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Das ist Wahnsinn! Wir sind Wahnsinn!

Wie ich gerade erfahren musste ist mein letzter Arbeitgeber pleite. Er wirft Ende des Jahres etwa 100 Mitarbeiter auf die Strasse. Ich habe dort zwar nur kurze Zeit gearbeitet fand aber recht schnell Zugang zu den Mitarbeitern dort und wir wurden schnell richtige Kollegen. Wir versuchten uns so gut es geht zu helfen. Man lachte und meckerte zusammen, aber vorallem kämpften wir uns durch die miesen Umstände, durch das neue System, stritten und diskutierten endlos mit den Kunden und unseren Bossen. Das ging für mich wochenlang so, für die Anderen war es bereits eine jahrelange Tortour. Jeden Tag schleppten wir uns egal bei welchem Sauwetter zu unserem edlen Arbeitgeber. Wir hielten jede Schikane und Dummheit aus, machten uns gegenseitig mut und hielten mit schwarzen Humor, viel Ironie und Ablenkung den primitiven Alltag durch. Alleine der Arbeitsweg war für mich eine Belastung, etwa 1 Stunde brauchte ich mit dem Fahrrad, S-Bahn und Bus dorthin, sofern es keine Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gab. Ich war 12 Stunden am Tag nur mit diesem Job beschäftigt, konnte am Abend nichts anderes tun als mich beruhigen und versuchen zu schlafen.

Nunja, und das war alles umsonst. All das hoffen, kämpfen und quälen war völlig für die Katz. Ein tolles System. Ich habe übrigens auch gehört das mein Ausbildungsbetrieb wieder 10 Leute entlässt, weil alles etwas schlechter gelaufen ist als erwartet. So ist es eben. Mal hat man Glück mal Pech, so sagt doch der Unternehmer oder? Diese Menschen strömen jetzt auf den Arbeitsmarkt und versuchen Stellen zu finden die viel zu teuer und kaum bezahlbar sind. Nur die Besten werden überhaupt erstmal angehört und Diejenigen mit den besten Kontakten haben dann auch mal eine reale Chance. Ein tolles System. Wer 6 Monate nicht gearbeitet hat ist wertlos für diese Gesellschaft. Er ist out. Wie kann ein Mensch out sein? Wie kann ein Mensch weggeworfen werden? Schaut Euch um dann seht ihr überall wie das geht! Und das obwohl die meisten Menschen das getan haben was man von ihnen erwartet. Man bekommt einen Tritt in den Hintern, fliegt auf die Strasse, hat trotzdem Ausgaben, steht vor dem Nichts und man bekommt gesagt man ist ja selber schuld. Wer nicht ständig wachsam ist und profitable Fäden zieht verliert. Wer das nicht verstanden hat ist eben selber schuld. Der bekommt seine paar Mark vom Amt und nach einer Galgenfrist ist er eben nicht mehr tauglich für die Gesellschaft. Ein tolles System.

Die Grundrechte und die Orientierung der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an dem Glück aller Menschen sind wohl völlig vergessen und verworfen worden. Es ist traurig. Man kämpft stundenlang jeden Tag im Beruf wie auch auf den Arbeitswegen, Privat und Gesundheitlich sogut wie an allen Fronten und man soll diese Probleme mit dem „verdienten“ Geld lösen. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber das Geld reicht nicht dafür. Wenn eine Tätigkeit langweilig, dumm, belastend, nervend, zerfressend, quälend und erniedrigend ist, dann macht das krank und umso mehr wenn man zu wenig Geld dafür bekommt, sich nicht wirklich langfristig frei kaufen kann. Arbeit macht frei, aber nur dann wenn man irgendwie mal genug Geld beiseite  schaffen kann. Aber schaut Euch die Kosten an: Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Steuern, Auto, Internet, Handy, was muss denn alles jeden Monat bezahlt werden? Und fürs Alter muss auch vorgesorgt sein wenn man sich nicht nach 67 Jahren tot gearbeitet hat. Ganz wenige Menschen sind wirklich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben und überhaupt im reinen mit dem was in dieser Nation und Welt passiert. Vielleicht auch weil sie nicht im Leiden der anderen Menschen drin stecken. Wie auch?

Wir sind viel zu beschäftigt mit unseren eigenen Sorgen, Vorstellungen, Idealen und so weiter, wir kriegen doch gar nicht mit was unser Nachbar oder die Kollegen so beschäftigt und fertig macht. Wie sollen wir überhaupt mitkriegen das wir alle ziemlich idiotischen Illusionen hinterherrennen die unser Leben in den meisten Fällen zu einem qualvollen Wettrennen machen? Ich habe soviel gearbeitet und sehe jetzt wie eine Firma nach der anderen für die ich hunderte und tausende Stunden investiert habe den Bach runtergeht. Ist das die Schuld von mir? Die Schuld von den Managern? Die Schuld von der Konkurrenz? Die Schuld der Krise? Die Schuld der Bankiers? Die Schuld der Politiker? Die Schuld des Systems? Die Schuld der Vorstellungen vieler Menschen vom alltäglichen Leben? Wie tief dringen die Menschen denn in die Probleme ein die sie täglich zu bewältigen haben? Wie weit trauen sie sich in den Kanninchenbau hinein? Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, denn steckt man erstmal drin, kann man nur tiefer reingehen, die Erkenntnisse brennen sich fest und dann steckt man in einer Zwickmühle mit dem System.

Wenn man erkannt hat das wir jetzt genug von allem haben und wir eher einen Schritt zurück als nach vorne machen sollten. Dann gehört Mut dazu diesen zutun. Wer spricht es als Erster aus? Wer geht diesen Schritt zuerst? Wer geht mit? Wir sehen doch das unser Planet keine weiteres Amerika oder Europa verträgt. Was soll aus Afrika, Indien, China, Brasilien und so weiter werden, wenn sie nicht aus den üblichen Quellen ihre Industrienationen produzieren können? Wir haben begrenzte Rohstoffe, begrenzte Märkte, begrenzte Wachstumsmöglichkeiten, begrenzte Vorstellungen genauso wie wir nur einen Planeten haben. Also was soll dieser Unsinn? Wir wissen doch dass das alles völliger Blödsinn ist. Wieso quälen wir uns weiter? Ist es weil alle weitermachen? Ist es weil wir befürchten bekämpft, isoliert und beschimpft zu werden? Wie weit wollen wir gehen? Der Abgrund ist bestimmt nicht mehr weit. Ich weiß nicht wieviele Arbeitslose dieses Land noch verträgt und wieviele Qualen sich die jetzigen Angestellten noch zutrauen, aber auf Dauer kann das einfach nicht gut gehen. Das System ignoriert genauso wie alle mir bekannten vorherigen Systeme die Bedürfnisse der Menschen. Also wird es fallen, es wird zerbrechen und mit allen Leuten sterben die sich zu sehr damit identifiziert haben.

Die Leute scheinen sich an die Probleme zu klammern, sehen die essentiellen Probleme darin nicht. Klar kann ich gut daherreden, aber das sind nunmal die Ergebnisse meiner Überlegungen und Erfahrungen. Vielleicht kann mir jemand mal was anderes berichten, aber ich sehe seit Jahren nichts anderes, als dass sich die Menschen tagtäglich gegenseitig und sich selbst fertig machen. Nur wenige Menschen finden daran gefallen, gehen als Sieger hervor und leben auf der Sonnenseite des Lebens. Es ist nunmal leider so und ich verstehe einfach nicht wie man so eine Situation einfach so lassen kann. Man muss doch gemeinsam an Lösungen arbeiten und nicht auf einem Stand verharren der nichts anderes als Vernichtung bedeutet. Wir zerstören unsere Umwelt, die Tiere und uns selbst, all das Potential was in allem wohnt und darauf wartet erkannt und gefördert zu werden. Wir haben nicht die leiseste Ahnung welchen Preis wir hier bezahlen. Was ist Geld und Macht schon gegen ein glückliches Leben wert? Wer braucht diesen Mist wenn man begriffen hat das es nur von Menschen gebraucht wird die Angst haben. Das Leben ist ein Risiko und es kann jederzeit vorbei sein. Warum quälen wir uns so? Was soll dieser Mist?

Man bezeichnet mich bereits jetzt als jemanden der ausgestiegen ist und das nur weil ich mich einige Zeit den üblichen Verhaltensmustern widersetzt habe. Klar geht es mir nicht gut dabei, denn ich werde angefeindet, man sagt ich sei faul, dumm, würde nicht am Leben teilnehmen, wäre eine Schande für meine Familie und wären alle so wie ich hätte die Gesellschaft niemals soetwas wie die Medizin im heutigen Entwicklungsstadium schaffen können. Ich werde unglaublich missverstanden und zerrissen. Viele sind wütend, nicht nur weil ich mich traue das was sie jahrelang mitgemacht haben einfach fallen zu lassen, sondern auch weil sie einfach nicht glauben können das einer Wettbewerb für primitiv hält. Klar verliere ich Geld, ich verliere an Wert im Markt und so weiter, aber ich bin ein Mensch und habe einen unermesslichen Wert der über diese dämlichen Vorstellungen unseres Systems hinaus geht. Ich denke wir haben das vergessen. Wir haben alle vergessen was wir wirklich wert sind und worauf es im Leben ankommt. Was bedeutet denn ein Job bei dem man unglücklich ist, den man nur macht um seine Lebenshaltungskosten zu machen? Das ist wie wenn ein Mensch gezwungen ist anschaffen zu gehen. Wir sind alle Prostituierte, wir brauchen gar nicht über Menschen im Puff lachen. Das ist nahezu überall in der Gesellschaft Normalität wird eben nur anders ausgelebt.

Wollen wir weiterhin alle Huren sein oder endlich mal als vollwertige Menschen anerkannt sein und in Freiheit und Brüderlichkeit zusammen leben? Das steht doch überall in unseren offiziellen Nationalengesängen und -gesetzen, warum werden diese Vorstellungen nicht im Alltag als Grundlage für Debatten  bzw. als Lebensgrundlage genommen? Wieso steht der Profit über den Menschen, die Tiere und Umwelt? Was bringt der ganze Fortschritt wenn die Menschen damit unglücklich sind oder daran zugrunde gehen? Wie soll denn das weitergehen? Ich bin glücklich das wir gute Mediziner haben, okay, aber wir brauchen nicht jede Woche im Fernsehen neue Shows über Scheiße fressen und schlank hungern. Wir brauchen bestimmt auch nicht jedes Jahr Millionen neue Autos, Kühlschränke, Fernseher, Computer, was soll denn das alles? Wir schmeissen Lebensmittel weg und ein paar Kilometer weiter verhungern die Menschen. Das passiert jeden Tag und hier kümmert es niemanden obwohl jeder gern Kaffee aus Afrika trinkt und Zigaretten aus Brasilien raucht. Die Flüchtlingsströme interessieren auch nicht. 1 Millionen Suizide jährlich interessieren auch nicht. Die ganze Masse von Menschen hierzulande kennt verdammt nochmal keine Demokratie, keine Grundrechte, keine Gnade.

Und das alles macht mir verdammt nochmal Angst! Ich weiß nicht wohin diese ganze Kacke führen soll. Das ist der totale Krieg da draussen und wir alle schreien wie vor Goebbles damals laut HURRAAA oder JAAAA obwohl wir uns damit alle umbringen!

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Blutschneisse durch den eisigen Schnee

Ich wünschte ich hätte all den TV-Sendern, Zeitungen, Shows, Nachrichten, Büchern, Religionen, Wissenschaften, Lehrern, Gurus, Spielfilmen, Computerspielen und Konsolenspielen, all die dämlichen Songs und Interpreten, den Religionen, Experten, Politikern, diesem ganzen Lärm keine Beachtung geschenkt.

Mein Leben ist so leer und bedeutungslos weil ich es getan habe. Ich glaubte es hätte irgendeine Bedeutung zu lesen, zu sehen, still da zu sitzen und diesen Mist zu verfolgen. Dabei hat mich das nur passiver gemacht, diese Sachen und Menschen haben mich zu einem Zuschauer gemacht. Sie haben mich dazu verführt mein Leben zu ignorieren. Sie haben mich benutzt. Sie haben mich vom Wesentlichen abgelenkt.

Ich fühle mich ausgebrannt und vernichtet. Es gibt keine Ziele, keine Hoffnungen für diesen Planeten, solange wir nicht allesamt begreifen wie falsch und krank wir agieren. Wir können uns die Freiheit nicht durch Waffen erkämpfen, nicht durch Diskussionen, nicht durch ignorieren der Wahrheit, wir können nicht davon ablenken. Wir müssen erkennen wie leer, kalt und ausgehungert unser aller Leben ist, wenn wir einander nicht die Beachtung schenken die wir alle brauchen.

Das Elend in der Welt, ist das Elend in uns selbst was wir nach außen getragen haben. Wir haben dieses Elend geerbt und wir werden es an unsere Kinder weitergeben, sofern wir nicht verstehen lernen. Sofern ich nicht verstehen lerne. Meine Orientierungslosigkeit, meine gequälte Seele, mein selbstzerstörerischer Lebensstill ist keine Lösung und kein Frieden mit dem Leben.

Die Zeit hat uns ausgespuckt und frisst uns bei lebendigen Leib. Manche Menschen von uns sind sich dessen bewußt und leiden dabei unendlich, andere sind sich dessen nur unbewusst klar und agieren destruktiv zerstörerisch. Einige wenige Menschen bzw. Lebewesen sind dankbar jemals gelebt zu haben… Zu welcher Sorte willst Du gehören?

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Eingeordnet unter Emotionales

Wir sind Fremde

Das Leben ist egal ob es Spaß macht oder nicht, eine endlose Wiederholung von Mustern. Jede Existenz auf diesem Planeten folgt einer logischen Entwicklung und das langweilgt mich total!

Michel Houellebecq hat einmal folgendes geschrieben:

Realitätssinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung […] all dies ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen.

Wenn ich mir den Film „Cube“ ansehe. In welchem die Darsteller ihr Leben riskieren und viele liebgewonne Begleiter grausam verlieren, nur um ihrem Ziel nach einem Ausweg zu folgen. Was sich dann letztlich auch noch als total unnötig herausstellte, dann sehe ich mich gnadenlos an das Leben auf diesem Planeten im Grundsätzlichen erinnert.

Wir streben ständig und mit allen Mitteln nach Wachstum und Entwicklung unserer Fähigkeiten. Wir verdienen sogar unseren Lebensunterhalt damit. Die Leistungen der Massen in diesem Zusammenhang, bilden den Herzschlag des gesamten Finanzsystems und ich kann mir quasi nichts langweiligeres vorstellen.

Ich betrachte das Leben so wie es jetzt existiert als tödlich und langweilig. Weil wir Menschen in unserem Leben Leistung als Lebensziel haben. Wir leben wie Maschinen und nicht wie fühlende Lebewesen. Da die Mehrheit diesem Ziel nachgeht, sind Alternativen rar und das stimmt mich sehr unglücklich.

Wir begreifen das Leben nicht als perfekt und doktern krankhaft mit unserem naiven, hochmütigen Verstand an der Evolution herum. Ständig muss alles besser werden, die hundert-tausend Menschen die verhungern, interessieren nicht. Wir haben dieses großartige Ziel, der Evolution in den Arsch zu treten. Und dafür tun wir alles! (Kosteneffizientes einsetzen von „Human Resourcen“, Gen-Manipulation etc pp)

Begreift denn niemand, dass das Leben von vielen Millionen arbeitenden und lernenden Menschen eine Flucht vor der Langweile ist? Das TV-Programm wäre nie so beliebt, die Diskos würden nie so gut besucht und die Drogen würden nie so stark genutzt, wenn wir unser Leben so akzeptieren würden wie es ist. Ständig versuchen wir mehr zu sein als wir sind. Wir akzeptieren nicht das wir nur intelligente Tiere sind und können uns nicht damit abfinden das Leben einfach nur zu geniessen. Seht Euch dieses Video als Gedankenstütze an.

Ich ekle mich vor dieser kalten Ellbogengesellschaft, weil sie die Schönheit der Natur und der unendlich spannenden Existenz verkennt. Ich scheiss auf diese Gesellschaft weil sie Menschen, die mit diesem Leistungsdruck nicht klarkommen, Menschen die Gefühle haben, wie Dreck behandelt! Merken die Optimisten unter uns denn nicht, das wir mit unserem Masterplan, unseren langsamen aber sicheren Massensuizid eingehen?

Die Indizien liegen für mich klar auf der Hand und sie sind täglich für alle Menschen, vorallem in Westeuropa, leicht erkennbar. Jeder der dieses lebensverachtende Wettbewerbssystem unterstützt ist für mich nicht nur ein Langweiler, sondern auch auch ein Selbstmörder. Nun könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie ich mich fühle, da ich ja gezwungen bin , wie jeder andere Mensch auch: Geld zu verdienen.

Ich habe keine Lösungen, ich kann nicht Miliarden Menschen zur Vernunft bewegen, diese damit retten und dabei nur von Liebe und Luft leben. Ich glaube wir werden alle Scheitern, weil wir nur unseren Träumen hinterher und vor unseren Ängsten davon laufen. Und das wir mit der Realität nicht sonderlich viel anfangen können, sieht kann man an der Geschichte ablesen und so wird es wohl leider auch in Zukunft bleiben, sofern nichts dagegen unternommen wird.

Was soll ich tun um das Leben nicht als langweilig zu empfinden? Soll ich mich etwa ablenken und zu sehen wie sich Jeder, eingeschlossen ich selbst, kaputt macht? Es gibt keine Lösung für mich und damit werde ich wohl leben müssen, bis es vorbei ist. Dumm nur das ich sehr ungeduldig bin. Wann geht das endlich vorbei, wann ist Schluss mit diesem zivilisierten Wahnsinn?

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