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Alles Denken zerstört die Welt

Wenn ihr ehrlich sind verlagern wir unser Glück und unsere Freiheit ständig in die Zukunft.

Später wird alles besser oder es wird alles gut. Es gibt jede Menge Durchhalteparolen, Sprüche, weiche Formulierungen die uns durch den Alltag trösten. Eine erweiterte Form davon sind die Industrien die uns mit Konsumprodukten, mit Unterhaltungsformaten in vielseitiger Form begegnen.

Wir haben scheinbar ein hohes Interesse daran für unser Glück, für unsere Freiheit und unseren Erfolg zu kämpfen. Alles muss erkämpft werden. Liebe, Sicherheit, Vergnügen, Macht und Karriere. Dabei erkennen wir nicht wie wir uns selbst beschränken und ständig den nächsten Schritt in die Selbstzerstörung gehen. Wir spüren es deutlich an schweren Tagen, an denen wir wirklich sogenanntes Pech hatten, wenn Überstunden geschoben werden, die S-Bahn Verspätung hat, wenn eine kollektive Krise, wie die finanzkrise herrscht. Dadurch merken wir ein wenig, wie stark unsere Pläne eigentlich jeden Tag zwischen Scheitern und Funktionieren wanken.

Wenn wir uns mit Kunden ärgern, mit nicht funktionierenden IT-Systemen plagen, wenn wir zur Arbeit hetzen, unruhiger schlafen, die Familie vernachlässigen, wenn wir nie richtige Liebe gefunden haben, uns mit oberflächlicher Unterhaltung und schnellen Essen zufrieden geben, dann wissen wir in unserem tiefsten Herzen: Wir liegen mit unserer jetzigen Lebensweise vollkommen falsch. Wir ärgern uns, schimpfen und jammern. Diskutieren mit Kollegen und Freunden, wissen aber selten eine echte Lösung aus der verkorksten, harten und kalten Realität die wir Menschen uns über die Jahrhunderte Schritt für Schritt erarbeitet haben.

Der Ursprung dieser Situation ist das Denken. Es ist beschränkt und erkennt diese Tatsache nur sehr ungern. Es erdenkt sich Ideale, Vorstellungen die zur Freiheit und Gerechtigkeit führen sollen, obwohl die Realität immer wieder mit Chaos, Tyrannei und Unterdrückung, also dem genauen Gegenteil als Faktum und Ergebnis dieser Überlegungen antwortet.  Wir ersetzen gescheiterte Systeme durch neue Systeme und wundern uns das es wieder zu Ungerechtigkeit führt und wieder zur Plage wird. Das liegt an der Beschränkheit des Intellekts und Wissens. Es gibt keinen Menschen der alles weiss und alles in jeder seiner Handlungen bewusst einbeziehen und berücksichtigen kann. Doch genau das verlangen wir von uns selbst und allen anderen Menschen, wenn wir dem gesellschaftlichen Systemen folgen.

Jeder Erfolg braucht eine Steigerung, jedes Haus braucht eine Verbesserung, jede sexuelle Erfahrung eine neue, aufregende Erfahrung die alles vorherige toppen soll. Es ist ein ständiger Kampf um neuere, schnellere, schlicht bessere Dinge, Erfahrungen und Kenntnisse. Ein ständiger Wettlauf nicht nur im Wettbewerb gegen andere Menschen, sondern auch gegen sich selbst und für die eigenen Ideale und Ziele. Das dies alles nichts bedeutet und sich sofort auflösen würde, wenn man nur davon abliesse, scheint keinen der vielen Miliarden Menschen zu interessieren. Es scheint, als ob nur das Denken Freiheit und Glück dieser Erde bringen kann, obwohl es seit Jahrhunderten zum größten Teil zum Gegenteil geführt hat.

Denken ist trennend. Menschen trennen Menschen, aufgrund von vergleichen und denken. Es gilt zu verstehen was gedacht, beobachtet und erfahren wird. Es gilt Ruhe und Stille zu finden, ohne Druck und Geltungssucht. Das Leben was wir von der Vergangenheit mehr oder minder aufgedrängt bekommen haben, ist so nicht notwendig. Wir können es verändern, wir können wahre Freiheit und wahres Glück erleben. Dazu muss der Anfang bei uns selbst getan werden. Bei jedem einzelnen Menschen von uns. Dies kann nicht gelehrt werden, dies muss jeder Mensch selbst erfahren und lernen. Tut er es nicht, wird er Teil der Zerstörung und Verwirrung. Und er wird sich immer stärker mechanisieren und unglücklicher sein.

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Arbeitertagebuch

Da es mir schwer fällt Arbeit in der jetzigen Gesellschaftsform zu lieben, und ich auch sonst kaum Menschen habe mit denen ich dieses Thema besprechen kann. Werde ich ein Arbeitertagebuch führen.

Denn ich denke, es kann mir helfen den Kopf freizukriegen und besser alle notwendigen Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen, die man von mir verlangt. Ich will mich mit diesem Tagebuch auch daran erinnern, wofür ich das mache. Denn ich arbeite nicht um mir schöne Sachen kaufen zu können oder noch reicher zu werden als ohnehin schon (Ich bin ein typischer durchschnittlicher Westeuropäer, kein Milionärssohn oder dergleichen).

Sondern um langsam meine Möglichkeiten zum Erwerb von mehr Weisheit, Wissen und Ruhe zu steigern und letztlich auch zu erfüllen. Das ist doppelt harte Arbeit und ich tue das weil ich an die Wahrheit und die Freiheit glaube.
Ich will mein Leben nutzen und nicht von Zwängen, Mustern oder anderen einschränkenden Verhaltensweisen belasten, fesseln und verkrüpeln.

Ich will also meine Gedanken hier absetzen und von meiner Gegenwart trennen. Denn ich brauche einen klaren Kopf um weiterzukommen und meine gesellschaftliche Lage zu verbessern.  Dabei will ich versuchen, keine Gefühle zu ignorieren, keinen Zwang zu produzieren, sondern wirklich Freiheit zu erleben und das große Ganze im Blick zu haben. Ich will versuchen nicht zu jammern und nicht zu optimistisch zu denken.

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