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Der Abgrund ist nah

Das Jahr der Krisen ist vorüber. Wir hatten unzählige Krisen. Allen voran die Finanzkrise die sich immer stärker in die Realwirtschaft durchschlägt. Die Leute von Euch die noch einen Job haben sind wohl zu beglückwünschen, auch wenn völlig unklar ist wie lange noch. Die Unternehmen stellen seit Monaten kaum noch Menschen ein, sie nehmen nur noch Traumkandidaten oder von denen sie glauben sie seien es. In der Regel halten sie das Geld zusammen, versuchen die Krise auszusitzen und Diejenigen die ohne Job überleben müssen, die haben eben erstmal Pech gehabt, die hätten früher dafür sorgen müssen nicht arbeitslos zu werden.

Die Ultimative Drohung der Arbeitslosigkeit, der sozialen Verwahrlosung gilt für alle Menschen die am Markt teilnehmen und das sind eigentlich alle Menschen. Keiner kann sich vor den Vorstellungen und Zwängen des Marktes schützen. Hat jemand einen lückenhaften Lebenslauf ist er minderwertig, hat jemand keinen Ausbildungsberuf ist er minderwertig, hat jemand keinen Führerschein ist er minderwertig, hat jemand Tättowierungen ist er minderwertig. Klar, jeder kann sich selbst gestalten, aber er muss damit rechnen dass das finanziell bestraft wird. Jede Entscheidung gegen Geld ist auch eine Entscheidung gegen Unternehmen, gegen den Markt und kostet damit auch Geld,  – denn es gibt tausende die nicht zweifeln, nicht kritisieren sondern hörig und gläubig den Illusionen des Marktes hinterher rennen. Solange es die gibt haben Arbeitnehmer keinerlei nennenswerte Rechte.

Die letzten Überreste dieser Rechte sind an Heuchelei kaum noch zu überbieten. Wir tun uns schwer gegen die Niedrig- und Billiglöhner aus Fernost, denn diese scheinen gar nichts anderes zu kennen als Arbeit. Sie sind offenbar nicht verwöhnt von Sozialsystemen, Meinungsfreiheit und Konsum. Vielleicht kommt das noch, aber bis dahin werden sie uns die Hölle heiß machen, mit ihren aufopferungsvollen Arbeitsrythmus. Was kann dagegen schon helfen? Sollen wir etwa wie gefordert auch mehr arbeiten für weniger Geld? Sollen wir weniger konsumieren und möglichst viel Geld in die Weiterbildung und Vorsorge stecken? Ich sehe kaum noch Platz für das eigentliche Leben wenn es so weiter geht. Es ist ja ohnehin schon knapp. Den ganzen Tag ist man damit beschäftigt den Ansprüchen von Kunden und Kollegen gerecht zu werden und am Abend ist man erschöpft und kann gar nicht überlegen was eigentlich schief läuft.

Die Chance auf Besserung ist so kaum möglich. Wir sind aufgrund des hohen Drucks im Alltag nicht in der Lage die Politik, Wirtschaft usw. geschweige denn unser eigenes Verhalten zu hinterfragen. Irgendwelche Menschen profitieren davon, denn sonst würden sie das nicht zu lassen. Vielleicht sagen sich die Menschen die in der Hand haben ob die Verhältnisse besser oder schlechter werden, die Gesellschaftssysteme die sich die Menschen erschaffen haben brechen immer irgendwann und irgendwie zusammen und dann gibt es wieder neue Systeme die ebenso scheitern werden. Und deshalb retten sie lieber sich und ihre Liebsten mitsamt soviel Geld sie kriegen können, egal was aus den anderen Menschen bzw. der Menschheit wird! Vielleicht ist es so, vielleicht auch nicht. Ich habe keine Zeit mehr das herauszufinden. Die Umstände zwingen mich wieder eine Arbeitsdrohne zu sein. Tue ich es nicht verliere ich meine Sicherheiten fürs Alter.

Vielleicht sollte ich nicht zulassen dass die Umstände mich wieder in diesen stumpfsinnigen Rythmus bringen, – aber ich glaube ich kann kaum etwas ohne Geld erreichen. Denn was kann ich schon finanzieren ohne Geld? Wie kann ich meine Recherchen verbreiten, wenn ich bspw. keine Technik habe? Auf die Straße stellen und predigen ist nicht gerade effizient. Ich muss in den sauren Apfel beissen und wie die meisten hinnehmen wie es ist, wohlahnend dass es bald übel enden wird, weil es die meisten unglücklich macht wie es ist.

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Let’s Make Money

Let’s make Money folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird.

Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Let’s make Money zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest.

Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser „Ausverkauf“ von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen „dritten“ Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Offizielle Homepage zum Film: http://www.letsmakemoney.at/

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