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Ein ungerechtes Gesetz ist überhaupt kein Gesetz

Es gibt in mehreren Bereichen unserer Gesellschaft allgemeinbekanntes Unrecht welches stillschweigend akzeptiert wird. In der Schule, an der Universität, in der Arbeit sind wir vor dem Hintergrund der Profitmaximierung dazu gezwungen, gegeneinander zu konkurrieren und die meiste Zeit und Kraft unseres Lebens in Tätigkeiten zu investieren die sich nur in ökonomischen Kategorien bewerten lassen. Dieses Verhaltensideal erzeugte schon als wir Kinder waren Schmerz, Wut und Verzweiflung. Sei es weil die Noten nicht so waren wie sie sollten oder weil die Eltern aufgrund ihrer Arbeit selten daheim waren. Wir haben gelernt uns mit dieser Situation zu arrangieren, denn schliesslich war das die einzig vernünftige Option in der besten aller Welten und so verstanden wir unser Gewissen zu ignorieren, jedes rebellische Verhalten als jugendlichen Leichtsinn abzutun und alle alternativen Ansätze als ketzerische Utopien abzulehnen.

Wir haben innerhalb der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie gelernt wie Zahnräder aus Fleisch zu funktionieren und wollen den Glauben an die Richtigkeit dieser Lebensweise nicht mehr ablegen, weil dies das einzige ist was uns noch geblieben ist. Wir haben unsere Kindheit, unsere Familie, unsere Heimat, unsere Ruhe, unsere Lebensfreude und unsere Entfaltungsmöglichkeiten verloren, also klammern wir uns an dem Grund dieses Verlusts, an dem modernen Schrott den wir für die Profite produziert haben. Unsere innere Leere, Zerissenheit und Unruhe versuchen wir mit allen erdenklichen und erfühlbaren Mitteln zu stopfen und zu ersticken. Aber egal ob wir zuviel oder zu wenig essen, zuviel oder zuwenig Drogen nehmen, egal ob wir Fußballern oder Filmstars zujubeln, unsere Hoffnungen in eine Partei oder die Nichtwahl setzen, nichts wird uns das verlorene wiedergeben können, solange wir die Quelle dieses Elends nicht erkennen.

Stirbt ein Mensch, so stirbt die gesamte Menschheit. Täglich verhungern tausende Menschen während hierzulande tausende Menschen unter Fettleibigkeit leiden und tausende Tonnen frischer Lebensmittel weggeworfen werden. Innerhalb unserer parlamentarischen Demokratie sorgen wir mit der alljährlichen Abgabe unserer Stimme für gelebte Machtlosigkeit, erleben ohnmächtig die einschneidenden Entscheidungen fremder Politiker und jaulen nur selten schamhaft auf. In den Büros herrscht täglich Weltkrieg um die besten Zahlen. Depressionen und Suizide steigen wie der Blutdruck und die Herzanfälle. Die Politik verwaltet das Chaos und das Elend, hilft nur jenen mit dem größten Einfluss. In unserer Gesellschaft sind nicht die Krankenschwestern und Lehrer die reichsten Menschen, sondern Bankiers und Ölmultis. Ab und zu schrecken wir auf, wenn die Massenmedien hysterisch kreischend von Lebensmittelskandalen in der Fleischindustrie, Spendenskandalen in den Volksparteien, Ölkatastrophen im Meer, den Verlust von Milliarden Geldern und tausenden Arbeitsplätzen in sämtlichen Bereichen berichten. Aber seltsam schnell schlafen wir wieder ein und bringen uns wieder in Position um als Zahnrad aus Fleisch weiter zu funktionieren, statt uns zu organisieren und zu protestieren zerstören wir lieber uns, unsere Kinder, die Tier- und Umwelt.

Statt herauszufinden wie unsere Bedürfnisse tatsächlich lauten und diese durchzusetzen, lassen wir sie uns ständig als utopisch herausreden. Wer bestimmt denn wie unser Leben sein soll, außer uns? Keine Regierung, keine Ideologie, kein Unrecht dieser Welt kann uns davon abhalten das Leben zu genießen und so zu entfalten wie wir uns das vorstellen. Alles hängt davon ab inwieweit wir uns erheben! Wollen wir die Zerstörung unserer Umwelt? Wollen wir kooperieren statt zu konkurrieren? Wollen wir Liebe statt Leistung? Die Entscheidung liegt in unserem Gewissen. Es geht nicht darum zu gewinnen, nicht für eine bestimmte Seite zu sein, es geht darum das Leben als solches zu verteidigen und das Paradies auf Erden für alle Lebewesen zu ermöglichen. Lasst uns mutig, sachlich und respektvoll darüber streiten welche Wege für die Realisierung dieser neuen Verhältnisse möglich sind! Entgegen allen Regeln und Gesetzen die uns dieses Hundeleben auf Kosten unserer Brüder und Schwestern bescherrt haben!

Oder wie Augustinius bereits sagte: Ein unrechtes Gesetz ist überhaupt kein Gesetz! Wir rufen Euch als Eure Mitmenschen dazu auf, endlich zivilen Ungehorsam auszuüben, egal ob offen oder subversiv! Es ist Zeit den Hunger in der Welt genauso zu stoppen wie die sinnlose Quälerei an den Schulen, Universitäten und Arbeitsplätzen! Weg mit den Chefs, weg mit den Regierungen, weg mit den Ideologien! Wir brauchen Demokratie von unten, demokratisch von den Arbeitern organisierte und geführte Unternehmen die als allererstes die Bedürfnisse der Menschen und der Umwelt als erstes und wichtigstes Ziel haben! Informiert Euch! Organisiert Euch! Und lasst Euch nicht länger verarschen!

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Eingeordnet unter Aktivismus

Schulnoten und Banknoten sind Symbole unserer Bewusstlosigkeit

Es ist erstaunlich wie viel man innerhalb von wenigen 24 Stunden erleben kann, wenn man nicht den ganzen Tag damit verbringt Profite für einen Arbeitgeber zu erwirtschaften. Für Menschen die ihre Arbeit an dem immer selben Arbeitsplatz verrichten müssen, im Büro oder an der Kasse, bleibt wenig Raum für neue Perspektiven auf das Leben und vor allem für ihre eigenen Möglichkeiten ihr Leben zu gestalten. Genauso trifft das auf Schüler zu, sie sitzen ähnlich wie die Angestellten in den immer selben Gebäuden und Gegenden, wo eben der Schulbetrieb durchgezogen wird. Klar, man nennt das Heimat oder Standort, Industriegebiet, usw. Aber die Welt ist groß und weit, wir wissen das und langweilen uns schnell wenn sich immer wieder ähnliche Muster auftun.

Der Schulweg, der Arbeitsweg ändert sich oft über Monate und Jahre so gut wie gar nicht. Folglich hat man es mit den immer selben Schwierigkeiten und Besonderheiten zutun. Manche lieben das, es gibt ihnen Sicherheit, sie können sich klar daran orientieren, ihr Leben um diesen Mittelpunkt herumbauen und zementieren. Auch wenn sie dann schnell in Panik geraten wenn sich ein paar Kleinigkeiten ändern, beispielsweise die Wetterverhältnisse, oder schlimmer, wenn der Arbeitgeber sich einen günstigeren Standort für die Profitsteigerung sucht. Man hat Familie, Mietwohnung, Freunde und Bekannte, die man nicht missen möchte. Über die Jahre gewöhnt man sich an die immer selben Muster, stumpft ab, degeneriert, weil man die Isolation als Normalität verstanden hat. Dabei spricht eigentlich nichts dagegen gemeinsam mit seinen Freunden, der Familie durch Länder zu reisen, hier und dort zu leben. Wäre da nicht die Sache mit der Sicherheit. Wir sind Sicherheitsfanatiker, wir lernen schnell das wir Leistung bringen müssen um Geld zu erhalten, Miete bezahlen, Haus ab bezahlen, Urlaub und auch gewöhnliche Lebenshaltungskosten finanzieren zu können.

Wie kommen wir also zu Geld? Nur indem wir uns für die Arbeitgeber flexibel machen. Wir erklären uns bereit möglichst langfristig unser gesamtes Leben dem Betrieb zu verschreiben. Natürlich wollen wir nicht allzu viele Überstunden machen, aber das passiert allzu oft, wenn man mal länger dabei ist und verstanden hat wie ersetzbar man ist. Man fürchtet sich davor die regelmäßigen Einnahmen zu verlieren und damit auch die Sicherheit, die in Wahrheit ja gar keine ist. Die Schule ist hier nur so eine Art Vorreiter. Die Lehrer sind wie die Chefs in den Betrieben, sie sagen uns was es zu tun gilt, und wenn wir es nicht erfüllen, bekommen wir nach einigen Ermahnungen, gut zu reden, Fristen und danach eben entsprechend härtere Strafen, die letztlich in Kündigung, also Versetzung in andere Schulen, Sonderschulen usw. münden können. Im Kern bereitet die Schule uns nur darauf vor, was das Leben für uns insgesamt sein wird, ein permanentes Hetzen nach Leistungserfolgen und Resultaten mit denen wir uns schließlich ein Einkommen/eine Belohnung „verdienen“.

Dies ist kein Zeichen einer freien harmonischen Gesellschaft. Viele Menschen wissen das, egal wie alt sie sind, aber ihre Folgerungen daraus sind sehr unterschiedlich. Einige kämpfen offen gegen die Verhältnisse an bis sie hart bestraft und zerstört werden, andere agieren eher im stillen, betreiben subversive Aktionen, sabotieren Betrieb und Lehrbetrieb, indem sie die innere Kündigung vollziehen, langsamer arbeiten oder ständig schwätzen, dem Unterricht ferne Tätigkeiten betreiben wie zeichnen, träumen und Musik hören usw. All das sind verzweifelte Versuche eine kollektive Ohnmacht und Besinnungslosigkeit zu ertragen bzw. zu überwinden. Aber allein sind wir ohne Chance hier etwas langfristig funktionierendes zu ermöglichen. Wir können weglaufen, wir können zerstören, wir können schreien, uns mit Lärm und Rausch ablenken, es wird nur ein paar Momente helfen, weil wir Geld brauchen um unsere Bedürfnisse zu bezahlen. Das macht uns traurig und es saugt uns die Lebenslust aus. Wir schöpfen ständig Dinge deren Zweck wir nicht erkennen können, an dem wir uns nicht bereichern können. Wer sieht denn schon das Ergebnis seiner Arbeit? Wer sieht denn schon den Wert einer Schulnote? Zahlen die sich unterscheiden, warum sollte man daran seine Gefühle, sein ganzes Leben fixieren und ausrichten? Was soll das? Ist das nicht eine große Dummheit die nur in Verzweiflung, Krankheit und Krieg münden kann? Das Leben ist viel zu bedeutend und vielseitig, als es an diese dogmatischen Ideologien zu fixieren, die hinter diesen Zahlenspinnereien stecken.

Egal ob Schulnoten oder Banknoten, es geht um Zahlenspinnerei die uns die Lebenslust nimmt. Daher will ich alles tun um uns davon zu befreien. Die Lebenslust muss frei sein von zementierten Lebensvorstellungen. In allererster Linie so wie wir es erleben wenn wir lieben und uns verlieben. Wir lieben doch bestimmte Dinge, bestimmte Menschen, bestimmte Situationen, die uns bereichern. Es gibt überall Muster in der Welt, wir können sie gar nicht alle wahr nehmen, aber es macht definitiv krank immer nur einem Muster zu folgen. Muster wie die Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien die in unserer Politik und Wirtschaft seit vielen Jahrtausenden als Normalität vorgegaukelt werden. Es ist eine Frage der Erziehung, eine Frage der Kommunikation, der Vorstellungen der jetzigen Generation der Menschheit, inwieweit wir das fortsetzen wollen. Wollen wir unseren Kindern denselben Unsinn antun, den wir selbst Jahre und Jahrzehnte erleiden mussten? Ist es denn zwingend notwendig, für ein schönes Leben, was auch immer man darunter versteht, ständig gegen andere Menschen und ihre Bedürfnisse anzukämpfen? Gibt es keine Möglichkeit Arbeit anders zu organisieren? Ohne Chef und demokratisch? Warum sollte es nicht möglich sein Mieten abzuschaffen? Grundsätze wie Eigentum, Staat und Kapital zu hinterfragen?

Wir müssen schon etwas riskieren um diese Fragen zu beantworten. Wir sollten uns von zweifelhaften Sicherheiten befreien, die nichts anderes sind als Ketten, die uns lang genug gehindert haben das Leben zu erleben, wirklich frei durch die Welt zu gehen und sie mit unseren Liebsten zu entdecken.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Buchprojekt gestartet

Ich habe letzte Woche konkret angefangen an meinem ersten Buch zu schreiben. Thematisch bezieht es sich vorallem auf meine Zeit in Berlin. Es geht um die alternative Szene, Hausbesetzungen, Hausbesetzer an sich, die Probleme der Selbstorganisation und die Probleme unserer Gesellschaft allgemein.

Mir liegt viel daran möglichst nah an meinen Erlebnissen dran zu bleiben, ehrlich und ohne großartige Umschweife darüber zu berichten was aus meiner Sicht in Berlin stattfand und wie ich überhaupt dazu kam nach Berlin zu gehen, welche Geschichte meine Überlegungen haben, was mich antreibt die Dinge nicht so zu akzeptieren wie sie sind usw.

Natürlich habe ich keine Ahnung ob es jemals einen Verlag finden wird, aber in erster Linie dient mir dieses Projekt dazu meine Erinnerungen festzuhalten, Erkenntnisse zu fokusieren und entsprechend an Interessierte weiterzugeben. Es war eine wichtige Zeit für mich in Berlin und mit diesem Projekt möchte ich dem einfach ein Denkmal setzen.

Es gibt in diesem Blog zwar schon eine Rubrik bzgl. eigenes Buch. Aber da ist der Fokus auf eine frühere Phase meines Lebens. Das Buch wird hier erst veröffentlicht, wenn ich es als vollständig betrachte.

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Eingeordnet unter Berlin, Eigenes Buch

Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

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Eingeordnet unter Emotionales

Mein Weg und meine Gefährten

Ich fahre täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und normalerweise gefällt mir das ganz gut. Nur scheinen offenbar etliche Passanten der Ansicht zu sein, ich hätte gefälligst, wie sie, zu Fuß zu laufen, denn sie weigern sich zu 90 Prozent trotz wilden Geklingels und Gerufe von mir zur Zeit zu gehen und beschimpfen mich auch noch. Oft sehen sie mich aus 10-50 Meter Entfernung und starren mich an, als ob ich dadurch absteigen würde. Rentner mit ihren Hunden, Hausfrauen die gemeinsam einen Spaziergang machen, irgendwelche Leute mit dicken Einkaufstüten und all das mitten im Industriegebiet! Ich weiß nicht warum ihr Vollidioten mitten im Industriegebiet Eure Runden drehen müsst, vor allem in der Rushour! Es ist unfassbar, mir kommen sogar Fahrradfahrer entgegen die sich strickt weigern zur Seite zu fahren und lieber in den Graben fahren, anstatt einfach 1 Meter zur Seite zu fahren, so wie ich das ständig machen muss. Ich würde ja gar nichts sagen wenn das 1 mal in der Woche passieren würde, aber es passiert wirklich täglich etliche Male und jedes Mal frage ich was mit diesen Leuten los ist. Schaffen sie es nicht auf ihre Mitmenschen zu achten und entsprechend zu beachten wie schwer oder leicht sie es haben? Mit dem Fahrrad hat man gerade jetzt, bei ungeräumten Wegen keinerlei Möglichkeiten großartig auszuweichen, man ist auf die Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen angewiesen. Es ist schlimm genug das die Gemeinde unfähig ist die Wege freizuhalten, aber wenn nichtmal diese Kleinigkeit von den Mitmenschen beachtet werden kann, dann ist mir auch klar warum kompliziertere Schwierigkeiten gar nicht erst gesehen werden. So, jetzt wisst ihr, ich ziehe auf der Straße den kürzeren, obwohl ich das größere Vehikel gegenüber Passanten habe, was für eine Qual und Erniedrigung. Jetzt etwas wichtigeres:

In der Praxis sehe ich tagtäglich wie es in unserem wirtschaftlichen System abgeht. 3 meiner Kollegen haben heute ziemlich viele Überstunden gemacht. Der erste Kollege 12 Stunden, die anderen beiden 14 Stunden. Ich frage Euch, wieviel haben diese Kollegen wohl noch vom Tag gehabt? Wieviele Nachrichten in den Medien konnten sie wahrnehmen und kritisch reflektieren? Wieviele Proteste hätten sie an diesem Tag machen können? Wieviele Bücher lesen, Filme sehen und Frauen küssen können? Da bleibt kaum noch Zeit um das Leben zu genießen, die eigene Tocher aufwachsen zu sehen bzw. Erziehung zu betreiben. Da bleibt noch weniger Zeit der Politik und Wirtschaft auf die Finger zu hauen usw. Und hier sieht man ein grundlegendes Problem dieser Gesellschaft, die Menschen müssen soviel arbeiten, dass sie kaum noch in der Lage sind der Demokratie Leben einzuhauchen und genau das sorgt dafür das die Politiker jeden Mist verzapfen können, ohne dass ein riesiger Aufschrei durch die Gesellschaft geht. Die wenigen Menschen die jetzt noch über einen Arbeitsplatz verfügen müssen die tägliche Arbeit mit hohem Einsatz erledigen, dieser hohe Druck sorgt für psychische bzw. physische Probleme, die Leute essen, trinken, rauchen zuviel, schreien, jammern und kämpfen sich durchs Leben. Sobald sie erschöpft von der Arbeit kommen, wollen sie den restlichen Tag bzw. die restliche Nacht wenigstens ein bisschen genießen und gehen feiern, treffen sich mit ihrer Frau oder ihrem Mann, kümmern sich um das Kind oder die Kinder etc. Sie haben keinen Nerv und keine Kraft sich mit schwierigen Themen der Politik oder Wirtschaft auseinanderzusetzen.

Ich gehöre zu den wenigen die das tun und habe entsprechend wenig vom Leben. Ich führe ein Doppelleben. Am Tag arbeite ich und in der Nacht differenziere, reflektiere und publiziere ich. Täglich frage ich mich ob ich das noch länger durchhalte, ob es sich überhaupt lohnt, ob ich überhaupt jemals in der Lage sein werde all die komplexen Mechnismen vollständig begriffen zu haben. Es geht mir nicht nur darum zu verstehen was passiert, sondern auch zu verstehen warum vieles bisher nicht funktioniert hat und wie Alternativen aussehen könnten. Allein der erste Punkt braucht ein halbes Leben, bei den anderen Punkten ist es nicht anders. Als Einzelkämpfer neige ich oft zu schwarz-weiß Ansichten, entweder es funktioniert oder nicht. Ich glaube ich kann allein gar nichts bewegen, aber bevor ich mich mit anderen engagiere, will ich für mich die grundlegenden Sachen geklärt haben. Blinder Aktionismus ist fatal, daher orientiere ich mich an anderen Aktivisten, entweder vergangener oder aktueller Zeiten. Mich treibt die Hoffnung auf eine bessere Welt an. Ich will nicht akzeptieren das Milliarden Menschen hungern und in entfremdeter, schlechtbezahlter Arbeit zerfallen. Es geht auch um kommende Generationen. Ich werde auch immer älter und merke langsam, die Menschen, die jünger sind als ich, werden immer mehr. Und dann frage ich mich, wissen sie um ihre Verantwortung, um ihre Chancen? Oder sind sie mindestens so verblendet und gebrochen wie die Erwachsenen? Es ist notwendig für die Sache möglichst bald offensiver zu sein, lokal Menschen zu finden die mitmachen und mitdenken, unabhängig von Parteien oder Ideologien. Ohne erhöhten Einsatz wird es keine Freiheit geben, zumindest keine von höherer Qualität als bisher.

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Die Zeiten haben sich nicht geändert

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, denn meine Tage ähneln sich immer mehr. Viele Menschen sehen darin den gewöhnlichen Rythmus eines Arbeiters oder Angestellten. Man steht auf, macht sich sauber, zieht sich an, geht zur Arbeit, arbeitet bis man völlig entnervt ist und geht dann nach Hause um sich hinzulegen. Dieser Ablauf wird dann immer und immer wieder bis zur Rente wiederholt. Nebenbei bleibt natürlich wie schon oft festgestellt, keine Zeit mehr um sich mit wirklich interessanten Dingen auseinanderzusetzen. Viele Projekte und Bücher bleiben in der Ecke liegen, ich kann mir keine neuen Erkenntnisse beibringen, – vorallem nicht unter Zeitdruck und ohne entsprechender Muse. Die Arbeit zerstört meine Möglichkeiten, obwohl sie mir das nötige Geld gibt um Nahrung, Lebensraum usw. zu bezahlen. Das aber etwas grundlegendes nicht stimmt, empfinde und denke ich mir andauernd.

Befreiung aus dieser Situation ist nur mit einem großen „sozialen Abstieg“ möglich oder mit einer langfristigen verstärkten Aktivität innerhalb der künftigen Jobs, mit entsprechender finanzieller Entlohnung. Beides ist Risikoreich, beides macht mich nicht glücklich. Die Probleme die sich tagtäglich ergeben sind vorallem kollektiver Natur, mit ihnen habe ich als Individuum kaum Chancen sie selbst zu lösen. Wenn bspw. der Markt dafür sorgt, dass ich soviel Arbeiten muss und so wenig bezahlt bekomme oder nicht die chance bekomme mich akademisch weiterzubilden weil es selbst mit Abschluss keine sichere Aussicht auf eine berufliche Tätigkeit gibt, dann ist das nicht nur für mich traurige Realität sondern für Millionen von Menschen. Wer kann schon machen was er will? Solange alles Geld kostet gibt es keine Möglichkeit genau das zu tun. Ähnlich die ganzen Hierachien, das sind alles Herrschaftssysteme, in der sich ein Mensch über den anderen stellt. Was das mit Freiheit zutun haben soll ist mir ein Rätsel. Offenbar betrachten die Menschen aber diese Dinge als Notwendigkeit, weil sonst die Erde im Chaos versinken würde, – oder so.

Es hängt aber immer davon ab was die Menschen wirklich wollen, wie weit sie mit ihrem Bewusstsein sind, wie weit sie ihre Konditionierungen abgestreift haben. Je fortgeschrittener das ganze ist, desto näher kommen wir alle dem Paradies. Die Ablehnung meinerseits gegenüber den Aberglauben dieses und jenes wäre nun das Rezept für das bessere Leben, und nur diese Lebensweise darf sich durchsetzen usw, ist gigantisch. Mir fällt es daher sehr schwer den Arbeitsalltag ohne lautstark zu protestieren durchzuziehen. Natürlich mache ich meine sachlichen Aufgaben, auch wenn sie langweilig sind, schlecht bezahlt sind, wenn sie keinerlei Neugier in mir wecken usw. Ich weiß das ich durch die Vorstellungen der anderen dazu gezwungen bin dies ersteinmal hinzunehmen. Denn ich habe keine Fähigkeiten, die mir erlauben, unabhängig zu leben. Man hat seit ich auf der Welt bin versucht, mich in eine degenerierte Gesellschaft zu integrieren, eine Gesellschaft die sich von sich selbst entfremdet hat und es noch nicht einmal selbst bemerkt und entsprechend bekämpft. Das ist alles ziemlich traurig und ich sehe anhand der Verhaltensweisen vieler Menschen, bei ihrer Jagd nach Spaß, Genuss und Anerkennung, wie ausgehungert diese Menschen sind. Das wird uns ins Chaos führen, weil das Bewusstlosigkeit ist.

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Das Leben ist kein Kaufhaus

Die Tage sind wieder voll von langweiliger Strebsamkeit und gedankenloser Hetzerei. Ich bin zurückgekehrt in meinen alten Beruf und obwohl es sich um einen neuen Arbeitgeber handelt, scheint sich rein gar nichts verändert zu haben. Es gibt Ärger mit den Kunden, Ärger mit den Kollegen, Ärger mit den schweren Zeiten auf dem Markt. Die alten Kollegen haben sich quasi gar nicht verändert. Sie sind weiterhin dick, alt und eindimensional geblieben. Ich habe Angst genau so zu sein, auch wenn es absurd ist. Jeder Mensch hat so seine Fehler und das macht ihn einzigartig. Aber hier ist das etwas anderes. Diese Menschen scheinen im Sumpf stecken geblieben zu sein, als hätten sie die Jahre nur damit zugebracht, wie wild im Sumpf zu stapfen ohne aus ihm herauszugelangen. Burnout von Körper und Geist. Wo ist da die Lebensqualität?

Zwischen all den Tätigkeiten die sie in ihrem Job ausüben, zwischen all den Anweisungen, Sprüchen und Lachern suche ich ihre Persönlichkeit, ihre Träume und Sehnsüchte, – aber ich finde rein gar nichts. Diese Leute scheinen durchsichtig zu sein, nicht greifbar, wo sind sie nur verloren gegangen? Jeden Morgen weigere ich mich dorthin zu gehen, aber irgendwie werde ich ja doch wieder auf diesem Bürostuhl sitzen und versuchen maximale Leistung abzurufen, obwohl klar ist das es mich nicht glücklich macht. Es gibt eben keine Wahl für mich, es bleiben nur Tätigkeiten die mich abstumpfen. Ich werde abstumpfen wie meine alten Kollegen, werde mich immer mehr auflösen und nichts weiter sein als Jemand der Tasten drückt, Anweisungen gibt und Zahlen auf fremden Konten erhöht. All das nennen diese geistlosen Marionetten Freiheit, Entfaltung, Möglichkeiten! Für mich ist das alles nur noch grauer Brei, dem ich nicht entfliehen kann. Das ist wie in einem Sarg lebendig eingeschlossen zu sein und gleichzeitig ständig gesagt zu bekommen man müsse die Dunkelheit darin als dunklen Himmel begreifen, durch den man gerade fliegt.

Illusorisch zu glauben diese Abhängigkeit von fremdbestimmter Arbeit könnte mich glücklich machen.  Ich verwöhnter deutscher Junge bin gefangen in einem goldenen Käfig, voller Fertigprodukte, Videospiele und Arbeitsplätze. Nicht zu vergessen die Massenmedien die mir tagtäglich das Gehirn mit ihrem Unsinn waschen. Aber der Käfig ist nicht real, er besteht nur in meinem Kopf. Natürlich kann ich gehen wohin ich will, tun was ich will und entsprechend die Konsequenzen tragen. Aber ich schätze ich wäre allein nicht überlebensfähig. Wer soll meine Nahrung produzieren? Wer soll meine Kleidung produzieren? Wer soll meinen gebrochenen Arm heilen? Wer soll mich im Alter pflegen? Irgendwie sind diese Fragen da. Ich bin ein Systemkind, Opfer jahrzehnte-langer Propaganda, ich könnte nicht eine einzige Woche ohne Discounter überleben. Es ist unglaublich wie dämlich ich eigentlich bin. Ich kenne kaum Pflanzen, kaum die Möglichkeiten des Ackerbaus oder wie ich mich selbst heilen kann. Eigentlich bin ich längst völlig abgestumpft und ich mache mir nur vor etwas feinfühliger zu sein als meine alten Kollegen.

Aus diesem Kreislauf der Verblödung zu entfliehen braucht Mut und Wissen. Ich hatte beides bisher nicht, ich weiß auch nicht ob ich mir beides in Zukunft erwerben kann. Ich weiß nicht einmal ob sich das noch lohnt. Irgendwie ist mir nicht mehr danach ein Leben irgendwo aufzubauen. Es gibt in mir keinerlei Aufbruchstimmung. In Berlin habe ich soviele alternative Zombies kennengelernt, ich war davon völlig geschockt, schliesslich war ich auf der Flucht vor gewöhnlichen Arbeiterzombies. Grundsätzlich habe ich die Befürchtung überall wären nur Zombies unterwegs und laufe generell ständig Gefahr gebissen, getreten, verletzt und zerstört zu werden. Es gibt keinen Schutz und keine Sicherheit, klar, – aber das was hier auf diesem Planeten jeden Tag betrieben wird, kann doch nicht der Ernst dieser Menschheit sein. Es gibt soviele Menschen die täglich saufen, kiffen, ficken, arbeiten und noch nicht einmal wissen warum sie es tun, nicht mal dann wenn es sie völlig fertig macht. Und egal wie es sich anfühlt, es führt immer ins größere Übel statt ins Paradies. Die Leute kommen einfach nicht darauf das sie sich mit ihren behämmerten Gedanken wahnsinnig machen und so gerät das Chaos zu wachsen.

Die Menschen wollen mehr sein als Tiere, sie wollen mehr sein als ein Lebewesen welches kackt, frisst, rülpst und vor sich hinlebt, obwohl diese Vorstellung völlig absurd ist. Der Mensch will Fortschritt, Wachstum, Wettbewerb, Zukunft, Sicherheit, herrje, was für ein ausgemachter Schwachsinn. All das ist doch völlig wertlos. Es sind nur komplexe Gedankenkonstrukte die nichts mit dem Leben an sich zutun haben. Es sind nur Worte. Es ist nur Gerede. Ein Beispiel: Die Wähler lassen sich alle Jahre wieder von den Politikern verarschen, es gibt falsche Wahlversprechen, jedes Mal. Und trotzdem boykottieren die Wähler nicht das System und alle Parteien, sondern sie machen einfach weiter so, als ob nichts gewesen wäre. Das ist an grenzenloser Dummheit nicht mehr zu überbieten, zeigt aber einfach die Kraft der Worte, die Kraft der komplexen Ideologien die in den Köpfen der Menschen funktionieren. Wir sind alle Opfer von Propaganda die seit unserer Geburt von Eltern, Medien, Schule und so weiter auf uns abgefeuert wird, 24 Stunden am Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr! Bei all diesem Lärm hört man nicht einmal seine eigene innere Stimme.

Aber wir senden auch Propaganda aus. Wir schminken uns, trainieren in Fitnesscentern, machen eine Ausbildung, sorgen für materiellen Reichtum um zu zeigen das wir etwas sind und etwas können etc. All das ist oberflächlicher Müll, der nichts aber auch rein gar nichts bedeutet. Diese Leere die ich spüre, ist nichts weiter als das Bewusstsein darüber, wie endlos primitiv, oberflächlich und dämlich der gesamte Alltag in der gesamten Weltbevölkerung abgeht! Es ist dermaßen enttäuschend, traurig und deprimierend, ich habe keine Ahnung warum ich nicht längst geplatzt bin von all diesen Emotionen. In den letzten Monaten kamen ständig Forderungen an meine Adresse, ich solle doch endlich wieder arbeiten, solle doch vernünftig werden, hätte zu verstehen das man dieses und jenes akzeptieren müsse und so weiter. Typisches Sklavengerede. Keine Spur von Selbstbestimmung, keine Spur von Selbstbewusstsein. Ich fühle mich wie im Knast, obwohl ich nie Gitterstäbe gesehen habe. Der Zwang zur Lohnarbeit, der Zwang der ständigen Flexibilität, Weiterbildung usw. das soll Freiheit sein? Keine Wahlmöglichkeiten über den beruflichen Werdegang zu haben, ist eine tolle Realisierung der Grundrechte. Ach, ich könnte endlos formulieren, es bringt nichts.

Keiner wird aufstehen. Keiner wird protestieren. Keiner wird die Alternative produzieren. Das System ist zu groß. Wer ein anderes Leben will, muss es sich selbst holen und allein leben. Das kann man nicht erkaufen, nicht erbetteln, schon gar nicht verbal.

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