnten wir entdecken, wieviele Tiere beobachten und Abenteuer starten die unsere Seelen jubeln lassen, würden wir nicht den illusorischen Sprüchen der Politik und Wirtschaft vertrauen. Wir sind ohnmächtig, ängstlich, verzweifelt und orientierungslos. Wir lenken uns von dieser inneren Leere, diesem inneren Schmerz ab, indem wir zuviel Rauchen, zuviel Essen, zuviel Saufen und überhaupt zuviele Dinge tun die uns eigentlich nur schaden müssen. Darunter fällt auch das vögeln ohne Liebe, das shoppen ohne Verstand, die Produktion von Dingen die keinen glücklicher machen, usw.

Uns fehlt die Verbindung zu uns selbst und unserer Umwelt, dies ist durch das gesellschaftliche Umfeld und vorallem durch die Erziehung entstanden. Diese anerzogene Bewusstlosigkeit bringt uns dazu ständig gegen die eigenen Interessen zu agieren. Wir brauchen Liebe und kämpfen doch täglich gegen andere und uns selbst. Wir kämpfen um bessere Noten und Banknoten, fühlen uns nie gut genug, weil wir niemals das Signal erhalten endlich zufrieden sein zu dürfen. Leider sind wir diesen Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien vollkommen ausgeliefert, da vor allem vorherige Generationen es versäumt haben für realistische Alternativen zu streiten und zu kämpfen. Wenn auch wir uns nicht dazu aufraffen können, wird es künftigen Generationen wesentlich schlechter gehen. Wir hätten eine weitere Chance vergeudet unser Leben aufrichtig zu genießen mit allen Möglichkeiten die uns begegnen.

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Ausbeutung & Unterdrückung ist nur durch Deine Bewusstlosigkeit möglich

Es herrscht immer noch Krieg zwischen den Menschen, egal ob als Nationen, Konzerne, Klassen, Gruppen zusammenfasst oder als Individuen innerhalb dieser Gruppierungen. Alle haben sich gewissen Plänen verschrieben. Es geht ihnen um Erfolg, Anerkennung und Fortschritt. Doch egal was erreicht wird oder nicht erreicht wird, generell sind die Menschen damit unzufrieden. Also folgen sie immer weiter Plänen die sie sich mit ihrem Verstand bzw. ihrem Ego erdacht haben oder die sie von jemand anderen eingeredet bekommen haben.

In der Schule wird damit angefangen den Menschen zu erzählen wie das Leben zu laufen hat. Es gibt keine Alternative und man darf als Schüler auch nicht einfach weggehen. Man muss zuhören, man muss mitmachen, man muss den Prinzipien und Vorstellungen der Lehrer, des Lehrplanes, der Eltern, der herrschenden Meinung gehorchen und sich dieser unterwerfen. Denn tut man dies nicht, wird man entsprechend bestraft, je besser man folgt, je mehr man aktuell geltende Ansichten des Zeitgeistes verinnerlicht und fehlerfrei widergibt, desto mehr Erfolg in Form von Noten, sozialen Aufstieg gibt es dann auch.

Diese Form des Forderns, Belohnens und Strafen, ist quasi überall Realität. Egal ob als Hartz IV Empfänger, Manager oder US-Präsident, Du hast Regeln zu folgen, Regeln denen wir uns unterworfen fühlen, Regeln die wir nicht selbst beeinflussen können. So hat man uns das immer eingeredet und entsprechend funktioniert die Welt. Tagtäglich herrscht Krieg zwischen den Menschen, sie kämpfen in Konzernen um Profite, um ihre Arbeitsplätze, um ihren Lebensstandard und am Ende des Tages gibt es immer einen Gewinner und einen Verlierer. Meistens sind es die Menschen die in den letzten Jahrhunderten generell die Verlierer waren. Die Menschen in der Dritten Welt haben schlechte Karten, weil bei ihnen Kapitalismus nie Sinn gemacht hat und sie ihn auch niemals praktiziert haben.

Man sagt die Afrikaner sind faul und selbst schuld an ihrem Leid, sie könnten sich ja etwas aufbauen und so weiter. Aber wären sie dann glücklicher? Sind wir denn glücklicher mit unserer „Zivilisation“? Was haben wir denn schon? Atomkraft, Waffen, Tiefkühlpizza, DSDS, Parteien die niemals das tun was ihre Wähler wollen, immer mehr Niedriglohnjobs, ich weiß nicht ob das alles Ausdruck von Fortschritt sein soll. Es gab wohl nie geistigen Fortschritt, nie Weisheit in der Schule, Politik oder Wirtschaft. Ich habe schon den Eindruck, dass man Konsumzombies braucht um Arbeitsplätze zu sichern, die Bevölkerung leichter kontrollieren zu können, damit der Status Quo weiterhin so bleiben kann wie er seit Jahrzehnten ist.

Während Milliarden Menschen verlieren, sich mit weniger bis gar nichts zufrieden geben müssen, bzw. es in vielen Fällen einfach zu lassen, weil sie sich nicht für die Probleme ihres Lebens interessieren und sich lieber mit Konsum und Vergnügen ablenken lassen, gibt es die berühmten „Oberen“ 10 000 die die Politik, Wirtschaft, Medien, Bildung etc. dominieren und maßgeblich beeinflussen. Soll das Demokratie sein? Soll das zum Glück aller beitragen? Wird das die Konflikte und die Kriege zwischen den Menschen, Nationen und Konzernen lösen? Bestimmt nicht und das ist sicher auch nicht das Ziel der Herrschenden. Teile und herrsche ist deren Motto.

Und solange die Menschen nicht ihre Bedürfnisse, ihr Verhalten hinterfragen, solange sie nicht hinterfragen warum sie soviel arbeiten müssen und immer weniger verdienen, während sie gleichzeitig immer mehr bezahlen müssen, wird sich alles nur noch mehr verschlimmern. Die Leute müssen an die Quelle der Probleme herantreten. Es ist der Verstand welcher nach Konflikten giert, welcher nach Erfolg und Anerkennung giert. Die meisten leben von uns in der Vergangenheit oder Zukunft, obwohl nur ein Moment zählt; nämlich die Gegenwart, das hier und jetzt. Wir könnten von einem Tag auf den anderen alle Probleme lösen, wäre das der Mehrheit der Menschheit bewusst. Wir könnten die Militärs auflösen, die Vermögen der Reichen nutzen, um den Hungernden Nahrung zu schenken, den Kranken Medizin zu schenken usw.

Diese Möglichkeiten werden natürlich in den Massenmedien, in der Schule usw. nicht angesprochen, denn das würde den Status Quo gefährden.

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Wieviel ist unser Leben wert?

Die meisten Menschen leben in einer Zelle, in einer Arbeitszelle dieser Gesellschaft. Fast jeder Tag wird der Arbeit geopfert, es wird dem Eigentümer gedient, der der eigentliche Herrscher des Arbeiters ist. Die Wirtschaft ist völlig undemokratisch und fern jeglicher Rechtssprechung. Aus Profitgründen wird die Arbeit unter immer weniger Menschen aufgeteilt, ganz besonders in den regelmäßig bzw. zyklisch auftretenden Krisen, wie aktuell. Immer mehr Menschen suchen also Jobs, damit sie ihre Rechnungen bezahlen können, aber die Jobs bekommen nur jene mit dem besten Lebenslauf, der besten Qualifikation, Flexibilität, dem besten Alter und so weiter. Gleichheit, ein Recht auf ein schönes Leben, für jeden Menschen, gibt es nicht.

Es gibt kaum noch Menschen die sich zwischen vielen Jobs entscheiden können, die ihnen gefallen, in denen sie sich entwickeln können, gleichzeitig gibt es immer mehr Jobs die schlecht bezahlt sind, ohne Leistungen für die Rente oder Versicherung. Unser Bildungssystem, welches in 3 Schichten eingeteilt ist, verschärft diese Zustände, auch wenn von unterschiedlichen Graden von „Begabungen“ gesprochen wird. Es ist allgemein bekannt: Schüler aus der Hauptschule werden sich immer im Dienst des Kapitals befinden, also ihr leben lang ihre Arbeitskraft für billige bzw. primitive Prozesse verkaufen müssen. Es gibt keinen Weg aus dieser Sklaverei für sie, denn sie werden niemals genug Kapital anhäufen können um aus diesem Kreislauf zu entkommen.

Es ist politisch so gewollt, dass eine gewisse Bevölkerungsgruppe generell arm & uninformiert bleibt, denn nur so bleiben sie kontrollierbar, so kann man sie für monotone, schlecht bezahlte Arbeit verheizen. Außerdem sind sie die idealen Konsumenten, da sie tendenziell am liebsten aus ihrem Leben fliehen möchten, sich von ihrer schlechten Lebensqualität ablenken wollen. Das funktioniert nicht immer, es kommt zu Drogenkonsum, Gewalt, psychischen, physischen Erkrankungen, Massenhysterie bzgl. Fußball, Sport allgemein. Die Ursachen dieser Probleme werden generell immer dort gesucht, wo sie definitiv nicht liegen. Siehe sämtliche Amokläufer der vergangenen Jahre, siehe die 1 Millionen Suizide jedes Jahr.

Politik wird als zu komplex befunden, nachdem die Massenmedien Jahrzehnte lang genau das, mit ihrer Verblendungstaktik, Desinformationsstragie, impliziert haben. Keiner kann die Politik verstehen, nicht einmal die Kanzlerin, so will man uns erzählen, während im Hintergrund die Fäden gezogen werden, für die nächsten Jahrzehnte der Verblendung, Unterdrückung und Ausbeutung. Die Wahlen sollen dem Großteil der Bevölkerung vormachen; ihr habt die Kontrolle! Doch in Wahrheit haben jene die Kontrolle, die am meisten Kapital und Einfluss in der Wirtschaft haben. Die Parteien dienen alle dem Kapital, das lässt sich auch an der Schuldenuhr ablesen, die Summe ist nur weitaus größer und wir, die Bevölkerung, schuldet diese Summe privaten Bankiers. Trotz wachsender Verzinsung, Zerstörung von Arbeitsleistung, fragt keiner ob das so sein muss.

Seit Jahrzehnten trifft die Politik Entscheidungen zugunsten der Wirtschaft, Überwachung, Rüstung, sie spricht von Terrorismus, notwendiger Verschärfung der Kontrolle bei Sozialempfängern, auf der anderen Seite haben wir tausende wohlhabende Steuersünder, immer mehr tote Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, immer mehr Arbeitslose, staatlich finanzierte Arbeitsplätze. Grundrechte werden aufgeweicht, weil die Zeiten ja so unfassbar hart sind, als ob früher alles besser war. Die Maschinerie der Desinformation ist gigantisch, mindestens so gigantisch wie die Maschinerie der Arbeit worin wir alle verheizt werden.

Was ist unsere tägliche Arbeit noch wert? Sie wird doch permanent unter wert verkauft und als Dankbarkeit hierfür ist man jederzeit ersetzbar, jederzeit kann man in den sozialen Abgrund gestoßen werden, an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, wenn man nicht den Vorstellungen des Marktes oder der leitenden Angestellten, bzw. der Kapitaleigner entspricht. Wo ist hier die Demokratie? Wo ist hier die Brüderlichkeit? Es gibt immer mehr Menschen die auf die Tafeln angewiesen sind, es gibt immer noch Tausende die verhungern und vermutlich Milliarden die sich mit der Situation einfach abgefunden haben, sich zufrieden geben mit ihrer minimalen Packung Freiheit bzw. sich desillusioniert mit Konsum und anderen oberflächlichen Kram von ihrem Leben ablenken.

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Es gibt keine Lösung für alle Probleme

Ja, die Zeiten ändern sich nicht. Es bleibt hart. Es bleibt aussichtslos. Es gibt immer weniger gut bezahlte Jobs, es gibt immer mehr Leute die diese Jobs haben wollen. Unser wirtschaftliches und politisches System wird dies weiter verschärfen. Viele jammern für sich allein, blicken nicht auf die Nachbarn, nicht auf die anderen Nationen, sehen nicht das große Ganze und fühlen sich entsprechend ohnmächtig, als hätten sie keine Wahl, als hätten sie keine Fähigkeiten positivere Veränderungen für alle Menschen anzugehen. Das Geld dominiert alle Lebensbereiche, ohne Geld kannst Du keine Rechnungen bezahlen, kannst dir keine Wohnung, keine Möbel, keine Bücher, Klamotten kaufen. Klar, der Staat gibt Dir ein paar Notgroschen, aber wer will die schon annehmen, gerade bei den Hetzereien gegen ALGEmpfängern? Jeder will lieber „auf eigenen Beinen“ stehen, das eigene Leben in die Hand nehmen und das eigene Glück mehren.

Aber es ist nicht möglich das zu tun, denn der Markt ist nicht fähig allen Menschen ein Chance zu geben. Ich habe es in meinem Blog schon ziemlich häufig beschrieben, wieso dem so ist. Die Realität sollte den Leuten zeigen das es so nicht weitergehen kann. Wenn es sich weiter verschlimmert, wie bisher, dann wird es bald schwere Konflikte geben. Konflikte die über das Jammern hinaus gehen, Konflikte mit denen selbst der Staat große Schwierigkeiten haben wird. Die Politik hat in den letzten Jahren immer stärker auf Wirtschaftsinteressen statt auf das Gemeinwohl gesetzt und wird für diese Politik bald den Preis sehen. Ich sehe quasi keine Firma die Vollzeitkräfte einstellt, Zeitarbeit, Kurzarbeit, 400 EUR-Kräfte, usw. alles eindeutige Zeichen wohin es in Zukunft weiterhin gehen wird. Wir werden uns demnächst wie in Amerika mit mehreren kleinen Jobs über Wasser halten müssen, es wird noch weniger Zeit bleiben das Leben zu genießen oder Fragen zu stellen, Antworten zu bekommen usw. Dieser Prozess beschleunigt sich immer mehr und es wird logischerweise mehr Konflikte geben.

Menschen die immer weniger Zeit für sich und ihre Leidenschaften haben, sind selbstverständlich gereizt, aggressiv, brauchen Ausgleich und so weiter. Wir haben Millionen Suizide bzw. Suzidversuche jedes Jahr, Millionen die an Depressionen leiden, Millionen mit schlechten Essgewohnheiten, Millionen die kaum Essen erhalten, Millionen die keine ordentliche medizinische Versorgung erhalten, Millionen die mit Billigjobs abgespeist werden und sich niemals ein Haus werden bauen können, Millionen die immer nur ihre Arbeitskraft auf dem Markt anbieten können und dadurch selbst zur Ware werden. Dagegen haben wir wenige Menschen die Milliarden auf ihren Konten haben, ganz wenige Menschen die ihr Geld arbeiten lassen und nur noch Luxusprodukte konsumieren, wenige Menschen die sich Inseln statt Häuser kaufen, wenige Menschen die die politischen Entscheidungen beeinflussen, wenige Menschen die trotz ihrer großen Vermögen allenfalls in Stiftungen investieren um Steuern zu hinterziehen. Vielleicht sind das alles nur Legenden, populistische Phrasen, aber es läuft offenbar real mehrheitlich so, sonst wären all diese Probleme doch gar nicht vorhanden.

Es wird gern behauptet die Reichen wären die Leistungsträger. Aber was ist mit den Kassierern bei Lidl oder den Putzen die die Büros reinigen, den LKW-Fahrern auf den Autobahnen, sind das keine Leistungsträger? Haben die nicht auch wesentlich mehr Geld und Entlastung mit ihrer täglichen harten Arbeit verdient? Die Methoden mit denen diese Leute um ihr Recht betrogen werden, sind gerade in den Massenmedien täglich einsehbar. Es wird ein Feuerwerk der Entrüstung ausgelöst wenn man die Systemfrage stellt oder an die Vermögen der „Reichen“ gehen will. Die sehen ihre soziale Leistung im erwirtschaften der Summen die sie teilweise nun auf ihrem privaten Konto haben. Ich sehe das völlig anders. Wer braucht schon mehr als 1 Millionen EUR auf dem Konto, besonders angesichts der Verhältnisse in der Welt? Wieso setzen sich die „Reichen“ nicht zusammen, gründen eine fette Stiftung und lösen alle Probleme? Offensichtlich sind sie daran interessiert egoistisch ihre Vermögen zu halten oder zu vermehren. Sie identifizieren sich nicht mit den Hungertoten, den Harz4-Empfänger, Zeitarbeitskräften usw. Vermutlich sind sie da nicht viel anders als viele andere Menschen, was aber nichts daran ändert dass das Bewusstlosigkeit ist.

Diese Bewusstlosigkeit erzeugt Gewalt, Mord, Ausbeutung, Zerstörung jedweder Form. Das scheiten jeglicher Ideologien, egal ob Sozialismus, Kapitalismus etc. ist begründet auf dieser Bewusstlosigkeit. Egal was sich der Mensch ausdenkt, denkt er nicht an andere, respektiert er andere nicht, wird das was er sich erdacht hat zur Qual für sich und andere.  Insofern ist es nicht notwendig sich Gedanken zu machen wie man die Gesellschaft grundsätzlich ändern „muss“ damit es besser ist. Es ist notwendig zu Fragen warum seit tausenden von Jahren die Menschen nicht in der Lage waren friedlich miteinander umzugehen und keinen zu vernachlässigen. Man muss mehr in die Realität gehen und beobachten wie es ist. Die theoretischen Vorstellungen können selten 1 zu 1 auf Milliarden Menschen übertragen bzw. aufgezwungen werden. Schliesslich sind wir alle Individuen mit eigenen Vorstellungen, Wünschen und Träumen. Niemand kann und sollte das irgendwem absprechen. Diese Welt sollte für jeden offen sein, jedem das Recht auf Leben und Glück von Geburt bis zum Tode ohne wenn und aber sichern. Es sollte keine Grenzen geben.

Es wird nie eine Lösung für alle Probleme geben. Keine Ideologie wird jemals das Leben von allen Menschen einschliessen können. Deshalb werden alle Parteien immer scheitern. Deshalb werden wir uns im Streit nur im Kreis drehen, während rings um uns herum die Leute verhungern oder ums überleben kämpfen. Das ist doch kein Leben! Jeder Mensch ist für sich und andere verantwortlich. Jeder Mensch sollte sich daher Fragen was die wirklichen Ursachen der Schwierigkeiten lokal und global sind. Hierfür gibt es keinen Plan oder vorgeschriebenen Weg. Jeder Mensch hat individuell für sich allein diesen Fragen nachzugehen, wenn er sich irgendwann einmal glücklich schätzen will. Man kann gerne sich mit Ideologien auseinandersetzen, aber man muss vorallem deren Grenzen kennenlernen und sich dann fragen warum es diese Grenzen gibt. Das menschliche Denken ist begrenzt, folglich sind alle Ideologien begrenzt und würden Konflikte produzieren, wenn man sie in die Realität übertragen wollte.

Wir haben heute dieselben Probleme wie vor 500 oder 2000 Jahren. Wir denken uns etwas aus und verlangen von anderen Menschen das sie dem folgen was wir uns ausgedacht haben. Und dann wundern wir uns das es Konflikte gibt. Es ist absurd. Die schwachen Leute gehören zu den Verlierern dieser Gesellschaft, immer noch, es gibt nur in den „reichen“ Ländern ein relativ schwaches Solidarprinzip, während in anderen Nationen die Menschen glatt verhungern oder auf Müllbergen versuchen zu überleben. Wie ist das möglich? Wie sind diese Entwicklungen möglich geworden? Warum werden sie nachwievor hingenommen? Wo sind die Proteste? Wo die Debatten? Wo sind die rebellischen Jugendlichen? Saufen die sich wirklich alle ins Koma? Es ist erschreckende Bewusstlosigkeit, produziert von einer Gesellschaft die sich in weiten Teilen selbst ignoriert. Dies muss in Konflikten enden, ich kann es gar nicht oft genug betonen!

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Revolution ist vorprogrammiert

Wenn die Nutten Nachts nach „ein bisschen Spass“ fragen, dann ist das Normalität. Wenn sich die Strassenpenner um Pfandflaschen streiten, dann ist das Normalität. Wenn die Bonzen und deren Kidz überteuerte Designerware in Unmengen kaufen, dann ist das Normalität. Wenn die Studenten keine Zeit mehr für kritische, wissenschaftliche Reflexion haben dann ist das Normalität. Wenn die Touristen und Einheimischen besoffen von allerlei Substanzen durch die Straßen taumeln, pöbeln und kotzen, dann ist das Normalität. Wenn die Menschen aufgrund von Konkurrenz- und Wettbewerbsprinzipien wahnsinnig werden und keinerlei tiefere Bindungen zu anderen Menschen eingehen können dann ist das Normalität in Berlin, Deutschland und der Welt!

Wir sind gemeinsam durch unsere von Geburt an gelehrten und vorgelebten Vorstellungen geprägt, u.a. mit der Vorstellung das Leben sei ein ständiger Kampf. Kampf gegen schlechte Noten, schleche Arbeit, schlechte Bezahlung, schlechte Gedanken, Gefühle und Menschen. Diese Vorstellung hat uns alle zu Feinden und Konkurrenten gemacht. Wir misstrauen einander, wir betrügen, verletzen und töten uns gegenseitig, weil wir glauben es gäbe keine Alternative, der Mensch sei nunmal egoistisch. Dabei sind diese Taten und Vorstellungen nur Resultate (un)durchdachter Ideologien, die teilweise von alten Herrschern als Mittel der Unterdrückung formuliert und durchgesetzt wurden.

Wir Arbeiter, Arbeitslose, Schüler und Studenten werden absichtlich durch Wirtschaft und Politik unter Druck gesetzt, sodass wir kaum Zeit und Muse für kritisches Nachfragen finden. Trotz immenser Steigerung der Produktivkräfte arbeiten wir mehr als im Mittelalter. Obwohl wir aufgrund unserer jetzigen Lebensmittelindustrie 12 Mrd. Menschen sofort ernähren könnten, verhungern täglich tausende Menschen, bei einer Weltbevölkerung von 7 Mrd. Menschen. Wir verfügen über mehr Wissen als alle Generationen zuvor, sind besser vernetzt als jemals zuvor und dennoch gibt es Turbo-Abi und andere perverse Verkürzungen im Bildungssystem.

Wir werden mithilfe der künstlichen Verknappung, die Teil der kapitalistischen Grundordnung ist, in relativer Bewusstlosigkeit gehalten. Die Menschen engagieren sich immer weniger für ihre und die Rechte anderer Menschen mit der Begründung sie hätten keine Zeit. Sie haben deshalb keine Zeit mehr, weil der Konkurrenzkampf auf den Märkten immer härter wird und sie immer mehr Lebenszeit in Schulbildung, berufliche Ausbildung und Karriere stecken müssen, um sich ein halbwegs erträgliches Leben finanzieren zu können. Der Konkurrenzkampf wird stärker weil sich immer mehr Leute um immer weniger Gewinne streiten. Die Gewinne werden weniger, weil es keine bzw. kaum noch neuen Absatzmärkte mehr gibt und diese werden geringer weil die Welt und die Menschen begrenzt sind. Unser Kapitalismus mit all seinen Formen gerät so immer wieder mit der Realität in Konflikt. So wird es für unser System zum Problem wenn wir satt, glücklich und arbeitslos sind. Wir dürfen gar nicht frei von oberflächlichen Vorstellungen und Bedürfnissen sein, weil wir sonst das wirtschaftliche und das damit zusammenhängende politische System auflösen.

Verzweifelt werden Bedürfnisse kreiert die nicht befriedigt werden können um irgendwie Märkte, Gewinne zu generieren und das System so am laufen zu halten. Dabei bleiben Bedürfnisse auf der Strecke die nicht mit Geld befriedigt werden können. Unser parlamentarisch-demokratisches System ist ebenfalls unbrauchbar. Denn es verwaltet die Krisen nur, behebt sie aber nie, im Gegenteil in der Vergangenheit sorgte es selbst immer wieder für Krisen, weil deren Vertreter offenbar keinerlei oder nur gering die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Bedürfnisse kennen oder kennenlernen wollten. Es liegt in der Natur des parlamentarisch-demokratischen Systems die Bedürfnisse der Menschen gegenseitig auszuspielen. Nur die Bedürfnisse mit den stärksten Vertretern werden gehört und teilweise befriedigt.
Deshalb machen unsere Politiker vorallem für die Wirtschaft Politik, denn diese verfügt über die nötigen finanziellen Mittel um Lobbyisten auf Politiker anzusetzen, Thinktanks oder Kampagnen zu bezahlen. Während „normalsterbliche“ Bürger nebenberuflich und ehrenamtlich hunderttausende Unterschriften zu einzelnen Forderungen sammeln müssen und meistens kaum Gehör finden. So geht es seit mehr als 60 Jahren.

Aber die menschliche Lernfähigkeit ist nicht aufzuhalten, Widerstand gegen diese stupiden Unterdrückerideologien und primitiven wirtschaftlichen Verhältnisse wird sich immer wieder vorallem zeitgleich zu den vorprogrammierten Krisen bilden. Diesen Fakt wollen zurzeit mächtige Politiker und Bosse nicht wahrhaben und spielen gleichzeitig sich und anderen vor, wir würden bereits jetzt in der besten aller möglichen Welt leben.

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Die Bestie Mensch & die Wirklichkeit

Heute und in den vergangenen Tagen habe ich immer wieder erlebt zu welch unfassbar schrecklichen Handlungen der Mensch fähig ist. Es gibt beispielsweise jemanden der mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung mithilfe von Drogen junge Frauen von sich abhängig und gefügig macht. Dabei ist dieser Jemand mindestens so verwirrt, traumatisiert und einsam wie die Person, die er für seine Zwecke benutzt. Die ständige Wiederholung dieser Taten zeugen von einer tiefen illusorischen Lebenseinstellung voller Leere und Kälte, – sie muss Chaos und Leid produzieren.

Ich begegne ständig zerstörten Menschen mit verlorenen Träumen und einer Unmenge an Ängsten. Ihre Unfähigkeit sich selbst zu heilen und die alltägliche Erfahrung keinerlei aufrichtige Unterstützung zu erfahren, steigert ihre Hilflosigkeit und die Sehnsucht nach vollständiger Vernichtung ins unermessliche. Andere Menschen hingegen erleben sich fast völlig verbittert und verspotten jegliche Ergebnisse menschlicher Aktionen, stossen sogar andere Menschen noch weiter in ihr Elend. Es gibt unfassbar viele Formen von Unfähigkeit, Ignoranz, Dekadenz oder einfach nur Zerstörung. Und die vernichtende Steigerung von all diesen Erfahrungen die ich gemacht habe, ist die Erkenntnis, dass all das systematisch organisiert und damit gewollt ist.

Wenn ich diesen Menschen begegne, dann erkenne ich sie als die logische Folge verlogener Vorstellungen die seit Jahrhunderten propagiert und gelebt werden. Damit sind vorallem die wirtschaftlichen und politischen Vorstellungen gemeint, denn diese hatten in der Vergangenheit vorallem das Ziel die Menschen in Bewusstlosigkeit und damit in Sklaverei und unter Kontrolle zu halten. Jene Menschen also die heutzutage einsam durch die Strassen taumeln, um zu Clubs zu kommen um sich zu besaufen, um zur Arbeit zu kommen um die Profite zu steigern oder permanent Beziehungskrisen nicht nur in der „Liebe“, sondern in Beziehungen zu allen Menschen Konflikte austragen, sind Teil der systematisch produzierten Bewusstlosigkeit der Eliten der vergangenen Jahrhunderte.

Und überdies haben sie diese Sklavenmentalität, diese Selbstzerstörung, Dank ihrer weiten Verbreitung in fast allen Ländern der Erde, fast vollständig verinnerlicht und begreifen diese als ihre Identiät und damit als Normalität. So wird es tatsächlich zu einem existenziellen fundamentalen Megaproblem die Idiotie zu stoppen. Es ist nahezu unmöglich die Menschen daran zu hindern dumme Scheiße zu machen, weil sie diese dumme Scheiße als Teil ihrer Identität begreifen. Sie können sich gar nicht vorstellen ohne Drogen Einklang und Wärme zu erfahren, sie können sich gar nicht vorstellen ohne Chef, ohne Hierarchie, ohne McDonalds oder Krieg zu leben. Dies ist das wahre Drama der Menschen. Dies ist die Abwärtsspirale in die sich die Menschen verliebt haben und es kostet sie alles was sie im Leben lieben und schätzen gelernt haben.

Sie sind Opfer und Täter und sie schaffen und zerstören. Es scheint so als sei dies die wahre Natur des Menschen. Es scheint als sei er seit Jahrtausenden zu nichts anderem mehr fähig und müsse das Paradies weiter vertreiben, statt es endlich anzunehmen. Was macht man mit einer Gruppe von Menschen die jederzeit am äußersten psychischen Limit agiert? Was macht man mit den Menschen, innerhalb dieser Gruppen und Cliquen, die andere, ohnehin schon verwirrte und traumatisierte, Menschen für ihre Zwecke manipulieren? Wieweit soll das noch gehen? Wieviel Schmerz müssen wir noch erleben um endlich aufzuwachen?

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3000 Jahre ohne Liebe

Politiker sind nichts besonderes, sie sind ähnlich wie die sogenannten „Reichen“ und Besserverdienenden nichts weiter als gewöhnliche Menschen. Und obwohl sie völlig gewöhnliche Menschen sind bestimmen sie über das Leben anderer Menschen. Mit welchem Recht tun sie das? Sie sagen sie wären die Vertreter anderer Menschen, die keine Zeit oder Lust haben ihre Bedürfnisse zu hinterfragen, zu erkennen, zu organisieren und zu befriedigen. Ich frage mich wie irgendein Mensch wissen kann was der andere Mensch braucht, obwohl er sich niemals mit ihm persönlich auseinandergesetzt hat? Wie kann ein Politiker, eine politische Partei, Angestellte in Konzerne, deren Bosse wissen was irgendein anderer Mensch wirklich braucht, wenn sie permanent nur über ihn reden aber niemals mit ihm? Sie können es nicht wissen, vorallem weil sie nicht einmal wissen was sie selbst wollen und genau hier beginnt der Selbst- und Massenbetrug!

Die Menschen betrügen sich und andere Menschen sobald sie die jetzigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse akzeptieren. Jeder treibt Tag für Tag, Euro für Euro die Zerstörung überlebensnotwendiger Grundlagen voran, solange er nicht die Verhältnisse, Vorstellungen und Verbote hinterfragt hat und aktiv bekämpft! Es ist dringend notwendig mit diesem vielseitigen Betrug aufzuhören, denn er tötet Menschen, Tiere, Umwelt, er zerfrisst sämtliche Gefühle, Hoffnungen und vernichtet deren Grundlagen! Jeder Mensch weiß selbst was für ihn am besten ist, dies kann niemand für ihn übernehmen. Bedürfnisse, Vorstellungen jedes einzelnen Menschen können sich jederzeit ändern. Das Leben an sich ändert sich ständig. Das politische und wirtschaftliche System ist unfähig diesen engen Kontakt in dieser hohen Geschwindigkeit zu halten und muss daher immer Millionen von Menschen ignorieren, zerstören und Konflikte produzieren.

Unsere Parteien sind nichts weiter als riesige gedankliche Fressmaschinen die alles für ihre Machtpolitik in sich hineinschlingen und nach einer Weile einen riesigen Haufen Scheiße namens Parteiprogramm ausdrücken. Wie sollen individuelle Bedürfnisse die sich ständig verändern mit einem Einheitsbrei der alle paar Wochen ausgeschissen wird schön und gut befriedigt werden? Es kann nicht funktionieren. Es ist ein Naturgesetz. Schon unsere körperlichen Sinne verhindern das unser jetziges politisches und wirtschaftliches System funktionieren kann. Schliesslich nehmen wir alles mit Verzug wahr, unsere Bedürfnisse und das Denken kommen danach, und erst spät können wir Muster, also Vorstellungen, Ideologien usw. entwickeln denen wir wie „Gewohnheitstiere“ folgen obwohl sie meist nicht notwendig sind. Es muss also Unterdrückung, Ausbeutung, Zerstörung, Ignoranz, Arroganz, Chaos und so weiter geben, weil dies die logische Folgen unseres Systems ist.

Wer braucht den Staat außer die Herrschenden? Wer braucht den Kapitalismus außer die Bonzen? Wer braucht die Kontrolle über die Massen? Es ist offensichtlich das wir von Geburt an ins Hirn gefickt werden, von Leuten die nicht wollen das wir eigenständige freie Menschen sind die selbstbestimmt und stolz täglich ihr Leben spontan mit einzigartigen Eigenschaften erfüllen. Wir sind Opfer der mehr als 300 jährigen Ideologie des Liberalismus. Wir – das sind die Hauptschüler, Realschüler, jene die die Schulen abgebrochen haben, auf der Strasse, in Squads leben oder in wirtschaftlicher Knechtschaft versklavt sind. Wir – das sind jene Menschen denen ständig eingeredet wird sie wären faul, dumm, primitiv, unbrauchbar, wertlos, schwierig, laut, unbequem, asozial und so weiter! Wer hat zu bestimmen wie man ist? Es gibt nur eine Person und das ist jeder für sich selbst! Was nicht heißen muss dass das im Chaos endet. Eine Abschaffung des Staats und der jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse mitsamt der Herrschercliquen führt zu einer freieren Menschheit im Sinne der Anarchie, also einer Ordnung ohne Herrschaft.

Die Menschen in den Schulen, in den Konzernen, in der Politik und auf den Strassen sind in den meisten Fällen unbewusste traumatisierte Wesen die darum ringen geliebt, akzeptiert und gestärkt zu werden. Die Menschheitsgeschichte war schon immer eine traurige, zerrissene, voller Kämpfe, Blut und Wut, aber wer sagt dass dies immer so weiter gehen muss? Wir bestimmen wie es weitergeht, wir bestimmen was man uns antut und was man uns nicht antut. Wir können uns organisieren, wir können unser Bewusstsein schärfen, wir dürfen das Leben genießen und müssen uns von niemanden sagen lassen es wäre falsch, egoistisch oder krank! Das jetzige System hat keine Berechtigung es ist gebaut aus Blut und Knochen, auf dem Rücken bewusstloser Sklaven die glauben sie seien glücklich, weil sie nie etwas anderes erfahren haben. Befreit Euch endlich aus Eurer Gedankenlosigkeit oder wollt ihr immer Sklaven bleiben?!

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Freiheit hat einen Namen: Anarchie

FREIHEIT – das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat, Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und des Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet, zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Große Probleme unserer Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, (Aus-)Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung, Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Massenmord, sprechen eine beredte Sprache.

Die „Freiheit der Menschen“ ist nicht zu verwechseln mit „der Freiheit der Männer“, als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß Anarchist(Inn)en sich an vorderster Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren „Mann“ in der hierarchischen Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen wir leben, profitieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat. Viele Frauen ziehen jedoch auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und mißhandelt. Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Eine Reihe Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein, wenn (Alibi)Frauen vom Typ Thatcher, Merkel, Breuel, Ciller etc. die Plätze der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber, gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. „Privaten“ auf, sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN
NICHT DENKBAR, schon gar nicht „machbar“, (Herr Nachbar …) !

Anarchie heißt auch nicht „Freiheit der Erwachsenen“. Kinder sind in dieser Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Sklaverei, Vergewaltigung, Folter und Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei „Besitzrechte“ an ihnen. Es sind nicht unsere Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen, die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten (Um)Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen in Erwartung eines „besseren Jenseits“ regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien jeder Art „Religion“, mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr „weltlichen“ Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven den Körper, „Kirchen“ – wie immer sie sich auch nennen – den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der „Gottesstaaten“ die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft „von Gottes Gnaden“, , Inquisition, „heilige“ Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum (das unteilbare Selbst) mit dem revolutionären Bewußt-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die alltägliche DIREKTE AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen das „Unmögliche“. Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN,
SONDERN KEINE ! (Bert Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung von Minderheiten durch die etablierte (teils äußerst geringe) Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von „Demokratie“ und „Freiheit“ begangen worden wäre. Mensch denke nur an die „Vorzeigedemokratie“ USA. Sogar Hitlers NSDAP (nur ca. 30% WählerInnen 1933) ist von den (konservativen) Weimarer Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden !!!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst mißbrauchen. Ein ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, daß hierzulande und anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polster wird, auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst ?!

Noch etwas zum guten Schluß: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, daß du dich schon selber aufraffen mußt, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erstmal von dir selbst. Das ist ein guter Weg zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt.

(Quelle: http://www.a-laden.org/anarchie.htm)

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Berlin – Du bist so wunderbar

Vor ein paar Monaten sass ich noch leicht bis völlig verzweifelt in irgendeinem verschlafenem Kaff, voller Menschen die nichts anderes taten und tun als arbeiten, arbeiten, arbeiten.  Ich hatte die letzten Monate, ja – sogar Jahre, vorallem damit zugebracht diese Gesellschaft und ihre Probleme, Konflikte und Sorgen zu sichten, zu begreifen und träumte teilweise kurzweilig  auch davon Lösungen diesbezüglich zu finden. Mein Engagement, welches ich nachwievor auch als Arbeit betrachte, war und ist gesellschaftlich nicht anerkannt. Ich bekam  für meinen Aktivismus, meine Gedankengänge und Recherchen keinen Lohn, keinen Job, keine Perspektive innerhalb des Systems. Meine Zweifel, meine Fragen waren für die meisten Arbeitgeber und Arbeitskollegen, für die Ämter, sogar für meine Familie, Freunde und Bekannte lediglich lästig, naiv und unproduktiv. Und darüber war ich lange Zeit mehr als ratlos und fragte mich langsam ob ich selbst das Problem sei. Dann endlich, nach langem zögern entschied ich mich eines Tages völlig aus dem Moment heraus spontan nach Berlin zu ziehen. Ich kaufte ein Ticket und flog mit kaum Gepäck am selben Tag weg.

Seit Anfang August 2009 bin ich nun hier in Berlin, in einer riesigen Stadt, mit einer riesigen Geschichte und beeindruckender sozialer, kultureller und künstlericher Vielfalt, welche auch unzählige hässliche wie schöne Gegensätze beherbergt. Viele Menschen in München hatten mich vor Berlin gewarnt, der soziale Abstieg wäre dort ganz besonders schnell und brutal. Die Arbeitslosigkeit in Berlin ist hoch, keine Frage, die Frustration, Wut, Perspektivlosigkeit ist daher natürlich viel stärker konzentriert als im verwöhnten überschaubaren München. Mich packte Berlin aber vom ersten Moment an, auch wenn sehr viele Menschen in der U-Bahn, auf der Strasse betteln, singen, Texte aufsagen, Flaschen sammeln um sich etwas zu „verdienen“. Mich packte Berlin besonders schnell weil die Probleme nicht mehr versteckt werden können und sich daher immer wieder eine gewisse kritische Masse an Menschen bilden und reproduzieren konnte. Die Touristen können genausowenig wegsehen wie die eigentliche Bevölkerung oder die Politik und Wirtschaft, daher bietet Berlin den idealen Nährboden für Bewegungen und wesentliche Veränderungen.

Obwohl die Zustände den meisten Menschen bekannt sind, sind diese Zustände kaum verändert worden, was mich besonders am Beispiel des Kinderstrichs bzw. Babystrichs schockiert. Vielleicht berührt mich dieses Thema deshalb so besonders, weil ich doch eine sehr idealisierte, romantische Ansicht zu Frauen, Sexualität und Beziehungen habe. Dennoch kann keiner ignorieren das Menschen unter 18 ihren Körper nicht verkaufen sollten und das Prostitution im allgemeinen genausowenig wie Drogen länger kriminalisiert werden sollte. Aus meiner Sicht ist die Prostitution nicht nur das „älteste Gewerbe der Welt“ sondern auch das ehrlichste, weil hier offensichtlich ist was getan wird und warum es getan wird. Es geht um gut bezahlte oberflächliche Befriedigung von Geilheit und in einigen Fällen bestimmt auch um Phantasien die von „gewöhnlichen“ Partnern nicht befriedigt werden können.

In Wahrheit verkaufen wir uns alle im kapitalistischen System wie die Prostituierten auf der Strasse, nur heißt unser Strich Arbeitsamt oder Arbeitsmarkt, Stellenanzeiger usw. und das Anquatschen von Freiern ist bei uns die Bewerbung bzw. das Bewerbungsgespräch. Die Menschen die sich auf dem Strich verkaufen sind also Unternehmer mit Gewinnen und Verlusten, mit der ständigen Bestrebung möglichst hohe Profite zu erzielen. Die Prostituierten sind lupenreine Kapitalisten und sie sind sowohl Sklaven wie auch Sklavenwärter, die Arbeit fungiert hier als Polizei wie auch bei all den anderen Berufen, Branchen innerhalb dieses Systems. Und das interessante an Berlin ist, viele Menschen wissen von diesem Zustand. Sie begreifen bspw. den vom System organisierten Arbeitszwang und kämpfen mit ihren Mitteln mehr oder weniger intensiv dagegen an. Einige sind als Hausbesetzer aktiv, andere gehen auf Demos, wieder andere machen Kunst, malen, zeichnen, schreiben, es gibt Musiker unzähliger Richtungen und überhaupt endlos viele Menschen deren Protest sich unheimlich individuell äußert.

Und diese Leute spüre ich in dieser Stadt obwohl ich sie noch nicht alle kennengelernt habe. Vielleicht spüre ich auch die berühmte Mauer die mal in der Stadt stand. Ich bilde mir ein diese Mauer hat sichtbar gemacht wie es in den Köpfen der Menschen in den letzten Jahrhunderten aussah. Auch die chinesische Mauer ist dafür ein gutes Beispiel, aber diese Berliner Mauer ist natürlich unser ganz persönliches deutsches Ding.  Das Zitat: Die Mauer verläuft nicht zwischen Arm und Reich, sondern zwischen Dir und mir. Beschreibt ganz gut was ich meine. Wir haben einen permanenten Kampf und Wettbewerb um Ansichten, Ideologien, Positionen egal um welchen Aspekt der Realität es geht. Wir versuchen mithilfe der Sprache und der Kommunikation und jede Menge Engagement für eine bestimmte Partei, Ansicht usw. irgendwie einen „Sieger“ zu ermitteln, um uns endgültig darauf bzw. danach ausrichten zu können. Dieser individuelle wie kollektiv gelebte Versuch ist eine Illusion und er muss kontinuierlich scheitern. Jeder Mensch und alles was er tut oder denkt ist einzigartig, daher ist es unmöglich einen bestimmten Gedanken oder ein bestimmtes Gefühl einem anderen Menschen aufzwingen zu wollen. Sobald versucht wird per Zwang etwas bestimmtes anderen Menschen aufdrücken zu wollen, entsteht automatisch Widerstand und damit ist auch der erste Schritt hin zum Konflikt und Scheitern getan.

Das Leben ändert sich ständig. Alle unsere Urteile hängen naturgemäß der Realität immer hinterher und obwohl wir das täglich individuell wie auch kollektiv spüren entspannen wir uns nicht, sondern steigern sogar unsere Anstrengungen unsere Ideologien, Gedanken, Urteile an die Realität anzupassen. Lernen wir nicht uns zu entspannen und geben wir diesen Wettbewerb bzw. Wettlauf nicht auf, werden wir immer und immer wieder Konflikte jedweder Art produzieren. Wir müssen erkennen das jeder Mensch seine einzigartige Sichtweise auf das Leben und alle darin befindlichen Aspekte hat. Jeder hat seine einzigartigen Erfahrungen gemacht, verbindet seine einzigartigen Gefühle damit und wird sich auch entsprechend einzigartig dazu verhalten. Es macht daher keinen Sinn pauschal irgendetwas in irgendwelche Schubladen zu sortieren, es sei denn man tut dies um sich zu orientieren was es so gibt. Es ist notwendig daraus keine Gesetzmäßigkeiten, Zwänge usw. zu entwickeln in dieser Welt ist überhaupt nichts sicher, nichts hat Bestand alles unterliegt der ständigen Veränderung. Nichts ist beständiger als die Veränderung!

In Berlin hat man meiner Ansicht nach diesen extrem wichtigen Aspekt auf sehr unterschiedliche Art und Weise verstanden oder verinnerlicht. Viele Leute haben es mal freiwillig mal gezwungen aufgegeben, dem permanenten Wettlauf um Resourcen, Arbeitsplätze, Anerkennung usw. flexibel und unermüdlich zu folgen. Sie haben verstanden das es eine Ideologie ist unter dem scheinbar edlen Dogma des „lebenslangen Lernens“ die „Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt“ aufrecht zu erhalten. Diese Ideologie ist wie jede andere zum scheitern verurteilt, nicht nur weil sie begrenzt ist, sondern auch weil sie sehr vielen Menschen auferzwungen wird, sobald diese auf die Erde geboren werden. Die wenigsten Menschen entscheiden sich tatsächlich freiwillig dafür in jedem Menschen einen potentiellen Konkurrenten zu sehen, vorallem in Deutschland, einem Land welches voller Überflüss existiert. Dennoch haben wir erstaunlicherweise mehr als 30 Millionen Menschen die tagtäglich  zur Arbeit fahren und stundenlang ihren Körper hinhalten. Sie arbeiten zuviel, bekommen zu wenig und lernen daraus überhaupt nichts. Sie verkaufen zum Vorteil einer Minderheit ihre Eigenschaften und ihre Lebenszeit und sehen darin überhaupt kein Problem solange sie „genug“ bezahlt bekommen. Sie sind Opfer einer Ideologie die behauptet Arbeit sei ein Naturgesetz welches dem Menschen von Geburt an mitgegeben wird. Und diese Ideologie stammt, wen wunderts, von der Minderheit für die permanent geschuftet wird.

In Berlin gibt es Menschen die sich einen Kopf um dieses System machen, vorallem weil sie u.a. aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit Zeit haben sich intensiver mit den Problemen des menschlichen Zusammenlebens auseinanderzusetzen. Sie streben danach etwas Neues auszuprobieren was natürlich nicht immer wie gewünscht oder sonderlich erfolgreich verläuft. Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus, sind wunderbare Ansätze wie sich die Menschen einmal organisieren könnten, aber sie werden wie schon erwähnt alle komplett individuell eingeschätzt, beurteilt und behandelt. Dies trifft natürlich auch auf den Kapitalismus, die Soziale Marktwirtschaft, den Neoliberalismus und so weiter zu. Es ist nur natürlich das jeder Mensch seine eigene Sicht auf irgendeinen Aspekt des Lebens hat. Wir haben genau genommen mehr als 6 Milliarden verschiedene Ansichten auf der Welt. Wie sollen wir damit umgehen? Ich spüre das in Berlin diese Frage insgeheim immer und immer wieder aufkommt, nur scheint sie keiner wirklich auszusprechen. Eher verfallen die Menschen immer und immer wieder in einzelne Aspekte gewisser Umstände des Lebens, ertrinken gewissermaßen darin, bekämpfen eventuelle Feinde, greifen nach eventuellen Rettern oder Ästen und kommen nie wieder an die Oberfläche, verlieren die Übersicht und das wars dann. Es ist dramatisch was hier passiert, aber zugleich auch umfassend spannend. Sind wir Menschen als reflektierende Masse irgendwann oder vielleicht sogar möglichst bald in der Lage das Paradies auf Erden zu organisieren?

Ich glaube Berlin ist eher bereit sich diesen teilweise sehr harten Ansichten, Widersprüchen und so weiter zu stellen. Die Berliner Bevölkerung hat in der Vergangenheit sehr viel mehr erlebt und durchmachen müssen als andere Menschen in Deutschland. Es war und ist eine besondere Verkettung von Traumatas die permanent auf die Menschen einzuwirken scheint und sich immer weiter entfaltet. Ich bin absolut sicher, wir werden immer stärker dazu in der Lage sein unsere eigenen Dummheiten erkennen. Es gibt keine andere Alternative als das Paradies! Und deshalb bin ich glücklich hier in Berlin zu leben, denn hier wird es definitiv aufkeimen.

 Ich werde ab sofort in dieser Rubrik mehr oder weniger oft berichten was ich erlebe, vielleicht auch Teile einzelner Diskussionen mit den vielen Aktivisten die ich so treffe verbreiten. Ich bin wirklich froh darüber was für Menschen ich bereits getroffen habe. Egal ob es sich um die Leute der Offenen Universität Berlin (OUBS), um die Leute hinter der Überpartei Deutschland (ÜPD) oder um nicht-organisierte Individuen handelt! Es gibt Menschen die sich die Lebenslust und vorallem Lebensfreude trotz der autoritären, brutalen Menschheitsgeschichte nicht nehmen lassen! Es gibt ohne Zweifel viel zu verstehen, vieles zu diskutieren und es wird viele erschütternde Rückschläge geben, aber was haben wir anderes zu verlieren außer unsere Ketten und Illusionen? 🙂

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Wie verdient man 700 Millionen Dollar in einem Jahr?

Stephen Schwarzman hat innerhalb der letzten 12 Monate über 700 000 000 Dollar verdient, so meldet es eine Nachrichtenagentur. Sein gesamtes Vermögen beläuft sich laut Forbes auf 3,5 Milliarden Dollar und gehört damit zu den 100 reichsten Amerikanern. Er ist damit nicht allein. Etliche andere Leute wie Lawrence Ellison haben über 500 Millionen oder Ray Irani mit über 200 Millionen Dollar eingestrichen. Die Liste liesse sich beliebig ausweiten, aber womit haben diese Menschen das verdient?

Schwarzman besitzt eine 31 Millionen Dollar teure Wohnung und diese hat er sich auch bitter verdient nach dem er so lange in Yale/Harvard studiert und in der Branche Türklinken geputzt hat.  Klar spendet er hier und da mal auch ein paar Millionen, er ist kein Egoist, ein bisschen etwas für das Kennedy Center oder die Republikaner insbesondere George W. Bush muss schon sein als Ausdruck der sozialen Ader.  Die Millionen Menschen in Armut wären auch keine profitablen Investitionen.

Die 700 Millionen Dollar hat Schwarzman wohl durch die Aktienbeteiligungen am Konzern Blackstone erworben und ist laut weiteren Medienberichten auch der Gründer des Konzerns. Nun möchte ich ihn nicht als einen schlechten Menschen darstellen, ich verstehe nur einfach nicht wie ein einzelner Mensch derart hohe Summen aus seiner „eigenen Leistung“ verdient haben könnte. Vielleicht ist das einfach die normale Logik dieses korrupten Systems. Die Leistung bzw. die Möglichkeit dieses Erfolges des Unternehmens war bestimmt nicht völlig allein durch die Leistungen des Herrn Schwarzman möglich. Was ist mit seinen Mitarbeitern? Was ist mit der Lage und Entwicklung des Marktes? Oder überhaupt mit den Vorstellungen aller Menschen? Das alles hat doch nicht er begründetet oder geleistet. Also welcher Mensch hat solche Berge von Geld verdient?

Ich würde mit einer normalen Anstellung selbst wenn ich 2000 EUR Netto im Monat verdienen würde, im ganzen Leben nicht über 2 000 000 EUR kommen. Habe ich nicht mehr verdient? Ist meine Arbeit oder mein Leben nicht gut genug? Wahrscheinlich ist es so, ich bin nicht außergewöhnlich genug, meine Arbeit wird nicht außergewöhnlich geschätzt, genausowenig wie meine Person oder Qualifikation. Ich habe nie in Havard studiert, war nie Sohn einer einflussreichen Familie. Andere Menschen wie beispielsweise Carlos Slim Helu besitzen 60 000 000 000 Dollar, Bill Gates und Warren Buffet 50 000 000 000 Dollar bestimmt haben sie einen Bruchteil davon wirklich verdient, aber die gesamte Summe die sie tatsächlich besitzen?!  Diese Leute wissen nicht einmal wohin mit all dem Geld, investieren es meistens wieder in irgendwelche Konzerne damit es weiter wachsen kann und so weiter.

Ich weiß nicht wie man das verdient, ich kann nur ahnen wie wenig es die Leute die bereits derart viel Geld besitzen verdient haben. Wären diese Menschen ehrenhaft und würden sich wirklich für die Belange aller Menschen interessieren würden sie 99% des Kapitals welches sie besitzen in Dinge stecken die nichts mit Profitsucht zutun haben. Was ist mit den Leuten in Sozialberufen, diese Menschen sollten am meisten verdienen denn diese handeln aufopferungsvoll oder liebevoll tagtäglich in ihrem Beruf für andere Menschen damit es ihnen besser geht. Die Erzieher, Lehrer, Krankenschwestern, Altenpfleger und so weiter sollten am meisten verdienen weil sie der Gesellschaft am meisten geben.

Was gibt ein Unternehmer wie Schwarzman schon der Gesellschaft? Er peitscht doch nur die Industrialisierung dieser Gesellschaft voran und diese Industrialisierung wird spätestens dann zusammenbrechen wenn sämtliche Rohstoffvorkommen versiegen. Solche Leute sind nur deshalb erfolgreich weil sie am stärksten die Oberflächlichkeit des Profit- und Geschäftsstreben verinnerlicht haben und oben drein natürlich entsprechende familiäre und finanzielle Hintergründe haben. Das bedeutet nicht das diese Menschen sehr vielen anderen Menschen besonders gut tun, geschweige denn der Umwelt usw. Warum verdienen sie trotzdem soviel Geld? Weil die gesamte Gesellschaft oberflächlichen und illusorischen Vorstellungen nachrennt, das ist alles!

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Wir leben in dunklen Zeiten

In den Konzernen, Märkten und Köpfen der Menschen herrscht Krieg. Die Menschen betrachten sich als Konkurrenten. Es geht um Geld, Macht, um langfristige Perspektiven, einen Platz in der Geschichte, bestenfalls um die eigene Familie. Egal ob in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion oder anderen großen Bereichen der Gesellschaft überall scheinen lauter kleine bis größere Kriege zwischen den Menschen oder in den Menschen zu toben.

Wir arbeiten täglich viele Stunden, setzen uns großem Druck aus und haben wenig Zeit für uns nur um im Konkurrenzkampf etwas Geld zu verdienen. Für uns ist das selbstverständlich weil unsere Eltern, Verwandeten, Bekannten, Freunde und eigentlich alle die wir kennen es uns so vorgelebt haben bzw. so ähnlich leben.

Wir fragen nicht warum wir uns Geld verdienen müssen, obwohl wir unser Leben geschenkt bekommen haben. Wir fragen nicht warum wir trotz des gesellschaftlichen Fortschritts jährlich ca. 1 Millionen Suizide weltweit haben. Wir betrachten Burnout und andere psychische Erkrankungen wie Depressionen nicht als systembedingt, auch wenn man diese Störungen in den Massenmedien bereits als „Volkskrankheiten“ bezeichnet. Genausowenig wie wir Fettleibigkeit, Verkehrsunfälle, Tote bei Schiessereien oder Mord an Menschenrechtlern als Opfer des Fortschritts betrachten. Wir fragen nicht warum in der Schule die Schüler nicht auf das Leben sondern auf das System vorbereitet werden. Wir fragen nicht warum die 374 größten transkontinentalen Unternehmen, die von Standard and Poors Index aufgelistet werden, finanzielle Reserven in Höhe von 555 Milliarden Dollar besitzen und diese Geldberge nicht an die Gesellschaft selbst zurückführen. Wir fragen auch nicht warum die über 8 Millionen Dollarmillionäre die wir auf diesem Planeten haben ihre Geldberge horten und nicht den Hungernden oder der hart arbeitenden Arbeiterklasse geben.

Ich könnte endlos derart fortfahren und begreife durch diese unzähligen Aspekte dieser „zivilisierten Welt“, dass wir nach wie vor in einer Art Mittelalter leben in der Aufklärung immer noch ganz stark notwendig ist. Es ist mir unbegreiflich wieso die Menschen sich um ihre Anteile streiten, warum der eine viel zu viel und andere gar nichts hat. Ich verstehe nicht wieso man wegen verschiedener Meinungen, Ansichten, Eigenschaften Kriege und Konflikte austragen kann und konnte?! Es wird getan früher wie heute. Seht Euch an was in Afrika, Brasilien, Indien, China, Irak, Afghanistan, Iran und natürlich auch in Frankreich, Deutschland, England und Amerika passiert. Das ist doch kein Frieden, das ist nicht der Weg zum besseren Leben. Millionen Menschen bringen größte Opfer damit einige wenige Menschen ein Leben im Überfluss leben können. Und wir, ich und Du gehören auch zu diesen Nutzniessern einer ungerechten korrupten Gesellschaft.

Klar wir verdienen in der Regel nicht sonderlich viel, aber wir arbeiten, kaufen und konsumieren ohne viele Fragen zu stellen. Wir sind Mittäter, wir schreien nicht auf wenn irgendjemand Leid erfährt, wir verhalten uns nicht wie eine Gemeinschaft, wir haben das Konkurrenz- und Wettbewerbprinzip durch und durch einverleibt und leben dieses auch wenn es uns und andere immer mehr zerstört! Wir sind Opfer und Täter, die „Bösen“ sitzen nicht nur in den Chefetagen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Religion, sondern auch in unseren Körpern. Wir sind es die diese Ungerechtigkeit legitimieren. Wir sind es die das alles hinnehmen und zulassen. Wir sind Teil des Problems. Wir müssen uns selbst verstehen um auch die anderen zu verstehen. Dafür brauchen wir Zeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, wir müssen unsere Prinzipien und Ideale überdenken sonst ist alles wofür wir stehen oder worin wir uns verliebt haben wertlos.

Was ist das was die Gesellschaft erarbeitet schon wert? Außer für die Menschen sind die erarbeiteten Güter nichts wert. Sie sind absolut bedeutungslos. Wenn sie uns nicht glücklicher machen sollten wir sie nicht produzieren oder kaufen. Wir sollten uns nicht dem Konkurrenzprinzip unterordnen da für alle Lebewesen auf diesem Planeten genug existiert um damit glücklich zu sein. Wir brauchen nicht neidisch oder gierig sein, es gibt keinen Grund dafür. Es gibt keinen Grund sich krampfhaft weiterzuentwickeln oder von anderen abzuheben, jeder Mensch ist ab seiner Geburt einzigartig, warum müssen wir also ständig an uns arbeiten?! Wir sind doch in Ordnung so wie wir sind, wenn wir aufeinander achten.

Ich denke nicht das wir noch mehr Gesetze, Kontrollen, Wachstum und all diesen Blödsinn brauchen. Wir müssen uns selbst finden und mehr diskutieren über das was passiert und was wir miteinander machen. Letztlich funktioniert das aber mit dem jetzigen System einfach nicht, weil es den Egoismus des einzelnen Menschen anspricht nicht die gemeinsame Sache. Wir mögen alle einzigartige Lebewesen sein, aber wir wollen doch alle glücklich und frei sein, uns so entfalten wie wir das für richtig halten oder? Also sollten wir uns nur daran orientieren. Dieses System gibt aber nur wenigen die Möglichkeit sich zu entfalten deshalb ist es ungerecht und muss aufgelöst werden.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Systemanalyse

Es wird ja unheimlich viel geredet, getan und gemacht überall wo man nur hinschaut und hinkommt. Überall gibt es schlaue und dumme Köpfe die ihre ganzes Leben in Qualifikationen und Karriere einsetzen. Wir arbeiten, sparen, spenden, kaufen, verkaufen, mieten, machen Schulden, schuften und ackern Tag ein Tag aus, als ob es immer unsere Natur gewesen ist.

In mir wächst dennoch ständig der Eindruck das wir trotz all dieser Engagements den Kern der Probleme, die wir alle mehr oder weniger intensiv miteinander teilen und individuell zu lösen oder zu ignorieren versuchen, nicht treffen. Dadurch wächst auch die Einsamkeit und Zerrissenheit in mir und natürlich auch in anderen Menschen, also auch in der gesamten Gesellschaft. Denn ignoriert man Probleme werden sie größer und schlimmer, das trifft beim Kern aller Probleme genauso zu und ist sogar noch intensiver schliesslich ist er die Quelle.

Wir sehen also überall die Brandherde, die Problembereiche, die Problemkinder und Symptome in unserem Leben, im Leben anderer Menschen oder überhaupt in der Gesellschaft und sagen wie Politiker im Wahlkampf: Da müssen wir was tun! Aber warum existieren diese Probleme überhaupt? Wieso haben wir über die Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende betrachtet sehr ähnliche Probleme und Konflikte gehabt? Was ist wenn unsere jetzige Moderne nichts weiter als ein anderes Mittelalter ist und wir wieder etlichen Illusionen erliegen die schwere Opfer verlangen?

Das jetzige System ignoriert genau wie die bisherigen Systeme die Bedürfnisse aller Menschen bzw. bevorzugt einige wenige und vernachlässigt viele andere Menschen. Dieses System ist deshalb zum Scheitern verurteilt, genau wie alle bisherigen Systeme. Wie soll das System auch funktionieren wenn es darin Gewinner und Verlierer gibt? Wenn es die Menschen voneinander trennt und zu Feinden, Konkurrenten usw. macht? Zwar haben wir gegenüber bisherigen Systemen ein paar Dinge dazugelernt, dennoch ist auch unser neues System folgenden Faktoren ausgesetzt:

Jedes erdachte System basiert auf Denken, Wissen, Erfahrungen und so weiter, aber all diese Faktoren sind begrenzt. Also ist auch das System nur begrenzt fähig die sich ständig wandelnde und verändernde Realität zu erfassen. Die agierenden Menschen im System stehen immer im Verzug zur Realität, müssen also immer etwas nachholen und verbessern. Wir versuchen beispielsweise heutzutage mit mehr Leistung, Wissen, Qualifikation der Realität nachzujagen obwohl wir sie so niemals erreichen können. Eigentlich müssten wir einfach nur stehen bleiben und das Leben geniessen, das ist uns aber „zu einfach“.

Die Lösung ist also das Problem, denn wir haben immer begrenzte Quellen woraus wir alle schöpfen. Wir sind von unseren Vorstellungen, Idealen derart eingenommen, wir nehmen ihre begrenzten Eigenschaften gar nicht wahr. Das wird immer für Spannungen und Konflikte vom kleinen Streit bis zum Weltkrieg produzieren, ganz einfach weil nicht alle Menschen berücksichtigt werden. Wie soll man auch ein System für Menschen erdenken die noch nicht existieren?

Jeder Mensch ist einzigartig, genau wie jedes Lebewesen, also gibt es immer neue und andere Lebenswege und Vorstellungen. Will man einen Rahmen vorgeben funktioniert das eine zeitlang bis sich genug Menschen zu sehr davon belastet/erniedrigt/usw. fühlen und dann stirbt der Rahmen/das System weil die Menschen sich davon befreien wollen („Die Mauer muss weg“ usw.). Ein statisches System wird also genauso wenig funktionieren wie starre Vorstellungen in Beziehungen jeder Art.

Wir müssen also stehen bleiben, das Leben erfahren, wahrnehmen wie es ist und uns beruhigen. Denn tun wir das nicht, werden wir weiterhin wie ein Hamster im Laufrad sein und uns dabei  für unheimlich engagiert und modern halten. Wir werden das immer weiter entwickeln und werden immer neue Probleme kreieren, für die es oberflächliche Lösungen gibt, aber wir werden so niemals glücklich sein. Dieses glücklich sein wird allenfalls ganz wenigen Menschen zuteil werden, die große Masse wird verzweifelt sein und sich fühlen als würde sie ersticken.

Wir sollten das Denken nicht zur Grundlage unseres Lebens machen, sondern es vielmehr als ein Werkzeug betrachten welches für einige Facetten des Lebens sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Grundlage unseres Lebens sollte die Natur, also unsere Umgebung sein, der Boden worauf wir stehen. Keine flüchtenden Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft, über Profit, Karriere und so weiter, sondern das Leben hier und jetzt leben wie es ist und genießen. Zurück zu einem natürlichen Leben, welches zwar einfach aber dennoch vollkommen ist.

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Darwins Alptraum

In den 60er Jahren kamen findige Experten auf die Idee, einen fremden Raubfisch namens Nilbarsch in den Viktoriasee in Ostafrika einzusetzen. Innerhalb von dreißig Jahren rottete der Nilbarsch alle anderen Arten im See aus und wurde selbst als fetter Speisefisch zur Grundlage einer regen Exportindustrie mit Zielrichtung Europa. Im Gegenzug kamen von dort Waffen für den Bürgerkrieg im Kongo, in Ruanda und anderswo zurück. Verdient haben am Fisch indes nur wenige Konzerne. Die Bevölkerung um den See herum blieb zu arm, um sich Nilbarsch leisten zu können. Dafür breitete sich Aids aus wie ein Flächenbrand.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Entwicklungshilfeprojekt mal “Erfolg” hat, zeigt dieser ebenso niederschmetternde wie erhellende Dokumentarfilm des Österreichers Hubert Sauper aus der schönen neuen, globalisierten Wirtschaftswelt.

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Die Menschheit ist dazu verurteilt zu versagen

Was ist wenn es so ist? Ich sehe in keiner wirtschaftlichen, politischen Debatte unsere langfristigen Überlebenschancen besprochen. Nirgends sind eindeutige Ziele und Wertevorstellungen gesetzt, die mir als kleiner Mensch eine echte Bedeutung geben. Wie lange wird die Menschheit überleben? Die Dinosaurier überlebten eltliche Millionen Jahre, ohne großartige Intelligenz. Was ist mit uns? Wieso machen wir so wenig aus uns?

Was stellen wir hier jeden Tag auf die Beine, ohne eine echte Übersicht über unsere kurze Existenz auf diesem Planeten im Kopf zu haben? Wie wir uns gegenseitig verrückt machen mit Konkurrenzkampf, berufliche Laufbahnen und damit eine hohe Konzentration des natürlichen Überlebenskampfes für alle tagtäglich erarbeiten.

Wir leben nicht gesund. Wir leben nicht im Einklang mit uns selbst, den anderen Lebewesen, der Natur und dem Leben sich in dieser Galaxie. Was wollen wir denn damit erreichen? Haben wir überhaupt echte Ziele als Menschheit? Wollen wir nur Materialismus und früh finanziell unabhängig werden, um in Ruhe ausschlafen zu können? Wir wissen doch das wir schon immer in Schwierigkeiten stecken! Warum flüchten wir in die falsche Richtung?

Was ist das für ein Leben in das wir alle hineingeworfen wurden? Mittlerweile sind wir Routinees geworden, wir steigen in Flugzeuge, rauchen gesundheitsschädliche Zigaretten, wichsen uns einen auf billlige Pornografie und trinken Wasser mit Kohlensäure und extra viel Sauerstoff. Unser Herz leistet eine unglaubliche, pausenlose Leistung. Milliarden Herzschläge wieviele davon spüren wir wirklich bewußt?

Das Leben ist hochkomplex, erstaunlich und vielseitig, obwohl es eigentlich so einfach, zerbrechlich und erbarmungslos gerecht ist. Was denken die Menschen wenn sie ihre letzten Sekunden leben? Wenn sie ihre letzten Atemzüge atmen? Denken sie vielleicht über die versäumten Möglichkeiten nach? Freuen sie sich auf das was kommen wird? Jeder von uns wird sich persönlich auf seinen Tod einstellen oder ihn einfach komplett ignorieren, aber unser Leben wird dadurch nicht besser.

Wir müssen unsere Zeit nutzen, wir müssen gemeinsam alle grundlegenden Probleme ankämpfen und den oberflächlichen Kapitalismus in seine Schranken verweisen. Wir können uns nicht mehr mit Phrasen zufrieden geben, wir müssen in jeder Sekunde unseres Leben spüren, dass wir lebendig sind und einen echten, konstruktiven Zweck erfüllen. Denn was ist wenn wir es nicht tun?

Was sind wir dann für eine tolle Rasse? Wir sind keine Menschen wenn wir es lassen. Denn dann sind wir wirklich Tiere, auch wenn das an sich nichts Negatives ist. Aber wir vergeben Chancen auf Glück und Ruhe. Wir würden uns wieder zu Mördern, Vergewaltigern, Schlachtern und Hetzern unserer Selbst, der Tierwelt und Umwelt machen. Wir werden versagen, wenn wir nicht unsere Chancen nutzen.

Die jetzigen Aktionen sind zum Scheitern verurteilt, wir sehen es in der Gegenwart, weil wir kein ultimatives fundamentales Ziel verfolgen. Weil wir wie die letzten Chaoten durch die Welt stampfen und alles kurz und klein schlagen, das nicht sofort Nutzen bringt.

Keiner weiss, wieviel Zeit uns noch bleibt. Die Masse verliert, wenn die Einzelnen aufhören zu denken.

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Was kostet die Freiheit?

Was kostet die Freiheit?

von John Kalench

Zu den Zeiten der Großen Weltwirtschaftskrise lebte ein reicher und mächtiger Unternehmer. Sein Imperium war endlos. Es reichte weiter, als das Auge sehen konnte: über jedes der Weltmeere und jeden Kontinent dieser Erde.

Von seiner weitläufigen, luxuriösen Villa aus kontrollierte er eine Unzahl erfolgreicher Unternehmen, die alle füreinander produzierten und voneinander profitierten. Hunderttausende Menschen arbeiteten für ihn, er bestimmte über sie und ihr Leben. Er war ein wahrer Meister des Lebens, der Macht und der Manipulation.
Er war ein scheuer und zurückgezogener Mann, der sich nur mit dem Feinsten vom Feinsten umgab. Er bewohnte die eleganteste Villa, umgab sich mit kostbaren Kunstwerken und Antiquitäten, verwöhnte sich mit der besten Küche und exquisitem Wein aus seinen eigenen Anbaugebieten. Eine große Dienerschaft kümmerte sich um jeden seiner Wünsche. Alles was er sah, berührte oder hörte war von allerhöchster Qualität.

Sein größter Schatz war jedoch sein Privatzoo. Es war der größte der und vollständigste Privatzoo auf der ganzen Welt. Obwohl er niemals Besucher empfing, wurde er von Zoologen auf der ganzen Welt beneidet.
Eines Tages berichtete ihm ein Diener von einem versteckten und abgeschiedenen Tal auf dem asiatischen Kontinent, in dem scheue, auf dieser Welt einmalige Tiere lebten. Von einem hohen Turm aus beobachtete er die Tiere auf den offenen Feldern seines Zoos. Und er dachte sich: “Diese seltenen Tiere im Tal wären sie passende Krönung meiner Sammlung.”

Also rief er seine Diener zusammen und organisierte eine Expedition zu den abgelegenen Bergen, dorthin, wo diese seltenen Tiere den Erzählungen nach lebten.

Nach langer Zeit erreichte er ein isoliertes Dorf tief in den Himalajas. Die Jäger dieses abgelegenen Gebietes lachten ihn aus, als sie von seinem Vorhaben hörten. Sie erzählten ihm, kein Mensch, nicht einmal diejenigen, die seit Generationen hier lebten und jagten, könnte je hoffen, diese wilden und scheuen Tiere zu fangen.

“In einem Monat werde ich zurückkehren,” sagte er den Dorfbewohnern. “Ich werde alle diese Tiere fangen. Ich bitte nur um einen Begleiter, der mir zeigt, wo sie leben.”
Nach einem Monat kehrte er mit leeren Händen zurück. Die Dorfbewohner lachten ihn aus und verspotteten ihn. Er aber sagte nur: “Kommt mit mir.”

Er führte sie hinauf zu einer Wiese hoch in den Bergen. Die Dorfbewohner standen und starrten auf eine unglaubliche Szene. Dort, vor ihnen, grasten Hunderte dieser seltenen Tiere, sicher eingezäunt in einem hohen Korral. Der Mann erklärte, wie er vorgegangen war.

Am ersten Morgen stellte er Futter und Heu in die Mitte der Wiese. Am nächsten tag tat er das gleiche, am nächsten wieder und am nächsten wieder, jeden Tag legte er frisches Futter und Heu aus. Bald kamen die Tiere und fraßen. Am Anfang nur wenige, aber jeden Tag kamen einige mehr als am Vortag. zum Schluss graste die ganze Herde auf der Wiese.

Abends grub er Löcher für die Zaunpfosten aus und stellt zwei oder drei Pfosten pro Nacht auf. Als alle Pfosten im Kreis aufgestellt waren, begann er, die Zaunlatten daran zu befestigen. Zunächst befestigte er die bodennahen Latten, damit die Tiere darüber springen und zum Futter und Heu gelangen konnten. Jeden Abend befestigte er neue Latten, und die Wände des Korrals wurden höher und höher. Bald konnten die Tiere nur durch eine kleine Öffnung im Zaun auf die Wiese gelangen.

Am Abend des 29. Tages baute er ein Tor. Am letzten Tag des Monats, nachdem alle Tiere durch die schmale Öffnung hindurchgeschlüpft waren, schloss er das Tor. Er hatte die Tiere eingefangen, bevor sie überhaupt begriffen, was geschah.

Den erstaunten Dörflern sagte er: “Ich kann jedes Tier einfangen, indem ich es von mir und meinem Futter abhängig mache. Mit den Menschen ist es dasselbe. Es ist ein fairer Tausch. Ich gebe Ihnen Nahrung, sie geben mir dafür ihre Schönheit und Freiheit. darin liegt die Quelle meines Reichtums und meiner Macht.”

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Hört auf Euch zu hassen

Wenn man aufhört in Zeit, Geld, Karriere, Berufe, Ämter, Regierungen, Nationen, Sprachen, Religionen Parteien, Organisationen, Zahlen, Bildungsabschlüssen zu denken wird man verstehen, dass man jede Person als Mensch betrachten muss. Wenn sich alle Menschen die Hände geben würden, was wäre da für eine Kraft vorhanden? Was könnte dann erreicht werden? Wir würden erkennen wie ähnlich wir uns sind, wie sehr wir uns lieben und respektieren können. Wir würden verstehen das Gewalt und Krieg völlig nutzlos und absurd sind. Wir würden versuchen unsere Kommunikation zu verstehen und wirklich miteinander reden!

Jeder Mensch hat einen gewissen Anteil an dieser Kraft und an dieser Realität die wir hatten, haben und haben werden. Unsere Instinkte sind dabei sehr wichtig, sie leiten uns und sorgen für absolute Harmonie. Durch die Technologisierung unserer Gesellschaft, haben wir uns lauter Hilfen und Extras im Leben angeschafft. Fortschritt und Wachstum um jeden Preis. Alles ist von unseren Systemen und Vorstellungen umzingelt. Längst haben sich davon einige Dinge verselbstständigt. Die Menschen wollen Geld haben, sie wollen größer und mächtiger sein als andere Menschen, obwohl sie das durch Nichts sein können. Wir brauchen mehr Selbstvertrauen, wir dürfen den Kapitalismus nicht zu unserem Leben machen.

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Absatz 3 – Warum sind wir eigentlich so unglücklich?

Als ich heute morgen in der Trambahn sass, fiel mir ein, ich könnte doch mal eben nach einem glücklichen, lachenden Gesicht suchen. Und wisst ihr was?

Ich hab keins gefunden. Das brachte mich zu einer weiteren Folgerung. Warum verdammt nochmal schauen die Leute alle so elendig drein? Einige schauten als würden sie gleich gehängt, Andere sahen aus als hätten sie Bleichmittel oder irgendwas anderes giftiges am Morgen gefuttert und hätten übliche tödlich verlaufende Schmerzen im Magen. Ich wurde plötzlich todunglücklich, ich dachte ich sei in der Hölle gelandet. Schließlich suchte ich ja nach etwas ermunterndes und nicht nach dem Gegenteil, ich hatte ja gleich im Büro zu sitzen und mich mit Fremden auseinanderzusetzen, wie viele täglich von Euch auch.

Es war einfach erschreckend, überraschend und ernüchternd zu sehen wie diese Mitbürger, wie man sie hie und da nennt, – durch die Gegendtaumeln. Natürlich können sie sprechen und wahrscheinlich waren die meisten in Gedanken versunken, haben darüber nachgedacht was alles passieren könnte an diesem Arbeitstag, oder was sie vergessen haben, oder ob sie am Freitag sich mit Drogen abschiessen, oder oder.. Es gab ja viele Möglichkeiten warum diese Menschen alle so taub, so puppenhaft, so unterkühlt und grausig aussahen. Und ich zeigte Verständnis dafür, weil ich wußte, ich ziehe seit Jahren ein ähnliches Gesicht.

Wisst ihr mich erinnerten diese Szenen heute vorallem an einen alten Stummfilm. Er heißt Metropolis. Es ist wohl eine arge Darstellung. Der Mensch wirft sich an die Maschine, solange bis er stirbt. Der Mensch als Material, also Nutztier. Und naja, alles sehr extrem und unvorstellbar natürlich. Aber ich werde irgendwie das Gefühl nicht los, im Ansatz ähnliche Abläufe zu erleben wie sie in diesem Film dargestellt wurden.

Nun erinnere ich mich an Martin Luther King. Was hat er mal gesagt? Ja, richtig:

Wir werden niemals Frieden in der Welt haben, bevor die Menschen überall anerkennen, daß Mittel und Zweck nicht voneinander zu trennen sind; denn die Mittel verkörpern das Ideal im Werden, das Ziel im Entstehen, und schließlich kann man gute Zwecke nicht durch böse Mittel erreichen, weil die Mittel den Samen und der Zweck den Baum darstellen.

Wir werden niemals mit bösen Mitteln gute Zwecke erreichen. Diese christliche Definition von gut und böse, muss ich ersteinmal versuchen zu entkleiden. Es sind doch recht straffe und alte Worthülsen, zwar mit Kern aber verwirrend.

Wenn ich heute, und morgen sicher wieder, soviele unglückliche Menschen auf dem Weg zur arbeit sehe, – könnte ich mir doch sagen das sie den Menschen in dem Film Metropolis ziemlich ähneln. Es würde mir ein Indiz dafür sein, das wir als Gesellschaft, geführt von Wirtschaft und Politik et cetera zu falschen Mitteln greifen um ein gewisses Ziel zu erreichen.

Warum sind wir so in Hetze, so unter Druck? Weil Andere es befehlen, weil die Gesellschaft dazu zwingt. Sie hat sich etwas auferlegt. Es ist nicht nur das Grundgesetz, es ist auch der Anspruch Ideale möglichst schnell zu erreichen, möglichst noch im eigenen Leben. Dabei sind Ideale ja nie zum erleben da gewesen.

Nun, wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, dann hat Martin Luther King wohl deshalb so Erfolg gehabt, weil er in unheimlicher Klarheit gesprochen hat, was andere ahnten, dachten oder sogar wußten.

Wählen wir also wirklich die falschen Wege, die falschen Mittel um unser Glück zu erreichen? Ist es nicht so das wir praktisch heute schon sagen können das wir morgen wieder Krieg haben werden? Ist es nicht so?

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