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Auf der Suche nach der revolutionären Zeit

Die Lohnarbeit ist Ohnmacht, weil der Lohnarbeiter nicht über ihren Inhalt bestimmen kann. Weder was gebaut wird noch wieviel gebaut wird, noch warum es gebaut wird. Oder wieso überhaupt irgendwas betrieben wird. Der letzte Grund ist genauso jenseits der klaren Entscheidung des Lohnarbeiters wie ihre Form. Und nie ist sicher, ob das produzierte Produkt überhaupt Absatz findet. Die Spekulation und Krise wohnt jeder Sekunde Lohnarbeit inne.

Und dann gesellt sich zur Ohnmacht noch der Betrug. Der Lohnarbeiter bekommt nur einen Anteil des von ihm erwirtschafteten Gesamtprofits. Es ist Betrug, dass er nicht den gesamten Anteil bekommt. Der Betrug verdoppelt sich, da dem Lohnarbeiter die Produkte, die er herstellt, nicht gehören und er sie auf dem Markt zurück kaufen muss. Er bezahlt also vielfach drauf, mit seiner Zeit, seinem viel zu geringen Anteil am Profit eines Produkts, welches er auch noch zurück kaufen muss.

Aber das ist nicht alles. Zur Ohnmacht und dem Betrug kommt auch noch der Selbstbetrug dazu. Es geht hier nicht einfach um Arbeitsfetischismus, sondern um den Staat. Der Staat legt per Gewaltmonopol fest, dass die Lohnarbeit so ist, wie sie ist: Ohnmacht, Betrug, Spekulation und Krise. Aber der Staat hängt wie der Konzern vom Lohnarbeiter ab. Wenn der Lohnarbeiter keine Profite erarbeitet, geht der Konzern und Staat zugrunde. Insofern bezahlt der Lohnarbeit den Staat dafür, dazu gezwungen zu werden, dass er betrogen wird und ohnmächtig bleibt.

Nun ist es aber so, dass das Problem sich nicht lösen lässt, wenn man den Staat erobert, denn das würde nichts am Inhalt des Staates ändern. Und das Problem des Parlamentarismus liegt darin begründet, dass ein Stellvertreter die eigene Meinung wohl kaum so gut darstellen kann, wie der originelle Meinungsvertreter. Und der Konzern agiert so wie eine Henne, deren Kopf man gerade abgeschlagen hat. Alles was dem zugrunde liegt, der Warenfetischismus, wäre nur zu lösen, wenn das Geldrätsel gelöst ist.

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Eingeordnet unter Gesellschaft, Nicht kategorisiert

Die Situation des Revolutionärs

Wenn die Revolution nur über die Überwindung der Berufe zu ermöglichen ist, dann wird dafür schon jemand gebraucht, der bereit ist, alles zu risikieren. Mal abgesehen von dem Problem, dass so ein Mensch kaum noch existiert: Aber wofür riskiert der Revolutionär sein Leben? Woher soll er wissen, dass das Opfer, sich für eine andere Welt zu interessieren, sich lohnt? Er investiert die Zeit, Energie und sein ganzes Leben in eine andere Welt, die womöglich nie kommen mag. Im Grunde riskiert er sein Leben. Er könnte seine Zeit und Energie auch in den Beruf stecken und schauen, was er konkret für sich kriegen kann, anstatt hochspekulativen Ideen und Kritiken anzuhängen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Gosse enden. Die globale Konkurrenz ist immer besser ausgebildet, zugleich gibt es immer weniger Innovationen, die neue Märkte schaffen. Die gesättigten Märkte lassen die Profitrate fallen und damit intensiviert sich der Wettbewerb um die verbleibenden Marktanteile. Zeit ist Geld. Wer hier nicht jeden Tag in sein profitables Berufsleben investiert, verliert Geld und damit Lebensqualität. Der Kritiker verliert also automatisch Geld und Lebensqualität, wenn er inkommensurable Kritik leistet, obwohl sie die wichtigste Arbeit überhaupt ist. Aber nur über das höchste Risiko, also die Ablehnung der kapitaltypischen Berufsinhalte, wäre die Chance eines besonders kritischen Bewusstseins auszuprägen und am wahrscheinlichsten. Weil aber so gut wie niemand auf der Welt seinen Beruf aufgibt, um mittelloser Berufsrevolutionär zu sein, schon allein weil der Genuss und die Lebensqualität darunter leidet, bleibt die Rechnung wie sie bei den meisten Individuen ist: Der Beruf, der sich der Kapitalakkumulation unterordnet, erhält die höchste zeitliche Priorität und wird mit dem größten Ausmaß an Energie und Intellekt bedacht. Das Ergebnis ist, dass die Subversion gegen den Kapitalismus schwindet. Die materiellen Ängste, die durchaus real sind, prägen den Verstand und die Möglichkeiten des Verstandes.

Nicht nur, dass der Revolutionär arm sein muss und arm bleiben wird, wenn er sich nicht vom durchschnittlichen Beruf korrumpieren lassen will: Die Komplexität der gesellschaftlichen und individuellen Realität ist derart ausgeprägt und im permanenten Wechsel, dass kein einziger Mensch mehr in der Lage ist, ihr vollständig beizukommen. Das heisst zwar nicht, dass man nicht ihre grundsätzlichen Bewegungsgesetze erkennen könnte. Aber um allein diese Bewegungsgesetze korrekt zu erfassen, bedarf es eines jahrelangen intensiven Studiums, welches einem Fulltimejob gleichkommt. Zugleich bewegt man sich innerhalb dieses Fulltimejobs der Erkenntnis in nahezu vollständiger Einsamkeit. Die Situation vor dem Buch ist allein. Und auch jene des Denkens und Kritisierens ist so, weil die Distanzierung notwendiges Moment ist. Das halten immer weniger aus. Ohne eine komplette Erfassung der gesellschaftlichen und individuellen Erscheinungs- und Wesensformen, der Waren- und Denkformen, unterbleibt die Erkenntnis dessen, was ist. Weiss man nicht, was ist, weiss man auch nicht, womit man es zutun hat und wie man es nachhaltig überwinden kann, ohne es noch schlimmer zu reproduzieren. Die Gefahr in politische Strategien zu verfallen und es sich damit zu leicht zu machen, um es anderen noch schwerer zu machen, obwohl man das vorgeblich nicht intendiert hatte, ist daher für jeden Revolutionär eine andauernde Gefahr.

Da die kapitalistische Komplexität hoch ist, und schwer zu denken ist, ihre Kritik häufig unbezahlt abläuft, diese Kritik gesellschaftlich kaum anerkannt ist, mangelt es an herausragenden Persönlichkeiten, die die Unmündigkeit der Komplexität auf den Punkt bringen. Die pointierte Darstellung ist aber notwendiges Kriterium für revolutionäre Bedingungen: Wer nicht verständlich machen kann, warum Menschen falsch leben, der wird nicht gehört. Den wenigsten Kritikern ist es möglich, der gesellschaftlichen Komplexität gerecht zu werden, die Kritik auf den Punkt zu bringen und auch noch sämtliche eigenen Rechnungen bezahlen zu können. Die allermeisten scheitern schon an letzterem und müssen in letzter Konsequenz ihre Invesition in die Reflexion weg von der Kritik und hin zu den affirmativen Denkoperationen der Lohnarbeit investieren. Der Preis ist hoch, das Kapital verschlingt die Kritiker tendenziell mehr als umgekehrt. Es mangelt den Kritikern der Verhältniss zudem maßgeblich an einem kollegialen Umgang. Die Atomisierung macht auch hier nicht vor dem Kritiker halt und sie setzt sich fort: Es gibt kaum etablierte Strukturen in denen Wissen ausgetauscht und diskutiert wird. Es ist im Alltag häufig einfach so, dass jedes kluge Buch per Zufall gefunden werden muss. Jahre vergehen mit unausgegorenen Ansichten, obwohl es unlängst uralte, aber stichhaltigere Argumente gibt, die aber nicht zur Kenntnis gelangen, weil sie niemand mehr kennt oder deren Wichtigkeit in Erinnerung ruft. Zugleich erreicht die Kritik häufig das immergleiche Publikum, welches schon im Vorfeld angeödet abwinkt, weil es jedes Argument bereits auswendig kennt. Zumal die wachsenden Optionen zur Zerstreuung über Unterhaltungsmedien dadurch noch attraktiver werden. All das verschlimmert sich sogar noch, wenn eine internationale Perspektive eingenommen wird.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

We are Trump

Um eine Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen herzustellen ist die Reflexion der eigenen Sozialisation, Familie, des persönlichen Umfelds, der Werte, Normen, Persönlichkeit notwendig. Dies alleine ist eine eklatante Selbstreflexion bzw. Reflexionsleistung, die von unserer Gesellschaft grundsätzlich nicht gefordert wird. Sie fordert lediglich Akzeptanz, Gehorsam und Übernahme all dessen, was ein Individuum seit Geburt vorfindet. Und weil die Gesellschaft unangepasstes Verhalten bestraft, ist das wichtigste, nämlich die Erkenntnis, nebenbei zu machen, wenn nicht gerade das Glück existiert, dass Freunde oder Familie einen unterstützen. Zu einem gewissen Grade ist es in jeder Gesellschaftsform üblich, dass nachkommenden Generationen etwas aufoktroyiert wird. Allerdings schiebt sich in unserer spezifischen Gesellschaftsform noch eine Dimension hinein, nämlich der irrationale Charakter der jetzigen Epoche. Dieser drückt sich im Zwang aus Profite zu maximieren. Dieser Zwang ist total geworden und damit als zweite Natur unwidersprochen anerkannt worden, sodass er permanent unhinterfragt reproduziert wird. Zugleich wurde nach zwei Weltkriegen die tatsächliche Konstitution der Gesellschaft verleugnet, die u.a. die Shoa überhaupt erst ermöglichte. Die Verhältnisse wurden nie insoweit verändert, dass die Shoa unmöglich wieder stattfinden kann. Mehr noch: Man hat den Faschismus demokratisiert. Ausdruck dessen lässt sich u.a. in allen Rechtsbewegungen weltweit in jüngerer Zeit erkennen.

Somit kämpft das Individuum also nicht nur gegen die eigene Regressionen, Verhärtungen und ringt um Selbstreflexion, sondern es kämpft auch gegen die nähere sowie fernere Regressionsleistung der sozialen Umwelt, die zugleich Erwartungen stellt, die über Lebensqualität und Reflexionsfähigkeit entscheiden. Wer arbeitet wird in diesem Zusammenhang dümmer, weil er einem Prinzip nachgeht, welches Reflexion nur im Sinne der Kapitalakkumulation benötigt und demnach jegliche Gedankenprozesse bestraft, die davon ablenken oder sogar auf eine Abschaffung zielen. Zugleich lässt sich die Erkenntnis über die Unwahrheit unserer Gesellschaft nur auf der individuellen Ebene leisten, da die Totalität sich tief in die Menschen eingegraben hat. Die Gesellschaft droht permanent in Banden zu zerfallen bzw. organisiert sich über Banden, d.h. auch Wissen wird nur innerhalb von Banden geteilt oder verhandelt. Ohne eine Bezugsgruppe, die spezifische Reflexionsgrade erreicht haben, um die Gesellschaft auf eine sinnvolle Weise zu hinterfragen, wird die Reflexionsleistung des Individuums ohne geniale Disziplin oder Kreativität schwach bleiben. Zugleich lässt die Auffindbarkeit von reflektierten Gruppen oder Individuen mit dem fortschreiten der instrumentellen Vernunft systematisch nach, weil traditionell, wie gesagt, nur systemimmanentes Wissen belohnt wird.

Die Fähigkeiten des gesamten Bewusstsein oder der gesamten menschlichen Intelligenz sind fest an den Produktionsverhältnissen verankert. Sie tradieren, manipulieren, segregieren, vernichten, wühlen im Menschen und durch den Menschen, reproduzieren die Herrschaft des Menschen über den Menschen. Die Menschen verhalten sich zu Menschen wie Dinge zu Dingen und der Mensch behandelt sich  selbst wie ein Ding, welches zu bearbeiten ist wie ein Bergwerk. Je länger er in sich wühlt und optimiert, desto leerer ist er im Verlauf des Lebens. Die permanente Mobilmachung im Sinne der kapitalverwertenden Nützlichkeit hält die Individuen derart in Atem, dass nur leere Wissensformen, die im Sinne eines Reiz-Reaktions-Schemas abgespuhlt werden, angewendet werden. Diese Logik arbeitet ins uns allen und der Kampf dagegen ist das Interesse der Menschheit. Trump ist eine Persönlichkeit, die für eine postnazistische Ideologie steht, die sich gerade durch eine opportunistische Anpassungsleistung an diese zerstörerischen und irrationalen Verhältnisse auszeichnet. Wahllos prügelte er auf Minderheiten ein, schliesslich gelten sie auch in der Kapitalakkumulation als wenig profitabel. Zugleich wohnt in seinem Größenwahn auch der Wahn, der stumme Schrei der narzistischen Kränkung, die der Kapitalismus jedem Individuum in jeder Kindheit mehr oder minder stark antut. Die Popularität des neuen US-Präsidenten zeigt den weiten Verbreitungsgrad der autoritären Persönlichkeit, die jegliche Reflexion über sich und die anderen ausschliesslich im Sinne des Profits unternimmt.

Das Wissen, welches zur Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse im Sinne einer Abschaffung von Hunger, Krieg, Antisemitismus, Antifeminismus, Rassismus, Antiziganismus, Homophobie uvm. nötig wäre, setzt sich nicht durch, weil es keine Profite abwirft, weil es der systemimannenten Logik widerspricht, weil keine kapitalkräftigen Banden für sie kämpfen. Die Atomisierung, Entpolitisierung und Entleerung der Individuen lässt sich akut in allen sozialen Beziehungen deutlich erkennen. Die Profitmaximierung hat die Individuen so stark erschüttert, so häufig ins Gesicht geschlagen, dass sie immer stärker in ihrer Regression, Verantwortungslosigkeit aufgehen und ein postfaktisches Zeitalter mit faschistoiden, islamistischen, nationalboschewistischen bis technokratischen Führerfiguren wie Trump, Petry, Hofer, Putin, Erdogan, Gabriel, Wagenknecht und Co. begründen. All hope is gone, denn es gibt keinen Ort außer der immer schwächer werdenden Reflexionsleistung des Individuums, welches sich auf unzähligen Fronten und Ebenen zu behaupten hat, während es zugleich das so wichtige revolutionäre Potential erfassen, denken und ergreifen muss. Panik, Angst, Wut und Trauer sind keine guten Ratgeber, aber sie sind alles was neben all den Erschütterungen, Katastrophen und Umwälzungen in den letzten Jahrzehnten übrig geblieben ist.

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Jana & Philip

Eine sechszehnjährige Tabletten- und Heroinabhängige schreibt in ihr Tagebuch: „Warum sollte ich mir das freiwillig antun? Das Leben ist eine stetig wachsende Hürde. Ich verpiss mich lieber von hier. Leben? Was hat man davon? Unsere Welt ist so hässlich, egoistisch, unfair, hart. Alle Gründe und Motivationen zu Leben zählen nicht. Und für uns bleibt Nichts. Am Ende gehen wir so oder so leer aus. Wofür strengt man sich dann an? Wir sind Mittel zum Zweck unsere Erde in Stand zu halten und dem endgültigen Ende näher zu kommen. Arbeiter fürs Schicksal. Unser Lohn ist der Tod.

Es ist wahr: Das Leben ist eine wachsende Hürde. Sie wächst simultan zum Sättigungsgrad der ohnehin schon gesättigten globalen Märkte, zur fallenden Profitrate und der daraus resultierenden Verschärfung der Arbeitsintensität, des Konkurrenzkampfes und Leistungsdrucks zuvörderst in den Betrieben und indirekt über die von der Politik erlassenen Lehrpläne in den Schulen. Mehr Lehrstoff in kürzerer Zeit, damit schneller, jüngere und leistungsfähigere Lohnarbeiter für den internationalen Wettbewerb zwischen den deutschen und internationalen Konzernen  zur Verfügung stehen. Und die Grabenkämpfe finden kein Ende, weil der Profitzwang kein Ende kennt. Arbeiten Amerikaner härter, schneller für weniger Geld, müssen wir noch härter, schneller und für noch weniger Geld arbeiten, was die Amerikaner wiederum unter Zugzwang setzt, denn ohne Verkauf kostengünstiger Produkte gibt es keinen Lohn, keine Steuern für Rente, Sozialsysteme usw. Und anstatt hiergegen Einspruch zu erheben, zu streiken, Alternativen zu erdenken, heißt es aller Orten nur: Wie können wir uns optimieren um mithalten zu können? Das sind einige gute Gründe sich zu berauschen, sich aus zu klammern, fern zu halten von einer Welt die im objektiven Sinne verrückt geworden ist.

Demnach hat sie in ihrem Vollrausch erkannt, dass die Welt so hässlich, egoistisch, unfair und hart ist, weil die Ökonomie das erfordert und von der Politik durchgesetzt wird. Und weil sie gemerkt hat, dass sie als Mensch gar nicht zählt, sondern nur ihre Leistungsfähigkeit, ihre Arbeitskraft, die Mittel zum Profit ist, und ihre ganze Persönlichkeit bloss ein Anhängsel und meistens ein Hindernis ist, will sie sich lieber verpissen und sterben. Ja, so ein Leben ist sinnlos, nicht lebenswert, es ist ein ekelerregendes und unbefriedigendes Schattendasein voller Tränen und Schmerz, Enttäuschungen und Vernachlässigungen. Mehr noch: Wir zerstören mit der Lohnarbeiterei unser Leben, das Leben der Anderen, das Leben der Tiere, der Umwelt, das Leben an sich, weil wir alles dem unendlichen Wachstum untergeordnet haben und das bedeutet: Unser Lohn ist der Tod. Das Nichts. Fatalismus und Gleichgültigkeit. Irrsinn und Barbarei. Wir gehen leer aus. Die einen sterben den Hungertod, weil sie ihren Bedürfnissen per (Un-)Zahlungsfähigkeit keine Legitimiation nachweisen können, die anderen sind zwar lebendig, aber innerlich tot, weil sie ihr Leben der wirtschaftlichen Produktivität geopfert haben. Es ist ein einziges Buckeln nach oben und Treten nach unten.

Was diese Ökonomie bräuchte, um das Leben zu erleichtern wäre ein Weltkrieg oder die Revolution. Ersteres sorgt zwischen Leichenbergen wieder für Märkte, Profit und Wirtschaftswunder. Letzteres würde Mädchen wie sie vor einem sinnlosen Herointod retten. Philip Seymour Hoffman ist an Heroin gestorben. Und er hatte alles: Ruhm, Geld, berufliche Perspektive, Talent und Charakter. Er gab nach 23 Jahren Nüchternheit der Leere in sich oder der Leere überall nach und es reichte nicht mehr um zurück zu kommen. Was ist es das die Menschen in die Sucht, in den Rausch treibt? Ein fehlfunktionierendes Umfeld, welches lieber mit dem Profit beschäftigt ist? Ein Leben, das mal so überhaupt gar nicht einem Rausch entspricht? Großartige Menschen lösen sich auf wegen einem gesellschaftlichen Verhältnis, welches eigentlich an ihrer Stelle aufgelöst gehört. Diese Schicksäler mahnen zu Demut, aber auch zu Entschiedenheit im Kampf gegen den Kapitalismus. Wieder und wieder verlieren wir Menschen und Lebensqualität. Wann haben wir es satt?

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Weltstar schenkt Obdachlosen n‘ Euro

Die Einkommensmillionärin „Pinkhat laut dem größten Schmierblatt des Landes „auf dem Weg ins Hotel“ einem „Obdachlosen“, der in Wahrheit eigentlich nur arbeitslos ist, „ihre einzigen beiden Euro-Scheine (ein Zehner, ein Fünfer)“ gegeben und damit bewiesen, dass sie „ein Weltstar mit ganz großem Herz“ ist. Der vermeintliche „Obdachlose“ pisst sich prompt vor Glück und Ehrfurcht in die Hosen, denn er wird wie folgt zitiert: „Sie war herzlich. Ich habe nicht gewusst, dass sie ein Star ist. Sie hat es nicht raushängen lassen, war sehr höflich. Die Scheine habe ich gleich aus dem Hut genommen, damit sie der Wind nicht wegweht.“ Kerl, sie hätte Dir auch ins Gesicht furzen können, es wäre aufs selbe hinaus gelaufen! Denn Pink ist längst aus Deutschland abgereist, nachdem sie ihr Album leichtbekleidet beim schmierigen Lanz mit einigen Hüftschwüngen bewerben konnte, und Du sitzt wieder mit Deinem Schildchen „Schäfer ohne Arbeit“ auf der Straße und erniedrigst Dich mit verzerrten Grinsen bei der Bettelei, während die Großzahl der vorbeilaufenden Passanten sich einen Scheißdreck um Dein Schicksal kümmert, schliesslich müssen sie selbst darum kämpfen nicht denselben Weg zu gehen. Gibt man jedem „Obdachlosen“ sein Geld, ist man bald selbst obdachlos.

Die Situation, die laut Bild-Blog gar nicht stattgefunden haben soll, wogegen aber das Zitat des Arbeitslosen spricht, wurde zumindest irgendwie „von Millionen Pink-Fans gesehen“. Kaum einer dieser „Millionen“ (Oder 700?) stellt sich die Frage; Warum ist Pink ein reicher „Star“ und Hans ein „obdachloser Schäfer“? Offensichtlich hat sie etwas höchstprofitables anzubieten, nämlich ihre Kunst, die sich glücklicherweise hoher Popularität erfreut und das sei ihr auch gegönnt. Hans hat dagegen keine Hüftschwünge im knappen Outfit zu bieten und ist auch keine männliche, deutsche Version der „Rockröhre“. Er ist bloss Schäfer. Ein höchst unprofitabler Beruf. Schlechte Wahl, mein Guter! Allerdings ist das genau der Punkt. Die Arbeitskraft von Frau Pink ist deshalb soviel wertvoller für den Markt, weil eine horrende Nachfrage nach ihren Ausdünstungen besteht. Unter Gesichtspunkten der Marktwirtschaft ist es da gerecht, wenn Hans auf der Straße herumlungert, arm ist usw., denn er kann als Schäfer keine Millionen Platten oder Konzertkarten, T-Shirts oder sonstwas verkaufen wie Pink, schliesslich sind Schäfer den meisten Leuten scheißegal, weil sie nicht dazu feiern können, also keine horrende Kohle dafür hergeben. Er ist sozusagen unflexibel, weil er auf einen altertümlichen, aber sicherlich sehr ehrwürdigen Beruf verharrt. Und wer unflexibel ist, sich nicht dem aktuellen Taktraten der Produktivität beugt oder daran orientiert, und wie irgendwelche Idiotien genau das studiert, was gerade laut den Massenmedien gesucht wird (mal sinds Ingenieure, mal Maschinenbauer, mal BWL, Jura oder überhaupt Fachkräfte), der verliert halt im Konkurrenzkampf die Möglichkeit sich als Arbeitskraft für Profite ausbeuten zu lassen.  Und wer sich nicht ausbeuten lässt ist eben überflüssig, deshalb liegt Hans wie ein Sack Müll auf der Straße, und wird genau so behandelt, während Pink für ihren Erfolg und ihre Glitzerwelt wie ein kleiner Gott bejubelt wird!

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Trivialisierung des Lebens

Man ist auf ständiger Suche nach einem qualitativeren Ventil, welches einen aus dieser grausamen Welt entlässt, die ja vorallem Verletzungen, Enttäuschungen, Zurückweisungen, Hürden, Fallen und Schmerzen aufbietet, insbesondere wenn man sich zurecht finden will, wenn man normal und angepasst sein will. Wer funktionieren will in einer Welt des ständigen Konkurrenzkampfes, der permanente Vergleiche und Selbstdisziplinierung sowie -konditionierung aufzwingt, der also dem unerreichbaren Idealismus unserer modernen Gesellschaft entsprechen will, wo Leistung, Stärke und Jugendlichkeit mehr zählt als alles andere, der kann selbst bei großer Gesundheit nur irgendwann mit psychischen und physischen Schwierigkeiten und Erkrankungen rechnen. Die Vernichtung der Welt durch unser ökonomisches und politisches System fängt bei uns als bewusstlose Täter an, die als Arbeitnehmer glauben, einen sinnvollen Dienst innerhalb der Menschheit zu verrichten, auch oder gerade weil es ihnen soviel Kraft abverlangt und Schmerzen bereitet. Allerdings ist das ein Trugschluss, der keine Hinterfragung erfährt, weil man die Profitmaximierung der Ökonomie und Politik zu seiner persönlichen Sache macht, schliesslich fand bereits in frühester Jugend eine kontinuierliche Identifikation mit dementsprechenden Werten statt.  Diese Diskrepanzen zwischen eigener Empfindung und gesellschaftlichen Ansprüchen, die am ehesten noch in der Pubertät für die meisten Menschen gewahr werden, können dann nur noch als lästig empfunden werden. Denn man will sich gut fühlen und nicht den Eindruck haben, man sei nicht funktionstüchtig und damit nicht wertvoll oder liebenswürdig. Wer erinnert sich nicht an das Erlebnis schlechter Noten, Zeugnisse, Bewerbungsgespräche usw.? Wer weiß nicht wieviele Härten man im beruflichen Alltag überstehen muss damit man am Ende des Monats eine überlebensnotwendige Kapitalspritze erhält? Da schwindet das Herzblut bis zum Infarkt.

Damit das Erlebte ertragen werden kann, schafft man sich Ereignisse in denen man diese Konflikte, Entbehrungen und Schmerzen nicht mehr spürt. Wo einem nicht ständig angetragen wird unendlich mehr zu leisten, ständig verfügbar und flexibel zu sein und die eigenen Gefühle sowie charakterlichen Eigenheiten auszublenden. Am wolligsten fühlt es sich dann im Bereich des Entertaiments an, wo Filme, Fernsehen, Musik, Spiele und Partys  mit all ihren Genres und Facetten einem gewissen Unterhaltungsfaktor entsprechen. Filme bieten eine ideale Reflektionsfläche für die Träume und Sehnsüchte, die man im realen Leben nicht erfüllt sieht. Natürlich gibt es auch Dokumentationen oder Filme die mit einem gesellschaftskritischen Kontext aufwarten, aber sie gehen in ihrer Kritik oft nicht weitgenug und gefallen sich bloss in ihrer Position. Ähnlich im Fernsehen, welches aber gleichzeitig als Vergleichsvehikel dafür dient, was normal ist, was gesellschaftlich geachtet oder geächtet ist. Die systematische Sezierung  von adipösen Menschen bei Scripted Reality Shows, das aufgeblähte zelebrieren von Konkurrenzsituationen bei Casting- und Talentshows, die pseudointellektuellen Idealisierungen gesellschaftlicher Zustände in Talkshows, die entweder einen politischen oder boulevardesken Tonfall haben, bieten neben den ganzen Comedyformaten, die auch bloss mit billigen Klamauk die Isolation in der  Konkurrenzsituation und die daraus resultierende Seelenpein für ein paar Sekunden verdrängen sollen, also ein umfassendes Programm, um Ablenkung und Zerstreuung von einer Ordnung zu bieten, die die Menschen längst nicht mehr verstehen oder gar unter Kontrolle haben.

Die junge Generation führt es beim Zocken oder mit ihren trivialen Youtubevideos vor. Da wird zwar genau das reproduziert was ohnehin gesellschaftlich üblich ist, nämlich wer ist der beste Zocker, wer hat am meisten Erfolg in einem Game, allerdings wird der soziale Raum als wesentlich unproblematischer verstanden als es in der Realität wahrgenommen wird. Man konkurriert nämlich unter Freunden und es geht nicht um das Leben sowie dessen Qualität, wie im Berufsleben, sondern nur um den Spaß am gegenseitigen messen und ausprobieren. Dabei ist es auch egal ob etwas erschossen, zermetzelt oder konstruiert wird. Hauptsache man kann sich vom alltäglichen Leben distanzieren, welches einem eh immer nur über anonyme, abstrakte Herrschafts- und Machtverhältnisse dieselben absurden Anforderungen aufzwingt. Leute die süchtig nach Zockereien sind, wollen genau diesen Umstand permanent aufrechterhalten, weil sie eine massive Überforderung oder Ablehnung gegenüber der Schule, dem Beruf oder dem Privatleben empfinden, was ja auch seine Legitimität hat. Gesellschaftlich anerkannt und wesentlich gesünder wird dann das „Lets playen“ auf Youtube praktiziert, wo irgendein stumpfsinniger Müll über das eigene Gezocke als Tonspur drüber gelegt wird, und sich so mancher dieser daddelnden Erzähler einer hunderttausendfachen Zuschauerschaft erfreuen darf.  In Youtubevideos werden dann die Formate aus dem Fernsehen übernommen, trivialer Comedydurchfall wechselt sich mit Analysen über Schminke, Musik und Musik an sich ab. An Popularität erfreuen sich gerade jene, die besonders viel von diesem Müll fabrizieren. Alles was Abwechslung bietet, was technisch hochwertig ist, was sympathisch wirkt, wird also seine Fangemeinde finden, egal ob auf neuen oder alten Medien.  Die Partys sind Ausdruck der Vorstellung, man müsse sein Leben geniessen und als Selbstzweck feiern. Wer soviel jeden Tag arbeitet, der müsse sich auch etwas gönnen und etwas für sich tun. Dementsprechend tingeln vermutlich Millionen jedes Wochenende in die Hallen von Discotheken, Clubs, Bars, was auch immer, wo die Kehlen befeuchtet werden, nicht unbedingt um im Koma zu landen, aber um eine gewisse Druckerleichterung zu verspüren, wo man ebenfalls wie beim Zocken, beim Youtubevideos gucken, einen Abstand zum harten Alltag gewinnt, der dadurch natürlich keine nähere Betrachtung erfährt.

Was lässt sich also zu diesen ganzen Beschäftigungen letztlich zusammenfassend sagen? Die Freizeit wird mit besagten Zeitfressern befüllt, weil diese Aktivitäten sich nicht um den Großteil des eigentlichen Lebens kümmern und auch nicht um die alltäglichen Katastrophen, die darin und im beruflichen, schulischen Alltag angerichtet werden. Man lebt ein konformes Funktionieren im Getriebe der kapitalistischen Gesamtmaschinerie, erfreut sich sozusagen an den eigenen Fähigkeiten, die man durch die Entfremdung erarbeitet hat, trotz aller Verluste und Ängste, weil man nachwievor existiert, weil man mit Zweckoptimismus agiert, weil alle genauso funktionieren, und der Konsum von allerlei Produkten jeglichen Kot versüsst. Jeden Tag gibt es neue Songs, neue Filme, neue Clips, neue Clubs, neue Technik, neue Produkte, die einem die Mittel fürs Einrichten in ein unmenschliches Gefüge bieten sollen. Der Mensch verfügt nicht über sein Leben, er sitzt darin wie in einem Auto, welches aber der Kapitalmarkt und nicht er selbst lenkt, und empfindet den Blick aus dem Fenster als Freiheit, das betätigen der Hupe als Akt der Rebellion und die Wahl der Sitzfarbe als Individualität usw.  Der Antrieb dieses imaginären Mobils ist das Kapital, welches sich als Hauptantriebsfeder immer wieder den Planeten und den Menschen einverleibt, verdaut und auskotet, über seine Freude an der Konformität, seiner Identifikation mit seiner Sozialisation und Tradition, die ihm kein anderes Leben mehr vorstellbar macht, als das Leben im Kapitalverhältnis, obwohl er hier nur als Sklave und Diener fungiert, was er nur aushält, wenn er sich selbst verdrängt und gesellschaftlich erwünschte Rollen einstudiert und praktiziert. Die Reduktion des Lebens auf Leistung und Konkurrenz findet gerade im Freizeitverhalten seine wildesten Blüten. Blüten, die allerdings eher selten zu einer tatsächlichen Rebellionen gegenüber bestehenden Zuständen führt. Pubertäre Kämpfe führen kaum zu einer Selbstreflektion und Reflektion gesellschaftlicher Zustände. Vielmehr wird in der Mehrheit der eigene Zweifel, werden die ganzen alltäglichen Konflikte als Mangel der eigenen Persönlichkeit wahrgenommen, die unbedingt abgestellt gehören. Die Gläubigkeit in die Richtigkeit unserer Gesellschaft, trotz zehntausender Hungertoten täglich, trotz zigtausender Quadratkilometer Rodungen, trotz zig hunderter Arten die täglich ausgerottet werden usw, ist ein Zeichen für den Mangel an Aufklärung.

Auch die Kommunikation hat sich unlängst verändert. Da findet die Kritik an solchen Lebensinhalten keine größere Beachtung, einerseits weil die Präsentation nicht stimmt, andererseits weil es zu anstrengend geworden ist ein paar Absätze zu lesen, die einem nicht gleich Glücksmomente wie aus dem üblichen Konsum liefern. Die permanenten Herausforderungen in der Schule und in der Arbeit sorgen also für eine Ablehnung von Anstrengung im privaten Leben, weil die Belastungen gestiegen sind und die Reproduktion der eigenen Kräfte nur noch über möglichst große Abstandgewinnung in der Freizeit möglich ist. Der Erfolg des Fernsehens, von Hollywood, von der Gamingindustrie, der Musik, den Partys usw. erklärt sich aus dem Elend im beruflichen Leben bzw. in der Ökonomie. Man hat keine Zeit mehr, man muss ständig Weterbildung betreiben, und Sicherheiten nehmen eher ab als zu, da die Konkurrenz stetig wächst, weil sämtliche Nationen weltweit Anschluss am Weltmarkt finden. Demzufolge sind Exzesse wie das Komasaufen nur ein verzweifelter Versuch, Abstand gegenüber einer ökonomischen Realität zu bekommen, die einem immer weniger charakterliche Eigenheiten durchgehen lässt. Das Maß an Konformität, welches verlangt wird um höchste Profite erlangen zu können, nimmt also mit der wachsenden Konkurrenz zu, weil es eben immer schwieriger wird Produkte abzusetzen, ganz besonders dann, wenn Mitarbeiter nicht zielgerichtet arbeiten können. Der Mensch wirft sich in eine Ordnung hinein, die ihn und seine Umwelt widerum ins Chaos stürzt, weil sie ihn nur als Mittel für Profite benutzt. Ursprünglich dachte der Mensch einmal, er sei es, der von Profiten profitiert, das hat sich gewandelt.

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Hamster mit Burnoutproblem

Frontal 21 hat bahnbrechendes herausgefunden: Die „meisten“ Unternehmen betrachten die „meisten“ ihrer Arbeitskräfte als Ressorce und nicht als Menschen! Ja wie ist denn das bloss möglich? Was für eine Fehlentwicklung oder? Es folgt Gerede vom „leeren Akku“ und vom „Hamsterrad“ aus dem man „nicht rauskommt“, wo man trotz „Spaß“ an der Arbeit irgendwann Suizid begeht, weil es „zuviel“ geworden ist. Und wer ist schuld? Microsoft! Denn die haben letzteren Hamster, der sich sogar noch für seine Unfähigkeit „entschuldigt“, einfach mal nicht zugehört und ganz böse unter Druck gesetzt. „Bissi schwach“, findet der Bruder. Für Microsoft ist dagegen alles in Butter, der Typ war halt depressiv, da kann die liebe Arbeit beim Konzern doch nix dafür, schliesslich gibt es „viele Faktoren die uns Menschen glücklich oder unglücklich machen können“! Blöd nur wenn der Kerl offenkundig gar kein Privatleben mehr hatte, sondern pausenlos von den „1440 Minuten“ am Ackern war.

Das Bewertungssystem wird später als Grund für den großen „Konkurrenzdruck“ angegeben bzw. kritisiert, welches Mitarbeiter von Microsoft offenkundig regelmäßig zum „weinen“ bringt. 5 % Prozent aller Arbeiter im Land leiden an Erschöpfung, der Arbeitsmarkt besticht durch „Bewährung und Bewertung“, überhaupt sind Arbeitsplätze unsicher, „Arbeitsverträge immer öfter befristet“ und was fällt der Frontal 21 Redaktion dazu ein? Rationalisierung und Arbeitsverdichtung sind schuld! Ja, toll und die fällt wohl vom Himmel oder was?! Und ein Arbeitssoziologe haut nochmal drauf und sagt: Wer sich „betriebswirtschaftlich nicht rechnet“ geht! Ja, und warum, aus Spaß an der Freude oder aus purem Sadismus der Manager?! Tja und der Pressesprecher von Microsoft hat keine Ahnung von über 9000 Erschöpften Leuten in seinem Lieblingsbetrieb, na klar! Also dieser ganze Beitrag bringt das Kunststück fertig jede Menge Katastrophen des Kapitalismus zu benennen, aber ihn selbst niemals auch nur mit einem Wort zu problematisieren! Da heult man wegen kaputten Menschen, schafft es aber nicht die Lage vollständig zu analysieren. Muss wohl das „notwendig falsche Bewusstsein“ sein, was die zu funktionalisierten Charaktermasken zerfallenen atomisierten Subjekte im Kapitalismus in sich tragen.

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