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Love me tinder

„Oh nein, oh nein, überhaupt nicht mein Typ.“
„Magst Du Bier?“
„Und was ist Dein liebster Sport?“
„Hier geht ja nichts oder?“
„Ach, ich weiß auch nicht.“

Diese awkward-silence Momente zwischen leeren Floskeln deuten das eigentliche Problem von Tinder bzw. der Nutzung dieser Plattform an: Menschen, die keine Ahnung haben was sie überhaupt miteinander zutun haben sollen, die nicht wissen wer sie sind oder was sie eigentlich wollen oder in welcher Gesellschaft sie leben, treffen aufeinander, um sofort die perfekte Liebe oder Erfüllung oder einen Lustgewinn zu erfahren. Doch das ist völlig unmöglich, da die Übereinstimmung zunächst und ausschließlich über die oberflächliche Erscheinung vollzogen wird, wodurch der Mensch mit seinen Umständen und Charakter völlig außenvor bleibt. Die Enttäuschung ist quasi permanent eingeschlossen.

Darin wohnt auch diese Beliebigkeit: Entweder bist Du es sofort wert oder Du wirst in der nächsten Sekunde durch ein nächstes Tinderdate ersetzt. Jeder ist austauschbar, keiner ist besonders. Eine umfassende Beziehungslosigkeit oder Unfähigkeit zur Beziehung drückt sich in dem Erfolg von Tinder aus. Der Mensch von heute hat keine Zeit, keinen Nerv und keinen Verstand für die Auseinandersetzung mit dem Anderen und Fremden, um dadurch zu lernen, was er selbst will und was die Begegnung bedeutet oder liefert bzw. nicht bedeutet oder liefert. Die Selbstbezogenheit bleibt erhalten, es kommt zu keinem Erkenntnisgewinn und die eigene Blase vergrößert sich ungebrochen.

Ein Marathon durch die Geschlechter, ohne jemals irgendeinen Erfahrungswert zu erhalten, das ist die pure Einsamkeit. Tinder verspricht gar nichts, kann es auch gar nicht. Tinder findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern inmitten einer Leistungsgesellschaft, die an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten ist und seit Generationen für eine Zerstörung der realen und sozialen Welt sorgt. Zwischen Tinder und Fitnesscenter muss die eigene Fruchtbarkeit und Verwertbarkeit möglichst effizient dargeboten und verschachtern werden. Tinder ist der verzweiflte Versuch nicht an Einsamkeit zu ersticken, und zugleich Berufsleben im vollen Umfang aufrechtzuerhalten, doch durch die Nutzung dieser Plattform verstärkt sich die Einsamkeit eher noch, weil man als Mensch gar nicht stattfindet, sondern nur als Verwertungskategorie, einem Idealbild von Partner, der gar nicht existiert. Um wirklich wertvolle Beziehungen zu erhalten ist eine Reduktion des Berufslebens notwendig, denn die Kosten Zeit, Mühe, Aufwand, Ruhe, Vertrauen, Geduld und natürlich Interesse. All das wird vom Beruf aufgefressen.

Die falschen Partner liegen zerstreut wie Sand am Meer und warten darauf von der Flut davon gerissen zu werden, weil das Leben in dieser Gesellschaft immer schon falsch war. Da kaum einer einen Begriff von der Qualität des Lebens hat, erliegt das Individuum einer Blindheit, die zu einer völligen Fehleinschätzung dessen führt, was sie sind, worin sie sich befinden oder wie sie mit dem sozialen Umfeld umgehen. Der Höhepunkt ist dann die Anspannung, das Unbehagen im Treffen, der abstösst, Unglück verdeutlicht, mit Alkohol, Nikotin oder Sex erfolglos zu kompensieren versucht wird.

Der Erfolg von Tinder drückt aus, dass man einen gesellschaftlichen Mangel, den man als Individuum durch Einsamkeit spürt, überwinden will. Doch man kann nicht außerhalb der Gesellschaft existieren, die diese Einsamkeit produziert, und sein privates Glück finden, – weil die soziale, entleerende Verbindung nie auffhört, egal wie prekär sie auch sein mag.

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Brandanschläge in Berlin & deutsche Bomben in Afghanistan

Die Anschläge auf die Infrastruktur Berlins wurden von linken antiautoritären Vorstellungen inspiriert. Die Anschläge der Bundeswehr auf die Bevölkerung Afghanistans wurden von den westlichen Wertvorstellungen autoritärer Staaten inspiriert. Die Anschläge der Taliban wurden von religiösen autoritären Vorstellungen inspiriert. Nachdem also, um ganz vereinfacht zu beginnen, autoritäre Staaten mithilfe ihrer terroristischen Staatsdiener Menschen zerfetzt haben, rächten sich religiöse Terroristen ähnlich willkürlich, worauf der deutsche Staat, um seine innere Sicherheit im Sinne der freien Verwertung des Kapitals zu schützen, mit pflichtbewussten, bewaffneten Staatsdienern und Bomben geantwortet hat. Weil letzteres nun sein 10. Jubiläum feierte, dachten sich einige Individuen, inspiriert von linken Thesen, es sei nun an der Zeit innezuhalten, die Bevölkerung zu „entschleunigen“ und mithilfe diverse Brandsätze, medientaugliche Rache an dem militärischen Komplex unserer Gesellschaft durchzuführen. Was haben all diese Zerstörungen gemeinsam?

Der Krieg im Irak, in Afghanistan, ob ausgehend von Amerika oder Deutschland ist zweifelsohne Destruktivität. Der Terror der von Al Kaida ausgeht ist ebenfalls eindeutig destruktiv. Und nun antworten linksinspirierte Individuen auf all diese Zustände mit Destruktivität! All diese verschiedenen Formen von Destruktivität scheinen also von verschiedenen Ideologien inspiriert zu sein. Der Staatsdiener in Form eines Bürgers in Uniform, identifiziert sich mit dem autoritären Zwangskollektiv genannt Staat und Nation. Akzeptiert daher seine Werte, die sich daraus speisenden Vorstellungen von Recht und Unrecht. Diese stehen im völligen Widerspruch zu dem religiösen Zwangskollektiv genannt Islam, welches eigene Werte, Vorstellungen von Recht und Unrecht mit sich bringt. Natürlich ist das Christentum genauso ein Zwangskollektiv wie der Islam. Obendrein kommen die rachsüchtigen Taten linksinspirierter Täter hinzu, mit ihrem eigenen Bild von Recht und Unrecht, die wohl eher antiautoritären Vorstellungen nachgehen. Bricht man das also derart herunter, stehen sich verschiedene Weltbilder gegenüber, die sich gegenseitig mithilfe ihrer Träger, den individuellen Menschen gegenseitig bekämpfen. Es scheint also ein Krieg der Vorstellungen und Traditionen zu sein, der letztlich den Planeten verwüstet, Menschen tötet und gefährdet.

Während die Thesen des Bekennerschreibens regelrecht tragisch an den Kern der gesellschaftlichen Probleme vorbeischiesst und daher mit Destruktivität antwortet, ist den Taliban und den Soldaten, Politikern nicht einmal im Ansatz klar, warum sie sich mit der Religion oder dem Staat identifizieren und ihm Gehorsam und Pflichtbewusstsein bis in den Tod entgegenbringen. Fehlende Empathie mit den eigenen persönlichen Bedürfnissen, Wünschen und Sehnsüchten und aller anderen Lebewesen auf der Welt, ist eine der grundlegenden Gemeinsamkeiten von Terroristen des Staates, der Religion und dieser linksinspirierten Aktivisten. Wieso sind soviele Menschen fähig anderen Menschen Schaden hinzuzufügen oder wie es im Fall der linksinspirierten Aktivisten ist, zumindest dieses Risiko einzugehen, dass Menschen verletzt werden? Es ist fehlende Empathie. Grundsätzliches Unvermögen sich in die Lage anderer Menschen hinein zu versetzen und deren Schwierigkeiten zu erkennen, sich selbst in diesen anderen Menschen zu erkennen. Die Taliban, die Soldaten, Politiker, die Aktivisten sind getrieben von Selbsthass und Antworten, das hat die Geschichte bewiesen, mit Hass, mit Destruktivität, mit Gewalt und Zerstörungswut. Daraus folgt weiteres Unverständnis, weitere Anfeindungen und eine Hineinsteigerung in Ideologien, die die Individuen letztlich noch weiter abstumpfen, vereinzeln und voneinander abspalten.

Wie aber ist diese fehlende Empathie und dieser Selbsthass möglich? Woher kommt dieser Hass? Warum antworten Millionen Menschen auf Destruktivität mit weiterer Destruktivität? Wie haben die Menschen gelernt ihre individuellen Empfindungen zu verdrängen, sich in den Staat, die Religion, den Militarismus, also den Ideologien einzureihen und unterzuordnen? Offensichtlich muss hier bereits in der Kindheit eine Abspaltung stattgefunden haben, in der man schon als Kind lernte, die eigenen Vorstellungen, Empfindungen und Sehnsüchte zurück zu stellen, weil es die Eltern, die Schule, der Staat, der Kapitalismus verlangten. Entweder man entspricht als Kind fremden, autoritären Vorgaben oder erfährt Zurückweisung, Ablehnung und Liebesentzug, wenn man eigene Autonomie praktizieren will, also ein „schwieriges“ und „anstrengendes“ Kind ist. In beiden Fällen sondert man bereits als Kind das eigene innere Gemüt ab, um von der äußeren Umwelt anerkannt, geschätzt und geliebt zu werden. Selbst wenn man rebelliert, entspricht man den Negativvorstellungen der Eltern bzw. der Gesellschaft und wird abgelehnt. Es sind also vor allem die Eltern, die gesellschaftlichen Umstände selbst, mit ihren Vorurteilen, Konditionierungen, die aus einem autoritären Weltbild stammen, die das Kind, die uns alle als Kind maßgeblich dazu zwang, sich selbst für seinen eigenen Drang zur Autonomie von Gefühlen, Vorstellungen und Handlungen zu hassen. Denn die eigenen Eigenschaften schienen ja dafür verantwortlich zu sein, dass die Eltern einen ausschimpften oder bestraften.

So übernimmt man nach einiger Zeit die Position der Eltern, verdrängt die eigene Individualität, hasst sie mitunter das ganze Leben, woraus sich Selbsthass und Hass auf andere Menschen entwickelt, der wiederum Abspaltung und Ausgrenzung von anderen Individuen impliziert. Die Staatsdiener grenzen also andere Menschen aus, indem sie ihrem Zwangskollektiv dienen, indem sie sich mit ihm identifizieren und ihn für einen Teil ihrer eigenen Individualität und Freiheit halten. Die Übernahme von Ideologien ist seit dem elterlichen und schulischen Machtkampf zum Überlebensmotto geworden. Wer sich nicht anpasst verliert. Aber wer sich anpasst, verliert seine Individualität. Dieser Widerspruch ist unerträglich für Menschen die sich mit Ideologien ein funktionierendes Leben aufgebaut haben, daraus ihr Empfinden von Recht, Ordnung, Verantwortung, Freiheit und Liebe definiert haben. Für sie ist es lebensbedrohend wenn ihre Ideologie, ihre Identifikation mit dem Zwangskollektiv Staat oder Religion hinterfragt, kritisiert und angegriffen wird. Darauf reagieren sie mit äußerster Brutalität, so zum Beispiel mit Terrorakten. Mal werden Bomben in U-Bahnen gezündet, um die Ungläubigen zu belehren, zu vernichten, zu überzeugen, um sie dazu zu bringen, die Größe der eigenen Ideologie  anzuerkennen und damit auch die eigene völlig durch die Abspaltung von Empathie und der eigenen Individualität verdrehte, krank- und wahnhafte Persönlichkeit zu respektieren. Dann werden Familien mit deutschen Bomben in Afghanistan zerfetzt, um die Freiheit und Sicherheit des eigenen Zwangskollektivs zu sichern und ebenfalls das Signal zu senden, respektiert unsere Macht und alle dahinterstehenden Individuen, die sich damit identifizieren. Beide Ideologien, ob religiös oder staatlich, fußen also in entfremdeten Menschen, die jederzeit manipulierbar und zu neuen Schandtaten verführbar sind.

Und die besagten linksinspirierten Aktivisten haben anscheinend auch keine andere Idee, als darauf ebenfalls mit Bomben zu antworten, diesmal aber als Rache, als Kritik an das Bombenwerfen in aller Welt mithilfe der deutschen Waffenindustrie. Darin ist eindrucksvoll ihr empathieloses, entfremdetes Unverständnis gegenüber der Destruktivität anderer Menschen in Staaten und Religionen dokumentiert, obwohl ihre schemenhafte Analyse im Bekennerschreiben einige korrekte Ansätze aufgewiesen hat. Die Antwort von linken Aktivisten sollte eben nicht die Gewalt, welche neue Feinde, Unverständnis und Destruktivität hervorrufen wird, der Selbsthass, welcher immer neuen Hass produziert und in die Welt setzt, sein. Denn Gewalt und Hass melden beide eigene Machtansprüche an. Es sollte stattdessen mit Liebe, Mitgefühl, Solidarität, Kommunikation und Organisation reagiert werden. Dabei ist auf dezentrale, antiautoritäre und undogmatische Durchführung zu achten. Das freie Individuum in seiner Ganzheit und Individualität soll anerkannt sein und so als Maßstab für eine bessere Welt dienen.  Die Antwort auf all die Zerstörung der Welt, ausgehend von erwachsenen Kindern, die sich noch immer ungeliebt und unakzeptiert fühlen, die sich in Ideologien und deren Zwangskollektiven geflüchtet haben, sich aktuell im Kapitalismus in Leistungswahn und Konkurenzkampf erschöpfen, dabei den Planeten zerstören, sind also nicht Brandsätze und daraus erhoffte kurzfristige „Entschleunigung“. Daraus erfolgt keine Inspiration der entmündigten, geschundenen, ausgebeuteten Individuen, die sich durch den Alltag schleppen und sich dafür hassen, sich selbst nicht entfalten zu können, geschweige denn zu erkennen, worin ihre eigentlichen, ursprünglichen Sehnsüchte und Bedürfnisse stecken! Das müssen die Revolutionäre dieser Welt zu allererst lernen. Wer den Hass, die Ausbeutung und Zerstörung, die Herrschaft des Menschen über den Menschen in aller Welt beenden will, muss zunächst einmal das Trauma seiner eigenen Kindheit erkannt, verarbeitet und überwunden haben!

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Das Leben ist kein Kaufhaus

Die Tage sind wieder voll von langweiliger Strebsamkeit und gedankenloser Hetzerei. Ich bin zurückgekehrt in meinen alten Beruf und obwohl es sich um einen neuen Arbeitgeber handelt, scheint sich rein gar nichts verändert zu haben. Es gibt Ärger mit den Kunden, Ärger mit den Kollegen, Ärger mit den schweren Zeiten auf dem Markt. Die alten Kollegen haben sich quasi gar nicht verändert. Sie sind weiterhin dick, alt und eindimensional geblieben. Ich habe Angst genau so zu sein, auch wenn es absurd ist. Jeder Mensch hat so seine Fehler und das macht ihn einzigartig. Aber hier ist das etwas anderes. Diese Menschen scheinen im Sumpf stecken geblieben zu sein, als hätten sie die Jahre nur damit zugebracht, wie wild im Sumpf zu stapfen ohne aus ihm herauszugelangen. Burnout von Körper und Geist. Wo ist da die Lebensqualität?

Zwischen all den Tätigkeiten die sie in ihrem Job ausüben, zwischen all den Anweisungen, Sprüchen und Lachern suche ich ihre Persönlichkeit, ihre Träume und Sehnsüchte, – aber ich finde rein gar nichts. Diese Leute scheinen durchsichtig zu sein, nicht greifbar, wo sind sie nur verloren gegangen? Jeden Morgen weigere ich mich dorthin zu gehen, aber irgendwie werde ich ja doch wieder auf diesem Bürostuhl sitzen und versuchen maximale Leistung abzurufen, obwohl klar ist das es mich nicht glücklich macht. Es gibt eben keine Wahl für mich, es bleiben nur Tätigkeiten die mich abstumpfen. Ich werde abstumpfen wie meine alten Kollegen, werde mich immer mehr auflösen und nichts weiter sein als Jemand der Tasten drückt, Anweisungen gibt und Zahlen auf fremden Konten erhöht. All das nennen diese geistlosen Marionetten Freiheit, Entfaltung, Möglichkeiten! Für mich ist das alles nur noch grauer Brei, dem ich nicht entfliehen kann. Das ist wie in einem Sarg lebendig eingeschlossen zu sein und gleichzeitig ständig gesagt zu bekommen man müsse die Dunkelheit darin als dunklen Himmel begreifen, durch den man gerade fliegt.

Illusorisch zu glauben diese Abhängigkeit von fremdbestimmter Arbeit könnte mich glücklich machen.  Ich verwöhnter deutscher Junge bin gefangen in einem goldenen Käfig, voller Fertigprodukte, Videospiele und Arbeitsplätze. Nicht zu vergessen die Massenmedien die mir tagtäglich das Gehirn mit ihrem Unsinn waschen. Aber der Käfig ist nicht real, er besteht nur in meinem Kopf. Natürlich kann ich gehen wohin ich will, tun was ich will und entsprechend die Konsequenzen tragen. Aber ich schätze ich wäre allein nicht überlebensfähig. Wer soll meine Nahrung produzieren? Wer soll meine Kleidung produzieren? Wer soll meinen gebrochenen Arm heilen? Wer soll mich im Alter pflegen? Irgendwie sind diese Fragen da. Ich bin ein Systemkind, Opfer jahrzehnte-langer Propaganda, ich könnte nicht eine einzige Woche ohne Discounter überleben. Es ist unglaublich wie dämlich ich eigentlich bin. Ich kenne kaum Pflanzen, kaum die Möglichkeiten des Ackerbaus oder wie ich mich selbst heilen kann. Eigentlich bin ich längst völlig abgestumpft und ich mache mir nur vor etwas feinfühliger zu sein als meine alten Kollegen.

Aus diesem Kreislauf der Verblödung zu entfliehen braucht Mut und Wissen. Ich hatte beides bisher nicht, ich weiß auch nicht ob ich mir beides in Zukunft erwerben kann. Ich weiß nicht einmal ob sich das noch lohnt. Irgendwie ist mir nicht mehr danach ein Leben irgendwo aufzubauen. Es gibt in mir keinerlei Aufbruchstimmung. In Berlin habe ich soviele alternative Zombies kennengelernt, ich war davon völlig geschockt, schliesslich war ich auf der Flucht vor gewöhnlichen Arbeiterzombies. Grundsätzlich habe ich die Befürchtung überall wären nur Zombies unterwegs und laufe generell ständig Gefahr gebissen, getreten, verletzt und zerstört zu werden. Es gibt keinen Schutz und keine Sicherheit, klar, – aber das was hier auf diesem Planeten jeden Tag betrieben wird, kann doch nicht der Ernst dieser Menschheit sein. Es gibt soviele Menschen die täglich saufen, kiffen, ficken, arbeiten und noch nicht einmal wissen warum sie es tun, nicht mal dann wenn es sie völlig fertig macht. Und egal wie es sich anfühlt, es führt immer ins größere Übel statt ins Paradies. Die Leute kommen einfach nicht darauf das sie sich mit ihren behämmerten Gedanken wahnsinnig machen und so gerät das Chaos zu wachsen.

Die Menschen wollen mehr sein als Tiere, sie wollen mehr sein als ein Lebewesen welches kackt, frisst, rülpst und vor sich hinlebt, obwohl diese Vorstellung völlig absurd ist. Der Mensch will Fortschritt, Wachstum, Wettbewerb, Zukunft, Sicherheit, herrje, was für ein ausgemachter Schwachsinn. All das ist doch völlig wertlos. Es sind nur komplexe Gedankenkonstrukte die nichts mit dem Leben an sich zutun haben. Es sind nur Worte. Es ist nur Gerede. Ein Beispiel: Die Wähler lassen sich alle Jahre wieder von den Politikern verarschen, es gibt falsche Wahlversprechen, jedes Mal. Und trotzdem boykottieren die Wähler nicht das System und alle Parteien, sondern sie machen einfach weiter so, als ob nichts gewesen wäre. Das ist an grenzenloser Dummheit nicht mehr zu überbieten, zeigt aber einfach die Kraft der Worte, die Kraft der komplexen Ideologien die in den Köpfen der Menschen funktionieren. Wir sind alle Opfer von Propaganda die seit unserer Geburt von Eltern, Medien, Schule und so weiter auf uns abgefeuert wird, 24 Stunden am Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr! Bei all diesem Lärm hört man nicht einmal seine eigene innere Stimme.

Aber wir senden auch Propaganda aus. Wir schminken uns, trainieren in Fitnesscentern, machen eine Ausbildung, sorgen für materiellen Reichtum um zu zeigen das wir etwas sind und etwas können etc. All das ist oberflächlicher Müll, der nichts aber auch rein gar nichts bedeutet. Diese Leere die ich spüre, ist nichts weiter als das Bewusstsein darüber, wie endlos primitiv, oberflächlich und dämlich der gesamte Alltag in der gesamten Weltbevölkerung abgeht! Es ist dermaßen enttäuschend, traurig und deprimierend, ich habe keine Ahnung warum ich nicht längst geplatzt bin von all diesen Emotionen. In den letzten Monaten kamen ständig Forderungen an meine Adresse, ich solle doch endlich wieder arbeiten, solle doch vernünftig werden, hätte zu verstehen das man dieses und jenes akzeptieren müsse und so weiter. Typisches Sklavengerede. Keine Spur von Selbstbestimmung, keine Spur von Selbstbewusstsein. Ich fühle mich wie im Knast, obwohl ich nie Gitterstäbe gesehen habe. Der Zwang zur Lohnarbeit, der Zwang der ständigen Flexibilität, Weiterbildung usw. das soll Freiheit sein? Keine Wahlmöglichkeiten über den beruflichen Werdegang zu haben, ist eine tolle Realisierung der Grundrechte. Ach, ich könnte endlos formulieren, es bringt nichts.

Keiner wird aufstehen. Keiner wird protestieren. Keiner wird die Alternative produzieren. Das System ist zu groß. Wer ein anderes Leben will, muss es sich selbst holen und allein leben. Das kann man nicht erkaufen, nicht erbetteln, schon gar nicht verbal.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

3000 Jahre ohne Liebe

Politiker sind nichts besonderes, sie sind ähnlich wie die sogenannten „Reichen“ und Besserverdienenden nichts weiter als gewöhnliche Menschen. Und obwohl sie völlig gewöhnliche Menschen sind bestimmen sie über das Leben anderer Menschen. Mit welchem Recht tun sie das? Sie sagen sie wären die Vertreter anderer Menschen, die keine Zeit oder Lust haben ihre Bedürfnisse zu hinterfragen, zu erkennen, zu organisieren und zu befriedigen. Ich frage mich wie irgendein Mensch wissen kann was der andere Mensch braucht, obwohl er sich niemals mit ihm persönlich auseinandergesetzt hat? Wie kann ein Politiker, eine politische Partei, Angestellte in Konzerne, deren Bosse wissen was irgendein anderer Mensch wirklich braucht, wenn sie permanent nur über ihn reden aber niemals mit ihm? Sie können es nicht wissen, vorallem weil sie nicht einmal wissen was sie selbst wollen und genau hier beginnt der Selbst- und Massenbetrug!

Die Menschen betrügen sich und andere Menschen sobald sie die jetzigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse akzeptieren. Jeder treibt Tag für Tag, Euro für Euro die Zerstörung überlebensnotwendiger Grundlagen voran, solange er nicht die Verhältnisse, Vorstellungen und Verbote hinterfragt hat und aktiv bekämpft! Es ist dringend notwendig mit diesem vielseitigen Betrug aufzuhören, denn er tötet Menschen, Tiere, Umwelt, er zerfrisst sämtliche Gefühle, Hoffnungen und vernichtet deren Grundlagen! Jeder Mensch weiß selbst was für ihn am besten ist, dies kann niemand für ihn übernehmen. Bedürfnisse, Vorstellungen jedes einzelnen Menschen können sich jederzeit ändern. Das Leben an sich ändert sich ständig. Das politische und wirtschaftliche System ist unfähig diesen engen Kontakt in dieser hohen Geschwindigkeit zu halten und muss daher immer Millionen von Menschen ignorieren, zerstören und Konflikte produzieren.

Unsere Parteien sind nichts weiter als riesige gedankliche Fressmaschinen die alles für ihre Machtpolitik in sich hineinschlingen und nach einer Weile einen riesigen Haufen Scheiße namens Parteiprogramm ausdrücken. Wie sollen individuelle Bedürfnisse die sich ständig verändern mit einem Einheitsbrei der alle paar Wochen ausgeschissen wird schön und gut befriedigt werden? Es kann nicht funktionieren. Es ist ein Naturgesetz. Schon unsere körperlichen Sinne verhindern das unser jetziges politisches und wirtschaftliches System funktionieren kann. Schliesslich nehmen wir alles mit Verzug wahr, unsere Bedürfnisse und das Denken kommen danach, und erst spät können wir Muster, also Vorstellungen, Ideologien usw. entwickeln denen wir wie „Gewohnheitstiere“ folgen obwohl sie meist nicht notwendig sind. Es muss also Unterdrückung, Ausbeutung, Zerstörung, Ignoranz, Arroganz, Chaos und so weiter geben, weil dies die logische Folgen unseres Systems ist.

Wer braucht den Staat außer die Herrschenden? Wer braucht den Kapitalismus außer die Bonzen? Wer braucht die Kontrolle über die Massen? Es ist offensichtlich das wir von Geburt an ins Hirn gefickt werden, von Leuten die nicht wollen das wir eigenständige freie Menschen sind die selbstbestimmt und stolz täglich ihr Leben spontan mit einzigartigen Eigenschaften erfüllen. Wir sind Opfer der mehr als 300 jährigen Ideologie des Liberalismus. Wir – das sind die Hauptschüler, Realschüler, jene die die Schulen abgebrochen haben, auf der Strasse, in Squads leben oder in wirtschaftlicher Knechtschaft versklavt sind. Wir – das sind jene Menschen denen ständig eingeredet wird sie wären faul, dumm, primitiv, unbrauchbar, wertlos, schwierig, laut, unbequem, asozial und so weiter! Wer hat zu bestimmen wie man ist? Es gibt nur eine Person und das ist jeder für sich selbst! Was nicht heißen muss dass das im Chaos endet. Eine Abschaffung des Staats und der jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse mitsamt der Herrschercliquen führt zu einer freieren Menschheit im Sinne der Anarchie, also einer Ordnung ohne Herrschaft.

Die Menschen in den Schulen, in den Konzernen, in der Politik und auf den Strassen sind in den meisten Fällen unbewusste traumatisierte Wesen die darum ringen geliebt, akzeptiert und gestärkt zu werden. Die Menschheitsgeschichte war schon immer eine traurige, zerrissene, voller Kämpfe, Blut und Wut, aber wer sagt dass dies immer so weiter gehen muss? Wir bestimmen wie es weitergeht, wir bestimmen was man uns antut und was man uns nicht antut. Wir können uns organisieren, wir können unser Bewusstsein schärfen, wir dürfen das Leben genießen und müssen uns von niemanden sagen lassen es wäre falsch, egoistisch oder krank! Das jetzige System hat keine Berechtigung es ist gebaut aus Blut und Knochen, auf dem Rücken bewusstloser Sklaven die glauben sie seien glücklich, weil sie nie etwas anderes erfahren haben. Befreit Euch endlich aus Eurer Gedankenlosigkeit oder wollt ihr immer Sklaven bleiben?!

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Eingeordnet unter Berlin, Gesellschaft

Die Qual der Wahl

Was ist an Berlin so besonders? Vermutlich gar nichts. Die Menschen hier sind aggressiv, neidisch, gierig, notgeil, verzweifelt, ängstlich oder orientierungslos obwohl sie gleichzeitig soviele wunderschöne Facetten entfalten können. Einige von ihnen wissen: So kann es nicht weiter gehen. Doch am nächsten Tag vernichtet die Realität hoffnungsvolle Gefühle und Gedanken mit harten ätzenden Schlägen. Einige Menschen ertragen das nur mit viel Ablenkung und Ablenkung hat viele Gesichter. Jedes Wochenende gibt es bspw. bundesweit Party mit vielen Drogen, sinnfreien Gesprächen und Spielchen. Millionen Menschen aus allen Klassen und allen Alters schreien, prügeln, saufen, kiffen als gäbe es kein Morgen. Einige von ihnen versinken nicht nur in ihrer verzweifelten traurigen Gefühls- und Gedankenwelt, mit ein paar Schimmern Hoffnung, sondern baden und reiben sich auch noch darin bis zur Bewusstlosigkeit oder bis zum Tod auf. Die Drogen werden von ihnen nicht als Bewusstseinserweiterung genommen, sondern um diese Welt und/oder sich Selbst zu ertragen.

Berlin ist ein hartes Pflaster. Die Menschen versuchen sich an dem zu klammern worin sie Liebe, Wärme, Inspiration, Schutz, Halt oder Vertrauen zu finden meinen. Sie versuchen etwas zu finden oder zu halten, was abgesehen von ihnen selbst, besonders von einer riesigen, um sie herum existierenden Masse an Menschen und deren ignoranten, dekadenten Lebensstillen ständig gestört, zerrissen und zerstört wird. Die sogenannten Aussteiger, Punks, Linksradikale, Asoziale etc. auf den Strassen Berlins leben eine sehr individuelle antiautoritäre antihierarchische gesellschaftliche Alternative die von der gegenwärtig dominierenden Lebensweise der gesellschaftlichen Mehrheit zutiefst missverstanden, abgelehnt und auf brutalste Art und Weise bekämpft wird.

Die etablierten Ansichten, Lebensweisen fürchten, spalten und bekämpfen Punks usw. weil sie auf Unterdrückung und Ausbeutung basieren. Würden sie sich den Zweifeln, Ängsten und Gedanken stellen die die Menschen auf der Strasse teilweise erkannt haben und sogar leben, würde sich alle fundamentalen Schwierigkeiten auflösen. Kapitalismus ist bspw. eine Krise, die viele bestraft und wenige bevorzugt. Demokratie ist ferner die Diktatur der Mehrheit über Minderheiten. Die Mehrheit hat immer Recht auch wenn sie falsch liegt. Die Punks auf den Strassen Berlins mögen mit ihren Ansichten teilweise korrekt liegen, aber durch unser System werden sich die korrekten Ansichten niemals oder nur sehr langsam verbreiten und durchsetzen können. Unsere Demokratie erlaubt keine grundsätzlichen Änderungen bis hin zur Anarchie, sondern nur minimale Änderungen durch die gewählten Parteien innerhalb des Ausbeutersystems. Das Ausbeutersystem besteht weiterhin, egal was gewählt wird. Die Parteien legen nur fest WIE ausgebeutet wird und die Bürger geben ihren Willen bei den alljährlichen Wahlen bereitwillig ab, um sich weiter mit grosser Lust und Ausdauer in ihren Depressionen zu wälzen.

Die deutsche Bevölkerung scheint nicht fit zu sein, für ein Leben ohne Herren. Vorallem weil sie sich selbst nicht erkennen will im globalen, nationalen oder lokalen Zusammenhang. Der gesellschaftlich organisierte Mix aus Arbeit, Freizeit und persönlicher Rückzugsraum (Wohnung) sorgt dafür das die bisherigen Vorurteile, Dummheiten und Illusionen weiterhin als Gesetze, Gebote oder als „normal“ und unveränderlich betrachtet und gelebt werden. Die Menschen die auf der Strasse leben, leben der ignoranten Menge mutig vor wie schnell und simpel Alternativen gebildet werden können. Würde die Menschenmenge nicht mithilfe ihrer verlogenen Politik, ihrer Polizei und so weiter diese Alternativen boykottieren und schlecht machen, sondern sich diesen Alternativen, Zweifeln, Forderungen usw. öffnen, sich damit konstruktiv gemeinschaftlich auseinandersetzen usw. wäre alles besser. Aber soweit kommt es nicht solange sich die Menschen ablenken und nicht ehrlich und freundlich miteinander und vorallem auch mit sich selbst kommunizieren.

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Eingeordnet unter Berlin

Systemanalyse

Es wird ja unheimlich viel geredet, getan und gemacht überall wo man nur hinschaut und hinkommt. Überall gibt es schlaue und dumme Köpfe die ihre ganzes Leben in Qualifikationen und Karriere einsetzen. Wir arbeiten, sparen, spenden, kaufen, verkaufen, mieten, machen Schulden, schuften und ackern Tag ein Tag aus, als ob es immer unsere Natur gewesen ist.

In mir wächst dennoch ständig der Eindruck das wir trotz all dieser Engagements den Kern der Probleme, die wir alle mehr oder weniger intensiv miteinander teilen und individuell zu lösen oder zu ignorieren versuchen, nicht treffen. Dadurch wächst auch die Einsamkeit und Zerrissenheit in mir und natürlich auch in anderen Menschen, also auch in der gesamten Gesellschaft. Denn ignoriert man Probleme werden sie größer und schlimmer, das trifft beim Kern aller Probleme genauso zu und ist sogar noch intensiver schliesslich ist er die Quelle.

Wir sehen also überall die Brandherde, die Problembereiche, die Problemkinder und Symptome in unserem Leben, im Leben anderer Menschen oder überhaupt in der Gesellschaft und sagen wie Politiker im Wahlkampf: Da müssen wir was tun! Aber warum existieren diese Probleme überhaupt? Wieso haben wir über die Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende betrachtet sehr ähnliche Probleme und Konflikte gehabt? Was ist wenn unsere jetzige Moderne nichts weiter als ein anderes Mittelalter ist und wir wieder etlichen Illusionen erliegen die schwere Opfer verlangen?

Das jetzige System ignoriert genau wie die bisherigen Systeme die Bedürfnisse aller Menschen bzw. bevorzugt einige wenige und vernachlässigt viele andere Menschen. Dieses System ist deshalb zum Scheitern verurteilt, genau wie alle bisherigen Systeme. Wie soll das System auch funktionieren wenn es darin Gewinner und Verlierer gibt? Wenn es die Menschen voneinander trennt und zu Feinden, Konkurrenten usw. macht? Zwar haben wir gegenüber bisherigen Systemen ein paar Dinge dazugelernt, dennoch ist auch unser neues System folgenden Faktoren ausgesetzt:

Jedes erdachte System basiert auf Denken, Wissen, Erfahrungen und so weiter, aber all diese Faktoren sind begrenzt. Also ist auch das System nur begrenzt fähig die sich ständig wandelnde und verändernde Realität zu erfassen. Die agierenden Menschen im System stehen immer im Verzug zur Realität, müssen also immer etwas nachholen und verbessern. Wir versuchen beispielsweise heutzutage mit mehr Leistung, Wissen, Qualifikation der Realität nachzujagen obwohl wir sie so niemals erreichen können. Eigentlich müssten wir einfach nur stehen bleiben und das Leben geniessen, das ist uns aber „zu einfach“.

Die Lösung ist also das Problem, denn wir haben immer begrenzte Quellen woraus wir alle schöpfen. Wir sind von unseren Vorstellungen, Idealen derart eingenommen, wir nehmen ihre begrenzten Eigenschaften gar nicht wahr. Das wird immer für Spannungen und Konflikte vom kleinen Streit bis zum Weltkrieg produzieren, ganz einfach weil nicht alle Menschen berücksichtigt werden. Wie soll man auch ein System für Menschen erdenken die noch nicht existieren?

Jeder Mensch ist einzigartig, genau wie jedes Lebewesen, also gibt es immer neue und andere Lebenswege und Vorstellungen. Will man einen Rahmen vorgeben funktioniert das eine zeitlang bis sich genug Menschen zu sehr davon belastet/erniedrigt/usw. fühlen und dann stirbt der Rahmen/das System weil die Menschen sich davon befreien wollen („Die Mauer muss weg“ usw.). Ein statisches System wird also genauso wenig funktionieren wie starre Vorstellungen in Beziehungen jeder Art.

Wir müssen also stehen bleiben, das Leben erfahren, wahrnehmen wie es ist und uns beruhigen. Denn tun wir das nicht, werden wir weiterhin wie ein Hamster im Laufrad sein und uns dabei  für unheimlich engagiert und modern halten. Wir werden das immer weiter entwickeln und werden immer neue Probleme kreieren, für die es oberflächliche Lösungen gibt, aber wir werden so niemals glücklich sein. Dieses glücklich sein wird allenfalls ganz wenigen Menschen zuteil werden, die große Masse wird verzweifelt sein und sich fühlen als würde sie ersticken.

Wir sollten das Denken nicht zur Grundlage unseres Lebens machen, sondern es vielmehr als ein Werkzeug betrachten welches für einige Facetten des Lebens sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Grundlage unseres Lebens sollte die Natur, also unsere Umgebung sein, der Boden worauf wir stehen. Keine flüchtenden Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft, über Profit, Karriere und so weiter, sondern das Leben hier und jetzt leben wie es ist und genießen. Zurück zu einem natürlichen Leben, welches zwar einfach aber dennoch vollkommen ist.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Das Leben als Kapitalsoldat

Was kann man im Leben erreichen? Ich glaube man kann nicht mehr im Leben erreichen als zufrieden zu sein.

Sehr viele Menschen glauben mit einer gewissen beruflichen Karriere könnten sie glücklich sein, oder mit einem perfekten Partner, mit einem Haus und einem ständig wachsenden Haufen Geld könnten sie zufrieden sein. Dabei verstehen sie nicht, dass sie das niemals glücklich machen wird, weil es davon nie genug geben kann.

Warum kann es nie genug Selbstbestätigung geben? Weil der Mensch unsicher ist. Die Unsicherheit kommt aus seiner Unwissenheit und diese Unwissenheit muss immer bestehen, weil der Mensch nie genug wissen kann um sich sicher zu fühlen. Der Mensch glaubt wenn er nur genug anhäuft, besitzt und von anderen Menschen geschätzt wird, ist er am Ziel, hat er alles Nötige erreichen und wird entsprechend sicher und zufrieden sein. Dabei wird es niemals Sicherheit geben. Dieser Illusion erliegen viele und das macht das Leiden vieler Millionen Menschen aus, auch von Dir und mir, weil wir seit der Kindheit diese Illusion neben vielen anderen gelehrt und vorgelebt bekommen haben.

Als Kind erlebt man wie die Eltern sich im Beruf engagieren, wie sie nebenberuflich zusätzliche Weiterbildungen absolvieren, wie sie Nebenjobs annehmen um mehr Geld für die Familie und sinnlosen Konsum anzuhäufen und man startet als junges Kind erste Versuche diese endlosen Anstrengungen der Eltern nachzuvollziehen. Man merkt als Kind, die Eltern haben viele Verpflichtungen, Dinge die sie für wichtig halten und man spürt ihre Spannungen, Sorgen, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen die ja auch in das Kind eingebracht werden. „Pass in der Schule auf, dann wird mal was aus Dir und Du musst Dich nicht so quälen, wie wir das tun! Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied“, sagt man.

Man sagt sovieles um sich selbst zu versichern, man sei auf dem richtigen Weg und für das edle Ziel müsse man eben Opfer erbringen, jeden Tag, auch wenn es weh tut und man nicht wirklich einen Sinn darin erkennt und alles geleistet zu Staub zerfallen wird und Vergessenheit geraten wird.

Man geht früh zu Bett, steht früh und unausgeschlafen auf, versucht unter der Dusche und auf dem Arbeitsweg wachzuwerden, schiebt die ganzen Zweifel an dem Sinn und Unsinn des Jobs zur Seite, begrüsst freundlich die Kollegen und hofft das sie nichts merken von eben jenen Zweifeln. Dann wird die Jacke abgelegt, Kaffee gekocht, Radio angemacht und man hört sich um wie die Laune der Kollegen und die Lage im Büro ist.

Dann geht es los, die Abläufe werden angegangen, Telefon klingelt, Chef will wissen was hier und dort los ist und dann gibt es immer wieder Probleme mit dem System. Das System ist neu, aber es gibt mehr Probleme als mit dem alten System. Aber es ist das neue System und muss genutzt werden, weil es sau teuer ist und weil die Chefs das so sagen. Man seufzt, wundert sich das die Zeit nicht vergeht und versucht sich mit einem emotionalen Privatgespräch mit den Kollegen abzulenken und zu beruhigen. Man hält sich dabei den Rücken, weiß das die endlose Sitzerei nicht gut ist und schon gar nicht die Zigarette in der Raucherpause, aber man braucht die andere Atmosphäre im Kantinenraum.

Draußen lärmen Maschinen und innendrin in einem selbst toben die Dämonen, kreischt das Gewissen, heult das sehnsüchtige Kind weil es nie frei und unbeschwert leben darf. Man zwingt sich ohne öffentlichen Schreikrampf sitzen zu bleiben bis endlich die erlösende Mittagspause stattfinden darf, in der es nicht darum geht die Profite für eine gesichtslose GmbH zu erwirschaften, deren einzige Anerkennung darin besteht für den monatlichen Scheck zu sorgen.

Ab und zu gibt es im Jahr klischeeträchtige Veranstaltungen wie Weihnachten, Sommerfeste, Jubiläen und Geburtstage auf welchen sich die Kollegen und Bosse mit oberflächlichen Small-Talk-Phrasen überschütten, ersticken, in Verlegenheit bringen und gegenseitig zum taktieren zwingen.

Die Gedanken und Gefühle wandern während man arbeitet, im tristen Bürogebäude, voller montoner Chartmusik, verärgerten Kunden, überlasteten Kollegen und sich selten zeigenden aalglatten Bossen. Man verkommt zu einem Menschen der nur noch in Kategorien und Rationen denkt. Man denkt von 7 bis 12, von 13 bis 17 uhr, fragt sich ob man sich kurz für eine Raucherpause wegschleichen kann oder ob man auf das Klo gehen und kotzen sollte. Es gibt immer wieder die Frage ob das alles irgendeinen Sinn hat, mit dem bisschen Geld was man erhält lenkt man sich von derlei Zweifeln gerne ab und dann bleibt alles beim alten.

Jahrelang bleibt alles beim alten. Die Ohnmächtigen und Schlafenden schuften auf grauen Betriebsgeländen in kalten Industriegebieten, stottern ihre Arbeitszeiten herunter, erfüllen die Voraussetzungen und sacken in ihrer Freizeit leer und traurig in ihre Fernsehsessel um zu sehen welche Promis Dreck fressen, wieviele Menschen heute ermordet wurden und wieviele Millionen Steuern im nächsten Jahr zusätzlich anfallen.

Gut, bei manch anderen Menschen die jünger sind, gibt es Party, da ist man dann auf der Suche nach gutem Sex oder einer Beziehung die einem das gibt was einem die Schule oder der Beruf genommen hat. Und dann stellt man fest wie oft man missversteht, missverstanden und verarscht wird. Dann reisst man sich los, wird verbittert, einsam oder überheblich.

Es gibt noch viel mehr Facetten der Zerstörung und Verzweiflung auf diesem Planeten. Es bleibt immer ein Armutszeugnis, ein deutliches Signal an alle Menschen mit Gewissen das sie sich Entscheiden können, es anders zu machen, um es besser zu machen. Die Leere, der Schmerz und das Leiden sind dazu da um uns zum Glück und dem Frieden zu leiten. Ignorieren wir diese Empfindungen wie viele andere Empfindungen, dann werden wir weiter unglücklich sein und unglückliche Menschen produzieren. Unsere Kinder werden unglücklich sein und gesellschaftliche Strukturen übernehmen die uns  bereits zuverlässig unglücklich gemacht haben.

Die Amokläufe, die Selbstmorde, Burnouts, gescheiterten Existenzen, die Trennungen und Entscheidungen sind typische Symbole einer sich selbst zerfressenden Gesellschaft. Man kann im Leben nicht mehr erreichen als zufrieden zu sein. Wir müssen das verstehen, lernen und leben. Tun wir das nicht, werden wir uns zerstören. Da hilft keine Propaganda, da hilft kein noch so gut bezahlter Job.

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