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Deathdrive

Wenn ich persönlich bilanzieren müsste, inwieweit mein Leben bislang lebenswert gewesen ist, dann kann ich von einem totalen Versagen sprechen. Die Zeit in der irgendwelche Illusionen möglich waren sind längst Vergangenheit. Es gibt nur noch verblichene Erinnerungen daran. Nun wo auf die letzten Schimmer der Jugend geblickt wird und Jahre in Jahrzehnte gefasst werden können, ist die Zukunft aus meiner individuellen Biografie heraus gesehen völlig uninteressant geworden. Es war niemals erträglich, das habe ich in den letzten 9 Jahren hier dokumentiert. Man kann also nicht sagen, ich hätte es trotz aller Bitterkeit nicht versucht. Aber das Leben bleibt strikt sinnlos, egal wie sehr man nun argumentiert, kämpft, arbeitet und hadert. Das Weiterleben ist eine reine Gewohnheit geworden und setzt sich nur fort, weil man zu faul ist dem eine Ende zu bereiten. Die Schule, die Lohnarbeit, die ganze Pubertät und Jugend eine einzige Enttäuschung. Ein Desaster mit zuvielen schrecklichen Einzelheiten. Nie wird es Raum oder Zeit geben diese erbärmlichen Umstände zu diskutieren und auszuräumen. Und sowieso: Niemand sollte mit diesem Schrott belästigt werden. Es ist alles gänzlich unmöglich geworden, wahrscheinlich war es überhaupt nie möglich sich in Ordnung zu bringen. Das nun die totale Einsamkeit sich mit dem Alter verstärkt ist keine Überraschung. Jahrelang wurde nicht zugehört. Selten war es Bosheit, die Menschen sind nunmal beschäftigt. Sie sind auch Elend. Ich mache ihnen keine Vorwürfe. Aber dann soll es die Freiheit geben von dem Abstand zu nehmen, was sich sonst Leben nennt. Die Leere der Welt ist mir schon viele Jahre unter die Haut gekrochen und hat alles an mir hohl gemacht. Das Sträuben war nur etwas Todeskampf, ein Augenblick der vor der Ewigkeit nicht auffällt. Ich kann nicht einmal mehr darüber trauern, was ich gewesen war oder was ich hätte sein können. Es ist einfach nur klar, dass dieses Leben vorbei ist. Es gibt nur noch diese allgemeine Ratlosigkeit als würde ich darauf warten, dass der Vorhang fällt, aber er fällt nicht, obwohl der Plot auserzählt ist. Die Lust auf das Ende kann in so einer Lage nur steigern. Es erscheint vernünftig. Die Zeit hat keine Wunden geheilt, sie hat sie vertieft. Die Zeit hat keinen Rat gebracht, sie hat eher jegliche Grundlagen dafür entzogen. Dass da niemand ist, der einen wird halten können. Dass da niemand ist, der einem das Leben erleichtert. Schien mir schon als Kind bekannt. Ich kenne frühe Einträge aus den 1990ern, wo ich lediglich weitermachen wollte, weil die Zukunft doch irgendetwas für mich bereithalten muss. Es kann doch nicht alles umsonst gewesen sein. Und doch aber ist es so. Prüfen und eine Überprüfung der Prüfung führen immer zum selben Ergebnis. Es gibt nichts. Ich bin nichts. Ich werde nichts sein. Ich kann nichts.  Die Sinnlosigkeit ist manifest, sie ist so stramm und plastisch, so deutlich wie sonst gar nichts in der Welt. Das ist es was  überhaupt noch existiert, wenn sonst nichts ist. Diese Atomisierung, Isolierung, Vereinzelung, Beliebigkeit, das permanente aneinander vorbeisprechen, die Angst vor Zurückweisung, die idiotischen Erwartungshaltungen, das Lügen, Betrügen, Kalkulieren, es wird niemals aufhören. Es wird sich vertiefen, wenn nichts geschieht. Und bislang ist nichts geschehen. Es gibt keine Zerstreuungsmöglichkeiten mehr die ich wahrnehmen möchte, zugleich gibt es keine ernsthaften Perspektiven in dieser leeren Totalität, die Leben genannt wird. Die Distanzierung von allem kann nicht genug vollzogen werden, schliesslich hängt die Identität im Falschen. Man trägt das Elend immer mit sich selbst herum. Eine Lebenfreude zu entwickeln, wo Menschen sinnlos sterben, sinnlos ihre Zeit erwürgen, erscheint widersinnig. Nichts ist mehr logisch. Und Logik selbst findet nur noch in Kreuzworträtseln statt. Doch wenn das Ende selbst festgelegt wird, dann ist auch jede Kommunikation zu Ende. Es gibt dann ganz bestimmt keine Lösung mehr. Also muss weitergelebt werden nicht nur aus Feigheit, Faulheit, sondern auch, weil dem Unbekannten wieder eine Chance gegeben werden muss? Ich wäre wieder an der Stelle in meiner Kindheit. Das Leben zirkuliert offenbar nur etwas herum, um dann wieder an den Ausgangspunkt zu gelangen. Alles was zwischendrin zählte, waren die Erfahrungen, die man machen konnte. Aber da war eben nichts. Wie kann man sich daran bloss erfreuen? Wenn nichts geblieben ist, wenn sogar mit weniger verblieben wird als man von Geburt an hatte, was soll man dann noch? Es ist alles ausgezogen. Ich bin ein Fremder und mit allem fremd. Ein paar Floskeln und Gesten werden nicht Jahrzehnte voller Verlust bereinigen. Es ist versaut, vermasselt und verkommen. Katastrophales Scheitern trotz aller Mühen und Sorgen. Da würde nur ein Idiot drüber hinweg lächeln. Ich sehe nun woher die eingefallenen Gesichter kommen, worauf der Alkoholismus eine saftige Wiese findet, um sich auszubreiten. Die Gebrochenen die man überall sieht zu denen gehöre ich auch. Die Maschine hat mich zertrümmert und hat nicht einmal Notiz von mir genommen. Es macht nicht wütend, wenn gelernt wurde das diese Wut nicht gesehen und verstanden wird. Alles ist zu grob geworden. Und was einem bleibt ist nur der Jammer und die Selbstbezüglichkeit. Früher wäre ich noch vorsichtig gewesen soetwas zu veröffentlichen. Aber es ist längst Gewissheit, dass es keinen Unterschied mehr macht, was man denkt oder ausspricht. Es bleibt und verbleibt alles ungehört und stumm, ohne Konsequenzen und apathisch ewig tränenreicher Abgrund.

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Wer braucht das Oktoberfest?

Die Wiesn ist ein Megaevent in Bayern und das bereits seit vielen Jahrzehnten. Die Besucherzahlen der letzten Jahre belaufen sich regelmäßig im Millionenbereich. Dementsprechend profitieren finanziell einige zehntausend Menschen von den überteuerten Preisen in den Zelten und Fahrgeschäften, im Personenverkehr, in Hotels, bei Stadtrundfahrten usw.  Die Beachtung dieses traditionellen Sauffestes ist weltweit gigantisch. Nun stellt sich schon die Frage warum diese Wiesn derart groß geworden ist und wieso es derart viele Menschen gerade in der örtlichen Umgebung dort hin zieht. Die grosse Menschenmasse, die ein gemütliches Schlendern erschweren, die bereits angesprochenen saftigen Preise, können ja wohl kaum die Attraktivität der Wiesn ausmachen. Viele Menschen werfen sich extra für diese Veranstaltung in hunderte Euro teure Trachten um darin ordentlich einen über den Durst zu saufen. Warum?

Das regelmäßige kollektive Besaufen steht für ein grundsätzliches Symptom von Entfremdung in der kapitalistischen Gesellschaft. Es ist ja nicht nur die Wiesn, die dazu einlädt zu feiern. Fußballspiele, Weihnachten, Ostern, Silvester, Vatertag, Geburtstage, die Heirat von selbsternannten Mächtigen und tausende Clubs, Bars, Pubs, bieten quasi permanent landauf landab die Möglichkeit sich mit dem Nervengift Alkohol und diversen anderen legalen wie illegalen Substanzen abzuschießen. Und diese Möglichkeit wird gerne wahrgenommen. Die Alkoholleichen gehören zum ganz gewöhnlichen Bild auf der Wiesn und überall in Europa und in der Welt. Offensichtlich scheinen nicht nur ein paar Millionen auf der Wiesn etwas miteinander zu teilen. Offenbar teilt die gesamte Weltbevölkerung den Hang sich auszutoben, sich gehen zu lassen, sich von etwas zurückzuziehen und das gemeinsam mit Freunden und Fremden zu praktizieren. Viele Menschen sterben aufgrund des übermäßigen Konsums dieser Drogen. Aber es soll hier nicht der Zeigefinger erhoben werden, es geht darum die Hintergründe des Partyhungers der Bevölkerung näher zu beleuchten.

Manipulation und Konditionierung in der Schule und im Beruf, im Sinne der inneren Logik des Systems

Die Art wie wir leben hängt eindeutig mit der Art zusammen wie wir arbeiten. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir auf der Arbeit. Zuvor haben wir einen Großteil unseres Lebens damit verbracht, in der Schule die besten Noten zu erhalten. Der Leistungsdruck und die Prinzipien des Wettbewerbes konnten wir so verinnerlichen. Ein Großteil der Menschheit identifiziert sich also mit dem Konkurrenzkampf in der Welt. Die Schwierigkeiten die daraus hervorgehen sind im Grunde genommen offensichtlich, wenn man einfach mal hinsieht. So sieht man bereits in der Schule und sicherlich auch aus eigener Erfahrung von damals, was schlechte Noten mit einem Menschen anrichten können. Fehlendes Selbstbewusstsein als Folge des Liebesentzuges durch die Eltern, weil die das Kind nur dann hochjubeln und offen als wertvoll erkennen, wenn es zum oberen Notenfeld der Klasse gehört. Natürlich mag es auch tolerante Eltern geben, die ihr Kind nicht maßregeln, ausschimpfen wenn es den Vorgaben in der Schule nicht entspricht. Aber wir wissen wie es in der Regel läuft. Es geht schliesslich „um dein Leben“, „Du lernst für dich, nicht für mich“, „Wenn Du dich nicht anstrengst, wirst Du dein ganzes Leben unglücklich sein“. Jeder hat da seine Individuellen Erfahrungen gemacht, wie mit schlechten Leistungen im elterlichen Haus umgegangen wurde. Die Folgen sind ähnlich individuell.

Manche Menschen kriegen am Ende noch die Kurve, schreiben einen Abschluss der sich halbwegs sehen lassen kann. Andere hingegen werden im Laufe der Zeit zu regelrechten Musterschülern. Der ganze Rest hat verloren. Die Schule ist eine Institution, die die Schüler unter Druck setzt. Der Lehrstoff wird innerhalb kürzester Zeit durchgezogen. Der Lehrplan orientiert sich nicht an der Individualität der Kinder, sondern an den Vorgaben des Staates, der die Anforderungen des Marktes im Blick hat. Die Schule trennt die Menschen also von einander, indem sie via Schulnoten sortiert wer einmal eine wertvolle Arbeitskraft sein wird und wer weniger wertvoll, also leicht austauschbar sein wird. Die große Masse wird später eine Ausbildung in den verschiedenen Betrieben machen und die ganze Brutalität der Lohnarbeit als Selbstverständlichkeit annehmen. Einige machen eine akademische Ausbildung und weisen schliesslich jene an, die eine berufliche bzw. minderwertigere Ausbildung gemacht haben. Der Rest bleibt in Arbeitslosigkeit oder hangelt sich im Niedriglohnsektor von einem miesen Job zum nächsten. Nachdem man also als Kind gelernt hat seine Spontanität und Individualität zurückzustellen, um später einen Job zu erhalten, von dem sie mehr oder weniger gut leben können, steigert sich mit der Zeit der Druck, den man aus der Schule kennt. Ganz still und leise wird man als Auszubildender mit immer mehr und schwierigeren Aufgaben betraut. Man lernt Verantwortung für das Unternehmen zu tragen, wie es so schön heisst.

Nach Übernahme in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis steht man also Tag für Tag seinen Mann oder seine Frau am Arbeitsplatz. Die immer selben Probleme treten auf. Kunden beschweren sich, Abläufe funktionieren nicht, müssen optimiert werden, der Chef will Rationalisierungen durchsetzen, Überstunden fallen an und auch das Privatleben gerät immer mehr unter Druck, weil die Eltern ihre Unterstützung Stück für Stück zurückziehen, nachdem sie ihr eigenes Kind fast 2 Jahrzehnte unterstützt haben. Man wird also als ganz gewöhnlicher Lohnabhängiger mit der Routine konfrontiert, die der Kapitalismus schon seit Jahrzehnten praktiziert. Millionen von Menschen kämpfen in den Büros, Baustellen, Lagerhallen dieser Welt um ihren Platz in der Gesellschaft. Es geht ständig darum die eigene Position im Unternehmen und damit auch am Markt zu sichern und erfolgreich auszubauen. Das bedeutet man muss sich als Angestellter gegenüber anderen Angestellten durchsetzen. Damit sind nicht nur die Kollegen in der eigenen Firma gemeint, sondern auch die Kollegen in anderen Firmen. Wenn der Chef Rationalisierungen durchsetzen will, dann um die Konkurrenz für einige Wochen abzuhängen oder zumindest zu ihr aufzuschließen. Überstunden sind wie ein Schlag ins Gesicht für die Konkurrenz, denn die muss da mindestens gleichsetzen, um ihre Anteile am Markt nicht zu verlieren. Natürlich gibt es effizientere Konzerne, bei denen das nicht zutrifft, die also ihre Angestellten nicht zu Überstunden zwingen müssen, damit sie als Konzern am Markt profitabel sind. Aber es geht hier lediglich um eine vereinfachte pointierte Darstellung der ökonomischen Normalitäten.

Wenn man also Überstunden schiebt, dann müssen andere Menschen nachziehen. Wenn ihr Unternehmen die geleistete Arbeit dann nicht in Profit umsetzen kann, war die Mehrarbeit für den Arsch und man gehört für diesen Tag oder u.U. für dieses Quartal zu den Verlierern. Generell wird erst nachdem produziert worden ist, am Markt, beim Verkaufen und Kaufen von Waren festgestellt, inwieweit die eigene Arbeitskraft etwas wert ist. Nicht selten kommt es zu Überraschungen. So können ineffiziente Ausbeuter der Lohnarbeit leicht pleite gehen. Andersherum können Lohnabhängige die keine Überstunden leisten wollen, die sich nicht genug für das Unternehmen einsetzen, die nicht flexibel genug sind, aus dem Unternehmen geworfen werden und durch ein willigeres Humankapital ausgetauscht werden. Wir haben Millionen Arbeitslose, daher ist das überhaupt kein Problem und jeder kennt diese Angst jederzeit rauszufliegen, nicht gut genug zu sein. Man findet diese Ängste bereits in der Schule. Als Kind glaubt man zu wenig wert zu sein und das setzt sich schliesslich im Job fort. Man wünscht sich Anerkennung und die erhält man nur durch Leistung, bzw. Leistung die gesellschaftlich anerkannt wird. Und diese anerkannte Leistung kann man vorwiegend nur am Arbeitsplatz erwirtschaften. Arbeitslose sind nichts wert in dieser kapitalistischen Gesellschaft, sie kosten der Gesellschaft sogar etwas und dementsprechend minderwertig fühlen sich Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind. Das ist alles Teil einer sektenartigen Gesellschaft. So gut wie alle Menschen glauben an die Arbeit, an die Firma, an den Staat, der all diese Zustände gesetzlich legitimiert und jeden einzelnen von uns in den Schulen indoktriniert hat, genau so zu denken, zu fühlen und zu handeln.

Was hat das mit der Wiesn zutun?

Wenn man also aus dem Großteil seines Lebens die Erfahrung gemacht hat, dass man nur dann etwas wert ist wenn man Leistung am Arbeitsplatz bringt und das die Anerkennung oftmals viel zu gering ausfällt, beziehungsweise oft nur ihren Ausdruck in der monatlichen Überweisung findet. Dann fühlt man sich schlecht. Dann fühlt man sich minderwertig. Dann glaubt man immer zu wenig zu liefern, zu wenig zu sein. Daraus bilden sich bei tausenden Menschen psychische Störungen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Millionen von Menschen unter Depressionen und Burnout leiden. Sie fühlen sich chronisch minderwertig und haben chronisch zuviel gearbeitet. Ich unterstelle das sie aufgrund dieser Minderwertigkeitsgefühle und dem Konkurrenzkampfwahn an den nationalen und internationalen Märkten so empfinden und gehandelt haben. Sie sind aufgrund des Kapitalismus und diesem Staat und nahezu allen anderen Staaten weltweit dazu getrieben worden, sich und andere Menschen zu zerstören. Nachdem sie zehntausende Stunden im Job den Anforderungen und Vorgaben entsprochen haben und sie oft übererfüllt haben, fühlen sie sich immer noch nicht glücklich. Auch finden die Anforderungen und Vorgaben vom Markt in Form des Arbeitgebers kein Ende. Wer will, der kann 200 Jahre arbeiten und wird selbst danach immer noch jede Menge aufgebürdet bekommen. Denn das Kapital hat immer eine Aufgabe für seine überlebenswichtige, wertschöpfende Kreatur, namens Lohnabhängiger.

Man stellt sich also zurück wenn man im Job tätig ist. Nur ganz wenige Menschen gehen in ihrem Beruf auf, lieben den Stress, die Routine, die Beschimpfungen der Kunden, die Schwierigkeiten in den Abläufen und die stetig steigenden Anforderungen und Vorgaben am Arbeitsplatz. Viele nehmen diese ganzen Zustände als Normalität hin. Sobald psychische oder physische Schwierigkeiten aufkommen, sehen sie das Problem bei sich selbst und nicht der Art und Weise wie Arbeit in dieser Gesellschaft organisiert wird. Um diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen oder ihnen vorzubeugen, wird in der sogenannten Freizeit der Ausgleich gesucht. In der Freizeit wollen die Menschen so sein wie sie wirklich sind. Nur hier dürfen sie auch so sein wie sie sein wollen. Sie müssen hier nicht profitabel tätig sein, auch wenn viele Freizeitaktivitäten mittlerweile exakt diesen Charakter angenommen haben. Sport ist da ein sehr gutes Beispiel. Der Konkurrenzcharakter ist dort extrem im Vordergrund. Jeder will der Beste sein und sich profilieren, Anerkennung ergattern. Anerkennung die man im Beruf oder in der Schule nur ungenügend gefunden hat. Und genau diese Mentalität, die dem Konkurrenzdenken in der Firma bzw. am Arbeitsplatz entspringt, findet sich selbst im Konsum wider. Wer kann sich welche Produkte leisten? Wer kann am meisten Alkohol trinken?

Die Wiesn ist also einerseits eine Möglichkeit sich zu profilieren. Man kann sich die teure Maß leisten und man kann auch etliche davon trinken, ohne gleich kotzen zu müssen. Das soll das andere Geschlecht bzw. generell alle Menschen beeindrucken. Dabei ist es nur Ausdruck von Entfremdung. Entfremdung ist ein Begriff den Karl Marx und Erich Fromm gebraucht haben. Es geht mir in diesem Zusammenhang darum zu zeigen, warum die Wiesn für viele Menschen so wichtig ist. Denn andererseits erhält man nämlich als entfremdeter Lohnabhängiger bei solchen Events, wie der Wiesn, die Möglichkeit sich den Verwertungslogiken, die mittlerweile in fast allen Lebensbereichen wirken, für wenige Stunden zu entziehen. Es gibt nämlich neben der Möglichkeit sich beim Saufen zu profilieren, auch die Möglichkeit sich abzuschießen und damit nicht mehr so zu funktionieren, wie es die Gesellschaft seit der Kindheit an von den Individuen traditionell verlangt. Ich habe also Verständnis für die Alkoholleichen, für die Suchtprobleme in dieser Gesellschaft. Sie sind ein klares Symptom und Indiz für eine Gesellschaft voller Individuen die „im Falschen“ (Adorno) lebt. Dennoch lösen die Individuen ihre Schwierigkeiten nicht, wenn sie jede Möglichkeit wahrnehmen, sich abzuschießen oder sich beim Konsum von Waren zu profilieren.

Die Atomisierung der Individuen findet durch den vom Staat und dem Kapital organisierten Konkurrenzkampf an den Arbeitsplätzen, in den diversen Konzernen und Branchen weltweit statt. Nahezu alle Menschen konkurrieren gegeneinander um einen Bruchteil der Profite, um damit ihre grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig, weil nur so die Profitmaximierung stattfinden kann. Nur gewerkschaftliche Organisierung, Generalstreiks, die darauffolgende Steigerung der Kenntnisse bezüglich der ökonomischen Widersprüche, Zerstörungen und der damit einhergehenden Ausbeutung, Entfremdung und Unterdrückung, die Abschaffung des Kapitalismus und des Staates, kann diese Zustände, die den eigentlichen Bedürfnissen der arbeitenden Masse entgegenstehen, nachhaltig abschaffen. Die tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen sind mit dem Kauf von Waren nicht vollständig zu befriedigen. Zwar erhalten die Massen eine gewisse Sättigung, denn die Qualität der Produkte im Einzelhandel oder der Unterhaltungsindustrie konnten in den letzten Jahrzehnten, auch durch die Steigerung der Produktivität, ständig verbessert werden. Doch fühlen sich viele Menschen einsam, wie eine Maus im Laufrad, also ständigem Druck, Zwängen und Vereinnahmungen ausgesetzt. Zivilisationskrankheiten machen seit Jahrzehnten die Runde. Millionen sind nachwievor von den Reichtümern der Gesellschaft ausgeschlossen. Darunter auch die Menschen in Afrika, ganz akut in Somalia, die zu tausenden tagtäglich ihr Leben lassen müssen, nur weil sie für die grundlegendsten Bedürfnisse, die hierfür nötigen finanziellen Mittel nicht aufbringen können.

Die Revolutionen und Revolten in Nordafrika sollten uns in Deutschland, Europa und generell in den gesamten Industrienationen dazu aufrütteln, eine Weiterentwicklung der politischen und wirtschaftlichen Organisierung voranzutreiben. Denn der Parlamentarismus, die Vertreterschaft in der Politik, die Ausbeutung der Ware Arbeitskraft bzw. Ware Mensch, ist nicht im Interesse unserer eigentlichen Bedürfnisse und Individualität. Wir treten tagtäglich mit dem Antritt in Schule und Beruf, unsere eigene Identität mit Füßen, wir blockieren die Entfaltung unserer Persönlichkeit, wie die Persönlichkeit aller Individuen weltweit. Was uns seelischen Qualen aussetzt und letztlich an den Bodengrund einer Alkoholflasche führt. Wir sollten saufen wenn wir wirklich etwas zu feiern haben. Wenn tausende tagtäglich verhungern, Millionen Arbeitslos sind, Milliarden in Lohnarbeit versklavt sind und nur eine Minderheit von all diesen Zuständen parasitär profitiert, dann haben wir nicht zu saufen und zu feiern, sondern dagegen zu kämpfen! Wir müssen uns solidarisieren, organisieren und darüber reflektieren wie wir als Gemeinschaft leben wollen!

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Der wachsende Verkehrstumor

Wie lange leben wir schon zwischen, mit den und in den Maschinen, die unaufhörlich Abgase in die Atemwege aller Lebewesen pusten? 40 Millionen Kraftfahrzeuge alleine in Deutschland. Man könnte ganz Deutschland in diese Fahrzeuge setzen und es wären noch Plätze frei für Waren aus Baumarkt- und Lebensmitteldiscountern, Fastfoodrestaurants, die der Landschaft besonders in den Städten und Vororten jegliche Individualität und Geschichte verdrängen. Abgepackte, normierte, massenhaft produzierte und via Massenmedien vermarktete Ware, die den Verbraucher verführen soll zu kaufen und immer mehr zu kaufen. Oft kaufen wir Dinge die wir nicht brauchen. Die Hälfte aller Lebensmittel werden weggeworfen. Viele funktionierende Elektrogeräte erfahren ein ähnliches Schicksal. Verschwendung, Zerstörung, Ignoranz, Arroganz, Desinteresse, Lethargie, Hektik, Stress prägen unsere Gesellschaft. Es erscheint völlig alternativlos die Massenproduktion von Waren umzugestalten, ähnlich wie es unmöglich erscheint, die Nutzung von Autos zu vermindern. All das macht uns krank und nur wenige Menschen schaffen es daraufhin wieder gesund zu werden und ihr Leben nach dieser bitteren Erfahrung umzugestalten.

Früher hat man Autos für die Ewigkeit gebaut, heute wechselt man das Auto alle paar Jahre. Meine Arbeitskollegen haben immer dieselben Themen. Autos, Fußball, Feiern, der Stress im Job. Nie ging es darüber hinaus und ich wette so sieht es auch in 80 Prozent aller Gespräche an Deutschlands Arbeitsplätzen aus. So sieht heute Individualität aus. Überall Autobahnen, Hauptstrassen, Nebenstrassen, Nebengassen, man kann nirgends mehr herumlaufen, nirgends mehr mit dem Fahrrad spazieren fahren, ohne von Blechsardinen gefüllt mit gestressten, hektischen und leicht reizbaren Menschen zu begegnen. Hupen, aufheulen des Motors, laufende Motoren, Schaltung, Wolken von Abgasen, Fahrzeuge quietschen, piepen, knarren, scheppern, poltern, rattern, röhren, dröhnen, zischen, klappern zu Tages- und Nachtzeit, ob LKW, Smart, Mini, Van, Sportwagen, Motorrad, Limousine, ärmlich oder dekadent, jeder verdammte Arsch vergiftet, zerhämmert mir meine und die Lebensqualität vieler anderer Menschen und all das wird von den Verkäufern dieser Waren als Freiheit, Individualität und Selbstbestimmung verkauft. Dabei fahren die meisten Leute mit diesen Karren zur Arbeit, kommen von der Arbeit oder fahren Einkaufen, Saufen, in den Urlaub nach 11 Monaten Arbeit oder fahren einfach nur spazieren um gesehen zu werden oder die in Beton und Müll ersaufende Natur wenigstens im vorbeifahren noch zu erwischen. Wo steckt denn hier bitte die Individualität? Da kann man auch gleich Fahrgemeinschaften gründen! Fette Geländewägen von luxoriösen Marken parken mittlerweile auch vor Discountern. Man fragt sich wofür es so ein Gefährt braucht, wenn man sowieso höchstens im Urlaub unberührte Natur zu Gesicht bekommt. Tagtäglich fahren Menschen andere Menschen mit Autos tot. Die Verkehrstoten weltweit belaufen sich auf 1,2 Millionen jährlich. Das sind eben Unfälle, warum sollte man daher dieses Transportmittel hinterfragen?

Es stecken hunderte Rohstoffe in einem Auto, tausende Leute haben daran gearbeitet eines zu gestalten, zu produzieren, zu transportieren und kein einziger kommt auf den Gedanken ob es überhaupt Sinn macht noch mehr Autos auf den Markt zu werfen. Stattdessen wird über die Problematik gejammert, das der deutsche Markt mittlerweile nicht mehr die höchsten Absätze einfährt. Dafür wollen nun auch die Chinesen alle Auto fahren, sie halten das für dasselbe Statussymbol wie die Mehrheit der westlichen Bevölkerung, obwohl es aus meiner Sicht einfach nur Ausdruck von größter Verblendung und Blindheit ist. Kein feinfühliger empfindsamer Mensch kann diesem Wahnsinn zustimmen. Aber es reicht wenn es die Regierung, die Industrie, die Arbeiter tun, die immer bloss die Profite, Macht, Einfluss, ökonomische Perspektiven, Sicherheit usw. sehen. Das sie hierbei die Lebensgrundlagen aller Lebewesen gefährden wissen sie zwar auch irgendwo, aber dafür gibt es die Marketingabteilung und die betreibt dann hübsch Green Washing, macht allen ein super gutes Gefühl beim kaufen und fahren. Natürlich werden hier und da Filtersysteme eingebaut, die Abgase reduziert, aber unterm Strich ändert das nichts an der Vergiftung und Zerstörung. Das Elektroauto ist eine Katastrophe, es ist allen bekannt wie umweltschädlich, giftig, ineffizient und schwer Batterien sind und wie wenig sich dadurch die eigentliche Problematik mit der Massenproduktion von diversen anderen Autoteilen verändert. Und wen kümmert es? Ja, jeder weiß Bescheid aber was wird unternommen? Gar nichts. Zwar steigt die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, aber die Leute sind den Großteil des Tages damit beschäftigt der Regierung und dem Kapitalismus zu entsprechen, der in den einzelnen Firmen weltweit praktiziert wird. Nur wenige Individuen hinterfragen allgemein das horrende und meist sinnlose Verkehrsaufkommen, erörtern Alternativen. Man glaubt man hat alles im Griff, mit dem Lenkrad, mit dem Job, aber in Wahrheit vergiftet man in beiden Fällen die Lebensqualität aller, weil man die Umwelt verpestet wenn man Autos produziert oder fährt, gleichzeitig muss man am Arbeitsplatz immer nur gegen sich selbst arbeiten, weil man immer nur einen Bruchteil der erwirtschafteten Profite erhält und die Nutzniesser andere Menschen sind, glaubt aber das die eigene Karriere Ausdruck von Willenskraft und Selbstbestimmung ist.

Neben den Autos gibt es noch die Züge, die Flugzeuge, die Schiffe, die alle die Umwelt verpesten und das vor allem deshalb in diesen Ausmaßen tun, weil auf den globalen Märkten massive Unterschiede in den Einkommensverhältnissen, den Arbeitsbedingungen, den Entwicklungsgraden der kapitalistischen Produktionsweise, Herrschaftsformen und gesetzlichen Vorgaben herrschen. Es ist oft viel billiger Obst durch die halbe Welt fliegen zu lassen, alleine weil die Arbeitskraft derart billig ist. Die Not in etlichen Teilen der Welt, ist um ein vielfaches größer als in Europa. Welche Waren kommen denn nur noch aus der Region? Es dürfte bloss ein äußerst geringer Bruchteil sein. Was für ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn das ist, spielt dabei keine Rolle, eher noch wird all das als Fortschritt bezeichnet, den es zu befördern gilt. Auch hier zählen nur die Profite. Permanent werden Betonlandschaften ausgebaut, der weltweite Verkehr wird ständig gesteigert und es bleibt immer weniger Platz fürs eigentliche Leben, für Spontanität, für die Natur, für frei und wild lebende Tiere. Tiere werden sowieso generell plattgefahren, angefahren und liegen gelassen. Sie werden brutal aus dem Leben gerammt, weil Mensch nichts mehr mit seiner Umwelt zutun hat und zutun haben will oder zutun haben kann. Müll liegt überall neben den Straßen verteilt, die Kommunen kommen kaum hinterher was die Aufräumarbeiten angeht. Jeden Tag und vor allem an den Wochenenden strömen zig Millionen Menschen in die Einkaufshallen dieser Welt, um noch mehr Produkte zu kaufen, noch mehr LKWS, Flugzeuge, Schiffe, Züge auf die Reise mit Produkten und Produktionsteilen zu schicken, noch mehr Müll zu produzieren, um weiterhin verdrängen zu können, nicht verstehen zu können, welche Lebensweise sie hier praktizieren, was sie hier zerstören!

Ich empfehle jedem einfach mal sich in eine Innenstadt zu setzen, mit Blick auf Eingänge von großen Konsumtempeln und mal zu zählen wieviele Leute da rein und rausrennen. Es sind irre Massen und man fragt sich wirklich ob die den ganzen Krempel wirklich unbedingt brauchen, ob da wirklich gerade ein lebenswichtiges Bedürfnis befriedigt wird. Längst wird einfach alles abgegriffen was man abgreifen kann, was einem gerade trendy erscheint, was eben nicht Ausdruck der eigenen Vorstellungen vom Leben ist, sondern bloss die Umsetzung eines Kaufbefehls aus den propagandistisch perfekten Spots der Aufmerksamkeitsökonomie, diverser Werbefritzen, die einfach nur ihren Job machen. Und jedes Jahr werden neue Leute auf den Markt geworfen die weitere Produkte erfinden sollen, die die Menschen massenhaft wie die Irren kaufen sollen. Es werden permanent Bedürfnisse geschaffen die nicht befriedigt werden können. Kein Mensch ist trendy genug, hat nie genug Produkte gekauft. Wer etwas auf sich hält kauft diese Marke, fährt diese Sorte, zerstört mit dieser Ware sich und andere, kommt sich dabei besonders modern und vernünftig vor. Setzt Euch auch mal auf eine Autobahnbrücke und zählt die Fahrzeuge, schnuppert den Dreck den sie ausstoßen, lauscht dem lärmenden Treiben. Oder wie wäre es mit einer Visite eines Flughafens? Ständig landen und starten Jets und pusten tonnenweise Treibstoff in die Umwelt. Das ist sicherlich alles unglaublich gesund und entspannend. Alles wird ausgebaut. Jede Stadt will ihren wirtschaftlichen Standort für Investoren, Konzerne, Politik und Bewohner attraktiv machen. Alles bedingt sich gegenseitig, die gesellschaftlichen Strukturen erwirken wechselseitige Steigerung von Entscheidungen, die letztlich eine Ausweitung von Zerstörung, Vergiftung und Vermüllung bedeuten. Prioritäten werden entgegen von Mensch, Tier und Umwelt gesetzt. Die Verantwortung wird immer abgeschoben an die politischen Vertreter diverser überforderter Parteien. Dabei wird all das nur durch die bedingungslose Teilnahme von Millionen Menschen möglich.

In der Tat, es ist schlimm was mit der tagtäglichen Abholzung, der Zerstörung von Tierarten, der militärischen Nutzung, der Vermüllung, Überfischung von Weltmeeren und ganzen Landstrichen, dem fahren von Kraftfahrzeugen, dem fliegen, und der generellen Massenproduktion und Konsumtion von Waren vollzogen wird, aber persönlich will man sich darin nicht verwickelt sehen. Dabei finanziert, legitimiert, erweitert jeder Kauf eines Produktes diesen Wahnsinn. Jeder ist mitverantwortlich. Wir sind alle Täter und Opfer. Denn kaum ein Konzern hat tatsächlich Nachhaltigkeit als obersten Grundsatz, was natürlich völlig ungewöhnlich wäre, denn Konzerne überleben nur dann wenn sie Profite abwerfen, alles andere ist erst einmal irrelevant für die Produktion. Die gesamte Wirtschaft ist in der nachhaltigen Hinsicht völlig jungfräulich. Man betreibt lieber Augenwischerei, anstatt Kapital zu investieren. Man wartet auf die Konkurrenz. Das konnte man jahrelang an der Automobilindustrie beobachten. Zögerlich arbeitet man nun am Elektroauto, welches wie gesagt eine totale Farce ist. Aber es gibt genug andere Branchen die ähnlich agieren. Wieviele Lebensmittelskandale gab es in der Vergangenheit? Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Gammelfleisch, Kot im Fleisch, Keime die resistent sind gegen Antibiotika, sind nicht die einzigen Indizien für den Wahnsinn, der in der Massentierhaltung und dem irren Konsum von Fleisch steckt. Mittlerweile werden die Fakten der Fleischproduktion mit Stacheldraht, Kameras und Sicherheitsdiensten gesichert, damit die heile Welt des Werbeimages dieser Industrie gegenüber den Verbrauchern aufrecht erhalten werden kann.

Nun gibt es wieder den Wahn der Wiesn, ein Massenevent, in der sich tausende Feierhungrige überteuerte Waren geben und teilweise letztlich betrunken in der S-Bahn landen. Was geben sie den nüchternen Fahrgästen zu Protokoll? „Ich will endlich einen fetten Burger mit allen Zutaten!“ Ein Betrunkener ist quasi die personifizierte Konsumentenseele, die im Eindruck von Alkohol, die überwältigende Lust auf deftiges Fleisch verspürt. Viele werden das aus eigener Erfahrung kennen. Rationalität ist auch beim Nüchternen seltenst vorhanden. Man reflektiert nicht darüber was man anrichtet, wenn man kauft. So als ob die eigene Existenz im luftleeren Raum stattfindet, schreit man wie ein Kleinkind nach der stillenden Flasche mit dem begehrten Gut! Der Erwachsene begreift sich also heutzutage vielmehr als einzige relevante Instanz, deren Bedürfnisse überhaupt noch zu gelten haben. Blöd nur wenn die eigenen Bedürfnisse sich bloss auf das Primitivste reduziert haben und kein Stück an die Folgen und Zusammenhänge gedacht wird. Die Folgerungen die aus der persönlichen Verantwortung der Konsumenten und Produzenten dieser Produkte enstehen müssen, liegen auf der Hand. Mit einem kapitalistischen Staat und einer kapitalistischen Produktionsweise, lässt sich die Umwelt nicht nachhaltig schützen, weil unendliches Wachstum logischerweise mit einer endlichen Welt im Konflikt steht. Die Lohnabhängigen haben nicht die Kontrolle über den Staat, der Bundestag mit all seinen Parteien ist voller schöner Reden, aber die Gesetze formulieren eben nicht 82 Millionen, sondern ein paar Hundert, die von Lobbyistensprüchen betrunken sind. Man kann bloss lernen Selbstverwaltung und Selbstverantwortung zu übernehmen, jenseits von Kapital und Staat. So etwas kann freilich nicht innerhalb von einigen Monaten geschehen, sondern ist vielmehr ein langer komplizierter Prozess der einige Jahrzehnte benötigt, um ausreichend wirksam zu werden. Inwieweit die fahrende, saufende, arbeitende Masse, die sich selbst und ihrer Umwelt in zerstörerischer und selbstzerstörerischer Weise fremd geworden ist, diesen Lernprozess willentlich erkennen und angehen kann, bleibt jedoch völlig offen.

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