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Kälte und Zerstörung

Im Berufsleben gibt es keine Gnade. Menschliche Emotionen, Zweifel und Eigenheiten sind nur dann am Arbeitsplatz, für den Chef, für den Kunden, für die Firma relevant, wenn sie die Profite erhöhen. Milliarden gehen täglich zur Arbeit. Es ist der ganz normale Wahnsinn. Wie selbstverständlich prostituieren sich die Massen am Strassenstrich, genannt Markt, um einen Hungerlohn oder fette Boni einzusacken. Gleichgültig in welcher Branche, gleichgültig welcher Konzern, ob Millionen Angestellte oder in Selbstständigkeit, alle Menschen konkurrieren gegeneinander auf dem Strassenstrich, um Freier, um Kunden, um Konsumenten, Absätze, Zukunft und Lebensqualität. Wenn sich indische Bauern umbringen, weil sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen können. Wenn sich klassische Prostituierte von Zuhältern prügeln lassen und pro Nacht 5 Freiern den Arsch hinhalten. Wenn für Coltan, Eisen, Öl und Gold tausende Kubikmeter Erde entweder mit blossen Händen oder gigantischen Baggern umgegraben werden. Wenn Händler an der Börse mit Lebensmitteln spekulieren. Wenn man sich als Bürohengst mit einem PC-System, schreienden Kunden und fordernden Chefs herumschlagen muss. So haben wir überall denselben Hintergrund. Sie alle brauchen Profite um in diesem System überleben zu können. Sie brauchen jemand, der bereit ist, für ihre Dienstleistung zu bezahlen. Die Unterschiede mögen gewaltig sein, aber da jeder Mensch auf dem Strich steht, gibt es automatisch Gewinner und Verlierer, schliesslich kann nicht jeder jeden Tag 10 Freier abkriegen.

Angebot und Nachfrage stehen für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit in der Ökonomie. Es steht jedem frei unter einer Brücke zu schlafen, dem Armen und dem Reichen. Wenn die Nachfrage nach der eigenen Dienstleistung nicht da ist, dann ist man selber schuld, dann hat man offensichtlich nicht genug getan, um von Freiern als wertvoll genug erachtet zu werden. Wer nicht den Vorurteilen einzelner Entscheidungsträger in Schlüsselpositionen entspricht, der kann unter Umständen schnell den sozialen Abstieg vollziehen, ohne jemals nachhaltige Hilfe von irgendjemanden erwarten zu können. Im Gegenteil, der deutsche Staat streicht Förderungen und Unterstützung, zwingt die Arbeitslosen indirekt dazu jeden Job anzunehmen. Einzig die Familie kann ein wenig helfen, aber wenn die nicht über genug finanzielle Mittel oder Kontakte verfügt, ist auch sie völlig machtlos gegenüber der Logik des Marktes. Wer ein paar Mal zu spät kommt, wer nicht freundlich Kunden bedient oder Vorgänge, Aufträge, Befehle, Anweisungen und so weiter angemessen erfüllt, der wird keine Woche überleben. Es gilt als normal sich dem allgemeinen geschäftlichen Treiben zu ergeben, denn Individualität, Zweifel oder gar Kritik haben hier keinen Platz, wenn sie nicht irgendwie Erträge liefern können. Die Brutalität die hierin steckt ist eindeutig. Wer nicht passt, muss sich passend machen, flexibel sein, Weiterbildung betreiben, trainieren, an sich arbeiten, um irgendwann einmal wieder Konkurrenten am Strich ausstechen zu können. Habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen, ja sicher lieber Kant, aber nicht wenn das den von Dir selbst hochgejubelten Konkurrenzkampf* behindert!

Jede Handlung seit der 3.Klasse in der Schule dient dem Konkurrenzkampf, den Leistungsprinzipien des kapitalistischen Systems. Mit jeder guten Note schlägt man einem Schüler mit schlechteren Betragen in die Fresse, denn durch diesen Beleg der eigenen Leistungsfähigkeit weist man die künftigen Bedürfnisse des Schlechteren als weniger legitim zurück. Aber das passiert nicht weil man es persönlich so gewollt hat. Es passiert weil das System Menschen so bewertet und behandelt. Schlechte Noten, schlechter Abschluss, schlechte Berufsausbildung oder sogar gar keine Berufsausbildung, bedeutet eine schlechte berufliche Karriere, mit geringen Einkommen und damit letztlich schlechter Lebensbedingungen, die kaum lebenswert erschienen und einen noch stärker für jeden verdammten Dreck in der Welt anfällig machen. Menschen die ihre Leistung nicht bringen, haben es in diesem System also „verdient“ schlechter zu leben als andere. Dagegen können andere Menschen in Afrika, Indien, Indonesien, China, Brasilien, Peru und hunderten anderen Regionen und Orten der Welt schuften wie sie wollen, sie erhalten trotz harter Knochenarbeit einen nur Hungerlohn. Ihr Spielraum für Protest, Widerstand oder gar kritischer Reflexion ist quasi nicht vorhanden. Denn ihre Nation, ihr Wirtschaftsstandort ist schlicht nicht konkurrenzfähig im internationalen Wettbewerb, der sozusagen auf einem internationalen Strassenstrich stattfindet, auf dem sich Nationen nochmal extra mit ihren Exporten und Importen prostituieren.

Die haben eben Pech gehabt. Genauso die Hungernden in dieser Welt. Jeden Tag verhungern Tausende und es gellt kein Aufschrei durch die Massenmedien oder die Bevölkerung. Zuletzt nur mal kurz wegen Somalia, aber dann war auch wieder Ruhe, die nächste Katastrophe war wichtiger. Wir alle sind damit beschäftigt uns im System nach oben zu treten. Wenn hunderte Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ersaufen oder aufgrund der Überproduktion die Umwelt zerstört und vergiftet wird, dann ist das kaum mehr als eine bedauerliche Bemerkung wert. Es veranlasst niemanden dazu über diese Gesellschaft und die notwendigen Hintergründe zu reflektieren, die solche menschenverachtenden Zustände möglich machen. Trotz der Proteste die immer wieder in den letzten Jahrhunderten aufgeflammt sind und auch in der jetzigen Dekade erneut aufflammen, ging es immer weiter mit diesen Prinzipien und der sozialen Kälte in den menschlichen Beziehungen. Auch wenn man sich engagiert, solange man am Berufsleben festhält, überwiegt eben die Unterstützung der Zerstörung der Welt und menschlicher Werte und Beziehungen!

Jeder hat seine eigene Wohnung, seine eigene Küche, seinen eigenen Fernseher, seinen eigenen Wagen, lebt vereinzelt, vereinsamt neben anderen Menschen her. Nur noch wenige Menschen haben tatsächlich einen großen Freundeskreis, weil ihnen schlicht die Zeit für so etwas fehlt. Und weil ihnen die Zeit fehlt, verlernen sie völlig den Wert solcher Beziehungen. Die Beziehungen werden oberflächlich und orientieren sich immer stärker daran, ob man davon etwas hat. Das geht bis in die größte Intimität die ein Mensch eingehen kann. Viele kennen gar nicht den genauen Charakter und Empfindungen ihres Sexualpartner, sie interessieren sich in erster Linie für dessen äußerliche Hülle, seine berufliche und gesellschaftliche Stellung. Das wird als Selbstverständlichkeit behandelt, schliesslich vögelt man ja nicht dessen Charakter, heißt es. Und aus solchen Konstellationen entstehen Schwangerschaften mit Kindern, die teilweise völlig unter dieser Oberflächlichkeit zu leiden haben. Aber auch sie werden lernen die Fresse zu halten, sich auf dem Strich zu prostituieren, sich dem allgemeinen Wahn, dem Stress, dem Profit, dem Staat hinzugeben. Denn das Kind wird sich von seinem eigenen Gemüt abspalten, weil nur die Befehle und Ansprüche der Eltern und der Äußeren Umwelt zählen. Es wird der Ideologie des Marktes, des Kapitals und des Staates so gut entsprechen wie es nur kann und die Hoffnung vieler Milliarden Konkurrenten teilen, es einmal besser zu haben als die Eltern. Verrat an den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen ist ganz gewöhnlicher Alltag in dieser Gesellschaft. Man verliert sich jeden Arbeitstag ein Stückchen weiter und ist am Ende völlig verzweifelt und verstört. Das nennt man dann „Midlife Crisis“, Burnout oder Depressionen, wobei es freilich noch mehr Krankheiten und Symptome gibt. Es ist eine Selbstverständlichkeit keine grundsätzliche Kritik oder Widerstand zu leisten, denn die Massen funktionieren und machen mit, weil sie nicht zu sich selbst stehen wollen oder können. Wer es dennoch tut, geht in der Regel den sozialen Abstieg und wird auch noch Hohn und Spott als Quittung erhalten.

* = Kant schrieb folgendes 1784 in der ‚Berlinischen Monatsschrift‚: „Ohne jene, an sich zwar eben nicht liebenswürdige, Eigenschaft der Ungeselligkeit, woraus der Widerstand entspringt, den jeder bei seinen selbstsüchtigen Anmaßungen notwendig antreffen muß, würden in einem arkadischen Schäferleben, bei vollkommener Eintracht, Genügsamkeit und Wechselliebe, alle Talente auf ewig in ihren Keimen verborgen bleiben: Die Menschen, gutartig wie die Schafe die sie weiden, würden ihrem Dasein kaum einen größeren Wert verschaffen, als dieses ihr Hausvieh hat; sie würden das Leere der Schöpfung in Ansehung ihres Zwecks, als vernünftige Natur, nicht ausfüllen. Dank sei also der Natur für die Unvertragsamkeit, für die mißgünstig wetteifernde Eitelkeit, für die nicht zu befriedigende Begierde zum Haben, oder auch zum Herrschen! Ohne sie würden alle vortreffliche Naturanlagen in der Menschheit ewig unentwickelt schlummern. Der Mensch will Eintracht; aber die Natur weiß besser, was für seine Gattung gut ist: sie will Zwietracht. Er will gemächlich und vergnügt leben; die Natur will aber, er soll aus der Lässigkeit und untätigen Genügsamkeit hinaus, sich in Arbeit und Mühseligkeiten stürzen, um dagegen auch Mittel auszufinden, sich klüglich wiederum aus den letztern heraus zu ziehen.
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Radioaktiver Kapitalismus & menschliche Bedürfnisse

Wir sind seit unserer Geburt daran gewöhnt zu hören wie die Menschheit am Abgrund steht. Menschen verhungern, Kraftwerke und Industriegebiete vergiften und verstrahlen den Planeten, Verkehrsunfälle, Suizide, Morde, Vergewaltigungen, Korruption, Lug und Trug scheinen zu unserem Naturell zu gehören. Wir scheinen die Zerstörung zu brauchen, wir atmen die Abgase der Industrie, der Verkehrsströme ein und stossen sie mit einem Giftcocktail der Zigarette wieder aus. Wir sind umgeben von natürlichen und vom Menschen geschaffenen Gefahren. Teilweise hat uns die Entwicklung von Technologie und Wissenschaften vor so mancher Gefahr gerettet. Wir konnten die Pest, die Pocken, Aids und viele andere Krankheiten entweder fast ausrotten oder zumindest in Schach halten. Auch Krebs kann bei rechtzeitiger Entdeckung wirksam bekämpft werden. Wir können mit Fahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen weite Strecken überwinden, können mithilfe des Internets jederzeit in Echtzeit miteinander kommunizieren, wir scheinen zusammenzurücken und uns unserer Fehler und Probleme stärker als jemals zuvor ausgesetzt zu sein. Andererseits hat uns die Entwicklung von Technologie und Wissenschaft neue gefährliche Entwicklungen gebracht.

Tausende Waffentechnologien und keine Perspektive

Wir werfen hochmoderne Bomben aufeinander und haben innerhalb von Sekunden Bilder von zerfetzten Leichen und trauernden Menschen. Wir können zum Abendessen, nach der Arbeit, sehen wie andere Menschen sich den Krieg erklären, wir können sehen wer verliert und wer gewinnt, was die Staatengemeinschaft davon hält und wie sich alles im Kreis zu drehen scheint. Wir könnten theoretisch alles auf unseren 3D Fernsehern sehen. Mittlerweile werden jedenfalls Informationen und Bilder verstärkt zur Manipulation und Kontrolle der Massen eingesetzt. Vietnam war der letzte Krieg der ungefiltert betrachtet werden konnte. Was hört man schon von Afghanistan oder dem Irak? Ab und zu werden Tote, Aufstände, Attentate gemeldet, aber die tatsächlichen Zustände bleiben seltsam unbekannt und fremd. Was bewegt denn die Einheimischen und Soldaten? Wie sind die Perspektiven? Was will man denn wirklich verändern, um das morden zu beenden und eine Zukunft für diese Menschen zu ermöglichen? Es gibt keine Antworten. Es herrscht Schweigen, welches das Morden legitimiert. Man hat sich damit abgefunden. Es wird kaum diskutiert, mit viel größerer Begeisterung werden Waffen produziert.

Soldaten sind Mörder in unserem Interesse

Die Soldaten morden im Auftrag der Regierung und die Regierung hat vorallem die Rohstoffe und die internationalen Beziehungen im Blick. Gleichzeitig wird der Bevölkerung erzählt, wie tapfer sich unsere Soldaten für unsere Interessen opfern. Man redet uns seit Jahrzehnten ein was für Interessen wir haben sollen, für ebenwelche unsere Soldaten morden. Wohlstand, Arbeitsplätze und Sicherheit kosten Menschenleben. Es wäre besser wenn wir lieber alle arm, arbeitslos und schutzlos sein wollten, als einen Krieg zu unseren Gunsten zu akzeptieren. Aber dazu fehlt uns der Mut. Es fehlt auch der Wille sich anzusehen was auf diesem Planeten abgeht. Dieses fehlen von Empathie und Engagement ist das Ergebnis jahrzehntelanger Unterdrückung und Ausbeutung. Dies ist Ausdruck von Entfremdung und Bewusstlosigkeit. Wir sind wie Kinder, die von ihren Eltern geschlagen wurden und nun selbst schlagend durch die Welt laufen. Wir sind blind für die Bedürfnisse anderer Menschen und je blinder wir sind, desto heftiger schlagen wir zu. Die Regierungen bekräftigen uns darin, denn es stärkt die eigene Nation in ihren ökonomischen und politischen Interessen, während es andere Nationen und damit Millionen andere Menschen schwächt. Diese Schuld lähmt uns und je länger wir Regierungen und Konzerne gewähren lassen, desto schlimmer wird es. Wie sehen denn unsere Interessen aus? Brauchen wir wirklich jeden Monat neue Autos, Handys, Computer, schlicht Produkte? Müssen wir denn jeden Tag das Rad neuerfinden? Es ist doch eine horrende Verschwendung von Rohstoffen, Lebenszeit und Kraft Dinge zu produzieren die unser Leben entweder kaum oder gar nicht verbessern. Wer kann bestätigen das ein paar PS mehr im Wagen tatsächlich das Lebensglück erhöhen? Vielleicht kurzfristig bis es zu einem Crash mit einem anderen Verkehrsteilnehmer kommt oder ein Rendezvous mit einem Baum passiert. Ist es nicht langsam Zeit ein wenig mehr Bescheidenheit zu leben um auch anderen Menschen ein würdevolleres Leben zu ermöglichen?

Es gibt seit tausenden von Jahren Krieg, Elend und Zerstörung, warum sollte sich das in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten ändern? Wir leben die Zerstörung und die Vergewaltigung des Planeten, mit all seinen Facetten und Lebewesen. Wir finanzieren als Steuerzahler die in aller Welt mordende Bundeswehr, so wie fast alle Menschen ihre Militärs unterstützen. Keiner kann das als eine gerechte Sache deklarieren. Mord bleibt Mord. Gewalt muss erneute Gewalt auslösen. Jeder kennt diese Weisheit, aber es führt zu keinerlei Konsequenzen. Es gibt keine konsequente Forderung danach, für Krieg keine finanziellen Mittel mehr beizusteuern. Man sieht nicht einmal mehr den ökonomischen Nutzen, der sich daraus speisen würde. Statt Geld in Waffen und Befehlsgewalt zu investieren, könnte man das Geld in Schulen oder Pflegeheime einsetzen, dort wo es tatsächlich Menschen hilft. Es liegt aber nicht in unserem Interesse, sagt die Regierung. Wer schützt uns denn dann vor anderen Nationen? Wir misstrauen unseren staatlichen Nachbarn, wie wir als Individuen gegenüber den eigenen Nachbarn, entweder Misstrauen oder Desinteresse praktizieren. Der sogenannte pädophile Maskenmörder und Vergewaltiger, der über Jahrzehnte Kinder in seiner Wohnung einlud, konnte vergewaltigen und morden, weil bspw. die Vermieterin sich damit begnügte, pünktlich ihre Miete zu erhalten. Alles andere war ihr „egal“, wie sie in zahlreichen Interviews betonte. So wie die halbe Nachbarschaft von dessen Neigungen wusste, so gleichgültig war es ihr auch, welches Leid sich daraus speisen musste. Sie hatten alle wohl besseres zu tun, zum Beispiel: Geld verdienen. Vor lauter ökonomischer Hetzjagd nach Anerkennung und Lohn im Job, verlieren die Leute die eigentlichen Werte völlig, falls sie sie jemals hatten.

Welche Werte steuern unser Leben und unsere Gesellschaft?

Dieses Desinteresse gegenüber anderen Mitmenschen, gegenüber anderen Nationen und Kulturen ist die eigentliche Gefahr. Daraus kommt das Misstrauen und z.b. die Unterstellung, der Islam sei eine gefährliche faschistische Ideologie, die jeden Ungläubigen brennen sehen will. Es gibt mittlerweile europaweit einen richtigen Trend hin zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, so etwas kommt nicht spontan oder von ungefähr. Die Angst der Leute ihre vertraute Welt könnte zusammenbrechen, nur weil andere Menschen mit anderen Vorstellungen zuwandern, ist ein deutliches Signal für deren geringes Selbstbewusstsein gegenüber ihrer eigenen Kultur, ihren Werten und ist darüberhinaus ein Attribut für die fehlende Weisheit ihrer Ansichten. Anstatt sich zu fragen, warum man gegen Moslems ist, nur weil es unter ihnen, wie in allen Denkrichtungen, Extremisten gibt, werden hunderte Millionen Menschen von vorneherein verteufelt und entmenschlicht. Sie werden wie die Juden damals auf Ratten und instinktgesteuerte Bestien reduziert. Dabei besteht in jeder Ideologie dasselbe Problem wie im Islam. Die Demokratie ist eine heilige Kuh, wer daran rüttelt ist ein Extremist. Beim Kapitalismus genauso, wer daran rüttelt ist ein Fanatiker, ein Träumer, Chaot, Kommunist, was auch immer, in jedem Fall Jemand, dem man misstrauen und bekämpfen muss, da er die vertraute Ordnung gefährdet und entsprechend einen Hinterfragungs- und Zersetzungsprozess der eigenen Ideologie und Vorstellungen antreibt. Es gibt überall diese knallharte Distanzierung von Andersdenkenden, überall bietet sich ein potentielles Konzentrationslager für Querdenker und Leute, die nicht so funktionieren wollen und können, wie es eben gerade im Zeitgeist und innerhalb der Nation/Glaubensgemeinschaft Vorschrift ist. Genau das erleben wir doch auch mitten in Deutschland, wie weltweit. Millionen Menschen sind arbeitslos, können nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, oder nur sehr eingeschränkt. Sie werden nicht gebraucht, sind quasi menschlicher Abfall, der der arbeitenden Bevölkerung lediglich als asozialer Parasit negativ auffällt. Das ein ranghoher Politker namens Westerwelle ungestraft die Verlierer und Ausgestoßenen dieser Gesellschaft als dekadent beschimpfen darf, obwohl er selbst ja die Dekadenz und der Parasit in Persona ist, und sie damit zu Freiwild erklärt, ist ein deutliches Zeichen für die dramatisch grassierende Bewusstlosigkeit und Ahnungslosigkeit der Bevölkerung.

Offensichtlich hat die westliche Welt keine ehrvollen Werte, denn seit Jahrzehnten wächst der Einfluss des Geldes, des Kapitals, der Gesetze des Marktes, die überhaupt nichts mit dem Wesen des Menschen und dessen Bedürfnisse gemein haben. Das was am ehesten noch zählt, sind die Interessen der Kapteileigentümer, was natürlich zum Nachteil der Lohnabhängigen sind, sie brauchen Geld um überleben zu können. Lohnabhängige und Kapitalisten stehen sich unversöhnlich gegenüber, solange der Kapitalismus nicht überwunden ist. Diese Wahrheit muss als Gewissheit in den Köpfen wachsen. Alles was wir mal als Anspruch hatten, wie z.b. die Nächstenliebe, trotz Kreuzzüge und Pädophilie im Christentum, schwindet aufgrund des tagtäglichen Konkurrenzdenkens und -lebens der arbeitenden, lohnabhängigen Massen. Niemand hat mehr Zeit für andere, geschweige denn für sich selbst, denn der Konkurrenzkampf wird immer heftiger, die Arbeit am Arbeitsplatz immer intensiver, jede Minute im Job muss maximal ausgeschöpft werden, sonst ist sie für den Arbeitgeber, für den Konzern, für den Kapitaleigentümer eine verlorene Minute. Und je mehr ausgebeutet wird, je intensiver rationalisiert wird, desto schlimmer wird es in der Zukunft werden. Wir versuchen uns daran genauso zu gewöhnen, wie wir uns an die Hungernden, Vergewaltigten und Unterdrückten gewöhnt haben, zu denen wir teilweise selbst gehören. Wir versuchen unser Los zu akzeptieren. Wir sind nunmal geboren um ausgebeutet zu werden und ab und zu mal zu wählen, wer uns ausbeuten darf und wer bestimmen darf, inwieweit das geschehen soll und geschehen darf. Kapitalisten und Regierungen arbeiten grundsätzlich Hand in Hand. Selbst wenn die Linke mehr gewählt werden würde, würde sich daran niemals etwas ändern. Diese Partei will wie alle Parteien an die Macht, an die staatliche Macht, an die Macht eines Staates der den Kapitalismus braucht und mit Gesetzen, Justiz und Gewaltmonopol legitimiert und durchsetzt. Der Wille zur Eroberung der politischen Macht, ist ein Glaubensbekenntnis für die Ausbeutung von Milliarden Menschen, für die Unterdrückung der Bedürfnisse und Wünsche der Weltbevölkerung. Im Grunde genommen kann man die Parteien, ähnlich wie Westerwelle und andere Politiker, als personifizierte Bewusstlosigkeit auf den Punkt bringen. Denn sie stossen der Bevölkerung, in Form von Gesetzen, die Säbel in den Leib, obwohl sie es verhindern könnten und eine Infragestellung und Umwälzung vorantreiben könnten. Entweder machen sie das bei vollem Bewusstsein, was man dann wohl nur noch als kriminell bezeichnen muss oder sie sind tatsächlich völlig ahnungslos was sie da eigentlich den ganzen Tag machen. Beides ist eine Katastrophe für die Lohnabhängigen, sie müssen sich endlich gegen diese Funktionäre des Kapitals wehren.

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Menschen lügen, betrügen und lassen sich kaufen

Ehrlichkeit währt am längsten?

Nein, ist wahrlich nicht so. Wer einen Job will muss die Wahrheit gut verkaufen können und das bedeutet auch, diese Wahrheit in ein besonderes Licht zu stellen, also gewisse Sachen mehr zu beleuchten als andere, d.h. unangenehme, bittere Fakten wegzulassen usw. Kaufen und verkaufen, alles dreht sich um das liebe Geld. Die Leute wollen verarscht werden, weil sie ihr ganzes Leben lang schon verarscht wurden, – jene Menschen die ihnen plötzlich mit den wahren Fakten kommen werden ganz negativ und abscheulisch wahrgenommen, werden abgelehnt, bekämpft und schliesslich getötet. Der seit Jahrhunderten betriebene Selbstbetrug ist in den letzten Jahrzehnten vorallem auch durch die technologischen Errungenschaften in immer höhere, heftigere und dichtere Kämpfe getrieben worden. Was früher mal Entfremdung war ist heute die Identität von Milliarden Menschen. Kaum einer hinterfragt überhaupt noch den Gang zur Arbeit oder dessen Organisation. Kaum einer fragt wieso Merkel „Kanzler“ ist oder der eigene Chef so ein Tyrann ist und warum beide überhaupt über andere Menschen was zu melden haben obwohl sie die meisten nichtmal persönlich kennen. Allerhöchstens gibt es oberflächliche Sprüche darüber und das wars dann mit der „Rebellion“.

Diese Art und Weise wie wir leben ist pure Brutalität. Sie ist permanente Massenversklavung, Massenverblödung, sie ist Massenwahnsinn der als Normalität verkauft und gelebt wird. Ich weiß nicht ob es Dir schonmal aufgefallen ist: Du kannst Dir Frauen kaufen, Kinder kaufen, um sie zu ficken und/oder sie zu töten. Du kannst Dir Politiker, Wahlstimmen, Wirtschaftsbosse, Experten, Wissenschaftler und die Medien kaufen, um mit ihnen Geschäfte zu machen oder sie fertig zu machen. Und immer kannst Du dabei davon kommen sofern Du die „Grauzonen“ des Systems, also die Fehler, die Ignoranz und Dekadenz der anderen Menschen kennst.Wer das nicht verkraftet der wird in dieser Welt auch zugrunde gehen.

Wer nicht fähig ist sich in seinem Beruf entweder von vorneherein glücklich zu schätzen oder zumindest sich selbst als Mensch dabei völlig auszuklinken und einfach „nur den Job zu machen“, – der wird ganz einfach als überflüssiges Menschenmaterial betrachtet, welches die Sozialsysteme asozialerweise belastet. Wer es nicht erträgt jeden Tag, Wochen, Monate und Jahre lang dieselbe stumpfsinnige Arbeit auszuführen der sollte sich entweder umlegen oder versuchen „flexibel“ zu sein und sich neuzuorientieren, – auch wenn man in den meisten Fällen nur von einer stumpfsinnigen Scheiße in die nächste geraten wird. Es ist unheimlich schwierig, ja geradezu undenkbar in dieser grausamen ungerechten Welt überhaupt an soetwas wie ein idylisches Arbeitsverhältnis zu geraten!

Gelogen und betrogen wird überall und das hat alles eine jahrtausende währende Tradition. Alles was sich ändert ist die Fassade.

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Die Menschwerdung ist ein Virus

Die Welt ist grausam, der Mensch neidisch und gierig, so hat er es, so hat man es, so haben wir es, so hast Du es gelernt. Deshalb bleibt alles so unheimlich ungerecht. Wer im Beruf weiterkommen will muss andere Menschen verarschen, überlisten, ausstechen, zerstören, ausschalten. Die edelste Möglichkeit dies zutun ist über Fleiss oder Talent, – aber grundsätzlich ist es immer ekelhaft, widerlich, pervers und primitiv. Das ist in der Geschichte der Menschheit eigentlich schon immer so gewesen und die teilweise behaarten „Könige“ des blauen Planeten sehen nicht danach aus sich irgendwie einzukriegen und ihre „Kindereien“ abzulegen. Hoch gestraft sind die Zeitgenossen welche diesem verblödeten Zeitgeist voraus sind und die volle Entfaltung der Idiotie bei vollem Bewußtsein über das gesamte Leben hinweg ertragen und mit Lebendigkeit erfüllen müssen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als sich und ihr zartes Äpfelchen namens Erkenntnis in Humor, Zynismus, Verbitterung, Hass oder physische Isolation zu werfen, – in der Hoffnung damit den letzten Funken Lebenslust  zu retten.

Wie ist es zu ertragen wenn verstörte 18 jährige Mädels auf Speed von alten frustrierten, halbglatzigen Mitdreissigern gevögelt werden? Oder wenn jemand in seiner geistigen Verirrung Dir während Du frühstückst grinsend vor die Beine pisst, während er eine Schlange um den Hals hat? Wie ist es zu ertragen wenn Millionen von Menschen, von denen Du die meisten niemals gesehen hast, Dir ihre Dummheiten aufzwingen? Und damit meine ich u.a. diesen Zwang zur (Mehr- & Profit-)Arbeit. Es gibt keine Möglichkeit in dieser Welt zu existieren ohne irgendeinem Vollhorst in den Arsch kriechen zu müssen, – den man darüberhinaus noch nicht einmal kennt, – was es andernfalls vermutlich kaum besser machen würde.

Grundsätzlich ist es überlebensnotwendig irgendwelche Öffnungen für irgendwelche Harten bereit zu halten, in Position zu bringen und sich dann schön knallhart durch die „Zeitgenossen“ vom Leben ficken zu lassen, – damit man(n) selbst irgendwann auskotzt was sich Schleim des Lebens schimpft oder als Frau zu gebähren was später ebenfalls gebähren, flutschen, lutschen oder spritzen wird. Klopfende Herzen, röchelnde Lungen, schlotternde Arschlöcher, zischende Pisslöcher, milliardenfach über den Planeten gespannt seit Milliarden von Jahren. Wer hat diesen Knast erfunden? Dieses Drecksloch ist nicht blau, es ist ein miese gelb-eitrige Lebenszelle welches unzählige Krankheiten gefangenhält. Und wir meine Damen und Herren sind als Menschheit, als Homo sapiens, ein winziger Virenstamm der selbstherrlich glaubt er hätte eine Existenzberechtigung und Gerechtigkeit in allen Lebensfragen verdient! Tz!

Traumatisiert fliegen wir alle aus dem Geburtskanal der Mama, häufig als Ergebnis stumpfsinniger Geilheit, oberflächlicher Saugerei, Stoßerei, Rammelei und hoffnungsloser Verblendung! Geschleudert werden wir aber vorher in tiefe Schlunde um dann nach einigen Monaten aus diesem wie ein Tumor, völlig vor lauter Faulheit aufgebläht, von selbst oder per Kaiserschnitt herauszufallen und schliesslich mit wildem Geschrei zu platzen! Kaum sind die Säfte von uns abgetrocknet, ist unser Geschrei erstickt, geht es los mit dem Diktat der Vorstellungen jener Kreaturen die wir später Eltern nennen und wir werden weiter geschleudert bis das Trauma oder besser die Traumatas perfekt sind. Schliesslich als wir dem glauben woran unsere Eltern und deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern und so weiter glauben oder meinten zu wissen was sie ungefähr glauben, stecken wir unsere Zungen und Genitale an und in den nächsten pulsierenden Kadaver hinein ohne überhaupt irgendetwas reflektiert zu haben.

Okay, mittlerweile, nach ein paar tausend Jahren, oder innerhalb dieser Zeit, haben wir es geschafft uns innerhalb dieser kurzen Zeit, die wir Lebenszeit schimpfen, uns und andere Lebewesen in immer schnelleren und heftigeren Intervallen gegenseitig atomisiert wie auch massenhaft zu ermorden, auf die grauenhaftesten, dämlichsten, perversesten und ekelerregensten Arten und Weisen wie wir uns das nur ausmalen konnten! Ja wirklich, im gegenseitigen zufügen von Schmerz macht uns keiner etwas vor, – muss wohl irgendetwas mit den Schleudertraumatas und der Rutschpartie durch die Muschi der Mama zutun haben. Aber wer weiß woher wir alle diesen entscheidenden Treffer abgekommen haben, – entscheidend ist, wir haben es drauf uns gegenseitig die Hölle auf Erden zu ermöglichen. Das ist etwas was wir wirklich immer schon konnten. Das ist erstaunlich und bemerkenswert, – ich finde dafür sollte man mal Preisverleihungen gründen. Die kreativste 1on1-Ermordung muss in Zukunft genauso gewürdigt werden, wie der schnellste Hot-Dog-Esser oder der schnellste Massenmord.

Vielleicht kommen wir uns dann nicht mehr so hoffnungslos allein vor. Wenn schon nicht die ganzen Autos, der Schmuck, der schnelle Sex mit Unbekannten, die Klamotten, die Karriere, der Sport, Waffen, Macht, Geld und so weiter nicht reichen, – dann vielleicht der gestörteste Mord? Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann finden wir schon den perfekten Weg uns selbst zu verleugnen ohne dabei Gewissensbisse, psychische, physische Krankheiten und solche fiesen Details zu bekommen.

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Freiheit hat einen Namen: Anarchie

FREIHEIT – das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat, Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und des Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet, zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Große Probleme unserer Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, (Aus-)Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung, Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Massenmord, sprechen eine beredte Sprache.

Die „Freiheit der Menschen“ ist nicht zu verwechseln mit „der Freiheit der Männer“, als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß Anarchist(Inn)en sich an vorderster Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren „Mann“ in der hierarchischen Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen wir leben, profitieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat. Viele Frauen ziehen jedoch auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und mißhandelt. Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Eine Reihe Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein, wenn (Alibi)Frauen vom Typ Thatcher, Merkel, Breuel, Ciller etc. die Plätze der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber, gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. „Privaten“ auf, sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN
NICHT DENKBAR, schon gar nicht „machbar“, (Herr Nachbar …) !

Anarchie heißt auch nicht „Freiheit der Erwachsenen“. Kinder sind in dieser Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Sklaverei, Vergewaltigung, Folter und Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei „Besitzrechte“ an ihnen. Es sind nicht unsere Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen, die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten (Um)Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen in Erwartung eines „besseren Jenseits“ regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien jeder Art „Religion“, mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr „weltlichen“ Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven den Körper, „Kirchen“ – wie immer sie sich auch nennen – den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der „Gottesstaaten“ die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft „von Gottes Gnaden“, , Inquisition, „heilige“ Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum (das unteilbare Selbst) mit dem revolutionären Bewußt-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die alltägliche DIREKTE AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen das „Unmögliche“. Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN,
SONDERN KEINE ! (Bert Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung von Minderheiten durch die etablierte (teils äußerst geringe) Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von „Demokratie“ und „Freiheit“ begangen worden wäre. Mensch denke nur an die „Vorzeigedemokratie“ USA. Sogar Hitlers NSDAP (nur ca. 30% WählerInnen 1933) ist von den (konservativen) Weimarer Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden !!!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst mißbrauchen. Ein ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, daß hierzulande und anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polster wird, auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst ?!

Noch etwas zum guten Schluß: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, daß du dich schon selber aufraffen mußt, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erstmal von dir selbst. Das ist ein guter Weg zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt.

(Quelle: http://www.a-laden.org/anarchie.htm)

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Die Zeit läuft ab, auch für Dich

Die Massen strömen durch die Betonschluchten. Die Masse wird geplagt von Zeitdruck, Leistungsdruck, Schlaflosigkeit und Gedankenlosigkeit. Sie versucht das Gute darin zu sehen, – den enormen Wohlstand und den Fortschritt. Alles ist besser geworden, und denen den es schlecht geht, denen wird es auch bald sehr gut gehen und sie werden darüber lachen was war.

Das Vorbeirauschen der tonnenschweren Fahrzeuge, das Rollen der Rolltreppen, das hastige Gestolpere, das Rascheln und Klimpern des Geldes im Hosenbund, das Ticken der Uhren über den Köpfen wird gar nicht mehr hinterfragt. Es ist nunmal die Realität, die einzig wahre Realität die existieren darf. Wie einst, als die Erde nur als Scheibe existieren durfte.

Die Träume dieser Soldaten besteht aus 1,3 Kindern, 3 Wochen Südseeurlaub und sonstigen abgehakten, verfaulten, zusammengeschlagenen, isolierten Vorstellungen. Danach wird gestrebt, dafür wird gekämpft. Jeden Tag allein und eiskalt. Qualifikation, Kontakte, Einsatz, das ist wichtig! Das ist der Zeitgeist, wer nicht mitzieht hat verloren. Derjenige der nicht mithält, ist der Schwache, der Verlierer mit welchem keiner etwas zutun haben will und wird.

Der Zugang zur Freiheit muss erarbeitet werden, wer die Arbeit hinterfragt, wird sie nie erhalten. Wer protestiert, wird sie nie erhalten. Wer nur darüber spricht und Fragen stellt, wird sie nie erhalten. Das hämmern des Fortschritts, das klingeln des Geldes im Geldbeutel, die schicken Klamotten die an schlanken Körpern rascheln, – all das ist Nichts für Ungehorsame. Die Ungehorsamen sind Verlierer. Ihr Zweifel und ihr Schmerz macht sie zu etwas Nutzlosem. Sie sind so Nutzlos wie die Bäume um sie herum, das meint zumindest die Masse. Und die Masse hat nunmal Recht, es ist ihr egal ob sie falsch liegt. Es ist ihr gleichgültig ob sie zu Millionen die Klippen hinunterstürzen, indem Glauben es könne doch nur besser werden.

Der Aufprall wird uns nicht erleuchten, er wird unsere Chancen aufzeigen. Und wenn wir sie dann kennen, sind wir längst tot und fragen uns vielleicht, was wir mit dem Fortschritt wollten, wenn doch alles bereits perfekt war? Vielleicht würden wir dann als Geist schwebend über die damalige Existenz lächeln und sagen, wir wussten es nicht besser, es fing doch schon von Kinderbeinen an.

Dieser Wettkampf, dieses Leistungsdenken, das erlernen der Ellbogentaktik. Ja, würden wir sagen, wir waren unschuldig, wir konnten nicht anders. Obwohl wir hörten, wie unsere Brüder und Schwestern ein paar Kilometer weiter verdursten, verhungern und unter freiem Himmel leben, fuhren wir unsere Autos, feierten wir unsere Partys, sangen wir die Nationalhymne bei Fußballspielen und schwangen uns so jeden Tag in unserem widerlich destruktiven Glauben, alles würde besser werden.

Wir hatten keine Chance unseren Verstand zu benutzen, und den Fortschritt in den Kopf zu bringen. Wir hatten keine Chance die wesentlichen Probleme unserer Spezies zu lösen. Wir konnten auf keinen Fall aufhören uns gegenseitig zu ignorieren, anzupöbeln, zu erschiessen, zu vergewaltigen und zu hassen. Wir waren absolut ohne Chance eine Vorstufe einer besseren Welt zu schaffen. Wir waren zu jeder Zeit sowas von chancenlos, – werden wir sagen: Es konnte ja keiner wissen, dass die Zeit auf dieser Welt so schnell vorüber sein würde.

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