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Ignoranz

Kochshows: Pornografie für den verwöhnte Gaumen. Unzählige TV-Kochs brutzeln allerlei Meisterhaftes während Millionen ihnen dabei sabbernd zuschauen und Zehntausende ein paar Kilometer weiter tagtäglich verhungern.

Fußball: 22 Mann laufen einem Ball hinterher, Millionen gaffen zu. Selbst Bundespräsidenten und Kanzler(in) biedern sich beim Volk durchs Fußball gaffen an. 25 Fahrer fahren im Kreis, verschwenden Benzin, verpesten wie 42 Mio. Fahrzeugnutzer in DE die Luft und Millionen gaffen zu. Besonders gerne tut man das in Ländern bei denen die Menschenrechtssituation prekär ist. Dies liese sich für zig andere Sportarten in denen Wahnhaft der Wettbewerbsgedanke praktiziert wird fortführen.

Boulevard: Kaum ein Sender kommt ohne Gerede über Oberflächlichkeiten, Stars und Beautytipps aus. Seit Jahrzehnten halten sich Formate, die nichts anderes auf der Welt als Problem betrachten, wie Frau oder Mann am besten auszusehen hätte. Sie mäkeln an Stars herum, kommentieren deren Garderobe, masturbieren zu den neusten Skandalen und verschenken technischen Müll, der in ein paar Wochen durch neuen ersetzt wird.

Talkshows: Täglich palavern Experten, Politiker, Lobbyisten, die immerselben Gesichter auf irgendwelchen Sofas über die aktuelle Sau, die gerade durchs Dorf getrieben wird. Die Themen sind so willkürlich wie die Opfer, die Debatten sind emotional, oberflächlich, chaotisch und ohne jeglichen Mehrwert für die Zuschauer. Man geht aus solchen Talkshows genauso dumm hervor, wie man zuvor schon war. Talkshows dienen dazu das eigene Buch, die eigene politische Agenda oder Partei zu bewerben und nicht um sich eine sachlich fundierte Meinung zu erarbeiten. Selbstdarstellung und heiloses Geschwätz wird als demokratischer Grundwert verkauft.

Youtube: JuliensBlog steht für die junge Generation, die primitive Provokationen, Ignoranz und Halbwissen für Unterhaltung sowie klugen Egoismus hält. Sowas kommt heraus wenn man in der Entertaimentwelt aufwächst. Mit pubertären Dünnschiss erreicht allein Julien Millionen und lehnt jegliche Verantwortung  wie selbstverständlich ab, schliesslich sei alles nur Satire wenn er Rollstuhlfahrer oder hungernde Kinder beschimpft. Wer das nicht versteht, hat eben keinen Humor und wohl auch keinen Fatalismus der die Welt nur brennend ertragen kann. (Mehr zum Thema gibt es hier)

Musik: Kollegah ist einer der Stars von Julien und vielen anderen seiner Altersgenossen. Dieser Typ scherrt sich ähnlich gering um irgendwelche Zustände in der Welt. Alles was ihn kümmert sind seine sexistischen, homophoben Songs, wie sie branchenüblich sind, die er möglichst technisch und „qualitativ hochwertig“ für Kohlemacherei verbreitet, um dann in irgendwelchen überteuerten Blechkisten für seine bedauernswerten Fans zu posieren und sich für den Größten zu halten. Bedauerlicherweise funktioniert dieses Konzept, weil verkrüpelte Identitäten nach respektablen Führungsfiguren lechzen. Erbärmlicherweise sucht man sich solche Blender als beruhigende Droge gegen den grauen, rauen Alltag im Kapitalismus.

Und schliesslich: Die Oberschicht die gar nicht weiß wohin mit ihrem Geld, die ebenfalls immer wieder im Fernsehen als die Sorte Mensch bestaunt wird, die es irgendwie geschafft hat. Diese Entwicklung wird nicht hinterfragt sondern mit sehnsüchtigen Sprüchen, dass man es doch auch gerne mal so schön haben wolle, untermalt. Die Botschaft für den Zuschauer: Streng Dich an, so wie dieser Millionär es gerade sagt und Du schaffst es bestimmt auch mal soweit. Dabei ist das völlig illusorisch. Milliarden Menschen denken und arbeiten so.

Fazit: Gemeinsam ist all diesen Fetzen aus dem Entertaimentbereich die Ignoranz gegenüber den tagtäglich vorherrschenden Zuständen in der Welt. Sie helfen niemanden bei der Lösung des Hungers, der Armut oder der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich, im Gegenteil, durch Konsum von Entertaimentformaten egal ob von Amateuren oder Profis, entsteht die Illusion alles sei schon irgendwie in Ordnung. Kein Wochenende vergeht ohne Fußball, ohne Kochshows, ohne Youtubevideos mit Schminktipps od. pseudokomischen Klamauk, ohne Musikveröffentlichungen die einfach nur Lärm sind, usw. Was hier Millionen von Menschen betrachten, erhalten sie mit ihrer eigenen Aktivität aufrecht und machen es damit wertvoll. Und so wird es immer wieder produziert, weil es sich verkauft. Als ob es tatsächlich irgendwem eine wertvolle Erkenntnis bringt.

Statt zu sehen wie hoch man fliegen kann, schaut man lieber wie tief man im eigenen Dreck versinken kann. Und erheitert sich auch noch daran. Der Hunger in der Welt muss nicht sein, da bereits heute Lebensmittel für ca. 12 Milliarden Menschen produziert werden. In Europa werden tausende Tonnen frischer Lebensmittel jeden Tag weggeworfen. Wie kann es sein, dass Überfluss und Mangel gleichzeitig nebeneinander existieren können? Wie kann es sein, dass diese Zustände den Menschen hierzulande kein Umdenken oder Reflektieren näher bringen? Die Identität vieler Menschen ist offenkundig auf Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien geprägt. Einer derartigen Vorstellung erscheint es nur logisch, dass derjenige verhungert, der nicht arbeitet egal ob nun eine Infrastruktur oder Wettbewerb vorhanden ist oder nicht. Dann ist es auch logisch vor den Augen der Hungernden, der vor Europas Küsten ersaufenden Armuts-Flüchtlingen, einen Braten gold-braun zu braten und dabei vermeintlich lustige Bemerkungen abzugeben, als sei das Paradies auf Erden weltweit gegeben.

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Ein Kommentar

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Absatz 2 – Was muss getan werden?

Es ist natürlich schwierig den Überblick zu behalten, bei all den komplexen Abläufen in der Gesellschaft. Dies macht es nicht unbedingt leichter sinnvolle Schlüsse für das eigene Leben zu ziehen. Wenn ich andere Menschen frage, welche Probleme die Menschheit eigentlich konkret hat. Kommen Antworten wie:

  • Die Unfähigkeit innezuhalten
  • Fehlendes Verantwortungsbewußtsein
  • Grenzenlose, proportional anwachsende Dummheit
  • Maßlose Raffgierigkeit und Geltungssucht
  • Das Tier im Menschen bestimmt sein Verhalten (Aggressionen, Seitensprünge, Schwache im Stich lassen)

Einige sagten mir auch die Religion, Aberglaube oder Gewalt wären die substanziellen Schwierigkeiten der Menschen. Ich würde wohl noch das liebe Geld hinzufügen, da es egoistische Systeme unterstützt das zuviele Menschen überfordert.

Wir selbst können die Veränderungen sein die wir uns wünschen. Wir müssen uns deswegen schon ziemlich früh im Leben bewußt machen, was das Leben auf der Erde eigentlich für uns als Menschheit bedeutet. Wir dürfen nicht rassistisch denken. Wir dürfen in dieser Beziehung nicht als Deutscher, Europäer oder als Mensch denken. Nichteinmal als Erdbewohner. Vielmehr sollten wir uns in die Rolle des Beobachters einer Spezies auf einem unbekannten Planeten begeben.

Zum Verständnis, dieser amerikanische Kurz-Film: „What we are“ zeigt so eine Sichtweise im Ansatz.
Es gibt Wahrheiten in unserer Existenz die absolut indiskutabel sind.

  • Kein Mensch will Gewalt
  • Kein Mensch will stehlen
  • Kein Mensch will krank werden vor Hass oder Neid
  • Niemand wünscht unterdrückt zu werden oder lange Zeit hungern zu müssen

Dies sind nur Beispiele der absoluten Wahrheit. Macht, Gewalt, Drogenkonsum, und allerlei andere Dinge sind nur Nebenerscheinungen einer kranken, schwankenden Gesellschaft. Wir wollen ein schönes Leben führen, weil wir wissen das es begrenzt ist und welches Potential es hat. Wir leben vielleicht 70, 80 und in selteren Fällen 90 oder 100 Jahre und dann sind wir weg, wohin auch immer. Wir wissen das, manche Menschen sind sich dessen mal weniger mal mehr bewußt und agieren dementsprechend individuell nachvollziehbar.

Wenn wir ehrlich zu uns sind. Sind alle Kriege die geführt wurden die offensichtlichsten Hinweise auf die Unfähigkeit des Menschen z.B. die Kommunikation anzuwenden und eigene Fehler im Denken zu erkennen, zu akzeptieren und auszubügeln. Würde man sich mit Wissenschaft, Verstand, Logik und allerlei Fantasie nunmal hinsetzen und eine allgemeine Wahrheit verfassen und diese als absolutes Ziel setzen für jetzige und kommende Generationen der Menschen, hätte kaum noch einer von uns eine Sinnkrise oder andere Ähnliches.

Würden wir uns an die Gesetze der Natur ausrichten könnten wir eine neue Ära des Verständnisses über unser Leben und Zusammenleben einleiten und führen. Wir würden nicht mehr wie ein Haufen grenzdebiler Wahnsinniger wirken, sondern bewußt unsere Neigungen steuern.

Seit Charles Darwin wissen wir: die Welt ist nicht unveränderlich, sondern unterliegt einem kontinuierlichen Veränderungsprozess. Wir Menschen sind Teil von diesem Prozess. Wir leisten eine Menge. Wir produzieren unheimlich viele neue Güter, bringen Leistungen die uns stark einnehmen, sodass wir kaum noch das Wochenende, den Jahresurlaub oder die Rente genießen können.

Der Stress den wir uns mit dem leistungsorientierten Leben machten, hat viele mögliche Einsichten und Freuden im Leben ersetzt. Und wofür eigentlich? Wir wissen Dank Darwin auch: die Evolution erfolgt stets allmählich und nicht in Sprüngen. Und was versuchen wir seit Jahrzehnten? Genau, wir versuchen zu springen. Wir übernehmen uns, und verlieren den Bezug zur Substanz.

Viele Menschen sind viel zu beschäftigt um sich um die Schwierigkeiten der Menschheit zu kümmern. Jede aktuelle Generation hat die Chance etwas für die kommenden Generationen zu verändern. Dazu müßten sie die größten Opfer bringen, nämlich ihr eigenes Leben. Es erfordert unheimlichen Einsatz althergebrachtes und etabliertes in der Gesellschaft auszuhebeln und durch sinnvolle und vernünftige Ausrichtungen zu ersetzen. Man hat dies bei den Aktionen von Ghandi und Martin Luther King gesehen.

Nichts anderes würde jenen Aktivisten blühen wenn sie das Geldsystem oder den Kapitalismus (als Beispiel) stürzen wollen. Nichts anderes würde ihnen entgegenschlagen im Kampf gegen Ignoranz, Dummheit und Hass. Bequem sind wir geworden durch die viele Technik und den hohen Wohlstand. Luxusprobleme herrschen über unser Individuum. Alle sagen niemand kann etwas tun, die Mächtigen sind zu mächtig.

Visionäres..?

Was man tun könnte wäre aufsteigen in der Gesellschaft und selbst ein Mächtiger werden, um dann die Belange neu zu setzen. Was bringen Demonstrationen wenn sie kaum 100 000 Mann stark sind? Ein müdes Lächeln erreicht man damit, bei den Lenkern und Denkern. Man muss selbst sein Leben dem gesellschaftlichen Aufstieg widmen um dann zu einem ‚abgemachten‘ Zeitpunkt das System zu verändern.

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