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The Rapening

Jüngst und in der Vergangenheit gingen Meldungen durch die Medien, in denen davon berichtet wurde, dass Nacktfotografien von bekannteren Frauen ungewollt an die Öffentlichkeit gelangten. Es ist Partei zu ergreifen für die Privatssphäre, für gleichberechtigte Teilnahme an der Sexualität, für eine verantwortungsvolle Berichterstattung und für die Opfer, die sich für keine einzige Tat zu entschuldigen oder zu rechtfertigen haben!

Anstatt die Rolle, Ideologie und Taten der Täter zu verurteilen, wird das Opfer plötzlich unter Beschuß genommen, wie könne es doch nur dieses oder jenes „unverantwortlich“ tun? Solche Fragen können nur in einer sexistischen Welt ernsthaft verhandelt werden. Wenn Privatfotos von intimen Momenten voller Verletzlichkeit Menschen in den Selbstmord treiben können, sollte die Frage gestellt sein, welche Verantwortung die jeweiligen Diebe in diesem Zusammenhang besitzen, wenn sie für immer sozusagen die weltweite Verbreitung von solchen privaten Medien vorantreiben. Es sind nicht nur Diebe der jeweiligen Dateien im Spiel, sondern auch Diebe der Identität des Opfers und der Interpretationshoheit des Vorfalls, die man in die Kritik nehmen muss.

Zunächst zu den Dieben der privaten Medien: Vernichtet der Voyeur nicht auch die Fantasie, wenn er sich geleakte Dateien stiehlt und betrachtet? In gewisser Weise liegt in der unbedingten Besitzergreifung auch ein faschistoides Moment, wenn jeder Millimeter einer fremden Individualität beherrscht, inspiziert, gierig verschlungen sein muss, ohne vorher eine entsprechende Erlaubnis dafür erlangt zu haben. Es ist freilich auch ein sexistisches Moment darin, permanent für Norm zu halten, dass alles immer und überall verfügbar sein muss, gleichgültig wie erfolgreich, talentiert, intelligent, lieb und mutig das jeweilige Opfer dieses Übergriffs ist. Es ist eine unermessliche Respektlosigkeit gegenüber der Einzigkartigkeit des jeweiligen Individuums und dessen Willens. Und weil es an Empathie, Fantasie und Rücksicht fehlt, weil die eigenen Interessen über allem stehen sollen, wenn auf diese Leaks zugegriffen wird, zerstört man den letzten Rest an Menschlichkeit in sich selbst, schliesslich ist die Privatssphäre elementar für vertrauensvollen Umgang.

Die Auf- und abspaltung des Menschen von seiner Identität, seinen Rechten, von seinem Körper, der in dem unerlaubten, voyeuristischen Übergriff während der Betrachtung des geleakten Materials liegt, bedeutet auch Teilnahms- und Bezuglosigkeit gegenüber sich und den anderen Menschen, schliesslich ist so eine Tat, und ein Interesse an so einer Tat, keine Basis für eine vertrauensvolle Beziehung. Sie ist sogar im Vorfeld ausgeräumt. Es ist der Beleg, dass die eigene Sexualität und Identität unausgeglichen und unerfüllt sein muss. Der Ursprung der Lustunfähigkeit ist die Unfähigkeit, Lust im anderen zu erzeugen. Letzteres ist nur möglich, wenn man den anderen voll und ganz anerkennt und respektiert. Diese Übergriffe sind Ausdruck einer männlichen Krisenhaftigkeit, welche sich mit Gewalt nimmt, was sie für sich ohnmächtig diktatorisch für sich beansprucht, ohne irgendwelche Absprachen zu unternehmen. In jedem dieser virtuellen und reellen Übergriffe liegt auch die Wut sich und anderen auf konstruktive Weise Lust und Befriedigung zu verschaffen.

Jetzt zu den Dieben der Identität des Opfers und der Interpretationshoheit des Vorfalls: Dass die Massenmedien ein Geschäft aus der Zerstörung von Intimität und insbesondere von weiblicher Intimität vornehmen, scheint für die geifernden Voyeure zusätzlich ihr Verhalten zu rechtfertigen und zu normalisieren und dem jeweiligen Opfer zusätzlich die Luft zum Atmen zu nehmen. Zumal die Medien den Schaden quantitativ, qualitativ unendlich auf Generationen vergrößern, die Nachfrage nach diesen Bildern global erhöhen und sich damit den Übergriffen der Leaker und Voyeure anschliessen. Mit jeder Schlagzeile darüber, wird das Opfer zerstört, während der Profit für die jeweiligen Medien wächst, denn wenn keine Partei für das Opfer übernommen wird, indem deren Interessen wahrgenommen werden, will man ähnlich wie die Diebe der Medien den vollen Zugriff auf dessen Leben, Identität sowie Körper und für sich nutzbar machen. Die einen ziehen Lustgewinn daraus andere zu erniedrigen, die anderen ziehen einen ökonomischen Gewinn daraus darüber affirmativ oder suggestiv zu schreiben. Das Opfer erhält nichts als Vernichtung. Diese grenzenlose Gewalt in der niemand Partei für die Zärtlichkeit, Individualität und die Rechte des Opfers übernimmt, ist auch eine barbarische, endlose Wüste, die alles erstickt, was hätte gut sein können.

Es wurde nichts aus dem Faschismus gelernt. Anstatt die Frauen zu stärken indem man ihre reichhaltige Individualität sichert, stärkt, schützt, erweitert und anreichert, wird ständig so getan, als müsse man längst nichts mehr in dieser Hinsicht unternehmen, obwohl die Missstände von einem unermesslichen ekelhaften alltäglichen Ausmaß sind. Der Feminismus wird nicht ernstgenommen und so wird wieder ein Mensch für den schnellen männlichen Gewinn vernichtet.  Wenngleich noch die Strategie für das Opfer übrig bleibt, die Nacktheit und Lust nun als Trumpf zu wenden, nämlich als Normalität und Zugkraft für das Paradies, denn jeder ist unter seinen Klamotten absurd, nackt und geil, erzwingen die barbarisierten Verhältnisse gerade von Frauen unmenschlichen Mut und Kreativität mit dem Ungleichgewicht von Macht innerhalb der Gesellschaft umzugehen. Diese Größe muss man erstmal haben, wenn alle Elend und Mängelwesen im Abgründigen sind. Wenn der eigene Körper von Millionen betrachtet wird, so ist er hoffentlich nicht nur Ziel von ökonomischer sowie sexueller Ausbeutung, Häme, Hetze, Terror und Schmerz, er ist vielleicht auch der Ausgangspunkt und Quelle zur Überwindung dieser Ohnmachtsstellung. Zugleich muss dafür gekämpft werden, dass soetwas nicht mehr stattfinden kann. Es geht um uns alle, denn jeder kann derart seines Lebens beraubt werden! Unser aller Sexualität, Lust und Privatssphäre steht auf dem Spiel!

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Kälte und Zerstörung

Im Berufsleben gibt es keine Gnade. Menschliche Emotionen, Zweifel und Eigenheiten sind nur dann am Arbeitsplatz, für den Chef, für den Kunden, für die Firma relevant, wenn sie die Profite erhöhen. Milliarden gehen täglich zur Arbeit. Es ist der ganz normale Wahnsinn. Wie selbstverständlich prostituieren sich die Massen am Strassenstrich, genannt Markt, um einen Hungerlohn oder fette Boni einzusacken. Gleichgültig in welcher Branche, gleichgültig welcher Konzern, ob Millionen Angestellte oder in Selbstständigkeit, alle Menschen konkurrieren gegeneinander auf dem Strassenstrich, um Freier, um Kunden, um Konsumenten, Absätze, Zukunft und Lebensqualität. Wenn sich indische Bauern umbringen, weil sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen können. Wenn sich klassische Prostituierte von Zuhältern prügeln lassen und pro Nacht 5 Freiern den Arsch hinhalten. Wenn für Coltan, Eisen, Öl und Gold tausende Kubikmeter Erde entweder mit blossen Händen oder gigantischen Baggern umgegraben werden. Wenn Händler an der Börse mit Lebensmitteln spekulieren. Wenn man sich als Bürohengst mit einem PC-System, schreienden Kunden und fordernden Chefs herumschlagen muss. So haben wir überall denselben Hintergrund. Sie alle brauchen Profite um in diesem System überleben zu können. Sie brauchen jemand, der bereit ist, für ihre Dienstleistung zu bezahlen. Die Unterschiede mögen gewaltig sein, aber da jeder Mensch auf dem Strich steht, gibt es automatisch Gewinner und Verlierer, schliesslich kann nicht jeder jeden Tag 10 Freier abkriegen.

Angebot und Nachfrage stehen für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit in der Ökonomie. Es steht jedem frei unter einer Brücke zu schlafen, dem Armen und dem Reichen. Wenn die Nachfrage nach der eigenen Dienstleistung nicht da ist, dann ist man selber schuld, dann hat man offensichtlich nicht genug getan, um von Freiern als wertvoll genug erachtet zu werden. Wer nicht den Vorurteilen einzelner Entscheidungsträger in Schlüsselpositionen entspricht, der kann unter Umständen schnell den sozialen Abstieg vollziehen, ohne jemals nachhaltige Hilfe von irgendjemanden erwarten zu können. Im Gegenteil, der deutsche Staat streicht Förderungen und Unterstützung, zwingt die Arbeitslosen indirekt dazu jeden Job anzunehmen. Einzig die Familie kann ein wenig helfen, aber wenn die nicht über genug finanzielle Mittel oder Kontakte verfügt, ist auch sie völlig machtlos gegenüber der Logik des Marktes. Wer ein paar Mal zu spät kommt, wer nicht freundlich Kunden bedient oder Vorgänge, Aufträge, Befehle, Anweisungen und so weiter angemessen erfüllt, der wird keine Woche überleben. Es gilt als normal sich dem allgemeinen geschäftlichen Treiben zu ergeben, denn Individualität, Zweifel oder gar Kritik haben hier keinen Platz, wenn sie nicht irgendwie Erträge liefern können. Die Brutalität die hierin steckt ist eindeutig. Wer nicht passt, muss sich passend machen, flexibel sein, Weiterbildung betreiben, trainieren, an sich arbeiten, um irgendwann einmal wieder Konkurrenten am Strich ausstechen zu können. Habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen, ja sicher lieber Kant, aber nicht wenn das den von Dir selbst hochgejubelten Konkurrenzkampf* behindert!

Jede Handlung seit der 3.Klasse in der Schule dient dem Konkurrenzkampf, den Leistungsprinzipien des kapitalistischen Systems. Mit jeder guten Note schlägt man einem Schüler mit schlechteren Betragen in die Fresse, denn durch diesen Beleg der eigenen Leistungsfähigkeit weist man die künftigen Bedürfnisse des Schlechteren als weniger legitim zurück. Aber das passiert nicht weil man es persönlich so gewollt hat. Es passiert weil das System Menschen so bewertet und behandelt. Schlechte Noten, schlechter Abschluss, schlechte Berufsausbildung oder sogar gar keine Berufsausbildung, bedeutet eine schlechte berufliche Karriere, mit geringen Einkommen und damit letztlich schlechter Lebensbedingungen, die kaum lebenswert erschienen und einen noch stärker für jeden verdammten Dreck in der Welt anfällig machen. Menschen die ihre Leistung nicht bringen, haben es in diesem System also „verdient“ schlechter zu leben als andere. Dagegen können andere Menschen in Afrika, Indien, Indonesien, China, Brasilien, Peru und hunderten anderen Regionen und Orten der Welt schuften wie sie wollen, sie erhalten trotz harter Knochenarbeit einen nur Hungerlohn. Ihr Spielraum für Protest, Widerstand oder gar kritischer Reflexion ist quasi nicht vorhanden. Denn ihre Nation, ihr Wirtschaftsstandort ist schlicht nicht konkurrenzfähig im internationalen Wettbewerb, der sozusagen auf einem internationalen Strassenstrich stattfindet, auf dem sich Nationen nochmal extra mit ihren Exporten und Importen prostituieren.

Die haben eben Pech gehabt. Genauso die Hungernden in dieser Welt. Jeden Tag verhungern Tausende und es gellt kein Aufschrei durch die Massenmedien oder die Bevölkerung. Zuletzt nur mal kurz wegen Somalia, aber dann war auch wieder Ruhe, die nächste Katastrophe war wichtiger. Wir alle sind damit beschäftigt uns im System nach oben zu treten. Wenn hunderte Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ersaufen oder aufgrund der Überproduktion die Umwelt zerstört und vergiftet wird, dann ist das kaum mehr als eine bedauerliche Bemerkung wert. Es veranlasst niemanden dazu über diese Gesellschaft und die notwendigen Hintergründe zu reflektieren, die solche menschenverachtenden Zustände möglich machen. Trotz der Proteste die immer wieder in den letzten Jahrhunderten aufgeflammt sind und auch in der jetzigen Dekade erneut aufflammen, ging es immer weiter mit diesen Prinzipien und der sozialen Kälte in den menschlichen Beziehungen. Auch wenn man sich engagiert, solange man am Berufsleben festhält, überwiegt eben die Unterstützung der Zerstörung der Welt und menschlicher Werte und Beziehungen!

Jeder hat seine eigene Wohnung, seine eigene Küche, seinen eigenen Fernseher, seinen eigenen Wagen, lebt vereinzelt, vereinsamt neben anderen Menschen her. Nur noch wenige Menschen haben tatsächlich einen großen Freundeskreis, weil ihnen schlicht die Zeit für so etwas fehlt. Und weil ihnen die Zeit fehlt, verlernen sie völlig den Wert solcher Beziehungen. Die Beziehungen werden oberflächlich und orientieren sich immer stärker daran, ob man davon etwas hat. Das geht bis in die größte Intimität die ein Mensch eingehen kann. Viele kennen gar nicht den genauen Charakter und Empfindungen ihres Sexualpartner, sie interessieren sich in erster Linie für dessen äußerliche Hülle, seine berufliche und gesellschaftliche Stellung. Das wird als Selbstverständlichkeit behandelt, schliesslich vögelt man ja nicht dessen Charakter, heißt es. Und aus solchen Konstellationen entstehen Schwangerschaften mit Kindern, die teilweise völlig unter dieser Oberflächlichkeit zu leiden haben. Aber auch sie werden lernen die Fresse zu halten, sich auf dem Strich zu prostituieren, sich dem allgemeinen Wahn, dem Stress, dem Profit, dem Staat hinzugeben. Denn das Kind wird sich von seinem eigenen Gemüt abspalten, weil nur die Befehle und Ansprüche der Eltern und der Äußeren Umwelt zählen. Es wird der Ideologie des Marktes, des Kapitals und des Staates so gut entsprechen wie es nur kann und die Hoffnung vieler Milliarden Konkurrenten teilen, es einmal besser zu haben als die Eltern. Verrat an den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen ist ganz gewöhnlicher Alltag in dieser Gesellschaft. Man verliert sich jeden Arbeitstag ein Stückchen weiter und ist am Ende völlig verzweifelt und verstört. Das nennt man dann „Midlife Crisis“, Burnout oder Depressionen, wobei es freilich noch mehr Krankheiten und Symptome gibt. Es ist eine Selbstverständlichkeit keine grundsätzliche Kritik oder Widerstand zu leisten, denn die Massen funktionieren und machen mit, weil sie nicht zu sich selbst stehen wollen oder können. Wer es dennoch tut, geht in der Regel den sozialen Abstieg und wird auch noch Hohn und Spott als Quittung erhalten.

* = Kant schrieb folgendes 1784 in der ‚Berlinischen Monatsschrift‚: „Ohne jene, an sich zwar eben nicht liebenswürdige, Eigenschaft der Ungeselligkeit, woraus der Widerstand entspringt, den jeder bei seinen selbstsüchtigen Anmaßungen notwendig antreffen muß, würden in einem arkadischen Schäferleben, bei vollkommener Eintracht, Genügsamkeit und Wechselliebe, alle Talente auf ewig in ihren Keimen verborgen bleiben: Die Menschen, gutartig wie die Schafe die sie weiden, würden ihrem Dasein kaum einen größeren Wert verschaffen, als dieses ihr Hausvieh hat; sie würden das Leere der Schöpfung in Ansehung ihres Zwecks, als vernünftige Natur, nicht ausfüllen. Dank sei also der Natur für die Unvertragsamkeit, für die mißgünstig wetteifernde Eitelkeit, für die nicht zu befriedigende Begierde zum Haben, oder auch zum Herrschen! Ohne sie würden alle vortreffliche Naturanlagen in der Menschheit ewig unentwickelt schlummern. Der Mensch will Eintracht; aber die Natur weiß besser, was für seine Gattung gut ist: sie will Zwietracht. Er will gemächlich und vergnügt leben; die Natur will aber, er soll aus der Lässigkeit und untätigen Genügsamkeit hinaus, sich in Arbeit und Mühseligkeiten stürzen, um dagegen auch Mittel auszufinden, sich klüglich wiederum aus den letztern heraus zu ziehen.

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Wir hatten unsere Zeit

Anstatt sich zu fragen warum täglich tausende Menschen verhungern, stellen wir uns lieber die Frage warum Einwanderer hin und wieder Einheimische zusammenschlagen. Schockiert fragen Journalisten und Politiker: Wohin soll das nur führen? Was machen wir nur mit den Ausländern? Während unzählige Konzerne den Planeten vergiften und Menschen für Profite vergewaltigen, stellen wir uns die Frage: Ob Kate ihren William wirklich liebt und ob sie der großen Verantwortung gerecht werden kann. Ihr Kleid kostet soviel, es könnte hunderte Menschen in Afrika wochenlang ernähren. Aber es interessiert uns nicht. Uns interessiert wie der FC Bayern spielt, ob der Sarrazin aus der SPD fliegt, mit wem Popsternchen XY vögelt, welcher Modetrend gerade in ist, usw. usf. Wir funktionieren so gut als Zombies einer ignoranten, zynischen, kapitalistischen Realität, wir wissen gar nicht das wir als Lohnabhängige ausgebeutet werden, und wenn wir es wissen scheuen wir uns davor die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Wir müssten sofort unsere Konzerne, Staaten und Parlamente zum Teufel jagen und individuell, direkt Verantwortung für unsere Handlungen und Vorstellungen übernehmen. Stattdessen holen wir uns einen darauf herunter, das die Nordafrikaner die „Freiheit“ entdeckt hätten und sich nicht länger unterdrücken lassen würden, als ob die parlamentarische Demokratie und der Kapitalismus genau das bedeuten würden. Dabei sind sie nur von einem Käfig in den nächsten gewandert und wir applaudieren in unseren Käfigen.

Mal abgesehen davon, das man sich tagtäglich von den Medien einreden lässt, was man zu denken hat, worüber man sich aufzuregen hat, lässt man sich von der Politik und den Konzernen tagtäglich einreden sie wären nur für die Wähler und die Lohnabhängigen da, dabei ist es genau umgekehrt. Wir werden manipuliert und ausgeraubt von der Politik und den Konzernen. Man jammert über den Niedriglohnsektor und sagt, das ist Ausbeutung, das ist gegen die Menschenwürde, dabei wird in diesem Bereich bloß die kapitalistische Grundordnung konsequent ausgelebt. Wenn in Bangladesh Näherinnen für ein paar Dollar am Tag oder in der Woche für C&A, H&M, Kik und auch Edeldesigner ackern, damit wir was schickes für unsere oberflächliche Individualität zum austragen haben, dann ist das nichts anderes als konsequent gelebte Betriebswirtschaft. Je stärker, heftiger und gnadenloser man die Lohnabhängigen ausbeutet bzw. ausquetscht desto besser ist das für den Staat und die Konzerne. Natürlich muss man darauf achten die Leute nicht tot zu quetschen, hierfür ist der Staat da. Und worüber redet man in den Medien, in der Politik und in den Konzernen? Über faule Arbeitslose, mangelnde Fachkräfte, schlägernde Jugendliche und Deutsche in der Minderheit, alles Themen die auch wichtig sind, aber die die eigentlichen Probleme dieser Gesellschaft ausblenden und verschleiern. Nicht selten sind diese Themen nur Symptome für die eigentlichen Probleme.

Unser größtes Problem ist der Kapitalismus und der Parlamentarismus, weil die Menschen unmöglich darin tun können was sie eigentlich wollen und weil sie dazu gezwungen werden einer primitiven Logik zu folgen, die in letzter Konsequenz den Planeten zu einem menschenfeindlichen Ort machen wird und bloß einer Minderheit erlaubt so zu leben, wie sie es für richtig hält. Der Kapitalismus zwingt uns alle, egal ob Arbeitsloser, Ausländer, Zeitarbeiter, unbefristeter Angestellter beim Staat oder in der Wirtschaft, Rentner, Kinder, Polizisten, unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse gegeneinander auszuspielen. Wir müssen egoistische Arschlöcher sein, um etwas für uns und unsere Liebsten zu fressen zu haben. Wir müssen dafür sorgen das jemand anderes an unserer Stelle verliert. Im Kapitalismus muss immer irgendjemand verlieren, damit ein anderer gewinnen kann. Und je höher man steigen will, desto mehr Menschen müssen verlieren. Wenn man sich anschaut wie riesig die Vermögen der Reichen sind, und die Armut der Massen entgegenhält, wird es einem schlagartig klar. Man kann unmöglich durch eigene geistige oder körperliche Arbeit Milliarden verdienen, das wird nur durch massenhaften Betrug und Ausbeutung möglich. Das was für Privatpersonen gilt, gilt für Konzerne ebenso. Die Konzernvermögen wachsen und die Löhne stagnieren. 90 Prozent von uns haben keine Chance jemals der Lohnabhängigkeit zu entrinnen. Wir werden immer der Willkür der Konzerne und Staaten ausgesetzt sein. Wir werden immer in Angst, Unsicherheit und Entfremdung verharren müssen bis uns der Tod endlich von dieser Entmündigung erlöst. Vorausgesetzt natürlich, wir wehren uns nicht.

Arbeit ist scheiße und daran wird sich niemals etwas ändern, weil so wie die Arbeit organisiert ist, kann sie niemals unseren Bedürfnissen und Interessen dienen. Wir dienen als Lohnabhängige zuerst dem Kapital und den Interessen der Kapitaleigentümer. Das sind alles keine großartigen Neuigkeiten, aber trotz all der tagtäglichen Katastrophen, scheint es kaum einen von uns wirklich dazu zu veranlassen handfest dagegen vorzugehen. Stattdessen wird weitergemacht wie bisher, man folgt dem Klatsch und Tratsch, geht wählen, geht arbeiten, gebährt sogar Kinder in diese Maschinerie hinein, als ob man Zeit für sie hätte, als ob man ihnen eine lebenswerte Welt bieten könnte. Es ist doch absoluter Wahnsinn angesichts der unzähligen Taten gegen die Menschenwürde untätig zu bleiben und sogar alles dafür zutun, damit es noch schlimmer wird, indem man den Gesetzen des Marktes und des Staates folgt. Es kann doch kein „Weiter so“ geben, wie die Parteien immer so phrasenhaft daher schwafeln. Und doch geht es genauso weiter. Weil letztlich immer die Isolation vorgezogen wird. Man entscheidet sich immer für das Geld, für die Karriere im Krebsgeschwür, weil es leichter ist. Denn fängt man erstmal an die Probleme tatsächlich nicht als Problem der Politiker oder der Konzerne zu sehen, sondern als persönliches Problem, als Problem der eigenen Nachkommen, muss man alles in Frage stellen und eigene Fehler eingestehen, sein Leben umkrempeln und von Zeit zu Zeit radikaler gegen die Verbrechen vorgehen. Und weil die meisten von uns genau das wissen, überlassen wir es lieber den Anderen und beschimpfen sie hinterher als unfähig, korrupt und so weiter, was ja auch zutreffen mag, aber eben durch unser Handeln und unsere Vorstellungen unterstützt und überhaupt erst möglich wird.

Anstatt sich hinzusetzen, sich zu informieren und sich zu organisieren, macht man sich lieber etwas vor und nährt damit alle nur erdenklichen Katastrophen. Tagtäglich wird millionenfache unterlassene Hilfeleistung praktiziert, weil der Irrglaube vorherrscht, man könne sich nicht ändern und man könne das System nicht ändern. Wir geben die Kontrolle über das Leben ab, indem wir als Lohnarbeiter und Wähler funktionieren, wir machen uns zu Opfern und Tätern, indem wir unsere Zeit und Kraft für die Profite opfern und unsere Stimme zur Legitimierung der Gesetze, die die Art und Weise der Ausbeutung und Unterdrückung festlegen, abgeben. Natürlich ist es nicht nur Ignoranz und Apathie. Wir sind auch gebunden an unsere Jobs, die wie Ketten an uns hängen und jeden moralischen Fortschritt in der Menschheit verhindern. Wir empfinden große Abhängigkeit gegenüber dem Zwang Geld verdienen zu müssen, denn es wurde seit Jahrhunderten kaum anders praktiziert. Alles ist die Sekte. Die Schule, die Familie, die Nachbarschaft, die Medien, Konzerne und Staaten. Alle redeten sie uns ein, es sei gut sich unterzuordnen und zu funktionieren. Alles nur um einem Zweck zu dienen: Profitmaximierung. Wir arbeiten so hart, wir dienen so hart diesem Zweck, wir haben kaum Zeit über etwas anderes nachzudenken. Die Leere und Verzweiflung wächst. Jahrzehntelang hat man sich mit Medien, Party und Hobbys ablenken können. Man hat sich bis zu einem gewissen Grad etwas vormachen können. Die Frage ist: Wie lange noch? Wann werden die üblichen Unruhen und Katastrophen außer Kontrolle geraten? Vielleicht sind Fukushima und Gaddafi Vorboten einer Menschheit die sich heftiger als jemals zuvor selbst zerfleischen wird.

Auch dieser Text wird bestenfalls zu fruchtlosen Debatten und billigen Anschuldigungen führen, denn keiner will tatsächlich etwas verändern. Wir ereifern uns lieber in Grabenkämpfen und kleinlichen Streitereien, anstatt uns auf die wesentlichen Probleme der Menschheit zu konzentrieren. Wir sind satt und müde. Wir sind froh nicht hungern zu müssen. Es genügt uns die Universität besuchen zu dürfen und als Lohnabhängiger zu funktionieren. Es ist okay betrogen, unterdrückt und ausgebeutet zu werden, wenn für uns genug dabei abspringt. Wir sind fette Sklaven, die dank der Produktivitätssteigerungen noch fetter werden. Und wir werden anderen Sklaven jedes Gramm Zucker, jeden Kinofilm und jeden sorgenlosen Nachmittag am sonnigen See verweigern, weil wir wissen, das unser Wohlstand nur ein Wohlstand auf Zeit ist. Bald haben wir uns in die Steinzeit gefressen, gearbeitet und gekämpft. Man möchte dieser uneinsichtigen, selbstsüchtigen Masse den letzten Tritt geben, welcher sie in den Abgrund fallen lässt. Wir als glattrasierte, nikotinrauchende, blechkübelfahrende Affen haben es wohl nicht anders verdient. Unser Raumschiff brennt und die Sonne explodiert. Wir hatten unsere Zeit. Was mag bloss als nächstes kommen?

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Menschen lügen, betrügen und lassen sich kaufen

Ehrlichkeit währt am längsten?

Nein, ist wahrlich nicht so. Wer einen Job will muss die Wahrheit gut verkaufen können und das bedeutet auch, diese Wahrheit in ein besonderes Licht zu stellen, also gewisse Sachen mehr zu beleuchten als andere, d.h. unangenehme, bittere Fakten wegzulassen usw. Kaufen und verkaufen, alles dreht sich um das liebe Geld. Die Leute wollen verarscht werden, weil sie ihr ganzes Leben lang schon verarscht wurden, – jene Menschen die ihnen plötzlich mit den wahren Fakten kommen werden ganz negativ und abscheulisch wahrgenommen, werden abgelehnt, bekämpft und schliesslich getötet. Der seit Jahrhunderten betriebene Selbstbetrug ist in den letzten Jahrzehnten vorallem auch durch die technologischen Errungenschaften in immer höhere, heftigere und dichtere Kämpfe getrieben worden. Was früher mal Entfremdung war ist heute die Identität von Milliarden Menschen. Kaum einer hinterfragt überhaupt noch den Gang zur Arbeit oder dessen Organisation. Kaum einer fragt wieso Merkel „Kanzler“ ist oder der eigene Chef so ein Tyrann ist und warum beide überhaupt über andere Menschen was zu melden haben obwohl sie die meisten nichtmal persönlich kennen. Allerhöchstens gibt es oberflächliche Sprüche darüber und das wars dann mit der „Rebellion“.

Diese Art und Weise wie wir leben ist pure Brutalität. Sie ist permanente Massenversklavung, Massenverblödung, sie ist Massenwahnsinn der als Normalität verkauft und gelebt wird. Ich weiß nicht ob es Dir schonmal aufgefallen ist: Du kannst Dir Frauen kaufen, Kinder kaufen, um sie zu ficken und/oder sie zu töten. Du kannst Dir Politiker, Wahlstimmen, Wirtschaftsbosse, Experten, Wissenschaftler und die Medien kaufen, um mit ihnen Geschäfte zu machen oder sie fertig zu machen. Und immer kannst Du dabei davon kommen sofern Du die „Grauzonen“ des Systems, also die Fehler, die Ignoranz und Dekadenz der anderen Menschen kennst.Wer das nicht verkraftet der wird in dieser Welt auch zugrunde gehen.

Wer nicht fähig ist sich in seinem Beruf entweder von vorneherein glücklich zu schätzen oder zumindest sich selbst als Mensch dabei völlig auszuklinken und einfach „nur den Job zu machen“, – der wird ganz einfach als überflüssiges Menschenmaterial betrachtet, welches die Sozialsysteme asozialerweise belastet. Wer es nicht erträgt jeden Tag, Wochen, Monate und Jahre lang dieselbe stumpfsinnige Arbeit auszuführen der sollte sich entweder umlegen oder versuchen „flexibel“ zu sein und sich neuzuorientieren, – auch wenn man in den meisten Fällen nur von einer stumpfsinnigen Scheiße in die nächste geraten wird. Es ist unheimlich schwierig, ja geradezu undenkbar in dieser grausamen ungerechten Welt überhaupt an soetwas wie ein idylisches Arbeitsverhältnis zu geraten!

Gelogen und betrogen wird überall und das hat alles eine jahrtausende währende Tradition. Alles was sich ändert ist die Fassade.

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Freiheit hat einen Namen: Anarchie

FREIHEIT – das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat, Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und des Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet, zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Große Probleme unserer Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, (Aus-)Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung, Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Massenmord, sprechen eine beredte Sprache.

Die „Freiheit der Menschen“ ist nicht zu verwechseln mit „der Freiheit der Männer“, als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß Anarchist(Inn)en sich an vorderster Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren „Mann“ in der hierarchischen Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen wir leben, profitieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat. Viele Frauen ziehen jedoch auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und mißhandelt. Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Eine Reihe Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein, wenn (Alibi)Frauen vom Typ Thatcher, Merkel, Breuel, Ciller etc. die Plätze der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber, gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. „Privaten“ auf, sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN
NICHT DENKBAR, schon gar nicht „machbar“, (Herr Nachbar …) !

Anarchie heißt auch nicht „Freiheit der Erwachsenen“. Kinder sind in dieser Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Sklaverei, Vergewaltigung, Folter und Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei „Besitzrechte“ an ihnen. Es sind nicht unsere Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen, die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten (Um)Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen in Erwartung eines „besseren Jenseits“ regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien jeder Art „Religion“, mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr „weltlichen“ Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven den Körper, „Kirchen“ – wie immer sie sich auch nennen – den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der „Gottesstaaten“ die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft „von Gottes Gnaden“, , Inquisition, „heilige“ Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum (das unteilbare Selbst) mit dem revolutionären Bewußt-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die alltägliche DIREKTE AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen das „Unmögliche“. Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN,
SONDERN KEINE ! (Bert Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung von Minderheiten durch die etablierte (teils äußerst geringe) Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von „Demokratie“ und „Freiheit“ begangen worden wäre. Mensch denke nur an die „Vorzeigedemokratie“ USA. Sogar Hitlers NSDAP (nur ca. 30% WählerInnen 1933) ist von den (konservativen) Weimarer Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden !!!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst mißbrauchen. Ein ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, daß hierzulande und anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polster wird, auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst ?!

Noch etwas zum guten Schluß: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, daß du dich schon selber aufraffen mußt, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erstmal von dir selbst. Das ist ein guter Weg zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt.

(Quelle: http://www.a-laden.org/anarchie.htm)

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Tötungsmaschine Mensch

Wir sind alle zufällig irgendwo auf dem Planet geboren worden. Wir sind alle gleich.
Mit welchem Recht lassen wir Ungerechtigkeit und Leid zu? Mit welchem Recht lassen wir es zu Menschen, Tiere und Umwelt zu quälen oder zu töten?

Alle Lebewesen sind gleichberechtigt. Kein System, keine Überzeugung, keine Idee oder kein Mensch wird das jemals ändern. Denn dies ist die Wahrheit.

Die Menschen spüren in ihrem Alltag das etwas fehlt. Es ist nicht Geld, es ist nicht die Beschäftigung, es sind auch nicht unbedingt die Überzeugungen dabei. Es ist die Ruhe die Fehlt.

Wir glauben wir sind so wahnsinnig toll. Wir technologisieren alles, wie feiern uns selbst in allem was wir tun, Symbole unserer Macht und Domination überall wo man hinblickt. Aber an Stärke und Ruhe haben wir nicht gewonnen.

Wir schreien bei Skandalen auf, wie jammern bei Anschlägen auf die Zivilisation, wir beschimpfen uns, schubsen, schlagen, treten und vergewaltigen uns. Wir sehen nicht das Ganze. Wir leben nur in verzweifelter Angst und schlagen auf alles was vedächtig erscheint.

Wir sind keine Menschen, wie sind ängstliche Lebewesen die nicht wissen was sie mit ihrem Potential, mit ihrem Leben anfangen sollen.

Dabei ist es so einfach. Wir sollten uns nicht von unserer Umwelt trennen oder distanzieren. Der Neger ist Teil von uns genauso wie der Affe oder der Stuhl auf dem wir sitzen. Es ist nicht respektlos es zu sehen, es ist ehrlich und absolut realistisch.

Wir bestehen aus Atomen genau wie Alles andere. Und das ist wörtlich zu nehmen.
Gold ist soviel wert wie Kot. Kot ist so wertvoll wie der reichste Mann der Welt. Was wir als wertvoll ansehen, wird plötzlich wertvoller. Und das ist ein Irrtum.

Daher sollten wir all unsere Wünsche, Empfindungen, Erfahrungen und Erinnerungen genauso als gleichberechtigt sehen, wie die Wünsche, Empfindungen, Erfahrungen und Erinnerungen anderer Lebewesen.

Dies ist die Grundlage für vernünftiges, soziales Miteinander. Anders kann es nicht funktionieren.

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Was kostet die Freiheit?

Was kostet die Freiheit?

von John Kalench

Zu den Zeiten der Großen Weltwirtschaftskrise lebte ein reicher und mächtiger Unternehmer. Sein Imperium war endlos. Es reichte weiter, als das Auge sehen konnte: über jedes der Weltmeere und jeden Kontinent dieser Erde.

Von seiner weitläufigen, luxuriösen Villa aus kontrollierte er eine Unzahl erfolgreicher Unternehmen, die alle füreinander produzierten und voneinander profitierten. Hunderttausende Menschen arbeiteten für ihn, er bestimmte über sie und ihr Leben. Er war ein wahrer Meister des Lebens, der Macht und der Manipulation.
Er war ein scheuer und zurückgezogener Mann, der sich nur mit dem Feinsten vom Feinsten umgab. Er bewohnte die eleganteste Villa, umgab sich mit kostbaren Kunstwerken und Antiquitäten, verwöhnte sich mit der besten Küche und exquisitem Wein aus seinen eigenen Anbaugebieten. Eine große Dienerschaft kümmerte sich um jeden seiner Wünsche. Alles was er sah, berührte oder hörte war von allerhöchster Qualität.

Sein größter Schatz war jedoch sein Privatzoo. Es war der größte der und vollständigste Privatzoo auf der ganzen Welt. Obwohl er niemals Besucher empfing, wurde er von Zoologen auf der ganzen Welt beneidet.
Eines Tages berichtete ihm ein Diener von einem versteckten und abgeschiedenen Tal auf dem asiatischen Kontinent, in dem scheue, auf dieser Welt einmalige Tiere lebten. Von einem hohen Turm aus beobachtete er die Tiere auf den offenen Feldern seines Zoos. Und er dachte sich: “Diese seltenen Tiere im Tal wären sie passende Krönung meiner Sammlung.”

Also rief er seine Diener zusammen und organisierte eine Expedition zu den abgelegenen Bergen, dorthin, wo diese seltenen Tiere den Erzählungen nach lebten.

Nach langer Zeit erreichte er ein isoliertes Dorf tief in den Himalajas. Die Jäger dieses abgelegenen Gebietes lachten ihn aus, als sie von seinem Vorhaben hörten. Sie erzählten ihm, kein Mensch, nicht einmal diejenigen, die seit Generationen hier lebten und jagten, könnte je hoffen, diese wilden und scheuen Tiere zu fangen.

“In einem Monat werde ich zurückkehren,” sagte er den Dorfbewohnern. “Ich werde alle diese Tiere fangen. Ich bitte nur um einen Begleiter, der mir zeigt, wo sie leben.”
Nach einem Monat kehrte er mit leeren Händen zurück. Die Dorfbewohner lachten ihn aus und verspotteten ihn. Er aber sagte nur: “Kommt mit mir.”

Er führte sie hinauf zu einer Wiese hoch in den Bergen. Die Dorfbewohner standen und starrten auf eine unglaubliche Szene. Dort, vor ihnen, grasten Hunderte dieser seltenen Tiere, sicher eingezäunt in einem hohen Korral. Der Mann erklärte, wie er vorgegangen war.

Am ersten Morgen stellte er Futter und Heu in die Mitte der Wiese. Am nächsten tag tat er das gleiche, am nächsten wieder und am nächsten wieder, jeden Tag legte er frisches Futter und Heu aus. Bald kamen die Tiere und fraßen. Am Anfang nur wenige, aber jeden Tag kamen einige mehr als am Vortag. zum Schluss graste die ganze Herde auf der Wiese.

Abends grub er Löcher für die Zaunpfosten aus und stellt zwei oder drei Pfosten pro Nacht auf. Als alle Pfosten im Kreis aufgestellt waren, begann er, die Zaunlatten daran zu befestigen. Zunächst befestigte er die bodennahen Latten, damit die Tiere darüber springen und zum Futter und Heu gelangen konnten. Jeden Abend befestigte er neue Latten, und die Wände des Korrals wurden höher und höher. Bald konnten die Tiere nur durch eine kleine Öffnung im Zaun auf die Wiese gelangen.

Am Abend des 29. Tages baute er ein Tor. Am letzten Tag des Monats, nachdem alle Tiere durch die schmale Öffnung hindurchgeschlüpft waren, schloss er das Tor. Er hatte die Tiere eingefangen, bevor sie überhaupt begriffen, was geschah.

Den erstaunten Dörflern sagte er: “Ich kann jedes Tier einfangen, indem ich es von mir und meinem Futter abhängig mache. Mit den Menschen ist es dasselbe. Es ist ein fairer Tausch. Ich gebe Ihnen Nahrung, sie geben mir dafür ihre Schönheit und Freiheit. darin liegt die Quelle meines Reichtums und meiner Macht.”

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