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Der wachsende Verkehrstumor

Wie lange leben wir schon zwischen, mit den und in den Maschinen, die unaufhörlich Abgase in die Atemwege aller Lebewesen pusten? 40 Millionen Kraftfahrzeuge alleine in Deutschland. Man könnte ganz Deutschland in diese Fahrzeuge setzen und es wären noch Plätze frei für Waren aus Baumarkt- und Lebensmitteldiscountern, Fastfoodrestaurants, die der Landschaft besonders in den Städten und Vororten jegliche Individualität und Geschichte verdrängen. Abgepackte, normierte, massenhaft produzierte und via Massenmedien vermarktete Ware, die den Verbraucher verführen soll zu kaufen und immer mehr zu kaufen. Oft kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen. Die Hälfte aller Lebensmittel werden weggeworfen. Viele funktionierende Elektrogeräte erfahren ein ähnliches Schicksal. Verschwendung, Zerstörung, Ignoranz, Arroganz, Desinteresse, Lethargie, Hektik, Stress prägen unsere Gesellschaft. Es erscheint völlig alternativlos die Massenproduktion von Waren umzugestalten, ähnlich wie es unmöglich erscheint, die Nutzung von Autos zu vermindern. All das macht uns krank und nur wenige Menschen schaffen es daraufhin wieder gesund zu werden und ihr Leben nach dieser bitteren Erfahrung umzugestalten.

Früher hat man Autos für die Ewigkeit gebaut, heute wechselt man das Auto alle paar Jahre. Meine Arbeitskollegen haben immer dieselben Themen. Autos, Fußball, Feiern, der Stress im Job. Nie ging es darüber hinaus und ich wette so sieht es auch in 80 Prozent aller Gespräche an Deutschlands Arbeitsplätzen aus. So sieht heute Individualität aus. Überall Autobahnen, Hauptstrassen, Nebenstrassen, Nebengassen, man kann nirgends mehr herumlaufen, nirgends mehr mit dem Fahrrad spazieren fahren, ohne von Blechsardinen gefüllt mit gestressten, hektischen und leicht reizbaren Menschen zu begegnen. Hupen, aufheulen des Motors, laufende Motoren, Schaltung, Wolken von Abgasen, Fahrzeuge quietschen, piepen, knarren, scheppern, poltern, rattern, röhren, dröhnen, zischen, klappern zu Tages- und Nachtzeit, ob LKW, Smart, Mini, Van, Sportwagen, Motorrad, Limousine, ärmlich oder dekadent, jeder verdammte Arsch vergiftet, zerhämmert mir meine und die Lebensqualität vieler anderer Menschen und all das wird von den Verkäufern dieser Waren als Freiheit, Individualität und Selbstbestimmung verkauft. Dabei fahren die meisten Leute mit diesen Karren zur Arbeit, kommen von der Arbeit oder fahren Einkaufen, Saufen, in den Urlaub nach 11 Monaten Arbeit oder fahren einfach nur spazieren um gesehen zu werden oder die in Beton und Müll ersaufende Natur wenigstens im vorbeifahren noch zu erwischen. Wo steckt denn hier bitte die Individualität? Da kann man auch gleich Fahrgemeinschaften gründen! Fette Geländewägen von luxoriösen Marken parken mittlerweile auch vor Discountern. Man fragt sich wofür es so ein Gefährt braucht, wenn man sowieso höchstens im Urlaub unberührte Natur zu Gesicht bekommt. Tagtäglich fahren Menschen andere Menschen mit Autos tot. Die Verkehrstoten weltweit belaufen sich auf 1,2 Millionen jährlich. Das sind eben Unfälle, warum sollte man daher dieses Transportmittel hinterfragen?

Es stecken hunderte Rohstoffe in einem Auto, tausende Leute haben daran gearbeitet eines zu gestalten, zu produzieren, zu transportieren und kein einziger kommt auf den Gedanken ob es überhaupt Sinn macht noch mehr Autos auf den Markt zu werfen. Stattdessen wird über die Problematik gejammert, das der deutsche Markt mittlerweile nicht mehr die höchsten Absätze einfährt. Dafür wollen nun auch die Chinesen alle Auto fahren, sie halten das für dasselbe Statussymbol wie die Mehrheit der westlichen Bevölkerung, obwohl es aus meiner Sicht einfach nur Ausdruck von größter Verblendung und Blindheit ist. Kein feinfühliger empfindsamer Mensch kann diesem Wahnsinn zustimmen. Aber es reicht wenn es die Regierung, die Industrie, die Arbeiter tun, die immer bloss die Profite, Macht, Einfluss, ökonomische Perspektiven, Sicherheit usw. sehen. Das sie hierbei die Lebensgrundlagen aller Lebewesen gefährden wissen sie zwar auch irgendwo, aber dafür gibt es die Marketingabteilung und die betreibt dann hübsch Green Washing, macht allen ein super gutes Gefühl beim kaufen und fahren. Natürlich werden hier und da Filtersysteme eingebaut, die Abgase reduziert, aber unterm Strich ändert das nichts an der Vergiftung und Zerstörung. Das Elektroauto ist eine Katastrophe, es ist allen bekannt wie umweltschädlich, giftig, ineffizient und schwer Batterien sind und wie wenig sich dadurch die eigentliche Problematik mit der Massenproduktion von diversen anderen Autoteilen verändert. Und wen kümmert es? Ja, jeder weiß Bescheid aber was wird unternommen? Gar nichts. Zwar steigt die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, aber die Leute sind den Großteil des Tages damit beschäftigt der Regierung und dem Kapitalismus zu entsprechen, der in den einzelnen Firmen weltweit praktiziert wird. Nur wenige Individuen hinterfragen allgemein das horrende und meist sinnlose Verkehrsaufkommen, erörtern Alternativen. Man glaubt man hat alles im Griff, mit dem Lenkrad, mit dem Job, aber in Wahrheit vergiftet man in beiden Fällen die Lebensqualität aller, weil man die Umwelt verpestet wenn man Autos produziert oder fährt, gleichzeitig muss man am Arbeitsplatz immer nur gegen sich selbst arbeiten, weil man immer nur einen Bruchteil der erwirtschafteten Profite erhält und die Nutzniesser andere Menschen sind, glaubt aber das die eigene Karriere Ausdruck von Willenskraft und Selbstbestimmung ist.

Neben den Autos gibt es noch die Züge, die Flugzeuge, die Schiffe, die alle die Umwelt verpesten und das vor allem deshalb in diesen Ausmaßen tun, weil auf den globalen Märkten massive Unterschiede in den Einkommensverhältnissen, den Arbeitsbedingungen, den Entwicklungsgraden der kapitalistischen Produktionsweise, Herrschaftsformen und gesetzlichen Vorgaben herrschen. Es ist oft viel billiger Obst durch die halbe Welt fliegen zu lassen, alleine weil die Arbeitskraft derart billig ist. Die Not in etlichen Teilen der Welt, ist um ein vielfaches größer als in Europa. Welche Waren kommen denn nur noch aus der Region? Es dürfte bloss ein äußerst geringer Bruchteil sein. Was für ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn das ist, spielt dabei keine Rolle, eher noch wird all das als Fortschritt bezeichnet, den es zu befördern gilt. Auch hier zählen nur die Profite. Permanent werden Betonlandschaften ausgebaut, der weltweite Verkehr wird ständig gesteigert und es bleibt immer weniger Platz fürs eigentliche Leben, für Spontanität, für die Natur, für frei und wild lebende Tiere. Tiere werden sowieso generell plattgefahren, angefahren und liegen gelassen. Sie werden brutal aus dem Leben gerammt, weil Mensch nichts mehr mit seiner Umwelt zutun hat und zutun haben will oder zutun haben kann. Müll liegt überall neben den Straßen verteilt, die Kommunen kommen kaum hinterher was die Aufräumarbeiten angeht. Jeden Tag und vor allem an den Wochenenden strömen zig Millionen Menschen in die Einkaufshallen dieser Welt, um noch mehr Produkte zu kaufen, noch mehr LKWS, Flugzeuge, Schiffe, Züge auf die Reise mit Produkten und Produktionsteilen zu schicken, noch mehr Müll zu produzieren, um weiterhin verdrängen zu können, nicht verstehen zu können, welche Lebensweise sie hier praktizieren, was sie hier zerstören!

Ich empfehle jedem einfach mal sich in eine Innenstadt zu setzen, mit Blick auf Eingänge von großen Konsumtempeln und mal zu zählen wieviele Leute da rein und rausrennen. Es sind irre Massen und man fragt sich wirklich ob die den ganzen Krempel wirklich unbedingt brauchen, ob da wirklich gerade ein lebenswichtiges Bedürfnis befriedigt wird. Längst wird einfach alles abgegriffen was man abgreifen kann, was einem gerade trendy erscheint, was eben nicht Ausdruck der eigenen Vorstellungen vom Leben ist, sondern bloss die Umsetzung eines Kaufbefehls aus den propagandistisch perfekten Spots der Aufmerksamkeitsökonomie, diverser Werbefritzen, die einfach nur ihren Job machen. Und jedes Jahr werden neue Leute auf den Markt geworfen die weitere Produkte erfinden sollen, die die Menschen massenhaft wie die Irren kaufen sollen. Es werden permanent Bedürfnisse geschaffen die nicht befriedigt werden können. Kein Mensch ist trendy genug, hat nie genug Produkte gekauft. Wer etwas auf sich hält kauft diese Marke, fährt diese Sorte, zerstört mit dieser Ware sich und andere, kommt sich dabei besonders modern und vernünftig vor. Setzt Euch auch mal auf eine Autobahnbrücke und zählt die Fahrzeuge, schnuppert den Dreck den sie ausstoßen, lauscht dem lärmenden Treiben. Oder wie wäre es mit einer Visite eines Flughafens? Ständig landen und starten Jets und pusten tonnenweise Treibstoff in die Umwelt. Das ist sicherlich alles unglaublich gesund und entspannend. Alles wird ausgebaut. Jede Stadt will ihren wirtschaftlichen Standort für Investoren, Konzerne, Politik und Bewohner attraktiv machen. Alles bedingt sich gegenseitig, die gesellschaftlichen Strukturen erwirken wechselseitige Steigerung von Entscheidungen, die letztlich eine Ausweitung von Zerstörung, Vergiftung und Vermüllung bedeuten. Prioritäten werden entgegen von Mensch, Tier und Umwelt gesetzt. Die Verantwortung wird immer abgeschoben an die politischen Vertreter diverser überforderter Parteien. Dabei wird all das nur durch die bedingungslose Teilnahme von Millionen Menschen möglich.

In der Tat, es ist schlimm was mit der tagtäglichen Abholzung, der Zerstörung von Tierarten, der militärischen Nutzung, der Vermüllung, Überfischung von Weltmeeren und ganzen Landstrichen, dem fahren von Kraftfahrzeugen, dem fliegen, und der generellen Massenproduktion und Konsumtion von Waren vollzogen wird, aber persönlich will man sich darin nicht verwickelt sehen. Dabei finanziert, legitimiert, erweitert jeder Kauf eines Produktes diesen Wahnsinn. Jeder ist mitverantwortlich. Wir sind alle Täter und Opfer. Denn kaum ein Konzern hat tatsächlich Nachhaltigkeit als obersten Grundsatz, was natürlich völlig ungewöhnlich wäre, denn Konzerne überleben nur dann wenn sie Profite abwerfen, alles andere ist erst einmal irrelevant für die Produktion. Die gesamte Wirtschaft ist in der nachhaltigen Hinsicht völlig jungfräulich. Man betreibt lieber Augenwischerei, anstatt Kapital zu investieren. Man wartet auf die Konkurrenz. Das konnte man jahrelang an der Automobilindustrie beobachten. Zögerlich arbeitet man nun am Elektroauto, welches wie gesagt eine totale Farce ist. Aber es gibt genug andere Branchen die ähnlich agieren. Wieviele Lebensmittelskandale gab es in der Vergangenheit? Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Gammelfleisch, Kot im Fleisch, Keime die resistent sind gegen Antibiotika, sind nicht die einzigen Indizien für den Wahnsinn, der in der Massentierhaltung und dem irren Konsum von Fleisch steckt. Mittlerweile werden die Fakten der Fleischproduktion mit Stacheldraht, Kameras und Sicherheitsdiensten gesichert, damit die heile Welt des Werbeimages dieser Industrie gegenüber den Verbrauchern aufrecht erhalten werden kann.

Nun gibt es wieder den Wahn der Wiesn, ein Massenevent, in der sich tausende Feierhungrige überteuerte Waren geben und teilweise letztlich betrunken in der S-Bahn landen. Was geben sie den nüchternen Fahrgästen zu Protokoll? „Ich will endlich einen fetten Burger mit allen Zutaten!“ Ein Betrunkener ist quasi die personifizierte Konsumentenseele, die im Eindruck von Alkohol, die überwältigende Lust auf deftiges Fleisch verspürt. Viele werden das aus eigener Erfahrung kennen. Rationalität ist auch beim Nüchternen seltenst vorhanden. Man reflektiert nicht darüber was man anrichtet, wenn man kauft. So als ob die eigene Existenz im luftleeren Raum stattfindet, schreit man wie ein Kleinkind nach der stillenden Flasche mit dem begehrten Gut! Der Erwachsene begreift sich also heutzutage vielmehr als einzige relevante Instanz, deren Bedürfnisse überhaupt noch zu gelten haben. Blöd nur wenn die eigenen Bedürfnisse sich bloss auf das Primitivste reduziert haben und kein Stück an die Folgen und Zusammenhänge gedacht wird. Die Folgerungen die aus der persönlichen Verantwortung der Konsumenten und Produzenten dieser Produkte enstehen müssen, liegen auf der Hand. Mit einem kapitalistischen Staat und einer kapitalistischen Produktionsweise, lässt sich die Umwelt nicht nachhaltig schützen, weil unendliches Wachstum logischerweise mit einer endlichen Welt im Konflikt steht. Die Lohnabhängigen haben nicht die Kontrolle über den Staat, der Bundestag mit all seinen Parteien ist voller schöner Reden, aber die Gesetze formulieren eben nicht 82 Millionen, sondern ein paar Hundert, die von Lobbyistensprüchen betrunken sind. Man kann bloss lernen Selbstverwaltung und Selbstverantwortung zu übernehmen, jenseits von Kapital und Staat. So etwas kann freilich nicht innerhalb von einigen Monaten geschehen, sondern ist vielmehr ein langer komplizierter Prozess der einige Jahrzehnte benötigt, um ausreichend wirksam zu werden. Inwieweit die fahrende, saufende, arbeitende Masse, die sich selbst und ihrer Umwelt in zerstörerischer und selbstzerstörerischer Weise fremd geworden ist, diesen Lernprozess willentlich erkennen und angehen kann, bleibt jedoch völlig offen.

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Antikapitalistische Notizen aus dem Säurebad

Da versauern Millionen von Menschen an ihren Arbeitsplätzen und warten darauf in den Abgrund gezogen zu werden. Weltmeere werden verstrahlt, von Müllinseln beglückt, Tiere und einzigartige Ökosysteme verheddern, versinken und ersticken in der industriellen Pest. Wir unterhalten uns über Politik, Wirtschaft, Sport und diskutieren was richtig ist. Sehen untätig zu wie der Planet ungenießbar wird. Schuld sind grundsätzlich die anderen Menschen. Wir sind nämlich vernünftig. Ständig werden Kinder geboren, geschlagen, missbraucht und das ganze Leben lang abgetrieben. Wenn sie nicht rebellieren sind wir alle verloren, denn Priester sind Pädophile, Politiker und Manager korrupt, es regiert das Ego, der Prügelstock und das Kapital. Der Wahnsinn ist der freundliche, unscheinbare Nachbar von nebenan, wie Du und ich. Das Leben ist eine Seuche geworden. Konzerne manipulieren und missbrauchen Menschen, saugen sie aus, bis sie nichts weiter als Konsumzombies und Automaten sind.

Wir diskutieren was richtig ist und entscheiden uns für den Wahnsinn. Tausende Menschen erhalten keine Medikamente, tausende Tiere werden nur geboren um als Bifi, Chicken McNugget oder offenfrische Tiefkühlpizza zu enden. Wir nennen Tierkadaver nicht Tierkadaver, sondern Salami und verniedlichen Massenmord. Wir karren dieses Kadaver tausende Kilometer, verbrauchen liebend gerne jedwede Energie für den genüßlichen Gaumenkick, aber der Hunger der anderen ist uns fremd. Keine Sensation, keine Veränderung, kein Ende. Wir ergötzen uns am Elend des modernen internationalen Holocaust und warten gierig auf neue Katastrophen, über die wir schockiert aber tatenlos protestieren und jammern können. Leichenberge in den Entwicklungsländern und Schlachthäusern dieser Welt, wir profitieren davon und drehen die Popmusik auf, ficken unseren Partner und fühlen uns gut. Wir masturbieren zu Explosionen im Fernsehen und betrachten tausende Verkehrstote als normal, den Islam natürlich als Gefahr, verkaufen tonnenweise Waffen in Krisenregionen und verbieten unseren Kindern nach 18 Uhr draußen zu spielen. Wir sind schizophrene Wärter des globalisierten Konzentrationslagers, wir sind Häftlinge und Tyrannen in einer Person. Wir zünden die Welt an und schreien nach Hilfe.

Die Erde wird geplündert und vermüllt damit wir den neusten Wagen, das modernste Handy, die neuste Erfindung von tausenden Konzernen haben können. Auf allen Kanälen, in Zeitungen, im Radio, Fernsehen und Internet wird geworben, wie toll doch alles ist und wie frei und glücklich wir uns fühlen sollten. Jeder weiß das unser Leben eine Lüge ist. Aber wir gehen gerne zu Ostern, Weihnachten, Geburtstagen und an jeden erdenklichen Tag froh einkaufen um uns davon abzulenken. Wir rauchen Tabak, welcher von armen Kindern und deren Familien angebaut und zu Dumpingpreisen verkauft wurde. Auch der Tabak macht uns krank. Dann trinken wir Alkohol um zu vergessen, was uns schmerzt und was uns hilft, bis wir vom nächsten Arbeitstag vergewaltigt werden. Manchen gefällt die Maschinerie der Zerstörung, sie steigen auf. Werden Chef, bis sie an einem Herzinfarkt sterben oder von ihren Kindern, die mittlerweile Teenager geworden sind, als Rabenväter beschimpft werden. Wir diskutieren was richtig ist und entscheiden uns für den Wahnsinn.

Ein Eisbär ist gestorben und manche Menschen vermuten besorgt einen Mord, während all die anderen Tiere in Zoos und Zirkusse aufzeigen müssen, wie beschränkt der Mensch ist. Sie werden begafft und beklatscht, während gierig Tierkadaver in Form von Bockwürsten und Dönern verschlungen werden. Es schmeckt so gut. Es ist Tradition. Wir riechen gerne Benzin. Wir haben Benzin im Blut. Funktionieren wie Maschinen, glauben an Zahlen und verleugnen unsere Gefühle. Wir asphaltieren die Erde mit Beton. Wir ersticken unsere Nachkommen mit Qualm, Dreck und Gewalt. Die Lüge ist zur Wahrheit geworden, unser Heroin ist der Arbeitsplatz, jeder der diese Ordnung stört ist ein Chaot, ein Träumer, ein Spinner, der kein Konzept hat, der unsere Sicherheit und unsere Zukunft aufs Spiel setzen will. Wir lieben unsere Peiniger, die Schreie der Hungernden, den Sound eines Sportwagens, weil wir die Entfremdung leben.

Wir sortieren unsere Klamotten, halten Wohnung und Toilette peinlich genau sauber, aber wir haben kein Problem mit dem atomaren, chemischen Müll auf dem Planeten, kein Problem mit den Hungertoten, den Kinderarbeitern, den Menschenhändlern, den Korrupten in Politik und Wirtschaft. Wir haben kein Problem damit tagtäglich in etwas zu investieren was den Planeten und alles darauf existierende zu vergiften, denn wir definieren uns als eine kranke lebensunwerte Spezies. Jeder der Vorschläge bringt ist ein Feind der systematischen Zerstörung und muss entsprechend bekämpft werden. Wir warten auf das Ende, wir freuen uns auf den Abgrund und bis dahin greifen wir ab was wir kriegen können. Unsere Kinder sind Totgeburten, sie leben weil wir zu ängstlich waren sie abzutreiben. Wer wirft schon aus Liebe, einen Menschen in so eine vermüllte, verstrahlte Welt voller untätiger, uneinsichtiger Menschen. Wohl nur Menschen die selbst untätig und uneinsichtig sind.

Was tun?

Jegliches Engagement gegen diese Zustände war mehrheitlich nichts weiter als blinder Aktionismus, eine Rennerei zu Führern, Vertretern und Betrügern. Die Wahrheit ist doch das kein Mensch, keine Partei, kein Konzern und keine Religion vollständig versteht was auf diesem Planeten passiert und was dagegen zu tun ist. Sie alle geben jedoch stehts vor es zu wissen und verkaufen Lösungskonzepte, die nichts weiter liefern können als neue Probleme. Ich brauche nicht erwähnen wieviele Menschen alleine im Kampf der Religionen um die Deutungshoheit der „Wahrheit“ starben. Also werde ich als Betrachter dieser Zustände nicht denselben Fehler begehen. Der einzige mögliche Weg ist ersteinmal mit diesen Betrügereien aufzuhören. Wir müssen endlich mal kapieren, dass die Demokratie, wie sie heutzutage als Parlamentarismus vorherrscht, eben nicht höchster Ausdruck von Freiheit ist. Die Parteien behindern sich seit Jahrzehnten gegenseitig und verpauschalisieren die Bedürfnisse und Vorstellungen von Millionen von Menschen. Parteien können schon alleine aufgrund der Organisation der Strukturen nicht den Willen der Wähler erfüllen, näheres habe ich schon in früheren Beiträgen formuliert und ist auch unter Demokratiekritikern keine Neuigkeit.

Der Kapitalismus funktioniert nicht, weil er der Profitmaximierung und nicht den Bedürfnissen der Menschen folgt. Insofern ist der Spruch aus dem Volksmund: Geld regiert die Welt, klarer Ausdruck unserer wirtschaftlichen Realität. Ich bin sicher, darüber herrscht in der Bevölkerung Einigkeit. Demzufolge muss nur noch eines erfolgen, eine breite Debatte wie man vergangene Fehler ausräumen und Alternativen aufbauen kann. Da der menschliche Verstand immerzu beschränktes hervorbringen kann, sind auch all seine Theorien über die Welt und die Wirklichkeit beschränkt. Ideologien egal ob aus Politik oder Religion müssen ins Chaos, in Verwüstung und Elend führen, je stärker sie verfolgt werden, denn sie gehen nicht mit der unendlichen Wirklichkeit konform. Man sieht es aktuell mal wieder am aktuellen Wahn, wie ich in den ersten Absätzen formuliert habe. Wenn man sich die Geschichte anschaut sind die Menschen ständig irgendwelchen „plausiblen Lügen“ gefolgt, es wird Zeit erwachsen zu werden und sich loszusagen von irgendwelchen geschlossenen Konzepten und deren Priestern.

Uns alle eint Individualität und verschiedene Grundbedürfnisse. Jeder braucht gesunde, frische Nahrung, ein Dach übern Kopf, Medizin und die Möglichkeit sich nach seinen Vorstellungen und Fähigkeiten auszudrücken. Es ist absolut möglich die Befriedigung der wirklichen Bedürfnisse der Leute dezentral, ohne Führerkult, ohne Herrschaftscliquen, ohne Gewalt und Betrug zu organisieren. Alles ist eine Frage der Kommunikation und des Willens. Aufgrund der hohen Produktivität und der Massen an Arbeitslosen, gibt es die Chance allen Menschen Lebensmittel, Medizin, Lebensraum und Platz, Sicherheit und Nährboden für sein Leben zu gewährleisten. Man muss sich beispielsweise nur mal ansehen wieviele Tonnen tagtäglich an Lebensmitteln weggeworfen werden! Die heutigen Gemeinden und Kommunen können den Staat als Vorreiter einer Räterepublik übernehmen, Betriebsräte und Gewerkschaften können die Organisation und Produktionsintensität in den Konzernen bewerkstelligen und regulieren. Größere Entscheidungen über die politische und wirtschaftliche Zukunft können von allen Menschen entschieden werden, ohne Bevormundung irgendwelcher Experten oder Vertreter.

Es wäre sofort Schluss mit den hohlen Phrasen der Politiker und Bosse. Keiner der ernsthaft bei Verstand ist hat ihnen jemals geglaubt. Es wäre Schluss mit dem Hunger in der Welt, der Umweltzerstörung und der Entfremdung der Massen. Weil alle Menschen dazu gebracht werden sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen und nicht stets durch die wirtschaftlichen und politischen Machtzentren in die Passivität gedrängt werden. Es wird Zeit laut über Alternativen nachzudenken. Das Leben ist zu kostbar um länger diesen Wahnsinn mit Verstand und Körper zu unterstützen. Es wird Zeit für branchenübergreifende Streiks und nationenübergreifende Generalstreiks. Es muss eine Wiederbelebung der revolutionären Theorien geben, die jenseits des Bürgertums, des Kapitalismus und der parlamentarischen Demokratie funktionieren. Wir brauchen offene Konzepte, in denen neue Ideen und neugeborene Menschen sich unkompliziert und unbürokratisch einbringen können. Wir brauchen die gesamte Kreativität und Kraft um die Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Es darf keine Tabus oder Denkverbote geben die dem Fortschritt der Menschheit im Wege stehen.

Der Anarchismus ist beispielsweise so ein offenes Konzept. Es gibt keine Herrschaft durch Menschen über andere Menschen, stattdessen hat jeder die Möglichkeit seine Individualität frei auszuleben. Das ist aber kein Paradies für Mörder, denn auch Anarchisten kennen Ethik und Recht, hier muss selbstverständlich eine breite Debatte geführt werden um in der Praxis keine neuen Opfer zu produzieren. Es ist klar, das jeder Mensch der sich ausleben will, Regeln befolgen muss, aber eben Regeln die einen Sinn ergeben und uns allen zugute kommen. Wer glücklich leben will darf die Umwelt nicht vergiften und andere Menschen nicht manipulieren, damit man günstig an ihre Arbeitskraft herankommt. Wir wissen alle das der heutige Rechtsstaat mit allem zu tun, aber sicher nicht mit der Gerechtigkeit. Er ist Erfüllungsgehilfe der Ausbeutung und Unterdrückung. Ein Werkzeug der Manipulation und Kontrolle. Solche Verbrecherinstitutionen haben in einer freien und offenen Gesellschaft überhaupt nichts verloren! Insofern mal wieder der Aufruf sich für den Anarchismus, Sozialismus oder Kommunismus stark zu machen, auch wenn ich mich damit sicherlich erneut für die Staatsdiener interessant mache.

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