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Metropolis

In eine neue Stadt zu gelangen, ist manchmal wie, als würde man in einen Krieg geraten. Milliarden Aspekte stürzen auf den Neuankömmling ein. Gesichter, Augenblicke, Gebäude, Straßenzüge, Stadtpläne, Sprachen, Plakate, Geschäfte, Konsumartikel, Schuhgeklapper, U-Bahnen, Fahrzeuge, Menschen und Tiere. Die Perspektive verändert sich völlig, obwohl sich die Normalität des Alltags kaum von anderen Städten unterscheidet. Menschenmassen marschieren zur Rush-Hour ob Morgens oder Abends durch die Adern der Stadt und bringen sie dadurch zum pulsieren. Termine, Prüfungen und Aufträge müssen erledigt werden, um Rechnungen bezahlen zu können. Wer die Bürokratie, Fristen und Erledigungen nicht rechtzeitig befriedigt verliert.

Ein Neuanfang in einer anderen Stadt birgt noch mehr als im gewohnten Umfeld das Risiko, von ihr zerdrückt zu werden. Die Bettler zeugen davon. Die um Aufmerksamkeit bettelnden Flyerverteiler vor besonders stark frequentierten Gebäuden wirken auf mich ähnlich vom sozialen Abstieg bedroht, ist es doch eine geringbezahlte, wenig qualifizierende Tätigkeit. Es ist eine Drohung: Pass nur auf, wenn Du dich nicht anstrengst, landest Du selbst in diese Situation. Völlig allein mit einer gewaltigen Millionenstadt zu ringen, ist grausamer als ein wochenlanger Marathonlauf durch die Wüste. Entscheidend ist, Prioritäten zu setzen und strikt die Aufgaben abzuarbeiten. Für den Genuss bleibt allerdings kaum Raum übrig.

Die erste Vorlesung hatte den selben Charakter, der Professor kündigt an, dass es in wenigen Wochen eine Prüfung geben wird, die die Spreu vom Weizen trennt. Für einige wird es das abrupte Ende ihrer akademischen Ambitionen bedeuten. Es handelt sich um einen gnadenlosen, ausufernden Vokabeltest, der im Grunde auf dem schulischen Bulemielernen beruht. Eine Enttäuschung ist das Studium überhaupt vom ersten Tag an: Man ist völlig auf sich allein gestellt. Man ist sein eigener, kompromissloser Manager, betreibt endlose Selbstoptimierung, plant und absolviert Vorlesungen, Lerninhalt und -form. Man durchwandert einen Schlauch, der einen von den anderen trennt. Die gewaltigen Fassaden der Universität verschlucken den Menschen an sich. Da ist eine unendliche Einsamkeit im Studentenleben, die sich auch nicht vom professoralen Mikrofonnutzer oder den geringen Erkenntnissen aus dem Studium selbst berühren oder mildern lässt.

Ernüchterung graut am neuen Ort also bei genauerem Blick schnell auf. Möglichkeiten interessante Menschen kennenzulernen, verringern sich sofort, wenn man sich vergewissert, welches Pensum zu absolvieren ist. Studieren ist ein Vollzeitjob und dennoch sollte nebenbei auch noch gejobbt werden, damit die Verschuldung einem nicht über dem Kopf wächst. Der Druck Leistung und Geld in durchschnittlichen oder besser überdurchschnittlichen Sinne tagtäglich erreichen zu müssen, zerfrisst einem kontinuierlich die Muse, die Stadt und deren Menschen zu entdecken. Darin liegt die grauenvolle Ruhe innerhalb der emsigen Betriebsamkeit: Ganz ergeben in diesem leistungsortientierten Konkurrenzkampfes, identifizieren die Individuen gar nichts falsches in ihrem Leben. Es ist wie es ist, damit lebt man, auch wenn einem das Gesicht und erst Recht die Seele dabei einfällt. Die Zeit heilt keine Wunden, sie reisst eher neue auf. Jede Stadt reisst neue auf. Da den Spagat zu finden, der das Wundenlecken ermöglicht, ist die Herausforderung, die nur mit größter Vorsicht und Disziplin realistisch wahrgenommen werden kann.

Der Hoffnung auf ein reichhaltiges, wunderbares Leben eine Chance zu geben, bedeutet täglich dem allgegenwärtigen politökonomischen Prinzip Leben abzutrotzen. Es gehört Entschiedenheit dazu ganz bewusst jeden Tag etwas für sich zutun und nicht für den Beruf oder das Studium. Die Lebensqualität ist irgendwo in winzigen Nischen und Momenten der gesellschaftlichen Beziehungen versunken. Sie aufzuspüren ist eigentlich für sich schon ein Fulltimejob, der allerdings nie bezahlt wird, hierin liegt dann wohl die Qual bei der Suche nach Lebensqualität.

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Wir sind Fremde

Das Leben ist egal ob es Spaß macht oder nicht, eine endlose Wiederholung von Mustern. Jede Existenz auf diesem Planeten folgt einer logischen Entwicklung und das langweilgt mich total!

Michel Houellebecq hat einmal folgendes geschrieben:

Realitätssinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung […] all dies ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen.

Wenn ich mir den Film „Cube“ ansehe. In welchem die Darsteller ihr Leben riskieren und viele liebgewonne Begleiter grausam verlieren, nur um ihrem Ziel nach einem Ausweg zu folgen. Was sich dann letztlich auch noch als total unnötig herausstellte, dann sehe ich mich gnadenlos an das Leben auf diesem Planeten im Grundsätzlichen erinnert.

Wir streben ständig und mit allen Mitteln nach Wachstum und Entwicklung unserer Fähigkeiten. Wir verdienen sogar unseren Lebensunterhalt damit. Die Leistungen der Massen in diesem Zusammenhang, bilden den Herzschlag des gesamten Finanzsystems und ich kann mir quasi nichts langweiligeres vorstellen.

Ich betrachte das Leben so wie es jetzt existiert als tödlich und langweilig. Weil wir Menschen in unserem Leben Leistung als Lebensziel haben. Wir leben wie Maschinen und nicht wie fühlende Lebewesen. Da die Mehrheit diesem Ziel nachgeht, sind Alternativen rar und das stimmt mich sehr unglücklich.

Wir begreifen das Leben nicht als perfekt und doktern krankhaft mit unserem naiven, hochmütigen Verstand an der Evolution herum. Ständig muss alles besser werden, die hundert-tausend Menschen die verhungern, interessieren nicht. Wir haben dieses großartige Ziel, der Evolution in den Arsch zu treten. Und dafür tun wir alles! (Kosteneffizientes einsetzen von „Human Resourcen“, Gen-Manipulation etc pp)

Begreift denn niemand, dass das Leben von vielen Millionen arbeitenden und lernenden Menschen eine Flucht vor der Langweile ist? Das TV-Programm wäre nie so beliebt, die Diskos würden nie so gut besucht und die Drogen würden nie so stark genutzt, wenn wir unser Leben so akzeptieren würden wie es ist. Ständig versuchen wir mehr zu sein als wir sind. Wir akzeptieren nicht das wir nur intelligente Tiere sind und können uns nicht damit abfinden das Leben einfach nur zu geniessen. Seht Euch dieses Video als Gedankenstütze an.

Ich ekle mich vor dieser kalten Ellbogengesellschaft, weil sie die Schönheit der Natur und der unendlich spannenden Existenz verkennt. Ich scheiss auf diese Gesellschaft weil sie Menschen, die mit diesem Leistungsdruck nicht klarkommen, Menschen die Gefühle haben, wie Dreck behandelt! Merken die Optimisten unter uns denn nicht, das wir mit unserem Masterplan, unseren langsamen aber sicheren Massensuizid eingehen?

Die Indizien liegen für mich klar auf der Hand und sie sind täglich für alle Menschen, vorallem in Westeuropa, leicht erkennbar. Jeder der dieses lebensverachtende Wettbewerbssystem unterstützt ist für mich nicht nur ein Langweiler, sondern auch auch ein Selbstmörder. Nun könnt ihr Euch vielleicht vorstellen, wie ich mich fühle, da ich ja gezwungen bin , wie jeder andere Mensch auch: Geld zu verdienen.

Ich habe keine Lösungen, ich kann nicht Miliarden Menschen zur Vernunft bewegen, diese damit retten und dabei nur von Liebe und Luft leben. Ich glaube wir werden alle Scheitern, weil wir nur unseren Träumen hinterher und vor unseren Ängsten davon laufen. Und das wir mit der Realität nicht sonderlich viel anfangen können, sieht kann man an der Geschichte ablesen und so wird es wohl leider auch in Zukunft bleiben, sofern nichts dagegen unternommen wird.

Was soll ich tun um das Leben nicht als langweilig zu empfinden? Soll ich mich etwa ablenken und zu sehen wie sich Jeder, eingeschlossen ich selbst, kaputt macht? Es gibt keine Lösung für mich und damit werde ich wohl leben müssen, bis es vorbei ist. Dumm nur das ich sehr ungeduldig bin. Wann geht das endlich vorbei, wann ist Schluss mit diesem zivilisierten Wahnsinn?

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