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Zeit ist Geld!

Es soll ja nicht immer gemotzt und gejammert werden und schon gar nicht wenn man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Man hat sowieso kaum relevante Sorgen. Zumindest muss man nicht hungern, hat Kleidung am Leib und naja eine Waffe braucht man auch nicht als ständigen Begleiter.

Was stimmt ist, wir müssen uns alle verflucht anstrengen. Wenn wir schlecht in der Schule sind, na dann bekommen wir wohl auch eine schlechte ‚Beschäftigung‘ bzw. Erwerbsmöglichkeit, – weil wir wohl nicht so ganz die Qualität liefern die die Anderen verlangen oder die der Markt verlangt.

Aber moment mal, verdammt warum dieser Stress?

Ich komme mir vor wie eine Legehenne. Geboren um Eier zu legen und wenn ich das nicht mehr kann oder nicht mehr indem Masse wie gefordert und gewollt, nundenn dann fliege ich eben raus und darf mir etwas anderes suchen. Dann eben keine Eier mehr, dann gebe ich eben Milch. Und wenn alles nicht hilft, nundenn dann bin ich eben eine Arbeitskraft die Kunden betreut, Produkte gestaltet, wirbt und verkauft, oder ich arbeite als Teil eines Teams an einer neuen Struktur in einer x-beliebigen Legehalle, ehm, Firma!

Macht es einen Unterschied ob ich ein Huhn bin mit einem Gitter vor der Nase mit völlig desaströsen Körperbau, oder ein Mensch mit eingeschränkten Freiheiten durch den Zwang Geld verdienen zu müssen? Ich kann mir Freiheit nur erkaufen, ich kann mich freikaufen wenn ich viel arbeite und das Glück habe dafür ausreichende Entschädigung bzw. ‚Belohnung‘ zu bekommen.

Fakt ist wir arbeiten enorm viel. Wir leisten sehr viel. Arbeiten bis 67 hierzulande. Und anderswo ist es entweder schlimmer oder nicht viel besser. Der enorme Druck der mittlerweile nun schon vom Kindergarten und frühen Schulklassen an beginnt und sich immer weiter bis in die letzten Poren der Gesellschaft steigert, kann nicht Teil einer gesunden Entwicklung einer vernünftigen Gesellschaft sein.

Statt uns Zeit zu nehmen und das Leben zu genießen, die Momente bewußt zu verstehen, lassen wir uns zu einer Arbeitskraft abstempeln. Andere Menschen müssen, was ein Glück, nicht als Arbeiter ihr Leben fristen. Sie kaufen sich ein Haus/Auto nach dem anderen und essen, trinken, feiern teuer. Und wir können froh sein wenn wir auf Schuldenbergen ein einziges Haus bewohnen und besitzen dürfen. Ist das wahre Gerechtigkeit?

Die gesamte Gesellschaft ist mir zu leistungsorientiert. Sinn macht diese Orientierung nur in wenigen Bereichen der Gesellschaft. Etwa in verschiedenen Gebieten der Forschung und Medizin. Wie in wilden Zeiten kämpfen wir ums überleben und kämpfen um jeden Batzen Fleisch (=Geld/Bildung/Zeit). Wenn das für die Zukunft irgendwas sicher und auf Jahrtausende gesehen bringen soll, würde ich dies gerne mal genauer wissen.

Jeder Autokonzern möchte das die neusten Autos gekauft werden und soviele Menschen wie möglich eines kaufen, um zu expandieren. Würde aber jeder Mensch ein Auto fahren, wäre der Planet unbewohnbar! Wir gehen auf eine Welt zu die sich zu schnell pushed und die wirklich wichtigen Dinge, wie Kampf gegen Armut und Beseitung diverser Irrtümer (Rassismus usw.) in der Gesellschaft verlieren an Aufmerksamkeit, Bedeutung und letztlich an Wert (z.B. Nächstenliebe!)

Denkt daran, andere reiche Menschen müssen sich nicht täglich darum bemühen wie sie weiterkommen. Und das ist nicht immer mit ihren übermenschlichen Leistungen begründet. – Ist dies gerecht? Ist dies wahre Gerechtigkeit?

Nur weil es zu Lebzeiten immer so war, muss es nicht heißen das es immer so bleiben muss!

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Sinnvoll gedacht..

Jedes Leben hat ein anderes Feeling. Einige Menschen sind darin so stark versunken, sie spüren dieses Feeling entweder selten oder zu gering um verstehen zu können, was dies für sie selbst bedeutet.

Die Kommunikation besitzt dabei eine besondere Schlüsselfunktion. Denn zur Information gehört Kommunikation. Und Information bedeutet alles was wir je von der Welt wahrgenommen haben oder nicht wahrgenommen haben.

Wenn wir also etwas schlicht nicht wahr nehmen, findet es für uns nicht statt. Und aus dieser Realität besteht unser Alltag.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Die Zähne fallen aus und die Haut zerplatzt

Wisst ihr ich habe Angst davor morgen den Leuten in der S-Bahn, Trambahn oder am Arbeitsplatz in die Augen zu sehen. In den letzten Monaten ist in mir ein Gefühl von Zerbrechlichkeit großgeworden. Ich spüre tiefe Furcht darüber wie dünnes Eis zu zerknacken wenn ich mit diesen Menschen zulange Kontakt halte. Ich fürchte das letzte in mir würde zerbrechen, wenn ich sie weiter derart beachte, derart vernünftig und freundlich umsorge und pflege.

Es ist eigenartig. Menschen können ein Segen sein. Menschen können aber auch einen Fluch darstellen. Und wenn ich morgen wieder am Tanz der Fachidiotie teilnehme, hoffe ich nicht zu stolpern und mir nichts zu zerbrechen. Ich besitze keinen Schutz. Ich habe keine dummen Verhaltensweisen. Ich war immer fair. Immer gerecht. Versuchte es jedem Recht zu machen. Aber jetzt merke ich, ich bin am Ende mit dieser Tour. Es gibt Momente, da möchte ich die schrecklichsten Menschen in meinem Alltag einfach aus meiner Wahrnehmung löschen. Sie nehmen mir die Lebensqualität mit ihren vergifteten Aussagen, mit ihren widerlichen Blicken, ihren Forderungen, ihrer Selbstverständlichkeit.

Viel zu empfindlich bin ich geboren worden. Viel zu leicht zu vernichten. Ich bin nicht geschaffen für Hallo, Mahlzeit und Schönen Abend noch. Ich hasse es Kaffee zu kochen, den Kopierer zu benutzen oder Telefonate entgegenzunehmen. Denn das bin nicht ich! Das ist die Gesellschaft. Das ist der Fremdkörper in meinem Leben der mich tief traumatisiert hat. Aber ich bin zäh, ich will leben, ich kann nicht einfach aufgeben. Es hämmert, es trümmert, aber ich lebe! Zäh lebe ich. Aber genießen kann ich kaum und immer weniger. Wofür lebe ich, wenn nur für die Arbeit? Ich bin kein Arbeiter. Warum will man mich zu einem machen? Warum fordert man von mir es auch zu wollen?

Ich bin traumatisiert vom fauligen Geruch der Menschheit, ich leide mit all den Toten die für Gerechtigkeit und Vernunft starben, ich zerbreche, blute, kotze und falle in tiefe Stachelschluchten immer und immer wieder… die Tage sind eine Qual, mir bleiben nur die Nächte voller zarter Träume, voller Umrisse, voller Schatten einer anderen Zeit. Ohnmächtig fern, schwer tolpatschig, zementiert im Gefühl peitsche ich meinen Kadaver durch ein unwürdiges Leben. Taub. Stumm. Blind.

Mir schwinden die Sinne, – ich muss krank sein, ich muss krank sein wenn ich keinen Gefallen daran finde zu arbeiten. Ich will ja, ich will ja, aber doch nicht sofort, ich muss doch noch klären was das Leben bedeutet, was die Liebe ist, ich muss doch wissen was die anderen Menschen denken.. Ich kann doch nicht jeden Tag angekettet in einem Büro kauern und Zettel fressen und widerliche Gespräche enträtseln!! Ich kann doch, aber ich will nicht, denn es macht mich widerlich, denn es macht mich ungerecht, es macht mich TOT!

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Drang

Alles was existiert ist das Jetzt und die Erinnerung an ein älteres Jetzt. Der dumme Wunsch das aktuelle Jetzt für ein späteres Jetzt zu opfern hat uns zu Kriegen und Wahnsinn geführt.

Gefangen im Corpus der aktuellen Menschheit erfährt jeder von uns den Zwang der Blutbahnen, Krankheiten und Wirrstände.

Fälschliche Reaktionen treiben die Ketten tiefer ins Fleisch. Zähne beissen auf Stahl, brechen und splittern unter dem Druck der Sucht zusammen.

Eine Wüste voller stinkender Kadaver liegt vor mir. Bis zum Horizont liegt das Blut knietief zwischen den Gedärmen, Hälsen, Armen und Gebeinen. Verdrehte Augen starren mich an und ich stampfe durch das sickernde Meer.

Umhüllt vom Nichts. Sanfte Herzschläge, immer einmal weniger.

Forderung eines Fremden. Er zieht an den Ketten. Brüllt chaotisch starr, lässt Sinne erkalten. Ich verliere den Bezug und zerstöre meine Sucht. Zerborsten kotzt mein Ich die letzten Staubfetzen aus dem hitzigen Leib. Schusswaffen am Auge, am Ohr, im Genick, am Herzen, an den Händen..

Salz unendliches Salz. Es fällt vom Himmel und macht alles blind. Es schneit in die Massen. Stille und Tabu.

Meine Ruhe, meine Ruhe, meine Ruhe! Meine Hände sind verschwunden! Aber ich fühle sie noch! Wo ist mein Gesicht? Wo bleibt meine Welt? Warum spricht niemand? Chaot! Lichtblitze im Tag. Schmerz. Blut. Krächzen, fauchen ohne Quelle.

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