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Weltmeister – Na und?

Sexy Spielerfrauen umarmen ihre potenten Einkommensmillionäre. Sie haben immer an sie geglaubt. Merkel und Gauck fallen ihren Kriegern um den Hals, die das Ausland teilweise bis aufs Blut fair niedergerungen und somit einen seltenen deutschen Ausnahmezustand der Einigkeit erstritten haben. Die Leistungsgesellschaft feiert sich selbst. Hunderttausende bejubeln Nation und Konkurrenzkampf. Für einen winzigen Moment sind die Hungertoten, die Umweltzerstörungen, die Kriege, die Verrohungen der sozialen Beziehungen und all die anderen unbezahlbaren Opfer dieses Prinzips von Wettbewerb und unendlicher Kapitalverwertung über die nationalen Arbeitsplätze vergessen.

Endlich hat es sich mal gelohnt der deutschen Schicksalsgemeinschaft anzugehören. All die beschwerlichen Alltagskämpfe um Noten oder Quartalszahlen sind für einen winzigen Moment vergessen. Die Schere zwischen arm und reich, die fehlenden Partizipationsmöglichkeiten in der Politik oder im Betrieb, der leere Geldbeutel und die Angst vor der Zukunft. Dieser Sieg sorgt für die notwendige Motivation, die deutsche Kapitalverwertung im Wettbewerb weiter voranzutreiben, denn er schürt die Hoffnung darauf, dass man selbst mal attraktive Personen für sich gewinnt, die scheinbar bedingungslos an einen glauben, dass man selbst mal Einkommensmillionär ist und Ausgelassenheit zulassen kann, anstatt permanent Verzicht zu üben und Kampf, Hinhaltetaktiken oder Vertröstungen als Lebensinhalt zu haben. Wartet nur, irgendwann seid ihr dran. In 24 Jahren oder nie!

Die hysterischen Jubelschreie in den Kneipen und an den Fanmeilen sind befüllt von der Hoffnung endlich mal etwas zu bedeuten. Im Alltag sind die Menschen Kostenpunkte, hinter denen permanent ein Fragezeichen steht, so wie bei Löw und all seinen „Spezialkräften“ in der Nationalmannschaft. Wer hat die Potenz das Bruttoinlandsprodukt zu erhöhen und wer nicht? Auch die Aussortierten sollen ihre Schicksalsgemeinschaft von Erfolg zu Erfolg pushen, egal ob Hartz IV Empfänger oder Ersatztorhüter.

Wir als deutsch-geborene Konkurrenzsubjekte sollen nicht nur im Sport Weltmeister sein, sondern überhaupt überall und für immer, daher wird alles durchrationalisiert und bejubelt was damit zutun hat. Opferbereitschaft, Aderlass um das deutsche Wesen bzw. Bruttoinlandsprodukt zu mehren. Jeder rennt willentlich oder nicht insgeheim einem Weltpokal nach, den er nie erreichen wird, weil die Anforderungen u.a. über die abstrakte Arbeit unendlich ansteigen. Die Gesellschaft hat sich monoton auf ein Ziel eingeschworen: Profit. Merkel und Gauck wünschen sich, wie die meisten Deutschen, im Schweiße ihres Angesichts endlich Weltmeister in der Politik und Ökonomie zu sein. Allmachtsfantasien krakeeln immerdann aus dem deutschen Michel, wenn er ausgelassen sich selbst feiert. Nichts gelernt, alles verdrängt, endlich wieder deutsch sein und Spaß dabei.

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All Hail the King: Breaking Bad

Breaking Bad bricht alle Rekorde, aber warum? Breaking Bad ist eine Geschichte über den Niedergang des modernen Menschen, den wir alle mehr oder weniger in unserem Alltag spüren.

Walter White ist ein netter, fleissiger und genialer Chemiker bzw. Chemielehrer, aber er ist trotz zweier Jobs und Überqualifizierung unterbezahlt, überschuldet, erhält wenig Achtung z.B. von seinen gelangweilten Schülern und wurde von seinen besten Freunden um viel Geld betrogen, die von seinem Wissen enorm profitiert haben. Sein Leben ist eine schmachvolle Sackgasse und dann bekommt er auch noch Krebs. Natürlich zahlt die Krankenkasse seine teure Behandlung nicht, Obamacare existiert noch nicht und Walt entscheidet sich zu sterben, weil dies das letzte und einzige ist worüber er überhaupt noch im Sinne seiner Familie bestimmen kann. Aber seine Familie überredet ihn weiter zu kämpfen und aus dieser allgemeinen sowie finanziellen Ohnmacht heraus entsteht eine unfassbare Wut, wodurch eine Rücksichtslosigkeit in Gang gerät, nun doch innerhalb kürzester Zeit das Leben zu erkämpfen, um welches man ihn bisher betrogen hatte. Er bringt seine einzigartigen Fähigkeiten in einen hochriskanten aber enorm profitablen Markt ein, wird statt Lehrer Dealer und Mörder, rutscht von der unteren Mittelschicht zum White Trash ab, verbreitet Angst, Terror und Schrecken um seine und nur seine Familie zu schützen und zu versorgen. Alles mit dem Argument keine Wahl zu haben, auch wenn ein reicher Freund, der ihn einst betrogen hatte, alles erdenkliche bezahlt hätte, – was Walter aber aus falschem Stolz ablehnte.

Die besondere Poesie hierin liegt aber zwischen den Zeilen: Es gibt die Anklage, dass die Gesellschaft sich nicht genug um ihre Kranken, Fleissigen und Cleveren kümmert, dass sie sie vielmehr betrügt, ausbeutet und ihnen keine andere Wahl als Entfremdung, Qual und Tyrannei bietet. Es gibt die Behauptung, dass man sofort Abenteuer erlebt und wirklich „reich“ wird, wenn man die festgefahrenen beruflichen Pfade verlässt, wenn man sich an diesen Zuständen rächt indem man die Regeln der Gesellschaft missachtet und sich strikt gegen sie wendet. Im Grunde genommen plädiert diese Serie für die Revolution, die Umwälzung sämtlicher Verhältnisse, die den Menschen zu einem geknechteten, unmündigen Wesen machen und zeigt, dass die Verzweiflungstat von Walter White in die Drogenszene zu gehen dagegen letztlich unbefriedigend ist. Ironischerweise ist unser Krebspatient übrigens ausgerechnet in der direkten Konfrontation mit dem Tod zum ersten Mal seit langer Zeit wieder lebendig. Was sagt das über die Lebendigkeit seiner vorherigen Jahre? Das ist eine Inspiration für uns Zuschauer, weil unser Leben jetzt ähnlich beschissen ist, wie das von Walter White kurz vor seiner Krebserkrankung, denn egal wie sehr wir uns anstrengen und einbringen, egal wieviel wir verdienen, es reicht nicht um das Leben wirklich endgültig genießen zu können und es scheint eher immer schwieriger als besser zu werden, weil soviele Menschen um den Platz an der Sonne konkurrieren. Wie oft hört man von Amokläufen, Geisel-, Familien- und Beziehungsdramen, Todesfahrten, toten Babys in Plastiktüten, Suiziden, Depressionen und Erschöpfungssyndromen etc.? wie oft bemerkt man an sich Stress, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit oder Zukunftsangst?

Diese grotesken Situationen die „Heisenberg“ und Pinkman erleben, legen also Zeugnis über eine verrückte Welt ab. Es ist ein Leben am Limit und darüber hinaus. Höchste Aufopferung, Opferbereitschaft, Flexibilität, Arbeitsintensivierung, Produktivität, Austauschbarkeit: Der Mensch als Material und Zahl, seine Bedürfnisse und Gefühle haben eine geringe Priorität und er ist ein scheinbar machtloses Anhängsel der Verhältnisse, die er einst selbst geschaffen hat. Man kann nie überleben ohne in noch größere Schwierigkeiten zu geraten. Das Leben existiert als Fass ohne Boden, als eine Leere, die durch kein Geld der Welt gestopft werden kann, als ein einziger Unsicherheitsfaktor und Angstzustand, der einen unvorbereitet trifft und irrational handeln lässt. Es gibt nur noch den Überlebenskampf, aber kein Leben mehr. Das zertrümmert die menschliche Seele, Kreativität, Spontanität und Freiheit. So beginnt in der Serie eine Schwangere das Rauchen von Zigaretten, Teenager das Rauchen von Crack, Unternehmer fälschen Bilanzen, Anwälte beugen das Gesetz, Droganbarone sprengen DEA-Agenten in die Luft, trockene Süchtige werden wieder süchtig, Polizisten reißen solange Witze über Leichen bis sie arbeitsunfähig werden und Kids werden von Crackheads großgezogen: „Viel Glück für Dein weiteres Leben,“ wünscht Pinkman in einer Szene eines dieser verlorenen Kreaturen. Die drogenabhängigen, zerfallenen Prostituierten, die paranoiden Drogenbosse, die Kinder als Drogendealer nutzen, sind Gefallene. Fallen Angels gewissermaßen. Ihr Lebensmittelpunkt ist der Methpalast voller gebrauchter, infizierter Spritzen und Kondome. Warum zerfaulen diese Menschenleben wie die Zähne eines Methjunkies?

Die äußerlichen Verwüstungen sind bloß der Endpunkt einer langen Leidensgeschichte in der wir alle drin stecken. Die Verrohung erfolgt schleichend, die man im jungen, leistungsfähigen Alter kaum spürt. Mr. White spult das im Highspeedtempo ab, versteinert schließlich immer mehr und kann zwar endlich einen gewissen Stolz für seine Arbeit entwickeln, weil er das beste Meth in ganz Amerika und damit ein Produkt mit Alleinstellungsmerkmal hervorbringt, er dafür berüchtigt ist und geachtet wird, aber es verdirbt ihn. Er wird arrogant, überheblich, paranoid, unberechenbar, skrupellos und gnadenlos. Irgendwann ist er kein Lehrer, kein Amateur, kein Mittelsmann, kein Profi mehr, sondern eine gefürchtete Legende, die nur noch ihren Ruf, ihre Formel und ihr Geld hat. Er ist der herausragende Leistungsträger der alle Konkurrenten besiegt. Der ohne geschnappt zu werden sich von einem Fass zu einem Güterzug hochgearbeiten konnte, weil er all seine persönlichen Beziehungen für diesen Erfolg gnadenlos ausgebeutet hat. Je erfolgreicher er sich durch die Drogenszene mordet, durch die Gesellschaft lügt und betrügt, desto mehr verliert er den Bezug zur Realität und zu seiner Familie. Er entwickelt eine ernsthafte Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung von vertrauensvollen Beziehungen. Selbst der Erfolg ist also ein mindestens ebenso großes Problem wie Misserfolg in der Marktwirtschaft. Menschen verkommen für White zu reinen Schachfiguren. Aber eigentlich sind wir das alle im Berufsleben: Wir sind alle austauschbar, wenn wir nicht mehr wie vorgesehen funktionieren und das macht uns tendentiell ängstlich, konformistisch, dumm, unmenschlich und beziehungsunfähig. Wie soll man auch in so einer toxischen Umgebung langfristig überleben? Walter war schon tot bevor Breaking Bad anfing. Der wahre Krebs ist die Gesellschaftsform.

Die Serie feuert also nicht nur in der Vielschichtigkeit der Figuren von Walter über Jessie, Sol, Mike bishin zu Hank, der Geschichte mit enormen Spannungsbögen und der kinoartigen Inszenierung sowie Darstellung der Darsteller bishin zu den Kameraeinstellungen ein Feuerwerk nach dem anderen ab, sie ist auch äußerst reflektiert, scharfsinnig, gnadenlos und unverstellt gegenüber der Realität. Diese authentische Radikalität macht den besonderen Erfolg dieser Serie aus. Sie ist nie plump und verlangt mit viel Charme eine Menge vom Zuschauer ab. Während andere Serien wie Lost oder Akte X nicht wissen wann oder wie sie aufhören sollen, ist bei Breaking Bad alles klar. Während die Dexter-Macher vor der Konsequenz ihrer Geschichte zurückschrecken, gibt Breaking Bad unerschrocken Vollgas. Breaking Bad macht daher süchtig wie Meth. Ich musste vor der finalen Staffel zum ersten Mal alle Staffeln davor nochmal ansehen, um alles auszukosten und im Blick zu haben. Für mich ist das ganz großes Fernsehen! Ein sich ständig steigernder Kinofilm im Serienformat, aus einen Cocktail voller Kriminalität, Gewalt, Mord, Verrat, Drogen, Sex, Sucht, Suchtbekämpfung, Witz, Armut, Reichtum, Wettkampf, Bandenkrieg, Drogenkrieg, Sozialkritik und und und…!

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Jana & Philip

Eine sechszehnjährige Tabletten- und Heroinabhängige schreibt in ihr Tagebuch: „Warum sollte ich mir das freiwillig antun? Das Leben ist eine stetig wachsende Hürde. Ich verpiss mich lieber von hier. Leben? Was hat man davon? Unsere Welt ist so hässlich, egoistisch, unfair, hart. Alle Gründe und Motivationen zu Leben zählen nicht. Und für uns bleibt Nichts. Am Ende gehen wir so oder so leer aus. Wofür strengt man sich dann an? Wir sind Mittel zum Zweck unsere Erde in Stand zu halten und dem endgültigen Ende näher zu kommen. Arbeiter fürs Schicksal. Unser Lohn ist der Tod.

Es ist wahr: Das Leben ist eine wachsende Hürde. Sie wächst simultan zum Sättigungsgrad der ohnehin schon gesättigten globalen Märkte, zur fallenden Profitrate und der daraus resultierenden Verschärfung der Arbeitsintensität, des Konkurrenzkampfes und Leistungsdrucks zuvörderst in den Betrieben und indirekt über die von der Politik erlassenen Lehrpläne in den Schulen. Mehr Lehrstoff in kürzerer Zeit, damit schneller, jüngere und leistungsfähigere Lohnarbeiter für den internationalen Wettbewerb zwischen den deutschen und internationalen Konzernen  zur Verfügung stehen. Und die Grabenkämpfe finden kein Ende, weil der Profitzwang kein Ende kennt. Arbeiten Amerikaner härter, schneller für weniger Geld, müssen wir noch härter, schneller und für noch weniger Geld arbeiten, was die Amerikaner wiederum unter Zugzwang setzt, denn ohne Verkauf kostengünstiger Produkte gibt es keinen Lohn, keine Steuern für Rente, Sozialsysteme usw. Und anstatt hiergegen Einspruch zu erheben, zu streiken, Alternativen zu erdenken, heißt es aller Orten nur: Wie können wir uns optimieren um mithalten zu können? Das sind einige gute Gründe sich zu berauschen, sich aus zu klammern, fern zu halten von einer Welt die im objektiven Sinne verrückt geworden ist.

Demnach hat sie in ihrem Vollrausch erkannt, dass die Welt so hässlich, egoistisch, unfair und hart ist, weil die Ökonomie das erfordert und von der Politik durchgesetzt wird. Und weil sie gemerkt hat, dass sie als Mensch gar nicht zählt, sondern nur ihre Leistungsfähigkeit, ihre Arbeitskraft, die Mittel zum Profit ist, und ihre ganze Persönlichkeit bloss ein Anhängsel und meistens ein Hindernis ist, will sie sich lieber verpissen und sterben. Ja, so ein Leben ist sinnlos, nicht lebenswert, es ist ein ekelerregendes und unbefriedigendes Schattendasein voller Tränen und Schmerz, Enttäuschungen und Vernachlässigungen. Mehr noch: Wir zerstören mit der Lohnarbeiterei unser Leben, das Leben der Anderen, das Leben der Tiere, der Umwelt, das Leben an sich, weil wir alles dem unendlichen Wachstum untergeordnet haben und das bedeutet: Unser Lohn ist der Tod. Das Nichts. Fatalismus und Gleichgültigkeit. Irrsinn und Barbarei. Wir gehen leer aus. Die einen sterben den Hungertod, weil sie ihren Bedürfnissen per (Un-)Zahlungsfähigkeit keine Legitimiation nachweisen können, die anderen sind zwar lebendig, aber innerlich tot, weil sie ihr Leben der wirtschaftlichen Produktivität geopfert haben. Es ist ein einziges Buckeln nach oben und Treten nach unten.

Was diese Ökonomie bräuchte, um das Leben zu erleichtern wäre ein Weltkrieg oder die Revolution. Ersteres sorgt zwischen Leichenbergen wieder für Märkte, Profit und Wirtschaftswunder. Letzteres würde Mädchen wie sie vor einem sinnlosen Herointod retten. Philip Seymour Hoffman ist an Heroin gestorben. Und er hatte alles: Ruhm, Geld, berufliche Perspektive, Talent und Charakter. Er gab nach 23 Jahren Nüchternheit der Leere in sich oder der Leere überall nach und es reichte nicht mehr um zurück zu kommen. Was ist es das die Menschen in die Sucht, in den Rausch treibt? Ein fehlfunktionierendes Umfeld, welches lieber mit dem Profit beschäftigt ist? Ein Leben, das mal so überhaupt gar nicht einem Rausch entspricht? Großartige Menschen lösen sich auf wegen einem gesellschaftlichen Verhältnis, welches eigentlich an ihrer Stelle aufgelöst gehört. Diese Schicksäler mahnen zu Demut, aber auch zu Entschiedenheit im Kampf gegen den Kapitalismus. Wieder und wieder verlieren wir Menschen und Lebensqualität. Wann haben wir es satt?

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Fragmente aus einem falschen Leben

Die Menschheit existiert in Lohnarbeit und produziert jeden Tag Zustände in denen es normal ist die Menschen, Tiere und die Umwelt systematisch zu zerstören. Milliarden Menschen können sich nichts schöneres vorstellen als an dieser Zerstörung teilzuhaben. Ihnen erscheint diese Welt als die beste aller Welten. In der Tat sind die Konsummöglichkeiten und Produktivitätssteigerungen gigantisch. Die wenigen Menschen die begriffen haben, dass es nicht mehr so weiter gehen kann, ergiessen sich in Fatalismus, Hedonismus, blinden Aktionismus und verlieren sich im Treibsand einer verlorenen Gesellschaft, die es aus ideologischer Verblendung für notwendig hält, Irrsinn als Vernunft umzudeuten. Dabei müssten die Lohnabhängigen bloss ihren alltäglichen Überlebenskampf zum Anlass nehmen, um über ihr Leben zu reflektieren.

Jeder Mensch in diesem System ist Junkie, Hure, Zombie und Sklave in einer Person.

Wir sind Junkies, weil wir regelmäßig unsere Finanzspritze bzw. Lohn brauchen, mit dem wir unsere stets steigenden Lebenshaltungskosten finanzieren.

Wir sind Huren, weil wir täglich auf dem Straßenstrich genannt Arbeitsmarkt anschaffen gehen. Und jedem zahlungskräftigen Arbeitgeber unsere Fähigkeiten, unseren Körper und unsere Seele anbieten. Wir verkaufen unser unendliches Potential, unsere Lebenszeit und Lebenskraft für ein paar Euros, ohne Aussicht darauf, dass es jemals aufhören wird. Erniedrigungen, Demütigungen und Missbrauch sind unser täglich Brot, welches wir demütig annehmen um Überleben zu können.

Wir sind Zombies, weil wir glauben in der besten aller Welten zu leben und dem Gehirntod gleich den üblichen Sprüchen von Medien, Politikern, Kollegen, Verwandten und Freunden glauben. Wir übernehmen Vorurteile, Traditionen und Ideologien, verteidigen sie im Laufe unseres Lebens mit allen Mitteln, statt sie in einem langen Reflexions- und Selbstreflexionsprozess zu hinterfragen. Wir fallen auf den Märkten übereinander her, zerfleischen unsere Bedürfnisse und Hoffnungen, deren Befriedigung nur die Stärksten erfahren, während die Schwächsten sofort oder über einen langen Zeitraum sterben. Hierbei geht auch die Umwelt zugrunde.

Wir sind Sklaven, weil wir unsere Lebenszeit als Arbeitszeit verstehen. Es herrscht Arbeitszwang, wer nicht arbeitet verliert an Lebensqualität, wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und als wertlos betrachtet. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir am Arbeitsplatz und haben dort gelernt Charaktermasken aufzulegen und in einer bestimmten Rolle wie ein Zahnrad zu funktionieren. Wir sind als Lohnabhängige so austauschbar wie Zahnräder. Wir sind Sklaven, weil wir eine Sklavenmentalität haben, die Faulheit als Qual erscheinen lässt, die Sozialhilfeempfänger als Schamrotzer definiert, die fundierte und grundlegende Kritik als utopisch oder naiv brandmarktet, die Anarchismus als Chaos definiert. Und das obwohl unsere gegenwärtige Gesellschaft das größte Chaos hervorgebracht hat, das permanent und systematisch von allen Lohnabhängigen qua ihrer Arbeitskraft erarbeitet und aufrechterhalten wird.

Das Chaos beginnt im Bildungssystem

In der Schule werden wir bereits als Kinder mithilfe der Noten auf Leistungs- und Wettbewerbsprinzpien konditioniert und gezüchtigt. Man spaltet die jungen Menschen in verschiedene Leistungskategorien und definiert damit wieviel wert sie sind. Eltern möchten das ihre Kinder gute bis sehr gute Noten erbringen, erbringen sie diese nicht, versteht das Kind schnell, das die Eltern enttäuscht sind. Anerkennung und Liebe erhält man als Kind oft nur dann besonders intensiv, wenn die Leistungen in der Schule stimmen. Das ist nur ein Grund von vielen, der dazu führt, dass wir unsere Identität in den meisten Fällen über unsere Leistungen und Leistungsfähigkeit definieren. Weiteres findet sich in Büchern von Autoren wie Arno Gruen. Wir fühlen uns erst dann als vollständiger, wertvoller und liebenswerter Mensch, wenn unsere Leistungen überdurchschnittlich sind. Daher auch der unglaubliche Drang im Berufsleben voranzukommen, zu funktionieren oder Schönheitsidealen zu entsprechen. Allgemein wird das gern Egoismus genannt und als charakterliche Schwäche bezeichnet, die allgemein der gesamten Menschheit zugeschrieben wird. Mittlerweile gilt es als populär die Menschheit als Krankheit zu bezeichnen. Jedoch wird dabei völlig vergessen, dass Egoismus mit dem Wettbewerbs- und Leistungsorientierten Schulunterricht anerzogen wird und auf ökonomischer Ebene sogar überlebensnotwendig ist.

Inhalt & Ziel der Ökonomie

Das zentrale Moment der Ökonomie besteht darin für den Tauschwert Milliarden Menschen, Tiere und zehntausende Quadratkilometer Natur aufzufressen und entfremdet auszukotzen. Industriegebiete sind Kriegsgebiete. Es sind Gebiete, die in Beton und Stahl gegossen wurden um konzentriert Profite zu scheffeln. Zwischen Autobahnen, Hauptstrassen, Flughäfen, S-Bahnen, Zügen, Discounterhallen, Logistikzentren, anderen diversen Konzernen und tobenden, lärmenden Kraftfahrzeugen lagern neben Müll und Schrott, die erbärmlichen menschlichen Existenzen. Ehrgeizig arbeiten die Menschen tagtäglich an der Realisierung der Apokalypse, der Hölle auf Erden, ohne je ihre Beteiligung daran zu erkennen. Die globale Identifikation mit dem Arbeits-, Leistungs- und Wettbewerbswahn, ist Ausdruck einer tiefen Entfremdung des Menschen von sich selbst und dessen Umwelt. Der Kapitalismus pervertiert das Leben zu reinen Kosten-Nutzen Aspekten und Menschen die sich damit identifizieren, betrachten z.B. den materiellen Überfluss als Ausdruck von desssen Güte und Erfolgs. Es wird gemeinhin als Freiheit verstanden sich als Hure auf dem Arbeitsstrich zu verkaufen, egal wie die Arbeitsbedingungen sind, egal welche gesundheitlichen Folgen sich daraus ergeben.

Tauschwert herrscht über Gebrauchswert, über Leben, Menschen, Tiere und alles Existierende und Nichtexistierende, also auch Fantasien und Gefühle. Grundlage der Ökonomie ist  die Maximierung des Profites, mithilfe der Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, deren Träger der moderne Mensch ist. Die Globalisierung erbrachte wachsende Teilnehmerzahlen am permanenten Wirtschaftskrieg. Die Grabenkämpfe in Büros, Verkaufszentren und Produktionshallen werden erbarmungsloser, je mehr Lohnabhängige, Huren, Sklaven, Zombies, Junkies ein Stück ab haben wollen vom allgemeinen Profit. Jeder weiß erst mit dem Verkauf der Ware, welchen Wert seine Schufterei hatte. Alle kämpfen darum zu gewinnen, aber wie üblich gibt es immer andere die noch mehr für ihren Sieg getan haben. Und man muss sich mit weniger zufrieden geben. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig. Jene mit der besseren Infrastruktur, Fachausbildung, Umsetzung der Tugenden wie Fleiß, Flexibilität, Belastbarkeit usw, Technologie und dem höchsten Eigenkapital, haben also die besten Chancen später auch über ihre Kaufkraft und dem Konsum von Produkten ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Erstrangig in unserer Ökonomie ist also die Maximierung der Profite, danach kommen die Bedürfnisse der Menschen.

Das Ziel jedes Konzerns basiert auf Profitmaximierung, auf maximale Auspressung der Ware Arbeitskraft. Je mehr ausgepresst wird, je besser die Konkurrenz, desto intensiver und länger wird die Arbeitszeit, desto höher steigt die Anzahl von gesundheitlichen Erkrankungen bspw. Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen wie Perfektionismus, Rigidität und Pedanterie. Obendrein erhalten die Lohnabhängigen nur geringe Löhne, sodass sie weiterhin nur ihre Arbeitskraft für ihren Überlebenskampf haben. Kein Lohn ist gerecht, weil man nie genug verdienen kann, um endlich nicht mehr als Hure am Markt erniedrigt zu werden. Die Vermögensentwicklung ist daher global sehr einseitig: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besaß 40 Prozent des Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent besaßen im Jahr 2000 zusammen 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. Verantwortlich für diese Entwicklung ist aber nicht der Reiche, der Politiker oder irgendein anderer Sündenbock, sondern die gesamte Bevölkerung die sich dem Prinzip der Profitmaximierung unterordnet. Herrschaft besteht heutzutage nicht mehr über Menschen, sondern über ein dialektisches Verhältnis, das im Kapital ihre Definition findet. Ob du Zeit für Deinen Partner hast, ob Du Geld für Medikamente hast, ob Du über ein Studium realisieren kannst, alles hängt von Deinen monetären Mitteln ab, da sich darüber Deine materiellen, zeitlichen Möglichkeiten und Resourcen definieren.

Die Rolle der Politik

Definiert, legitimiert und verteidigt wird diese Ökonomie von den Gesetzen, dem Gewaltmonopol und den Parteien. Keine der größeren Parteien möchte den Kapitalismus abschaffen. Ziel der Politik ist vorrangig die Haushaltskonsolidierung, wenn danach etwas Geld übrig bleibt, sieht man sich an, was man von seinem Parteiprogramm noch realisieren könnte. Stets werden Wahlversprechen gebrochen. Stets fühlen sich die Bürger nicht von ihren Politikern vertreten oder ernst genommen. Regelmäßig wird gegen einzelne Probleme protestiert, anstatt das große Ganze im Blick zu haben. Immer wieder wird der Staat als neutrale Instanz betrachtet, obwohl dieser mit seinen Gesetzen, mit seinem Gewaltmonopol für den Konkurrenzkampf und die Profitmaximierung ist. Kein Konkurrent am Markt kann das garantieren was der Staat garantieren kann. Der Staat bestraft jene die nicht arbeiten wollen sowie er jene bestraft die es mit der Ausbeutung etwas übertrieben haben. Denn wir wollen sozial ausbeuten und vernichten, soviel haben wir aus der Geschichte gelernt. Der Staat dient also genauso der Profitmaximierung wie jeder Konzern weltweit. Jede Partei die den Staat übernehmen statt abschaffen will, geht konform mit dieser zerstörerischen Wirtschaftsform. Die einzelnen Politiker der jeweiligen Parteien stellen lediglich die Details der Form wie in den nächsten 3-4 Jahren ausgebuetet werden soll ein. Sie ändern nichts fundamentales an der praktizierten wirtschaftlichen Ordnung. Alles andere würde schliesslich auch ihre eigenen Interessen verletzten. Parteien sind auf Machterhalt aus und betreiben daher nicht einfach nur im Wahlkampf Populismus, sondern begnügen sich ähnlich bescheiden, im alltäglichen Geschäft mit er Erhaltung und Wahrung der Ausbeutung der Lohnarbeiter, die stets als Freiheit umgedeutet wird.

Reichtum & Armut

Das reichste Prozent der weltweiten Bevölkerung besitzt 40 Prozent des gesamten Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent zusammen etwa 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. 946 Milliardäre der Welt besitzen 3,5 Billionen Dollar.  Die Uno schätzt, dass es 300 Milliarden Dollar kosten würde, das Einkommen der ärmsten Milliarde Menschen über die Schwelle der extremen Armut anzuheben. Das wäre weniger als ein Sechzigstel des Einkommens der reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung. Die reichsten acht Männer der Welt könnten diese Summe alleine bezahlen. (Quelle der Daten ohne Verlinkung: „Uns gehört die Welt“ von  Klaus Werner Lobo)

Laut der Welthungerhilfe hungern weltweit 925 Millionen Menschen. Laut dem Welthunger Index 2010 befinden sich 29 Länder in einer sehr ernsten Hungersituation, davon sind besonders Bangladesh, China, Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien und Pakistan betroffen. Laut Unicef sterben pro Jahr 2,2 Millionen Kinder an den Folgen von Mangel- und Unterernährung, das sind über 6000 Kinder täglich. Täglich sollen laut BMZ zwischen 25 000 und 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben.  195 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind zu klein für ihr Alter und damit unterentwickelt. 129 Millionen Kinder sind untergewichtig, 880 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung (laut Oxfam), 17 Millionen Menschen, davon 21.000 Kinder täglich, sterben an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose, 5 Millionen davon aufgrund des mangelnden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Milliarden – mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung – leben ohne sanitäre Basisversorgung.

Hunger gibt es weil das Bedürfnis der Hungernden nach Nahrung, nicht mit Kaufkraft befriedigt werden kann. Das kapitalistische System betrachtet die Bedürfnisse der Hungernden als nicht legitim, da keine monetären Mittel zur Verfügung stehen. Also ist es gemäß der zynischen Logik der „sozialen Marktwirtschaft“ nur gerecht, wenn sie verhungern. Die Menschen die in derart verarmten Regionen ihr Dasein realisieren müssen, nehmen alles in Kauf um zu überleben. In Manila auf den Philippinen leben ca. 15 000 sogenannter Müllmenschen. Der Smokey Mountain ist voller Müllberge die bis zu 40 Meter hoch sind und gilt als Wahrzeichen der Hafenstadt. Hunderte starben bereits unter Mülllawinen, um ein paar Cents fürs Überleben zu ergattern. Andere flüchten vor dem Hunger, den Müll, den Kriegen, dem Chaos das die Globalisierung angerichtet hat und wollen ihr Glück in Europa versuchen. Wenn sie nicht gerade wie ca. 2000 Menschen im Jahre 2011 vor Europas Küsten ersaufen und tatsächlich ins gelobte Land gelangen, werden sie hierzulande mit Fremdenfeindlichkeit, Isolation und Ablehnung begrüßt. „Diese Schweine wollen uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen“ Sind dann die typischen Bemerkungen aus dem konservativen Bürgertum. Klar, das Überleben hängt auch in Europa von den Vergütungen am Arbeitsstrich ab.

Während also hunderte Millionen Menschen hungern, werden laut Recherchen des Filmemachers Valentin Thurn allein in Deutschland  jedes Jahr bis zu 15 Millionen Tonnen frischer Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden EUR weggeworfen. Das wird allgemein als „Wegwerfmentalität“ empört beklagt. Dabei handelt es sich sowohl bei den Hungertoten als auch bei der Überproduktion von Lebensmitteln um im Kapitalismus fest eingeplante Zustände. Das Wegwerfen von Produkten ist fest im Kaufpreis einkalkuliert. Man investiert kein Geld in Hungernde, wenn diese nicht voller Dankbarkeit in naher Zukunft horrende Profite abwerfen. Obendrein lassen sich Hungernde leichter dazu überreden ihre Umwelt, ihre Gesundheit für Geld aufs Spiel zu setzen. In den Produktionshallen in China vergiften sich regelmäßig Mitarbeiter, Afrika ist längst zur Müllhalde Europas verkommen und wird gleichzeitig als reines Rohstofflager missbraucht. Genauer ist Armut notwendiger Ausdruck der Logik des Marktes. Es gibt Verlierer und Gewinner in der täglichen Maschinerie der Profitmaximierung. So wie es in Europa Millionen Menschen in Arbeitslosigkeit gibt, weil es einerseits nicht genug Arbeit gibt, die halbwegs ordentlich bezahlt wird, so gibt es in ärmeren Regionen ohne Industriegebiete, ohne Kaufkraft, ohne Infrastruktur usw. Millionen Menschen, die als Hungernde und Verhungernde zu den Verlierern am Markt gehören. Keiner will nachhaltig in Afrika die notwendigen Milliarden investieren, da keine Garantie für horrende Renditen vorliegen. Kapital fliesst immer dorthin, wo die Profitmaximierung am förderlichsten erscheint. Hungernde, Arbeitslose gelten als die überflüssigen Humanressourcen im Kapitalismus. Sie können absterben, da ihre Arbeitskraft nicht gebraucht wird. Ohne Arbeitskraft die sich am Arbeitsplatz, am Markt realisiert, keine legitimen Bedürfnisse die via Kaufkraft befriedigt werden können bzw. sollen. Wer nicht arbeitet der soll auch nicht essen, egal ob er nun daran schuld ist oder nicht.

Es ist also so, dass auf dieser Welt Armut und Reichtum nebeneinander existieren.  Es stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen extremer Armut und extremen Reichtum gibt. Wer ist verantwortlich für diese Entwicklung? Sind die Reichen gierig und die Armen nicht leistungswillig? Warum wird die Produktion von Luxusgütern vollzogen, aber die Versorgung der Hungernden unterlassen?

Die Gegensätze in der Gesellschaft, sind Ergebnis der Zielsetzung der Ökonomie und Politik. Während täglich tausende Menschen verhungern, arbeiten andere als Sklaven des Kapitals und verkonsumieren sofort wieder ihre Einkommen. Diese Lebensweise zerstört nicht nur Menschenleben, sondern auch die Umwelt. Es ist teuer die Umwelt zu schützen und extrem profitabel sie ohne Rücksicht auf Verluste auszubeuten. Jährlich werden 130 000 km² Waldflächen gerodet. Täglich sollen mehr als 120 Arten aussterben. Arten sterben während der Verkehr lebt. 2008 wurden mehr als 3,7 Milliarden Tonnen Güter durch die Welt kutschiert. Tagtäglich fahren allein in Deutschland mehr als 44 Millionen Kraftfahrzeuge durch Betonlandschaften. Weltweit sollen 1 Milliarde Fahrzeuge unterwegs sein. Keine Sekunde ist ohne giftige Abgase. Die Industrie pumpt ihr Gift in enormen Ausmaßen auch in die Weltmeere. Es sollen sich mehrere Millionen Tonnen Kunststoffmüll und damit bis zu 18 000 Kunststoffteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche in allen Weltmeeren befinden. Frankreich schüttet darüberhinaus jedes Jahr und ganz legal 33 Millionen 100-Liter-Fässer radioaktives Abwasser ins Meer. Jedes Jahr werden 12 000 Tonnen weiterer radioaktiver Müll produziert, obwohl weltweit kein sicheres Endlager existiert. Diese systematische Zerstörung der überlebensnotwendigen Umwelt hat ihre Ursache im Streben nach Profit. Seit Jahrzehnten bekommt man das Problem nicht in den Griff, weil Umweltschutz sehr teuer ist. Statt die kapitalistische Produktionsweise zu hinterfragen, verschliessen die Menschen die Augen vor der Zerstörung, die sie mit ihr anrichten und verteidigen sie auch noch als besonders wirtschaftlich und effizient.

Ein gutes Beispiel ist neben Dserschinsk, Bajos de Haina, Kabwe usw. die chinesische Großstadt Linfen. Dort verdrecken zahlreiche Schmutzstoffe die Provinz Shanxi, u.a. mit Giften wie Arsen, Blei, Kohlenmonoxid, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen. In der kleinen Stadt La Oroya in Peru, werden tagtäglich 800 Tonnen giftiger Gase abgelassen und Abwässer ungefiltert in den Fluss geleitet. 100 000 Tonnen ausgemusterter Elektrogeräte werden jährlich allein von Deutschland nach Afrika gebracht. Nur ein Bruchteil ist überhaupt funktionstüchtig.  Öko-Aktivist Mike Anane in Ghana meint dazu: „Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“.  Im Delta des Niger verseucht das Öl seit 50 Jahren Natur und Menschen. Jedes Jahr fließen dort 180 000 Tonnen Rohöl in  die Mangrovenwälder des Delta. Nach Informationen des United Nations Environment Programme (UNEP) von 2005 schwimmen durchschnittlich bis zu 13.000 Plastikteilchen auf jedem Quadratkilometer Ozean. Der Dokumentarfilm Plastic Planet behauptet sogar, dass jeder von uns Bestandteile von Plastik im Blut hat. Chemikalien, Schwermetalle, Öl, Dünger, Nitrat, Phosphat, Pestizide, Herbizide, Fungizide, Kohlendioxid, Stickoxide, Ammoniak, Schwefeldioxid, Radioaktive Stoffe sind bloss einige der widerlichsten Ausgeburten die für unsere Zivilisation nutzbar machen. Die verschmutzung von Gewässern, Luft, Boden und so weiter ist allgegenwärtig und breitet sich mit dem sogenannten Fortschritt der Ökonomie weiter aus. Das Artensterben, die Rodung der Wälder, der Verlust unendlich wertvoller Gebiete, gehört zum Normalbetrieb des Kapitalismus und an dem wirken wir alle als Lohnabhängige mit. Wir glauben an die Richtigkeit, der Vernichtung von Resourcen im Dienste des Kapitalismus. Unsere bisherigen Zweifel haben bloss zu Green Washing, also Marketingkampagnen statt wirklichem Umschwenken geführt.

Die Liste der Formen wie Umwelt zerstört wird, liese sich endlos und ähnlich willkürlich fortführen. Die Überproduktion an Waren führt zu einer inflationären Ausbeutung der Resourcen dieses Planeten. Der Wahn nach Profit findet seine logische Konsequenz in der wahnhaften Zerstörung allen Lebens und aller Lebensgrundlagen. Der Planet ist begrenzt, nicht aber der systembedingte Zwang zum Wachstum. Der ist unendlich.

Warum machen die Menschen soetwas mit?

Bewusstlosigkeit! Die Arbeit hält die Menschen gefangen. Charakterbildung, Sozialisation im Kapitalismus, in der Schule (Noten- und Konkurrenzsystem) führen zur Identifikation mit Leistung, Wettkampf und Egoismus. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden und nicht zum Anlass genommen das System zu hinterfragen. Als Kind vertraut man seinen Eltern, Lehrern usw. hält eigene Zweifel, Bedürfnisse zurück, erachtet die Noten gleichsam wie der Vormund zur höchsten Instanz über den eigenen Wert als Mensch. Nach etlichen Jahren der Vorkämpfe im Bildungssystem geht es weiter im Berufsleben, bei der die eigene Abhängigkeit vom Leistungsvermögen und dessen Bewertung über Lebensqualität bzw. Sozialen Auf- und Abstieg entscheidet. Wird der eigene Lebensweg, bürgerliche Charakter und dessen Leistungsfähigkeit als profitabel genug bewertet, führt das zum erfolgreichen Abschluss eines Arbeitsvertrages, der solange aufrecht erhalten wird, wie die Leistung stimmt. Dem Ideal höchster Leistungsfähigkeit rennt daher fast jeder Mensch im Kapitalismus nach, weil er sich davon höchste Lebensqualität verspricht. Da dies aber jeder Marktteilnehmer global tut, gibt es aufgrund der verschiedenen Lebensbedingungen, Erfahrungen und Fähigkeiten zwingend zu Verlierern und Gewinnern. Im Kapitalismus können nicht alle Menschen gewinnen, weil Profite stets auf Kosten anderer zu machen sind. Alle Einkommen folgen aus den Profiten, die die Arbeitnehmer am Markt gegen andere Arbeitnehmer erstritten haben, weil sie profitabler gearbeitet haben. Profitabler ist man dann, wenn man mit wenig Lohnkosten teure Produkte erarbeitet und verkauft hat. Der höchste Abstand zwischen Kosten und Gewinn ist also Hauptkriterium für die Bewertung von Rentabilität. Obendrein werden nur die Bedürfnisse befriedigt, die mit Geld legtimiert werden können. Der Zweck der kapitalistischen Produktionsweise liegt in der Profitmaximierung, weshalb Hungernden trotz horrender Lebensmittelberge die Befriedigung ihrer Bedürfnisse verweigert wird. Womit wir wieder bei der Ausgangslage wären. Die Menschen verhungern weil die Welt im Kapitalismus nicht für ihre Bedürfnisse eingerichtet ist, sondern für die Bedürfnisse des Kapitals, der Profitmaximierung und des Wachstums. Das erkennt man auch an der Zerstörung der Umwelt, der Armut in aller Welt, Die sozialen Schwierigkeiten zwischen den Menschen (Familiendramen, Amoklauf etc) folgen aus der Vernachlässigung der Beziehungen zwischen den Menschen, da immer mehr Zeit und Kraft für die Maximierung der Profite aufgewendet wird. Je mehr die Menschen in dieses System investieren, desto mehr verlieren sie. Die Welt ist schlecht, der Mensch ist schlecht, der Grund liegt in diesem Umstand. Der Mensch entmachtet sich selbst. Er verhindert seine Emanzipation, die Durchsetzung seiner eigentlichen Bedürfnisse.

Die Parteien und die Konzerne wollen Profite machen und setzen alles daran möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen, denn Profite lassen sich nur über möglichst viele produktive Arbeiter erzielen. Arbeit gilt nur aufgrund dieser Realität im Kapitalismus als das höchste Gut. Erst kommt der Profit und dann kommen die Bedürfnisse der Menschen, denn ohne Profit gibt es keine Produktion oder Einkommen. Die Arbeit hält die Menschen zeitlich, körperlich und geistig gefangen. Es fehlt die Zeit und die Kraft sich die Hintergründe der Welt anzusehen oder eigenes Handeln und Denken zu hinterfragen. Das gesamte Leben wird von Generation zu Generation immer besser den Bedürfnissen des Kapitals angepasst, wodurch die Arbeitsintensität im Beruf steigt. Zivilisationskrankheiten und Entfremdung sind die Folge. Diese Bewusstlosigkeit hängt auch mit der Sozialisation im Kapitalismus zusammen, die den Charakter der Menschen auf Wettkampf, Leistung und Egoismus abrichtet. Das fängt bereits in der Schule mit dem Notensystem an. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden. Als Kind vertraut man seinen Eltern und Lehrern, identifiziert sich also mit deren Kritik und Bewertung. Diesen Prozess die Eltern und Lehrer in ihrer eigenen Kindheit durchgemacht. Durch die Identifikation mit Leistung und Wettkampf kommt es zur Akzeptanz der kapitalistischen Gesellschaft. Die Natur des Menschen wird als egoistisch betrachtet.

Emanzipation der Menschheit von der politischen Ökonomie

Die Bewusstlosigkeit jedes einzelnen Menschen muss also durchbrochen werden. Das geht nur wenn jeder einzelne Mensch sich ständig selbst hinterfragt, mit all seinen Gedanken und Handeln. Jeder muss sich selbst mit den Problemen der Welt konsequent auseinandersetzen, kritische Theorie durcharbeiten, diskutieren und sich im Kampf gegen Unmündigkeit und das Kapital basis-demokratisch organisieren. Die Menschen sollten sich endlich wieder für das verantwortlich fühlen was in der Welt geschieht und sich nicht mehr ohnmächtig zurückziehen und alles der Politik beziehungsweise den anderen überlassen. Es hängt von der eigenen Aktivität und Wahrnehmung ab, ob Menschen verhungern müssen, wofür, wielang gearbeitet wird und worin der Zweck und Inhalt sämtlichen Lebens auf diesem Planeten besteht.

Es geht um nichts weniger als die Emanzipation der Menschheit von dem heutigen ökonomischen, politischen Prinzip, das derart wertvolle Opfer verlangt, dass wir uns selbst verlieren würden, wenn wir dem weiter mit dieser eisernen Disziplin und Selbstausbeutung nachkommen. Wenn wir die Arbeitszeit für Millionen von Menschen nicht deutlich verkürzen, die sogenannten Arbeitslosen zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft machen, alle verfügbaren gesellschaftlichen Mittel einsetzen um nicht nur die Armen und Hungernden zu nähren, sondern auch eine Perspektive für Jedermann zu bieten, wird man nur noch als Zyniker oder verbissener Menschenfeind überleben können indem man auf möglichst tägliche Amokläufe und einen baldigen alles zerstörenden Atomkrieg hofft. Die Menschheit ist in der Lage sich von irrsinnigen Theorien oder Vorstellungen zu emanzipieren. Sie hat Götter geköpft. Sie hat Könige geköpft. Sie hat Folter, Ungerechtigkeiten und Privilegien für Minderheiten geköpft. Doch konnte bislang keine Revolution derart weitreichend sein, als dass ihre Ausführung das Ende der Geschichte, die Befriedigung aller Wünsche und Bedürfnisse von allen Menschen bedeutet hat. Solange dies nicht der Fall ist, dürfen wir nicht erschöpft in den Sessel sinken und aufgeben!

Was wir brauchen ist eine neue Epoche der Aufklärung in der neue radikale Formen der Demokratie realisiert werden müssen, die die Menschen tagtäglich an allen Entscheidungen beteiligt. Demonstrationen sind extrem wichtige Keimformen der jederzeit möglichen Emanzipation der Menschheit! Der Rechtsstaat mag ein Fortschritt zum Absolutismus gewesen sein, aber er verteidigt nicht die Natur noch die Lohnabhängigen vor dem Kapital und dessen Verwertungszwang. Jeder Staat kämpft gegen andere Staaten um Kapital, genauso wie ein Individuum auf dem Markt gegen andere Individuen konkurriert! Das ist nichts weiter als Krieg. Völker kämpfen gegeneinander um irgendwelche Reichtümer und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, obwohl sie es viel leichter hätten, würden sie ihre Ansprüche schlicht respektieren und die vorhandenen Quellen fair untereinander aufteilen. Der Mensch von heute sollte diesen Krieg beenden und sich nicht mehr vom Staat, den Parteien vertreten lassen oder sich durch den Arbeitsplatz ausreichend und fair am Reichtum der Welt beteiligt sehen. Er muss seine Bedürfnisse selbst erkennen, hinterfragen, diskutieren, vertreten und durchsetzen mit direkter Demokratie, mit einer Ökonomie die neben dieser direkten Demokratie auf Solidarität und menschlichen Bedürfnissen beruht! Die technischen Möglichkeiten sind längst gegeben

Das Internet bietet die Möglichkeit ständig mit der gesamten Welt in Kontakt zu stehen. Organisation und Kommunikation ist leichter als jemals zuvor. Informationen sind enorm schnell abrufbar. Die weltweite Vernetzung und die zunehmende Völkerverständigung sind ideale Bedingungen um internationale Solidarität zu praktizieren und die Macht des Kapitals zu brechen.

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Verelendung der Massen

All die Streitereien zwischen Angestellten und leitenden Angestellten sogenannten Chefs sind offenkundige Kleinigkeiten, die aber das Zünglein an der Waage sind, wenn es um die Zukunft des Angestellten oder des leitenden Angestellten oder der jeweiligen Niederlassung oder gleich der gesamten Firma geht. Zukunft insofern als das bei allen natürlichen wie juristischen Personen das ökonomische Überleben davon abhängt, ob sie weiterhin mit allen Mitteln so profitabel wirtschaften können, wie es das Dogma der Betriebswirtschaftslehre vorschreibt. Und wirtschaftliches Überleben heisst bei Menschen immer auch das Überleben selbst. In dieser Realität steckt eine Logik die eine große Entwürdigung für sämtliche Menschen bedeutet. Zu spät kommen, zu wenig Leistungsbereitschaft, zu wenig Überstunden, Unflexibilität, fehlende Stressresistenz, mangelnde Teamfähigkeit, sind die üblichen charakterlichen Attribute die also schnell in Ungnade fallen und zu Abmahnungen und Kündigungen führen können. Insbesondere unterschiedliche Auffassungen wie ein Betrieb, ein Team zu führen oder ein Problem gelöst werden soll, können zu ähnlichen Konsequenzen führen. Zuviel Denken und zuviel Eigenständigkeit ist nicht erwünscht, sofern es sich nicht in Zahlen positiv messen lässt.

Nun sind das Dinge die man unter privaten Verhältnissen durchaus in einem klärenden Gespräch lösen könnte. Man kann die gegenseitigen Vorurteile, Missverständnisse durchaus ausräumen, sofern genug Zeit, Nerven, Sachlichkeit und ein entsprechender Wunsch zur gemeinsamen Fortführung der (in dem Fall beruflichen) Beziehung besteht. Wir wären im alltäglichen Konkurrenzkampf innerhalb des Kapitalismus eigentlich sogar dazu gezwungen uns miteinander zu solidarisieren, da er uns irrationalen, allgemeinen wie individuellen Entbehrungen und Zerstörungen aussetzt, aber aufgrund der Sozilisation die während dieses permanenten Kampfes stattgefunden hat und weiter stattfindet, herrscht mal offen mal unterschwellig oder versteckt: Egoismus, Missgunst, Misstrauen, Neid, Ignoranz und Intoleranz. Es gibt im alltäglichen kapitalistischen Vewertungslauf und des permanenten Überlebenkampfes sämtlicher Menschen auf allen Märkten zum Beispiel keine oder nur eine sehr geringe Toleranz von Fehlern oder Individualität, weil ökonomische Vorstellungen von Wachstum, Leistung und Wettbewerb in der Mehrheit der Köpfe verankert sind, die im Widerspruch dazu und auch zu Solidarität, Brüderlichkeit oder Gegenseitiger Hilfe stehen. Solidarität zahlt sich im Konkurrenzkampf des atomisierten Individuums nicht sofort messbar aus, also zieht es demgegenüber Vorstellungen und Handlungen vor, die mit Sicherheit zumindest einen Lohn zur Folge haben, wie also eine disziplinierte, fleissige, flexible, stressresistente berufliche Tätigkeit am Arbeitsplatz. Es kommt aus diesem Grund zu einer ständigen Verschlimmerung der üblichen menschlichen Probleme.

Kleine Fehler die Menschen nunmal stetig machen, weil niemand alles überblicken kann, entscheiden besonders im Beruf unter gnadenlosen „Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten“ über die Lebensqualität des einzelnen Menschen insgesamt. Es gibt genug andere Marktteilnehmer die man verheizen kann, wenn der aktuelle Angestellte nicht sofort gemäß der Firmeneigenen bzw. nationalen, wirtschaftlichen Pseudophilosophie entspricht, auch wenn diese nur geringe oder nur kurzfristige Verbesserungen leisten können, schliesslich ist keiner vor den Belastungen und Entbehrungen des Berufslebens im Kapitalismus sicher. Kosten und Nutzen gelten als faire und gerechte Gesichtspunkte, obwohl das menschliche Gegen-, Zwischen- und Miteinander ausgeblendet wird beziehungsweise grundsätzlich diesem Prinzip untergeordnet und davon bestimmt wird. Es ist zwar mittlerweile modern zu sagen, wie kann ich als Chef meine Mitarbeiter motivieren, wie fördere ich die Identifikation des Mitarbeiters zu „seinem“ Unternehmen, wie kann ich Krankheitsfälle vermeiden, usw. Aber diese Menschen werden trotzdem sofort ins Nichts und den sozialen Abstieg geworfen, wenn sie nicht so funktionieren wie es aufgrund eines theoretischen Ideals verlangt ist, welches obendrein nur gilt weil sich kaum einer traut es zu hinterfragen. Es wird niemals die Frage gestellt woraus eigentlich die ständigen Konflikte im alltäglichen Wirtschaften entstehen folgen können. Warum die Millionen Arbeitslosen? Warum leisten die Besitzer eines Arbeitsplatzes Überstunden, warum riskieren sie ihre Gesundheit, entfremden sich von sich selbst, ihrer Familie, der Gesellschaft und der Umwelt, wenn Millionen Arbeitslose die gesellschaftlich notwendige Arbeit unterstützen könnten? Offenkundig möchte man sich das aufgrund der dadurch einbrechenden Profite nicht leisten, mal abgesehen davon, dass es dem Konzept unserer Ökonomie grundsätzlich widerspricht Arbeit zu minimieren, was man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss!

All das wird gemeinhin als normal und als Errungenschaft der Zivilisation abgetan, obwohl es sich hier um den ultimativen Wahnsinn handelt. Man setzt auf Kündigungen statt auf Dialog, schliesslich sind die auch wesentlich günstiger. Gespräche binden Arbeitskraft und Arbeitszeit, wer kann sowas gebrauchen, zumal es keine Sicherheiten für qualitative Verbesserungen in der Leistung des vermeintlichen Störenfriedes geben kann. Ignoranz und Intoleranz gehören dazu wenn man Profite erwirtschaften will. Man muss aggressiv sein, sich durchsetzen und ohne Rücksicht auf Verluste agieren. Was zählt ist das Wohl der Profite der juristischen Person, das Wohl einer Sache oder vielmehr eines Prinzips, welches in der gesamten Gesellschaft rauf und runter idealisiert wird. Menschen werden entlassen egal ob das für sie einen Verlust ihrer Lebensqualität bedeutet. Es ist gleichgültig ob sie sich selbst oder ihre Familien nicht mehr ernähren können, ob sie sich nichteinmal den mickrigen Jahresurlaub an der Ostsee leisten können oder ob sie für das Alter etwas zu Seite legen können. Menschen werden in Berufsverhältnisse eingestellt von denen sie nicht einmal leben können und selbst wenn sie davon bloss überleben können, so doch nicht davon leben, schliesslich bedeutet ein Arbeitsplatz heute nicht Friede, Freude, Eierkochen, sondern unter anstrengenden, krankmachenden Zuständen Malochen bis zum Schlaganfall.

Das wird in den Medien zwar durchaus genauso beklagt, wie mehr oder weniger öffentlich in den Betrieben. Aber es erfolgt kaum eine genauere Analyse über die Ursachen. Dieses kurze Aufbäumen verliert sich schnell wieder indem einfach so weiter gemacht wie bisher. Diese Ideenlosigkeit, diese unglaublich fantasielose, systemhörige Herdenmentalität ist es, die den Hunger in der Welt genauso ermöglicht, wie die Millionen Heere an Arbeitslosen und Billigjobs, die sklavenhafte Unterordnung und religiöse Bejahung des gesamten gesellschaftlichen Lebens unter einem wahnhaften Dogma der Profitmaximierung. Darüberhinaus herrscht der totale Irrglaube Arbeitsplätze würden Zukunft bedeuten. Dabei sind sie Ausdruck einer unreifen, gedanklichen Totgeburt. Wir werden immer produktiver, wir machen uns quasi als Arbeiter selbst überflüssig und reagieren damit nur mit noch größerer Produktivität von dessen Früchten wir nicht naschen können, weil die Profite an die Anteilseigner unserer Arbeitsplätze fliesst. Anschliessend wird mit großem Erstaunen der Niedriglohnsektor oder die Entwicklung der Abstaltung von Vermögen und Länder in reich und arm wahrgenommen.

Man wird als Mensch heutzutage wie eine Ware behandelt, benutzt, gebraucht und nachdem man ausgebrannt ist, wird man ausgekotzt und kann sehen wo man bleibt, scheißegal was man geleistet hat. Als Angestellter bzw. Lohnabhängiger der um seines Überleben willen sich wie eine Hure verkaufen und derart erniedrigen lassen muss, darf sich dann einen neuen Freier suchen der ihn solange missbraucht, bis ihm dessen Qualitäten nicht mehr ausreichen. Es gibt keine Solidarität, Anstand, Vernunft, Gerechtigkeit oder gar eine erstrebenswerte Zukunft in so einem Verhältnis. Millionen menschliche Beziehungen sehen so aus, was nicht nur Rastlosigkeit aufgrund der Intensität und ständigen Flexibilisierung und Rationalisierung der Arbeit bedeutet, sondern auch Stress, Anfälligkeit für Krankheiten, mangelnde Lebensqualität weil man seine Lebenszeit hauptsächlich mit derart widerlichen Situationen verschwenden muss. Davon sind bloss einige glückliche Millionäre insoweit ausgeschlossen, alsdass sie sich eben nicht auf dem Arbeitsmarktstrich verkaufen müssen. Genauer muss man aber sagen das wirklich jeder Mensch auf der Welt im Kapitalismus eingebunden ist. Meine Kritik ist also an nahezu alle Menschen gerichtet, auch jene die in ihre Freier verliebt sind oder dem Arbeitswahn für den einzig wahren Lebensinhalt erachten.

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Nicht nur gegen S21, Kernenergie sondern gegen das System

Der Mensch ist unglücklich weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. In unserer heutigen zivilisierten Welt, besteht das Unglück des Menschen in seiner Unkenntnis, in welchen Zuständen und Strukturen er sich befindet. Millionen Arbeitnehmer schuften allein in Deutschland an ihren Arbeitsplätzen, für ihr eigenes Glück, so glauben sie es zumindest. Aber sie dienen nur zuletzt sich selbst. Zu allererst dienen sie dem Unternehmen und dessen Profitstreben. Sie dienen dem Staat, in dem sie seine Autorität und Obrigkeit, mit Steuern und Einhaltung der Regeln stützen und schätzen. Der Großteil eines Menschenlebens wird damit verbracht, einer Ordnung zu dienen, eine Struktur auszubauen, die nicht den Bedürfnissen der Mehrheit innerhalb der Weltbevölkerung entspricht. Milliarden Menschen arbeiten, ein paar Millionen Menschen profitieren davon. Während der Arbeiter sich weiterhin mit seinem mickrigen Lohn abgibt, brav Überstunden schiebt, seinen Körper und Geist permanent im Dienste des Kapitals verausgabt, zählen die Eigentümer von Arbeitsplätzen eifrig Unsummen von Profiten. Die Arbeiter sind gesetzlich dazu verpflichtet so zu funktionieren, genauso sind die Eigentümer verpflichtet sie nicht zu sehr auszuquetschen. Aber das läuft nicht immer ganz sauber. Es gibt Discounter wie Netto oder FastFood Ketten wie Subway, die dann öffentlich angeklagt werden, für ihre „unmenschliche“ Handhabung der Ausbeutung von Arbeitskraft. Das dahinterstehende Prinzip selbst wird nie beklagt oder gar hinterfragt. Es gilt immer die Vorstellung, es ginge nicht anders und damit basta.

Wüssten also die Arbeitnehmer, die Lohnabhängigen weltweit, inwieweit sie tagtäglich von Staaten und Konzernen ausgebeutet werden und gegeneinander am Markt aufeinander losgelassen werden, würden sie vielleicht auch etwas daran ändern wollen. Und sie würden sich nicht damit zufrieden geben, dass bisherige Versuche es anders zu machen, brutal scheiterten, schliesslich war auch die französische Revolution der Aufklärung eine blutige, schliesslich ist die sogenannte soziale Marktwirtschaft, der Kapitalismus eine gesellschaftliche Grundordnung die tagtäglich tausende Menschen systematisch ermordet, indem sie sie verhungern lässt und indem sie sie anhand von heilbaren Krankheiten verenden lässt. Das heutige System wurde und wird mit Bomben, Waffen, Schlagstöcken und Pfefferspray verteidigt. Vietnam, Kuba, Venezuela, Irak, Afghanistan, die Liste der militärischen Auseinandersetzungen, im geheimen wie im offiziellen, ist lang, nur noch übertroffen durch die Liste der unschuldigen Opfer dieser Kriege und militärischen Konflikte für die freie Welt der Ausbeutung. Diese Ordnung ist keine Ordnung, sie ist entfesseltes Chaos. Sie mordet, sie unterlässt Hilfeleistung, sie erstickt Leben, Vision und Hoffnung. Überall gibt es Millionen Arbeitslose, deren Leben sich nicht entfalten kann. Es gibt hunderte Millionen die in Armut leben und ihr Leben nicht entfalten können. Es gibt Milliarden Menschen die ihr Dasein in Fabriken, Büros und auf Plantagen verbringen. All das ist nicht nötig. Keiner muss hungern, keiner muss leiden, keiner muss ausgebeutet werden oder für irgendeine Wirtschaftsordnung oder Ideologie oder Führerfigur sterben.

Würde man die Staaten, Militärs, Geheimdienste, den Kapitalismus, das Konkurrenzprinzip abschaffen, wären mit einem Schlag Unsummen von Arbeitskraft frei. Man könnte sich um die Hungernden kümmern, man könnte zerbombte Städte und Länder in Afrika und anderen Entwicklungsländern aufbauen. Die Hilfe wäre nicht mehr nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie die Spendenindustrie heutzutage. Wir würden Afrika nicht einen Tropfen Wasser geben und einen Bissen Brot, und gleichzeitig ihr Land mit unserer Industrie vergiften und zerstören. Wenn also erstmal die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Menschen auf dem Planeten wichtiger sind als das Kapital oder die staatliche Gewalt, die sogenannten Vertreter des Volkes. Dann kann sich auch unverzüglich und real um die Probleme dieser Welt gekümmert werden, ohne dass das Ergebnis ständig vernichtet wird. In Indonesien, Brasilien, China und Russland werden tausende Fußballfelder täglich abgeholzt, weil es profitabel ist. Es ist profitabel obwohl es unschätzbare Werte zerstört, nämlich die Artenvielfalt, uralte Stämme die in diesen Wäldern lebten und so weiter. Wer glaubt denn ernsthaft, das die NGOs die Staaten und Konzerne zur Vernunft bringen können? Dollar zählen mehr als vernünftige Appelle. Deshalb muss mit dem Prinzip Profitmaximierung und der staatlichen Autorität gebrochen werden, weil sonst niemals diese Erde und diese Menschheit zu retten ist.

Wenn sich die Menschen also sofort organisieren würden, wie in Spanien, Griechenland, Irland, Nordafrika und wie in vielen anderen Ländern in der Geschichte. Könnten sie, während sie streiken und protestieren, darüber verhandeln wie eine andere Gesellschaft zu machen ist. Wie eine Welt aussehen müsste, in der die Bedürfnisse der gesamten Menschheit anerkannt und befriedigt werden können. Es ist möglich ohne Kernkraft zu leben, es ist möglich alle Hungernden zu ernähren, alle heilbaren Krankheiten zu heilen, allen Menschen Wissen zu schenken, ihnen ein selbstbestimmtes Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Betrug zu ermöglichen. Dazu braucht es Strukturen mit möglichst flachen Hierarchien, mit viel Transparenz und basis-demokratische Mechanismen. Jeder Mensch sollte in seiner Kommune bestimmen dürfen, wofür gearbeitet wird, warum bestimmte Projekte initiiert werden sollten und so weiter. Das gegenwärtige System verprügelt alle Menschen die über Projekte mitbestimmen wollen. Man sieht das die heutigen Strukturen weder transparent, noch demokratisch genug sind. Sie sind von der Wirtschaft bestimmt, es geht z.B. bei Stuttgart 21 nur darum, den Wirtschaftsstandort Deutschland und Stuttgart für die Zukunft global attraktiv für Investoren zu machen. Wem die Umwelt und das alte Umfeld lieb ist, der hat eben Pech gehabt. So kann es nicht weitergehen. Es kann auch nicht sein, das trotz der Katastrophe in Fukushima, unsere Atomkraftwerke jahrelang weiterlaufen. Sie müssen sofort gestoppt werden, weil sie sonst noch mehr radioaktiven Müll produzieren.

Es muss zu einem Umsturz der Verhältnisse kommen. Die Rohstoffe, die für diese verschwenderische Ordnung überlebensnotwendig sind, gehen mehr und mehr zuneige. Es wird zu weiteren schweren militärischen Auseinandersetzungen kommen, wenn wir uns als Bevölkerung nicht organisieren und darüber reflektieren was real und täglich dagegen zu unternehmen ist. Es wird bald nicht mehr nur um Öl oder Metalle gekämpft, auch Wasser wird bald ein Kriegsgrund sein. Wenn wir die heutige parlamentarische Demokratie nicht in eine höher entwickelte Demokratie, freiere, transparentere und selbstbestimmtere Demokratie verändern können, wird das für viele Menschen, Tiere und Quadratkilometer Umwelt das sichere Ende mit den besagten Methoden und Umständen bedeuten. Die bekannten politischen Parteien im Parlamentarismus sind überfordert oder korrupt, sie können die Gefahren und Konflikte der Welt nicht umfassend erkennen und bewältigen. Auch die NGOs sind zu wenig gegen das Prinzip Profitmaximierung und Konkurrenzkampf. Es gilt Aufklärung zu betreiben, es muss gnadenlos der Zustand der Welt benannt und angeklagt werden. Es muss eine Offensive aller Menschen geben, die sich der katastrophalen Zustände bewusst sind. Sie müssen aktiv werden um mehr Menschen auf die Probleme aufmerksam zu machen. Es braucht mehr Menschen die sich ihrer unglücklichen Situation bewusst werden, damit sie selbst bestimmt ein Leben jenseits von Ausbeutung, Unterdrückung und Chaos führen können. Mit dem Kapital und dem Staat ist das nicht zu machen. Leere Versprechen sollten nicht länger ausreichen, um ein gedemütigtes und geschundenes Dasein zu fristen.

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Willkommen im Kapitalismus: Wie ein Discounter seine Mitarbeiter ausbeutet

Der besagte Discounter ist nur die Spitze des Eisberges, die anderen Konkurrenten am Markt agieren nicht anders, genauso wie generell sämtliche Konzerne nach demselben Prinzip agieren und funktionieren. Es geht grundsätzlich nur um den Profit, danach wird sich vielleicht auch um alles andere wie Menschenrechte, Umwelt, Nachhaltigkeit und Sinn der Produktion gekümmert. Da der Druck am Markt aber immer heftiger wird, je näher man der Grenze, der möglichen Ausbeutung von Arbeitskraft und der möglichen Senkung von Kosten, angelangt ist, wachsen auch die Risiken und die Zerstörungen in jeder Hinsicht. Als Konzern geht man noch rigoroser gegen Mitarbeiter vor, die nicht alles geben, man fordert generell mehr von allen Mitarbeitern und gleichzeitig erwartet man das Lohnsenkungen ins Bodenlose akzeptiert werden. Bei Lidl wurden die Mitarbeiter jahrelang ausspioniert, Betriebsräte wurden verfolgt und rausgeworfen, Netto agiert hier kaum anders, will laut Frontal 21 sogar wissen was bei Ver.di so besprochen wird. Die Mitarbeiter arbeiten selbst bei Krankheit, bürden sich unheimliche Lasten auf, weil sie es als Mensch nie anders gelernt haben. Wer zuetwas kommen will, der muss auch ranklotzen, der muss auch zeigen das er will und kann, der muss das Jammern sein lassen und entsprechend wie gefordert funktionieren. Das ist aber grundsätzlich falsch! Die Mitarbeiter sollten nicht funktionieren, sie sollten streiken und protestieren. Dazu fehlt ihnen aber leider das entsprechende Bewusstsein, schliesslich haben sie ihr ganzes Leben nur gearbeitet und selbst in der Schule haben sie nur systemkonformes Zeug gehört und auswendig gelernt. Also wird alles nur noch schlimmer, auch weil die Manager es nicht anders kennen, die im Beitrag als die bösen Buben dargestellt werden. Diese versuchen doch bloss den eigenen Konzern an die Spitze zu bringen. Gesetze stören bei der Profitmaximierung natürlich nur, daher schreit dieser Frontal 21 Beitrag genauso wie die Mitarbeiter nach dem Staat: Er soll doch bitte diesen Konzern zähmen und zwingen die Regeln einzuhalten. Aber das löst nicht die Quelle der Probleme. Die Ahnungslosigkeit über die eigene Befindlichkeit, die eigene Rolle im globalen System könnte nicht größer sein.

Von systematischer Ausnutzung durch ihren Arbeitgeber berichten Mitarbeiter und Führungskräfte bei Netto Marken-Discount. Nach ihren Worten herrscht dort ein brutales Klima der Angst und Unterdrückung. Netto Marken-Discount – nicht zu verwechseln mit der dänisch-deutschen Firma NETTO – ist ein Tochterunternehmen der Edeka-Gruppe, der Marktführerin im deutschen Lebensmittelhandel. Die Expansion werde auf dem Rücken der Beschäftigten betrieben, so der Vorwurf der Gewerkschaft Verdi. (Text & Quelle: ZDF)

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