Schlagwort-Archive: Saft

Das Pult blutet langsam im Treibsand

Alles was ich höre ist Lärm. Jeder Gedanke ist ein Uhrwerk der mit seinen Rädern alle Freiheiten vergräbt. Alles was ich sehe ist Schwarz. Es gibt keine Orientierung, keine Sicherheit und keine Zukunft. Alles was ich fühle ist kalter Lehm an allen Stellen meines Lebens. Ich bin bewegungsunfähig und röchle lautlos vor mich hin. Das ist meine Existenz, die sich unaufhaltsam fortsetzt bis die Organe aussetzen und ich in die Ewigkeit entlassen werde.

Voller Sterne und unendlicher Schleuderkräfte werde ich dann in die Ursuppe geschleudert bis ich mein Alles und Sein verloren habe. Bis ich die irrelevante menschliche Existenz als einen Traum erkannt und ausgespiehn habe. Das dreht sich in die Unendlichkeit der explosiven Zeitlosigkeit, wie ein Kreisel der die magnetische Wirkung zusammen mit Rauschen und wackligen Fratzen begleitet. Das ist Existenz die keiner kennt und keiner dokumentieren kann. Das ist das Ende der Zeit und der Anfang der Auflösung.

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Lyrik?

Neuer Job – Neue Hölle

Heute trete ich also eine neue Stelle an.
Es gibt kein Zurück, nur ein dreckiges Vorwärts, Vorwärts!
Ich habe ein sehr flaues Gefühl, ich fühle mich grässlich und absolut kaputt.
Ich will dort nicht sein, aber ich brauche das Geld.
Wie eine kleine Hure brauch ich die Scheine, um mein lausiges Leben führen zu können.
Aber ich kenne dieses Gefühl, ich habe schon oft Dinge getan die ich normalerweise nicht tun würde.
Ich bin abhängig. Ich kann nicht das tun was ich will, weil es zu teuer ist. Wie soll ich sonst überleben?
Ich muss diesen Job machen, meine Zeit damit verbrennen, einen Teil meines Lebens verschenken.
Mit dieser Haltung und diesen Gefühlen stehe ich allein da. Ich darf Nichts davon Preis geben.
Offiziell muss ich wollen und können. Ich muss funktionieren, sonst werde ich schnell ausgetauscht.
Und wenn ich den Job hinschmeisse, bin ich noch schneller am Ende. Denn weniger Geld, bedeutet weniger Freiheit.

Ich kann mir einreden das der Job okay sein wird, oder das ich einfach viel zu sehr vom Paradies träume und das ich endlich aufwachen soll. Aber der Schmerz wird immer da sein. Ich werde leiden, jede Minute leiden. Und trotzdem muss ich dabei lächeln, als ob es schon immer mein größter Traum gewesen ist, so einen Müll zu machen.

Wie allein und leer ich mich mit diesen Gedanken fühle. Das wird kein guter Start in diesen Job. Ich muss ein geborener Versager in dieser Leistungsgesellschaft sein. Ich muss wohl verlieren um sterben zu können.

Update:

Ja, den Tag habe ich überlebt. Welch grosse Überraschung.

Ich weiss das ich einer von Vielen bin. Ich habe es heute jede Minute schmerzlich gespürt.

Ich habe die Sekunden gezählt, die Augenblicke und Momente, – wollte aus dem Fenster springen, schreiend durch den Haupteingang nach draussen rennen und mich aus der Toilette in irgendeine andere Zeit katapultieren. Aber ich blieb sitzen und hörte bzw. sah mir an, wie man in dieser Firma den Alltag bestreitet. Nach 2 Stunden war mir richtig hässlich langweilig. Ich hatte das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Ich trank sehr viel Wasser um dieses Gefühl loszuwerden. Aber es half nichts.

Die Langeweile ist das Schlimmste. Wie festgenagelt musste ich auf meinem Sitz bleiben, freundlich nicken, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, damit ich diesen armen Menschen keine Grund für Skepsis gebe. Ich weiss nicht wie die anderen Menschen das aushalten. Vermutlich lieben sie es, wie eine Maschine zu leben. 9 Stunden in einem Grau in Grau Großraumbüro zu sitzen, ein paar Sachen ein zu tippen, mit Leuten zu reden, denen sie nichtmal in die Augen geschaut haben. Widerlicher moderner Lebensstil.

Ich kann nicht einer banalen Tätigkeit nachgehen nur um Geld zu verdienen. Mich widert es geradezu an, in dieser Form Erfolg provozieren zu müssen. Ich will scheitern. Sollen die Strebsamen, Fleissigen und Gehorsamen mich für einen Versager und für einen Ungehorsamen halten. Ich will nicht Erfolg haben damit es mir oder der Firma besser geht, ich will nur mehr Ruhe im Leben haben und dafür sorgen das es weniger Leid auf der Welt gibt. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Stattdessen wird es mir leicht gemacht, ein Fachidioten-Arschloch zu sein, das nur auf Autos, Partys und Barbies steht.

Man möchte mich zu einem traumlosen, Krawattenzombie heranzüchten, der nicht wagt die eigene Schönheit zu erkennen oder die Macht Einzelner zu hinterfragen. Entweder drehe ich durch beim Versuch dagegen anzukämpfen oder ich werde wie ihr alle sein..

Update²:

Ich bin dort nicht nochmal hingegangen. Job geschmissen. Alle haben mich beschimpft. Aber ich habe das Richtige für mich getan. Auch wenn es mich wieder zum Verlierer macht.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft

Warum? Scheiße, nein!

Warum können wir nicht wie jede andere Spezies auf diesem Planeten auch, einfach nur fressen, saufen, ficken und schlafen?

Reicht es denn nicht mehr nur demotiviert zu sein?
Muss ich denn immer irgendwas tun?
Brauche ich denn überhaupt immer Bestätigung?

Ach, was liegt in mir brach.
Was, abernach hab ich mir abverlangt?
Glänzend,
glühend,
diese Steine hinter der Nase,
hinter den Augen,
hinter dem Verstand.
Zerreiberei, alles qualmt vor Schreierei.
Nicht ganz dicht,
nicht ganz dicht,
dieses Gesicht.
Hallo Wahnnsinn,
Hallo, hallo Du mein lieber Wahnsinn!

Irre, ganz irre ströme ich dahin.
Da kann ich ganz wirre,
Klagestimmen brummen.
Darüber, worüber, na dass ich;
nicht will oder kann oder oder
warum ich will doch nicht wie die sein
das chaos, die wahnsinnige form,
ist gestalt in mir.

WURSTsaft speichelt mich aus!
Ich bin nicht immernoch da.
Souverän in den Abgrund gegafft,
erhöre ich meine Wehen,
was für dramatische Szenen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Lyrik?

Zeit ist Geld!

Es soll ja nicht immer gemotzt und gejammert werden und schon gar nicht wenn man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Man hat sowieso kaum relevante Sorgen. Zumindest muss man nicht hungern, hat Kleidung am Leib und naja eine Waffe braucht man auch nicht als ständigen Begleiter.

Was stimmt ist, wir müssen uns alle verflucht anstrengen. Wenn wir schlecht in der Schule sind, na dann bekommen wir wohl auch eine schlechte ‚Beschäftigung‘ bzw. Erwerbsmöglichkeit, – weil wir wohl nicht so ganz die Qualität liefern die die Anderen verlangen oder die der Markt verlangt.

Aber moment mal, verdammt warum dieser Stress?

Ich komme mir vor wie eine Legehenne. Geboren um Eier zu legen und wenn ich das nicht mehr kann oder nicht mehr indem Masse wie gefordert und gewollt, nundenn dann fliege ich eben raus und darf mir etwas anderes suchen. Dann eben keine Eier mehr, dann gebe ich eben Milch. Und wenn alles nicht hilft, nundenn dann bin ich eben eine Arbeitskraft die Kunden betreut, Produkte gestaltet, wirbt und verkauft, oder ich arbeite als Teil eines Teams an einer neuen Struktur in einer x-beliebigen Legehalle, ehm, Firma!

Macht es einen Unterschied ob ich ein Huhn bin mit einem Gitter vor der Nase mit völlig desaströsen Körperbau, oder ein Mensch mit eingeschränkten Freiheiten durch den Zwang Geld verdienen zu müssen? Ich kann mir Freiheit nur erkaufen, ich kann mich freikaufen wenn ich viel arbeite und das Glück habe dafür ausreichende Entschädigung bzw. ‚Belohnung‘ zu bekommen.

Fakt ist wir arbeiten enorm viel. Wir leisten sehr viel. Arbeiten bis 67 hierzulande. Und anderswo ist es entweder schlimmer oder nicht viel besser. Der enorme Druck der mittlerweile nun schon vom Kindergarten und frühen Schulklassen an beginnt und sich immer weiter bis in die letzten Poren der Gesellschaft steigert, kann nicht Teil einer gesunden Entwicklung einer vernünftigen Gesellschaft sein.

Statt uns Zeit zu nehmen und das Leben zu genießen, die Momente bewußt zu verstehen, lassen wir uns zu einer Arbeitskraft abstempeln. Andere Menschen müssen, was ein Glück, nicht als Arbeiter ihr Leben fristen. Sie kaufen sich ein Haus/Auto nach dem anderen und essen, trinken, feiern teuer. Und wir können froh sein wenn wir auf Schuldenbergen ein einziges Haus bewohnen und besitzen dürfen. Ist das wahre Gerechtigkeit?

Die gesamte Gesellschaft ist mir zu leistungsorientiert. Sinn macht diese Orientierung nur in wenigen Bereichen der Gesellschaft. Etwa in verschiedenen Gebieten der Forschung und Medizin. Wie in wilden Zeiten kämpfen wir ums überleben und kämpfen um jeden Batzen Fleisch (=Geld/Bildung/Zeit). Wenn das für die Zukunft irgendwas sicher und auf Jahrtausende gesehen bringen soll, würde ich dies gerne mal genauer wissen.

Jeder Autokonzern möchte das die neusten Autos gekauft werden und soviele Menschen wie möglich eines kaufen, um zu expandieren. Würde aber jeder Mensch ein Auto fahren, wäre der Planet unbewohnbar! Wir gehen auf eine Welt zu die sich zu schnell pushed und die wirklich wichtigen Dinge, wie Kampf gegen Armut und Beseitung diverser Irrtümer (Rassismus usw.) in der Gesellschaft verlieren an Aufmerksamkeit, Bedeutung und letztlich an Wert (z.B. Nächstenliebe!)

Denkt daran, andere reiche Menschen müssen sich nicht täglich darum bemühen wie sie weiterkommen. Und das ist nicht immer mit ihren übermenschlichen Leistungen begründet. – Ist dies gerecht? Ist dies wahre Gerechtigkeit?

Nur weil es zu Lebzeiten immer so war, muss es nicht heißen das es immer so bleiben muss!

3 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft

Flüchtige Gedanken..

Warum nehmen wir uns so ernst? Alles ist ein Witz und wir kämpfen umsonst. Wir kommen auf die Welt und sterben, werden von Anderen abgelöst bis diese wiederum sterben und abgelöst werden. Alles was existiert ist eine Geisel der Ewigkeit. Alles was nicht ewig währt ist Nichts.

Und wir kämpfen täglich mit dem Morgen ob wir aufstehen sollen oder träumen sollen. Wir die sich immer gegenseitig angucken und beurteilen müssen, um dann Flaggen zu hissen und Kriege darum zu kämpfen und zu töten..

Wer denkt an uns in 10 000 Jahren? Wer wird sich in 254 691 Jahren denken, die Menschen im Jahre 2007 v. XXX haben alles was ihnen damals möglich war getan und gedacht?

Ich bin schrecklich in Eile, ..

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Lyrik?