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Auf der Suche nach der revolutionären Zeit

Die Lohnarbeit ist Ohnmacht, weil der Lohnarbeiter nicht über ihren Inhalt bestimmen kann. Weder was gebaut wird noch wieviel gebaut wird, noch warum es gebaut wird. Oder wieso überhaupt irgendwas betrieben wird. Der letzte Grund ist genauso jenseits der klaren Entscheidung des Lohnarbeiters wie ihre Form. Und nie ist sicher, ob das produzierte Produkt überhaupt Absatz findet. Die Spekulation und Krise wohnt jeder Sekunde Lohnarbeit inne.

Und dann gesellt sich zur Ohnmacht noch der Betrug. Der Lohnarbeiter bekommt nur einen Anteil des von ihm erwirtschafteten Gesamtprofits. Es ist Betrug, dass er nicht den gesamten Anteil bekommt. Der Betrug verdoppelt sich, da dem Lohnarbeiter die Produkte, die er herstellt, nicht gehören und er sie auf dem Markt zurück kaufen muss. Er bezahlt also vielfach drauf, mit seiner Zeit, seinem viel zu geringen Anteil am Profit eines Produkts, welches er auch noch zurück kaufen muss.

Aber das ist nicht alles. Zur Ohnmacht und dem Betrug kommt auch noch der Selbstbetrug dazu. Es geht hier nicht einfach um Arbeitsfetischismus, sondern um den Staat. Der Staat legt per Gewaltmonopol fest, dass die Lohnarbeit so ist, wie sie ist: Ohnmacht, Betrug, Spekulation und Krise. Aber der Staat hängt wie der Konzern vom Lohnarbeiter ab. Wenn der Lohnarbeiter keine Profite erarbeitet, geht der Konzern und Staat zugrunde. Insofern bezahlt der Lohnarbeit den Staat dafür, dazu gezwungen zu werden, dass er betrogen wird und ohnmächtig bleibt.

Nun ist es aber so, dass das Problem sich nicht lösen lässt, wenn man den Staat erobert, denn das würde nichts am Inhalt des Staates ändern. Und das Problem des Parlamentarismus liegt darin begründet, dass ein Stellvertreter die eigene Meinung wohl kaum so gut darstellen kann, wie der originelle Meinungsvertreter. Und der Konzern agiert so wie eine Henne, deren Kopf man gerade abgeschlagen hat. Alles was dem zugrunde liegt, der Warenfetischismus, wäre nur zu lösen, wenn das Geldrätsel gelöst ist.

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Eingeordnet unter Gesellschaft, Nicht kategorisiert

Die Situation des Revolutionärs

Wenn die Revolution nur über die Überwindung der Berufe zu ermöglichen ist, dann wird dafür schon jemand gebraucht, der bereit ist, alles zu risikieren. Mal abgesehen von dem Problem, dass so ein Mensch kaum noch existiert: Aber wofür riskiert der Revolutionär sein Leben? Woher soll er wissen, dass das Opfer, sich für eine andere Welt zu interessieren, sich lohnt? Er investiert die Zeit, Energie und sein ganzes Leben in eine andere Welt, die womöglich nie kommen mag. Im Grunde riskiert er sein Leben. Er könnte seine Zeit und Energie auch in den Beruf stecken und schauen, was er konkret für sich kriegen kann, anstatt hochspekulativen Ideen und Kritiken anzuhängen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Gosse enden. Die globale Konkurrenz ist immer besser ausgebildet, zugleich gibt es immer weniger Innovationen, die neue Märkte schaffen. Die gesättigten Märkte lassen die Profitrate fallen und damit intensiviert sich der Wettbewerb um die verbleibenden Marktanteile. Zeit ist Geld. Wer hier nicht jeden Tag in sein profitables Berufsleben investiert, verliert Geld und damit Lebensqualität. Der Kritiker verliert also automatisch Geld und Lebensqualität, wenn er inkommensurable Kritik leistet, obwohl sie die wichtigste Arbeit überhaupt ist. Aber nur über das höchste Risiko, also die Ablehnung der kapitaltypischen Berufsinhalte, wäre die Chance eines besonders kritischen Bewusstseins auszuprägen und am wahrscheinlichsten. Weil aber so gut wie niemand auf der Welt seinen Beruf aufgibt, um mittelloser Berufsrevolutionär zu sein, schon allein weil der Genuss und die Lebensqualität darunter leidet, bleibt die Rechnung wie sie bei den meisten Individuen ist: Der Beruf, der sich der Kapitalakkumulation unterordnet, erhält die höchste zeitliche Priorität und wird mit dem größten Ausmaß an Energie und Intellekt bedacht. Das Ergebnis ist, dass die Subversion gegen den Kapitalismus schwindet. Die materiellen Ängste, die durchaus real sind, prägen den Verstand und die Möglichkeiten des Verstandes.

Nicht nur, dass der Revolutionär arm sein muss und arm bleiben wird, wenn er sich nicht vom durchschnittlichen Beruf korrumpieren lassen will: Die Komplexität der gesellschaftlichen und individuellen Realität ist derart ausgeprägt und im permanenten Wechsel, dass kein einziger Mensch mehr in der Lage ist, ihr vollständig beizukommen. Das heisst zwar nicht, dass man nicht ihre grundsätzlichen Bewegungsgesetze erkennen könnte. Aber um allein diese Bewegungsgesetze korrekt zu erfassen, bedarf es eines jahrelangen intensiven Studiums, welches einem Fulltimejob gleichkommt. Zugleich bewegt man sich innerhalb dieses Fulltimejobs der Erkenntnis in nahezu vollständiger Einsamkeit. Die Situation vor dem Buch ist allein. Und auch jene des Denkens und Kritisierens ist so, weil die Distanzierung notwendiges Moment ist. Das halten immer weniger aus. Ohne eine komplette Erfassung der gesellschaftlichen und individuellen Erscheinungs- und Wesensformen, der Waren- und Denkformen, unterbleibt die Erkenntnis dessen, was ist. Weiss man nicht, was ist, weiss man auch nicht, womit man es zutun hat und wie man es nachhaltig überwinden kann, ohne es noch schlimmer zu reproduzieren. Die Gefahr in politische Strategien zu verfallen und es sich damit zu leicht zu machen, um es anderen noch schwerer zu machen, obwohl man das vorgeblich nicht intendiert hatte, ist daher für jeden Revolutionär eine andauernde Gefahr.

Da die kapitalistische Komplexität hoch ist, und schwer zu denken ist, ihre Kritik häufig unbezahlt abläuft, diese Kritik gesellschaftlich kaum anerkannt ist, mangelt es an herausragenden Persönlichkeiten, die die Unmündigkeit der Komplexität auf den Punkt bringen. Die pointierte Darstellung ist aber notwendiges Kriterium für revolutionäre Bedingungen: Wer nicht verständlich machen kann, warum Menschen falsch leben, der wird nicht gehört. Den wenigsten Kritikern ist es möglich, der gesellschaftlichen Komplexität gerecht zu werden, die Kritik auf den Punkt zu bringen und auch noch sämtliche eigenen Rechnungen bezahlen zu können. Die allermeisten scheitern schon an letzterem und müssen in letzter Konsequenz ihre Invesition in die Reflexion weg von der Kritik und hin zu den affirmativen Denkoperationen der Lohnarbeit investieren. Der Preis ist hoch, das Kapital verschlingt die Kritiker tendenziell mehr als umgekehrt. Es mangelt den Kritikern der Verhältniss zudem maßgeblich an einem kollegialen Umgang. Die Atomisierung macht auch hier nicht vor dem Kritiker halt und sie setzt sich fort: Es gibt kaum etablierte Strukturen in denen Wissen ausgetauscht und diskutiert wird. Es ist im Alltag häufig einfach so, dass jedes kluge Buch per Zufall gefunden werden muss. Jahre vergehen mit unausgegorenen Ansichten, obwohl es unlängst uralte, aber stichhaltigere Argumente gibt, die aber nicht zur Kenntnis gelangen, weil sie niemand mehr kennt oder deren Wichtigkeit in Erinnerung ruft. Zugleich erreicht die Kritik häufig das immergleiche Publikum, welches schon im Vorfeld angeödet abwinkt, weil es jedes Argument bereits auswendig kennt. Zumal die wachsenden Optionen zur Zerstreuung über Unterhaltungsmedien dadurch noch attraktiver werden. All das verschlimmert sich sogar noch, wenn eine internationale Perspektive eingenommen wird.

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Wie könnte eine bessere Welt aussehen?

Es gibt nicht zu Unrecht eine Art Bilderverbot bzgl. des Kommunismus, weil eine Ausmalung einer Utopie bloss dazu führt, dass man sich nicht mit der Kritik der Verhältnisse abgibt und dabei davon absieht, warum bestimmte Bedürfnis- und Gesellschaftsstrukturen zu der desolaten Gesamtsituation beitragen, sie ermöglichen und fortsetzen.

Aber wie könnte Utopie aussehen, wenn man das mal ignoriert? Was wäre, wenn die halbe Welt im Generalstreik stünde und kurz davor steht, die kapitalistische Produktionsweise zu stoppen?  Die Streikenden müssten ziemlich schnell eine Produktionsweise etablieren, die auf Bedürfnissen und Gebrauchswerten beruht. In der alle Bedürfnisse, die niemanden (ungewollt) verletzen. Wenn man Lust auf einen Schokoriegel hat, dann  müsste in der kommenden Gesellschaft nicht Geld, Kapital, Staat, Wert, Tauschwert, verschiedene Fetschismen wie Arbeitsfetischismus daran maßgeblich beteiligt sein, wie dieser zustande kommt und zur Befriedigung des Konsumenten führt. Die Zeit, Arbeitsteilung und Qualifikation müsste genauso eine bedeutende Rolle spielen, wie die neue Operationalisierung der Verteilung und Produktion von Waren. Die Menschheit müsste zum ersten Mal bewusst ihre Gesellschaft gestalten: Dies setzt voraus, dass jeden Tag geprüft wird, ob man die Bedürfnisse genug befriedigt und die Gebrauchswerte genug Qualität und Quantität besitzen. Das wäre also so eine Art alternativer Prüfung der eigenen betrieblichen Tauglichkeit: Schmecken die Schokoriegel und bilden sie die gesamte Palette von Geschmäckern ab, die niemanden in einer Art und Weise schädigen, wie es gut für ihn oder sie ist.

Man müsste ebenso schauen wieviel Arbeitszeit braucht man in der neuen Gesellschaft und den neuen Bedingungen von Produktivität, die sich nicht mehr dem Konkurrenzkampf, Leistungsdruck unterwerfen, wie es unter dem Kapitalprinzip wäre, sondern unter dem Diktat der Bedürfnisse. Zugleich beruht die Befriedigung der Bedürfnisse und die Ausbildung der Gebrauchswerte nicht mehr auf Gewalt, sondern auf Vertrauen und Solidarität. Wir waren schon immer aufeinander angewiesen, haben das aber in den aller seltensten Fällen gelebt. In dieser neuen Epoche wäre genau das nun aber bewusst zu leben. Wir alle wollen ein Höchstmaß an Befriedigung erfahren, dazu brauchen wir Gebrauchswerte und dazu ist die schnellsmögliche Abwicklung der notwendigen Arbeitszeit zur Reproduktion der Reichtümer offensichtlich. Unser neuer und zentraler Ansporn die Arbeit zu erledigen ist demnach nicht Zwang, sondern Genuss. Produktivität geschieht nur noch unter dem Maßstab des Lustgewinns. Wir verzichten also nur noch dann auf Lust, Freizeit usw., um mehr Lust und Freizeit zu produzieren, z.B. wenn wir Schokoriegel zu produzieren, die wir hinterher genüsslich verzehren oder Maschinen produzieren, die wir hinterher zur Reduktion der generellen Arbeitszeit einsetzen können.  Damit also das Leben generell immer besser werden kann, müssen wir aktiv daraufhin arbeiten und die gesamte Ordnung der Gesellschaft darauf ausrichten. Oberste Priorität für die Gesellschaft hat der Schutz von Kindern, Frauen, Älteren und Erkrankten. Ressentiments müssen sensibel beachtet und sinnvoll mit psychotherapeutischen Mitteln geheilt werden. Die Entfernung der Notwendigkeit von Profitabilität öffnet den Raum für bislang ungeahnte Zuwendungen gegenüber allen benachteiligten Gruppen, weil die Reichtümer und Produktivkräfte auch dorthin fliessen, wohin sie Aufgrund der Profitgrenze nicht gelangen durften.

Der Kapitalismus bietet einige Erfahrungswerte, die uns in der neuen Zeit nützlich sein werden. Empirische Methoden bieten die Möglichkeit neue Vertriebsmöglichkeiten zu entwickeln. Ein zentraler Punkt ist nämlich die Frage, wie wir Milliarden Güter mit Milliarden Konsumenten möglichst schnell, hochwertig und nachhaltig zusammenbringen können. Denkbar wäre soetwas wie eine globale Webseite mit gewaltigen Datenbanken, die die Bedürfnisse der Leute aufnimmt und an die Produzenten weiterleitet, sodass am Ende eine schnelle Lieferung erfolgt. Heute kennen wir das als Amazon.com nur eben mit den falschen Produktionsverhältnissen mit Gewalt, Zwang und Ausbeutung. Die Verbindungslinien der Datenbank könnten also global und lokal gleichermaßen dicht gesponnen sein, sodass nie eine Versorgungslücke entsteht, Planbarkeit für Produzenten und Konsumenten zu jeder Zeit existiert. Die neuen Geldscheine müssten Zahlen enthalten, die z.B. für den Zeitaufwand oder eine gewisse Kategorie von Zeitaufwänden sprechen. Jeder Mensch ist Anteilseigner an den Reichtümern der Welt. D.h. Ein Mensch erhält mit wachsendem Alter per se immer mehr Anteile am gesellschaftlichen Reichtum, weil wir generell davon ausgehen, dass er eine Bereicherung darstellt, sodass immer ein Minimum an Anteil vom Reichtum der Gesellschaft vorhanden ist, egal ob er nun arbeitet oder nicht.  Hungertod, Tod durch verdursten oder fehlender Medikamente ist damit abgeschafft. Für bestimmte notwendige Arbeiten, die z.B. keinen hohen Qualfifizierungsgrad erforden, wäre es denkbar, eine Art Lotterie einzuführen, sodass diese nach dem Zufallsprinzip bei täglichen oder wöchentlichen Wechsel vollzogen wird. Unangenehme Arbeiten könnten davon betroffen sein, die noch nicht von Maschinen geleistet werden können.

Das Prinzip der neuen Zeit sollte für jedes Kind verständlich sein. Wenn jemand etwas will, dann kriegt er es. Und er kriegt es deshalb, weil wir generell alles produzieren, was gewollt wird, solange es Umwelt, Tiere oder Menschen nicht schädigt. Assoziativ, netzwerkartig organisiert sich angesichts der angemeldeten Bedürfnisse eine neue Gesellschaft und Rationalität aus. Sowohl Grundbedürfnisse als auch Spezialbedürfnisse werden sowohl aufgrund ihrer Notwendigkeit als auch aufgrund ihres Lustgewinns Geltung erhalten. Dies ist das Geschenk der Produktivitätskraft, die Millionen von Menschen über Generationen hinweg hervorgebracht haben. Ihnen verdanken wir die Gelegenheit zur Realisierung des Pardieses. Ohne gelebte Empathie wird dieses System nicht möglich sein und es stellt sich die Frage, wie mit Mängeln, Gewalt und dergleichen umgegangen werden kann. Die Räte, die sowohl in Produktionsstätten, Gemeinden usw. existieren, müssten einerseits jederzeit abwählbar sein und andererseits eine Kontrollfunktion darstellen. Sie müssen sicherstellen, dass die Macht auf alle Individuen geteilt wird, sodass alle Individuen die Verantwortung übernehmen können, die ihnen von Geburt an zuteil wurde. Jeder Mensch hat sein Leben ganz zu leben. Kein Mensch darf über den anderen stehen. Es kann nur eine kurzfristige Autorität geben, die z.B. aufgrund von Qualifikation über dem anderen steht und in bestimmter Funktion eine Weisungsbefugnis hat. Ein Kind kann in der Regel nicht darüber befinden wie der Bau eines Wasserkraftwerkes modernisiert werden kann. Die Räte müssten sich also permanent selbst reflektieren, so wie die Menschen auch, sie müssten permanent überprüfen, ob der Aufbau und die Realität dem Wunsch entspricht, dass alle frei sind.  Die Menschen, die arbeiten, müssen die Gewissheit haben, die auch der Realität entspricht, dass sie andere Menschen mit ihrer Arbeit befriedigen und das diese Menschen ihrerseits wiederum daran arbeiten, sie zu befriedigen. Das klingt nach einer Orgie und so soll es auch sein. Natürlich hat jeder die Gelegenheit frei zu wählen, wo, wann, wie, was geschieht.

Es kommt darauf an den Gebrauchswerten und Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Zeitaufwand zur Herstellung bestimmter Produkte dürfte eines der wichtigsten Kriterien werden, um die Gesellschaft sinnvoll zu strukturieren. Die Wachsamkeit der konkreten Produzenten wird dafür sorgen, dass die notwendige Arbeit verrichtet wird, damit die Gesellschaft sich derart reproduzieren kann, dass ihr Reichtum an Bedürfnisbefriedigung nicht geringer wird. Das Diktat der notwendigen Arbeit ist der wirkliche Ernst des Lebens vor dem wir uns alle beugen müssen. Das wäre sozusagen etwas für die neuen Schulen, sie sollen lehren, was logisch ist: Wir müssen bestimmte Strukturen aufbauen und pflegen, damit wir geniessen können. Die gute Nachricht ist, dass der Ernst des Lebens sehr viel geringer gehalten werden kann, wie gegenwärtig, denn die Produktion orientiert sich an uns und nicht an einem unersättlichen blinden Prinzip, an dem nur eine Minderheit profitiert. Die Bindungskraft an der neuen Produktionsweise wird von Generation zu Generation stärker sein und das noch Frische, Unvertraute zur Normalität machen. D.h. für uns wird es am schwierigsten die neue Zeit zu etablieren, weil wir die Verwerfungen der alten in uns tragen, und so stellen wir entsprechende Ruinen der Vergangenheit dar, die bald von den neuen Generationen mit saftigen Grün überwuchert werden. Möge unser grässliches Zeitalter in diesem neuen Licht in Vergessenheit geraten und sich nie wieder wiederholen.

Ergänzung – 10.07.16: Die Verdinglichung muss für die Menschen arbeiten. Es müssen Verwertungsschlüssel gefunden werden, die Zweckrationalität und materialistische Rationalität als Nervenpunkte inne haben. Dem gegenwärtigen kaufmännischen Minimal-Maximal-Prinzip müsste anstelle der reinen Zweckrationalität nach Profitmaximierung eine Neudefinition erfolgen, und zwar, dass das Handeln und Streben ausschliesslich zur Bedürfnisproduktion eingesetzt wird. D.h. Es wird nach dem minimalsten Aufwand in der Produktionssphäre gesucht, um maximal den eigenen Bedürfnissen bzw. der Befriedigung der Bedürfnisse nachgehen zu können. Um die Bedürfnisse also stärker befriedigen zu können, muss die Gesellschaft von einer Rationalität durchzogen werden, die diesen Zweck assoziativ unterstützt, fordert und belohnt. Die Menschen müssten über die operative Reproduktionsarbeit zwischen erster und zweiter Natur darauf hinarbeiten, dass sie immer weniger arbeiten müssen, um mehr Reichtum zu geniessen. Entscheidend ist der Verteilungsschlüssel. Er muss den Anteil eines Individuums an der Produktion enthalten, die aktuelle Produktivkraft der Gattung und die gegenwärtigen Bedürfnisse der Individuen transparent kommunizieren und operationalisieren.

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Eingeordnet unter Aktivismus

Zum Tode von Sascha Lewandowski

Heute geht die Meldung herum, dass ein äußerst talentierter und leidenschaftlicher Mensch vermutlich im Zusammenhang mit einer Burn-Out-Erkrankung verstorben ist. An dieser Stelle mein aufrichtiges Beileid an die Verbliebenen. Ich will dieses dramatische Ende eines Menschenlebens nutzen, um erneut auf die enormen Probleme unserer Gesellschaft hinzuweisen: Jeden Tag sterben viel zu viele Menschen an diesem verdammten Burnout-Syndrom, welches nicht selten mit depressiven Schüben einher geht. Immer noch wäre es dringend erforderlich mehr Therapie- und Auffangsangebote ggf. in anonymisierter Form anzubieten. Man wartet Monate auf einen vernünftigen Therapieplatz und wird oft mit einigen Tabletten ruhig gestellt, was natürlich überhaupt keine tiefgreifende Hilfe sein kann. Zugleich gibt es viel zu wenig Förderungen eine psychoanalytische Ausbildung zu absolvieren, die oft sehr lange dauert und kostenintensiv ist.

Da das kapitalistische Produktionsverhältnis die Individuen permanent überfordert sind psychische und physische Erkrankungen vorprogrammiert. Seit über 15 Jahren stehe ich im Berufsleben und ich kann sagen, dass ich nicht einen einzigen Arbeitstag genossen habe und das obwohl ich mich reichlich bemüht habe, was diverse Branchenwechsel und Weiterbildungsmaßnahmen bezeugen. Lohnarbeit ist aus meiner Sicht strukturell falsch: Einerseits wird immer mehr Leistung verlangt, andererseits immer schlechter bezahlt und zugleich profitieren lediglich die Eigentümer von Arbeitsplätzen, weil sie den höheren Profit einstreichen und uns Angestellte mit einem geringen Anteil abspeisen, von dem wir auch noch die Produkte kaufen müssen, die wir selbst produziert haben. Und solange man an dieses Problem nicht rangeht werden wir alle wohl noch länger leiden müssen, was Erkrankungen permanent provoziert.

Wenn man in der permanenten Ausweglosigkeit steckt seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen, dann fällt unter diesem Zwang alles andere. Alles wird unter der Maßgabe der Einträglichkeit bewertet und entscheidet sich daran. Die Reduktion des gesamten Lebens auf diesen Aspekt ist entscheidend in unserer Zeit. Dieser Umstand wird großzügig verharmlost, vergessen, relativiert, ignoriert oder sogar bejubelt. Dabei schränkt es die eigenen Lebensmöglichkeiten ein. Dinge können nicht mehr für sich selbst existieren, sie müssen nützlich und verwertbar sein. Sie müssen klar und deutlich kategorisierbar und vergleichbar sein. Permanent hängt eine Art oberster Gerichtshof über allem was getan und gedacht wird. Sich dem zu entziehen ist unmöglich geworden, wenn man nicht gerade eine enorme Erbschaft erhalten hat. Dass das Leben einen Selbstwert darstellt, obwohl es uns oft nicht so erscheint und wahrscheinlich völlig sinnlos ist, macht den Widerstand gegen eine Totalität notwendig, die stets betont, das Leben werde erst durch Leistung- und Konkurrenzkampf veredelt oder lebenswert. Und hier liegt direkt die Problematik der Machbarkeit oder Denkbarkeit dieses Widerstandes, wenn die ganze Sozialisation im Falschen stattgefunden hat. Das treibt einem die Verzweiflung ganz automatisch in den Alltag. Es ist kein außerhalb oder anderes denkbar und zugleich sollen Rechnungen bezahlt werden. Die scheiternde Überforderung wird zur eigenen Identität, was zumindest den Vorteil hat nicht arrogant zu werden, aber den gewaltigen Nachteil quasi eine Personifizierung des Falschen zu sein, was uns alles kaputt macht.

Aus meiner Sicht müssten wir alle streiken nicht nur aus Solidarität mit Sascha Lewandowski, der nun offenbar an einem Burn-Out-Syndrom verstorben ist, sondern auch um unserer Selbst willen. Es kann nicht sein, dass die Priorität in dieser Ökonomie, zu der der Profifußball mit seinen Millionengehältern und -forderungen nunmal zählt, der Mensch nicht im Vordergrund steht, sondern bloss Leistung und Profitabilität. Ich hoffe Manuel Neuer und Co. würden sich diesem Streik anschliessen, mit ihren Vermögen die Streikkasse erweitern, auch wenn in Deutschland alle arbeitsgeil sind und die Gewerkschaften sich völlig einer idiotischen Produktionsweise ergeben haben. Nur möglichst großangelegte Streiks können den verdeckten Konflikt der Struktur von Lohnarbeitn nach außen kehren, Öffentlichkeit schaffen, Debatten anregen und hoffentlich dann auch zu einem Wandel führen. Ohne eine offene Problematisierung der Thematik werden weitere Generationen für ein Prinzip verheizt, welches Menschen vernichtet.

Update 11.06.16: Offenbar ist der Hintergrund nicht ausschliesslich eine Burn-Out-Erkrankung.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Das Elend der Lohnarbeit

Mal abgesehen davon, dass die Inserate gespickt sind mit Ungenauigkeiten wie die fehlende Angabe darüber, ob der ausgeschriebene Lohn nun in Netto oder Brutto gezahlt wird, gibt es eine breitgestreute Frechheit, die sämtlichen Unternehmen zueigen ist: Sie zahlen nämlich immer zu wenig und sie betrügen einen immer um Nerven, Zeit und Lebenskraft. Eigentlich wäre jeden Tag das Anzünden von Reifen auf Barrikaden in allen Straßen ein völlig angebrachter Vorgang. Aber da global offensichtlich lieber geschuftet wird als die Füße hochzulegen, ist man dazu erniedrigt und verdonnert irgendwelche absurden Heucheleien in einem Bewerbungsschreiben und später folgenden Bewerbungsgesprächen auszubreiten, um sich als Werkzeug verdingen zu dürfen und dadurch als Individuum komplett abzuschaffen.

Wie kann etwas gut sein, was falsch ist? Jeder sieht, dass in Deutschland die Löhne seit über 10 Jahren stagnieren. Über 13 Millionen Menschen leben mittlerweile in relativer Armut und können ihren Kindern keine regelmäßige warme Mahlzeit bieten. Zugleich wuchsen die Unternehmensgewinne. Es gibt Steuererleichterungen für Reiche, während die Unterstützung für Arme und Arbeiter Monat für Monat zusammengestrichen und mit Hürden versehen wird. Gewerkschaften haben seit Jahrzehnten damit aufgehört die Lohnarbeit zu bekämpfen oder wenigstens einen akzeptablen Lohn zu erstreiten. Die ganze Nation hat sich dem Diktat der Profitmaximierung ergeben. Alle sind lebendige Tote.  Da steht man nun als depperter vereinzelter Einzelner und muss die Suppe auslöffeln. Natürlich ist auch das ekelhaft, aber man kann dieses Ekel wiedermal nur an alle und keinen richten, was ziemliche Ratlosigkeit hinsichtlich der Aktionsmöglichkeiten zum Ergebnis hat.

Ich bin seit Jahren enttäuscht diesem stummen Zwang der Verhältnisse nachkommen zu müssen. Es ist aber nicht nur Enttäuschung, es ist völlige Fassungslosigkeit. Im Grunde müsste jedem Arbeitsinserat eine Unterlassungsforderung folgen. Wenn die Angestellten die Waren und Profite produzieren, aber nur der Eigentümer der Arbeitsplätze davon profitiert indem er den Produzenten der Reichtümer einen geringeren Anteil abgibt und ihnen zugleich hinterher die selbstproduzierten Waren auch noch verkauft, dann ist das Betrug. Und der Staat hat all das mit Gesetzen auch noch legalisiert. Also ist auch er ein Betrüger. Sämtliche Regierungen, die diese Gesetze absegnen sind es ebenso Betrüger. Und Leute, die diese Regierungsparteien wählen, können sich ohne Weiteres als Selbstbetrüger bezeichnen, die unbegriffen ihr eigenes Grab schaufeln und dabei sogar noch wütend werden, wenn ein anderer dazu springt und mitgräbt. All das kommt mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit daher, dass einem die Worte fehlen sie zu kritsieren.

Es löst Existenzängste, Angstzustände aber auch Erschöpfung aus, wenn klar ist, dass die Konstitution der Gesellschaft, die sich maßgeblich über die falsche, dumme, gewalttätige Lohnarbeit reproduziert, so gewaltig und total ist, dass sie alle Möglichkeiten hat einen auszugrenzen und auszulöschen. Dies wissen sicher viele Menschen, dass sie jederzeit herausgeworfen und zerstört werden können, wenn sie einen Fehler machen. Wenn die Anspassungsleistung nicht glaubwürdig genug dargestellt werden kann ist die Bedrohung nicht einfach nur vorgestellt, sondern ganz schnell real und der soziale Abstieg ist sicher. Daher dann auch diese absurden Trainingseinheiten sämtlicher Arbeitsagenturen Bewerbungen „richtig“ zu schreiben, so als ob das irgendeine Garantie davor ist, jemals vom profitgesteuerten Kapital überflüssig gemacht zu werden. Niemand ist sicher. All das wird verleugnet, wenn von einem „familiären Team“, einem „tollen Betriebsklima“ gefasselt wird. Es hat sich längst eine ganze Industrie ausgebildet, die den Wahnsinn in Kitsch verwandelt und damit rationalisiert.

Und dann rechnet man sich aus wieviel der Bruttolohn denn bringen wird: Nichtmal die Hälfte der Miete. Aber gearbeitet werden soll für 4 Leute. Natürlich! Fünf Sprachen, alle Ausbildungen, die man womöglich sogar noch selbst zahlen musste, jede Flexibilität rund um die Uhr, mit Begeisterung und Leidenschaft. Was denn noch? In den Stellenanzeigen zeigt sich schon welcher Irrsinn einem Tag täglich um die Ohren geschleudert werden soll, welche Abgründe zum eigenen Schicksal werden sollen. Sie drücken aus, dass man schnellstmöglich wie ein Sklave für blinde Götter Pyramiden in einer staubigen Wüste voller Peitschenhiebe errichten soll. Widerspruch ist zwecklos, darauf gibt es nur noch mehr Schmerzen, Dummheit und Ignoranz. Genialerweise wird die Selbsterniedrigung des Menschen dadurch potenziert, wenn er sich ergeben hat und Bewerbungen schreibt, wenn er „Ja“ zu den Peitschenhieben, dem Staub, Dreck, der Undankbarkeit, den Betrug und Wahnsinn gesagt hat, weil er selbst wahnsinnig genug gemacht wurde: Denn die ganzen Bewerbungsschreiben, die man mit allerlei idiotischen Mantras der BWL befült hat, werden von den Konzernen gern ignoriert, wenn er kein brancheneigener Superman der Leistungs- und Konkurrenzunkultur ist. Genau so fühlt sich ein Bettler, der auf der Straße beim Betteln ignoriert wird. Sein Elend ist den anderen Auftrag, ihn weiter ausgrenzen, auf das er endgültig verschwindet und niemanden von den braven Werktätigen mit seiner gefährlichen, ineffizienten Unrentabilität herunterzieht oder aufhält.

Dass es hiergegen nicht einen einzigen gibt, der aufsteht und sich nicht einfach nur konformistisch dagegen auflehnt, um Schlimmeres zu etablieren, verwüstet jeden Rest an Hoffnung, dass es einmal anders sein könnte. Und das ist die totale Vernichtung von Leben, die die Insignien unseres Zeitalter trägt. Wenn einfach so jeden Tag über 50 000 Menschen verhungern müssen, obwohl zugleich jeden Tag Millionen Tonnen frischer Lebensmittel weggeworfen werden, dann ist das eine klare Ansage an uns alle, dass wir alle uns nur einbilden zu leben. Denn momentan leben wir nur unter der Gnade des Kapitals, der Lohnarbeit und des Staates und zwar solange wie wir arbeiten und Profit abwerfen, und auch das ist schon nicht gut genug, weil wir angesichts unserer menschlichen Mängel zu langsam und ineffizient arbeiten, weswegen ständig vom lebenslangen Lernen, was nicht umsonst wie „lebenslänglich im Knast“ anklingt, gesprochen wird. Ganz offensichtlich ist Angst und Panik das wesentliche Merkmal sämtlicher Charaktere auf der Welt. Es ist nicht genug Liebe da und niemand weiss, wie die jemals in diese Welt kommen soll, also wird wild um sich geschlagen und nach Mitteln gesucht, die die prekäre Identität stabilisiert, was im Falschen ja bloss das Schlechte sein kann: Nation, Arbeit oder Patriarchat.

Die Lohnarbeit ist also inhaltlich falsch, betrügerisch, verletzend, verdummend und in vielen Teilen der Welt auch tödlich. Zugleich erscheint es wahnsinnig, dass man sich stundenlang pro Tag auf eine einzige Tätigkeit fixieren soll, die zugleich einen als Person gar nicht sichert oder schätzt, weil jederzeit die Entlassung droht, weil das Kapital die Autorität der Struktur darstellt. Dadurch, dass man gezwungen ist Rechnungen zu bezahlen, weil man sonst im Knast landet, ordnet man sich also einem Prinzip unter, welches einen auf lange Frist nur zerstören kann. Wenn man Glück hat, hat man gerade mal eine handvoll Stunden pro Woche für sich. D.h. man lebt den Großteil seines Lebens nicht für sich und die, die man liebt oder für das, was man liebt, sondern für ein blindes Prinzip, dass sich Kapitalverwertung schimpft, was aber nur existiert, weil man es akzeptiert, weil es alle akzeptieren. Darin wohnt ein Irrsinn, der sich wirklich milliardenfach in Sekundenbruchteilen überschlägt, dass es einem erneut die Sprache verschlägt. In der Ökonomie ist all das kein Thema. Wer VWL-Vorlesungen besucht, der stellt dieselbe Selbstverständlichkeit fest mit der die täglichen Hungertoten beschlossen werden, wie sie in den Stelleninseraten der Firmen oder im Berufsalltag der Leute stattfindet. Normal ist was Elend schafft. Man liebt und ist dieses Elend, reproduziert es und ist nur gelegentlich mal erschrocken, wenn der eigene gelebte Opportunismus für einen offenbar doch nicht ganz reicht. Aber dann sind eben die anderen Schuld und niemand sonst.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch, Emotionales, Gesellschaft

Nieder mit der Lohnarbeit

Wenn es einen Anfang für die Zerstörung der Menschheit gibt, mit der sie aktuell hadert, dann ist es jener in der Produktionssphäre, wenn die Individualität, die in die Arbeitsprodukte mit einzigartigen Fertigkeiten einfliesst, gesteckt wird. Das Katastrophale wohnt in der abstrakten Arbeit. Jeder gegenwärtige Lohnarbeiter wird gebrochen, entleert, implementiert zugunsten eines irrationalen Zwecks, den er selbst blind und affektiv vorantreibt. Da abstrakte Arbeit ein gesellschaftliches Verhältnis darstellt, welches den Charakter der einzelnen Lohnarbeit über die Produktivität also den zeitlichen Aufwand pro Produkt setzt, wird Arbeitszeit gegen Arbeitszeit der einzelnen Lohnarbeiter gesetzt und damit nicht nur von deren individueller Einzigartigkeit abgesehen, sondern auch ihre ganze Wertigkeit über die Intensivierung oder Rationalisierung der Lebenszeit definiert. Setzt sich dieser Prozess fort, der sozusagen ein fortlaufender Anfang ist, der von den Menschen selbst gesetzt wird, verunmöglicht sich damit die Ausbildung von Individualität, denn das Abhängigkeitsverhältnis, die Verdinglichung, die Ohnmacht und Totalität wächst und ist bereits ungeheuerlich gewachsen. Die Undurchschaubarkeit der gesellschaftlichen Prozesse hat sich in einem abstrakten Verblendungszusammenhang dynamisiert und dynamisiert sich dank der verdinglichten Arbeitsformen weiter, was die Möglichkeit zur Befreiung von diesem Zustand weiter untergräbt, da alle Gedanken und Aktivitäten auf der zweckrationalen Selbsterhaltung innerhalb dieses Prinzips verfolgt werden und werden müssen, da sonst kein Überleben gesichert werden kann oder wahrscheinlich scheint. Freilich ist dieser Prozess unmöglich ohne Staat, Nation, Kapital, Recht und Gesetz möglich.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Emotionen statt Reflektionen – „Hunger!“ mit Claus Kleber

Das Fernsehen ist etwas fürs Volk, sagte einmal Felix Bartels. Und Claus Kleber spricht als Nachrichtenvorleser der Nation für das Volk. „Claus Kleber und Co-Autorin Angela Andersen interessieren sich bei ihrer Bestandsaufnahme vor Ort weniger für die Mächtigen und Regierenden, mit denen Kleber sonst als News-Anchorman des ZDF zu tun hat. Hier geht er vor allem zu den Menschen, die von Hunger und Durst betroffen sind und tapfer für eine bessere Zukunft kämpfen.

Das Internet funktioniert ähnlich wie das Fernsehen – nämlich über Emotionen. (Claus Kleber). Der ZDF-Anchorman geiselt das raffende Kapital, schreibt mit „Not“ und „Verzweiflung“ gegenüber dem „Unfassbarem“ eine flammende Hommage zugunsten des schaffenden Kapitals. „Hunger, lerne ich, hat viele Gesichter. Hier sind es die Fratzen von Profitgier und Inkompetenz.“ Er glaubt, dass wir zu viel Fleisch konsumieren („Chinas Rinderwahnsinn„) und daher Menschen verhungern. „Wenn sich jemand bescheiden muss, dann alle. Auch Egoismus ist ein Gesicht des Hungers.“ Antworten „sucht die zweiteilige Dokumentation weniger in Zahlen und wissenschaftlichen Analysen als in einer sehr persönlichen Betrachtung mit einer optimistischen Vision.“ Eine Vision, die dümmer kaum sein könnte: „Urban Gardening„, ein „Löffel Zuckerwasser„, „riesige Kugeln im Ozean“ und „faire Investitionen“ sollen als kleine „Puzzelstücke“ die Rettung sein. Kein schlechtes Ergebnis für eine Weltreise und ein Jahr „Planung, Überlegung und Fokussierung“ oder? Und überhaupt: „Um es gleich zu sagen: Das wird kein restlos objektiver Bericht.“ Na dann kann die geistlose, ressentimentbeladene Hetze ja losgehen!

Eigentlich ist alles super in der Marktwirtschaft. Maitland in Australien: „Das wir eigentlich genug für alle ernten, verdanken wir auch Kerlen,“ und „Kerlen“ wird hier mit einer extra Portion Pathos ausgesprochen; „Kerlen wie Ben. Er macht aus einem großen Stück Halbwüste in Südaustralien Brot für die Welt.“ Quasi wie Jesus, schöpft er aus der Todeszone Wüste („an den Grenzen des möglichen„) Leben. Ben: „Wir verwandeln Regen in Getreide.“ Transsubstantiation im ZDF! Ich habe es kapiert Kleber, der Arbeiter ist ein Heiliger! Aber dann das: „Silotürme und Verladeanlage haben Farmer gebaut. Jetzt kauft ein Großkonzern das Ganze auf.“ Der heilige Arbeiter wird vom internationalen Kapital überfallen. Schrecklich! Unerhört! Völker dieser Welt stürmt zu den Waffen!

Tapfer wirft sich der Volkstribun Kleber uneigennützig in den Dreck der Welt, um uns die ganze grauenvolle Wahrheit zu präsentieren: Tüchtige Produzenten, die im Schweiße ihres Angesichts schaffendes Kapital hervorbringen, aber „Rädchen im Getriebe der Großkonzerne“ sind, stehen seiner Ansicht nach im Kampf gegen eine „Weltmacht“ voller „Megakonzerne“, die „ihre Risiken streuen“, „Investmentfonds“, die „mit Milliarden pokern“ und „Geldstörmen“, die „30 mal so mächtig wie der Wert aller Ernten zusammen“ sind. Dies wäre nicht nur in Australien so, sondern auch in Afrika: „Der Großinvestor hat keine Hoffnung gebracht, er hat sie genommen.“ Gleiches gilt für Indien: „Einflussreiche Fabrikanten sichern sich dort ein Stück vom Profit hier. Auf der Strecke bleiben die, um die es eigentlich gehen soll.

Fragen über Fragen:

Generell stellt Kleber Fragen ohne sie je zu beantworten: „Was haben wir falsch gemacht?“ Oder: „Warum kommen so viele Lebensmittel nie bei den Hungernden an?“ Oder: „Wie kann es immer noch sein, das Menschen an Hunger sterben?“ Oder: „Wir produzieren mehr als genug Nahrung für alle. Warum leiden dann immer noch hunderte Millionen an Hunger?“ Oder kombiniert mit eigenen Ressentiments: „Wie können wir dem Land und den Ozeanen noch mehr abgewinnen, ohne die Böden auszulaugen und Fischbestände zu zerstören? Dürfen Nahrung und Trinkwasser weiterhin als Spekulationsobjekte an Börsen missbraucht oder als Machtinstrumente eingesetzt werden?“ Und: „Wie können trotz der weltweiten Bevölkerungsexplosion alle Menschen satt werden?

Guter Weizen verrottet. Liegen geblieben in Spekulationsgeschäften bei denen die Rechnung nicht aufging.“ Kleber fragt in eine Runde indischer Bauern: „Also nochmal die Frage, die mich hergeführt hat: Da ist soviel Reis hier, warum gibt es in Indien immer noch Hunger?“ Ein indischer Bauer antwortet: „Schlechtes Management der Regierung.“ Kleber: „Die Regierung ist schuld, huh!?“ Ein zweiter indischer Bauer schaltet sich ein: „Ja, Korruption. Die haben unser ganzes Geld auf schweizer Bankkonten versteckt.“ Kleber fragt den ersten indischen Bauer wieder: „Stimmt das was er sagt?“ Dieser reagiert zustimmend: „Er hat völlig Recht! Das sind alles Schurken. Krokodile, die das Land ausbeuten und das Volk bluten lassen.“ Unter emotionalisierenden Beats wird das unkommentiert einfach so stehen gelassen, als ob es sich dabei um eine treffende Analyse gehandelt hätte.

Über Respekt

Von seiner Anmutung her ist es ein großer, wenn Sie so wollen, opulenter Film. Mit Respekt vor den Menschen, denen wir begegnen“ (Claus Kleber im Interview). Die jungen Männer in dem afrikanischen Dorf fragen Claus Kleber, ob sie nicht nach Deutschland kommen dürfen und er „schafft es nicht„, lässig an einem Baum gelehnt, „ihnen ehrlich zu sagen„, „dass aus ihrem Traum nichts wird„. Macht nix Claus, Frontex wird es ihnen schon in Deinem Sinne zeitnah begreiflich machen.

Salamatus Land ist Beute geworden, eines globalen Trends. Reiche Staaten und Firmen pachten bestes Land der Dritten Welt. Kolonialismus 2.0. Nicht mit Soldaten. Mit großen Geld.“ Salamatu erzählt dann ganz im Widerspruch dazu, dass sie eben doch unter Waffengewalt von Soldaten, Polizisten und schliesslich ihrem Häuptling, der die Regierung hinter sich hatte, ihr Land völlig unter Wert verkauft hat.

Sie [die Bevölkerung in dem afrikanischen Dorf] glauben wohl, dass dieser Film den Konzern zu einem besseren Deal zwingen wird.“ Was für ein Irrtum, es geht hier in der „persönlichen Betrachtung“ nur darum Vorurteile zu bestätigen und eben nicht darum die Lebensverhältnisse der Armen nachhaltig und qualitativ zu verbessern. Warum sonst hat man sich gleich von Beginn an von der Wissenschaft verabschiedet? Kleber weiter im Text: „Aber ich sage es nicht, damit Salamatus weiter mit mir spricht.“ Klar, verarschen wir sie ruhig noch weiter, soviel zum Thema „wenn wir die Afrikaner betrügen.“ (Claus Kleber im Interview) – „Ich fühle mich schäbig dabei, aber ich brauche ihre Geschichte.“ Wofür? Für die Quote? Um bei Markus Lanz mehr erzählen zu können und Schulterklopfer zu ernten? Um im Namen der Armen besser in den Krieg gegen die Spekulanten ziehen zu können?

Fressen und gefressen werden:

Plötzlich spielen die Preise „verrückt“. „Kein Wunder, wenn die Weltbevölkerung dreimal schneller wächst als die Produktion, brauchen wir immer mehr. Koste es was es wolle.“ Moment mal! Hat Claus Kleber nicht eben Jean Ziegler zitiert, der sagte, dass jedes verhungernde Kind ermordet wird, weil bereits jetzt für 12 Milliarden Menschen Nahrung produziert wird? Wen interessiert es, die Chinesen fressen „mit der Tendenz grenzenlos„, so als ob sie schwarze Löcher in ihren Mägen hätten. Also gehen wir dort mal hin und suggerieren, dass der Welthunger mit Veganertum zu erledigen ist. „Es ist Wahnsinn. Menschen verhungern und wir mästen weltweit 1,5 Milliarden Kühe für unsere Lust auf Fleisch und Milch.“ Dabei war der Konsum noch nie Antriebsfeder für den Kapitalismus, sonst würde niemand hungern und würden nicht Millionen Tonnen frischer Lebensmittel weggeworfen. Daher weiß Kleber auch nicht was er den Chinesen vorwerfen soll: „Sie arbeiten sauber und gewissenhaft.“ Wie echtes schaffendes Kapital eben! Sie tun was alle tun, sie arbeiten so, dass es profitabel ist. „Sie richten sich nach den Regeln industrieller Nutztierhaltung und sie glauben, dass das Fortschritt sei. Das habe ich ja auch geglaubt, bis jetzt.“ Nein, letzteres war ein Scherz, das glaubt er immer noch, deswegen plädiert er ja für „faire Investitionen„, um sowohl Hunger als auch alles andere lösen. „Wenn demnächst alle soviel Fleisch essen, wie wir heute, fahren wir die Sache gemeinsam vor die Wand.“ Nein, selbst wenn wir alle nur noch Steine lecken, wird das wohl kaum die Dynamiken und Krisen innerhalb des Kapitalismus verändern oder lösen, schließlich tangiert unser Konsumverhalten nicht das Prinzip der kapitalistischen Produktionsweise. Autarkie und Verzicht in Zeiten von Überfluss ist obendrein schlichte Dummheit.

Reflektionen statt Emotionen:

Im Kapitalismus verhungern Menschen, obwohl Lebensmittel in überreichlichem Ausmaß produziert werden. Im Kapitalismus werden Kriege geführt, obwohl genug Güter für alle vorhanden sind – niemand um sein Überleben kämpfen müßte. Im Kapitalismus müssen Menschen körperlich schwer schuften, obwohl es ausreichend und zunehmend perfektere Maschinen gibt, die ihnen die Mühe abnehmen oder zumindest unendlich erleichtern könnten. Im Kapitalismus müßte immer weniger gearbeitet werden, dennoch verlängert sich der Arbeitstag auf bis zu 16 und mehr Stunden, werden selbst Kinder zur Arbeit herangezogen. Marxens Vermutung: Nicht obwohl soviel Reichtum im Kapitalismus geschaffen wird, verelenden Menschen, sondern gerade weil. Genauer: Die Form, in der der Reichtum geschaffen wird, die Warenform, ist dafür verantwortlich, daß Menschen massiv verelenden.“ („Die halbe Wahrheit ist die ganze Unwahrheit“ – Conne Island)

Mich überfordert das Labyrinth,“ kein Problem Claus! Schauen wir uns die Realität an. Aber wo fangen wir da am besten an? Vielleicht dort wo die Dokumentation beginnt. „So hatte ich mir den Tag nicht vorgestellt: Ich suche Einblick in eine Krise und stattdessen führen sie mir ihren Stolz vor„: Säcke voller Lebensmittel werden vor die Füße des entgeisterten Nachrichtensprechers und Armutstouristen ausgeschüttet.

Dabei ist das gar nicht verwunderlich: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warensammlung‘, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 49). Es gibt genug Gebrauchswerte in der Welt, die von den Menschen konsumiert werden könnten, ein Blick in irgendein Kaufhaus oder die Produktionszahlen von Lebensmitteln oder anderen Gütern zeigt das. Die Gebrauchswerte können aber nicht konsumiert werden, wenn das menschliche Bedürfnis sich nicht über finanzielle Mittel legitimiert. Wer kein Geld hat, wird auch nicht essen. Deshalb verhungern Menschen neben Bergen von frischen Lebensmitteln. Gebrauchswerte werden nur dann verkauft, wenn die in der Ware enthaltene Kalkulation aufgeht, also genug Tauschwerte für die Mehrwertproduktion veräußert werden können. Es ist also nicht so wie die Ausgangsfrage der Dokumentation suggeriert: „Auf unserem Planeten müsste kein Kind verhungern oder verdursten, wenn wir alles richtig machen würden.“ Es verhungern und verdursten Menschen, eben gerade weil wir alles „richtig“ also im Sinne der kapitalistischen Produktionsweise machen.

Neben diesen Grundwiderspruch im Kapitalismus gibt es noch einen weiteren: Einerseits muss immer mehr lebendige Arbeit (variables Kapital) eingespart, deren Tätigkeit durch Maschinen (tote Arbeit, konstantes Kapital) ersetzt werden, andererseits ist diese lebendige Lohnarbeit der einzige wertschaffende Faktor. Norbert Trenkle spricht hier vom „Selbstwiderspruch des Kapitals zwischen Produktivkraftentwicklung und Verwertungsimperativ.“ Der Zwang, Mehrwert zu produzieren, hat zudem zur Folge, die Mehrwertmasse zu senken. Jede Innovation in der Produktion, die u.a. der Konkurrenzkampf aufnötigt, sorgt für Einsparung menschlicher Arbeitskraft und für eine Reduktion der Wertproduktion, weil mehr und besser in kürzerer Zeit produziert werden kann. Es müssen mehr Waren als zuvor abgesetzt werden, damit Profit gemacht werden kann. Resultat ist anders gesagt die gesamtkapitalistische Senkung der Wert- und Profitmasse.

Die Verwertung des Werts gerät also immer weiter ins Stocken, seit 1945 wurden Staaten mehrere hundert Mal zahlungsunfähig, da die die Märkte gesättigt sind, dort keine Profite mehr im großen Maß abzusetzen sind, die Produktivkraft größer denn je ist, keine gigantischen Produktinnovationen, wie die der Mikroelektronik, mehr stattfinden. Damit Wertschöpfung überhaupt noch ausreichend stattfinden kann, wird Spekulation mit Finanzprodukten notwendig. Fiktives Kapital in Form von Aktienkapital greift auf zukünftige reale Wertschöpfung (Lohnarbeit) zu. Ergeben sich nicht die prognostizierten Verwertungen, platzt die Spekulationsblase und es gibt eine Krise.

Ernst Lohoff: „Es wird so getan, als wäre der spekulative Kasino-Kapitalismus der Grund für mangelnde Realinvestitionen und Massenarbeitslosigkeit. In Wirklichkeit ist das Verhältnis genau umgekehrt: Weil die Produktivitätssteigerung der dritten industriellen Revolution seit den achtziger Jahren die Expansion der Märkte überholt und arbeitsplatzträchtige Realinvestitionen unrentabel gemacht hat, strömt das Geldkapital in die Finanzmärkte und treibt immer größere spekulative Blasen.“ („Entfesselter Spekulant“ – Jungle World)

Die Lohnarbeit existiert für die Produktion von Mehrwert, das Finanzkapital bzw. die Spekulation existiert für die Produktion von Mehrwert. Sie sind die Kehrseiten derselben Medaille, bedingen und beziehen sich aufeinander. Wer also vom Mehrwertterror in der Fabrik nicht reden will, sollte von den finsteren Spekulanten schweigen. Alle Individuen in dieser Gesellschaft werden geknechtet ovn einem und demselben Zwangsverhältnis, dem neuen kategorischen Imperativ: Handle so, dass am Ende mehr rauskommt!

Der Film mit Claus Kleber ist also eben nicht wie die SZ-Online schreibteine sehr systematische Analyse der Gründe“ für Hunger. Das Credo der Kritik von Claus Kleber lautet: Lohnarbeit und Mittelstand gegen Finanzkapital für eine krisenfreie Marktwirtschaft, in der „die tüchtigen Produzenten belohnt und nicht die unproduktiven Geldverleiher, Grundeigentümer und andere Parasiten bereichert“ werden (Neo-Gesellianer Klaus Schmitt, zitiert nach Robert Kurz 1995). Man spricht den multinationalen Konzernen gesamtwirtschaftliche Verantwortungslosigkeit zu, weil sie sich aus den angeblich produktiven Sektor zurückzögen, stattdessen Wertpapiergeschäfte tätigten, dem Mittelstand damit den Boden unter den Füßen wegzögen. Die bombig laufende Marktwirtschaft wird angeblich von geldgeilen, kosmopolitisch ausgerichteten Dunkelmännern attackiert, die die Politik und überhaupt alles in der Tasche haben, wenn man sie nicht dingfest macht. Kleber stülpt der subjektlosen Herrschaft des Wertprinzips seine üble Ausbeutersubjektivität über. Es hat im Kapitalismus eine lange, gefährliche Tradition, die Zirkulationssphäre des Kapitalismus, gegen die Produktionssphäre auszuspielen, weswegen diese Kritik überhaupt keine ist, sondern reines Ressentiment.

Für Chaya

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Pflegedilemma: Team Ahnungslos undercover

Urin, Schläge, Schimmel und Viren in den besten deutschen Pflegeheimen: Seit Jahrzehnten vergammelt der deutsche Volkskörper dank der miesen Zustände in der Pflegebranche, aber jetzt kommt „Team Wallraff„, legitimer Nachfolger des „Team America: World Police“, und naht mit „Enthüllungen“ zur Rettung!

Ganze 9 Monate hat es gebraucht, damit der Wallraff-Zögling und Sidekick des Verbrechensbekämpfers Robin alias Osterhaus als Praktikantin folgendes heraus findet: Eine 92 jährige liegt 3 Stunden in ihren eigenen Exkrementen.  Lebensgefährliche Noroviren werden vertuscht, Pflegeberichte und Atteste werden gefälscht. Emotionalisierende Beats von Massive Attack versüßen Pöbeleien gegenüber den älteren Menschen, den Gestank und die Fäkalien im Zimmer. Es herrscht Ahnungslosigkeit beim Verabreichen von Medikamenten, Mangel an Geld, Zeit und Pflege. Genauer: 5-7 Minuten pro Patient, 3 Pfleger für 37 Patienten. Zeit-, Akkord- und Schichtarbeit 40 Stunden Woche, 900 EUR im Monat netto. „Ich möchte sterben,“ meint eine Patientin. Unterbrechung: RTL-Werbung. Weiter: „Ja, sind wir denn hier im Zoo?“, fragt eine Pflegerin als eine alte Frau vermutlich schon die halbe Nacht verdreht am Boden liegt. Noch eine Frage obendrauf: „Geht es ihnen gut?“. Gelächter. Sehr richtig bemerkt schliesslich eine alte Frau im Rollstuhl: „Hier ist es nicht lebendig“.

„In diesem System sind alle Opfer. Pfleger müssen vor Überforderung geschützt werden und Pflegebedürftige vor überfordertem Personal,“ meint Osterhaus mit bedeutungsschwangerer Stimme aus dem Off. Wer soll denn schützen? Das kann nur eines heissen: Vater Staat rette uns! Aber Moment mal! Was sagte der „Experte“ Fussek? „Pflegeheime sind rechtsfreie Räume.“ Wie soll das denn gehen? Das Pflegeheim in München wird vom Staat betrieben und agiert nach gesetzlich vorgeschriebenen Marktgesetzen der Kosten- und Nutzenoptimierung. Hier ist das Recht offensichtlich nicht abwesend, sondern omnipräsent. Es ist ein Recht, das Pflegeheime dazu zwingt um Centbeträge zu kämpfen. Nicht ohne Grund hielt CDU-Politiker Mißfelder „nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.“ Und der CDU liegt wie jeder großen „Volkspartei“ das Bruttoinlandsprodukt des deutschen Vaterlandes sehr am Herzen, mehrnoch als die Herzen und Körper der alten, unproduktiven, arbeitslosen und damit minderwertigen Deutschen, die nur Kosten anstelle von Profiten verursachen. Diese Rationalität spüren Hartz 4 Empfänger jeden Tag. Gleiches Recht für alle!

Entweder bist Du Leistungsträger oder Du bist überflüssig! Intern heisst es in den Pflegeheimen deshalb: „Wir wollen Vollbelegung“, denn das ist produktiv im Sinne der Kapitalakkumulation. Wenn sich das Pflegeheim nicht danach richtet, ist es morgen pleite! Da kannst du protestieren und dokumentieren wie Du willst: Das ist und bleibt so, wenn man keinen Schimmer von den Bewegungsgesetzen des Kapitalismus hat. Mehr Personal kostet zuviel Geld. Mehr Gehalt kostet zuviel Geld. Bessere Ausbildung kostet zuviel Geld. Wettbewerbsfähigkeit ist in unserer Ökonomie überlebensnotwendig! Konzerne und Staaten stehen in diesem Wettbewerb. Warum wohl wollen alle Parteien Wachstum? Weil das der inneren Logik des ökonomischen Systems entspricht. Die Finanzierung des Gesundheitssystem wurde systematisch im Sinne des Sozialabbaus heruntergefahren. So wurden wir Exportweltmeister! Ein Pfleger meint instinktiv richtig: „Es wird stark rationalisiert in der Altenpflege.“ Man benutzt also absichtlich wenig Personal, um möglichst viel Leistung aus ihnen abzupressen, um möglichst geringe Kosten und hohe Profite zu haben, – wie in jeder anderen Branche weltweit auch!

Experte Prof. Sell lässt dann die Bombe platzen: „Menschenunwürdige Pflege lohnt sich betriebswirtschaftlich.“ Potzblitz! Und jetzt? „In diesem Krankensystem muss sich etwas ändern!“ (Che Osterhaus) Das heisst der Kommunismus ist eine Notwendigkeit, wir müssen unseren Arsch bewegen, auf die Barrikaden und die Lohnarbeit hinwerfen, Marx und Adorno lesen bis uns was besseres einfällt?! Aber, aber! Viel besser: Man trifft sich mit einem Politiker (Laumann) einer staatlichen (!) Behörde und erwartet von ihm ganz naiv Antworten wie alles besser werden soll, der aber total überraschend genauso ahnungslos von „Kriminalität“ spricht wie das ganze „Team Wallraff“, weil er eine Marktlogik nicht verwerfen kann, die er mit seiner Partei proklamiert und für erstklassig befindet. Und schliesslich liefert das „Team Wallraff“ neue „Enthüllungen“, um „Diskussionen anzustoßen“! Diskussionen die sich im Kreis drehen! Es gibt schliesslich ein paar tausend Berufsgruppen auf der Welt! Und es gibt auch noch eine Menge Publikum zu verwirren, damit bloss keiner einen klaren Gedanken bekommt.

Apropos andere Berufsgruppe: Burger King! Nach gesundheitsgefährdenden Darmbaktieren in der Burgerküche, uralten Lebensmitteln im Verkauf als „frisch“, Leistungsdruck, unbezahlten Überstunden, verweigerungen die Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall zu machen usw. bemerkt Wallraff wie auch bei der Pflegekatastrophe mit finsteren Blick: „Das sind keine Ausnahmen, keine Missstände, sondern Zustände.“ Aha! Erstaunlich was die alles rausfinden! Was die alles wissen! Am Ende bekommt Wallraff mit seiner Liga der außergewöhnlichen Gentleman noch heraus, dass das alles mit dem Kapitalismus zutun haben könnte! Oder doch nicht? Bei Burger King ist der Bösewicht schnell gefunden, denn Superman-Wallraff braucht einen Gegenspieler: Ergün Yildiz. Klar! Ein blutrünstiger Migrant, der den deutschen Volkskörper mit seinem Gift verdirbt! Der muss es sein. Prompt ist er entlassen. Mission accomplished. Wallraff reitet in den Sonnenuntergang. Jetzt wird alles anders! Der deutsche Volkskörper ist gerettet! Platz an der Sonne! Burger King Filialien sind endlich (wieder) das Paradies, ein El Dorado der Glückseligkeit und Tierkadaver werden wieder mit einem ehrlichen Lächeln präsentiert. Bestimmt gibt es so eine profitgierige Krake („Hauptinvestor“ Zitat Wallraff) auch in den Pflegeheimen, die man nur finden und ausrotten muss, damit alles gut wird. Oder doch nicht?

Weitere Enthüllungen kommen, wenn die Quote für RTL stimmt. Vielleicht sollte Wallraff einen verkleideten Praktikanten in die RTL-Zentrale schicken? Möglicherweise produziert das Privatfernsehen soviel Dünnschiss, weil es am kostengünstigsten Profite bringt? Vielleicht findet Wallraff heraus, dass Menschen auf diesem Planeten verhungern, weil sie ihre Bedürfnisse nicht mit Geld legitimieren können, während gleichzeitig tausende Tonnen frischer Lebensmittel weggeworfen werden? Vielleicht wird er auch im Undercover-Bikini im Schwimmbad oder gar splitternackt am FKK-Strand investigativ herausfinden, dass Wasser nass ist! Wer weiss, aber eines ist eindeutig: Für Wallraff ist seit den 1960ern im ganzen Jahr Fasching und darauf kommt es doch an, denn eine Revolution gegen diese Zustände ist was für Idioten!

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Hungern für den Platz an der Sonne

92 000 Leute machen bei einer Petition gegen Hartz-4-Sanktionen mit, was kommt raus? Warme Luft.

In Deutschland hungern also Menschen, rechnen in „Broteinheiten“ damit Deutschland produktiv bleibt. Ein neunzigjähriger Mann möchte lieber sterben, als für 5 EUR Brutto zu arbeiten. Andere sind „hilflos“, „machen Platte“, verfallen in eine „Starre“, „Isolation“ oder in „Depressionen“. „Skandal“, „erschreckend“, „traurig“, „sowas kann es in einem Sozialstaat doch nicht geben“, „das Fordern“ im staatlichen Konzept von Fördern und Fordern „hat Überhand genommen“, „über 1 Millionen Sanktionen“, die Sanktionspraxis kostet „10 Millionen“ und bindet zuviel staatliches Personal. Es gibt sinnlose Beschäftigungsmaßnahmen, die als „Qualifikationsmaßnahmen“ verkauft werden, es gibt den bösen „prekären Arbeitsmarkt“, den „Drehtüreffekt“ bei den Zeitarbeitsfirmen, „sehr enge Grenzen Menschen wieder in Arbeit zu bringen“, die Forderung „Ersteinladungen“ der Behörden an Hartz-4-Empfänger „menschlicher“ zu gestalten und ingesamt „mehr Zeit für die Erwerbslosen“ einzusetzen.

All dieses moralisierende Gejammer lässt einen als halbwegs kundigen Marx-Leser nur müde lächeln, muss doch gerade in einer Gesellschaft mit Staaten die Bevölkerung solange sanktioniert und gemaßregelt werden, wie es nur irgendwie geht, um die Produktivität und Konkurrenzfähigkeit, der, in diesem Falle, deutschen Nationalökonomie zu erhöhen. Zeit ist Geld! Der Mensch ist Ware in der Warengesellschaft. Das ist wörtlich zu nehmen. Wer sich nicht um die Gründe bemüht, der muss eben Jammern.

Dementsprechend wurde die Petiton gegen die Hartz-IV Sanktionen trocken abgeschmettert: Die geforderten bedarfsunabhängigen, voraussetzungsfreien Sozialleistungen darf es laut Sozialrecht gar nicht geben. Und dieses Recht setzt das Interesse des Staates durch, sich zu rekapitalisieren und die Menschen als Mittel für diesen Zweck zu instrumentalisieren. So proklamiert die Sprecherin der Bundesregierung: „Wir erwarten Mitwirkung“. Passiert die nicht vorbildlich, dann sieht es der Staat als gerechtfertigt an, auch das unantastbare „Existenzminimum“ auf 0 Prozent zusammenzustreichen, um die Motivation des unproduktiven Schmarotzers zu steigern, bei dem bislang die „Mitwirkung gescheitert“ ist, was „Qualifizierung, Weiterbildung“ oder „Beschäftigung“ angeht.

Wer „Anspruch hat“ muss „mitwirken“, schließlich ist jeder seines Glückes Schmied. Natürlich ist letzteres eine Drohung: Arsch bewegen bis ins Grab ist angesagt. Wer das nicht will, muss eben hungern. „Menschenwürde, Recht auf Unversehrtheit, Berufsfreiheit, auch der Gleichheitsgrundsatz“ werden allesamt laut dem Verfassungsgericht durch diese Sanktionen gewahrt. Was sagt uns das? Es ist per Gesetz so gewollt, dass die Menschen sich gleichberechtigt ganz im Einklang mit den Menschenrechten für diese Gesellschaftsordnung kaputt machen. Eindeutiger kann die Antwort eigentlich nicht ausfallen. Aber trotzdem streitet man sich in dieser fachkundigen Runde lieber über Armutsdefinitionen und ab wann ein Mensch eben ein Mensch ist: Vielleicht wenn er genug zu essen hat!? Wenn er auch noch Kultur genießen kann!? Wenn seine „Menschenwürde“ gewahrt wird, von der noch niemand sagen konnte wie die eigentlich definiert werden soll!? So werden auch noch die Nachgeborenen für Deutschland in Broteinheiten rechnen oder Pfandflaschen sammeln gehen, während andere sich im Bundestag mit Ahnungslosigkeit bewerfen. Da könnte man schon aggressiv werden.

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Jeder ist seines Unglückes Schmied

Wir leben in einer knallharten Leistungsgesellschaft. Wer den Anforderungen nicht genügt verliert, kann seine Träume begraben. Jeder ist seines Glückes Schmied allerdings ist das weniger eine Verheißung als eine Drohung. Wer nicht funktioniert stirbt. Beruflich, sozial, kulturell und überhaupt. Arme sterben schneller. Und keiner der anderen Konkurrenzsubjekte wird auch nur einen Funken zuviel Empathievermögen für die Loser zeigen, sofern es Kraft für ihren eigenen Wettkampf kostet. Ein paar hohle Phrasen und Beileidsbekundungen hat man für die Versager immer übrig. Wenn irgendjemand nicht erfolgreich ist in der Schule oder im Job, dann hat er eben etwas nicht richtig gemacht. Und wenn der Misserfolg anhält, wenn er jammert, wie schlecht es ihm geht, dann bestätigt das nur noch mehr sein Fehlverhalten und gibt damit ein deutliches Signal an alle Kollegen, Mitschüler, Mitmenschen und Leidensgenossen ab: Haltet Euch fern von mir, ich ziehe Euch mit in den Abgrund, mit meiner Unfähigkeit Leistung nach beliebiger Vielfalt und unendlich Intensität oder Dauer abzurufen. Wer nicht den unbedingten Leistungswillen mitbringt, wird sie niemals von Misserfolg erholen können. Es wird für ihn immer schlechter laufen als gewünscht. Und da außer ihm kein personifizierter Grund für das Losertum ausfindig zu machen ist, ist er eben selbst schuld. Und damit treibt er noch weiter ab von der Leistungsgesellschaft, die erfolgreich nach unten tritt und nach oben buckelt.

Die ganze Gnadenlosigkeit und Brutalität manifestiert sich im Bild des traurigen Straßenzeitungsverkäufer, dem heruntergekommenen Obdachlosen, den verhungernden Kinder in Afrika. Egal ob relative oder absolute Armut, diese Menschen sind die abgehängten, aussortierten und überflüssigen Anhängsel einer asozialen Gesellschaft, die jeden wie Dreck behandelt, der nicht der Norm entsprechen kann oder will. Diese „soziale Ordnung“ wird von Angst bestimmt. Jeder ist austauschbar, wenn er nicht mehr funktioniert, egal wieviel er zuvor geleistet hat. Die einzige Chance besteht darin über Kumpanei, Anhäufung von Reichtümern und fachspezifischen Interna sich möglichst indisponibel zu machen. Der aufkeimende Rassismus in ganz Europa speist sich aus dieser Gewissheit heraus. Einzig die Nationalität erscheint den Rassisten als beständiger Wert ihrer Identität. Sie hätten doch als Deutsche ein Vorrecht gegenüber Ausländern ihren Arbeitsplatz zu behalten oder vom deutschen Sozialsystem zu profitieren. Aber dieser Kadavergehorsam gegenüber einer Nationalität, die sich nur über ein staatliches Verhältnis bildet und fortsetzt, basiert auf Kapitalakkumulation und damit auf der Ursache ihrer Verwahrlosigung, ihrer Austauschbarkeit, ihrem Mangel, der künstlich über die kapitalistische Gesellschaft erzeugt wird.

Und weil alle damit beschäftigt sind zu arbeiten, zu lernen, sich ganz der Verausgabung ihrer Fähigkeiten und Lebenszeit unter dem Diktat des Kapitals zu widmen, das über die gesellschaftlichen Institutionen durchgereicht wird, egal ob bei Universität, Schule oder in sämtlichen Konzernen aller Branchen, begreifen sie niemals genug, dass sie es mit ihrem Leistungsdrang nur noch verschlimmern. Wir können niemals ein reichhaltiges Leben führen, ohne Obdachlose, ohne Hungertote, ohne unsere Opfergaben am Arbeitsplatz, ohne unsere permanenten Selbstoptimierung, die von Makeup, Fitnesscenter über Teambuilding beim Oktoberfest bishin zu exzessiven Kokainkonsum reicht. Die Raserei führt zu psychischen und physischen Erkrankungen. Aber es ist auch eine unglaubliche Anstrengung sich von der gesellschaftlichen Ohnmacht nicht dumm und wahnsinnig machen zu lassen.

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Jana & Philip

Eine sechszehnjährige Tabletten- und Heroinabhängige schreibt in ihr Tagebuch: „Warum sollte ich mir das freiwillig antun? Das Leben ist eine stetig wachsende Hürde. Ich verpiss mich lieber von hier. Leben? Was hat man davon? Unsere Welt ist so hässlich, egoistisch, unfair, hart. Alle Gründe und Motivationen zu Leben zählen nicht. Und für uns bleibt Nichts. Am Ende gehen wir so oder so leer aus. Wofür strengt man sich dann an? Wir sind Mittel zum Zweck unsere Erde in Stand zu halten und dem endgültigen Ende näher zu kommen. Arbeiter fürs Schicksal. Unser Lohn ist der Tod.

Es ist wahr: Das Leben ist eine wachsende Hürde. Sie wächst simultan zum Sättigungsgrad der ohnehin schon gesättigten globalen Märkte, zur fallenden Profitrate und der daraus resultierenden Verschärfung der Arbeitsintensität, des Konkurrenzkampfes und Leistungsdrucks zuvörderst in den Betrieben und indirekt über die von der Politik erlassenen Lehrpläne in den Schulen. Mehr Lehrstoff in kürzerer Zeit, damit schneller, jüngere und leistungsfähigere Lohnarbeiter für den internationalen Wettbewerb zwischen den deutschen und internationalen Konzernen  zur Verfügung stehen. Und die Grabenkämpfe finden kein Ende, weil der Profitzwang kein Ende kennt. Arbeiten Amerikaner härter, schneller für weniger Geld, müssen wir noch härter, schneller und für noch weniger Geld arbeiten, was die Amerikaner wiederum unter Zugzwang setzt, denn ohne Verkauf kostengünstiger Produkte gibt es keinen Lohn, keine Steuern für Rente, Sozialsysteme usw. Und anstatt hiergegen Einspruch zu erheben, zu streiken, Alternativen zu erdenken, heißt es aller Orten nur: Wie können wir uns optimieren um mithalten zu können? Das sind einige gute Gründe sich zu berauschen, sich aus zu klammern, fern zu halten von einer Welt die im objektiven Sinne verrückt geworden ist.

Demnach hat sie in ihrem Vollrausch erkannt, dass die Welt so hässlich, egoistisch, unfair und hart ist, weil die Ökonomie das erfordert und von der Politik durchgesetzt wird. Und weil sie gemerkt hat, dass sie als Mensch gar nicht zählt, sondern nur ihre Leistungsfähigkeit, ihre Arbeitskraft, die Mittel zum Profit ist, und ihre ganze Persönlichkeit bloss ein Anhängsel und meistens ein Hindernis ist, will sie sich lieber verpissen und sterben. Ja, so ein Leben ist sinnlos, nicht lebenswert, es ist ein ekelerregendes und unbefriedigendes Schattendasein voller Tränen und Schmerz, Enttäuschungen und Vernachlässigungen. Mehr noch: Wir zerstören mit der Lohnarbeiterei unser Leben, das Leben der Anderen, das Leben der Tiere, der Umwelt, das Leben an sich, weil wir alles dem unendlichen Wachstum untergeordnet haben und das bedeutet: Unser Lohn ist der Tod. Das Nichts. Fatalismus und Gleichgültigkeit. Irrsinn und Barbarei. Wir gehen leer aus. Die einen sterben den Hungertod, weil sie ihren Bedürfnissen per (Un-)Zahlungsfähigkeit keine Legitimiation nachweisen können, die anderen sind zwar lebendig, aber innerlich tot, weil sie ihr Leben der wirtschaftlichen Produktivität geopfert haben. Es ist ein einziges Buckeln nach oben und Treten nach unten.

Was diese Ökonomie bräuchte, um das Leben zu erleichtern wäre ein Weltkrieg oder die Revolution. Ersteres sorgt zwischen Leichenbergen wieder für Märkte, Profit und Wirtschaftswunder. Letzteres würde Mädchen wie sie vor einem sinnlosen Herointod retten. Philip Seymour Hoffman ist an Heroin gestorben. Und er hatte alles: Ruhm, Geld, berufliche Perspektive, Talent und Charakter. Er gab nach 23 Jahren Nüchternheit der Leere in sich oder der Leere überall nach und es reichte nicht mehr um zurück zu kommen. Was ist es das die Menschen in die Sucht, in den Rausch treibt? Ein fehlfunktionierendes Umfeld, welches lieber mit dem Profit beschäftigt ist? Ein Leben, das mal so überhaupt gar nicht einem Rausch entspricht? Großartige Menschen lösen sich auf wegen einem gesellschaftlichen Verhältnis, welches eigentlich an ihrer Stelle aufgelöst gehört. Diese Schicksäler mahnen zu Demut, aber auch zu Entschiedenheit im Kampf gegen den Kapitalismus. Wieder und wieder verlieren wir Menschen und Lebensqualität. Wann haben wir es satt?

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Stadtmomente

Den ganzen Tag sitzt eine junge Frau in der Fußgängerzone und singt wunderschöne traditionelle Volksgesänge. Zwischen Auto- und Baulärm auf kaltem, dreckigem Asphalt singt sie und singt sie. Die Passanten ziehen vorbei. Sie hält einen kargen Becher vor sich. Laufend gehen Leute an ihr vorbei. Keiner sieht sie genau an, gibt ihr etwas oder unterhält sich mit ihr. Sie hält durch, weil sie muss, weil sie nicht anders kann.  An einem historischen Gebäude bei einem prächtigen Brunnen schläft ein anderer mit seinem Schlafsack keine 5 Meter vom Hauptverkehr im Zentrum der Stadt und den reichen Vierteln. Gutgekleidete, schwer beschäftigte Passanten laufen an ihm vorbei, während er ganz abgeklärt zu pennen scheint. Sein Hab und Gut steckt in ein paar alten, ausgefärbten Einkaufstaschen. Ein paar Meter weiter steht ein älterer Mann mit dreckigen und zerlotterten Klamotten vor dem Rewe City Discounter. Er zittert. Ich weiß nicht ob vor Kälte oder Krankheit. Er hat kaum Zähne im Mund und starrt ins Nichts. Er ist völlig verstummt. In der Nähe stehen ein paar Obdachlose trinken sich die Birne weg, um etwas auszuhalten, was man nicht aushalten kann. Es riecht nach Urin und Alkohol. Sie stehen direkt neben noch mehr Baucontainern.

Die Stadt macht sich fit für den globalen Konkurrenzkampf und erneuert sich selbst für zahlungskräftige Unternehmen, Touristen und andere Menschen. Diejenigen, die  Straßenzeitschriften verkaufen um nicht in ihrem Elend zu ersticken,  sind dagegen überflüssig. Sie stehen im Weg, sind unangenehm und werden ignoriert. Die Konkurrenzgesellschaft ist eine Gesellschaft des Wegsehens. Das Schwierigste ist, dass diesen Menschen nicht mit ein bisschen Kleingeld geholfen ist. Gibt man allen Kleingeld, hat man am Ende selbst Schulden, fliegt aus der Wohnung und muss betteln. Wir alle leiden unter dem künstlich erzeugten Mangel. Weil aus Geld mehr Geld erzeugt werden muss, wird relative und absolute Armut genauso Teil der Welt bleiben wie ein Alltagsleben voller Arbeitsintensivität, Stress, Zeitmangel usw. Die Nöte und Zerstörungen aufgrund dieser Profitorientierung sind in allen menschlichen Beziehungen spürbar. Wer hat das letzte Mal wirklich in den Tag hinein gelebt, ohne sich Sorgen zu müssen wie die Zukunft aussieht? Wer kann starke Freundschaften schmieden, sie jederzeit und ausgiebig pflegen? Wann hat man das letzte Mal wirklich zugehört und geredet? Wann hat man zuletzt wirklich ernsthaft darüber nachgedacht Armut, Umweltzerstörung, Krieg, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus zu bewältigen? Wann wird der Alltag jemals frei von Angst, Druck, Kampf und Unterwerfung sein?

Das ganze Leben ist eine einzige Improvisation. Freundschaften finden nur in der Freizeit für ein paar wenige Stunden statt und das ist schon der Idealfall. Viele Menschen haben völlig den Kontakt zu den Mitmenschen und sich selbst verloren. Sie reden zwar mit irgendwem, aber eben das typische Geschwätz aus den Massenmedien. Austauschbarer halbgarer Unsinn um Peinlichkeiten zu überstehen. Überhaupt ist alles Menschliche in die Ruinen der Freizeit gestopft. Sexualität, Kreativität, Schlaf, Innigkeit, Zusammenhalt, Verständnis, Freude, Müßiggang und Reflexion. Der Trubel des beruflichen Alltags lärmt nicht nur auf den Straßen, in den Büros, den Baustellen, Einkaufshäusern, Kriegsschauplätzen, sondern zuerst und am längsten in den Köpfen. Der Zerfall dessen was man als Kind gewesen ist, begründet die Karriere als funktionierende Arbeitsdrohne, die nur nur noch äußerlich einem menschlichen Wesen gleicht. Die Unmenschlichkeit ist schlimmer als jeder menschenfressende Zombie, sie ist nicht nur unersättlich, unlogisch, grausam, endlos wie eine Apokalypse, sondern eben auch verleugnet und allumfassend. Es gibt keine Fluchtmöglichkeiten vor der Heuchelei der Ideologen und ihrer Speichellecker, die nichts von ihrer eigenen Dummheit und Brutalität wissen wollen. Man ist gefangen in einer sozialen Hölle, die als Himmel verkauft wird.

Es hat sich eine Sprachlosigkeit in mein Leben gedrängt, je stärker ich dieser Gesellschaft gestattet habe wegzusehen, je stärker ich versucht habe in ihr zu funktionieren. Aber es war schon immer schlimm, denn wir alle haben von Kindheit an Prügel bezogen, wenn wir nicht funktionierten und so ein Wertechargon einverleibt bekommen, dass uns nun funktionieren lässt. Nur die faulen, unbelehrbaren Schwachköpfe zweifeln und bringen nichts zustande, weder Konformismus noch Revolution. So einer bin ich stets gewesen. Dieses Hadern, wie mit einer grauenvollen Welt umzugehen ist, während man sich selbst als Teilnehmer erfährt ist zu einem Lebensgefühl gereift, obwohl es doch eigentlich so einfach ist: Mitmachen durch Lohnarbeit, durch das Studium, durch die Schule usw. kann nicht zur Lösung beitragen, weil die Prioritäten dieser Tätigkeiten auf den Mehrwert und nicht auf dem Wohl der Menschheit beruhen. Je mehr man arbeitet desto schärfer wird der Konkurrenzkampf. Je bessere Noten man schreibt desto schärfer wird der Konkurrenzkampf.

Der größte Akt der Rebellion gegen die Leistungsgsellschaft kann nur die unproduktive Tätigkeit sein, weil sie dem Prinzip aus Geld mehr Geld zu machen völlig widerspricht. Es muss darum gehen für die Menschen zu arbeiten und nicht für ein Prinzip, dass sie aufarbeitet und zerstört. Wenn es keine radikale Opposition gegen dieses Prinzip bei den Gewerkschaften, Parteien, Arbeitern, Arbeitslosen und Armen gibt, dann weil alle einem falschen Glauben erliegen anstatt ihn endlich zu verwerfen und auf ihr Gefühl und ihren Zweifel zu vertrauen. Das naive und einfachste erscheint hier als das beste, nur so kann das andere entwickelt werden. Im freien Spiel, im Genuss, in der Freizeit, in der Muse, Ruhe und im gegenseitigen Helfen und Verstehen liegen die Keimformen einer anderen Welt. Der Staat, die Nation, das Kapital, der Wert, die daran anhängenden Insititutionen von Schule, Universität, Konzernen usw. sind nur über Unproduktivtät friedlich zu überwinden. Nicht die Arbeitslosen liegen der Gesellschaft auf der Tasche, das Geld liegt der Gesellschaft auf der Tasche und daher ist es nur legitim es nicht mit eigener Aktivität zu stärken und über das eigene Leben bestimmen zu lassen.

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Das Wahlprogramm der Antipartei 2013

Die nachfolgenden Reformen sollen Armut, Hunger und irrationale kollektive wie individuelle Belastungen für immer abschaffen. Anstelle von Verzicht und Ausschluss rückt die Steigerung der Lebensqualität und Mitbestimmung aller. Die Bevölkerung muss sich endlich von dem Gerümpel befreien, an dem sie sich aus purer Ängstlichkeit, Dummheit oder Ignoranz klammert, damit sie endlich ihre Bedürfnisse befriedigen kann.

1. Die Antipartei hat langfristig das Ziel sich selbst abzuschaffen, weil Politik ein Übel ist und für die Verkehrtheit der Welt steht. Im Parlament verhandeln die Parteien lediglich Kapitalinteressen und eigene Machtkalküle. Die Parteien kommen ihrem eigentlichen Zweck nicht nach und wollen ihm auch nicht nach kommen, deswegen sind sie wie das Parlament zugunsten der direkten Demokratie abzuschaffen. Gemäß dem Rätemodell wird auf Kommunenebene digital und/oder persönlich wöchentlich über alles durch die Bevölkerung abgestimmt. Es gibt keine Führer oder Vertreter mehr, sondern jeder Mensch hat sich seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu stellen. Das Rätemodell steuert den Staat, bis geklärt ist wie mit ihm weiter zu verfahren ist. Damit die Bevölkerung nicht überfordert ist, wird in der Schule dementsprechend auch fachlich darauf eingegangen. Rechtsradikalismus, Nationalismus, Antisemitismus, Homophobie, Verschwörungstheoretisches, Trollgehabe, Führerkult, etc. muss in dieser Diskussionskultur abgelehnt bzw. überwunden sein.

2. Übertragung der Eigentumsverhältnisse von Arbeitsplätzen an die arbeitende Bevölkerung. Jeder Lohnarbeiter muss mit dem Arbeitsvertrag Unternehmensanteile bekommen. Größe des Anteils ergibt sich aus der geleisteten bzw. zu leistenden Arbeit. D.h. wenn 999 Mitarbeiter existieren und ein weiterer hinzukommt, erhält jeder 1 von 1000 Unternehmensanteilen, wobei dessen Größe und Bedeutung sich aufgrund der Leistung des Eigentümers und Arbeiters von Abrechnungszyklus zu Abrechnungszyklus verkleinern oder vergrößern kann. Ziel dieser Maßnahme ist die Abschaffung der auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich. Die Anteile geben allen Arbeitern die Möglichkeit Entscheidungen über ihre Firma und ihren Arbeitsplatz zu treffen. Mit einem Schlag würden die Vermögen z.B. der Quandts auf sämtliche Mitarbeiter von BMW umverteilt und endlich eine leistungsgerechte Entlohnung stattfinden. Die Arbeiter erhalten die Kontrolle über ihr Leben zurück. Momentan werden sie rausgeworfen, wie es die Marktsituation für die Profitmaximierung erfordert.  Die Vermögen aus Unternehmensbeteiligungen fliessen also zur Bevölkerung zurück und werden entsprechend für Soziales investiert.

3. Abschaffung der Profitmaximierung als Handlungsmaxime in der kapitalistischen Produktion zugunsten der Bedürfnisbefriedigung:  Die Produktion findet nur noch zur Befriedigung der Bevölkerung statt, d.h. es wird das produziert wofür tatsächlich auch eine Nachfrage besteht. Um die Reproduktion der Bevölkerung und den Austausch der Güter effizient zu gestalten, muss ein Markt etabliert werden, auf dem sich Produzenten und Konsumenten treffen. Wenn jemand etwas haben will, muss er das z.B. über eine virtuelle Plattform anmelden, damit die Produzenten dies zu einer bestimmten Frist  produzieren und liefern können. Hierdurch entfällt die Überproduktion, es wird nur das produziert was benötigt wird und frische Lebensmittel werden nicht mehr weggeworfen, Elektroartikel erhalten keine Sollbruchstellen mehr, da nicht ständig der Absatz künstlich für Profite erhöht werden muss usw. Die unternehmerische Freiheit bleibt erhalten, jeder kann Innovationen entwickeln, die das Leben erleichtern, verschönern oder anders verbessern allerdings muss es dafür auch Abnehmer finden.  Die Steuereinnahmen werden steigen, da durch die Abschaffung der Profitmaximierung keine Milliarden mehr an den Fiskus vorbeigeschleust werden müssen.

4. Abschaffung der 40 Stunden Arbeitswoche zugunsten der 4 Stunden Woche: Die Produktivität ist von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer weiter gestiegen. Die Entwicklung des Niedriglohnsektors ist nicht nur ein günstiges Ausbeutungsverhältnis für das Kapital, sondern ein Hinweis auf die Produktivitätssteigerungen, die endlose Arbeitstage überflüssig gemacht haben. Es gibt mehr als 4 Millionen Arbeitslose in Deutschland, würde sich die Produktion anhand der Bedürfnisse ausrichten, könnten Arbeitslose zu diesem Zweck eingestellt werden, wodurch enorme Arbeitszeitverkürzungen möglich werden. Somit hätte Arbeit keinen endlosen, krankhaften Charakter, sondern bloss die Notwendigkeit, die der Austausch von Waren durch Mensch und Natur erfordert. Wer mehr arbeiten will, darf das und wird mit größeren Anteilen am Betrieb beteiligt, wobei aber niemals mehr als 49% erreicht werden kann, sonst käme es zu einer Monopolisierung von Unternehmensanteilen, und damit einer Konzentration von Reichtümern bzw. Macht, die sich negativ auf die anderen Arbeiter auswirken muss. Gibt es weiterhin arbeitslose Menschen, sollte man mit ihnen darüber nachdenken, ob sie arme Länder bzw. Kontinente wie Afrika aufbauen wollen, damit auch dort Wohlstand stattfinden kann.

5. Abschaffung des Notensystems in der Schule: Anstatt von reiner Leistungsmaximierung wird in der Schule der vorwiegend Erkenntnisgewinn und die Charakterbildung stattfinden. Schüler sollten wählen dürfen worauf sie die Lernschwerpunkte setzen. Natürlich müssen sprachliche, mathematische, gesellschaftliche Grundlagen verstanden werden, aber das Leben soll nicht mehr von einer schlechten Note in einem Fach abhängen, welches einem nicht liegt. Menschen sind unterschiedlich, haben unterschiedliche Bedigungen bei denen sie aufwachsen, es ist absurd alle in ein Schema pressen zu wollen. Das Lehrpersonal, die Unterrichtsmaterialien müssen systematisch erweitert werden. Studiengebühren werden abgeschafft, stattdessen erhalten Studenten Gehalt, weil Wissen und Reflektion die Zukunft aller Gesellschaften ist. Finanzierung ergibt sich u.a. aus Punkt 2, 3 und 6.

6. Abschaffung der Bundeswehr und des Geheimdienstes:  Derzeit ist der Etat der Bundeswehr größer als der Etat für Soziales. Der Zweck der Einrichtung ist Mord und Totschlag. Im Zuge des NSU hat der Geheimdienst seine Überflüssigkeit bewiesen. Insofern ist eine Abschaffung dringend notwendig. Andere Nationen sollten diesem Beispiel folgen und ihre Waffen ebenfalls entsorgen, um unser aller Wohl. Die Gelder werden anstatt in Drohnen usw. in Schulen, Krankenhäuser, Altersheime, Kindergärten usw. investiert und das Personal entsprechend für den allgemeinen Markt freigegeben, wodurch sich erneut Arbeitszeitverkürzungen für alle ergeben werden.

7. Was kostenlos werden soll: Kostenlose Armen-, Kranken-, Behinderten- und Rentnerversorgung mit reichlich Fachpersonal. Wohnen und öffentliche Verkehrsmittel sind ab sofort ebenfalls kostenlos. Verwaltung der Armen- Kranken-, Behinderten- und Altershäuser, Mietwohnungen, Immobilien übernehmen die verschiedenen Räte in den Kommunen. Nahrung, Gesundheit, Ruhestand, Wohnen und Mobilität sind zutiefst menschliche Bedürfnisse und müssen dementsprechend besonders geschützt werden. Asylbewerber sind per se aufzunehmen und wie alle anderen mit Wohlstand zu überschütten. Finanzierung ergibt sich u.a. aus Punkt 2, 3 und 6.

8. Abschaffung der Atomkraftwerke zugunsten regenerativer Energien. Der Atommüll ist eine Bedrohung für alle kommenden Generationen und sämtliche Rohstoffe sind begrenzt, deswegen muss auf regenerative Energie gesetzt werden.

Umsetzung wäre noch dieses Jahr möglich, wenn die Antipartei existieren und über 50 Prozent der Stimmen erhalten würde.

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The Walking Dead

Ich wünsche mir eine Zombieapokalypse, weil es das Leben aufrichtiger und übersichtlicher machen würde. Die Jagd nach Geld, Jobs und einem besseren sozialen Status auf Kosten anderer Menschen wäre beendet. Die lärmende, stinkende, giftige Industrie des menschlichen Krebsgeschwürs auf Kosten der Natur und aller Lebewesen würde den stöhnenden, trotteligen und langsamen Zombies weichen, die leicht mit einigen Kopftreffern auszuschalten wären. Das Endzeitszenario mit einer Gruppe von Überlebenden, die gegen Massen von Untoten vorgeht, ist längst das Alltagsempfinden von Millionen Menschen im gegenwärtigen wirschatlichen System. Jetzt hat man auch nur seine Familie und eine handvoll vertrauenswürdiger Freunde mit denen man allein, jeder gegen jeden, im permanenten Konkurrenzkampf um die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse kämpft, und gibt gleichermaßen vor, es sei Ausdruck von Fortschritt, Wohlstand und Zivlisation. Das Recht des Stärkeren und die Verlogenheit unserer Gesellschaft lässt sich leicht an den täglichen Bergen von Hungertoten ablesen, die neben den Bergen von verschwendeten Lebensmitteln entstehen. Längst zerfleischen wir uns als Menschheit gegenseitig bei vollem Bewusstsein, während wir in modischen Klamotten in hippen Clubs tanzen, mit unseren polierten Fahrzeugen durch die Betonwüsten fahren und auf Flirtportalen nach dem nächsten Geschlechtspartner suchen, welcher genauso beliebig gewählt wie ausgetauscht wird. Ich tausche gerne meine 40-50 Stunden Arbeitswoche gegen ein paar Stunden Zombies zertreten und Vorrätebeschaffung, denn ich gewinne dadurch meine Mündigkeit und Autonomie zurück. Es würde auch mehr Gerechtigkeit herrschen, denn niemand stirbt mehr weil es ein gesellschaftliches Prinzip so will, welches sich verselbstständigt hat und nur noch durch religiösen Fanatismus überlebt, sondern aufgrund einer natürlichen Katastrophe: Der Zombies. Lieber lasse ich mich innerhalb weniger Minuten zerfetzen, alsdass ich die Bitterkeit eines anonymen, machtlosen Arbeitslebens in mir trage, die in jedem von uns Einzug hält, wie ein Tier, das einst in die Gedärme kroch um dort zu sterben. Dieser verderbliche Geruch hat alle Hoffnungen und jeden Mut für Veränderungen erstickt. Von der Pest betrunkene, verzerrte Körper und Gesichter schleppen sich in U-bahnen, Autos, Bussen und auf Rolltreppen zu Arbeitsplätzen, um mit dem Schritt über die Schwelle des Unternehmergeländes eine Lohnsklavenmaske aufzusetzen, die die Apologeten, Priester und Missionare unseres kapitalistischen Systems, aber auch die Werbebranche, die Schule, die Eltern und ihr Umfeld ihnen angedichtet hat. Tagtäglich werden lustige Dinge für Wesen hergestellt, die unglücklich sind. Das Blut ist aus unseren tapferen Lohnarbeitern geronnen, längst ist von ihrer Menschlichkeit nur noch ein kümmerliches Häuflein übrig, den Zombies gleich, – deren einziger Antrieb anstelle von Menschenfleisch Geld ist. Die Überlebenden der Zombieapokalypse müssen sich nicht mehr für einen irrationalen Selbstzweck aufreiben, sondern nur noch für das persönliche, reale Überleben von ihnen und ihrer Gruppe, während unsereins sich bei niemanden seiner Solidarität sicher sein kann, weil in unserer Gesellschaft Geld mehr zählt als eine tiefe menschliche Bindung und dieser Umstand jegliche Empathie erstickt hat, wie sonst wäre die Schoa möglich gewesen? Es gäbe keine Illusionen mehr, man wüsste, jeder Fremde muss erst beweisen, dass er ein Freund ist indem er sein Leben für den Anderen riskiert. Der Tod der anderen wäre permanent präsent und nicht verschüttet unter dem Lärm von Partys, Autos, Industrie, Medien, politischen Reden, der strebsamen Arbeiterhände und Meetings in Konzernzentralen. Wir würden alle als Wunden offen liegen, die Welt mit unserem Blut überschütten und nicht mehr nur einige von uns.

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Stiller Abstieg

Ein alter Arbeitskollege schreibt mir eine E-Mail. Er ist mittlerweile 30 Jahre alt, hat eine Frau und ein zweijähriges Kind. Damals war er mein Vorgesetzter und hatte genug Geld für Auto, Computer und Partys. Das letzte was ich von ihm hörte war, dass er seinen alten Job geschmissen hat und etwas neues machen wollte. Nun schreibt er aber: „Es tut mir leid dich bitten zu müssen, ob Du mir irgendwie helfen kannst. Mir geht es finanziell sehr schlecht, habe meinen Job verloren. Hast Du vielleicht die Möglichkeit mich bei (beliebige Firma einsetzen) zu empfehlen? Wenn mir nicht bald etwas einfällt müssen wir aus der Wohnung raus, weil wir die Miete nicht mehr bezahlen können.“ Man kann jetzt sagen es war naiv von ihm ein Kind zu zeugen und dann nicht ordentlich gearbeitet zu haben, aber diese Schicksäler sind im Kapitalismus vorprogrammiert. Wer nicht ständig hochflexibel schuftet und funktioniert, der darf auch nicht konsumieren oder auf ein halbwegs erträgliches Leben hoffen, denn dann ist er nur noch ein ungerechtfertigter Kostenfaktor, der keinen Profit abwirft, und damit völlig überflüssig. Dementsprechend fühlt sich das betroffene Subjekt. Zukunftsängste und Schuldgefühle treiben nun meinen Kollegen in den Wahnsinn. Er weiß nicht wie er seinem Kind etwas bieten soll, wie er und seine kleine Familie zurecht kommen sollen, was nur noch durch die Schuldzuweisungen an die eigene Person übertroffen wird. Da mir natürlich auch nicht das Glück zuteil wurde ein Millionenvermögen geerbt oder „verdient“ zu haben, und kein Ausbeuterbetrieb bzw. Konzern auf meine Meinung hört (wäre ja noch schöner), bleiben mir nur die üblichen Informationen, wie man hierzulande an Geld kommt: Teilzeit- und Zeitarbeitsjobs, die am ehesten noch Menschen wie ihn nehmen, die einen ordentlichen Bruch im Lebenslauf haben. Seine Naivität hat auch eine ideologische Grundlage, schliesslich hatte er bislang auf der Sonnenseite gelebt, musste zumindest nicht auf jeden Euro achten, und konnte den Sprüchen der Politik von der sozialen Marktwirtschaft glauben, weil er nach der Schule direkt einen Ausbildungsbetrieb fand, der ihn hinterher auch für einige Jahre übernahm. Sein Leben funktionierte trotz aller kapitalistischen Zwänge. Jetzt lernt er auf die harte Tour wie unsere Ökonomie für die Verlierer des Marktes funktioniert. Inwieweit das zur Reflektion oder Rebellion führt ist natürlich schwer zu sagen, vorallem wenn er horrende Verantwortung für sein Kind hat. Ein Kind soll um die 250 000 EUR bis zum 18. Lebensjahr kosten, dieses Geld will erstmal erworben sein. So ein sozialer Abstieg verläuft still und heimlich neben den saufenden, jubelnden und paarungswilligen Partygängern, den gesunkenen Arbeitslosenzahlen und den horrenden Reichtümern auf der Welt. Man sieht an solchen Schicksälern genauso vorbei, wie an den Obdachlosen auf der Straße oder den Hungernden in Afrika. All das gilt als Normalität, als Verschulden des Einzelnen, die Realität wird umgebogen damit man selbst weiterhin funktionieren kann, wie man es gewohnt ist.

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Fragmente aus einem falschen Leben

Die Menschheit existiert in Lohnarbeit und produziert jeden Tag Zustände in denen es normal ist die Menschen, Tiere und die Umwelt systematisch zu zerstören. Milliarden Menschen können sich nichts schöneres vorstellen als an dieser Zerstörung teilzuhaben. Ihnen erscheint diese Welt als die beste aller Welten. In der Tat sind die Konsummöglichkeiten und Produktivitätssteigerungen gigantisch. Die wenigen Menschen die begriffen haben, dass es nicht mehr so weiter gehen kann, ergiessen sich in Fatalismus, Hedonismus, blinden Aktionismus und verlieren sich im Treibsand einer verlorenen Gesellschaft, die es aus ideologischer Verblendung für notwendig hält, Irrsinn als Vernunft umzudeuten. Dabei müssten die Lohnabhängigen bloss ihren alltäglichen Überlebenskampf zum Anlass nehmen, um über ihr Leben zu reflektieren.

Jeder Mensch in diesem System ist Junkie, Hure, Zombie und Sklave in einer Person.

Wir sind Junkies, weil wir regelmäßig unsere Finanzspritze bzw. Lohn brauchen, mit dem wir unsere stets steigenden Lebenshaltungskosten finanzieren.

Wir sind Huren, weil wir täglich auf dem Straßenstrich genannt Arbeitsmarkt anschaffen gehen. Und jedem zahlungskräftigen Arbeitgeber unsere Fähigkeiten, unseren Körper und unsere Seele anbieten. Wir verkaufen unser unendliches Potential, unsere Lebenszeit und Lebenskraft für ein paar Euros, ohne Aussicht darauf, dass es jemals aufhören wird. Erniedrigungen, Demütigungen und Missbrauch sind unser täglich Brot, welches wir demütig annehmen um Überleben zu können.

Wir sind Zombies, weil wir glauben in der besten aller Welten zu leben und dem Gehirntod gleich den üblichen Sprüchen von Medien, Politikern, Kollegen, Verwandten und Freunden glauben. Wir übernehmen Vorurteile, Traditionen und Ideologien, verteidigen sie im Laufe unseres Lebens mit allen Mitteln, statt sie in einem langen Reflexions- und Selbstreflexionsprozess zu hinterfragen. Wir fallen auf den Märkten übereinander her, zerfleischen unsere Bedürfnisse und Hoffnungen, deren Befriedigung nur die Stärksten erfahren, während die Schwächsten sofort oder über einen langen Zeitraum sterben. Hierbei geht auch die Umwelt zugrunde.

Wir sind Sklaven, weil wir unsere Lebenszeit als Arbeitszeit verstehen. Es herrscht Arbeitszwang, wer nicht arbeitet verliert an Lebensqualität, wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und als wertlos betrachtet. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir am Arbeitsplatz und haben dort gelernt Charaktermasken aufzulegen und in einer bestimmten Rolle wie ein Zahnrad zu funktionieren. Wir sind als Lohnabhängige so austauschbar wie Zahnräder. Wir sind Sklaven, weil wir eine Sklavenmentalität haben, die Faulheit als Qual erscheinen lässt, die Sozialhilfeempfänger als Schamrotzer definiert, die fundierte und grundlegende Kritik als utopisch oder naiv brandmarktet, die Anarchismus als Chaos definiert. Und das obwohl unsere gegenwärtige Gesellschaft das größte Chaos hervorgebracht hat, das permanent und systematisch von allen Lohnabhängigen qua ihrer Arbeitskraft erarbeitet und aufrechterhalten wird.

Das Chaos beginnt im Bildungssystem

In der Schule werden wir bereits als Kinder mithilfe der Noten auf Leistungs- und Wettbewerbsprinzpien konditioniert und gezüchtigt. Man spaltet die jungen Menschen in verschiedene Leistungskategorien und definiert damit wieviel wert sie sind. Eltern möchten das ihre Kinder gute bis sehr gute Noten erbringen, erbringen sie diese nicht, versteht das Kind schnell, das die Eltern enttäuscht sind. Anerkennung und Liebe erhält man als Kind oft nur dann besonders intensiv, wenn die Leistungen in der Schule stimmen. Das ist nur ein Grund von vielen, der dazu führt, dass wir unsere Identität in den meisten Fällen über unsere Leistungen und Leistungsfähigkeit definieren. Weiteres findet sich in Büchern von Autoren wie Arno Gruen. Wir fühlen uns erst dann als vollständiger, wertvoller und liebenswerter Mensch, wenn unsere Leistungen überdurchschnittlich sind. Daher auch der unglaubliche Drang im Berufsleben voranzukommen, zu funktionieren oder Schönheitsidealen zu entsprechen. Allgemein wird das gern Egoismus genannt und als charakterliche Schwäche bezeichnet, die allgemein der gesamten Menschheit zugeschrieben wird. Mittlerweile gilt es als populär die Menschheit als Krankheit zu bezeichnen. Jedoch wird dabei völlig vergessen, dass Egoismus mit dem Wettbewerbs- und Leistungsorientierten Schulunterricht anerzogen wird und auf ökonomischer Ebene sogar überlebensnotwendig ist.

Inhalt & Ziel der Ökonomie

Das zentrale Moment der Ökonomie besteht darin für den Tauschwert Milliarden Menschen, Tiere und zehntausende Quadratkilometer Natur aufzufressen und entfremdet auszukotzen. Industriegebiete sind Kriegsgebiete. Es sind Gebiete, die in Beton und Stahl gegossen wurden um konzentriert Profite zu scheffeln. Zwischen Autobahnen, Hauptstrassen, Flughäfen, S-Bahnen, Zügen, Discounterhallen, Logistikzentren, anderen diversen Konzernen und tobenden, lärmenden Kraftfahrzeugen lagern neben Müll und Schrott, die erbärmlichen menschlichen Existenzen. Ehrgeizig arbeiten die Menschen tagtäglich an der Realisierung der Apokalypse, der Hölle auf Erden, ohne je ihre Beteiligung daran zu erkennen. Die globale Identifikation mit dem Arbeits-, Leistungs- und Wettbewerbswahn, ist Ausdruck einer tiefen Entfremdung des Menschen von sich selbst und dessen Umwelt. Der Kapitalismus pervertiert das Leben zu reinen Kosten-Nutzen Aspekten und Menschen die sich damit identifizieren, betrachten z.B. den materiellen Überfluss als Ausdruck von desssen Güte und Erfolgs. Es wird gemeinhin als Freiheit verstanden sich als Hure auf dem Arbeitsstrich zu verkaufen, egal wie die Arbeitsbedingungen sind, egal welche gesundheitlichen Folgen sich daraus ergeben.

Tauschwert herrscht über Gebrauchswert, über Leben, Menschen, Tiere und alles Existierende und Nichtexistierende, also auch Fantasien und Gefühle. Grundlage der Ökonomie ist  die Maximierung des Profites, mithilfe der Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, deren Träger der moderne Mensch ist. Die Globalisierung erbrachte wachsende Teilnehmerzahlen am permanenten Wirtschaftskrieg. Die Grabenkämpfe in Büros, Verkaufszentren und Produktionshallen werden erbarmungsloser, je mehr Lohnabhängige, Huren, Sklaven, Zombies, Junkies ein Stück ab haben wollen vom allgemeinen Profit. Jeder weiß erst mit dem Verkauf der Ware, welchen Wert seine Schufterei hatte. Alle kämpfen darum zu gewinnen, aber wie üblich gibt es immer andere die noch mehr für ihren Sieg getan haben. Und man muss sich mit weniger zufrieden geben. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig. Jene mit der besseren Infrastruktur, Fachausbildung, Umsetzung der Tugenden wie Fleiß, Flexibilität, Belastbarkeit usw, Technologie und dem höchsten Eigenkapital, haben also die besten Chancen später auch über ihre Kaufkraft und dem Konsum von Produkten ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Erstrangig in unserer Ökonomie ist also die Maximierung der Profite, danach kommen die Bedürfnisse der Menschen.

Das Ziel jedes Konzerns basiert auf Profitmaximierung, auf maximale Auspressung der Ware Arbeitskraft. Je mehr ausgepresst wird, je besser die Konkurrenz, desto intensiver und länger wird die Arbeitszeit, desto höher steigt die Anzahl von gesundheitlichen Erkrankungen bspw. Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen wie Perfektionismus, Rigidität und Pedanterie. Obendrein erhalten die Lohnabhängigen nur geringe Löhne, sodass sie weiterhin nur ihre Arbeitskraft für ihren Überlebenskampf haben. Kein Lohn ist gerecht, weil man nie genug verdienen kann, um endlich nicht mehr als Hure am Markt erniedrigt zu werden. Die Vermögensentwicklung ist daher global sehr einseitig: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besaß 40 Prozent des Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent besaßen im Jahr 2000 zusammen 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. Verantwortlich für diese Entwicklung ist aber nicht der Reiche, der Politiker oder irgendein anderer Sündenbock, sondern die gesamte Bevölkerung die sich dem Prinzip der Profitmaximierung unterordnet. Herrschaft besteht heutzutage nicht mehr über Menschen, sondern über ein dialektisches Verhältnis, das im Kapital ihre Definition findet. Ob du Zeit für Deinen Partner hast, ob Du Geld für Medikamente hast, ob Du über ein Studium realisieren kannst, alles hängt von Deinen monetären Mitteln ab, da sich darüber Deine materiellen, zeitlichen Möglichkeiten und Resourcen definieren.

Die Rolle der Politik

Definiert, legitimiert und verteidigt wird diese Ökonomie von den Gesetzen, dem Gewaltmonopol und den Parteien. Keine der größeren Parteien möchte den Kapitalismus abschaffen. Ziel der Politik ist vorrangig die Haushaltskonsolidierung, wenn danach etwas Geld übrig bleibt, sieht man sich an, was man von seinem Parteiprogramm noch realisieren könnte. Stets werden Wahlversprechen gebrochen. Stets fühlen sich die Bürger nicht von ihren Politikern vertreten oder ernst genommen. Regelmäßig wird gegen einzelne Probleme protestiert, anstatt das große Ganze im Blick zu haben. Immer wieder wird der Staat als neutrale Instanz betrachtet, obwohl dieser mit seinen Gesetzen, mit seinem Gewaltmonopol für den Konkurrenzkampf und die Profitmaximierung ist. Kein Konkurrent am Markt kann das garantieren was der Staat garantieren kann. Der Staat bestraft jene die nicht arbeiten wollen sowie er jene bestraft die es mit der Ausbeutung etwas übertrieben haben. Denn wir wollen sozial ausbeuten und vernichten, soviel haben wir aus der Geschichte gelernt. Der Staat dient also genauso der Profitmaximierung wie jeder Konzern weltweit. Jede Partei die den Staat übernehmen statt abschaffen will, geht konform mit dieser zerstörerischen Wirtschaftsform. Die einzelnen Politiker der jeweiligen Parteien stellen lediglich die Details der Form wie in den nächsten 3-4 Jahren ausgebuetet werden soll ein. Sie ändern nichts fundamentales an der praktizierten wirtschaftlichen Ordnung. Alles andere würde schliesslich auch ihre eigenen Interessen verletzten. Parteien sind auf Machterhalt aus und betreiben daher nicht einfach nur im Wahlkampf Populismus, sondern begnügen sich ähnlich bescheiden, im alltäglichen Geschäft mit er Erhaltung und Wahrung der Ausbeutung der Lohnarbeiter, die stets als Freiheit umgedeutet wird.

Reichtum & Armut

Das reichste Prozent der weltweiten Bevölkerung besitzt 40 Prozent des gesamten Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent zusammen etwa 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. 946 Milliardäre der Welt besitzen 3,5 Billionen Dollar.  Die Uno schätzt, dass es 300 Milliarden Dollar kosten würde, das Einkommen der ärmsten Milliarde Menschen über die Schwelle der extremen Armut anzuheben. Das wäre weniger als ein Sechzigstel des Einkommens der reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung. Die reichsten acht Männer der Welt könnten diese Summe alleine bezahlen. (Quelle der Daten ohne Verlinkung: „Uns gehört die Welt“ von  Klaus Werner Lobo)

Laut der Welthungerhilfe hungern weltweit 925 Millionen Menschen. Laut dem Welthunger Index 2010 befinden sich 29 Länder in einer sehr ernsten Hungersituation, davon sind besonders Bangladesh, China, Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien und Pakistan betroffen. Laut Unicef sterben pro Jahr 2,2 Millionen Kinder an den Folgen von Mangel- und Unterernährung, das sind über 6000 Kinder täglich. Täglich sollen laut BMZ zwischen 25 000 und 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben.  195 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind zu klein für ihr Alter und damit unterentwickelt. 129 Millionen Kinder sind untergewichtig, 880 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung (laut Oxfam), 17 Millionen Menschen, davon 21.000 Kinder täglich, sterben an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose, 5 Millionen davon aufgrund des mangelnden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Milliarden – mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung – leben ohne sanitäre Basisversorgung.

Hunger gibt es weil das Bedürfnis der Hungernden nach Nahrung, nicht mit Kaufkraft befriedigt werden kann. Das kapitalistische System betrachtet die Bedürfnisse der Hungernden als nicht legitim, da keine monetären Mittel zur Verfügung stehen. Also ist es gemäß der zynischen Logik der „sozialen Marktwirtschaft“ nur gerecht, wenn sie verhungern. Die Menschen die in derart verarmten Regionen ihr Dasein realisieren müssen, nehmen alles in Kauf um zu überleben. In Manila auf den Philippinen leben ca. 15 000 sogenannter Müllmenschen. Der Smokey Mountain ist voller Müllberge die bis zu 40 Meter hoch sind und gilt als Wahrzeichen der Hafenstadt. Hunderte starben bereits unter Mülllawinen, um ein paar Cents fürs Überleben zu ergattern. Andere flüchten vor dem Hunger, den Müll, den Kriegen, dem Chaos das die Globalisierung angerichtet hat und wollen ihr Glück in Europa versuchen. Wenn sie nicht gerade wie ca. 2000 Menschen im Jahre 2011 vor Europas Küsten ersaufen und tatsächlich ins gelobte Land gelangen, werden sie hierzulande mit Fremdenfeindlichkeit, Isolation und Ablehnung begrüßt. „Diese Schweine wollen uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen“ Sind dann die typischen Bemerkungen aus dem konservativen Bürgertum. Klar, das Überleben hängt auch in Europa von den Vergütungen am Arbeitsstrich ab.

Während also hunderte Millionen Menschen hungern, werden laut Recherchen des Filmemachers Valentin Thurn allein in Deutschland  jedes Jahr bis zu 15 Millionen Tonnen frischer Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden EUR weggeworfen. Das wird allgemein als „Wegwerfmentalität“ empört beklagt. Dabei handelt es sich sowohl bei den Hungertoten als auch bei der Überproduktion von Lebensmitteln um im Kapitalismus fest eingeplante Zustände. Das Wegwerfen von Produkten ist fest im Kaufpreis einkalkuliert. Man investiert kein Geld in Hungernde, wenn diese nicht voller Dankbarkeit in naher Zukunft horrende Profite abwerfen. Obendrein lassen sich Hungernde leichter dazu überreden ihre Umwelt, ihre Gesundheit für Geld aufs Spiel zu setzen. In den Produktionshallen in China vergiften sich regelmäßig Mitarbeiter, Afrika ist längst zur Müllhalde Europas verkommen und wird gleichzeitig als reines Rohstofflager missbraucht. Genauer ist Armut notwendiger Ausdruck der Logik des Marktes. Es gibt Verlierer und Gewinner in der täglichen Maschinerie der Profitmaximierung. So wie es in Europa Millionen Menschen in Arbeitslosigkeit gibt, weil es einerseits nicht genug Arbeit gibt, die halbwegs ordentlich bezahlt wird, so gibt es in ärmeren Regionen ohne Industriegebiete, ohne Kaufkraft, ohne Infrastruktur usw. Millionen Menschen, die als Hungernde und Verhungernde zu den Verlierern am Markt gehören. Keiner will nachhaltig in Afrika die notwendigen Milliarden investieren, da keine Garantie für horrende Renditen vorliegen. Kapital fliesst immer dorthin, wo die Profitmaximierung am förderlichsten erscheint. Hungernde, Arbeitslose gelten als die überflüssigen Humanressourcen im Kapitalismus. Sie können absterben, da ihre Arbeitskraft nicht gebraucht wird. Ohne Arbeitskraft die sich am Arbeitsplatz, am Markt realisiert, keine legitimen Bedürfnisse die via Kaufkraft befriedigt werden können bzw. sollen. Wer nicht arbeitet der soll auch nicht essen, egal ob er nun daran schuld ist oder nicht.

Es ist also so, dass auf dieser Welt Armut und Reichtum nebeneinander existieren.  Es stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen extremer Armut und extremen Reichtum gibt. Wer ist verantwortlich für diese Entwicklung? Sind die Reichen gierig und die Armen nicht leistungswillig? Warum wird die Produktion von Luxusgütern vollzogen, aber die Versorgung der Hungernden unterlassen?

Die Gegensätze in der Gesellschaft, sind Ergebnis der Zielsetzung der Ökonomie und Politik. Während täglich tausende Menschen verhungern, arbeiten andere als Sklaven des Kapitals und verkonsumieren sofort wieder ihre Einkommen. Diese Lebensweise zerstört nicht nur Menschenleben, sondern auch die Umwelt. Es ist teuer die Umwelt zu schützen und extrem profitabel sie ohne Rücksicht auf Verluste auszubeuten. Jährlich werden 130 000 km² Waldflächen gerodet. Täglich sollen mehr als 120 Arten aussterben. Arten sterben während der Verkehr lebt. 2008 wurden mehr als 3,7 Milliarden Tonnen Güter durch die Welt kutschiert. Tagtäglich fahren allein in Deutschland mehr als 44 Millionen Kraftfahrzeuge durch Betonlandschaften. Weltweit sollen 1 Milliarde Fahrzeuge unterwegs sein. Keine Sekunde ist ohne giftige Abgase. Die Industrie pumpt ihr Gift in enormen Ausmaßen auch in die Weltmeere. Es sollen sich mehrere Millionen Tonnen Kunststoffmüll und damit bis zu 18 000 Kunststoffteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche in allen Weltmeeren befinden. Frankreich schüttet darüberhinaus jedes Jahr und ganz legal 33 Millionen 100-Liter-Fässer radioaktives Abwasser ins Meer. Jedes Jahr werden 12 000 Tonnen weiterer radioaktiver Müll produziert, obwohl weltweit kein sicheres Endlager existiert. Diese systematische Zerstörung der überlebensnotwendigen Umwelt hat ihre Ursache im Streben nach Profit. Seit Jahrzehnten bekommt man das Problem nicht in den Griff, weil Umweltschutz sehr teuer ist. Statt die kapitalistische Produktionsweise zu hinterfragen, verschliessen die Menschen die Augen vor der Zerstörung, die sie mit ihr anrichten und verteidigen sie auch noch als besonders wirtschaftlich und effizient.

Ein gutes Beispiel ist neben Dserschinsk, Bajos de Haina, Kabwe usw. die chinesische Großstadt Linfen. Dort verdrecken zahlreiche Schmutzstoffe die Provinz Shanxi, u.a. mit Giften wie Arsen, Blei, Kohlenmonoxid, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen. In der kleinen Stadt La Oroya in Peru, werden tagtäglich 800 Tonnen giftiger Gase abgelassen und Abwässer ungefiltert in den Fluss geleitet. 100 000 Tonnen ausgemusterter Elektrogeräte werden jährlich allein von Deutschland nach Afrika gebracht. Nur ein Bruchteil ist überhaupt funktionstüchtig.  Öko-Aktivist Mike Anane in Ghana meint dazu: „Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“.  Im Delta des Niger verseucht das Öl seit 50 Jahren Natur und Menschen. Jedes Jahr fließen dort 180 000 Tonnen Rohöl in  die Mangrovenwälder des Delta. Nach Informationen des United Nations Environment Programme (UNEP) von 2005 schwimmen durchschnittlich bis zu 13.000 Plastikteilchen auf jedem Quadratkilometer Ozean. Der Dokumentarfilm Plastic Planet behauptet sogar, dass jeder von uns Bestandteile von Plastik im Blut hat. Chemikalien, Schwermetalle, Öl, Dünger, Nitrat, Phosphat, Pestizide, Herbizide, Fungizide, Kohlendioxid, Stickoxide, Ammoniak, Schwefeldioxid, Radioaktive Stoffe sind bloss einige der widerlichsten Ausgeburten die für unsere Zivilisation nutzbar machen. Die verschmutzung von Gewässern, Luft, Boden und so weiter ist allgegenwärtig und breitet sich mit dem sogenannten Fortschritt der Ökonomie weiter aus. Das Artensterben, die Rodung der Wälder, der Verlust unendlich wertvoller Gebiete, gehört zum Normalbetrieb des Kapitalismus und an dem wirken wir alle als Lohnabhängige mit. Wir glauben an die Richtigkeit, der Vernichtung von Resourcen im Dienste des Kapitalismus. Unsere bisherigen Zweifel haben bloss zu Green Washing, also Marketingkampagnen statt wirklichem Umschwenken geführt.

Die Liste der Formen wie Umwelt zerstört wird, liese sich endlos und ähnlich willkürlich fortführen. Die Überproduktion an Waren führt zu einer inflationären Ausbeutung der Resourcen dieses Planeten. Der Wahn nach Profit findet seine logische Konsequenz in der wahnhaften Zerstörung allen Lebens und aller Lebensgrundlagen. Der Planet ist begrenzt, nicht aber der systembedingte Zwang zum Wachstum. Der ist unendlich.

Warum machen die Menschen soetwas mit?

Bewusstlosigkeit! Die Arbeit hält die Menschen gefangen. Charakterbildung, Sozialisation im Kapitalismus, in der Schule (Noten- und Konkurrenzsystem) führen zur Identifikation mit Leistung, Wettkampf und Egoismus. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden und nicht zum Anlass genommen das System zu hinterfragen. Als Kind vertraut man seinen Eltern, Lehrern usw. hält eigene Zweifel, Bedürfnisse zurück, erachtet die Noten gleichsam wie der Vormund zur höchsten Instanz über den eigenen Wert als Mensch. Nach etlichen Jahren der Vorkämpfe im Bildungssystem geht es weiter im Berufsleben, bei der die eigene Abhängigkeit vom Leistungsvermögen und dessen Bewertung über Lebensqualität bzw. Sozialen Auf- und Abstieg entscheidet. Wird der eigene Lebensweg, bürgerliche Charakter und dessen Leistungsfähigkeit als profitabel genug bewertet, führt das zum erfolgreichen Abschluss eines Arbeitsvertrages, der solange aufrecht erhalten wird, wie die Leistung stimmt. Dem Ideal höchster Leistungsfähigkeit rennt daher fast jeder Mensch im Kapitalismus nach, weil er sich davon höchste Lebensqualität verspricht. Da dies aber jeder Marktteilnehmer global tut, gibt es aufgrund der verschiedenen Lebensbedingungen, Erfahrungen und Fähigkeiten zwingend zu Verlierern und Gewinnern. Im Kapitalismus können nicht alle Menschen gewinnen, weil Profite stets auf Kosten anderer zu machen sind. Alle Einkommen folgen aus den Profiten, die die Arbeitnehmer am Markt gegen andere Arbeitnehmer erstritten haben, weil sie profitabler gearbeitet haben. Profitabler ist man dann, wenn man mit wenig Lohnkosten teure Produkte erarbeitet und verkauft hat. Der höchste Abstand zwischen Kosten und Gewinn ist also Hauptkriterium für die Bewertung von Rentabilität. Obendrein werden nur die Bedürfnisse befriedigt, die mit Geld legtimiert werden können. Der Zweck der kapitalistischen Produktionsweise liegt in der Profitmaximierung, weshalb Hungernden trotz horrender Lebensmittelberge die Befriedigung ihrer Bedürfnisse verweigert wird. Womit wir wieder bei der Ausgangslage wären. Die Menschen verhungern weil die Welt im Kapitalismus nicht für ihre Bedürfnisse eingerichtet ist, sondern für die Bedürfnisse des Kapitals, der Profitmaximierung und des Wachstums. Das erkennt man auch an der Zerstörung der Umwelt, der Armut in aller Welt, Die sozialen Schwierigkeiten zwischen den Menschen (Familiendramen, Amoklauf etc) folgen aus der Vernachlässigung der Beziehungen zwischen den Menschen, da immer mehr Zeit und Kraft für die Maximierung der Profite aufgewendet wird. Je mehr die Menschen in dieses System investieren, desto mehr verlieren sie. Die Welt ist schlecht, der Mensch ist schlecht, der Grund liegt in diesem Umstand. Der Mensch entmachtet sich selbst. Er verhindert seine Emanzipation, die Durchsetzung seiner eigentlichen Bedürfnisse.

Die Parteien und die Konzerne wollen Profite machen und setzen alles daran möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen, denn Profite lassen sich nur über möglichst viele produktive Arbeiter erzielen. Arbeit gilt nur aufgrund dieser Realität im Kapitalismus als das höchste Gut. Erst kommt der Profit und dann kommen die Bedürfnisse der Menschen, denn ohne Profit gibt es keine Produktion oder Einkommen. Die Arbeit hält die Menschen zeitlich, körperlich und geistig gefangen. Es fehlt die Zeit und die Kraft sich die Hintergründe der Welt anzusehen oder eigenes Handeln und Denken zu hinterfragen. Das gesamte Leben wird von Generation zu Generation immer besser den Bedürfnissen des Kapitals angepasst, wodurch die Arbeitsintensität im Beruf steigt. Zivilisationskrankheiten und Entfremdung sind die Folge. Diese Bewusstlosigkeit hängt auch mit der Sozialisation im Kapitalismus zusammen, die den Charakter der Menschen auf Wettkampf, Leistung und Egoismus abrichtet. Das fängt bereits in der Schule mit dem Notensystem an. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden. Als Kind vertraut man seinen Eltern und Lehrern, identifiziert sich also mit deren Kritik und Bewertung. Diesen Prozess die Eltern und Lehrer in ihrer eigenen Kindheit durchgemacht. Durch die Identifikation mit Leistung und Wettkampf kommt es zur Akzeptanz der kapitalistischen Gesellschaft. Die Natur des Menschen wird als egoistisch betrachtet.

Emanzipation der Menschheit von der politischen Ökonomie

Die Bewusstlosigkeit jedes einzelnen Menschen muss also durchbrochen werden. Das geht nur wenn jeder einzelne Mensch sich ständig selbst hinterfragt, mit all seinen Gedanken und Handeln. Jeder muss sich selbst mit den Problemen der Welt konsequent auseinandersetzen, kritische Theorie durcharbeiten, diskutieren und sich im Kampf gegen Unmündigkeit und das Kapital basis-demokratisch organisieren. Die Menschen sollten sich endlich wieder für das verantwortlich fühlen was in der Welt geschieht und sich nicht mehr ohnmächtig zurückziehen und alles der Politik beziehungsweise den anderen überlassen. Es hängt von der eigenen Aktivität und Wahrnehmung ab, ob Menschen verhungern müssen, wofür, wielang gearbeitet wird und worin der Zweck und Inhalt sämtlichen Lebens auf diesem Planeten besteht.

Es geht um nichts weniger als die Emanzipation der Menschheit von dem heutigen ökonomischen, politischen Prinzip, das derart wertvolle Opfer verlangt, dass wir uns selbst verlieren würden, wenn wir dem weiter mit dieser eisernen Disziplin und Selbstausbeutung nachkommen. Wenn wir die Arbeitszeit für Millionen von Menschen nicht deutlich verkürzen, die sogenannten Arbeitslosen zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft machen, alle verfügbaren gesellschaftlichen Mittel einsetzen um nicht nur die Armen und Hungernden zu nähren, sondern auch eine Perspektive für Jedermann zu bieten, wird man nur noch als Zyniker oder verbissener Menschenfeind überleben können indem man auf möglichst tägliche Amokläufe und einen baldigen alles zerstörenden Atomkrieg hofft. Die Menschheit ist in der Lage sich von irrsinnigen Theorien oder Vorstellungen zu emanzipieren. Sie hat Götter geköpft. Sie hat Könige geköpft. Sie hat Folter, Ungerechtigkeiten und Privilegien für Minderheiten geköpft. Doch konnte bislang keine Revolution derart weitreichend sein, als dass ihre Ausführung das Ende der Geschichte, die Befriedigung aller Wünsche und Bedürfnisse von allen Menschen bedeutet hat. Solange dies nicht der Fall ist, dürfen wir nicht erschöpft in den Sessel sinken und aufgeben!

Was wir brauchen ist eine neue Epoche der Aufklärung in der neue radikale Formen der Demokratie realisiert werden müssen, die die Menschen tagtäglich an allen Entscheidungen beteiligt. Demonstrationen sind extrem wichtige Keimformen der jederzeit möglichen Emanzipation der Menschheit! Der Rechtsstaat mag ein Fortschritt zum Absolutismus gewesen sein, aber er verteidigt nicht die Natur noch die Lohnabhängigen vor dem Kapital und dessen Verwertungszwang. Jeder Staat kämpft gegen andere Staaten um Kapital, genauso wie ein Individuum auf dem Markt gegen andere Individuen konkurriert! Das ist nichts weiter als Krieg. Völker kämpfen gegeneinander um irgendwelche Reichtümer und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, obwohl sie es viel leichter hätten, würden sie ihre Ansprüche schlicht respektieren und die vorhandenen Quellen fair untereinander aufteilen. Der Mensch von heute sollte diesen Krieg beenden und sich nicht mehr vom Staat, den Parteien vertreten lassen oder sich durch den Arbeitsplatz ausreichend und fair am Reichtum der Welt beteiligt sehen. Er muss seine Bedürfnisse selbst erkennen, hinterfragen, diskutieren, vertreten und durchsetzen mit direkter Demokratie, mit einer Ökonomie die neben dieser direkten Demokratie auf Solidarität und menschlichen Bedürfnissen beruht! Die technischen Möglichkeiten sind längst gegeben

Das Internet bietet die Möglichkeit ständig mit der gesamten Welt in Kontakt zu stehen. Organisation und Kommunikation ist leichter als jemals zuvor. Informationen sind enorm schnell abrufbar. Die weltweite Vernetzung und die zunehmende Völkerverständigung sind ideale Bedingungen um internationale Solidarität zu praktizieren und die Macht des Kapitals zu brechen.

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Nationen voller Sklaven

Die „Gleichheit“ und „Gerechtigkeit“ in unserer Gesellschaft besteht darin, dass jeder Mensch das Recht hat von Kindesbeinen an als Schüler im kapitalistischen Bildungssystem zu einem „mündigen Bürger“ erzogen zu werden, der die „Freiheit“ geniesst, sich in voller Abhängigkeit zum Kapital als Ware Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt in sämtlichen Branchen und Berufen zu verkaufen. Die Unmündigkeit darin wird deutlich, wenn man sich die Wertung der Menschen über die Folgen dieses Verhaltens ansieht. Das Kapital reisst den Planeten ständig nach verwertbarem Material auf, vergiftet, vermüllt und zerstört Wasser, Tierwelt, Land, Luft und Leute, was nur durch die Beteiligung aller Individuen an der kapitalistischen Produktionsweise über ihre Arbeitskraft möglich ist. Gewertet werden diese unübersehbaren Katastrophen als Ungerechtigkeit, Unvernunft, Unmoralisch, Unsinnig, Unerwünscht, was nur mit weiteren Regeln in der Wirtschaft zu lösen sei. Ein Zusammenhang zwischen globalen Wachstumszwang von Staatshaushalten, Konzernen und der globalen Zerstörung von Umwelt oder der Verrohung menschlicher Beziehungen wird nicht gesehen.

Diese verzerrte Wahrnehmung auf die Realität sorgt z.B. für die Fortsetzung des Hungers in aller Welt, während ein paar Kilometer weiter frische Lebensmittel weggeworfen werden, weil sie keinen Käufer gefunden haben. Woher kommt dieser Blickwinkel? Die Identifikation des modernen Menschen mit Leistungs- und Konkurrenzprinzipien beginnt in der „fortschrittlichen Zivilisation“ mit dem Notensystem, dem vergleichen der Schüler untereinander, der Drohung für immer ein Versager zu bleiben, wenn die Noten sich nicht verbessern, durch die Kritik und Anleitung der Lehrer, dem Liebesentzug der Eltern, wenn die Leistungen nicht stimmen usw. Eltern, Verwandte, Lehrer usf. besitzen eine außerordentliche autoritäre Machtposition über den jungen Menschen, der ihnen vertraut, von ihnen abhängig ist, wodurch sich automatisch eine Gläubigkeit in Autoritäten bei den Schülern bzw. Kindern einstellt.

Die gesamte Identität wird mit den Jahren nach und nach darüber aufgebaut inwieweit man sich den Ansprüchen der Autoritäten bzw. der äußeren Welt angleichen kann, die man für absolut logisch und gerecht hält, weil man nichts anderes zu Gesicht bekommt und keine aktiven Rebellionen dagegen kennt. Das Kind unterdrückt im Zuge dessen eigene Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen, zerbricht chancenlos unter dem Gewicht der Ansprüche der kapitalistisch-geprägten Umgebung. Es übernimmt fortan das Lebensmotto, welches allgemeinhin für die meisten Menschen die Handlungsmaxime ist: Nur wer Leistung bringt kann Liebe und/oder Anerkennung erwarten. Anerkennung und Liebe sind in so einem gesellschaftlichen Zusammenhang immer Mangelware, also wird alles für sie getan.

Ist diese Haltung übernommen wird sie gleichermaßen als Anspruch und Lebenseinstellung gegenüber allen anderen Menschen und der Gesellschaft in allmöglichen Lebenssituationen formuliert: Was nützt mir der Kerl? Was bringt mir der Job? Wieviel bekomme ich für mein Geld im Kaufhaus? Stimmen meine Leistungen im Beruf? Ist mein Arbeitskollege nützlich für das Unternehmen? Werde ich ordentlich regiert? Werde ich gerecht bezahlt? Das Leben wird als Chance begriffen „soviel wie möglich“ herauszuholen und „das Beste daraus zu machen“. Die gesamte Welt erscheint nur dafür existent maximal ausgebeutet zu werden. Das ist nichts weiter als blanker Egoismus, der als notwendige Folge der kapitalistischen Produktionsweise entstehen muss, weil es kein anderes Ansinnen als Leistungs- und Wettbewerbsmaximen gibt, unter denen das Invidiuum sein Leben bestreiten kann. Das bürgerliche Subjekt, welches hier beschrieben wurde, ist das nützlichste Vehikel für das Kapital, weil es die notwendige Sklavenmentalität mit sich bringt.

Eine Hinterfragung der Welt findet aus einer derartigen Sklavenmentalität nicht statt. Die Spielregeln des Kapitalismus werden akzeptiert. Es dominieren z.B. in den Massenmedien immer wieder Fragen wie: Werden die Spielregeln gerecht umgesetzt? Warum greift die Politik nicht ein, wenn dieses oder jenes betrieben wird? Wenn man als Verlierer dieser Spielregeln verhungert, dann ist es aus dieser Mentalität heraus bloss gerecht, denn „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Sozialhilfe oder Solidarität gibt es nur, wenn der Betroffene zu Protokoll gibt, möglichst schnell wieder um Anerkennung und für Profite kämpfen zu wollen und entsprechende Bewerbungen verschickt, was unter dem Banner „Fordern und Fördern“ bei der Arbeitsagentur steht. Solange die Mehrheit der Menschen ihre Liebe und Anerkennung über die Leistung im Wettkampf um Profite erstreiten will, wird sie einerseits unter deren Mangel leiden und andererseits als unmündige Diender des Kapitals die Welt ungeniessbar machen.

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Gott ist geköpft, der König ist geköpft, köpft das Kapital!

Warum lässt die gesamte Menschheit zu, dass Menschen tagtäglich verhungern, sie sich mit ihrer Industrie, ihren regelrecht wahnhaften Glauben an Markt, Leistung, Kapital und Staat ihrer eigenen Lebensgrundlagen beraubt? Jeder weiß: Wachstum ist auf einem begrenzten Planeten unmöglich und doch schreit ein Jeder vom Kind bis zum Greis, vom Pöbel bis zum Präsidenten nach Wachstum! Wachstum bringt Arbeitsplätze! Bringt Reichtümer! Aber doch sind permanent Millionen von diesen Reichtümern ausgeschlossen, egal wie hoch die Wachstumszahlen auch sein mögen. Es ist nämlich das Millionenheer von Menschen die diese Reichtümer mit ihren Knochen und ihrem Hirn erarbeiten müssen, weil sie andernfalls ihr Leben nicht bestreiten können. Viel zu viele von ihnen identifizieren sich positiv mit ihrem Arbeitsplatz der sie knechtet und foltert! Der internationale wie nationale Konkurrenzkampf ist ein Hindernis für die Emanzipation der gesamten Menschheit. Hat uns dieser Kampf mit hohen Opfern zwar die unglaublichen Produktivitätssteigerungen gebracht, so scheinen heute kaum noch größere Steigerungen möglich. Tausende Firmen liefern dieselbe Dienstleistung, dieselben Produkte nur mit minimalen Unterschieden und konkurrieren auf Kosten ihrer Mitarbeiter bis zum totalen Untergang! Dieser ist garantiert, die Flut an Waren vermüllt den Planeten zusehens! Kein Produkt ist günstig genug, kein Lohn zu niedrig, kein Profit zu hoch, die Grenzenlosigkeit dieser Idiotie konnte bisher noch nicht dazu führen, dass die Menschen ebenso grenzenlos wütend wurden und sich in Massen- und Generalstreiks solidarisierten! Und das obwohl psychische, physische Erkrankungen genauso exponentiell zunehmen wie die Zerstörung der Umwelt und der Artenvielfalt! Es ist so als ob die Menschen die neue Gesellschaft, die ihnen manches Mal auf der Zunge liegt (Occupy/Gorleben/S21) lieber erschrocken ausspucken, um den alten Gewohnheiten mit bekannten Schmerzen zu frönen! Sie halten fest an einer Ordnung die in Wahrheit Chaos für das Leben auf dieser Welt bedeutet. Die Krisen wechseln sich in immer kürzeren Abständen und in immer größerer Intensität ab, sodass kaum einer mehr ohne Schwindelgefühl zu erkennen vermag worin ihre Ursachen zu liegen scheinen. Woher soll der Mensch auch noch die Zeit nehmen sich auf den steinigen Weg der Erkenntnis zu begeben, wo er doch Tag ein Tag aus, jahrelang von der Lohnarbeit geknechtet wird und wurde? Jeder von uns sinkt nach diesen alltäglichen ekelhaften Stunden am Arbeitsplatz völlig erschöpft in den Sessel, da öffnet man die Flasche Freizeit doch nur um sie in höchster Süße zu verköstigen, als sie mit erneuter Arbeit, nämlich dem Kampf und Widerstand gegen diese Zustände zu verbittern!

Aber genau hierfür plädiere ich. Es geht um nichts weniger als die Emanzipation der Menschheit von einem ökonomischen, politischen Prinzip, das in der heutigen Zeit derart wertvolle Opfer verlangt, dass wir uns selbst verlieren würden, wenn wir dem weiter mit dieser eisernen Disziplin und Selbstausbeutung nachkommen. Wenn wir die Arbeitszeit für Millionen von Menschen nicht auf 3 oder noch mehr verkürzen, die sogenannten Arbeitslosen zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft machen, alle verfügbaren gesellschaftlichen Mittel einsetzen um nicht nur die Armen und Hungernden zu nähren, sondern auch eine Perspektive für Jedermann zu bieten, wird man nur noch als Zyniker, verbissener Menschenfeind überleben können indem man auf möglichst tägliche Amokläufe und einen baldigen alles zerstörenden Atomkrieg hofft. Die Menschheit ist in der Lage sich von irrsinnigen Thesen, Theorien und Vorstellungen zu emanzipieren. Sie hat Götter geköpft. Sie hat Könige geköpft. Sie hat Folter, Ungerechtigkeiten und Privilegien für Minderheiten geköpft. Doch konnte keine Revolution derart weitreichend sein, als dass ihre Ausführung das Ende der Geschichte, die Befriedigung aller Wünsche und Bedürfnisse von allen Menschen bedeutet hat. Solange dies nicht der Fall ist, dürfen wir nicht erschöpft in den Sessel sinken! Die Antwort auf eine Revolution wie in Nordafrika kann nur eine Revolution sein die sie ergänzt und erweitert, denn Leben heißt die permanente Revolution anzutreiben um künftigen Generationen Qualen zu ersparen! Was wir brauchen ist eine neue Epoche der Aufklärung in der neue radikale Formen der Demokratie realisiert werden müssen. Die heutige Staatengemeinschaft dient dem Kapital, den reichsten Familien dieser Welt, dient Interessen die die Emanzipation der lohnabhängigen Massen blockieren und verhindern will und muss qua ihrer innewohnenden Funktionen! Kein Arbeitgeber mag Gewerkschaften! Kein Staat mag Demonstranten gegen Atomendlager oder Bahnhöfe! Und doch sind diese Demonstrationen, diese Organisationen extrem wichtige Keimformen der jederzeit möglichen Emanzipation der Menschheit von diesen ihnen feindlich gesinnten Strukturen und Konstrukten! Der Rechtsstaat mag ein Fortschritt zum Absolutismus gewesen sein, aber er verteidigt weder die Natur noch die Lohnabhängigen Menschen insoweit, als dass sie geschützt wären vor dem Verwertungszwang des Kapitals, als dass die Menschen die Möglichkeit hätten sich aus ihrer Perspektivlosigkeit und Entfremdung selbst zu befreien, die sich eben aus der Situation der Lohnarbeit und des Gesetzgebers ergeben hat! Jeder Staat kämpft gegen andere Staaten wie ein Individuum auf dem Markt gegen andere Individuum konkurriert! Das ist nichts weiter als Krieg. Völker kämpfen gegeneinander um irgendwelcher Reichtümer und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, obwohl sie es viel leichter hätten, würden sie ihre Ansprüche schlicht respektieren und die vorhandenen Quellen fair untereinander aufteilen. Der Mensch von heute sollte diese Selbstgeiselung beenden und sich nicht mehr vom Staat, den Parteien vertreten, durch den Arbeitsplatz ausreichend und fair am Reichtum der Welt beteiligt sehen. Er muss seine Bedürfnisse selbst erkennen, vertreten, diskutieren, hinterfragen und durchsetzen mit direkter Demokratie, mit einer Ökonomie die neben dieser direkter Demokratie auf Solidarität und Bedürfnisproduktion beruht! Die technischen Möglichkeiten (Liquid Democracy) sind längst gegeben!

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Wer braucht das Oktoberfest?

Die Wiesn ist ein Megaevent in Bayern und das bereits seit vielen Jahrzehnten. Die Besucherzahlen der letzten Jahre belaufen sich regelmäßig im Millionenbereich. Dementsprechend profitieren finanziell einige zehntausend Menschen von den überteuerten Preisen in den Zelten und Fahrgeschäften, im Personenverkehr, in Hotels, bei Stadtrundfahrten usw.  Die Beachtung dieses traditionellen Sauffestes ist weltweit gigantisch. Nun stellt sich schon die Frage warum diese Wiesn derart groß geworden ist und wieso es derart viele Menschen gerade in der örtlichen Umgebung dort hin zieht. Die grosse Menschenmasse, die ein gemütliches Schlendern erschweren, die bereits angesprochenen saftigen Preise, können ja wohl kaum die Attraktivität der Wiesn ausmachen. Viele Menschen werfen sich extra für diese Veranstaltung in hunderte Euro teure Trachten um darin ordentlich einen über den Durst zu saufen. Warum?

Das regelmäßige kollektive Besaufen steht für ein grundsätzliches Symptom von Entfremdung in der kapitalistischen Gesellschaft. Es ist ja nicht nur die Wiesn, die dazu einlädt zu feiern. Fußballspiele, Weihnachten, Ostern, Silvester, Vatertag, Geburtstage, die Heirat von selbsternannten Mächtigen und tausende Clubs, Bars, Pubs, bieten quasi permanent landauf landab die Möglichkeit sich mit dem Nervengift Alkohol und diversen anderen legalen wie illegalen Substanzen abzuschießen. Und diese Möglichkeit wird gerne wahrgenommen. Die Alkoholleichen gehören zum ganz gewöhnlichen Bild auf der Wiesn und überall in Europa und in der Welt. Offensichtlich scheinen nicht nur ein paar Millionen auf der Wiesn etwas miteinander zu teilen. Offenbar teilt die gesamte Weltbevölkerung den Hang sich auszutoben, sich gehen zu lassen, sich von etwas zurückzuziehen und das gemeinsam mit Freunden und Fremden zu praktizieren. Viele Menschen sterben aufgrund des übermäßigen Konsums dieser Drogen. Aber es soll hier nicht der Zeigefinger erhoben werden, es geht darum die Hintergründe des Partyhungers der Bevölkerung näher zu beleuchten.

Manipulation und Konditionierung in der Schule und im Beruf, im Sinne der inneren Logik des Systems

Die Art wie wir leben hängt eindeutig mit der Art zusammen wie wir arbeiten. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir auf der Arbeit. Zuvor haben wir einen Großteil unseres Lebens damit verbracht, in der Schule die besten Noten zu erhalten. Der Leistungsdruck und die Prinzipien des Wettbewerbes konnten wir so verinnerlichen. Ein Großteil der Menschheit identifiziert sich also mit dem Konkurrenzkampf in der Welt. Die Schwierigkeiten die daraus hervorgehen sind im Grunde genommen offensichtlich, wenn man einfach mal hinsieht. So sieht man bereits in der Schule und sicherlich auch aus eigener Erfahrung von damals, was schlechte Noten mit einem Menschen anrichten können. Fehlendes Selbstbewusstsein als Folge des Liebesentzuges durch die Eltern, weil die das Kind nur dann hochjubeln und offen als wertvoll erkennen, wenn es zum oberen Notenfeld der Klasse gehört. Natürlich mag es auch tolerante Eltern geben, die ihr Kind nicht maßregeln, ausschimpfen wenn es den Vorgaben in der Schule nicht entspricht. Aber wir wissen wie es in der Regel läuft. Es geht schliesslich „um dein Leben“, „Du lernst für dich, nicht für mich“, „Wenn Du dich nicht anstrengst, wirst Du dein ganzes Leben unglücklich sein“. Jeder hat da seine Individuellen Erfahrungen gemacht, wie mit schlechten Leistungen im elterlichen Haus umgegangen wurde. Die Folgen sind ähnlich individuell.

Manche Menschen kriegen am Ende noch die Kurve, schreiben einen Abschluss der sich halbwegs sehen lassen kann. Andere hingegen werden im Laufe der Zeit zu regelrechten Musterschülern. Der ganze Rest hat verloren. Die Schule ist eine Institution, die die Schüler unter Druck setzt. Der Lehrstoff wird innerhalb kürzester Zeit durchgezogen. Der Lehrplan orientiert sich nicht an der Individualität der Kinder, sondern an den Vorgaben des Staates, der die Anforderungen des Marktes im Blick hat. Die Schule trennt die Menschen also von einander, indem sie via Schulnoten sortiert wer einmal eine wertvolle Arbeitskraft sein wird und wer weniger wertvoll, also leicht austauschbar sein wird. Die große Masse wird später eine Ausbildung in den verschiedenen Betrieben machen und die ganze Brutalität der Lohnarbeit als Selbstverständlichkeit annehmen. Einige machen eine akademische Ausbildung und weisen schliesslich jene an, die eine berufliche bzw. minderwertigere Ausbildung gemacht haben. Der Rest bleibt in Arbeitslosigkeit oder hangelt sich im Niedriglohnsektor von einem miesen Job zum nächsten. Nachdem man also als Kind gelernt hat seine Spontanität und Individualität zurückzustellen, um später einen Job zu erhalten, von dem sie mehr oder weniger gut leben können, steigert sich mit der Zeit der Druck, den man aus der Schule kennt. Ganz still und leise wird man als Auszubildender mit immer mehr und schwierigeren Aufgaben betraut. Man lernt Verantwortung für das Unternehmen zu tragen, wie es so schön heisst.

Nach Übernahme in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis steht man also Tag für Tag seinen Mann oder seine Frau am Arbeitsplatz. Die immer selben Probleme treten auf. Kunden beschweren sich, Abläufe funktionieren nicht, müssen optimiert werden, der Chef will Rationalisierungen durchsetzen, Überstunden fallen an und auch das Privatleben gerät immer mehr unter Druck, weil die Eltern ihre Unterstützung Stück für Stück zurückziehen, nachdem sie ihr eigenes Kind fast 2 Jahrzehnte unterstützt haben. Man wird also als ganz gewöhnlicher Lohnabhängiger mit der Routine konfrontiert, die der Kapitalismus schon seit Jahrzehnten praktiziert. Millionen von Menschen kämpfen in den Büros, Baustellen, Lagerhallen dieser Welt um ihren Platz in der Gesellschaft. Es geht ständig darum die eigene Position im Unternehmen und damit auch am Markt zu sichern und erfolgreich auszubauen. Das bedeutet man muss sich als Angestellter gegenüber anderen Angestellten durchsetzen. Damit sind nicht nur die Kollegen in der eigenen Firma gemeint, sondern auch die Kollegen in anderen Firmen. Wenn der Chef Rationalisierungen durchsetzen will, dann um die Konkurrenz für einige Wochen abzuhängen oder zumindest zu ihr aufzuschließen. Überstunden sind wie ein Schlag ins Gesicht für die Konkurrenz, denn die muss da mindestens gleichsetzen, um ihre Anteile am Markt nicht zu verlieren. Natürlich gibt es effizientere Konzerne, bei denen das nicht zutrifft, die also ihre Angestellten nicht zu Überstunden zwingen müssen, damit sie als Konzern am Markt profitabel sind. Aber es geht hier lediglich um eine vereinfachte pointierte Darstellung der ökonomischen Normalitäten.

Wenn man also Überstunden schiebt, dann müssen andere Menschen nachziehen. Wenn ihr Unternehmen die geleistete Arbeit dann nicht in Profit umsetzen kann, war die Mehrarbeit für den Arsch und man gehört für diesen Tag oder u.U. für dieses Quartal zu den Verlierern. Generell wird erst nachdem produziert worden ist, am Markt, beim Verkaufen und Kaufen von Waren festgestellt, inwieweit die eigene Arbeitskraft etwas wert ist. Nicht selten kommt es zu Überraschungen. So können ineffiziente Ausbeuter der Lohnarbeit leicht pleite gehen. Andersherum können Lohnabhängige die keine Überstunden leisten wollen, die sich nicht genug für das Unternehmen einsetzen, die nicht flexibel genug sind, aus dem Unternehmen geworfen werden und durch ein willigeres Humankapital ausgetauscht werden. Wir haben Millionen Arbeitslose, daher ist das überhaupt kein Problem und jeder kennt diese Angst jederzeit rauszufliegen, nicht gut genug zu sein. Man findet diese Ängste bereits in der Schule. Als Kind glaubt man zu wenig wert zu sein und das setzt sich schliesslich im Job fort. Man wünscht sich Anerkennung und die erhält man nur durch Leistung, bzw. Leistung die gesellschaftlich anerkannt wird. Und diese anerkannte Leistung kann man vorwiegend nur am Arbeitsplatz erwirtschaften. Arbeitslose sind nichts wert in dieser kapitalistischen Gesellschaft, sie kosten der Gesellschaft sogar etwas und dementsprechend minderwertig fühlen sich Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind. Das ist alles Teil einer sektenartigen Gesellschaft. So gut wie alle Menschen glauben an die Arbeit, an die Firma, an den Staat, der all diese Zustände gesetzlich legitimiert und jeden einzelnen von uns in den Schulen indoktriniert hat, genau so zu denken, zu fühlen und zu handeln.

Was hat das mit der Wiesn zutun?

Wenn man also aus dem Großteil seines Lebens die Erfahrung gemacht hat, dass man nur dann etwas wert ist wenn man Leistung am Arbeitsplatz bringt und das die Anerkennung oftmals viel zu gering ausfällt, beziehungsweise oft nur ihren Ausdruck in der monatlichen Überweisung findet. Dann fühlt man sich schlecht. Dann fühlt man sich minderwertig. Dann glaubt man immer zu wenig zu liefern, zu wenig zu sein. Daraus bilden sich bei tausenden Menschen psychische Störungen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Millionen von Menschen unter Depressionen und Burnout leiden. Sie fühlen sich chronisch minderwertig und haben chronisch zuviel gearbeitet. Ich unterstelle das sie aufgrund dieser Minderwertigkeitsgefühle und dem Konkurrenzkampfwahn an den nationalen und internationalen Märkten so empfinden und gehandelt haben. Sie sind aufgrund des Kapitalismus und diesem Staat und nahezu allen anderen Staaten weltweit dazu getrieben worden, sich und andere Menschen zu zerstören. Nachdem sie zehntausende Stunden im Job den Anforderungen und Vorgaben entsprochen haben und sie oft übererfüllt haben, fühlen sie sich immer noch nicht glücklich. Auch finden die Anforderungen und Vorgaben vom Markt in Form des Arbeitgebers kein Ende. Wer will, der kann 200 Jahre arbeiten und wird selbst danach immer noch jede Menge aufgebürdet bekommen. Denn das Kapital hat immer eine Aufgabe für seine überlebenswichtige, wertschöpfende Kreatur, namens Lohnabhängiger.

Man stellt sich also zurück wenn man im Job tätig ist. Nur ganz wenige Menschen gehen in ihrem Beruf auf, lieben den Stress, die Routine, die Beschimpfungen der Kunden, die Schwierigkeiten in den Abläufen und die stetig steigenden Anforderungen und Vorgaben am Arbeitsplatz. Viele nehmen diese ganzen Zustände als Normalität hin. Sobald psychische oder physische Schwierigkeiten aufkommen, sehen sie das Problem bei sich selbst und nicht der Art und Weise wie Arbeit in dieser Gesellschaft organisiert wird. Um diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen oder ihnen vorzubeugen, wird in der sogenannten Freizeit der Ausgleich gesucht. In der Freizeit wollen die Menschen so sein wie sie wirklich sind. Nur hier dürfen sie auch so sein wie sie sein wollen. Sie müssen hier nicht profitabel tätig sein, auch wenn viele Freizeitaktivitäten mittlerweile exakt diesen Charakter angenommen haben. Sport ist da ein sehr gutes Beispiel. Der Konkurrenzcharakter ist dort extrem im Vordergrund. Jeder will der Beste sein und sich profilieren, Anerkennung ergattern. Anerkennung die man im Beruf oder in der Schule nur ungenügend gefunden hat. Und genau diese Mentalität, die dem Konkurrenzdenken in der Firma bzw. am Arbeitsplatz entspringt, findet sich selbst im Konsum wider. Wer kann sich welche Produkte leisten? Wer kann am meisten Alkohol trinken?

Die Wiesn ist also einerseits eine Möglichkeit sich zu profilieren. Man kann sich die teure Maß leisten und man kann auch etliche davon trinken, ohne gleich kotzen zu müssen. Das soll das andere Geschlecht bzw. generell alle Menschen beeindrucken. Dabei ist es nur Ausdruck von Entfremdung. Entfremdung ist ein Begriff den Karl Marx und Erich Fromm gebraucht haben. Es geht mir in diesem Zusammenhang darum zu zeigen, warum die Wiesn für viele Menschen so wichtig ist. Denn andererseits erhält man nämlich als entfremdeter Lohnabhängiger bei solchen Events, wie der Wiesn, die Möglichkeit sich den Verwertungslogiken, die mittlerweile in fast allen Lebensbereichen wirken, für wenige Stunden zu entziehen. Es gibt nämlich neben der Möglichkeit sich beim Saufen zu profilieren, auch die Möglichkeit sich abzuschießen und damit nicht mehr so zu funktionieren, wie es die Gesellschaft seit der Kindheit an von den Individuen traditionell verlangt. Ich habe also Verständnis für die Alkoholleichen, für die Suchtprobleme in dieser Gesellschaft. Sie sind ein klares Symptom und Indiz für eine Gesellschaft voller Individuen die „im Falschen“ (Adorno) lebt. Dennoch lösen die Individuen ihre Schwierigkeiten nicht, wenn sie jede Möglichkeit wahrnehmen, sich abzuschießen oder sich beim Konsum von Waren zu profilieren.

Die Atomisierung der Individuen findet durch den vom Staat und dem Kapital organisierten Konkurrenzkampf an den Arbeitsplätzen, in den diversen Konzernen und Branchen weltweit statt. Nahezu alle Menschen konkurrieren gegeneinander um einen Bruchteil der Profite, um damit ihre grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig, weil nur so die Profitmaximierung stattfinden kann. Nur gewerkschaftliche Organisierung, Generalstreiks, die darauffolgende Steigerung der Kenntnisse bezüglich der ökonomischen Widersprüche, Zerstörungen und der damit einhergehenden Ausbeutung, Entfremdung und Unterdrückung, die Abschaffung des Kapitalismus und des Staates, kann diese Zustände, die den eigentlichen Bedürfnissen der arbeitenden Masse entgegenstehen, nachhaltig abschaffen. Die tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen sind mit dem Kauf von Waren nicht vollständig zu befriedigen. Zwar erhalten die Massen eine gewisse Sättigung, denn die Qualität der Produkte im Einzelhandel oder der Unterhaltungsindustrie konnten in den letzten Jahrzehnten, auch durch die Steigerung der Produktivität, ständig verbessert werden. Doch fühlen sich viele Menschen einsam, wie eine Maus im Laufrad, also ständigem Druck, Zwängen und Vereinnahmungen ausgesetzt. Zivilisationskrankheiten machen seit Jahrzehnten die Runde. Millionen sind nachwievor von den Reichtümern der Gesellschaft ausgeschlossen. Darunter auch die Menschen in Afrika, ganz akut in Somalia, die zu tausenden tagtäglich ihr Leben lassen müssen, nur weil sie für die grundlegendsten Bedürfnisse, die hierfür nötigen finanziellen Mittel nicht aufbringen können.

Die Revolutionen und Revolten in Nordafrika sollten uns in Deutschland, Europa und generell in den gesamten Industrienationen dazu aufrütteln, eine Weiterentwicklung der politischen und wirtschaftlichen Organisierung voranzutreiben. Denn der Parlamentarismus, die Vertreterschaft in der Politik, die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft bzw. Ware Mensch, ist nicht im Interesse unserer eigentlichen Bedürfnisse und Individualität. Wir treten tagtäglich mit dem Antritt in Schule und Beruf, unsere eigene Identität mit Füßen, wir blockieren die Entfaltung unserer Persönlichkeit, wie die Persönlichkeit aller Individuen weltweit. Was uns seelischen Qualen aussetzt und letztlich an den Bodengrund einer Alkoholflasche führt. Wir sollten saufen wenn wir wirklich etwas zu feiern haben. Wenn tausende tagtäglich verhungern, Millionen Arbeitslos sind, Milliarden in Lohnarbeit versklavt sind und nur eine Minderheit von all diesen Zuständen parasitär profitiert, dann haben wir nicht zu saufen und zu feiern, sondern dagegen zu kämpfen! Wir müssen uns solidarisieren, organisieren und darüber reflektieren wie wir als Gemeinschaft leben wollen!

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Die Beschissenheit der Dinge

Paradoxerweise hungern 1 Milliarde Menschen, weil 50 Milliarden Tiere jährlich geschlachtet werden. Die Tiere der ersten Welt, essen den Menschen der Dritten Welt die Nahrung weg. Die westliche Welt wirft die Hälfte ihrer Lebensmittel weg, die in der Regel noch sehr gut schmecken würden. Jährlich werden 130.000 km² Waldflächen gerodet. Täglich sollen mehr als 120 Arten aussterben. 2008 wurden mehr als 3,7 Milliarden Tonnen Güter durch die Welt kutschiert. Tagtäglich fahren allein in Deutschland mehr als 44 Millionen Kraftfahrzeuge durch Betonlandschaften. Weltweit sollen 1 Milliarde davon unterwegs sein. Keine Sekunde ist ohne den Ausstoß von giftigen Abgasen. Die Industrie bläst und pumpt ihr Gift in irren Ausmaßen in die Weltmeere. Es sollen sich mehrere Millionen Tonnen Kunststoffmüll und damit bis zu 18.000 Kunststoffteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche in allen Weltmeeren befinden. Frankreich schüttet darüberhinaus jedes Jahr 33 Millionen 100-Liter-Fässer radioaktives Abwasser ins Meer. Es sollen sich bereits mindestens 100.000 Tonnen radioaktiver Müll in den Weltmeeren befinden. Und hierzulande regen sich Menschen über Hundekot oder zu hohe Benzinpreise auf. Jedes Jahr werden 12 000 Tonnen weiterer radioaktiver Müll produziert, obwohl weltweit kein sicheres Endlager existiert.

Mehr als 1 Millionen Menschen bringen sich jedes Jahr freiwillig um. 2,9 Millionen Menschen sterben jährlich an AIDS. 1,6 Millionen jährlich an Tuberkolose. Zehntausende verhungern tagtäglich. Tausende sterben an diversen heilbaren Krankheiten oder verunreinigtem Wasser. Alleine die Durchfallerkrankungen Cholera, Typhus und Ruhr raffen jedes Jahr 2,1 Millionen Menschen dahin, wobei hauptsächlich Kinder betroffen sind. 2,5 Millionen Menschen sterben jährlich durch Alkohol. Etwa sechs Millionen Menschen sterben an den Folgen des Tabakkonsums. Weltweit sterben jährlich etwa 740.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen von Waffengewalt. Allein Hecklar & Koch hat seit 1949 mehr als 11 Millionen Kleinwaffen hergestellt. In Deutschland haben sich die Genehmigungen für Ausfuhren von Rüstungsgütern im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 1 Milliarde EUR auf 8,7 Milliarden EUR erhöht. Rund 650 Millionen kleiner Waffen gibt es gegenwärtig weltweit, davon alleine 30 Millionen in der Krisenregion Sub-Sahara Afrika. Laut Unicef sind „Kleinwaffen die wahren Massenvernichtungswaffen unserer Zeit“. Weltweit soll es mehr als 300 000 Kindersoldaten geben. Laut dem Proliferation-Report von 2007 der Stiftung Carnegie Endowment for International Peace gibt es mehr als 28 000 Atombomben auf der Welt. Davon sollen mindestens 30 US-Atombomben in Deutschland lagern.

Mit dem eigenen Arbeitsplatz ist die Zerstörung der Umwelt, der Tierwelt und der Menschheit gesichert. Egal ob Kaffee, Schokolade, Bananen, Autos, Motorräder, Haushaltsgeräte, Computer, Handys, die Konsumenten und Produzenten von Gütern dieser Welt, befeuern die Umweltzerstörung, die Armut, den Hunger und die Entfremdung auf allen Kontinenten. Wir alle sind für diese Zustände verantwortlich, denn wir erhalten mit unserer Arbeitskraft schließlich ständig dieses Schweinesystem! Wir passen uns an, bringen Leistung um jeden Preis und wofür? Um damit Geld zu verdienen, um letztlich unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Sämtliche Lohnabhängigen dieser Welt führen kein selbstbestimmtes Leben. Sie arbeiten für fremde Vermögen, für ein abstraktes Prinzip, welches nichts mit Rationalität oder Vernunft zutun hat! Die Intelligenz der Menschheit wird dem Prinzip des Konkurrenzkampfes und Profitmaximierung untergeordnet und geopfert! Die kapitalistische Produktionsweise mit ihren Wachstumszwang zwingt Milliarden Menschen zur exzessiven Produktion von Gütern, die letztlich den gesamten Planten vermüllen, Menschen und Tiere ausbeuten, vergiften und zerstören. Wir konkurrieren tagtäglich gegeneinander um uns gegenseitig Marktanteile abzutrotzen, wovon wir wiederum als Lohnabhängige nur einen geringen Bruchteil erhalten. Zwei Prozent der Weltbevölkerung besitzen mehr als 50 Prozent des weltweiten Vermögens, was mehr als 47.000 Milliarden Euro entspricht. Doch sind nicht einfach nur die Reichen und Eigentümer von Arbeitsplätzen für all diese Entwicklungen verantwortlich, wir entscheiden uns tagtäglich mitzumachen. Anstatt uns mit diesen Themen zu befassen schieben wir die Verantwortung an Regierungen ab, dabei konnten sie niemals all diese Schwierigkeiten bewältigen, geschweige denn den Bedürfnissen und Vorstellungen aller Menschen entsprechen. Der Parlamentarismus ist unfähig die gewaltigen Schwierigkeiten der Menschheit zu bewältigen, eigene Initiative und Selbstverwaltung muss daher dringend erfolgen!

Anstatt die Regierungen und damit die Staaten dieser Welt abzuschaffen, sie durch basisdemokratischen Rätesysteme zu ersetzen, in denen nur noch das zählt was die Bevölkerung will, wird den alljährlichen leeren Versprechen bei Wahlen geglaubt. Kein Parteiprogramm dieser Welt kann Millionen Individuen berücksichtigen und genau deshalb sind alle Wahlen weltweit reine PR Veranstaltungen für Parteien, sind die Nutznießer von Wahlen eine absolute Minderheit, die gegenüber der Masse horrende Vorteile wahrnehmen können! Wenn man als Mensch der Zerstörung der Menschen, der Tiere und des Planeten entgegentreten will, muss man also für eine radikale Abschaffung des Kapitalismus und sämtlicher Nationalstaaten eintreten, da von ihnen die theoretische und praktische Grundlage, Legitimierung und Absicherung dieser Lebens- und Produktionsform ausgeht. Die Interessen des Staates und des Kapitals, sind nicht die Interessen der Bevölkerung! Die Menschen verhungern weil sie kein Geld haben, weil sie sich nicht am globalen Markt ausbeuten lassen können. Sie sind ausgeschlossen von den Reichtümern dieser Welt, weil die eigenen Bedürfnisse nur dann etwas wert sind, wenn man auch bezahlen kann. In diesem System werden Lebensmittel lieber verbrannt, anstatt den Hungernden übergeben. Man muss hier von einem tagtäglichen Massenmord sprechen! Diese Sauerei muss aufhören! Milliarden Menschen schuften 10 und mehr Stunden täglich, sehen ihre Familie nicht, können sich nicht über ihre Bedürfnisse und Probleme klar werden, obwohl es in den letzten Jahrzehnten gigantische Produktivitätssteigerungen gegeben hat. Das Kapital zwingt die Menschen nicht ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen zu entsprechen. Millionen Menschen leiden mittlerweile an Depressionen, Burnout, diversen anderen psychischen Erkrankungen, weil sie permanent den Anforderungen am Arbeitsplatz bzw. den Anforderungen des Marktes und damit des Kapitals entsprechen müssen.

Sämtliche Menschen sind also dazu aufgerufen ihre Charaktermasken zu erkennen und zu vergessen, durch das zu ersetzen was sie sein wollen! Wir müssen uns engagieren, vernetzen und solidarisieren! Alle Ideen der Menschheitsgeschichte müssen hierzu eingebracht werden. Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus bieten ideale Ansätze für die theoretische Auseinandersetzung und praktische Erprobung. Man muss nur zugreifen und darüber debattieren! Es kann sofort damit begonnen werden die Bedürfnisse der Menschen über die Produktion von Gütern zu stellen. Generalstreiks erzwingen die Gründung von basisdemokratischen Entscheidungsgremien, welche die profitortientierte Logik der Produktion ersetzen. Aufgrund technologischer Fortschritte wie dem Internet könnte mittlerweile jedes einzelne Bedürfnis effizient berücksichtigt werden. Niemand muss verhungern, niemand muss an heilbaren Krankheiten sterben, geschweige denn tausende von Stunden jährlich am Arbeitsplatz die Zerstörung der Menschheit und der Welt vorantreiben! Atomkraftwerke gehören abgeschafft, sämtliche Waffen und Waffenfabriken dieser Welt zerstört. Generell muss die Zerstörung der Umwelt verboten werden, was sich leicht durchsetzen wird, wenn die Menschen nicht mehr finanziell von der Rodung ihres Urwalds oder der Überfischung der Weltmeere oder der Produktion von Kraftfahrzeugen abhängig sind! Staaten sind vorallem dann nutzlos wenn die Menschen aufhören gegeneinander zu konkurrieren. Damit sind auch sämtliche Armeen dieser Welt überflüssig, wodurch Millionen Menschen sinnvollere Dinge tun können.

Allein in Deutschland sind mehr als 7 Millionen Menschen von der Sozialhilfe abhängig und können nur schwer ihre Bedürfnisse wahrnehmen und befriedigen, weil sie zu den Verlierern der kapitalistischen Gesellschaft gehören. Ohne den Kapitalismus und ohne den repressiven Staat, ist eine Freisetzung diese Menschen und damit Unmengen von Zeit möglich. Diese Zeit kann in die menschlichen Beziehungen fliesen, psychische und physische Erkrankungen lindern oder sogar völlig abschaffen! Wenn jeder Mensch nur noch 3-4 Stunden am Tag für die Befriedigung der gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisse investieren muss, bietet das Raum für grundsätzliche Veränderungen und qualitative Steigerungen der Lebensqualität aller Menschen. Durch die Maximierung der Freizeit können sich mehr Menschen mit der Lösung von Problemen kümmern, d.h. es werden nicht mehr bloß ein paar tausend Politiker sich um die Belange der Menschheit kümmern, sondern alle Menschen! Dies setzt alle Potentiale der Menschheit frei und wird selbstverständlich Kriminalität, Rassismus, Terrorismus, sämtliche Konflikte und Missverständnisse mildern, wenn nicht sogar beseitigen! Der Aufbau Afrikas und sämtlicher Völker mit großer Armut wird nicht mehr nur NGOS und ein paar Spenden überlassen, es können sich hunderttausende Menschen aktiv mit ihrer Arbeitskraft einsetzen. Anstatt sich also mit den leeren Versprechen abzugeben, sollten wir alles daran setzen diese Utopie zu erkämpfen, zu erdenken und zu entwickeln. All das sind bloße Ansätze die reichtlich unzureichend und quasi aus der Hüfte heraus formuliert wurden. Das ist ein Appell sich stärker mit Theorie und Praxis des Widerstands gegen das kapitalistische System zu engagieren. Es gibt eine Welt zu gewinnen!

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Nicht nur gegen S21, Kernenergie sondern gegen das System

Der Mensch ist unglücklich weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. In unserer heutigen zivilisierten Welt, besteht das Unglück des Menschen in seiner Unkenntnis, in welchen Zuständen und Strukturen er sich befindet. Millionen Arbeitnehmer schuften allein in Deutschland an ihren Arbeitsplätzen, für ihr eigenes Glück, so glauben sie es zumindest. Aber sie dienen nur zuletzt sich selbst. Zu allererst dienen sie dem Unternehmen und dessen Profitstreben. Sie dienen dem Staat, in dem sie seine Autorität und Obrigkeit, mit Steuern und Einhaltung der Regeln stützen und schätzen. Der Großteil eines Menschenlebens wird damit verbracht, einer Ordnung zu dienen, eine Struktur auszubauen, die nicht den Bedürfnissen der Mehrheit innerhalb der Weltbevölkerung entspricht. Milliarden Menschen arbeiten, ein paar Millionen Menschen profitieren davon. Während der Arbeiter sich weiterhin mit seinem mickrigen Lohn abgibt, brav Überstunden schiebt, seinen Körper und Geist permanent im Dienste des Kapitals verausgabt, zählen die Eigentümer von Arbeitsplätzen eifrig Unsummen von Profiten. Die Arbeiter sind gesetzlich dazu verpflichtet so zu funktionieren, genauso sind die Eigentümer verpflichtet sie nicht zu sehr auszuquetschen. Aber das läuft nicht immer ganz sauber. Es gibt Discounter wie Netto oder FastFood Ketten wie Subway, die dann öffentlich angeklagt werden, für ihre „unmenschliche“ Handhabung der Ausbeutung von Arbeitskraft. Das dahinterstehende Prinzip selbst wird nie beklagt oder gar hinterfragt. Es gilt immer die Vorstellung, es ginge nicht anders und damit basta.

Wüssten also die Arbeitnehmer, die Lohnabhängigen weltweit, inwieweit sie tagtäglich von Staaten und Konzernen ausgebeutet werden und gegeneinander am Markt aufeinander losgelassen werden, würden sie vielleicht auch etwas daran ändern wollen. Und sie würden sich nicht damit zufrieden geben, dass bisherige Versuche es anders zu machen, brutal scheiterten, schliesslich war auch die französische Revolution der Aufklärung eine blutige, schliesslich ist die sogenannte soziale Marktwirtschaft, der Kapitalismus eine gesellschaftliche Grundordnung die tagtäglich tausende Menschen systematisch ermordet, indem sie sie verhungern lässt und indem sie sie anhand von heilbaren Krankheiten verenden lässt. Das heutige System wurde und wird mit Bomben, Waffen, Schlagstöcken und Pfefferspray verteidigt. Vietnam, Kuba, Venezuela, Irak, Afghanistan, die Liste der militärischen Auseinandersetzungen, im geheimen wie im offiziellen, ist lang, nur noch übertroffen durch die Liste der unschuldigen Opfer dieser Kriege und militärischen Konflikte für die freie Welt der Ausbeutung. Diese Ordnung ist keine Ordnung, sie ist entfesseltes Chaos. Sie mordet, sie unterlässt Hilfeleistung, sie erstickt Leben, Vision und Hoffnung. Überall gibt es Millionen Arbeitslose, deren Leben sich nicht entfalten kann. Es gibt hunderte Millionen die in Armut leben und ihr Leben nicht entfalten können. Es gibt Milliarden Menschen die ihr Dasein in Fabriken, Büros und auf Plantagen verbringen. All das ist nicht nötig. Keiner muss hungern, keiner muss leiden, keiner muss ausgebeutet werden oder für irgendeine Wirtschaftsordnung oder Ideologie oder Führerfigur sterben.

Würde man die Staaten, Militärs, Geheimdienste, den Kapitalismus, das Konkurrenzprinzip abschaffen, wären mit einem Schlag Unsummen von Arbeitskraft frei. Man könnte sich um die Hungernden kümmern, man könnte zerbombte Städte und Länder in Afrika und anderen Entwicklungsländern aufbauen. Die Hilfe wäre nicht mehr nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie die Spendenindustrie heutzutage. Wir würden Afrika nicht einen Tropfen Wasser geben und einen Bissen Brot, und gleichzeitig ihr Land mit unserer Industrie vergiften und zerstören. Wenn also erstmal die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Menschen auf dem Planeten wichtiger sind als das Kapital oder die staatliche Gewalt, die sogenannten Vertreter des Volkes. Dann kann sich auch unverzüglich und real um die Probleme dieser Welt gekümmert werden, ohne dass das Ergebnis ständig vernichtet wird. In Indonesien, Brasilien, China und Russland werden tausende Fußballfelder täglich abgeholzt, weil es profitabel ist. Es ist profitabel obwohl es unschätzbare Werte zerstört, nämlich die Artenvielfalt, uralte Stämme die in diesen Wäldern lebten und so weiter. Wer glaubt denn ernsthaft, das die NGOs die Staaten und Konzerne zur Vernunft bringen können? Dollar zählen mehr als vernünftige Appelle. Deshalb muss mit dem Prinzip Profitmaximierung und der staatlichen Autorität gebrochen werden, weil sonst niemals diese Erde und diese Menschheit zu retten ist.

Wenn sich die Menschen also sofort organisieren würden, wie in Spanien, Griechenland, Irland, Nordafrika und wie in vielen anderen Ländern in der Geschichte. Könnten sie, während sie streiken und protestieren, darüber verhandeln wie eine andere Gesellschaft zu machen ist. Wie eine Welt aussehen müsste, in der die Bedürfnisse der gesamten Menschheit anerkannt und befriedigt werden können. Es ist möglich ohne Kernkraft zu leben, es ist möglich alle Hungernden zu ernähren, alle heilbaren Krankheiten zu heilen, allen Menschen Wissen zu schenken, ihnen ein selbstbestimmtes Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Betrug zu ermöglichen. Dazu braucht es Strukturen mit möglichst flachen Hierarchien, mit viel Transparenz und basis-demokratische Mechanismen. Jeder Mensch sollte in seiner Kommune bestimmen dürfen, wofür gearbeitet wird, warum bestimmte Projekte initiiert werden sollten und so weiter. Das gegenwärtige System verprügelt alle Menschen die über Projekte mitbestimmen wollen. Man sieht das die heutigen Strukturen weder transparent, noch demokratisch genug sind. Sie sind von der Wirtschaft bestimmt, es geht z.B. bei Stuttgart 21 nur darum, den Wirtschaftsstandort Deutschland und Stuttgart für die Zukunft global attraktiv für Investoren zu machen. Wem die Umwelt und das alte Umfeld lieb ist, der hat eben Pech gehabt. So kann es nicht weitergehen. Es kann auch nicht sein, das trotz der Katastrophe in Fukushima, unsere Atomkraftwerke jahrelang weiterlaufen. Sie müssen sofort gestoppt werden, weil sie sonst noch mehr radioaktiven Müll produzieren.

Es muss zu einem Umsturz der Verhältnisse kommen. Die Rohstoffe, die für diese verschwenderische Ordnung überlebensnotwendig sind, gehen mehr und mehr zuneige. Es wird zu weiteren schweren militärischen Auseinandersetzungen kommen, wenn wir uns als Bevölkerung nicht organisieren und darüber reflektieren was real und täglich dagegen zu unternehmen ist. Es wird bald nicht mehr nur um Öl oder Metalle gekämpft, auch Wasser wird bald ein Kriegsgrund sein. Wenn wir die heutige parlamentarische Demokratie nicht in eine höher entwickelte Demokratie, freiere, transparentere und selbstbestimmtere Demokratie verändern können, wird das für viele Menschen, Tiere und Quadratkilometer Umwelt das sichere Ende mit den besagten Methoden und Umständen bedeuten. Die bekannten politischen Parteien im Parlamentarismus sind überfordert oder korrupt, sie können die Gefahren und Konflikte der Welt nicht umfassend erkennen und bewältigen. Auch die NGOs sind zu wenig gegen das Prinzip Profitmaximierung und Konkurrenzkampf. Es gilt Aufklärung zu betreiben, es muss gnadenlos der Zustand der Welt benannt und angeklagt werden. Es muss eine Offensive aller Menschen geben, die sich der katastrophalen Zustände bewusst sind. Sie müssen aktiv werden um mehr Menschen auf die Probleme aufmerksam zu machen. Es braucht mehr Menschen die sich ihrer unglücklichen Situation bewusst werden, damit sie selbst bestimmt ein Leben jenseits von Ausbeutung, Unterdrückung und Chaos führen können. Mit dem Kapital und dem Staat ist das nicht zu machen. Leere Versprechen sollten nicht länger ausreichen, um ein gedemütigtes und geschundenes Dasein zu fristen.

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Pornografie für die Verdammten dieser Erde

Ihr schuftet freiwillig bis ihr verreckt, Ihr wählt freiwillig wer Euch betrügt und ausbeutet, weil ihr glaubt es sei Ausdruck von Freiheit für Konzerne zu arbeiten und Parteien zu wählen. Ihr seid jederzeit korrumpierbar, jeder kann Euch kaufen, auch wenn das den Tod von Menschen, Tieren und der Umwelt bedeutet. Ihr unterstützt das Prinzip der Ausbeutung, welches Milliarden knechtet und eine elitäre Minderheit privilegiert, mit Eurer Schulbildung, Ausbildung, Karriere, Arbeitskraft, Bewusstlosigkeit, Apathie, Lethargie, Ignoranz und Schizophrenie. Ihr verschachert Euer einzigartiges, unendlich wertvolles Leben für Geld, es ist Euch egal was das bedeutet. Und selbst wenn: Eure Bedenken, Zweifel und Gefühle habt ihr längst verraten und verdrängen gelernt. Jetzt hungert ihr gelegentlich nach Leben, Zeit, Genuss, wertvollen Momenten und starken Freundschaften, wie all die anderen Verdammten dieser Erde, weil ihr eben doch nicht alles verraten, vergessen und verdrängen könnt. Ihr seid Menschen deren Träume und Bedürfnisse gelebt und wahrgenommen werden wollen.

Was wollen Konzerne?

Die Konzerne wollen Eure Arbeitskraft auspressen, das gilt immer und global, egal wie nett die Kollegen sind oder wie interessant die Arbeit ist. Daher interessiert sich der Konzern nicht für Eure Bedürfnisse, alles was ihn interessiert ist: Wie kann man möglichst effizient viel Zaster aus dem Humankapital holen. Natürlich funktioniert das auch indem man das Humankapital freundlich behandelt, es nicht mit Befehlen verschreckt und ein Dienstauto gewährt oder Überstunden bezahlt. Der Wolf kommt sozusagen im Schafspelz daher. Die Freizeit wird immer geringer und kann immer weniger ausgelebt werden, weil wir zu erschöpft aus der Arbeit kommen. Die Arbeit intensiviert sich mit zunehmender Entwicklung der Konkurrenzkämpfe an den weltweiten Märkten. Immer mehr Konkurrenten drängen auf den Markt und verkomplizieren den Verkauf von Waren, weil es zu viele Anbieter und zu wenig Nachfrage gibt. Daher gilt es z.B. auch als modern nach der Arbeit mit den Kollegen und dem Boss noch einen saufen zu gehen, dies dient dazu versteckte Arbeitskraft ausfindig zu machen, denn: Wenn man sich miteinander identifiziert, funktioniert man als Team auf dem Markt besser und hat folglich auch mehr Chancen auf höhere Profite. Nun stellt sich die Frage: Wo ist eigentlich der böse Kerl der uns auspresst? Kann man ihn gepflegt zusammenscheissen oder umstimmen? Der so genannte Kapitalist steckt mittlerweile in uns allen, aber vor allem in jenen Leuten die an Schlüsselpositionen des Kapitalismus sitzen und einfach nur ganz harmlos ihren Job machen. Das kann der Niederlassungsleiter sein, der Abteilungsleiter, die Vorstandsvorsitzenden und so weiter. Diese Leute schauen sich die ganze Zeit genau an wie die Zahlen sind und dann entscheiden sie was für den Konzern möglicherweise am besten ist. Müssen Leute rausgeworfen werden? Müssen die Leute angetrieben werden, damit sie schneller und mehr arbeiten? Wie kann man sie dazu bringen? Hierfür gibts ziemlich ulkige Lehrgänge für Führungspersönlichkeiten. Im Grunde ist das nur ein Seminar für moderne Sklavenhalter. Um die Frage zu beantworten ob man diese Leute umstimmen kann: Ja, sicher, aber das wird wahrscheinlich nur zu einer Pleite des Konzerns führen und würde das System nicht ändern. Firmenpleiten gehören zum Alltag.

Eine Welt voller Sklaven

Im Prinzip hängen also auch die Bosse und leitenden Angestellten am Busen des Kapitalismus. Ihre Jobs hängen genauso von den Profiten ab wie die Jobs aller anderen. Nur haben sie natürlich höhere Gehälter, damit auch mehr Sicherheiten, verfügen aufgrund ihrer Position über ein ganz anderes berufliches Netzwerk, welches sie in der Regel bei Insolvenz nicht in den sozialen und finanziellen Ruin führen wird. Außerdem sehen diese Führungspersönlichkeiten oft Monate vor der Insolvenz die tatsächliche Lage des Unternehmens und können entsprechend früh Maßnahmen für den weiteren Verlauf der Karriere ergreifen. Gewöhnliche Angestellte, Praktikanten, Azubis, 0 bis 400 Euro Jobber, Zeitarbeiter, Angestellte mit befristeten und unbefristeten Arbeitsverträgen haben da meist keine Chance. Es wird generell gern gehofft das sich alles „zum Guten“ wenden wird. Der Konzern wird einen schon nicht rauswerfen, vor allem nicht nach all den Jahren, nach allem was getan und investiert wurde. Die Naivität der Leute ist gigantisch. Sie glauben nur weil sie ihre Arbeitskraft verkaufen, wäre Dankbarkeit und Solidarität seitens des Konzerns zwingend erforderlich. Aber das einzige was zählt ist der Profit und wenn Angestellte die Kohle nicht mehr reinbringen, haben sie sich ganz einfach ohne murren zu verpissen. Egal ob sie sich zukünftig vom Müll anderer Angestellte und Bosse ernähren müssen, ihren Lebenspartner, ihre Wohnung oder ihren Lebenswillen verlieren. Es gibt keine Gnade in diesem System und es gibt auch keine Reformen die das jemals ändern werden, denn dazu müsste man grundsätzliche Mechanismen der kapitalistischen Produktionsweise aufheben, u.a. die Profitmaximierung.

Das Elend hat unzählige Gesichter

Man muss sich nur ansehen wie Menschen in Chile, Indien, Afrika, Brasilien, China, Ukraine, Bangladesh bzw. generell Indonesien und in vielen anderen Ländern behandelt werden. Die Konzerne wandern in diese Länder ab, weil die Löhne sehr gering sind. Die Löhne sind u.a. so gering weil diese Menschen noch nie etwas von Menschenrechten oder Menschenwürde gehört haben. Sie wissen nicht welche Rechte sie als Menschen, als Angestellte haben. Es gibt keine Versicherungen oder zusätzliche Leistungen für Gesundheit und Alter. Das freut die leitenden Angestellten der diversen Konzerne und sie investieren in diese Regionen um mit höchsten Profiten ihre Ware an den heimatlichen Märkten zu verschachern. Viele Menschen sterben dort weil es keinerlei Sicherheit am Arbeitsplatz gibt, weil es Geld kosten würde so etwas einzurichten und weil es sowieso egal ist, denn jeder Angestellte kann jederzeit durch einen nächsten armen Lohnabhängigen ersetzt werden. Menschen in Japan bringen sich nicht selten um, wenn sie ihren Job verlieren. Sie haben sich so sehr mit dem Konzern identifiziert, sie glauben ohne Job seien sie wertlos. Diese Überidentifikation konnte möglich werden aufgrund der Lohnabhängigkeit und Entfremdung. Die Menschen drohen zu verhungern, drohen den Kontakt zur Gesellschaft zu verlieren, wenn sie kein Geld haben. Dieses Geld können sie nur erhalten wenn sie die Bedingungen der Konzerne akzeptieren. Sie müssen also den leitenden Angestellten gefallen, sonst haben sie keine Chance. Somit befindet man sich als Lohnangestellter immer in einer Erpressungsituation. Das gilt nicht nur für Kinderarbeiter oder in extremen Elend lebende Hungernde, sondern auch für den Hartz IV Empfänger, einem Rentner oder einem Schüler, für die eigenen Eltern hier in Europa oder Amerika.

Das Elend in Deutschland

Hartz IV Empfänger können nicht von den Sozialabgaben leben, sie werden von den Konzernen nicht gebraucht, die Medien, Politiker und Nachbarn inszenieren sie gerne als Asoziale, dabei sind sie nichts anderes als die Hungernden dieser Welt, sie gehören zu den Verlierern im System Kapitalismus. Beobachtet mal wieviele Leute an den Haltestellen oder Stadien nach Müll suchen. Es gibt keine Jobs für alle Menschen, das ist Systembedingt, denn Jobs sind teuer und minimieren Profite. Rentner können nicht mehr von ihrer Rente leben und müssen sich Zuverdienstmöglichkeiten erschließen, meist als 400 EUR Jobber, gehen putzen oder fahren Taxi und das nach vielen Jahren Lohnarbeit. Die Politik spricht davon wie toll das ist, denn der Staat profitiert natürlich davon wenn die Leute statt für ihr Recht und Geld zu protestieren lieber arbeiten gehen. Schüler müssen ihre Noten ständig optimieren um bei Bewerbungen positiv aufzufallen. Diese jungen hoffnungsvollen Menschen werden hier erneut auf Zahlen reduziert, obwohl kein Mensch in eine Schublade passt! Ich nenne das Alltagsfaschismus der kapitalistischen Bürokratie, die übrigens auch beim Staat gelebte Normalität ist, gerade was die Arbeitsagenturen angeht. Die eigenen Eltern müssen wie die meisten Lohnabhängigen im beruflichen Alltag diversen Repressalien und Widerständen trotzen. Motzende Kunden, Zeitdruck, Termine, Verpflichtungen, Meetings, immer wieder Probleme in den Abläufen, fehlende Unterstützung aufgrund von Rationalisierungen, ignorante und arrogante Sprüche von Oberen, eine sich tagtäglich wiederholende Zermürbung des einzigartigen menschlichen Wesen findet mit unendlich vielen Nadelstichen ihren bitteren rauen Ausdruck. Unsere Eltern müssen uns quasi nebenbei großziehen und erziehen. Sie leiden selbst darunter wenig Zeit für ihr Kind zu haben. Kinder sind überhaupt eine sehr teure Angelegenheit, wer kennt sie nicht? Die Angst beim Sex, ein Kind zu zeugen was man nicht bezahlen kann? Dies muss als Armutszeugnis dieser kapitalistisch geprägten Gesellschaft verstanden werden.

Ausbeutung der Tierwelt

Tiere werden im Kapitalismus ähnlich wie die Menschen lediglich als Quelle für Profite betrachtet. Deshalb gibt es diese sehr merkwürdige Entwicklung der Massentierhaltung. Tiere die zu tausenden in abgeschotteten Hallen auf ihre Schlachtung warten, Antibiotika und Fleisch in ihrem Futter akzeptieren müssen, und später als Bioqualitätsfleisch an den Konsumenten bzw. Lohnabhängigen verschachert werden sind ganz normale Zustände. Der Preisdruck treibt die „Fleischproduzenten“ dazu immer mehr Tiere unter immer kosengünstigern, also schlimmeren, Bedingungen einzusperren. Es gibt natürlich gesetzliche Kontrollen, diese finden in der Realität aber viel zu selten statt. Egal ob in der Kosmetik- oder Textilindustrie, Forschung, Ausbeutung der Tierwelt ist allgegenwärtig. Die zunehmende Lust auf Fleisch und Milchprodukte sorgt für ein immer größer werdendes Heer von Schlacht und Melktieren und damit auch für eine wachsende Zahl von Tieren die großes Leid erfahren müssen. Die Palette der Grausamkeiten ist facettenreich, die Tiere werden bei lebendigen Leib geschlachtet, trotz aller Vorkehrungen, werden mit gebrochenen Beinen zur Schlachtung gezerrt oder müssen aus vereiterten Eutern Milch geben. Fast-Food-Ketten preisen mit ihren teuren Werbekampagnen ein sorgloses und harmonisches Verzehren ihrer Produkte an. Prominente, bei denen man nicht weiß aufgrund welcher wichtiger Leistungen sie prominent sind, starren mechanisch in die Kamera, machen auswendig gelernte Späßchen, die laut Marketingagentur am besten ankommen, zeigen ihre tolle Figur und beissen grinsend in Tierleichen. Propaganda ist allgegenwärtig, aber hier findet sie ihre absolute Vollendung u.a. auch mit einem manipulierenden Slogan der einem einreden soll was man liebt. Jeder weiß auf welche Kette ich hier anspreche, was für den Erfolg der Kampagne spricht, was wiederum viele tausend gequälte Tiere bedeuten wird. Die Menschen essen viel zu viel Fleisch, mehr als es ihnen gut tut, und uns tut nur sehr wenig Fleisch tatsächlich gut. Einmal im Monat würde so ein Burger völlig reichen. Mittlerweile haben sich die Fast Food Ketten aber wie eine Seuche verbreitet, sie finden sich in Stadtzentren, in der Nähe von Schulen, Bahnhöfen oder Stadien. Auch hier schauen sich Angestellte und Führungspersönlichkeiten die Zahlen genau an, wo können wir am meisten Geld machen? Ihre Kampagnen zielen ebenso nur darauf ab möglichst viele Menschen zu verführen. Es spielt ihnen in die Karten wenn die Menschen auf die Tiere und die Gesundheit scheißen, daran ändern ihre Alibi-Salate, glückliche-Kühe-auf-saftigen-Wiesen-Spots auch nichts.

Ausbeutung der Natur & Umweltverschmutzung

Wenn der Fleischkonsum steigt, steigt die Zahl der Tiere die geschlachtet werden müssen und damit steigt auch die Zahl der Futtermitteltonnagen. Wälder müssen gerodet werden damit Soja und ähnliches angebaut werden kann, um die Millionen Nutz- und Schlachttiere zu füttern. Würden wir in der westlichen Welt weniger Fleisch verzehren könnten wahrscheinlich tausende Menschen vor dem sicheren Hungertod gerettet werden, denn Soja könnte auch von ihnen gegessen werden. Aber da die Hungernden dieser Welt kein Geld haben, sind ihre Bedürfnisse für unser System irrelevant. Es macht mehr Sinn die Umwelt zu zerstören, Tiere mit Genen und Züchtung in immer kürzerer Zeit auf ein ertragsreiches Schlachtniveau zu bringen, ihr Fleisch und Futtermittel um die halbe Welt zu karren, horrende Energie zu verschwenden um am Ende Konsumenten mit zuviel von allem krank zu machen, die Gesundheitssysteme zu belasten und Kindern ihre Väter und Mütter zu rauben. Fettleibkeit ist eine Epidemie, die diverse Zivilisationskrankheiten auslöst. Herzrythmusstörungen, Asthma, Allergien, es gibt unzählige Beispiele. So bringt der Fleischkonsum auch eine zunehmende Verschmutzung der Umwelt mit sich. Das betrifft aber auch viele andere Produkte, egal ob Computer, Handys, Fernseher, Autos, Motorräder, diverse Lebensmittel von Kakao, Kaffee über Bananen usw. Was tagtäglich aufgrund unseres Konsumverhaltens durch die Welt gefahren, verschifft und geflogen wird, ist unermesslich. Der Ölverbrauch steigt von Jahr zu Jahr, der Hunger sämtlicher Industrienationen ist ähnlich unermesslich wie unsere Suche nach neuen Konsumerlebnissen. Wir langweilen uns weil wir unsere wirklichen Bedürfnisse nicht kennen, weil wir unglücklich sind im Job, in der Familie, in der Liebe oder mit uns selbst. Deshalb brauchen wir Ablenkung statt Lösungen. Dies führt unweigerlich zu Ölkatastrophen. Es gehört mittlerweile zum normalen Wahnsinn: Tiere die in Ölteppichen ersticken, hundertausende Liter Wasser werden zu einer giftigen Suppe die alles verklebt und abtötet. Regelmäßig laufen Tanker auf Grund oder sinken, Ölplattformen gehen in Brand oder Bohrlöcher sorgen für monatelange Verschmutzung. Wir brauchen Rohstoffe wie Öl um unsere Produktion aufrechtzuerhalten. Die Konzerne wollen jedes Jahr mehr Computer, Handys, Fernseher, Autos, Motorräder uvm. verkaufen. Dieser Energiehunger hat uns in die Atomkraft getrieben. Die Atomkraft sorgt in Fukushima für einen strahlenden Alptraum. Sogar das Meer wird nun verstrahlt. Die Technik ist nicht beherrschbar, Kritiker sagen das seit Jahrzehnten. Aber man ist verliebt in die Idee. Nachdem Milliarden investiert wurde, will man umso mehr Milliarden wieder heraus holen. Es gibt hunderte Atomkraftwerke und kein Endlager, es gibt Studien die eine Häufung der Krebserkrankungen rund um Atomkraftwerke belegen. Das sind eben Kollateralschäden. Tausende Tiere und Menschen sterben für den zweifelhaften Wohlstand der Massen. Dafür traten Politiker wie Merkel und Kohl ein. Die Zerstörung der Weltmeere, Wälder, Naturschutzgebiete, einzigartiger Lebenswelten wie auf Madagaskar gehören zur traurigen Normalität im Kapitalismus. Je mehr die Menschen sich von den Versprechen der Konzerne und Parteien verführen lassen, desto stärker werden die Bedrohungen und Zerstörungen ausfallen und fortschreiten.

Plädoyer

Wenn also Konzerne Menschen, Tiere und Natur für die Profite auf zerstörerische Art und Weise ausbeuten, bis sie nicht mehr überleben können, stellt sich doch die Frage warum all das weiter betrieben wird. Es gibt diesen Irrglauben, die Politik müsse das alles Regeln. Der kleine Mann sei ja völlig machtlos, obwohl er tagtäglich in den Betrieb rennt und seine Arbeitskraft investiert und damit die ganze Maschinerie legitimiert und am laufen hält. Manchmal denke ich: Es braucht nur einen einzigen Generalstreik und dann ist Schluss mit diesem ganzen Scheiß! Aber nein, die Leute reden sich ein, sie können es nicht ändern, glotzen daher lieber seelenlose Sport-, Sing- und Modelwettbewerbe, jammern wie dumm das doch alles ist, gehen saufen, ficken Menschen die sie nicht lieben, zeugen leere Kinder, wählen Parteien die diese ganze Situation mit Gesetzen legitimieren und prostituieren sich am Arbeitsmarkt für ein paar Kröten. Wieso machen die Leute Jobs die ihnen nicht gefallen? Warum machen sie miese Arbeitsbedingungen mit? Sie empfinden eine große Ohnmacht wenn sie die Katastrophen dieser Welt erleben. Die kapitalistische Gesellschaft hat die Individuen atomisiert. Jeder für sich, jeder gegen jeden, Ellbogengesellschaft, wir kennen die Schlagworte. Wir glauben keine Macht zu haben, weil wir bei den Wahlen unsere Stimme und am Arbeitsplatz unsere Individualität abgeben. Wir tun das aus Tradition, weil es bislang immer so gemacht wurde. Jene die dies hinterfragt haben mussten schwere gesellschaftliche Repressionen ertragen, denn die freiheitlich-demokratische Welt ist keine freie Welt. Warum musste Martin Luther King jr. sterben als er sich für die Rechte seiner Brüder und Schwestern eingesetzt hat? Oder Malcolm X? Warum musste Rudi Dutschke sterben als er beharrlich die Unbrauchbarkeit unseres politischen und wirtschaftlichen Systems anklagte und zu mehr zivilen Ungehorsam aufrief? Warum landen Anarchisten wie Jörg Bergstedt im Knast, wenn er sich im Namen von uns allen gegen Genfood einsetzt? Warum werden Menschen in gesellschaftskritischen Projekten von Spitzeln selbst in ihrem Bett überwacht? Warum erhalten dagegen Politiker wie Roland Koch, der in seinen Wahlkämpfen mit ausländerfeindlichen Parolen auffiel, das Bundesverdienstkreuz? Warum wünscht sich der bayrische Minister Seehofer Betrüger wie Guttenberg an der politischen Spitze? Es gibt ganz offensichtlich Interessengegensätze in dieser Gesellschaft deren Hintergründe nur in zeitintensiven Recherchen begriffen werden können. Meine Ausführungen können diesbezüglich nur unzureichend sein. Aber ich appelliere an jeden Leser sich undogmatisch und ohne Tabus die Zustände dieser Welt anzusehen und darüber zu reflektieren. Es muss unser gemeinsames Anliegen sein nachhaltige und wirksame Alternativen und Veränderungen voranzutreiben. Es kann nicht sein das die Ausländer, der Islam oder Sozialhilfeempfänger zum Problem erklärt werden, Hetze betrieben wird statt Aufklärung und Dialog, unser tatsächliches Problem ist ein globales, nämlicher der Kapitalismus und gegen ihn muss mit allen friedlichen Mitteln gekämpft werden.

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Kahlschlag

Die FDP ist in einer Krise, heißt es. Sie hätten nur materielle Dinge in den Vordergrund gestellt, anstatt sich auf die Werte des Liberalismus zu besinnen, sich für Bürgerrechte und Freiheit einzusetzen. Nun möchte man diese Diskrepanzen damit lösen ein paar Köpfe auszuwechseln. Ein leere laufende Sprechblase wird durch eine andere ersetzt. Was natürlich gar nichts an den fehlenden Inhalten verändern wird, man sieht es an der „jungen Generation“ in der FDP: Schmierölglatte Typen wie Lindner propagieren plötzlich den Atomausstieg, nachdem die Partei Jahrzehnte die AKWe akzeptierte. Ähnlich die CDU. Die sogenannten Mächtigen schielen auf die Profiteure von Fukushima: Die Grünen. Blöd gelaufen. Auch für uns, als arbeitende Bevölkerung werden wir weder von der FDP, CDU, den Grünen und den restlichen Parteien jemals eine Politik erwarten können, die zu einer Befreiung aus der Lohnabhängigkeit und Profitmaximierung führen wird. Alle wollen an die Macht, alle sehen kein Problem im Kapitalismus. Okay, außer vielleicht „die Linke“, aber man muss sich nur ansehen was die in Berlin angerichtet haben, sie unterscheiden sich kaum von anderen, wenn sie erstmal in der Regierung sind.

Und während tagtäglich tausende Menschen verhungern stellt man sich die Frage wie das Land ohne die FDP auskommen soll, wieso die Kanzlerin nicht einmal mehr die Verwaltung ihrer Kollegen und der diversen Themen auf die Reihe kriegt. Während Millionen Menschen unter den Leistungsprinzipien ächzen, erkranken und zerbrechen, stellen sich die Politiker und Manager nur eine Frage: Wie können wir dieses Land zu mehr Wachstum verhelfen, wie können wir noch mehr Profite erzielen? Die ganze degenerierte Gesellschaft hat nur noch diese Vorstellung im Kopf, alles wird darauf reduziert, es ist der größte gemeinsame Nenner, welcher alle Menschen und Zusammenhänge auf den Punkt bringt. Während Hartz IV Empfänger in ihren subventionierten Plattenbauwohnungen vergammeln, Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa absaufen, in wilden Plastikzelten auf „unserem Land“ campieren, rascheln die Vermögenden der Welt mit den neusten Gewinnen und quälen sich mit der Frage: Wohin mit dem ganzen Zaster? Irrsinnige Zustände die ich schon unzählige Male angesprochen habe. Aber es passiert nichts. Es interessiert keine Sau ob Menschen verhungern oder ertrinken weil sie am falschen Ort geboren wurden und zufällig keine Möglichkeit haben ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Wir sind so sehr damit beschäftigt eigene Fortschritte im System zu machen, denn wir wollen Party am Wochenende, ein Auto, ein Haus, eine Frau, vielleicht sogar Kinder und 2-3 Mal im Jahr eine fette Urlaubsreise.

Wer ist schuld? Die inhaltslosen Parteien? Die Gesellschaft als solche, die sich stets selbst einredet wie wichtig Profite sind? Es ist eben nicht einfach. Es gibt keinen präzisen Bösewicht, man kann nicht sagen die FDP oder Merkel oder Ackermann ist an allem schuld. Natürlich tragen sie eine besonders hohe Verantwortung und entsprechend auch einen größeren Anteil an der jetzigen globalen Situation der Menschheit. Sie blockieren mit ihren Worten und Taten die Rettung von Hungernden, Ausgebeuteten und Unterdrückten. Sie sehen vorwiegend die Interessen der Konzerne, deshalb sind sie konservativ. Für sie sind Profite deshalb so wichtig, weil sie glauben dadurch liessen sich die Bedürfnisse der Menschen am ehesten befriedigen. Aber das entspricht nicht der Realität. Je mehr sie den Profiten Wert beimessen desto schwieriger wird es für die Menschen ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Kaum einer ist heute in der Lage Lebensmittel aus dem nahegelegenen Wald zu beschaffen oder simpler die Baumarten zu bestimmen, aber jeder kennt die Burger von den Fast Food Ketten, jeder kennt die Marken dieser kapitalistischen Welt. Ist das nicht eine klare Aussage darüber wie entfremdet wir bereits leben? Wenn Parteien und Konzerne keine andere Antwort als Wachstum, Leistung und Konkurrenzkampf kennen, dann spiegeln sie auch am deutlichsten wieder woran die Menschen glauben. Es ist schwierig einem Nazi seinen Rassismus auszureden, genauso schwierig ist es mit den Lohnarbeitern oder Kapitalisten. Wie will man ihnen erklären, in welcher Situation sie sich seit Jahren und Jahrzehnten befinden?

Viele haben sich mit ihrer Situation identifiziert. Als Schüler kämpft man noch damit, immer dieser Leistungsdruck, immer diese Prüfungen, warum muss das sein? Aber letztlich ergeben wir uns früher oder später und in den meisten Fällen, den Schuldzuweisungen und Bevormundungen der Eltern und Lehrer. Sie meinen es ja nur gut mit einem, auch wenn es letztlich die Katastrophen dieser Welt verschlimmert. Die Eltern und Lehrer haben es nicht begriffen, wie sollen es die Kinder begreifen? Es war schon immer so, Du kannst nichts ändern, Du bist ein Träumer, ein Idealist, Du solltest lieber etwas vernünftiges tun. Jeder kennt diese Sprüche wenn man grundsätzliche Probleme kritisiert. Wenn man sich wie die Eltern und Lehrer damit abfindet, haben die Hungernden und Lohnabhängigen dieser Welt einen Mitstreiter für ihre freie Entfaltung verloren. Die Schulen sind nichts weiter als eine Fabrik, die die jungen Menschen darauf abrichtet im späteren Berufsleben zu funktionieren. Dies funktioniert nur indem man die jungen Menschen bricht, diszipliniert und Befehle verteilt. Natürlich wird das immer auch mit einer verwässterten Pädagogik aus den 60ern verkauft, aber im Grunde genommen ist klar das man die besten Noten fordert. Alle die nicht ins Raster und in die Vorstellungen passen werden als kranke und unwillige Kreaturen bezeichnet, man schickt sie zum Psychiater, gibt ihnen Medikamente, setzt sie mit unzähligen Mitteln unter Druck. Und im Fernsehen wird verkündet: Leistung bringt uns alle nach vorn!

Wahr ist aber das die Politik und die Wirtschaft uns nicht weiterhelfen können. Profite führen nicht zu mehr Glück. Ist es ein Zeichen von Reife Flüchtlinge ersaufen und Hungerne verhungern zu lassen, während man genüßlich Döner isst? Ist es ein Zeichen von Reife einen BMW zu fahren und bereits nach einem weiteren Fahrzeug zu gucken? Gerade wenn man die beiden Fragen im Zusammenhang sieht kann man die Frage recht eindeutig beantworten. Wir müssen uns ganz persönlich fragen warum die Politik und Wirtschaft uns nicht weiterhelfen kann. Es macht keinen Sinn wählen zu gehen, genauso wie es keinen Sinn macht arbeiten zu gehen. Denn in beiden Fällen wird man betrogen, einmal auf das Recht die Gesellschaft nach den eigenen Bedürfnissen mitzugestalten und einmal um den vollen Reichtum der Gesellschaft. Politiker können unmöglich die Bedürfnisse von Millionen von Menschen kennen und umsetzen, dies ist Sache der Menschen selbst. Kapitalisten können unmöglich ihre Profite aufgeben, nur um den Menschen ein freies leben zu ermöglichen. Es wäre schlicht ihr Ende! Deshalb müssen sich die Menschen selbst organisieren, sie müssen sich politisieren, sie müssen sich verinnerlichen wie dramatisch ihre Lage und die Lage ihrer Brüder und Schwestern in aller Welt ist. Es ist schwierig aus der Perspektive des Konkurrenzkampfes herauszugelangen, schliesslich ist das Fernsehen und die Gesellschaft voller Wettkämpfe und Schaukämpfe. Auch die Branchen sind freilich voller Kampf, es geht stets darum den Schwachen zu prügeln um ihn sein Brot zu nehmen. Achtet darauf wenn ihr von der Arbeit nach Hause fahrt, wie Menschen im Müll nach brauchbaren suchen. Sie sind die Verlierer. Sie waren nicht stark genug für die Marktwirtschaft. Sie haben sich eben nicht genug anstrengt, aber ist es fair sie in unwürdigen Zuständen krepieren zu lassen?

Die Einsamkeit und Leere, die wir durchaus als gewöhnliche und alltägliche Gefährten kennen, wird nicht aufhören wenn wir uns nicht fragen warum wir soviel arbeiten und kämpfen müssen. Wir müssen uns fragen warum die Demokratie uns nicht das liefert was wir wollen. Natürlich müssen wir uns auch erst einmal klar werden was wir wollen.

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Im Büro

„Scheiße!“
„So eine Scheiße!“
„Alles scheiße!“
„Auf meinem Tisch liegt nur Scheiße!“
„So eine verdammte Scheiße hier!“
„Ich kotz gleich!“
„Arschloch!“
„So ein dummes Arschloch!“
„Ich trete gleich jemanden zusammen!“
„Ich scheiß gleich auf den Tisch und kündige!“
„Was? – Hallo? Sagen Sie mal..?! Sind Sie zu blöd mich zu verstehen?“
„Dieser verdammte Wichser soll sich nicht so anstellen!“
„Wollen Sie mich verarschen?!“
„Ich dreh gleich durch!“
„So ein Hurendreck!“
„Der Typ gehört erschossen!“
„Ich glaub Du spinnst wohl ein bisschen?!“
„Ich glaub der spinnt wohl?!“
„Spinnt der ein bisschen?!“
„Ich mag nicht mehr!“
„Ich mag nicht mehr, ehrlich!“
„Ich glaub ich fang gleich das kotzen an!“
„Wenn ich den Typen sehe, spuck ich ihm ins Gesicht!“
„Dem sollte man mal eine reinhauen!“
„So ein Weichei“
„So ein Trottel“
„So ein Depp“
„So ein Wichtigtuer“
„Wie kann man nur so dumm sein?“
„Verdammte Scheiße!“
„Ich mache diese Scheiße nicht mehr mit!“
„Ich geh gleich heim, ist mir scheißegal!“
„Macht Euren Dreck doch alleine!“
„Welcher Volldepp war das?“
„Was soll diese Scheiße?“
„Solche Luschen können wir nicht gebrauchen!“
„Wahnsinn!“
„Wahnsinn, echt!“
„Irrsinn!“
„Das ist so ein Beschiss hier!“
„Ich komme mir so verarscht vor!“
„Man wird hier nur verarscht!“
„Länger mache ich das nicht mehr mit!“
„Also dann, bis morgen!“

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Kleine Ursache – Große Wirkung

Ich habe erlebt wie sich Obdachlose wegen einer leeren Pfandflasche angeschrien haben und ich dachte mir wie schlecht es diesen Menschen gehen muss, sich wegen so einer Kleinigkeit derart das Leben schwer zu machen. Andererseits bedeutet diese Pfandflasche für diese Obdachlosen ein wenig mehr Ruhe, denn damit lässt sich ein Bier oder eine Mahlzeit erkaufen, was die Existenz am Rande der Gesellschaft ein wenig mehr erträglicher macht. Diese Ruhe bedeutet viel, gerade wenn man das Gefühl hat, alles um einen herum würde immer schneller, greller und lauter. Wie kann man völlige Ohnmacht am besten bekämpfen? Etwa nüchtern? Die Obdachlosen kämpften mit dieser Pfandflasche um ihren Seelenfrieden und damit um ihr Überleben.

Jetzt erlebte ich neulich eine Szene in einer völlig anderen gesellschaftlichen Schicht. Zwei Arbeitnehmer schreien sich an, Argumente gibt es nicht, nur wilde Verzweiflung und Erschöpfung in den Sätzen. Die Szene war explosionsartig, schnell und intensiv. Nur worum ging es? Ein Telefonat wurde falsch verbunden. Deshalb dieses wilde Geschrei, die Unterstellungen und Beleidigungen. Unausgeglichene Menschen die darüber streiten wie man am besten die Effizienz im Unternehmen steigern könnte. Forderungen werden aufgestellt, Drohungen ausgesprochen und am Ende stapft der Initiator der Schreierei entnervt aus dem Raum. Ich fragte mich wieder, wie kann man sich nur das Leben so schwer machen? Sollte ich lachen oder schimpfen?

Und diese Woche trifft es mich. Mir wird, während meiner Abwesenheit und aufgrund einer spontanen Entscheidung aus der Führung, betriebsintern der Platz meiner Tätigkeit genommen, indem ein anderer Kollege diesen erhält. Informiert werde ich indem ich vor vollendete Tatsachen gestellt werde, als ich meine Tätigkeit ausüben möchte. Meine erste Reaktion war natürlich Verwunderung und schließlich wurde ich sauer, als ich keinen alternativen funktionierenden Platz für meine Aufgaben vorfinden konnte. Ein erster Anruf beim ausübenden IT-Mann erhellt die Situation auch nicht, denn dieser gibt fluchend bekannt, er könne jetzt keinen neuen Arbeitsplatz herbei „hexen“. So musste ich mir auch noch einen funktionierenden Platz suchen, an dem ich meine ohnehin schon öden Abläufe erledigen konnte. Ich war angespannt, aber war die respektlose Art ja bereits seit Monaten gewohnt.

Weiter ging es am nächsten Tag: Der neue Platz auf dem man mich abschieben will, besitzt keinen Zugang zu Email oder dem betriebsinternen System, verfügt über eine alte verschmutzte Tastatur und liegt obendrein geografisch ungünstig in Bezug zu meinen Aufgaben. Also setze ich mich erneut woanders hin und informiere den IT-Experten der nicht hexen kann. Er richtet mir die notwendigen Dinge ein, sperrt zugleich meinen Zugang zu anderen PCs, damit ich auch bloß nur auf diesem geografisch noch immer ungünstigen Arbeitsplatz sitze. Ich schreibe eine Email und sage die Tastatur ist völlig verdreckt (der Staub hatte sich schon in die Tasten gefressen und das helle Weiß zu dunklen Grau verkrustet), also unbrauchbar für jemanden der den ganzen Tag darauf tippen soll, beschreibe das ich aufgrund dieses Arbeitsplatzes für meine Aufgaben mehr Umstände in Kauf nehmen muss und wie respektlos ich es empfinde keinerlei Vorabinformationen zu diesem erzwungenen Wechsel erhalten zu haben.

Reaktion? Er antwortet erbost ich habe jeden Arbeitsplatz zu akzeptieren und es wäre nicht seine Aufgabe Leute über Veränderungen zu informieren. Obendrein stellt er kommentarlos, während meiner Abwesenheit, eine Schüssel, Toilettenpapier und einen Reinigungslappen auf den neuen Platz, – schließlich hätte die Firma keine anderen Tastaturen im Haus. Später gibt er dann zu Protokoll, es wäre meine Aufgabe für einen funktionierenden Arbeitsplatz zu sorgen, – wobei sich mir sofort die Frage stellte, wofür er dann überhaupt noch da ist? Jedenfalls sieht er kein Problem mit dem Platz, betrachtet mein Anliegen herablassend und lässt dem Chef auch noch eine Kopie des Gesprächverlaufs zu kommen, was wohl zeigen sollte wie dumm ich mich anstelle. Provokant fragt er, wenn ich ein Problem hätte, könnten wir das „gerne“ mit der Führung besprechen.

Ich war nun wirklich mehr als angepisst. Meine Reaktion kam prompt, ich konkretisierte meine Kritik und sprach direkt von Respektlosigkeit und Ineffizienz die sich in dieser Entscheidung und diesem „kollegialen“ Umgang darstellt. Freilich wird sich die Führung demnächst dazu äußern und ich bot in meiner Antwort an die grundlegende Struktur des Großraumbüros zusammen mit allen Kollegen zu gestalten. Nun bringe ich morgen selbst eine neue Tastatur mit und schenke sie dem Unternehmen. Vielleicht ist dieser Streit damit beigelegt, aber er hat unheimlich viel Kraft gekostet. Es ist schwierig bei solch albernen Schwierigkeiten ruhig und sachlich zu bleiben, – vor allem dann wenn der Kollege überhaupt kein Verständnis oder Respekt für eine Notwendigkeit hält und die eigenen Probleme belächelt, Argumente mit Gehässigkeit untergräbt usw.

Letztlich kann man solche Schwierigkeiten innerhalb unserer jetzigen Ökonomie überhaupt nur mit einem Argument bekämpfen: Effizienz. Wer hat die besseren Argumente die zu mehr Effizienz führen? Emotionen zählen genauso wenig wie Respekt. Was durchschlägt ist die Effizienzsteigerung, die Profitsteigerung. Meine Bedürfnisse und Argumente werden nur dann gehört, wenn sie Geld abwerfen. Dieser heiße Tanz ist noch nicht ausgetanzt, ich weiß nicht wohin mich diese Aktion führt. Ich hätte auch still sein können und brav einfach die neuen Verhältnisse akzeptieren können. Aber ich wollte nicht ohnmächtig hinnehmen was andere mir einfach hinwerfen. Es ist mir wichtig in die Konfrontation zu gehen, bevor es zu spät ist, bevor man sich nur noch anschreit.

Aber ich glaube noch zu unerfahren mit solchen Situationen zu sein, schließlich geht es mir nicht wirklich darum das Unternehmen profitabler zu machen, weil ich die hierfür zugrunde liegende Ideologie der Profitmaximierung als menschen-verachtend betrachte, verabscheue und verwerfe. Also werde ich wohl als „Verlierer“ aus diesem Konflikt gehen und in Zukunft aufgrund von Lästerei immer belächelt werden, bis ich mir erneut mit Mehraufwand und Mehrarbeit Respekt erarbeitet habe. Alles in Allem sind diese Kämpfe idiotisch, sie sind derart primitiv wie ihr Streitgegenstand. Ich weiß nicht wie ich so einen Müll aus dem Kopf bekommen soll, – also schreibe ich darüber in der Hoffnung davon frei zu werden. Diese Konflikte belasten die menschlichen Beziehungen unheimlich. Man wird mich sicher nun für einen Typen halten der aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein armes Weichei für den IT-Mann und seine Kumpels.

Ich weiß es nicht, aber ich glaube schon richtig zu liegen, wenn ich mehr Kommunikation, Rücksprache und damit auch Respekt fordere. Wie soll ein Unternehmen in Zukunft bestehen, wenn es nicht einmal seine eigenen Mitarbeiter respektvoll behandeln kann? Wie soll dieses Unternehmen gegenüber der Konkurrenz bestehen und sich vor allem durchsetzen wenn die Kollegen sich kaum vernünftig unterhalten können? Es fehlt schlicht die Zeit und die Kraft all diese Schwierigkeiten in Ruhe zu besprechen und zu lösen. Deshalb wird auch mein Problem schlicht weg geschoben und jegliche Lösungsansätze werden abgewürgt. Am Ende wird es laufen wie bisher, der Betrieb läuft aufgrund von Notlösungen und auf Kosten der Mitarbeiter, weshalb viele kündigen und nur jene dort arbeiten, die kaum Fachkenntnisse haben und jeden Euro brauchen, – also jeden Mist mitmachen. So läuft es bestimmt nicht nur indem Betrieb indem ich jetzt arbeite, weshalb ich mir keine Hoffnungen machen darf mal bessere Verhältnisse vorzufinden.

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