Schlagwort-Archive: Krankheit

Der wachsende Verkehrstumor

Wie lange leben wir schon zwischen, mit den und in den Maschinen, die unaufhörlich Abgase in die Atemwege aller Lebewesen pusten? 40 Millionen Kraftfahrzeuge alleine in Deutschland. Man könnte ganz Deutschland in diese Fahrzeuge setzen und es wären noch Plätze frei für Waren aus Baumarkt- und Lebensmitteldiscountern, Fastfoodrestaurants, die der Landschaft besonders in den Städten und Vororten jegliche Individualität und Geschichte verdrängen. Abgepackte, normierte, massenhaft produzierte und via Massenmedien vermarktete Ware, die den Verbraucher verführen soll zu kaufen und immer mehr zu kaufen. Oft kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen. Die Hälfte aller Lebensmittel werden weggeworfen. Viele funktionierende Elektrogeräte erfahren ein ähnliches Schicksal. Verschwendung, Zerstörung, Ignoranz, Arroganz, Desinteresse, Lethargie, Hektik, Stress prägen unsere Gesellschaft. Es erscheint völlig alternativlos die Massenproduktion von Waren umzugestalten, ähnlich wie es unmöglich erscheint, die Nutzung von Autos zu vermindern. All das macht uns krank und nur wenige Menschen schaffen es daraufhin wieder gesund zu werden und ihr Leben nach dieser bitteren Erfahrung umzugestalten.

Früher hat man Autos für die Ewigkeit gebaut, heute wechselt man das Auto alle paar Jahre. Meine Arbeitskollegen haben immer dieselben Themen. Autos, Fußball, Feiern, der Stress im Job. Nie ging es darüber hinaus und ich wette so sieht es auch in 80 Prozent aller Gespräche an Deutschlands Arbeitsplätzen aus. So sieht heute Individualität aus. Überall Autobahnen, Hauptstrassen, Nebenstrassen, Nebengassen, man kann nirgends mehr herumlaufen, nirgends mehr mit dem Fahrrad spazieren fahren, ohne von Blechsardinen gefüllt mit gestressten, hektischen und leicht reizbaren Menschen zu begegnen. Hupen, aufheulen des Motors, laufende Motoren, Schaltung, Wolken von Abgasen, Fahrzeuge quietschen, piepen, knarren, scheppern, poltern, rattern, röhren, dröhnen, zischen, klappern zu Tages- und Nachtzeit, ob LKW, Smart, Mini, Van, Sportwagen, Motorrad, Limousine, ärmlich oder dekadent, jeder verdammte Arsch vergiftet, zerhämmert mir meine und die Lebensqualität vieler anderer Menschen und all das wird von den Verkäufern dieser Waren als Freiheit, Individualität und Selbstbestimmung verkauft. Dabei fahren die meisten Leute mit diesen Karren zur Arbeit, kommen von der Arbeit oder fahren Einkaufen, Saufen, in den Urlaub nach 11 Monaten Arbeit oder fahren einfach nur spazieren um gesehen zu werden oder die in Beton und Müll ersaufende Natur wenigstens im vorbeifahren noch zu erwischen. Wo steckt denn hier bitte die Individualität? Da kann man auch gleich Fahrgemeinschaften gründen! Fette Geländewägen von luxoriösen Marken parken mittlerweile auch vor Discountern. Man fragt sich wofür es so ein Gefährt braucht, wenn man sowieso höchstens im Urlaub unberührte Natur zu Gesicht bekommt. Tagtäglich fahren Menschen andere Menschen mit Autos tot. Die Verkehrstoten weltweit belaufen sich auf 1,2 Millionen jährlich. Das sind eben Unfälle, warum sollte man daher dieses Transportmittel hinterfragen?

Es stecken hunderte Rohstoffe in einem Auto, tausende Leute haben daran gearbeitet eines zu gestalten, zu produzieren, zu transportieren und kein einziger kommt auf den Gedanken ob es überhaupt Sinn macht noch mehr Autos auf den Markt zu werfen. Stattdessen wird über die Problematik gejammert, das der deutsche Markt mittlerweile nicht mehr die höchsten Absätze einfährt. Dafür wollen nun auch die Chinesen alle Auto fahren, sie halten das für dasselbe Statussymbol wie die Mehrheit der westlichen Bevölkerung, obwohl es aus meiner Sicht einfach nur Ausdruck von größter Verblendung und Blindheit ist. Kein feinfühliger empfindsamer Mensch kann diesem Wahnsinn zustimmen. Aber es reicht wenn es die Regierung, die Industrie, die Arbeiter tun, die immer bloss die Profite, Macht, Einfluss, ökonomische Perspektiven, Sicherheit usw. sehen. Das sie hierbei die Lebensgrundlagen aller Lebewesen gefährden wissen sie zwar auch irgendwo, aber dafür gibt es die Marketingabteilung und die betreibt dann hübsch Green Washing, macht allen ein super gutes Gefühl beim kaufen und fahren. Natürlich werden hier und da Filtersysteme eingebaut, die Abgase reduziert, aber unterm Strich ändert das nichts an der Vergiftung und Zerstörung. Das Elektroauto ist eine Katastrophe, es ist allen bekannt wie umweltschädlich, giftig, ineffizient und schwer Batterien sind und wie wenig sich dadurch die eigentliche Problematik mit der Massenproduktion von diversen anderen Autoteilen verändert. Und wen kümmert es? Ja, jeder weiß Bescheid aber was wird unternommen? Gar nichts. Zwar steigt die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, aber die Leute sind den Großteil des Tages damit beschäftigt der Regierung und dem Kapitalismus zu entsprechen, der in den einzelnen Firmen weltweit praktiziert wird. Nur wenige Individuen hinterfragen allgemein das horrende und meist sinnlose Verkehrsaufkommen, erörtern Alternativen. Man glaubt man hat alles im Griff, mit dem Lenkrad, mit dem Job, aber in Wahrheit vergiftet man in beiden Fällen die Lebensqualität aller, weil man die Umwelt verpestet wenn man Autos produziert oder fährt, gleichzeitig muss man am Arbeitsplatz immer nur gegen sich selbst arbeiten, weil man immer nur einen Bruchteil der erwirtschafteten Profite erhält und die Nutzniesser andere Menschen sind, glaubt aber das die eigene Karriere Ausdruck von Willenskraft und Selbstbestimmung ist.

Neben den Autos gibt es noch die Züge, die Flugzeuge, die Schiffe, die alle die Umwelt verpesten und das vor allem deshalb in diesen Ausmaßen tun, weil auf den globalen Märkten massive Unterschiede in den Einkommensverhältnissen, den Arbeitsbedingungen, den Entwicklungsgraden der kapitalistischen Produktionsweise, Herrschaftsformen und gesetzlichen Vorgaben herrschen. Es ist oft viel billiger Obst durch die halbe Welt fliegen zu lassen, alleine weil die Arbeitskraft derart billig ist. Die Not in etlichen Teilen der Welt, ist um ein vielfaches größer als in Europa. Welche Waren kommen denn nur noch aus der Region? Es dürfte bloss ein äußerst geringer Bruchteil sein. Was für ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn das ist, spielt dabei keine Rolle, eher noch wird all das als Fortschritt bezeichnet, den es zu befördern gilt. Auch hier zählen nur die Profite. Permanent werden Betonlandschaften ausgebaut, der weltweite Verkehr wird ständig gesteigert und es bleibt immer weniger Platz fürs eigentliche Leben, für Spontanität, für die Natur, für frei und wild lebende Tiere. Tiere werden sowieso generell plattgefahren, angefahren und liegen gelassen. Sie werden brutal aus dem Leben gerammt, weil Mensch nichts mehr mit seiner Umwelt zutun hat und zutun haben will oder zutun haben kann. Müll liegt überall neben den Straßen verteilt, die Kommunen kommen kaum hinterher was die Aufräumarbeiten angeht. Jeden Tag und vor allem an den Wochenenden strömen zig Millionen Menschen in die Einkaufshallen dieser Welt, um noch mehr Produkte zu kaufen, noch mehr LKWS, Flugzeuge, Schiffe, Züge auf die Reise mit Produkten und Produktionsteilen zu schicken, noch mehr Müll zu produzieren, um weiterhin verdrängen zu können, nicht verstehen zu können, welche Lebensweise sie hier praktizieren, was sie hier zerstören!

Ich empfehle jedem einfach mal sich in eine Innenstadt zu setzen, mit Blick auf Eingänge von großen Konsumtempeln und mal zu zählen wieviele Leute da rein und rausrennen. Es sind irre Massen und man fragt sich wirklich ob die den ganzen Krempel wirklich unbedingt brauchen, ob da wirklich gerade ein lebenswichtiges Bedürfnis befriedigt wird. Längst wird einfach alles abgegriffen was man abgreifen kann, was einem gerade trendy erscheint, was eben nicht Ausdruck der eigenen Vorstellungen vom Leben ist, sondern bloss die Umsetzung eines Kaufbefehls aus den propagandistisch perfekten Spots der Aufmerksamkeitsökonomie, diverser Werbefritzen, die einfach nur ihren Job machen. Und jedes Jahr werden neue Leute auf den Markt geworfen die weitere Produkte erfinden sollen, die die Menschen massenhaft wie die Irren kaufen sollen. Es werden permanent Bedürfnisse geschaffen die nicht befriedigt werden können. Kein Mensch ist trendy genug, hat nie genug Produkte gekauft. Wer etwas auf sich hält kauft diese Marke, fährt diese Sorte, zerstört mit dieser Ware sich und andere, kommt sich dabei besonders modern und vernünftig vor. Setzt Euch auch mal auf eine Autobahnbrücke und zählt die Fahrzeuge, schnuppert den Dreck den sie ausstoßen, lauscht dem lärmenden Treiben. Oder wie wäre es mit einer Visite eines Flughafens? Ständig landen und starten Jets und pusten tonnenweise Treibstoff in die Umwelt. Das ist sicherlich alles unglaublich gesund und entspannend. Alles wird ausgebaut. Jede Stadt will ihren wirtschaftlichen Standort für Investoren, Konzerne, Politik und Bewohner attraktiv machen. Alles bedingt sich gegenseitig, die gesellschaftlichen Strukturen erwirken wechselseitige Steigerung von Entscheidungen, die letztlich eine Ausweitung von Zerstörung, Vergiftung und Vermüllung bedeuten. Prioritäten werden entgegen von Mensch, Tier und Umwelt gesetzt. Die Verantwortung wird immer abgeschoben an die politischen Vertreter diverser überforderter Parteien. Dabei wird all das nur durch die bedingungslose Teilnahme von Millionen Menschen möglich.

In der Tat, es ist schlimm was mit der tagtäglichen Abholzung, der Zerstörung von Tierarten, der militärischen Nutzung, der Vermüllung, Überfischung von Weltmeeren und ganzen Landstrichen, dem fahren von Kraftfahrzeugen, dem fliegen, und der generellen Massenproduktion und Konsumtion von Waren vollzogen wird, aber persönlich will man sich darin nicht verwickelt sehen. Dabei finanziert, legitimiert, erweitert jeder Kauf eines Produktes diesen Wahnsinn. Jeder ist mitverantwortlich. Wir sind alle Täter und Opfer. Denn kaum ein Konzern hat tatsächlich Nachhaltigkeit als obersten Grundsatz, was natürlich völlig ungewöhnlich wäre, denn Konzerne überleben nur dann wenn sie Profite abwerfen, alles andere ist erst einmal irrelevant für die Produktion. Die gesamte Wirtschaft ist in der nachhaltigen Hinsicht völlig jungfräulich. Man betreibt lieber Augenwischerei, anstatt Kapital zu investieren. Man wartet auf die Konkurrenz. Das konnte man jahrelang an der Automobilindustrie beobachten. Zögerlich arbeitet man nun am Elektroauto, welches wie gesagt eine totale Farce ist. Aber es gibt genug andere Branchen die ähnlich agieren. Wieviele Lebensmittelskandale gab es in der Vergangenheit? Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Gammelfleisch, Kot im Fleisch, Keime die resistent sind gegen Antibiotika, sind nicht die einzigen Indizien für den Wahnsinn, der in der Massentierhaltung und dem irren Konsum von Fleisch steckt. Mittlerweile werden die Fakten der Fleischproduktion mit Stacheldraht, Kameras und Sicherheitsdiensten gesichert, damit die heile Welt des Werbeimages dieser Industrie gegenüber den Verbrauchern aufrecht erhalten werden kann.

Nun gibt es wieder den Wahn der Wiesn, ein Massenevent, in der sich tausende Feierhungrige überteuerte Waren geben und teilweise letztlich betrunken in der S-Bahn landen. Was geben sie den nüchternen Fahrgästen zu Protokoll? „Ich will endlich einen fetten Burger mit allen Zutaten!“ Ein Betrunkener ist quasi die personifizierte Konsumentenseele, die im Eindruck von Alkohol, die überwältigende Lust auf deftiges Fleisch verspürt. Viele werden das aus eigener Erfahrung kennen. Rationalität ist auch beim Nüchternen seltenst vorhanden. Man reflektiert nicht darüber was man anrichtet, wenn man kauft. So als ob die eigene Existenz im luftleeren Raum stattfindet, schreit man wie ein Kleinkind nach der stillenden Flasche mit dem begehrten Gut! Der Erwachsene begreift sich also heutzutage vielmehr als einzige relevante Instanz, deren Bedürfnisse überhaupt noch zu gelten haben. Blöd nur wenn die eigenen Bedürfnisse sich bloss auf das Primitivste reduziert haben und kein Stück an die Folgen und Zusammenhänge gedacht wird. Die Folgerungen die aus der persönlichen Verantwortung der Konsumenten und Produzenten dieser Produkte enstehen müssen, liegen auf der Hand. Mit einem kapitalistischen Staat und einer kapitalistischen Produktionsweise, lässt sich die Umwelt nicht nachhaltig schützen, weil unendliches Wachstum logischerweise mit einer endlichen Welt im Konflikt steht. Die Lohnabhängigen haben nicht die Kontrolle über den Staat, der Bundestag mit all seinen Parteien ist voller schöner Reden, aber die Gesetze formulieren eben nicht 82 Millionen, sondern ein paar Hundert, die von Lobbyistensprüchen betrunken sind. Man kann bloss lernen Selbstverwaltung und Selbstverantwortung zu übernehmen, jenseits von Kapital und Staat. So etwas kann freilich nicht innerhalb von einigen Monaten geschehen, sondern ist vielmehr ein langer komplizierter Prozess der einige Jahrzehnte benötigt, um ausreichend wirksam zu werden. Inwieweit die fahrende, saufende, arbeitende Masse, die sich selbst und ihrer Umwelt in zerstörerischer und selbstzerstörerischer Weise fremd geworden ist, diesen Lernprozess willentlich erkennen und angehen kann, bleibt jedoch völlig offen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

Blutschneisse durch den eisigen Schnee

Ich wünschte ich hätte all den TV-Sendern, Zeitungen, Shows, Nachrichten, Büchern, Religionen, Wissenschaften, Lehrern, Gurus, Spielfilmen, Computerspielen und Konsolenspielen, all die dämlichen Songs und Interpreten, den Religionen, Experten, Politikern, diesem ganzen Lärm keine Beachtung geschenkt.

Mein Leben ist so leer und bedeutungslos weil ich es getan habe. Ich glaubte es hätte irgendeine Bedeutung zu lesen, zu sehen, still da zu sitzen und diesen Mist zu verfolgen. Dabei hat mich das nur passiver gemacht, diese Sachen und Menschen haben mich zu einem Zuschauer gemacht. Sie haben mich dazu verführt mein Leben zu ignorieren. Sie haben mich benutzt. Sie haben mich vom Wesentlichen abgelenkt.

Ich fühle mich ausgebrannt und vernichtet. Es gibt keine Ziele, keine Hoffnungen für diesen Planeten, solange wir nicht allesamt begreifen wie falsch und krank wir agieren. Wir können uns die Freiheit nicht durch Waffen erkämpfen, nicht durch Diskussionen, nicht durch ignorieren der Wahrheit, wir können nicht davon ablenken. Wir müssen erkennen wie leer, kalt und ausgehungert unser aller Leben ist, wenn wir einander nicht die Beachtung schenken die wir alle brauchen.

Das Elend in der Welt, ist das Elend in uns selbst was wir nach außen getragen haben. Wir haben dieses Elend geerbt und wir werden es an unsere Kinder weitergeben, sofern wir nicht verstehen lernen. Sofern ich nicht verstehen lerne. Meine Orientierungslosigkeit, meine gequälte Seele, mein selbstzerstörerischer Lebensstill ist keine Lösung und kein Frieden mit dem Leben.

Die Zeit hat uns ausgespuckt und frisst uns bei lebendigen Leib. Manche Menschen von uns sind sich dessen bewußt und leiden dabei unendlich, andere sind sich dessen nur unbewusst klar und agieren destruktiv zerstörerisch. Einige wenige Menschen bzw. Lebewesen sind dankbar jemals gelebt zu haben… Zu welcher Sorte willst Du gehören?

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Angst und Ätzend

Das ist alles so ätzend!
Bewerben, werben um sich selbst für einen Job, der schlechtbezahlt und kaumgefällt.
Danach wird gekauft und verbraucht, Essen, Kleidung für ein bisschen Leben auf dieser Welt.

Liebe, wo ist sie in diesem leistungs- und kaptialorientierten Chaos?
Wo sind die Träume, die Geborgenheit, die Zuverlässigkeit der Gefühle?

Es ist so ätzend, ich bin kein Huhn, kein Schwein, ich lege keine Eier und lasse mich nicht mesten!
Ich bin nutzlos, ineffizient, bei mir gibts nichts auszubeuten!
Ich bin das Unglück, der nutzlose Viehjunge der im Dreck wühlt und nirgends Beachtung findet!

Niemals könnte ich andere verstehen, wie sie sich verkaufen können.
Niemals könnte ich verstehen, wie es leben sein kann, nur für Leistung und ein paar Stunden Freizeit zu existieren.
Niemals wollte ich anders sein, aber ich muss es wohl sein, wenn ich die kalten Maschinen nicht in mein Herz lassen kann.

Arbeiten, was hat das mit mir zutun?
Ich will nur ein bisschen Mensch sein.
Nur ein bisschen atmen, lieben und leben.
Ich will ein kleines Räumchen für mich und meine Täubchen.
Gesundes essen und ein paar Gedanken und Musik.

Dafür soll ich meine Seele wegwerfen?
Dafür soll ich mich mit dem Teufel arangieren?
Dafür soll ich wie alle versuchen besser als Andere zu sein?
Dafür soll ich Kontakte knüpfen, lachen wenn nichts lustig ist und jammern wenn es nichts zu jammern gibt?

Mir scheint als wäre ich längst im Grab.
Mir scheint ich hätte es nicht anders verdient.
Ich hätte es doch wissen müssen.
Ich hätte doch früher reagieren müssen!
Jetzt stehe ich da und hab nichts anderes als meine Ängste.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Lyrik?

Zeit ist Geld!

Es soll ja nicht immer gemotzt und gejammert werden und schon gar nicht wenn man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Man hat sowieso kaum relevante Sorgen. Zumindest muss man nicht hungern, hat Kleidung am Leib und naja eine Waffe braucht man auch nicht als ständigen Begleiter.

Was stimmt ist, wir müssen uns alle verflucht anstrengen. Wenn wir schlecht in der Schule sind, na dann bekommen wir wohl auch eine schlechte ‚Beschäftigung‘ bzw. Erwerbsmöglichkeit, – weil wir wohl nicht so ganz die Qualität liefern die die Anderen verlangen oder die der Markt verlangt.

Aber moment mal, verdammt warum dieser Stress?

Ich komme mir vor wie eine Legehenne. Geboren um Eier zu legen und wenn ich das nicht mehr kann oder nicht mehr indem Masse wie gefordert und gewollt, nundenn dann fliege ich eben raus und darf mir etwas anderes suchen. Dann eben keine Eier mehr, dann gebe ich eben Milch. Und wenn alles nicht hilft, nundenn dann bin ich eben eine Arbeitskraft die Kunden betreut, Produkte gestaltet, wirbt und verkauft, oder ich arbeite als Teil eines Teams an einer neuen Struktur in einer x-beliebigen Legehalle, ehm, Firma!

Macht es einen Unterschied ob ich ein Huhn bin mit einem Gitter vor der Nase mit völlig desaströsen Körperbau, oder ein Mensch mit eingeschränkten Freiheiten durch den Zwang Geld verdienen zu müssen? Ich kann mir Freiheit nur erkaufen, ich kann mich freikaufen wenn ich viel arbeite und das Glück habe dafür ausreichende Entschädigung bzw. ‚Belohnung‘ zu bekommen.

Fakt ist wir arbeiten enorm viel. Wir leisten sehr viel. Arbeiten bis 67 hierzulande. Und anderswo ist es entweder schlimmer oder nicht viel besser. Der enorme Druck der mittlerweile nun schon vom Kindergarten und frühen Schulklassen an beginnt und sich immer weiter bis in die letzten Poren der Gesellschaft steigert, kann nicht Teil einer gesunden Entwicklung einer vernünftigen Gesellschaft sein.

Statt uns Zeit zu nehmen und das Leben zu genießen, die Momente bewußt zu verstehen, lassen wir uns zu einer Arbeitskraft abstempeln. Andere Menschen müssen, was ein Glück, nicht als Arbeiter ihr Leben fristen. Sie kaufen sich ein Haus/Auto nach dem anderen und essen, trinken, feiern teuer. Und wir können froh sein wenn wir auf Schuldenbergen ein einziges Haus bewohnen und besitzen dürfen. Ist das wahre Gerechtigkeit?

Die gesamte Gesellschaft ist mir zu leistungsorientiert. Sinn macht diese Orientierung nur in wenigen Bereichen der Gesellschaft. Etwa in verschiedenen Gebieten der Forschung und Medizin. Wie in wilden Zeiten kämpfen wir ums überleben und kämpfen um jeden Batzen Fleisch (=Geld/Bildung/Zeit). Wenn das für die Zukunft irgendwas sicher und auf Jahrtausende gesehen bringen soll, würde ich dies gerne mal genauer wissen.

Jeder Autokonzern möchte das die neusten Autos gekauft werden und soviele Menschen wie möglich eines kaufen, um zu expandieren. Würde aber jeder Mensch ein Auto fahren, wäre der Planet unbewohnbar! Wir gehen auf eine Welt zu die sich zu schnell pushed und die wirklich wichtigen Dinge, wie Kampf gegen Armut und Beseitung diverser Irrtümer (Rassismus usw.) in der Gesellschaft verlieren an Aufmerksamkeit, Bedeutung und letztlich an Wert (z.B. Nächstenliebe!)

Denkt daran, andere reiche Menschen müssen sich nicht täglich darum bemühen wie sie weiterkommen. Und das ist nicht immer mit ihren übermenschlichen Leistungen begründet. – Ist dies gerecht? Ist dies wahre Gerechtigkeit?

Nur weil es zu Lebzeiten immer so war, muss es nicht heißen das es immer so bleiben muss!

3 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft