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The Walking Dead

Ich wünsche mir eine Zombieapokalypse, weil es das Leben aufrichtiger und übersichtlicher machen würde. Die Jagd nach Geld, Jobs und einem besseren sozialen Status auf Kosten anderer Menschen wäre beendet. Die lärmende, stinkende, giftige Industrie des menschlichen Krebsgeschwürs auf Kosten der Natur und aller Lebewesen würde den stöhnenden, trotteligen und langsamen Zombies weichen, die leicht mit einigen Kopftreffern auszuschalten wären. Das Endzeitszenario mit einer Gruppe von Überlebenden, die gegen Massen von Untoten vorgeht, ist längst das Alltagsempfinden von Millionen Menschen im gegenwärtigen wirschatlichen System. Jetzt hat man auch nur seine Familie und eine handvoll vertrauenswürdiger Freunde mit denen man allein, jeder gegen jeden, im permanenten Konkurrenzkampf um die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse kämpft, und gibt gleichermaßen vor, es sei Ausdruck von Fortschritt, Wohlstand und Zivlisation. Das Recht des Stärkeren und die Verlogenheit unserer Gesellschaft lässt sich leicht an den täglichen Bergen von Hungertoten ablesen, die neben den Bergen von verschwendeten Lebensmitteln entstehen. Längst zerfleischen wir uns als Menschheit gegenseitig bei vollem Bewusstsein, während wir in modischen Klamotten in hippen Clubs tanzen, mit unseren polierten Fahrzeugen durch die Betonwüsten fahren und auf Flirtportalen nach dem nächsten Geschlechtspartner suchen, welcher genauso beliebig gewählt wie ausgetauscht wird. Ich tausche gerne meine 40-50 Stunden Arbeitswoche gegen ein paar Stunden Zombies zertreten und Vorrätebeschaffung, denn ich gewinne dadurch meine Mündigkeit und Autonomie zurück. Es würde auch mehr Gerechtigkeit herrschen, denn niemand stirbt mehr weil es ein gesellschaftliches Prinzip so will, welches sich verselbstständigt hat und nur noch durch religiösen Fanatismus überlebt, sondern aufgrund einer natürlichen Katastrophe: Der Zombies. Lieber lasse ich mich innerhalb weniger Minuten zerfetzen, alsdass ich die Bitterkeit eines anonymen, machtlosen Arbeitslebens in mir trage, die in jedem von uns Einzug hält, wie ein Tier, das einst in die Gedärme kroch um dort zu sterben. Dieser verderbliche Geruch hat alle Hoffnungen und jeden Mut für Veränderungen erstickt. Von der Pest betrunkene, verzerrte Körper und Gesichter schleppen sich in U-bahnen, Autos, Bussen und auf Rolltreppen zu Arbeitsplätzen, um mit dem Schritt über die Schwelle des Unternehmergeländes eine Lohnsklavenmaske aufzusetzen, die die Apologeten, Priester und Missionare unseres kapitalistischen Systems, aber auch die Werbebranche, die Schule, die Eltern und ihr Umfeld ihnen angedichtet hat. Tagtäglich werden lustige Dinge für Wesen hergestellt, die unglücklich sind. Das Blut ist aus unseren tapferen Lohnarbeitern geronnen, längst ist von ihrer Menschlichkeit nur noch ein kümmerliches Häuflein übrig, den Zombies gleich, – deren einziger Antrieb anstelle von Menschenfleisch Geld ist. Die Überlebenden der Zombieapokalypse müssen sich nicht mehr für einen irrationalen Selbstzweck aufreiben, sondern nur noch für das persönliche, reale Überleben von ihnen und ihrer Gruppe, während unsereins sich bei niemanden seiner Solidarität sicher sein kann, weil in unserer Gesellschaft Geld mehr zählt als eine tiefe menschliche Bindung und dieser Umstand jegliche Empathie erstickt hat, wie sonst wäre die Schoa möglich gewesen? Es gäbe keine Illusionen mehr, man wüsste, jeder Fremde muss erst beweisen, dass er ein Freund ist indem er sein Leben für den Anderen riskiert. Der Tod der anderen wäre permanent präsent und nicht verschüttet unter dem Lärm von Partys, Autos, Industrie, Medien, politischen Reden, der strebsamen Arbeiterhände und Meetings in Konzernzentralen. Wir würden alle als Wunden offen liegen, die Welt mit unserem Blut überschütten und nicht mehr nur einige von uns.

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Wir zerstören die Welt

Wir wachsen in einer heilen Welt auf, zumindest gaukelt man uns das vor, ganz besonders wenn wir noch jung und unvoreingenommen sind. Wenn man älter wird begreift man dann, nichts ist heil. Die Welt ist voller verzweifelter einsamer Menschen die sich einer Religion, einer Ideologie, einer Partei oder sonst irgendeinem Scheiß verschrieben haben. Es gibt soviele Facetten, man kann sie gar nicht alle aufzählen. Der gemeinsame Nenner dieser Facetten, dieser zerstörten verkrüpelten Menschen ist der Wunsch nach Harmonie, Anerkennung und Liebe den sie mit ihrer Jagd nach Geld, Macht oder die Verfolgung der Ziele und Pläne irgendeiner Regierung, irgendwelcher Gebote oder Gesetze erfüllen wollen. Die meisten von ihnen bleiben damit aber auf der Strecke. Kaum einer wird reich, berühmt oder erfolgreich. Aber wer sind sie?

Wir sind diese armen Menschen. Wir sind diese kaputten einsamen Gestalten die tagtäglich ihr Leben damit zubringen Karriere zu machen und auf dem Arbeitsplatz zu sitzen. Es ist völlig egal was wir empfinden, was wir uns erhoffen und erträumen, wir dienen erbärmlichen Mechanismen die wir von unseren Vätern und Müttern gedankenlos übernommen haben. Statt die Rebellion in der Kindheit und Jugend auszubauen, haben wir sie uns wie befohlen abgewöhnt, wir sind erwachsen geworden und haben gelernt Bücklinge zu sein, wie die meisten Generationen zuvor.

Wir rennen illusorischen Idealen hinterher, jubeln falschen Führern und Stars zu, kaufen Dinge die wir nicht brauchen, werden davon krank und nehmen Tabletten und Drogen um all diese Dummheiten wieder zu vergessen. Was macht das mit unserer Welt? Wir zerfleischen uns den ganzen Tag. Wir quälen uns aus dem Bett heraus, schleppen uns in die Arbeit, unterdrücken negative Gedanken und Gefühle bis zum Feierabend oder wenigstens bis zur nächsten Zigaretten- oder Pinkelpause.

Wir behandeln uns selbst und alle anderen wie den letzten Dreck. Wir wundern uns über Kriege in der modernen aufgeklärten Welt, genauso wie über Amokläufer oder 16 Jährige Mädchen die Topmodel werden wollen. Aber wir wundern uns nicht darüber ständig unglücklich zu sein. Wir fragen uns niemals ob das mit der Arbeiterei oder der Schule oder dem ganzen Müll zutun haben könnte den uns unsere Verwandten und Freunde so erzählen. Dieser ganze Unsinn von der Demokratie, seit Jahrzehnten bestimmen wir nur Details aber nicht die grundlegende Richtung: Rauchen oder Nicht-rauchen? Flughaufen ausbauen oder nicht? Leere wandelnde Sprechblase A oder leere wandelnde Sprechblase B? Wir haben die Wahl! Die Wahl ist die erste Bürgerpflicht! Mir kommt das kotzen.

Wieso akzeptiert ihr miese Arbeitsbedingungen, hohe Mieten, wenig Freizeit, viele Überstunden, wenig Muse und viele Prüfungen? Glaubt ihr zu sterben wenn ihr Euch dem entgegenstellt? Ich darf das gar nicht fragen. Ich bin selbst verlogen und erbärmlich. Morgen gehe ich in die Arbeit und lasse mich von den Sachzwängen in alle Löcher ficken, bis in die letzte Hirnrinde kaputt ficken! Bis ich nicht mehr weiß was ich eigentlich brauche. Nein, niemand hat die Absicht das zutun. Wir müssen eben alle Geld verdienen, jeder muss nunmal arbeiten gehen und ändern kann man ja sowieso nichts. So ist das nunmal. Alles wird gut. Oder auch nicht. Ist ja egal, hauptsache wir haben unser fressen, können ab und zu die Sau in Clubs raus lassen, Menschen ficken die wir nicht kennen oder lieben und dann genüsslich pennen.

Überall wächst der Wohlstandsmüll mit jeder neuen Saison. Alle paar Wochen gibt es neue Autos, Handys, Kosmetik, Mode, Schmuck, Computerspiele, Filme, ohja, denn wir brauchen das ja alles so sehr! Damit wir keine Zeit haben in den Spiegel zu sehen, damit wir bloss keine Ruhe haben die Angst und Leere wirklich einmal intensiv zu spüren. Dieses ungute Gefühl welches wir tagtäglich zu verdrängen versuchen, das sind die letzten Reste einer Gewissheit die deutlich kreischt: Wir leben falsch! Wir sind es mit unserem Ipod, mit unserem Audi, mit unseren verblendeten Hoffnungen und Träumen die das Leben aus diesem Planeten saugen. Wir sind es die den Hungernden das Essen wegnehmen und ihnen ins Gesicht spucken. Wir scheißen auf die Kinder auf den Müllbergen, wir sind es die mehr Kavier und mehr Gold wollen. Wir genießen es doch zu siegen, während andere verlieren. Es ist uns längst egal ob es Alternativen gibt, denn es ist leichter den völligen geistigen Bankrott zu erklären.

Die bösen Reichen, Regierenden, Bonzen und Eigentümer, wie man sie auch nennen will, machen nur einen kleinen Prozentsatz der Gesamtbevölkerung aus. Natürlich profitieren die von unserer Bewusstlosigkeit, aber eben nur solange wie wir uns nicht auf das konzentrieren was uns wichtig ist. Und wichtig sollte uns vorallem sein diesem unguten Gefühl nachzugehen. Dieses eklige beissende Gefühl des Unbehagens, als ob irgendetwas schlimmes bevorsteht, als ob es gleich mit allem vorbei wäre. Diese Untergangsemotionen deuten an welches Leid und Elend wir mit unseren Entscheidungen hervorrufen. Es gibt genug Möglichkeiten sich zu informieren, sich zu organisieren und zu diskutieren. Es liegt nur an uns. Wenn wir uns weiterhin daran orientieren was man uns in der Kindheit eingeredet hat, wird es nicht besser. Wir sind keine besseren Menschen wenn wir bessere Leistungen als andere erbringen, sowie wir auch nicht schlechter sind wenn die Leistungen schlechter sind. Das ganze Leistungsprinzip ist für den Arsch! Es muss in völlig neuen Wegen gedacht werden, sonst zerstören wir weiterhin sämtliche Lebensgrundlagen.

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Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

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Marktwirtschaft & Demokratie = Sklaverei

Die Tage werden langweiliger. Ich habe in den letzten Tagen mehrmals festgestellt das viele Menschen in Berlin wenig bis gar kein Interesse daran haben, etwas an ihren eindimensionalen Vorstellungen zu verändern. Dies deckt sich ganz gut mit den mehr als 45 Millionen Menschen die gestern wählen gegangen sind, denn diese haben ihre Stimme für weitere 4 Jahre abgegeben und werden nun stumm verfolgen wie die Politiker weiter Krisen verursachen und verwalten. In Berlin gibt es wirklich viele hübsche, interessante, außergewöhnliche Menschen, aber leider eben auch das genaue Gegenteil davon, womit ich nicht nur das Äußere meine. Hier in Berlin sind alle negativen wie positiven Eigenschaften der Menschheit vertreten. Die Stadt kann einen zermalmen wenn man nicht stark genug für sie ist. Sie kann aber auch alles gute in einem hervorbringen, stärken und so weiter.

Die enorme Zerissenheit in den Menschen prägt die Spaltungen und Grenzen in Berlin ganz massiv. Ich glaube das die in der Vergangenheit angesprochene Geschichte dieser Stadt die Menschen ganz besonders traumatisiert hat. Vor einigen Tagen ging ich noch davon aus, sie hätten dadurch besonders stark die Chance grundlegende Problematiken zu erkennen und mit einer ständigen Bewusst-werdung zu bewältigen. Leider behandeln sich die Menschen unglaublich schlecht, sie sind oberflächlich zu sich und anderen Menschen, sie hetzen durch die Strassen und haben nicht einmal für längere Blickkontakte Zeit. Die Menschen stöhnen und ächzen unter den Lasten des Konkurrenzdrucks, während andere längst durch ihn die Obdachlosigkeit gedrängt wurden.

Viele Menschen nehmen Koks, Gras, Speed, Alkohol, Nikotin, Koffein um den beruflichen bzw. den alltäglichen Alltag „erfolgreich“ zu überstehen. Sie gehen etliche Stunden arbeiten, reisen kreuz und quer durch die Stadt, holen dabei ihre Kinder ab, sagen ihren Kindern beim ins Bett legen wie sehr sie sich morgen in der Schule anstrengen sollten, blasen danach dem One-Night-Stand im Hotel einen und sacken dann völlig erschöpft ins leere Ehebett, weil der Ehemann/die Ehefrau schon wieder auf Geschäftsreise ist. Ist das die Realität? Ist das ein liebevolles harmonisches Leben? Die Zerissenheit ist zur Normalität geworden, es ist normal geworden die Dinge nur noch oberflächlich zu streifen und sich danach zu wundern wieso man nichts mehr als Leere empfindet.

Die Menschen die einen Job haben, egal ob sie gut oder schlecht verdienen, arbeiten Jahrzehnte tagtäglich stundenlang und nur die wenigsten sind damit wirklich glücklich. Denn sie dienen nicht ihrem Glück sondern dem Kapital. Deshalb kämpfen sie genau wie die Menschen die sich von diesem Unglück verabschiedet haben gegen jede Menge stupider Verhältnise und Ansichten an. Auch die Menschen die von Sozialhilfe, Betteleien usw. leben fühlen sich ähnlich wie die Arbeitnehmer unheimlich isoliert. Die Menschheit ist und war jahrtausendelang ängstlich und genau das spiegelt sich in den Vorstellungen und damit in den Lebenssituationen der heutigen Generationen wieder. Als ob der permanente „Jeder gegen Jeden“-Kampf irgendeine wesentliche Verbesserung für alle Menschen bringen würde, wird der Druck innerhalb dieses Kampfes immer größer je mehr Menschen sich daran beteiligen.

Ich bin es leid immer und immer wieder auf diese simple aber barbarische Situation hinzuweisen, ich habe es satt den ignoranten dekadenten Vorstellungen zu widersprechen. Offenbar ist es notwendig diese Welt ins Chaos zu stürzen, die Menschen in Milliarden von Litern Blut und Tränen zu ertränken, damit diese Menschen überhaupt irgendetwas verstehen was sie mit ihrer Idiotie anrichten! Vorallem werde ich richtig sauer wenn sogenannte „alternative Projekte“ egal ob von sogenannten „Anarchisten“ oder „Antifaschisten“ dieselben primitiven hierarchischen Strukturen innerhalb ihrer Vorstellungen etablieren. Ihr bekämpft rein gar nichts, nichtmal Eure Illusionen! Ihr wollt keine grundsätzlichen Lösungen die allen Menschen gut tut, sondern bloss etwas Abenteuer neben dem Drogenkonsum und dem Job. Ihr seid spießig und macht mich traurig.

Mich zieht es dermaßen herunter wie tagtäglich in dieser großen Stadt kaum etwas stattfindet was die Verhältnisse für alle Menschen grundsätzlich verbessert. Zwar sind einige Menschen unheimlich fleissig und wiederum einige davon machen sich sinnvolle Gedanken aber die große Mehrheit will gar nicht hinterfragen was mit ihnen passiert. Sie will gar nicht erkennen womit sie sich den ganzen Tag zerstört und vorallem warum sie sich und andere Gruppen zerstört. Es gibt für sie keinen dringenden Grund ihre Fettleibigkeit, ihren Alkoholismus, ihre Aggressionen, ihre Liebe zum Fußball, ihre Gehorsamkeit gegenüber Arbeitgeber, Staat und Gesellschaft zu hinterfragen, – denn offensichtlich sind sie glückliche Sklaven. Und sie scheißen mit großen Genuss auf jene Sklaven die noch weniger „haben“ als sie.

Obwohl soviel in dieser Stadt passiert, passiert eigentlich rein gar nichts. Stillstand findet permanent statt. Es gibt keine Alternative als sich der Leere zu ergeben, sich und andere zu verleugnen, das Leben als oberflächliches Spiel wahrzunehmen. Die Entfremdung trägt immer gestörtere Züge und keiner will damit offensichtlich aufhören, stattdessen scheint in den Köpfen so eine art Gedanken oder Gefühlsstarre stattzufinden, sie sehen ihren Lebensstil eben als den „bestmöglichen“ und damit hat sich das Überlegen auch erledigt. Die Masse folgt stumm voller Erfurcht den Handlungen der Politik und Wirtschaft statt aufzuwachen und sich selbst zu organisieren. Die Marktwirtschaft sorgt für glückliche Sklaven und die Demokratie sorgt dafür, dass die Sklaven glauben alles unter ihrer Kontrolle zu haben. Da braucht sich nun wirklich keiner wundern wenn bei einem derart hohen Grad der Verblendung Menschen ausrasten und amoklaufen.

Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung wie ich die Menschen erreichen kann. Vermutlich kann ich nur ganz wenig tun und sollte wie alle anderen einfach meinen (beruflichen) Beitrag zur Zerstörung aller Lebensgrundlagen beitragen, damit es möglichst bald eine echte Chance für grundsätzliche Veränderungen gibt. Oder aber ich werde gewalttätig und gehe wie die RAF vor um mit Bomben die Vorstellungen in den Köpfen zu sprengen, auch wenn das den Konservativen und ihrem Polizeistaat sehr gefallen würde, denn dann würden sie ja besonders „gebraucht“. Ich bin aber kein Gewalt- oder Straftäter, meine Natur war immer friedlich und auf verbale Kommunikation ausgelegt. Mein optimistisches Menschenbild jedoch wird von der Realität immer wieder erschüttert, vielleicht orientiere ich mich an den falschen Menschen. Vielleicht gibt es noch irgendwo in dieser Stadt tausende Menschen die ähnliches wie ich begriffen haben und mit denen man liebevoll leben kann.

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Scheiß auf diese Gesellschaft

Wieso beschäftigt sich die Gesellschaft, also die Menschen auf den Strassen, in den Clubs, Schulen, Unternehmen wo auch immer lieber mit den paar Opfern von irgendwelchen spektakulären „Terroranschlägen“ statt mit den tausenden Menschen die sich täglich umbringen oder die täglich vom System durch Hunger und fehlender Medizin usw. umgebracht werden?!

Wir sind die Gesellschaft, wir sind die Vertreter der westlichen Hemisphäre, wir sind Teil des Problems und solange wir nicht gegen diese Idiotie mit unserem Leben einstehen sind wir auch weiterhin Ursache für das weitere bestehen dieses alltäglichen Massenmords! Rafft es endlich! Lasst den fucking Fußball liegen, scheißt auf die One-Night-Stands mit irgendwelchen Ollen oder Kerlen aus billigen Saufclubs, kotzt auf Eure Arbeit, verbrennt Euer Geld lieber als diesen Wahnsinn länger mit Eurer Lethargie zu unterstützen!

Was geht in Euch bloss vor? Ich raffe es nicht. Während im Irak und hunderten anderen armen Ländern tausende Menschen für Rohstoffe, Machtcliquen und für uns ausgebeutet und ermordet werden feiern wir reichen Arschlöcher in Europa, Amerika usf. das Leben und uns selbst. Als ob wir irgendetwas besser machen würden als die Afrikaner, als ob wir irgendwie besser wären als die Leute in Indien oder Brasilien. Ja gut, wir können besser ausbeuten wunderbar! Wir sind die Wichser die jahrhundertelang Schwächere ausgebeutet haben, nicht nur über irgendwelche Kolonien oder über Kriege und Gesetze bezgl. Handelsrichtlinien sondern vorallem mit unseren Vorstellungen vom Leben und den anderen Menschen, mithilfe unseres kranken dekadenten Lebensstils.

Fragt Euch mal warum sich täglich tausende von Leute freiwillig zerstören! Fragt Euch mal warum täglich Millionen Menschen wie Soldaten zur Arbeit marschieren und auf ihre Zweifel, Gefühle, Sehnsüchte und Träume scheißen! Fragt Euch mal warum Millionen von Menschen in der Lage sind sich selbst zu verarschen und zu verleugnen! Hinterfragt die Werbung, hinterfragt die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, die Verhältnisse in all ihren Aspekten oder ihr werdet genauso wie diese Menschen enden oder ihr seid es unlängst.

Wieviel Aussagekraft hat die Gothic, Metal, Punk, Techno, Emo, HipHop-Szene wenn sie diese Aspekte nicht extrem hart und präzise an sich heranlässt und hinterfragt? Sie sind blosse Mode geworden, allesamt und viele wissen das auch, jammern über die Zerstörung der „Szene“ und verlassen enttäuscht das Feld. Stattdessen müssten sie umso stärker dagegen ankämpfen und selbstverständlich mit allen Mitteln dagegen protestieren! Aber sie haben selbst keine Ahnung was in der Welt vorgeht, genauso wenig wie die sogenannten „Normalen“ die „Bürgerlichen“ sie sind absurderweise genauso verlogen, verwirrt, orientierungslos und fertig und das macht ihnen höllische Angst, welche sie natürlich ständig versuchen zu verdrängen. Als ob man das Meer daran hindern könnte den Strand zu erreichen!

Jeder Mensch hat die Möglichkeiten in dieser modernen Gesellschaft alles zu hinterfragen, wir haben nahezu unendliche Quellen die mehr enthalten als in jedem anderen Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Und was machen wir draus? Wir fressen, saufen, rauchen, schlicht konsumieren soviel, wie andere zu wenig haben und werden dabei krank, depressiv und fett. Aber statt diese Realitäten zu hinterfragen und dann anzuklagen, zu bekämpfen wird so weitergemacht als gäbe es irgendeinen Zwang, als würde man uns mit Waffen dazu zwingen Fast Food herunterzuschlingen, als wären wir gezwungen jeden Trend, jede navie Nuance der menschlichen Irrungen und Wirrungen mitzumachen. Was ist das für eine Zeit? Was ist das für eine „Gemeinschaft“? Macht sie Euch nicht auch verrückt? Wie lange könnt ihr das noch verdrängen?

Irgendwann dreht ihr genauso durch wie die Amokläufer, ich höre Euch oft genug nach solchen Taten sprechen: „Endlich macht mal einer/eine was“, oder „Ich kann ihn/sie verstehen“ fast genauso wie bezgl. der RAF. Als ob diese Gewalt irgendetwas konstruktives hätte, aber ihr seid derart verzweifelt und damit geil auf Gewalt und Zerstörung, dass dies das einzige ist was Euch noch erreichen und berühren kann. Ihr seid derart entfremdet und in den Arsch gefickt, ihr rafft nur noch irgendetwas wenn man Euch ins Gesicht schlägt.

Ihr lasst Euch spalten, ablenken, verarschen und feiert Eure Idiotie, ihr arbeitet für riesige Arschlöcher im Sinne begrenzter primitiver Vorstellungen von der Welt und anderen Menschen. Ihr zerstört mit diesem Verhalten systematisch die Grundlage für eine bessere Welt. Ihr sorgt für die Steigerung der Armut und überhaupt für die Steigerung der Unrechtsverhältnisse. Was ist die Demokratie schon wert? Seit 60 Jahren wird gewählt und was haben wir davon? Wir haben Millionen Produkte von denen die Mehrheit moderner Schrott ist. Wir haben über 1600 Milliarden Euro Schulden. Wir haben seit 60 Jahren Parteien und Politiker die die Bürger nicht vertreten sondern auf sie eintreten. Was ist mit den Grundrechten? Wieso werden die Menschen in Zwangsarbeit gedrängt? Weil sie auf Unterdrückung und Schmerzen stehen? Stehen wir alle drauf im Unrecht zu leben und einer permanenten Vergewaltigung der Menschen durch die Menschen zu ertragen?!

Wie wäre es wenn ihr die Realität einfach mal so akzeptiert wie sie ist, statt sie zu verzehren? Wie wäre es wenn wir endlich einmal fair, ehrlich und entspannt die vorhandenen Probleme mit den Fähigkeiten und Resourcen die wir haben angehen? Ist das zuviel verlangt? Müssen wir auf so Details wie Nationalität und Geschichte wert legen, welche ohnehin in der Vergangenheit größtenteils aus eher zufällig oder von riesigen Arschlöchern ohne Einverständnis der Bevölkerung gemacht wurden?! Es ist eine Frage des Bewusstseins, was passieren wird! Leute macht Euch wach, wenn ihr schon diesen Text lest, befasst Euch mehr mit den Dingen die euch am meisten stören und ihr werdet über die Monate und Jahre hinweg daraus lernen. Wir sind lernfähige Wesen, nutzen wir unsere Fähigkeiten, machen wir uns daran sogenannte Utopien zu realisieren. Alles ist besser als die bisherigen Idotien. Es gibt keine andere Alternative als das Paradies.

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Freiheit hat einen Namen: Anarchie

FREIHEIT – das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat, Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und des Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet, zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Große Probleme unserer Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, (Aus-)Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung, Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Massenmord, sprechen eine beredte Sprache.

Die „Freiheit der Menschen“ ist nicht zu verwechseln mit „der Freiheit der Männer“, als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß Anarchist(Inn)en sich an vorderster Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren „Mann“ in der hierarchischen Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen wir leben, profitieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat. Viele Frauen ziehen jedoch auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und mißhandelt. Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Eine Reihe Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein, wenn (Alibi)Frauen vom Typ Thatcher, Merkel, Breuel, Ciller etc. die Plätze der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber, gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. „Privaten“ auf, sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN
NICHT DENKBAR, schon gar nicht „machbar“, (Herr Nachbar …) !

Anarchie heißt auch nicht „Freiheit der Erwachsenen“. Kinder sind in dieser Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Sklaverei, Vergewaltigung, Folter und Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei „Besitzrechte“ an ihnen. Es sind nicht unsere Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen, die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten (Um)Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen in Erwartung eines „besseren Jenseits“ regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien jeder Art „Religion“, mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr „weltlichen“ Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven den Körper, „Kirchen“ – wie immer sie sich auch nennen – den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der „Gottesstaaten“ die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft „von Gottes Gnaden“, , Inquisition, „heilige“ Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum (das unteilbare Selbst) mit dem revolutionären Bewußt-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die alltägliche DIREKTE AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen das „Unmögliche“. Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN,
SONDERN KEINE ! (Bert Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung von Minderheiten durch die etablierte (teils äußerst geringe) Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von „Demokratie“ und „Freiheit“ begangen worden wäre. Mensch denke nur an die „Vorzeigedemokratie“ USA. Sogar Hitlers NSDAP (nur ca. 30% WählerInnen 1933) ist von den (konservativen) Weimarer Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden !!!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst mißbrauchen. Ein ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, daß hierzulande und anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polster wird, auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst ?!

Noch etwas zum guten Schluß: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, daß du dich schon selber aufraffen mußt, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erstmal von dir selbst. Das ist ein guter Weg zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt.

(Quelle: http://www.a-laden.org/anarchie.htm)

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Alles Denken zerstört die Welt

Wenn ihr ehrlich sind verlagern wir unser Glück und unsere Freiheit ständig in die Zukunft.

Später wird alles besser oder es wird alles gut. Es gibt jede Menge Durchhalteparolen, Sprüche, weiche Formulierungen die uns durch den Alltag trösten. Eine erweiterte Form davon sind die Industrien die uns mit Konsumprodukten, mit Unterhaltungsformaten in vielseitiger Form begegnen.

Wir haben scheinbar ein hohes Interesse daran für unser Glück, für unsere Freiheit und unseren Erfolg zu kämpfen. Alles muss erkämpft werden. Liebe, Sicherheit, Vergnügen, Macht und Karriere. Dabei erkennen wir nicht wie wir uns selbst beschränken und ständig den nächsten Schritt in die Selbstzerstörung gehen. Wir spüren es deutlich an schweren Tagen, an denen wir wirklich sogenanntes Pech hatten, wenn Überstunden geschoben werden, die S-Bahn Verspätung hat, wenn eine kollektive Krise, wie die finanzkrise herrscht. Dadurch merken wir ein wenig, wie stark unsere Pläne eigentlich jeden Tag zwischen Scheitern und Funktionieren wanken.

Wenn wir uns mit Kunden ärgern, mit nicht funktionierenden IT-Systemen plagen, wenn wir zur Arbeit hetzen, unruhiger schlafen, die Familie vernachlässigen, wenn wir nie richtige Liebe gefunden haben, uns mit oberflächlicher Unterhaltung und schnellen Essen zufrieden geben, dann wissen wir in unserem tiefsten Herzen: Wir liegen mit unserer jetzigen Lebensweise vollkommen falsch. Wir ärgern uns, schimpfen und jammern. Diskutieren mit Kollegen und Freunden, wissen aber selten eine echte Lösung aus der verkorksten, harten und kalten Realität die wir Menschen uns über die Jahrhunderte Schritt für Schritt erarbeitet haben.

Der Ursprung dieser Situation ist das Denken. Es ist beschränkt und erkennt diese Tatsache nur sehr ungern. Es erdenkt sich Ideale, Vorstellungen die zur Freiheit und Gerechtigkeit führen sollen, obwohl die Realität immer wieder mit Chaos, Tyrannei und Unterdrückung, also dem genauen Gegenteil als Faktum und Ergebnis dieser Überlegungen antwortet.  Wir ersetzen gescheiterte Systeme durch neue Systeme und wundern uns das es wieder zu Ungerechtigkeit führt und wieder zur Plage wird. Das liegt an der Beschränkheit des Intellekts und Wissens. Es gibt keinen Menschen der alles weiss und alles in jeder seiner Handlungen bewusst einbeziehen und berücksichtigen kann. Doch genau das verlangen wir von uns selbst und allen anderen Menschen, wenn wir dem gesellschaftlichen Systemen folgen.

Jeder Erfolg braucht eine Steigerung, jedes Haus braucht eine Verbesserung, jede sexuelle Erfahrung eine neue, aufregende Erfahrung die alles vorherige toppen soll. Es ist ein ständiger Kampf um neuere, schnellere, schlicht bessere Dinge, Erfahrungen und Kenntnisse. Ein ständiger Wettlauf nicht nur im Wettbewerb gegen andere Menschen, sondern auch gegen sich selbst und für die eigenen Ideale und Ziele. Das dies alles nichts bedeutet und sich sofort auflösen würde, wenn man nur davon abliesse, scheint keinen der vielen Miliarden Menschen zu interessieren. Es scheint, als ob nur das Denken Freiheit und Glück dieser Erde bringen kann, obwohl es seit Jahrhunderten zum größten Teil zum Gegenteil geführt hat.

Denken ist trennend. Menschen trennen Menschen, aufgrund von vergleichen und denken. Es gilt zu verstehen was gedacht, beobachtet und erfahren wird. Es gilt Ruhe und Stille zu finden, ohne Druck und Geltungssucht. Das Leben was wir von der Vergangenheit mehr oder minder aufgedrängt bekommen haben, ist so nicht notwendig. Wir können es verändern, wir können wahre Freiheit und wahres Glück erleben. Dazu muss der Anfang bei uns selbst getan werden. Bei jedem einzelnen Menschen von uns. Dies kann nicht gelehrt werden, dies muss jeder Mensch selbst erfahren und lernen. Tut er es nicht, wird er Teil der Zerstörung und Verwirrung. Und er wird sich immer stärker mechanisieren und unglücklicher sein.

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