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Hamster mit Burnoutproblem

Frontal 21 hat bahnbrechendes herausgefunden: Die „meisten“ Unternehmen betrachten die „meisten“ ihrer Arbeitskräfte als Ressorce und nicht als Menschen! Ja wie ist denn das bloss möglich? Was für eine Fehlentwicklung oder? Es folgt Gerede vom „leeren Akku“ und vom „Hamsterrad“ aus dem man „nicht rauskommt“, wo man trotz „Spaß“ an der Arbeit irgendwann Suizid begeht, weil es „zuviel“ geworden ist. Und wer ist schuld? Microsoft! Denn die haben letzteren Hamster, der sich sogar noch für seine Unfähigkeit „entschuldigt“, einfach mal nicht zugehört und ganz böse unter Druck gesetzt. „Bissi schwach“, findet der Bruder. Für Microsoft ist dagegen alles in Butter, der Typ war halt depressiv, da kann die liebe Arbeit beim Konzern doch nix dafür, schliesslich gibt es „viele Faktoren die uns Menschen glücklich oder unglücklich machen können“! Blöd nur wenn der Kerl offenkundig gar kein Privatleben mehr hatte, sondern pausenlos von den „1440 Minuten“ am Ackern war.

Das Bewertungssystem wird später als Grund für den großen „Konkurrenzdruck“ angegeben bzw. kritisiert, welches Mitarbeiter von Microsoft offenkundig regelmäßig zum „weinen“ bringt. 5 % Prozent aller Arbeiter im Land leiden an Erschöpfung, der Arbeitsmarkt besticht durch „Bewährung und Bewertung“, überhaupt sind Arbeitsplätze unsicher, „Arbeitsverträge immer öfter befristet“ und was fällt der Frontal 21 Redaktion dazu ein? Rationalisierung und Arbeitsverdichtung sind schuld! Ja, toll und die fällt wohl vom Himmel oder was?! Und ein Arbeitssoziologe haut nochmal drauf und sagt: Wer sich „betriebswirtschaftlich nicht rechnet“ geht! Ja, und warum, aus Spaß an der Freude oder aus purem Sadismus der Manager?! Tja und der Pressesprecher von Microsoft hat keine Ahnung von über 9000 Erschöpften Leuten in seinem Lieblingsbetrieb, na klar! Also dieser ganze Beitrag bringt das Kunststück fertig jede Menge Katastrophen des Kapitalismus zu benennen, aber ihn selbst niemals auch nur mit einem Wort zu problematisieren! Da heult man wegen kaputten Menschen, schafft es aber nicht die Lage vollständig zu analysieren. Muss wohl das „notwendig falsche Bewusstsein“ sein, was die zu funktionalisierten Charaktermasken zerfallenen atomisierten Subjekte im Kapitalismus in sich tragen.

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Nationen voller Sklaven

Die „Gleichheit“ und „Gerechtigkeit“ in unserer Gesellschaft besteht darin, dass jeder Mensch das Recht hat von Kindesbeinen an als Schüler im kapitalistischen Bildungssystem zu einem „mündigen Bürger“ erzogen zu werden, der die „Freiheit“ geniesst, sich in voller Abhängigkeit zum Kapital als Ware Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt in sämtlichen Branchen und Berufen zu verkaufen. Die Unmündigkeit darin wird deutlich, wenn man sich die Wertung der Menschen über die Folgen dieses Verhaltens ansieht. Das Kapital reisst den Planeten ständig nach verwertbarem Material auf, vergiftet, vermüllt und zerstört Wasser, Tierwelt, Land, Luft und Leute, was nur durch die Beteiligung aller Individuen an der kapitalistischen Produktionsweise über ihre Arbeitskraft möglich ist. Gewertet werden diese unübersehbaren Katastrophen als Ungerechtigkeit, Unvernunft, Unmoralisch, Unsinnig, Unerwünscht, was nur mit weiteren Regeln in der Wirtschaft zu lösen sei. Ein Zusammenhang zwischen globalen Wachstumszwang von Staatshaushalten, Konzernen und der globalen Zerstörung von Umwelt oder der Verrohung menschlicher Beziehungen wird nicht gesehen.

Diese verzerrte Wahrnehmung auf die Realität sorgt z.B. für die Fortsetzung des Hungers in aller Welt, während ein paar Kilometer weiter frische Lebensmittel weggeworfen werden, weil sie keinen Käufer gefunden haben. Woher kommt dieser Blickwinkel? Die Identifikation des modernen Menschen mit Leistungs- und Konkurrenzprinzipien beginnt in der „fortschrittlichen Zivilisation“ mit dem Notensystem, dem vergleichen der Schüler untereinander, der Drohung für immer ein Versager zu bleiben, wenn die Noten sich nicht verbessern, durch die Kritik und Anleitung der Lehrer, dem Liebesentzug der Eltern, wenn die Leistungen nicht stimmen usw. Eltern, Verwandte, Lehrer usf. besitzen eine außerordentliche autoritäre Machtposition über den jungen Menschen, der ihnen vertraut, von ihnen abhängig ist, wodurch sich automatisch eine Gläubigkeit in Autoritäten bei den Schülern bzw. Kindern einstellt.

Die gesamte Identität wird mit den Jahren nach und nach darüber aufgebaut inwieweit man sich den Ansprüchen der Autoritäten bzw. der äußeren Welt angleichen kann, die man für absolut logisch und gerecht hält, weil man nichts anderes zu Gesicht bekommt und keine aktiven Rebellionen dagegen kennt. Das Kind unterdrückt im Zuge dessen eigene Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen, zerbricht chancenlos unter dem Gewicht der Ansprüche der kapitalistisch-geprägten Umgebung. Es übernimmt fortan das Lebensmotto, welches allgemeinhin für die meisten Menschen die Handlungsmaxime ist: Nur wer Leistung bringt kann Liebe und/oder Anerkennung erwarten. Anerkennung und Liebe sind in so einem gesellschaftlichen Zusammenhang immer Mangelware, also wird alles für sie getan.

Ist diese Haltung übernommen wird sie gleichermaßen als Anspruch und Lebenseinstellung gegenüber allen anderen Menschen und der Gesellschaft in allmöglichen Lebenssituationen formuliert: Was nützt mir der Kerl? Was bringt mir der Job? Wieviel bekomme ich für mein Geld im Kaufhaus? Stimmen meine Leistungen im Beruf? Ist mein Arbeitskollege nützlich für das Unternehmen? Werde ich ordentlich regiert? Werde ich gerecht bezahlt? Das Leben wird als Chance begriffen „soviel wie möglich“ herauszuholen und „das Beste daraus zu machen“. Die gesamte Welt erscheint nur dafür existent maximal ausgebeutet zu werden. Das ist nichts weiter als blanker Egoismus, der als notwendige Folge der kapitalistischen Produktionsweise entstehen muss, weil es kein anderes Ansinnen als Leistungs- und Wettbewerbsmaximen gibt, unter denen das Invidiuum sein Leben bestreiten kann. Das bürgerliche Subjekt, welches hier beschrieben wurde, ist das nützlichste Vehikel für das Kapital, weil es die notwendige Sklavenmentalität mit sich bringt.

Eine Hinterfragung der Welt findet aus einer derartigen Sklavenmentalität nicht statt. Die Spielregeln des Kapitalismus werden akzeptiert. Es dominieren z.B. in den Massenmedien immer wieder Fragen wie: Werden die Spielregeln gerecht umgesetzt? Warum greift die Politik nicht ein, wenn dieses oder jenes betrieben wird? Wenn man als Verlierer dieser Spielregeln verhungert, dann ist es aus dieser Mentalität heraus bloss gerecht, denn „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Sozialhilfe oder Solidarität gibt es nur, wenn der Betroffene zu Protokoll gibt, möglichst schnell wieder um Anerkennung und für Profite kämpfen zu wollen und entsprechende Bewerbungen verschickt, was unter dem Banner „Fordern und Fördern“ bei der Arbeitsagentur steht. Solange die Mehrheit der Menschen ihre Liebe und Anerkennung über die Leistung im Wettkampf um Profite erstreiten will, wird sie einerseits unter deren Mangel leiden und andererseits als unmündige Diender des Kapitals die Welt ungeniessbar machen.

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Es gibt keine Lösung für alle Probleme

Ja, die Zeiten ändern sich nicht. Es bleibt hart. Es bleibt aussichtslos. Es gibt immer weniger gut bezahlte Jobs, es gibt immer mehr Leute die diese Jobs haben wollen. Unser wirtschaftliches und politisches System wird dies weiter verschärfen. Viele jammern für sich allein, blicken nicht auf die Nachbarn, nicht auf die anderen Nationen, sehen nicht das große Ganze und fühlen sich entsprechend ohnmächtig, als hätten sie keine Wahl, als hätten sie keine Fähigkeiten positivere Veränderungen für alle Menschen anzugehen. Das Geld dominiert alle Lebensbereiche, ohne Geld kannst Du keine Rechnungen bezahlen, kannst dir keine Wohnung, keine Möbel, keine Bücher, Klamotten kaufen. Klar, der Staat gibt Dir ein paar Notgroschen, aber wer will die schon annehmen, gerade bei den Hetzereien gegen ALGEmpfängern? Jeder will lieber „auf eigenen Beinen“ stehen, das eigene Leben in die Hand nehmen und das eigene Glück mehren.

Aber es ist nicht möglich das zu tun, denn der Markt ist nicht fähig allen Menschen ein Chance zu geben. Ich habe es in meinem Blog schon ziemlich häufig beschrieben, wieso dem so ist. Die Realität sollte den Leuten zeigen das es so nicht weitergehen kann. Wenn es sich weiter verschlimmert, wie bisher, dann wird es bald schwere Konflikte geben. Konflikte die über das Jammern hinaus gehen, Konflikte mit denen selbst der Staat große Schwierigkeiten haben wird. Die Politik hat in den letzten Jahren immer stärker auf Wirtschaftsinteressen statt auf das Gemeinwohl gesetzt und wird für diese Politik bald den Preis sehen. Ich sehe quasi keine Firma die Vollzeitkräfte einstellt, Zeitarbeit, Kurzarbeit, 400 EUR-Kräfte, usw. alles eindeutige Zeichen wohin es in Zukunft weiterhin gehen wird. Wir werden uns demnächst wie in Amerika mit mehreren kleinen Jobs über Wasser halten müssen, es wird noch weniger Zeit bleiben das Leben zu genießen oder Fragen zu stellen, Antworten zu bekommen usw. Dieser Prozess beschleunigt sich immer mehr und es wird logischerweise mehr Konflikte geben.

Menschen die immer weniger Zeit für sich und ihre Leidenschaften haben, sind selbstverständlich gereizt, aggressiv, brauchen Ausgleich und so weiter. Wir haben Millionen Suizide bzw. Suzidversuche jedes Jahr, Millionen die an Depressionen leiden, Millionen mit schlechten Essgewohnheiten, Millionen die kaum Essen erhalten, Millionen die keine ordentliche medizinische Versorgung erhalten, Millionen die mit Billigjobs abgespeist werden und sich niemals ein Haus werden bauen können, Millionen die immer nur ihre Arbeitskraft auf dem Markt anbieten können und dadurch selbst zur Ware werden. Dagegen haben wir wenige Menschen die Milliarden auf ihren Konten haben, ganz wenige Menschen die ihr Geld arbeiten lassen und nur noch Luxusprodukte konsumieren, wenige Menschen die sich Inseln statt Häuser kaufen, wenige Menschen die die politischen Entscheidungen beeinflussen, wenige Menschen die trotz ihrer großen Vermögen allenfalls in Stiftungen investieren um Steuern zu hinterziehen. Vielleicht sind das alles nur Legenden, populistische Phrasen, aber es läuft offenbar real mehrheitlich so, sonst wären all diese Probleme doch gar nicht vorhanden.

Es wird gern behauptet die Reichen wären die Leistungsträger. Aber was ist mit den Kassierern bei Lidl oder den Putzen die die Büros reinigen, den LKW-Fahrern auf den Autobahnen, sind das keine Leistungsträger? Haben die nicht auch wesentlich mehr Geld und Entlastung mit ihrer täglichen harten Arbeit verdient? Die Methoden mit denen diese Leute um ihr Recht betrogen werden, sind gerade in den Massenmedien täglich einsehbar. Es wird ein Feuerwerk der Entrüstung ausgelöst wenn man die Systemfrage stellt oder an die Vermögen der „Reichen“ gehen will. Die sehen ihre soziale Leistung im erwirtschaften der Summen die sie teilweise nun auf ihrem privaten Konto haben. Ich sehe das völlig anders. Wer braucht schon mehr als 1 Millionen EUR auf dem Konto, besonders angesichts der Verhältnisse in der Welt? Wieso setzen sich die „Reichen“ nicht zusammen, gründen eine fette Stiftung und lösen alle Probleme? Offensichtlich sind sie daran interessiert egoistisch ihre Vermögen zu halten oder zu vermehren. Sie identifizieren sich nicht mit den Hungertoten, den Harz4-Empfänger, Zeitarbeitskräften usw. Vermutlich sind sie da nicht viel anders als viele andere Menschen, was aber nichts daran ändert dass das Bewusstlosigkeit ist.

Diese Bewusstlosigkeit erzeugt Gewalt, Mord, Ausbeutung, Zerstörung jedweder Form. Das scheiten jeglicher Ideologien, egal ob Sozialismus, Kapitalismus etc. ist begründet auf dieser Bewusstlosigkeit. Egal was sich der Mensch ausdenkt, denkt er nicht an andere, respektiert er andere nicht, wird das was er sich erdacht hat zur Qual für sich und andere.  Insofern ist es nicht notwendig sich Gedanken zu machen wie man die Gesellschaft grundsätzlich ändern „muss“ damit es besser ist. Es ist notwendig zu Fragen warum seit tausenden von Jahren die Menschen nicht in der Lage waren friedlich miteinander umzugehen und keinen zu vernachlässigen. Man muss mehr in die Realität gehen und beobachten wie es ist. Die theoretischen Vorstellungen können selten 1 zu 1 auf Milliarden Menschen übertragen bzw. aufgezwungen werden. Schliesslich sind wir alle Individuen mit eigenen Vorstellungen, Wünschen und Träumen. Niemand kann und sollte das irgendwem absprechen. Diese Welt sollte für jeden offen sein, jedem das Recht auf Leben und Glück von Geburt bis zum Tode ohne wenn und aber sichern. Es sollte keine Grenzen geben.

Es wird nie eine Lösung für alle Probleme geben. Keine Ideologie wird jemals das Leben von allen Menschen einschliessen können. Deshalb werden alle Parteien immer scheitern. Deshalb werden wir uns im Streit nur im Kreis drehen, während rings um uns herum die Leute verhungern oder ums überleben kämpfen. Das ist doch kein Leben! Jeder Mensch ist für sich und andere verantwortlich. Jeder Mensch sollte sich daher Fragen was die wirklichen Ursachen der Schwierigkeiten lokal und global sind. Hierfür gibt es keinen Plan oder vorgeschriebenen Weg. Jeder Mensch hat individuell für sich allein diesen Fragen nachzugehen, wenn er sich irgendwann einmal glücklich schätzen will. Man kann gerne sich mit Ideologien auseinandersetzen, aber man muss vorallem deren Grenzen kennenlernen und sich dann fragen warum es diese Grenzen gibt. Das menschliche Denken ist begrenzt, folglich sind alle Ideologien begrenzt und würden Konflikte produzieren, wenn man sie in die Realität übertragen wollte.

Wir haben heute dieselben Probleme wie vor 500 oder 2000 Jahren. Wir denken uns etwas aus und verlangen von anderen Menschen das sie dem folgen was wir uns ausgedacht haben. Und dann wundern wir uns das es Konflikte gibt. Es ist absurd. Die schwachen Leute gehören zu den Verlierern dieser Gesellschaft, immer noch, es gibt nur in den „reichen“ Ländern ein relativ schwaches Solidarprinzip, während in anderen Nationen die Menschen glatt verhungern oder auf Müllbergen versuchen zu überleben. Wie ist das möglich? Wie sind diese Entwicklungen möglich geworden? Warum werden sie nachwievor hingenommen? Wo sind die Proteste? Wo die Debatten? Wo sind die rebellischen Jugendlichen? Saufen die sich wirklich alle ins Koma? Es ist erschreckende Bewusstlosigkeit, produziert von einer Gesellschaft die sich in weiten Teilen selbst ignoriert. Dies muss in Konflikten enden, ich kann es gar nicht oft genug betonen!

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