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Das geheime Netz der linken Chaoten

Unter absoluter Lebensgefahr konnten die Investigativjournalisten des Springer Verlages einzigartige geheime Informationen aus dem linken Terrornetzwerken Deutschlands schleusen:

Quelle: BZ Berlin

Quelle: BZ Berlin

Unglaublich! Indymedia, die Rote Hilfe und Blogsport wurden nach jahrelangen Recherchen als Quelle für Informationen und Solidaritätsaktionen enttarnt. Phänomenal diese journalistische Meisterleistung. Dies wird mit Sicherheit die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems verschleiern. Was sind schon zehntausende Hungertote täglich, gegen das Anzünden von überteurten Abgasschleudern?

Irgendjemand muss ja mal Front machen gegen diese „Gewaltorgien“ der „linken Chaoten“, die sich „hochprofessionell“ gegen staatliche und kapitalistische Repressionen wehren, indem sie ihre Rechte wahrnehmen und verteidigen. Wer ist für diese Hetze denn besser qualifiziert als der Springer Verlag? Man hat doch schon in den 60ern linke Aktivisten in den Wahnsinn getrieben. Und gerade wenn der zottelige Teufel höchstpersönlich, Rudi Dutschke, das Netzwerk Selbsthilfe mitbegründet hat, dann kann es sich doch nur um eine Vereinigung blutrünstiger Attentäter handeln, die nur darauf warten die ganze Nation anzuzünden!

Und wer die Interim verkauft ist sowieso ein irres Monster, denn nur weil die Bundeswehr, im Auftrag der Bundesregierung und auf Kosten des Steuerzahlers, in Afghanistan Zivilisten über den Haufen schiesst, heißt das noch lange nicht das andere Staatsbürger das auch dürfen! Die „ideologischen Phamplete“ werden bei der Interim kritisiert und was ist mit den hunderten anderen Zeitschriften die allein der Springer Verlag jeden Tag rauswirft, in denen ein System hochgejubelt wird welches tagtäglich Menschen knechtet und umbringt?!

„Viele Juristen fühlen sich ideologisch berufen, bei der Roten Hilfe mitzumachen“, sagt Robbin Juhnke, der für die CDU im Ausschuss für Verfassungsschutz sitzt. „Und sie hat viel Geld. Es gehört in manchen Kreisen zum guten Ton, für die Rote Hilfe zu spenden.“ (Zitat aus dem BZ-Artikel)

Wieviele Juristen legitimieren denn mit ihrer Rechtsverdreherei im Bundestag oder in Konzernen die Ausbeutung der Arbeitskraft, die Unterdrückung von Millionen Arbeitslosen, die Kinder- und Altersarmut usw.?! Wieviele von denen erhalten Unsummen um ihren Verstand und ihr Gewissen zu verdrängen? Nicht ohne Grund sind die meisten Politiker Anwälte, damit sie sich schön aus der Verantwortung herauswinden können. Und das ausgerechnet ein CDU Politiker sich als Hüter der Freiheit aufspielt, ist angesichts der horrenden Spendenskandale dieser Partei, der jahrzehntelangen Legitimierung von bspw. radioaktiver Profitmacherei zuungunsten von Millionen Menschen reichlich verlogen.Man könnte vieles hinzufügen zu solch verblendeten Betrügern.

„Die linke Szene ist so abgeschottet, dass es selbst für Polizei und Justiz schwer ist, die wirklichen Akteure ausfindig zu machen“, sagt Politologe Jesse. (Zitat aus dem BZ-Artikel)

Die Szene ist also abgeschottet? Und was war denn in Heidelberg als ein Spitzel des LKA aufgeflogen ist? Wieviele von diesen Spitzeln gibt es denn noch, die auf Demos oder in irgendwelchen Initiativen den Agent Provocateur mimen? Wie schaut denn die rechtliche Legitimierung solcher Einsätze eigentlich aus? Wieso wird nicht darüber geschrieben? Warum gibt es eigentlich so selten dämliche Politologen wie Jesse? Ist ihm denn nicht klar wo die eigentlichen Verbrecher der Gesellschaft stecken? Wie hoch war denn sein Honorar für so einen Unsinn? Fragen über Fragen, die wohl unbeantwortet bleiben.

Es ist nicht verboten, was die „Selbsthilfe“, der „Ermittlungsausschuss“ oder andere Gruppen tun. Dass sie aber wissentlich Leuten helfen, die Polizisten ins Krankenhaus befördern, die ohne zu zögern Unbeteiligte gefährden, für die das Eigentum ihrer Mitbürger nichts und die egomanische Verteidigung ihrer eigenen Lebenswelt alles ist – diese Menschenverachtung kann und muss man ihnen vorwerfen. (Zitat aus dem BZ-Artikel)

Das Eigentum bedeutet den Reichen, den Kapitalisten, den Konzernen und Staaten mehr, als die Bedürfnisse von Milliarden anderen Menschen. Da bleiben verzweifelte brutale Aktionen gegen so eine zynische und menschenverachtende Egomanie und Grundordnung nicht aus, ihr dämlichen Schnarchnasen von der BZ! Es ist übrigens auch nicht verboten was Polizisten auf Demonstrationen so treiben und sie werden in der Regel auch dann nicht bestraft wenn es dokumentiert ist:

Demonstranten zünden die Republik an

Demonstranten zünden die Republik an

Alles in allem ein katastrophaler Artikel. Es ist mir schleierhaft wie man als gelernter Journalist so einen Müll abliefern kann, scheint aber bei Springer durchaus willkommen zu sein. Es bringt Auflage Ängste zu schüren indem man Straftäter und in der Szene sowieso als zweifelhaft erachtete Ansichten und Aktionen unendlich aufbläht und dramatisiert. Das hat nichts mit Aufklärung zutun, das ist pure Stimmungsmache um von den eigentlichen Problemen dieser Gesellschaft abzulenken. (via)

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Was ist Anarchie? – Erich Mühsam

Anarchie bedeutet Herrschaftslosigkeit. Wer den Begriff mit keinem Gedanken verbinden kann, ehe er ihn nicht zur Zügellosigkeit umgedeutet hat, beweist damit, daß er mit den Empfindungsnerven eines Pferdes ausgerüstet ist.

Anarchie ist Freiheit von Zwang, Gewalt, Knechtung, Gesetz, Zentralisation, Staat. Die anarchische Gesellschaft setzt an deren Stelle: Freiwilligkeit, Verständigung, Vertrag, Konvention, Bündnis, Volk.

Aber die Menschen verlangen nach Herrschaft, weil sie in sich selbst keine Beherrschtheit haben. Sie küssen die Talare der Priester und die Stiefel der Fürsten, weil sie keine Selbstachtung haben und ihren Verehrungssinn nach außen produzieren müssen. Sie schreien nach Polizei, weil sie allein sich nicht schützen können gegen die Bestialität ihrer Instinkte. Wo ihr Zusammenleben gemeinsame Entschlüsse verlangt, da lassen sie sich vertreten (die deutsche Sprache ist sehr feinfühlig), weil sie den eigenen Entschlüssen zu trauen nicht den Mut haben. Das politische Leben der zivilisierten Völker erschöpft sich – um den Pferdevergleich wieder aufzunehmen – im Ersinnen immer vollkommener Zügel, Sättel, Deichsel, Kandaren und Peitschen. Nur darin unterscheidet sich der arbeitende Mensch vom arbeitenden Pferd, daß er selbst hilft, verbesserte Systeme seiner Fesselung zu erfinden und sich anzulegen. Doch gleichen sich beide im Zutrauen zu ihrem starken Eisenbeschlag und in der Verhinderung seiner Anwendung durch Scheuklappen.

Wissenschaftliche Läuterung hat die arbeitenden Menschen darüber aufgeklärt, daß die kapitalistische Verfassung sie des Ertrages ihrer Arbeit beraubt. Sie werden ausgebeutet und wissen das. Sie kennen auch den Weg, der zum Sozialismus leitet: die Überführung des Landes mithin aller Arbeitsmittel aus den Händen Privilegierter in den Besitz des Volkes. Sie kennen den Weg seit einem halben Jahrhundert, aber sie haben ihn bis heute mit keinem Fuße betreten. Das Mittel zur Abänderung als schlecht erkannter Zustände heißt immer Aktion. Aber die Menschen unserer Zeit sind aktionsfaul. Um nichts tun zu müssen, haben sie die Theorie aufgestellt, daß sich die Geschichte nach materialistischen Notwendigkeiten entwickelt. Die Zeit funktioniert automatisch; die arbeitenden Menschen aber warten ab, bis es der Zeit gefällig sein wird. Inzwischen flicken und putzen sie ihr Geschirr, schimpfen und wählen. Diese Interimsbeschäftigung ist ihnen zur Gewohnheit geworden, zum Bedürfnis, zum Lebenszweck. Daß sie auf etwas warten, haben sie darüber vergessen. Weh dem, der sie erinnert!…

Anarchie ist die Gesellschaft brüderlicher Menschen, deren Wirtschaftsbund Sozialismus heißt. Brüderliche Menschen gibt es. Wo sie beieinander sind, lebt Anarchie; denn einer Herrschaft bedürfen sie nicht. Was ihnen zu schaffen bleibt, ist Sozialismus. Die Aktion, die zum Sozialismus führt, heißt Arbeit. Wer nicht mitschaffen will, in brüderlicher Gemeinschaft sozialistische Arbeit zu verrichten, wer abwarten will, wie sich die Verhältnisse ohne sein Zutun entwickeln, der flicke und putze immerhin sein Geschirr, der schimpfe und wähle. Aber er nenne sich nicht Sozialist. Vor allem urteile er nicht über Anarchie. Denn die ist eine Angelegenheit der Herzen, und davon versteht er nichts.

(Aus „Kain-Kalender für das Jahr 1912“, S. 21)

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