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Deathdrive

Wenn ich persönlich bilanzieren müsste, inwieweit mein Leben bislang lebenswert gewesen ist, dann kann ich von einem totalen Versagen sprechen. Die Zeit in der irgendwelche Illusionen möglich waren sind längst Vergangenheit. Es gibt nur noch verblichene Erinnerungen daran. Nun wo auf die letzten Schimmer der Jugend geblickt wird und Jahre in Jahrzehnte gefasst werden können, ist die Zukunft aus meiner individuellen Biografie heraus gesehen völlig uninteressant geworden. Es war niemals erträglich, das habe ich in den letzten 9 Jahren hier dokumentiert. Man kann also nicht sagen, ich hätte es trotz aller Bitterkeit nicht versucht. Aber das Leben bleibt strikt sinnlos, egal wie sehr man nun argumentiert, kämpft, arbeitet und hadert. Das Weiterleben ist eine reine Gewohnheit geworden und setzt sich nur fort, weil man zu faul ist dem eine Ende zu bereiten. Die Schule, die Lohnarbeit, die ganze Pubertät und Jugend eine einzige Enttäuschung. Ein Desaster mit zuvielen schrecklichen Einzelheiten. Nie wird es Raum oder Zeit geben diese erbärmlichen Umstände zu diskutieren und auszuräumen. Und sowieso: Niemand sollte mit diesem Schrott belästigt werden. Es ist alles gänzlich unmöglich geworden, wahrscheinlich war es überhaupt nie möglich sich in Ordnung zu bringen. Das nun die totale Einsamkeit sich mit dem Alter verstärkt ist keine Überraschung. Jahrelang wurde nicht zugehört. Selten war es Bosheit, die Menschen sind nunmal beschäftigt. Sie sind auch Elend. Ich mache ihnen keine Vorwürfe. Aber dann soll es die Freiheit geben von dem Abstand zu nehmen, was sich sonst Leben nennt. Die Leere der Welt ist mir schon viele Jahre unter die Haut gekrochen und hat alles an mir hohl gemacht. Das Sträuben war nur etwas Todeskampf, ein Augenblick der vor der Ewigkeit nicht auffällt. Ich kann nicht einmal mehr darüber trauern, was ich gewesen war oder was ich hätte sein können. Es ist einfach nur klar, dass dieses Leben vorbei ist. Es gibt nur noch diese allgemeine Ratlosigkeit als würde ich darauf warten, dass der Vorhang fällt, aber er fällt nicht, obwohl der Plot auserzählt ist. Die Lust auf das Ende kann in so einer Lage nur steigern. Es erscheint vernünftig. Die Zeit hat keine Wunden geheilt, sie hat sie vertieft. Die Zeit hat keinen Rat gebracht, sie hat eher jegliche Grundlagen dafür entzogen. Dass da niemand ist, der einen wird halten können. Dass da niemand ist, der einem das Leben erleichtert. Schien mir schon als Kind bekannt. Ich kenne frühe Einträge aus den 1990ern, wo ich lediglich weitermachen wollte, weil die Zukunft doch irgendetwas für mich bereithalten muss. Es kann doch nicht alles umsonst gewesen sein. Und doch aber ist es so. Prüfen und eine Überprüfung der Prüfung führen immer zum selben Ergebnis. Es gibt nichts. Ich bin nichts. Ich werde nichts sein. Ich kann nichts.  Die Sinnlosigkeit ist manifest, sie ist so stramm und plastisch, so deutlich wie sonst gar nichts in der Welt. Das ist es was  überhaupt noch existiert, wenn sonst nichts ist. Diese Atomisierung, Isolierung, Vereinzelung, Beliebigkeit, das permanente aneinander vorbeisprechen, die Angst vor Zurückweisung, die idiotischen Erwartungshaltungen, das Lügen, Betrügen, Kalkulieren, es wird niemals aufhören. Es wird sich vertiefen, wenn nichts geschieht. Und bislang ist nichts geschehen. Es gibt keine Zerstreuungsmöglichkeiten mehr die ich wahrnehmen möchte, zugleich gibt es keine ernsthaften Perspektiven in dieser leeren Totalität, die Leben genannt wird. Die Distanzierung von allem kann nicht genug vollzogen werden, schliesslich hängt die Identität im Falschen. Man trägt das Elend immer mit sich selbst herum. Eine Lebenfreude zu entwickeln, wo Menschen sinnlos sterben, sinnlos ihre Zeit erwürgen, erscheint widersinnig. Nichts ist mehr logisch. Und Logik selbst findet nur noch in Kreuzworträtseln statt. Doch wenn das Ende selbst festgelegt wird, dann ist auch jede Kommunikation zu Ende. Es gibt dann ganz bestimmt keine Lösung mehr. Also muss weitergelebt werden nicht nur aus Feigheit, Faulheit, sondern auch, weil dem Unbekannten wieder eine Chance gegeben werden muss? Ich wäre wieder an der Stelle in meiner Kindheit. Das Leben zirkuliert offenbar nur etwas herum, um dann wieder an den Ausgangspunkt zu gelangen. Alles was zwischendrin zählte, waren die Erfahrungen, die man machen konnte. Aber da war eben nichts. Wie kann man sich daran bloss erfreuen? Wenn nichts geblieben ist, wenn sogar mit weniger verblieben wird als man von Geburt an hatte, was soll man dann noch? Es ist alles ausgezogen. Ich bin ein Fremder und mit allem fremd. Ein paar Floskeln und Gesten werden nicht Jahrzehnte voller Verlust bereinigen. Es ist versaut, vermasselt und verkommen. Katastrophales Scheitern trotz aller Mühen und Sorgen. Da würde nur ein Idiot drüber hinweg lächeln. Ich sehe nun woher die eingefallenen Gesichter kommen, worauf der Alkoholismus eine saftige Wiese findet, um sich auszubreiten. Die Gebrochenen die man überall sieht zu denen gehöre ich auch. Die Maschine hat mich zertrümmert und hat nicht einmal Notiz von mir genommen. Es macht nicht wütend, wenn gelernt wurde das diese Wut nicht gesehen und verstanden wird. Alles ist zu grob geworden. Und was einem bleibt ist nur der Jammer und die Selbstbezüglichkeit. Früher wäre ich noch vorsichtig gewesen soetwas zu veröffentlichen. Aber es ist längst Gewissheit, dass es keinen Unterschied mehr macht, was man denkt oder ausspricht. Es bleibt und verbleibt alles ungehört und stumm, ohne Konsequenzen und apathisch ewig tränenreicher Abgrund.

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Intelligenz im Dienste des Wahnsinn

Ich bin ein Nichts und werde immer Nichts bleiben, genau wie alle anderen Menschen auch. Ich habe keine neuen Botschaften, keine neuen Erkenntnisse. Alles notwendige ist in Millionen von Variationen gesagt und geschrieben worden. Es ist traurigerweise völlig klar was los ist und doch oder gerade deshalb bleibt es so wie es ist.

Ich würde am liebsten den Selbstbetrug von Millionen Menschen aussperren, mich Jahrzehnte in meiner Wohnung vergraben auch wenn es hoffnungslos ist damit irgendetwas zu verändern. Immerhin müßte ich dann nicht für einen Job heucheln, lügen, betrügen, ignorieren um dann wenn ich den Job habe, das Ganze nochmal, täglich und systematisch unter Bezahlung zu machen.

Ich müsste mir keinen Wecker stellen, ich müsste mein Leben nicht in Zeiteinheiten spalten, wie gehetzt durch die Strassen geistern, Angst vor dem Chef haben oder vor den Kollegen, vor ihren traurigen verkrüpelten Vorstellungen und Idealen wie die Menschen zu sein haben. Es wäre eine unheimliche Erleichterung für mich, nicht mehr gegen all diese Menschen zu kämpfen, ihre schlauen blöden Thesen zu widerlegen, zu ignorieren oder zu befolgen.

Ich müsste keine Angst davor haben meinen Job zu verlieren und bräuchte auch nicht mit oberflächlichen Anbiederungsversuchen um flache Anerkennung  betteln. Tja, ich könnte mich wunderbar zurückziehen und einschliessen, den Wahnsinn ziehen lassen bis er sich selbst vernichtet. Aber leider funktioniert das nicht weil ich dieser Wahnsinn bin! Ich bin vollfunktionstüchtig, wurde früh ausgebildet und jahrelang vorbereitet.

Ja, ich könnte wie alle anderen Menschen irgendwelchen Illusionen glauben, daraus neue Spekulationen und Illusionen entwickeln, die ich weiteren Menschen aufzwinge, besonders jenen die kaum Lebenserfahrung aufweisen können oder einfach verunsichert sind. Und dann spiele ich mich zu einem Experten, Wissenschaftler, Leiter, Chef auf und halte das für die logische natürliche Konsequenz. Diejenigen die meine Ordnung hinterfragen könnte ich erschlagen und bestrafen. Ich bin das Maß, die Ordnung, die Einheit, das Glück und die Herrlichkeit der alle verfallen sind, je nach ihren individuellen charakterlichen genetischen Vorstellungen.

Aber ich will es nicht mehr sein, ich will das nicht mehr mitmachen, ich habe erkannt dass das alles Bullshit ist! Es ist so flach wie eine Plattform, so absolut unbedeutend absurd und dennoch auf brutale Weise Realität nahezu aller Menschen die diesen Wahnsinn in sich tragen, nähren und verbreiten.

In Wahrheit brauche ich mich gar nicht einsperren, ich bin längst eingesperrt! Schon seit frühester Kindheit bin ich in einem dunklen Verlies. Und in diesem Verlies hängen Poster vom Kapitalismus, Kommunismus, Satanismus, Christentum, Black Metal Bands, irgendwelchen Horrorfilmen und Parolen wie: Arbeit macht frei! Nur wer wagt gewinnt! Jeder ist seines Glückes Schmied! Nur wer arbeitet darf auch essen!

Jahrelang wollte ich es nicht begreifen, nicht wahrhaben. Ich aß Fast Food, wollte Barbie ficken, reich, beliebt und unsterblich werden! Und als meine Illusionen zusammenbrachen, als ich merkte das hunderttausende Menschen ähnlichen Mist glauben und verfolgen, glaubte ich, ich würde wahnsinnig werden, dabei war ich längst der personifizierte Wahnsinn. Tja, da merkte ich dass das alles nur Lügen waren, getarnt als Wahrheiten und edle Lebenswege um  schmutzige, verlogene, selbstherrliche Systeme voranzutreiben und irgendwelche Idioten verdienen sich damit permanent eine golde Nase, können dadurch große Hebel ziehen und über das Leben anderer Menschen bestimmen.

Du darfst ein fleissiger Arbeiter sein, mehr ist nicht drin für Dich. Dein Leben besteht nur aus Zahlen, Forderungen, Idealen. Du lebst ein Leben das nicht in der Gegenwart stattfindet. Es geht nur um das morgen und das übermorgen. Wer mehr verdient ist glücklicher nicht wahr? So läuft das doch. So sagt man es uns. Und wer kritisiert und seine Gefühle noch nicht völlig ignoriert, wird plattgemacht weil er dem Wahnsinn nicht dienlich ist. Das ist nunmal der Preis unvollständiger Gedankengänge. Entweder man macht mit oder man geht zugrunde. Deshalb muss ich wieder Bewerbungen schreiben.

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Adrenalin für die Welt

Druck. Die Antwort auf alle Fragen ist Druck. Die Antwort auf alle Zweifel ist Druck. Es gibt keine Systemfrage, kein Falsch oder Richtig, es gibt nur Druck. Und wer darunter zusammenbricht ist tot, wertlos, nicht zu gebrauchen für diese Gesellschaft. Nur wer kämpft kann gewinnen, nur die Cleveren, nur die Schlauen, Starken, die hoch konditionierten und disziplinierten Maschinensoldaten der Zivilisation können in den einzelnen Branchen die maximale, vorgegebene Freiheit erleben. Und die sind dann die einzigen brauchbaren Menschen, die Führer und Verführer!

Was ist das für ein Leben in dem man nur gewinnen kann, wenn man mit allen Mitteln ohne Regeln kämpft? Es ist  ein mechanisiertes, kales Leben ohne Hoffnung und Visionen. Nur Grenzen, Mauern und Stacheldraht. Alles wird dem System geopfert, Leib, Seele, Lebenszeit und die ganze restliche Energie. Es gibt kein Zurück, niemand wird sich je Entschuldigen oder überhaupt mit diesem Wahnsinn aufhören. Weil es alle tun, muss jeder Einzelne mitziehen, tut er es nicht, ja wie gesagt, er ist ein Verlierer..

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Morden durch Arbeiten mit System

In meiner Ausbildung. Früher, als ich noch jung war.
Da habe ich mich mit zahlreichen Peitschenhieben durch den Alltag gepeitscht.
Ich hatte Angst zu schreien, Angst zu erkennen und den Dienst zu verweigern.
Mir war nur ständig im Kopf gelegen, dieser Schrei vor der Leere.
Es gibt keine zweite Chance dachte ich.

Ich fluchte ich sei verloren wenn ich nicht, diese Ausbildung durchziehe.
Sie war kein Geschenk für mich, obwohl sie es war.

Aber vor Schmerz, Verwirrung und Wahnsinn konnte ich nichts erkennen.
Ich trieb mich durch die Bürogänge und warf mich auf die Tische, wischte die Papiere hin und her wie man es mir diktierte.

Man was war ich doch für eine perfekte Maschine, mein Wesen, was noch irgendwas vom Menschen hatte, lag zu Brei zertreten irgendwo in den kalten Neonschatten.
Auch die Zeit war eine Qual, die ich ständig anschreien wollte.
Sie war zu langsam, sie war immer zu langsam.
Das Leben war im Büro zu lang, wenn ich das Tropfen meiner Seele hörte. Ich musste stets beschäftigt sein, sonst hätte ich das Erkennede in mir bekotzen müssen. Wie hätte ich dann atmen sollen?
Halb Mensch, Halb Maschine war ich wohl, zeitweilen sogar mehr Maschine.
Und jetzt nach all den Jahren, in denen ich träge in den warmen Bächen lag.
Ereilt mich nun die nächste Runde in diesem Überlebenskampf.
Unverstanden, einsam und zerrissen werde ich Freundlichkeit propagieren, Persönlichkeit vorschauspielern und ein menschliches Leben imitieren.

Aber was habe ich dann verstanden?
Ich darf mich nicht quälen.
Ich darf mich nicht disziplinieren.
Ich darf mich nicht versklaven und verkaufen, wenn ich frei sein will.

Die Alternativen sind rar.
Auswandern aus der Zivlisation oder Suizid.
Vielleicht Müll sammeln und Politik machen.
Was gibt es noch zu gehen auf all den Trampelpfaden der Menschheit?
Ich bin kein großer Mensch,
ich bin nur ein einfaches, zartes Wesen das keine Angst mehr haben will.
Liebe statt Angst ist mein Lebenswunsch.

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Eingeordnet unter Lyrik?

Atemzug für Atemzug

Ich denke, wir alle haben es nicht leicht unser Leben auf die Reihe zu bekommen. Die wenigen Freuden die wir uns oft selbst schenken sind nur von kurzer Dauer und der raue, graue Arbeitsalltag überwiegt dann auch noch um ein vielfaches das minimale Glück.

Morgen werde ich in einen neuen Job einsteigen. Es hat einige Zeit gebraucht diesen zu bekommen. Natürlich habe ich Angst den Anforderungen nicht zu genügen und relativ schnell in dem alten Loch zu sitzen, in das man geworfen wird, wenn man sich nicht sicher ist womit man sein Geld verdienen und die meiste Zeit seines Lebens verbringen will.

Ich werde mir täglich sagen: Ich tue das weil ich noch etwas größeres vorhabe und dieser Job die erste Stufe ist. Auch wenn ich nicht auf Disziplin und Motivation stehe, weil ich beides für eine Unterdrückung des Geistes und des Herzens begreife, – scheint dies wohl eine der wenigen Dinge zu sein die ich versuchen kann, um nicht bei den ersten großen Schwierigkeiten schreiend davon zu laufen.

Natürlich werdet ihr sagen: Stell dich nicht so an, in Indien gibt es 6 Jährige Kinder die im Steinschlag arbeiten. Aber dann habt ihr auch nicht verstanden was ich meine. Wir leben in einer oberflächlichen Gesellschaft, mit entsprechend gedankenlosen Zielen und Vorstellungen aus der Steinzeit. Wir haben einen alten Überlebenstrieb in uns, der uns Dank Kultur und Tradition verstärkt, kaum einen klaren Blick auf die Realität gibt.

Das Hauptziel des Durchschnittsmenschen ist es sich eine Sicherheit aufzubauen. Geld ist hier das Mittelchen zum Zweck. Nur leider ist dieses nur mit dem Tausch von Lebenszeit und Leistung zu erreichen. Lebenszeit sollte eigentlich unbezahlbar sein, aber diesen Widerspruch haben die meisten längst ignoriert, denn es geht um das Überleben und es spielt keine Rolle wie man es sichert, Hauptsache es wird so gut wie möglich und vorallem so nützlich wie möglich erreicht.

Wir haben nicht das Ziel die Welt, das Leben, unsere Gefühle, unser Denken und so weiter zu verstehen. Denn wir glauben alles zu wissen und die hochtechnisierte Welt scheint uns ständig Recht zu geben. Das es an Weisheit, Liebe und vorallem Ruhe fehlt, scheint hier kaum zu interessieren. In dieser Welt gibt es nach wie vor Gewinner und Verlierer. Das sind die Starken und Schwachen. Wir haben diese Kategorien geschaffen. Wir sind Diejenigen die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit ausüben. Wir definieren Gut und Böse und erfinden ständig neue Definitionen die alles nur noch komplizierter und schwieriger machen.

Man sieht es an meinem Beitrag, er wird auch immer komplizierter. Dabei wollte ich nur sagen, wir Menschen leben nicht wirklich. Wir zerstören nur. Wir zerstören die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aufgrund unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen. Wir leben unecht, unwirklich, an der Realität vorbei. Es gibt nur Lügen in unserer Welt und unser Gott ist der Geldschein. Wir haben uns zu Sklaven gemacht, trotz unserer hohen Ziele. Es wird immer davon gesprochen wieviele Chancen der Kapitalismus doch bietet, aber keiner sieht was dieses System tagtäglich auf diesem Planeten anrichtet.

Das soll keine Kritik am Kapitalismus werden. Es ist eine Kritik an den System, Denkmustern und Verhaltensweisen des Menschen. Wir können keine Freiheit organisieren. Wir können uns Freiheit nicht erarbeiten, erkaufen oder durch Sicherheit erbauen. Es gelingt nur durch verstehen und lernen. Durch leben und leben lassen. Respekt, Geduld, Ruhe, Liebe, Zuversicht und die Anerkennung aller Lebewesen auf diesem Planeten. Es gibt keine Alternativen. Wir lügen uns ständig an. Wir quälen uns. Wir wissen das wir uns zerstören indem Glauben wir könnten es nicht ändern.

Dabei müssen wir nur aufhören. Jetzt sofort. Und keine Systeme produzieren die das alte ersetzen! Ich will keine Anarchie, denn auch das ist ein System.

Jedenfalls habe ich morgen meinen Job zu machen. Ich habe meinen Mann zu stehen, solange bis jemand Stop ruft. Bis es zu Ende ist. Bis Feierabend gerufen wird und ich erleichtert mein Stück Freiheit gierig verschlingen darf. Ich weiss das so ein Leben Elend ist. Ich weiss das es vielen nicht besser ergeht. Und gerade deshalb begreife ich das jetzige menschliche Treiben als definitives, organisiertes und gesellschaftlich akzeptiertes Verbrechen gegen die Freiheit und die Würde aller Lebewesen.

Dieser Ansatz ist so maximal und grundsätzlich, ich werde so viele Jahre brauchen um es anderen Menschen begreiflich zu machen. Ich verstehe es ja nicht einmal selbst. In meinem Innersten spüre ich es aber ganz klar und deshalb kann ich das hier so notieren. Vielleicht verlässt mich irgendwann der Mut und ich werde nie beweisen und erläutern können was ich eigentlich auf dieser Erde wollte. Eine kleine Chance gibt es zwar. Aber ob sie reicht um mich in kalte, graue Bürogebäude zu zimmern und das oft genug, damit keiner Verdacht schöpft. Ich weiss es nicht.

Aufgrund der Fehler die alle Menschen in ihrem täglichen Alltag machen, glaube ich irgendwann selbst ein Fehler zu sein. Wieso bin ich nicht blind? Warum kann ich nur teilweise sehen? Es ist so ein Leiden diese Schwierigkeiten nicht schnell bewältigen zu können, sondern nur Atemzug für Atemzug.

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Eingeordnet unter Emotionales, Gesellschaft

Wir sind Fremde

Das Leben ist egal ob es Spaß macht oder nicht, eine endlose Wiederholung von Mustern. Jede Existenz auf diesem Planeten folgt einer logischen Entwicklung und das langweilgt mich total!

Michel Houellebecq hat einmal folgendes geschrieben:

Realitätssinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung […] all dies ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen.

Wenn ich mir den Film „Cube“ ansehe. In welchem die Darsteller ihr Leben riskieren und viele liebgewonne Begleiter grausam verlieren, nur um ihrem Ziel nach einem Ausweg zu folgen. Was sich dann letztlich auch noch als total unnötig herausstellte, dann sehe ich mich gnadenlos an das Leben auf diesem Planeten im Grundsätzlichen erinnert.

Wir streben ständig und mit allen Mitteln nach Wachstum und Entwicklung unserer Fähigkeiten. Wir verdienen sogar unseren Lebensunterhalt damit. Die Leistungen der Massen in diesem Zusammenhang, bilden den Herzschlag des gesamten Finanzsystems und ich kann mir quasi nichts langweiligeres vorstellen.

Ich betrachte das Leben so wie es jetzt existiert als tödlich und langweilig. Weil wir Menschen in unserem Leben Leistung als Lebensziel haben. Wir leben wie Maschinen und nicht wie fühlende Lebewesen. Da die Mehrheit diesem Ziel nachgeht, sind Alternativen rar und das stimmt mich sehr unglücklich.

Wir begreifen das Leben nicht als perfekt und doktern krankhaft mit unserem naiven, hochmütigen Verstand an der Evolution herum. Ständig muss alles besser werden, die hundert-tausend Menschen die verhungern, interessieren nicht. Wir haben dieses großartige Ziel, der Evolution in den Arsch zu treten. Und dafür tun wir alles! (Kosteneffizientes einsetzen von „Human Resourcen“, Gen-Manipulation etc pp)

Begreift denn niemand, dass das Leben von vielen Millionen arbeitenden und lernenden Menschen eine Flucht vor der Langweile ist? Das TV-Programm wäre nie so beliebt, die Diskos würden nie so gut besucht und die Drogen würden nie so stark genutzt, wenn wir unser Leben so akzeptieren würden wie es ist. Ständig versuchen wir mehr zu sein als wir sind. Wir akzeptieren nicht das wir nur intelligente Tiere sind und können uns nicht damit abfinden das Leben einfach nur zu geniessen. Seht Euch dieses Video als Gedankenstütze an.

Ich ekle mich vor dieser kalten Ellbogengesellschaft, weil sie die Schönheit der Natur und der unendlich spannenden Existenz verkennt. Ich scheiss auf diese Gesellschaft weil sie Menschen, die mit diesem Leistungsdruck nicht klarkommen, Menschen die Gefühle haben, wie Dreck behandelt! Merken die Optimisten unter uns denn nicht, das wir mit unserem Masterplan, unseren langsamen aber sicheren Massensuizid eingehen?

Die Indizien liegen für mich klar auf der Hand und sie sind täglich für alle Menschen, vorallem in Westeuropa, leicht erkennbar. Jeder der dieses lebensverachtende Wettbewerbssystem unterstützt ist für mich nicht nur ein Langweiler, sondern auch auch ein Selbstmörder. Nun könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie ich mich fühle, da ich ja gezwungen bin , wie jeder andere Mensch auch: Geld zu verdienen.

Ich habe keine Lösungen, ich kann nicht Miliarden Menschen zur Vernunft bewegen, diese damit retten und dabei nur von Liebe und Luft leben. Ich glaube wir werden alle Scheitern, weil wir nur unseren Träumen hinterher und vor unseren Ängsten davon laufen. Und das wir mit der Realität nicht sonderlich viel anfangen können, sieht kann man an der Geschichte ablesen und so wird es wohl leider auch in Zukunft bleiben, sofern nichts dagegen unternommen wird.

Was soll ich tun um das Leben nicht als langweilig zu empfinden? Soll ich mich etwa ablenken und zu sehen wie sich Jeder, eingeschlossen ich selbst, kaputt macht? Es gibt keine Lösung für mich und damit werde ich wohl leben müssen, bis es vorbei ist. Dumm nur das ich sehr ungeduldig bin. Wann geht das endlich vorbei, wann ist Schluss mit diesem zivilisierten Wahnsinn?

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Maschinenmenschen

Was mache ich falsch im Leben? Habe ich immer alles richtig gemacht? Nein, natürlich nicht. – Aber ich habe immer mit bestem Willen und Gewissen gehandelt, oder?

Solche Fragen spielen keine Rolle, sie sind nur Ergebnisse meiner Gefühle und Gedanken. Mein Leben und das Leben kümmert sich nicht darum ob ich täglich gewaschen bin, das Alphabet kann, die Gabel zum Essen nutze oder die Frau die ich als meine Frau bezeichne wirklich liebe. Denn all die Vorstellungen die in meinem Kopf, und das betrifft wahrscheinlich alle Vorstellungen in den Köpfen, überhaupt gar nichts bedeuten.

Das Leben existiert fort. Solange ich trinke, esse, schlafe und nicht allzu oft Gewalt erlebe. Im Grunde genommen sind wir Menschen absolute Tiere, nur mit Gedanken. Die Gedanken die sich über die letzten Jahrtausende mehr oder minder entwickelt haben, sorgten für die Ergebnisse die wir heutzutage vorliegen haben und die unermüdlich 24 Stunden am Tag weiterentwickelt werden.

Der eigentliche Wahnsinn ist ja das Vertrauen in diese Gedanken, und die daraus resultierenden Ideologien, Wertevorstellungen und überhaupt alle „zivilisierten Pläne“ die uns Menschen verbessern und glücklicher machen sollen. Ich kann sagen, dass ich selbst mit dem besten Willen und Gewissen, immer noch Menschen ungerecht behandelt habe. Egal wieviel ich dagegen getan habe, es kommt vor und es tut mir dann auch leid. Nur ändert das nichts an der Situation.

Wenn der Irrtum und das Scheitern ganz einfach dazu gehört, und wir Menschen Perfektion, Sicherheit und Rentabilität uns letztlich nur herbeiwünschen bzw. einbilden: Dann liegen wir ja schon ziemlich arg in der Scheisse. Denn das sind ja die Faktoren die unser Aller Leben prägen. Wir wollen unsere Zeit so gut es geht nutzen. Wer will in seinen letzten Sekunden denken oder sagen: Ich hab mein Leben weggeworfen.

Auch wenn es dann eigentlich sowieso ziemlich egal ist. Jedenfalls steht für mich fest, das wir Menschen, in der Masse wie auch als einzelnes Lebewesen viel zu viel Druck und Panik in unser Leben geholt haben. Wir setzen uns einem völlig unnötigen Leistungsdruck aus und erwarten dann auch noch möglichst schnell davon glücklich zu werden. Das dies nicht so funktionieren kann, ist den wenigsten Menschen aufgefallen. Auch wenn man es anhand unzähliger Fakten ganz genau erkennt.

Wir konsumieren zuviele Drogen, essen zuviel, es gibt zuviel Gewalt, Neid, Tyrannei, Mobbing, Ausbeutung, Wut, Hass, Raserei, was ihr wollt! Wir sind aus der Balance, weil wir die Schönheit der Erde ignorieren. Wir ignorieren auch uns selbst, die Natur und alles was existent ist. Wir wollen uns stärker, schneller, schöner, gütiger und wertvoller machen. Aber alles was wir erreichen ist das Gegenteil. Und das spüre ich mit großem Schmerz und großer Trauer.

Ich stehe schon ziemlich hilflos demgegenüber. Ich habe keinen Masterplan gegen all das Dumme und Übel. Denn ich bin ein einfaches und doch hochkomplexes Lebewesen wie wir alle. Ich werde wohl weiter viele Fehler machen und danach Fragen stellen, wie das überhaupt möglich war. So gesehen freue ich mich wenn das Leben vorbei ist, denn ich mag es nicht ständig völlig verpeilt und überwältigt durch den Raum und die Zeit zu stolpern. Vorallem wenn es jede Menge Menschen gibt, die nicht so sind wie ich, weil sie vollgepumpt sind mit Glücklichmachern/Unglücklichmachern wie z.B. Geld 😉

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