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Leistung, Kampf, Revolution! Aber wofür?

In der Politik geht es um Mehrheiten.
In der Wirtschaft geht es um Profit.
In der Bildung geht es um Leistung.

Unsere gesamte Gesellschaft inbesondere die westliche Hemisphäre basiert auf Wettbewerb und darin spalten und reiben sich die Menschen von Geburt bis zum Tode auf. Was in der Familie zuerst durch die Eltern vorgelebt wird, wird in der Schule gelehrt, gefordert, geprüft, mit dem Abschluss und der weiteren Ausbildung im Beruf od. Universität permanent reproduziert und perfektioniert.

Der Wettbewerb ist etwas was uns Menschen nur allzu bekannt ist. Unsere Vorfahren mussten sich immer wieder über die Jahrhunderte und Jahrtausende gegenüber anderen Menschen, Lebewesen, natürlichen Verhältnissen (Wind und Wetter) durchsetzen. Im Zuge dessen entwickelte sich eine Mentalität die ich als ängstlich begreife. Diese Angst, Jemand oder irgendetwas will mir etwas wegnehmen, mich zerstören, will mich herabsetzen oder der Eindruck man sei nicht gut genug für irgendetwas usw., ist aus meiner Erfahrung immer noch überall stark bis extrem heftig in den Menschen vorhanden. Und obwohl diese Ängste so präsent sind, werden sie erstaunlicherweise kaum oder nur isoliert angesprochen.

Stattdessen steigern die Menschen ihre Anstrengungen um Ihre Illusionen, von denen sie sich Entspannung, Anerkennung, Frieden, Glück usw. erhoffen, irgendwie zu realisieren. Die Menschen versuchen also mithilfe von Selbstbetrug sich Selbst zu finden. Dabei betrügen sie nicht nur sich selbst, sondern natürlich auch alle anderen Menschen, besonders jene die sie lieben. Manchmal ist ihnen das bewusst und sie versuchen aus diesem Sumpf zu entkommen, da aber diese Angst-Mentalität derart weit und unerkannt bzw. kaum erkannt verbreitet ist, müssen sich die „Erwachenden“ alleine aus dem Sumpf ziehen, was natürlich extrem schwierig ist.

So sind all die Revolutionen oder die Versuche auf revolutionäre Veränderung der Verhältnisse, der zivile Ungehorsam, die Proteste, Streiks jeglicher Art nur oberflächliche Hilfeschreie und Forderungen die überhaupt gar nichts grundlegendes verändern. Vorallem auch weil die „Erwachenden“ oder „Erwachten“ damit nur ihresgleichen erreichen, jene aber die noch mitten im Sumpf umher tauchen, hören und sehen in ihrer dunklen Existenz kaum bis gar nichts davon, können selbst wenn sie etwas mitbekommen nicht nachempfinden warum überhaupt protestiert wird, weil ihre Perspektive und Erfahrung völlig anders ist. Desweiteren sind die plakativen Schreie nach Veränderung und die dahinterstehenden Hierachien der Ideologien, NGOs, Verbände usw. etwas, womit sich nur ein paar Leute identifizieren können, denn jeder Mensch hat seine Vorstellungen, seinen Geschmack usw. Es muss also immer zu Spaltungen, Konflikten, Missverständnissen kommen, weil wir alle einzigartig sind und ein Stückweit unterschiedlich traumatisiert sind von einer Mentalität die schlicht primitiv ist und längst therapiert, verarbeitet und abgelegt gehört. Abgesehen davon reproduzieren die „revolutionären Kräfte“ mit ihren Hierachien/plakativen Labels usw. alte Dummheiten bzw. Ungerechtigkeiten die sie eigentlich abschaffen wollen.

Die Menschen die ein paar Sachen erkannt haben müssen auch auf die Psychologie der Menschen eingehen, wenn sie langfristig und konstruktiv eine wirksame Veränderung in irgendeinem Bereich der gesellschaftlichen Welt erreichen wollen. Es gibt schlicht keinen Grund sich und andere schlecht zu machen. Es gib keinen Grund zu konkurrieren, es sei denn aus Spaß oder um Menschen zu retten, wobei ich letzteres ersteinmal wirklich nur auf die Medizin beziehe.

Alle Parteien in diesem Land glauben immer noch sie hätten zum Ziel den Menschen zu helfen bzw. sie zu retten, dabei machen sie nichts anderes als zur allgemeinen Verwirrung und zur Vertiefung der Konflikte und Traumatas beizutragen. Denn sie alle übersehen die vorherrschende Angst-Mentalität! Diese haben wir ersteinmal zu überwinden, dann müssen wir neue Organisationsformen für Milliarden von Menschen finden. So wie bisher, im Streit der Ansichten Klarheit zu schaffen, wird das nicht funktionieren, weil der menschliche Verstand kein letzte Wahrheit oder Klarheit finden wird, sich selbst nicht hinterfragen wird, genausowenig wie sich der Egoist seine egoistischen Verhaltensweisen vorwerfen wird. Die Organisation, Kommunikation, Interpretation und Psyche sind die einzigen wirklich relevanten Themen mit denen wir uns viel viel intensiver auseinandersetzen sollten.

Es gibt keinen Grund auf Wettbewerb, Leistung, Macht usw. zu setzen. Denn wir brauchen keine Angst zu haben. Es gibt genug zu Essen, genug Lebensraum, Klamotten, Bildung, Drogen, Sex, Schlaf, Ruhe und schlicht LEBEN FÜR ALLE!

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Wir wollen das Gute, schaffen aber das Böse.

Wir leben in einer von uns maßgeblich erschaffenen agressiven Welt. Vom ersten Herzschlag an dominiert der Wille zum Erfolg. Unser aller LEben ist gewinnorientiert und steht im Wettbewerb mit allen anderen Menschen. Wir spüren diesen Druck sehr früh.

Einige von uns wehren sich, Andere nehmen die Lage widerwillige an und Weitere lassen sich sofort davon begeistern. Über die Jahre wechseln einige Menschen je nach Erfahrungen und Erfolgen oder Misserfolgen die Sichtweisen, aber was bei allen immer klar scheint: Es gibt keine Alternative zu dieser jetzigen mechanisierten, industrialisierten Informationsgesellschaft.

Diese Grundhaltung sorgt für die allgemeine Akzeptanz der schwierigen, komplizierten, ungerechten und kalten Situation. Die Menschen konzentrieren sich auf ihr Leben, auf ihre Interessen, Aufgaben, Ziele und Vorstellungen und setzen damit die Abwärtsspirale des Nicht-Verstehens fort.

Das Leben wird durchorganisiert, nichts bleibt vor dem cleveren Intellekt verschont: Die Tierwelt, Umwelt, benachteiligte Menschen haben den Idealen und sonstigen Wertvorstellungen zu gehorchen, sich mit Leib und Seele zu unterwerfen.

Die Bilder und Geschichten sind bekannt. Sie sind Routine. Außer Spenden kann sowieso Nichts getan werden, so der übliche Tenor der Massen. Menschen die erkennen das nicht nur die Systeme und Einzelpersonen verantwortlich für die massiven Probleme der Menschheit sind, werden mit Argumente nauseinandergenommen, von Experten vernommen, ignoriert, belächelt und isoliert.

Es existiert bei vielen Menschen der Wunsch nach Sicherheit. Diese ersehnen sie sich in Karrieren, Beziehungen, hohen Beträgen auf Konten, entsprechenden Ideologien und Glaubensvorstellungen. Doch das Leben ist unsicher. Das Leben ist deshalb so fantastisch und bietet soviel unermessliche Freiheit.

Wir Menschen verfolgen mit dem gewinnorientierten Wettbewerb, welcher unser Leben ausmacht, eine begrenze, verkrüppelte Freiheit, die uns tagtäglich kurzfristiges Vergnügen und Unmengen an Zweifel und Leid beschert. Diese Krisen und Leiden die wir im Kleinen wie im Großen durchleben, beweisen in einer unendlichen Beständigkeit die Wahrheit.

Keiner unserer Plänge, keines unserer Argumente wird jemals sicher sein. Es ist immer nur eine Frage der Zeit wann ein Plan oder Argument scheitern wird. Denn der Intellekt ist durch Wissen und Information begrenzt. Er wird uns niemals zur vollen Wahrheit und Freiheit führen, sondern immer wieder neues Leid und kurzfristige Erfolge produzieren, die aber natürlich nutzlos sind.

Dies mag sich nun unheimlich deprimierend anhören. Die Wahrheit ist aber, es ist unendlich befreiend. Denn sobald wir unsere Pläne, Ziele, Sicherheiten aufgeben, entfällt der Wettbewerb, Leistungsdruck und damit Neid, Gier, die Kälte aus unser aller Leben.

Wenn wir nicht mehr lernen und verstehen, um uns von anderen abzugrenzen und durchzusetzen, ist das doch eine befreiende Lebensweise. Viele Menschen fürchten sich vor einer inneren Revolution, das Verstehen der eigenen inneren Leere, die eigentlich Liebe ist. Die meisten Menschen sind überladen und versunken in ihren Gedanken und Gefühlen.

Sie haben ganz unterschiedliche, vielschichtige Gründe für ihre Mutlosigkeit und Orientierungslosigkeit, für ihre Suche nach Autorität und Sicherheit. Oft ist es die Flucht, die Angst vor der Leere die sich scheinbar Klein und Hilflos werden lässt. Sie leben nur um nach einen fremden Willen zu funktionieren.

Seit sie leben kopieren und imitieren sie, weil sie es nie anders gesehen haben, nie anders verstanden haben. Die Welt ist herzlos, kalt und ungerecht weil die Mehrheit der Menschen das Leben nur oberflächlich begreifen und leben. Das selten die Absicht der Menschen, sie schaffen aber dennoch diese Realität, wohl weil sie keinem echten Verstehen nachgehen.

Es wird auch nirgends wirklich gelehrt. Wir haben Gewinnorientierung und Materialismus. Wir arbeiten und kämpfen für Dinge die bald wieder kaputt und zu Staub zerfallen sind. Wir trachten nach höchst oberflächlichen Zielen und verblenden damit nicht nur uns selbst, sondern auch künftige Generationen. Wie soll es so nur besser werden?

Es kann nicht besser werden, wenn nicht jeder Mensch anfängt sich und das Ganze zu hinterfragen und nicht nur kleine Teile davon oder gar nicht. Jeder kann jetzt damit anfangen, unabhängig vom Bildungsgrad, der Position in der Gesellschaft, Hautfarbe oder Rasse.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Neuer Job – Neue Hölle

Heute trete ich also eine neue Stelle an.
Es gibt kein Zurück, nur ein dreckiges Vorwärts, Vorwärts!
Ich habe ein sehr flaues Gefühl, ich fühle mich grässlich und absolut kaputt.
Ich will dort nicht sein, aber ich brauche das Geld.
Wie eine kleine Hure brauch ich die Scheine, um mein lausiges Leben führen zu können.
Aber ich kenne dieses Gefühl, ich habe schon oft Dinge getan die ich normalerweise nicht tun würde.
Ich bin abhängig. Ich kann nicht das tun was ich will, weil es zu teuer ist. Wie soll ich sonst überleben?
Ich muss diesen Job machen, meine Zeit damit verbrennen, einen Teil meines Lebens verschenken.
Mit dieser Haltung und diesen Gefühlen stehe ich allein da. Ich darf Nichts davon Preis geben.
Offiziell muss ich wollen und können. Ich muss funktionieren, sonst werde ich schnell ausgetauscht.
Und wenn ich den Job hinschmeisse, bin ich noch schneller am Ende. Denn weniger Geld, bedeutet weniger Freiheit.

Ich kann mir einreden das der Job okay sein wird, oder das ich einfach viel zu sehr vom Paradies träume und das ich endlich aufwachen soll. Aber der Schmerz wird immer da sein. Ich werde leiden, jede Minute leiden. Und trotzdem muss ich dabei lächeln, als ob es schon immer mein größter Traum gewesen ist, so einen Müll zu machen.

Wie allein und leer ich mich mit diesen Gedanken fühle. Das wird kein guter Start in diesen Job. Ich muss ein geborener Versager in dieser Leistungsgesellschaft sein. Ich muss wohl verlieren um sterben zu können.

Update:

Ja, den Tag habe ich überlebt. Welch grosse Überraschung.

Ich weiss das ich einer von Vielen bin. Ich habe es heute jede Minute schmerzlich gespürt.

Ich habe die Sekunden gezählt, die Augenblicke und Momente, – wollte aus dem Fenster springen, schreiend durch den Haupteingang nach draussen rennen und mich aus der Toilette in irgendeine andere Zeit katapultieren. Aber ich blieb sitzen und hörte bzw. sah mir an, wie man in dieser Firma den Alltag bestreitet. Nach 2 Stunden war mir richtig hässlich langweilig. Ich hatte das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Ich trank sehr viel Wasser um dieses Gefühl loszuwerden. Aber es half nichts.

Die Langeweile ist das Schlimmste. Wie festgenagelt musste ich auf meinem Sitz bleiben, freundlich nicken, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, damit ich diesen armen Menschen keine Grund für Skepsis gebe. Ich weiss nicht wie die anderen Menschen das aushalten. Vermutlich lieben sie es, wie eine Maschine zu leben. 9 Stunden in einem Grau in Grau Großraumbüro zu sitzen, ein paar Sachen ein zu tippen, mit Leuten zu reden, denen sie nichtmal in die Augen geschaut haben. Widerlicher moderner Lebensstil.

Ich kann nicht einer banalen Tätigkeit nachgehen nur um Geld zu verdienen. Mich widert es geradezu an, in dieser Form Erfolg provozieren zu müssen. Ich will scheitern. Sollen die Strebsamen, Fleissigen und Gehorsamen mich für einen Versager und für einen Ungehorsamen halten. Ich will nicht Erfolg haben damit es mir oder der Firma besser geht, ich will nur mehr Ruhe im Leben haben und dafür sorgen das es weniger Leid auf der Welt gibt. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Stattdessen wird es mir leicht gemacht, ein Fachidioten-Arschloch zu sein, das nur auf Autos, Partys und Barbies steht.

Man möchte mich zu einem traumlosen, Krawattenzombie heranzüchten, der nicht wagt die eigene Schönheit zu erkennen oder die Macht Einzelner zu hinterfragen. Entweder drehe ich durch beim Versuch dagegen anzukämpfen oder ich werde wie ihr alle sein..

Update²:

Ich bin dort nicht nochmal hingegangen. Job geschmissen. Alle haben mich beschimpft. Aber ich habe das Richtige für mich getan. Auch wenn es mich wieder zum Verlierer macht.

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