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Auf der Suche nach der revolutionären Zeit

Die Lohnarbeit ist Ohnmacht, weil der Lohnarbeiter nicht über ihren Inhalt bestimmen kann. Weder was gebaut wird noch wieviel gebaut wird, noch warum es gebaut wird. Oder wieso überhaupt irgendwas betrieben wird. Der letzte Grund ist genauso jenseits der klaren Entscheidung des Lohnarbeiters wie ihre Form. Und nie ist sicher, ob das produzierte Produkt überhaupt Absatz findet. Die Spekulation und Krise wohnt jeder Sekunde Lohnarbeit inne.

Und dann gesellt sich zur Ohnmacht noch der Betrug. Der Lohnarbeiter bekommt nur einen Anteil des von ihm erwirtschafteten Gesamtprofits. Es ist Betrug, dass er nicht den gesamten Anteil bekommt. Der Betrug verdoppelt sich, da dem Lohnarbeiter die Produkte, die er herstellt, nicht gehören und er sie auf dem Markt zurück kaufen muss. Er bezahlt also vielfach drauf, mit seiner Zeit, seinem viel zu geringen Anteil am Profit eines Produkts, welches er auch noch zurück kaufen muss.

Aber das ist nicht alles. Zur Ohnmacht und dem Betrug kommt auch noch der Selbstbetrug dazu. Es geht hier nicht einfach um Arbeitsfetischismus, sondern um den Staat. Der Staat legt per Gewaltmonopol fest, dass die Lohnarbeit so ist, wie sie ist: Ohnmacht, Betrug, Spekulation und Krise. Aber der Staat hängt wie der Konzern vom Lohnarbeiter ab. Wenn der Lohnarbeiter keine Profite erarbeitet, geht der Konzern und Staat zugrunde. Insofern bezahlt der Lohnarbeit den Staat dafür, dazu gezwungen zu werden, dass er betrogen wird und ohnmächtig bleibt.

Nun ist es aber so, dass das Problem sich nicht lösen lässt, wenn man den Staat erobert, denn das würde nichts am Inhalt des Staates ändern. Und das Problem des Parlamentarismus liegt darin begründet, dass ein Stellvertreter die eigene Meinung wohl kaum so gut darstellen kann, wie der originelle Meinungsvertreter. Und der Konzern agiert so wie eine Henne, deren Kopf man gerade abgeschlagen hat. Alles was dem zugrunde liegt, der Warenfetischismus, wäre nur zu lösen, wenn das Geldrätsel gelöst ist.

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Don’t be afraid. We are all gonna die anyway.

Keine Sekunde darf ein Gedanken darüber verschwendet werden, was andere Menschen über einen denken könnten, wenn man bestimmte Dinge tut oder sagt. Grundsätzlich ist es daher gefragt, möglichst radikal den eigenen Impulsen nachzugehen und ihnen bestmöglichen Ausdruck zu verleihen. Die Angst vor Ablehnung oder Respektlosigkeit ist wie jede Angst letztlich irrational, auch wenn in Gefangenschaft dieser Angst, das nicht direkt auffällig wird. Wir leben in einer Abfolge von Generationen, die den Zerfall und Verfall erleben, leben und reproduzieren. Davon ist niemand frei.

Es ist entscheidend, die Kritik hieran zu maximieren, um sich nicht mit diesem Falschen gemein zu machen. Der Preis ist mit aller Wahrscheinlichkeit, dass das blanke Unverständnis von tausenden Leuten einem entgegenschlägt, schliesslich ist es normal den Alltag hinzunehmen, die Lohnarbeit zu absolvieren, sich einzurichten in den Katastrophen. Freilich gibt es gar keine andere Möglichkeit als sich zu arrangieren, um nicht direkt den Suizid zu vollziehen. Als Konkurrenz- und Rechtssubjekte sind wir ohnehin funktionalisierte, funktionalisierende Objekte, die eingerichtet sind in die Kapitalverwertung und richten diese zugleich aus. Daraus entflieht keiner, egal ob jemand nun in Bangladesh Fußbälle für ein paar Cent zusammen näht, Milliarden auf den Bahamas-Inseln zählt oder in einem besetzten Haus kiffend Fußball guckt. So divers wie die Erscheinungsformen des Lebens sind, so monoton ist ihr Wesen. Das scheinbar Intakte ist nur Ausdruck einer Trägheit von Krise, die sich noch nicht an diesen konkreten Punkt innerhalb einer Beziehung oder Identität durchgeschlagen hat. Allerdings ist nicht, wie es im Titel dieses Textes scheinbar anklingt, von Fatalismus auszugehen, wenn man die Gewissheit hat, dass alles tödlich enden wird, sondern vielmehr für die Zeit und Momente zu streiten, die bis zum Tode möglich sind. Insbesondere geht es um die Potenz nachfolgender Generationen, die sich mit den katastrophalen Folgen der jetzigen Katastrophen herumschlagen werden müssen. Insofern ist die Verantwortung für die Radikalität der Kritik stark intersubjektiv und abstrakt. Konkret dankt einem keiner, wenn man Kategorien und Sozialverhältnisse wie Wert, Gender, Staat, Kapital, Nation, Religion, Lohnarbeit als irrsinnigen Unsinn kritisiert und zurückweist. Es ist allerdings historische Pflicht auf deren Überwindung zu zielen und hinzuarbeiten.

Der Preis für diese Haltung darf nicht unterschätzt werden. Die Folgen können jahrzehntelange Einsamkeit, Armut und kräftezehrende Kämpfe ohne Aussicht auf Erfolg sein. Es gehört zur Historie der Linken grundsätzlich zu Scheitern. Die Auseinandersetzung mit komplexer Theorie verschlingt Jahre bis irgendeine halbwegs gesicherte Erkenntnis möglich ist und selbst dann ist sie womöglich schon wieder veraltet. Auch hier liegt erneut ein Grund vor möglichst radikal vorzugehen und schon beim Einteilen des Alltags keine Kompromisse mehr zu machen. Wer die Theoriearbeit vernachlässigt, vernachlässigt die Menschwerdung der Zivilisation. Die Menschheit befindet sich in der Pubertät und dementsprechend sind die Vorwürfe ihrer einzelnen Exemplare in den meisten Fällen nicht dringlich wahrzunehmen. Die ganze psychische, kognitive bzw. intellektuelle Konstitution des Subjekts wohnt im Zerfall und Verfall, denn die Fähigkeit eines vernünftigen Realitätssinn kann nicht auf der Grundlage von permanenter Mobilmachung für die Kapitalakkumulation gedeihen, auch wenn der produzierte Überfluss eine Dynamik der Möglichkeit zur radikalen Veränderung dieser unmündigen Verhältnisse enthält.

Fehler werden andauernd gemacht. Keiner ist frei von Mängeln. Perfektion wäre Ausdruck von Unmenschlichkeit. Daher darf man sich die eigene Mangelexistenz zugestehen, aber sollte sie zugleich nicht idealisieren. Also keine Angst vor Fehlern, sie sind vielmehr Wegweiser zur wünschenswerten Realität. Die Menschen vergessen einen ohnehin laufend. Sie nehmen häufig nicht einmal Notiz von sich selbst. Alle sind sich fremdgeworden und bluten aus sich heraus. Die Unzuverlässigkeit und Oberflächlichkeit menschlicher Beziehungen resultiert vornehmlich daraus, dass sie dem Kapitalprozess anhängen. Der Zerfall von Empathie und Intellekt kommt daher, weil dieses Vermögen ausschliesslich auf einen monotonen Zweck zugerichtet wird. Generation für Generation war das Wirtschaftswachstum der größte und einzige Imperativ. Alles andere zog sich dem nach. Häufig werden technologische Faktoren wie Smartphones für die Unfähigkeit zur Zwischenmenschlichkeit angeführt, aber das verkennt den inneren Gehalt unserer Gesellschaft. Die sich permanent überschlagende und umwälzende Politökonomie geht von den Individuen aus, die sich damit zugleich ebenso permanent zerstören und für neue Anforderungen der Wertverwertung modernisieren. Dass der Mensch sich permanent selbst verdinglicht und damit die ganze Identität auf eine Maschine reduziert, erzeugt u.a. permanent psychische Gebrechen. Depressionen und Burn-Out gelten als Massenphänomen, aber es gibt auch mildere Subformen davon, die man logischerweise als noch weiter verbreitet vermutet werden können. Auch hier ist wieder ein Argument zu finden, warum man sich nicht von anderen Menschen nicht abhängig machen kann. Ihre Urteile und Verurteilungen beruhen nicht nur auf Antiintellektualismus und Zivilisationsfeindschaft, sondern auch auf Verzweiflung und Regression. Wer diesen Irrationalismus Ernst nimmt, ist selbst Teil davon und wird entsprechend nie wieder glücklich im Leben, obschon Glück ohnehin eine generelle Marginalität ist.

Ohne Distanzierung von der allgemeinen gesellschaftlichen Realität zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, wird auch keine radikale Kritik an ihr möglich sein, weil die Lohnarbeit den Intellekt genauso korrumpiert wie das emotionale Gefüge. Lohnarbeit macht dumm und krank, raubt wertvolle Lebenszeit, wenn nicht gerade das seltene Glück getroffen wurde, von der Kritik monetär leben zu können. Und selbst dann besteht die Gefahr, dass aus Existenzängsten oder ökonomischen-politischen Krisen heraus eine Kündigung droht und daher eine Anpassung also Beschneidung der radikalen Kritik erfolgen muss. Niemand kann einem irgendetwas garantieren. Jeder ist austauschbar. Alle sind abhängig von der Kapitalakkumulation. Es gibt keine Autonomie davon. Permanent ist mit einer enormen Unreife des Geistes und der Tat zu rechnen, die von einem selbst aber auch anderen performativ mehr oder weniger streng und heftig realisiert wird. Selbsterkenntnis bedeutet auch Selbstzerstörung im Sinne von Vernichtung der persönlichen Illusionen, was harte, undankbare Arbeit bedeutet. Wer sich selbst der Illusionen beraubt, der steht ungefiltert einer grauenhaften Realität gegenüber, die allgemein stets verklärt wird. Die lohnende Qualität hierin liegt ausschliesslich darin, dass bei Fortsetzung dieser Tätigkeit eine aufklärende Erklärung ausgebreitet werden kann, die auch andere Menschen inspiriert, diesen Prozess bei sich anzugehen, was letztlich soziale Realität wandeln wird. Allerdings ist das eine sehr romantische Vorstellung, die selbst eingestehen muss, dass das Jahrzehnte andauert, keine Garantien enthält und zugleich permanent bedroht ist von der krisenhaften Alltäglichkeit von Identität bis Kapitalverwertungsprozess.

Der allgemeinen Unkenntnis, dem permanenten Vergessen wohnt auch das Glück inne, sich davon loszulösen und innerhalb von deren blinden Flecken eine Existenz zu fristen, die sich bei entsprechender Hingabe nahezu komplett davon distanziert. Es wird zwar immer ein Restbestand von ekelhafter Instrumentalität und Formalisierung in der eigenen Identität und Realität existieren, aber man kann diesen über Kritik unschädlicher machen, als wenn man sich ohnmächtig ergibt, wie es die breite Masse der Individuen in der Wirtschaft, Politik, Kultur, Kunst, Sport und diversen anderen Segmenten der Gesellschaft unternehmen. Der Konformität aller wohnt auch ein Zauber zur Revolution inne, den es zu erlernen und vollführen gilt.

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Gekränkte Charaktermasken

Es gibt eine unbewusste Angst vor der Erkenntnis, welche sich in dysfunktionalen Verhaltensmustern äußert. Die Zivilisationsfeindschaft zeigt sich in konkreten bis diffusen Antiintellektualismus. Das geringe Aufmerksamkeitsvermögen hilft ungemein dabei, nicht hinsehen zu müssen und davon abzusehen, die unbewussten Verhältnisse bewusst zu gestalten. Die grassierende Verantwortungslosigkeit von der direkten Nachbarschaft bis in die Spitzenpolitik zurück ins eigene Hirn, reguliert und definiert die alltägliche Verklärung, Ignoranz, Schiefheilungen und Fehlleistungen. Hieraus ergibt sich eine Denunziation der Erkenntnis sowie ihrer Möglichkeiten. Die Lust am Verdrängen, war historisch stets größer als die Lust zur Erkenntnis und Vernunft.

Die Individuen internalisieren den politökonomischen Verwertungszwang, bilden hieraus ihre Identität, machen sich gleich mit dem Falschen, verdinglichen, instrumentalisieren, formalisieren, entleeren sich, um die Reproduktion der Vernichtung der Zivilisation in modernisierter Form dynamisch zu entfalten. Nachdem also in jeder Kindheit die Individualität sich über Konformität, Gebote und Strafen erst zerbricht und dann zusammensetzt, erfolgt über Ängste, Projektionen, Zwangsgedanken, Gelüste, Obsessionen eine Zementierung und Zuspitzung der individuellen und allgemeinen Ohnmacht und Todessehnsucht. Weder in den persönlichen Beziehungen, im eigenen Körper noch im Unternehmen oder in den Parlamenten ist das Individuum sein eigener Herr. Das Individuum unterliegt als Verleiblichung der Wertverwertung dem Tauschwert gemäß Marx und den unbewussten Triebkräften des Es gemäß Freud. Das Ergebnis ist eine systematische Irrationalität, die laufend individuell internalisiert, interpretiert, aktualisiert und reproduziert wird. Ausdruck davon sind u.a. die destruktiven Befriedigungsformen, die sich politisch im Postnazismus bzw. Nazismus äußern.

Die Welt ist nur noch über den Rückzug in die Kunst und Theorie zu ertragen. Hierbei ist die Dosis möglichst hoch zu halten. Exzessive mehrstündige Sessions in der Theorie und in der Musik sind ein elementares Therapeutikum: Eine kurzfristige Notmaßnahme und Intervention gegen den eigenen und allgemeinen Zerfall. Wenn noch etwas intakt ist, dann die Klarheit des Arguments oder die Dopeness des Vibes. Aber das ist schon Verklärung, eine kitschige bis infantile Romantik, die einer näheren Prüfung nicht stand hält. Die einen stürzen sich in Schlager, die anderen in Vaportrap. Prekär ist die Anlage der Ästhetik von Kunst und der Erkenntniskraft von Literatur, werden sie doch gemeinsam aus dem Elend der Welt geboren. Der Rückzug ins Private ist gar keiner, denn ein Rückzug ist per se unmöglich geworden, weil die Totalität der politökonomischen Vernichtung aller Lebensformen im Sinne des Tauschprinzips alle Exklaven ausgerottet hat.

Die Herabsenkung des Reflexionsvermögens z.B. via Lohnarbeit führt zum Abschluss einer Barbarisierung. Stoisch bis fatalistisch wird das alltägliche Leiden als notwendig akzeptiert. Milliarden Menschen nehmen sich durch willentliche, findige und religiöse Vergötzung zerstörerischer Sozialstrukturen selbst in Geiselnahme eines dialektischen, übermächtigen Unvermögens, wodurch die Realität nicht so gesehen wird, wie sie ist, womit ihre Umgestaltung nach rationalen Kategorien so denkbar scheint wie fliegende Esel. Apathie, Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit, Rücksichtslosigkeit, Zerfall von Empathie und Intelligenz sind logische Ursachen und Wirkungen einer falschen Welt. Die Menschen sind nur noch wandelbare Abziehbilder und Erfüllungsautomaten der blinden, giftigen Politökonomie, zertrümmerte Wüsten in potentiellen Oasen. Ihnen scheint das Zermalmen Engelsgesang und Teufelsgeschrei zugleich. Die Religiosität der Alltagskultur unterscheidet sich nicht von einem Indianerstamm, obwohl dieser wenigstens noch Ursache und Wirkung in einer Verbindung sehen wollte. Zivilisation bedeutet heute Irrationalität zu rationalisieren, Wahnsinn als Notwendigkeit zu legitimieren, was Hungertote bei gleichzeitigen Wegwerfen von Millionen Tonnen frischer Lebensmittel zum Naturgesetz erklärt. Das Leiden der Menschen ist für die Menschen kein Anlass es abzuschaffen, sondern ist Ansporn, sich noch stärker an die Ursache des Leidens anzuschmiegen.

Ein Ausweg aus der Unmündigkeit kann nur die Potenzierung der Aufklärung bedeuten. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Interventionen gegen die aktuellen Regressionen sowie ihre Ursachen sind das höchste Mittel zur Überwindung des Autoritarismus und Irrationalismus in seinen Millionen Formen und Facetten. Dementsprechend stringent ist die Argumentation auf Psychoanalyse bzw. Erkenntnisse von Freud, Marx, Adorno und vielen anderen zu konzentrieren und auszubilden.

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Der freie Fall

Immer noch lebendig. Ich bin nicht tot zu kriegen. Hatte es auch nie angestrebt. Die Grenze der Leidensfähigkeit bestimmt sich durch die depressive Gleichgültigkeit. Ironischerweise hält gerade die Depression das Leiden in Grenzen. Wie schwarze Watte stemmt sich das innere Elend gegen das äußere Elend, obwohl oder gerade weil es sich gegenseitig bedingt. Im rücksichtslosen Herumlungern und Verkommen, dem dramatischen Dauerscheitern und Verwahrlosen hängt ein letzter Hauch von Weigerung und Lebenslust. Wahrscheinlich sollte ich das nicht glorifizieren, denn diese Flamme taugt sowieso zu nichts und erstickt mit Sicherheit von selbst, wenn man sie nur zu lange betrachtet. Die Frage ist, ob der Abgrund sich nicht auch relativiert, wenn man in ihn nur lange genug hineinblickt? Wenn der Abgrund in einen hineinblickt und man sich selbst zu eben diesen dadurch macht, so ist er doch auch gebannt. Man steuert den Abgrund als abgründige menschenartige Ruine und Gewissheit über das allgemeine Grauen sollte zumindest einen Überblick über das Schlachtfeld erlauben.

Es wird keine Rettung geben. Das ganze Leben wird eine Katastrophe bleiben. Die Trostlosigkeit ist eine viel größere Konstante geworden und geblieben als alles andere in meinem Leben. Egal was die Fantasie hergibt, die ohnehin stumpf- und rumpfartig ein absolutes Schattendasein führt, von der Flucht in andere Länder, Branchen, Sprachen, Milleus mit Drogen, Arbeit oder Sexualität: Überhaupt nichts überzeugt, um zu stabilisieren, weil die Realität von mir, anderen und allem immer Krise, Angst und Terror gewesen ist. Man steigt als alternder Kapitän ohne Mannschaft auf einen immer brüchiger werdenden Kutter und hofft wenigstens etwas bessere Sicht als zuletzt zu haben, obwohl man ja doch wie die Jahre zuvor nur im Packeis der Arktis festgefroren ist. Millionen Kilometer ist da einfach nichts. Kein Weg, keine Straße, keine Schilder, kein Ton, keine Gesichter. Rufen ist genauso nutzlos wie Suizid oder Weiterleben. Man beginnt Schwierigkeiten zu haben sich selbst zu erkennen und verliert sich mit dem Alterungsprozess immer mehr. Wahrscheinlich war sowieso nie etwas erkennbares vorhanden.

Dieses Zwischenreich bringt die eigene Existenz in eine merkwürdige Metamorphose. Bedingungen von Denken und Fühlen höhlen beides aus bis nur noch eine Nulllinie übrig bleibt. Man isst zwar, aber satt wird man nie. Man schläft, aber ausgeruht ist man nie. Man spricht zwar, aber gesagt wird nie etwas. Man trifft Menschen, aber man begegnet ihnen nie. Ständig passiert etwas, aber erfahren tut man es nie. Das Fernglas zerbricht unter der gefrorenen sozialen Dimension. Man steht auf der Brücke, der Eissturm brennt auf der Haut, die Schneestürme wirbeln um die Insel auf die man sich verständigt und zurückgezogen hat. Alles scheisse. Schon wieder. Immer noch. Andauernd. Überall tauchen Risse auf und Eiswasser rinnt in den Kutter. Man kann nur hoffen nicht zu schnell hinabzusinken oder zu erfrieren. Aber diese Hoffnung ist unlängst von der Gewissheit getrübt, dass man ohnehin nie Glück haben wird. Selbst wenn man überlebt, wird man nie ein Mensch sein. Es hat doch nie etwas anderes als Eiswüsten gegeben, an denen man sich blutig schlug. Warum sollten üppige Reserven gefunden werden, die das Hungern beenden? Warum sollte auch nur ein einziger verlässlicher Mensch gefunden werden, wenn er schon in der Vorstellung undenkbar ist? Warum sollte eine Idee gefunden werden, die aus der Hölle hinausführt? Wieso sollte auch nur irgendein Wort, dass einem einfällt, auch nur irgendwie helfen?

Gewiss ist nur, dass man müde und älter wird. Der Zerfall, die Zerstörung, die Trauer, das ist sicher. Schmerz, Wahnsinn und Ohnmacht darauf kann man seine Existenz bauen. Wenn der Körper dann seine verbissene Routine aufgibt und stirbt, kommt es zu einer ersten und letzten Ablöse der üblichen zentralen Gefährten von Existenzangst, Perspektivlosigkeit, sozialer Isolation, Antriebslosigkeit bis Hoffnungslosigkeit, Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit und Teilnahmslosigkeit. Die Verkrampfung löst sich dann endlich, aber nur um überhaupt alles noch gleichgültiger zu machen. Wenn die Finger schwarz werden und einem abfallen, ausgerechnet dann hat man es geschafft. Das Leben dient offenkundig nur noch als Überlebenskampf, als ein Leben, welches überwunden und ertragen werden muss. Soweit ist alles vergiftet. Alles wiederholt sich engstirnig, die geringen Variationen reduzieren, formalisieren sich laufend und täglich grüßt das Murmeltier.

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We are Trump

Um eine Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen herzustellen ist die Reflexion der eigenen Sozialisation, Familie, des persönlichen Umfelds, der Werte, Normen, Persönlichkeit notwendig. Dies alleine ist eine eklatante Selbstreflexion bzw. Reflexionsleistung, die von unserer Gesellschaft grundsätzlich nicht gefordert wird. Sie fordert lediglich Akzeptanz, Gehorsam und Übernahme all dessen, was ein Individuum seit Geburt vorfindet. Und weil die Gesellschaft unangepasstes Verhalten bestraft, ist das wichtigste, nämlich die Erkenntnis, nebenbei zu machen, wenn nicht gerade das Glück existiert, dass Freunde oder Familie einen unterstützen. Zu einem gewissen Grade ist es in jeder Gesellschaftsform üblich, dass nachkommenden Generationen etwas aufoktroyiert wird. Allerdings schiebt sich in unserer spezifischen Gesellschaftsform noch eine Dimension hinein, nämlich der irrationale Charakter der jetzigen Epoche. Dieser drückt sich im Zwang aus Profite zu maximieren. Dieser Zwang ist total geworden und damit als zweite Natur unwidersprochen anerkannt worden, sodass er permanent unhinterfragt reproduziert wird. Zugleich wurde nach zwei Weltkriegen die tatsächliche Konstitution der Gesellschaft verleugnet, die u.a. die Shoa überhaupt erst ermöglichte. Die Verhältnisse wurden nie insoweit verändert, dass die Shoa unmöglich wieder stattfinden kann. Mehr noch: Man hat den Faschismus demokratisiert. Ausdruck dessen lässt sich u.a. in allen Rechtsbewegungen weltweit in jüngerer Zeit erkennen.

Somit kämpft das Individuum also nicht nur gegen die eigene Regressionen, Verhärtungen und ringt um Selbstreflexion, sondern es kämpft auch gegen die nähere sowie fernere Regressionsleistung der sozialen Umwelt, die zugleich Erwartungen stellt, die über Lebensqualität und Reflexionsfähigkeit entscheiden. Wer arbeitet wird in diesem Zusammenhang dümmer, weil er einem Prinzip nachgeht, welches Reflexion nur im Sinne der Kapitalakkumulation benötigt und demnach jegliche Gedankenprozesse bestraft, die davon ablenken oder sogar auf eine Abschaffung zielen. Zugleich lässt sich die Erkenntnis über die Unwahrheit unserer Gesellschaft nur auf der individuellen Ebene leisten, da die Totalität sich tief in die Menschen eingegraben hat. Die Gesellschaft droht permanent in Banden zu zerfallen bzw. organisiert sich über Banden, d.h. auch Wissen wird nur innerhalb von Banden geteilt oder verhandelt. Ohne eine Bezugsgruppe, die spezifische Reflexionsgrade erreicht haben, um die Gesellschaft auf eine sinnvolle Weise zu hinterfragen, wird die Reflexionsleistung des Individuums ohne geniale Disziplin oder Kreativität schwach bleiben. Zugleich lässt die Auffindbarkeit von reflektierten Gruppen oder Individuen mit dem fortschreiten der instrumentellen Vernunft systematisch nach, weil traditionell, wie gesagt, nur systemimmanentes Wissen belohnt wird.

Die Fähigkeiten des gesamten Bewusstsein oder der gesamten menschlichen Intelligenz sind fest an den Produktionsverhältnissen verankert. Sie tradieren, manipulieren, segregieren, vernichten, wühlen im Menschen und durch den Menschen, reproduzieren die Herrschaft des Menschen über den Menschen. Die Menschen verhalten sich zu Menschen wie Dinge zu Dingen und der Mensch behandelt sich  selbst wie ein Ding, welches zu bearbeiten ist wie ein Bergwerk. Je länger er in sich wühlt und optimiert, desto leerer ist er im Verlauf des Lebens. Die permanente Mobilmachung im Sinne der kapitalverwertenden Nützlichkeit hält die Individuen derart in Atem, dass nur leere Wissensformen, die im Sinne eines Reiz-Reaktions-Schemas abgespuhlt werden, angewendet werden. Diese Logik arbeitet ins uns allen und der Kampf dagegen ist das Interesse der Menschheit. Trump ist eine Persönlichkeit, die für eine postnazistische Ideologie steht, die sich gerade durch eine opportunistische Anpassungsleistung an diese zerstörerischen und irrationalen Verhältnisse auszeichnet. Wahllos prügelte er auf Minderheiten ein, schliesslich gelten sie auch in der Kapitalakkumulation als wenig profitabel. Zugleich wohnt in seinem Größenwahn auch der Wahn, der stumme Schrei der narzistischen Kränkung, die der Kapitalismus jedem Individuum in jeder Kindheit mehr oder minder stark antut. Die Popularität des neuen US-Präsidenten zeigt den weiten Verbreitungsgrad der autoritären Persönlichkeit, die jegliche Reflexion über sich und die anderen ausschliesslich im Sinne des Profits unternimmt.

Das Wissen, welches zur Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse im Sinne einer Abschaffung von Hunger, Krieg, Antisemitismus, Antifeminismus, Rassismus, Antiziganismus, Homophobie uvm. nötig wäre, setzt sich nicht durch, weil es keine Profite abwirft, weil es der systemimannenten Logik widerspricht, weil keine kapitalkräftigen Banden für sie kämpfen. Die Atomisierung, Entpolitisierung und Entleerung der Individuen lässt sich akut in allen sozialen Beziehungen deutlich erkennen. Die Profitmaximierung hat die Individuen so stark erschüttert, so häufig ins Gesicht geschlagen, dass sie immer stärker in ihrer Regression, Verantwortungslosigkeit aufgehen und ein postfaktisches Zeitalter mit faschistoiden, islamistischen, nationalboschewistischen bis technokratischen Führerfiguren wie Trump, Petry, Hofer, Putin, Erdogan, Gabriel, Wagenknecht und Co. begründen. All hope is gone, denn es gibt keinen Ort außer der immer schwächer werdenden Reflexionsleistung des Individuums, welches sich auf unzähligen Fronten und Ebenen zu behaupten hat, während es zugleich das so wichtige revolutionäre Potential erfassen, denken und ergreifen muss. Panik, Angst, Wut und Trauer sind keine guten Ratgeber, aber sie sind alles was neben all den Erschütterungen, Katastrophen und Umwälzungen in den letzten Jahrzehnten übrig geblieben ist.

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Capital Angst

Es ist nicht nur so, dass es permanent an Geld fehlt. Es fehlt auch an Bindungsfähigkeit von Beziehungen. Gleichgültig ob im studentischen Milleu, der heimischen Familie oder im rationalisierten Berufsfeld: Die fehlende Garantie, dass irgendeine Geste, Handlung oder Aussage zur Stabilität führt ist allgegenwärtig. Die Garantie ist nie dagewesen. Es ist auf keinen Menschen, den man je getroffen hat, Verlaß. Niemand ist sicher. Die fortschreitende gesellschaftliche Verwandlung durch Umwälzung ist Zerstörung und diese Vernichtung entleert, zerstreut und definiert Zwischenunmenschlichkeit.

Auf Fragen folgt Stille, auf Ideen folgt Stille, auf Hoffnungen folgt Stille, auf Zärtlichkeit folgt Stille. Jahre vergehen voll mit Stille. Ist das die Stille nach, vor oder mitten im Krieg? Unsere Gesellschaft ist auf der Grundlage des Nationalsozialismus enstanden. Es ist Ausdruck der Demokratie Menschen durch Arbeit zu vernichten. Wir sind ihre Apologeten und Produzenten. Die rationalisierten mystischen Riten unseres Alltags werden hingenommen, ertragen, mitgetragen, weiterentwickelt, obwohl Menschen bereits jetzt kaum mehr als Stümpfe sind. Das Nebulöse des Lebens lässt sich nicht mit wilden Handbewegungen vertreiben. Es gibt keine Strategie aus diesem asozialen Labyrinth, sofern die Lage nicht erkannt wird.

Erst wenn der Eindruck entsteht, dass die eigene Anspassungsleistung derart erwachsen ist, dass andere davon profitieren könnten, wird aus der Stille eine ominöse, verdächtige Lärmigkeit. Die Gewissheit über einen Menschen lässt sich vornehmlich nur dann klären, wenn es um Fragen von Geld geht. Die Beziehungen sind durch das Kapitalverhältnis in permanenter Umwälzung geprägt, sortiert, demgemäß ist es nur logisch, dass Prestige sich ausschliesslich über Macht, Gewalt oder Kapital ausdrückt. Etwas riskieren, organisieren, entwickeln, konsumieren können nur jene, die es sich leisten können. Jenen, denen es an solcherlei Prestige mangelt, werden außenvor gelassen, vergessen, abgelehnt, denunziert, indirekt oder direkt ermordet.

Die ganze Wertigkeit eines Menschen wird also von kapitalgesteuerten Konkurrenzbeziehungen vornehmlich definiert. Erst das Geld erlaubt Souveränität und lässt Angst im Alltag durchstreichen. Fehlen die monetären Mittel, ist Existenzangst vorprogrammiert, genauso wie soziale Ächtung und der totale Niedergang. In einer Gesellschaft von Mitmachern und Mitläufern, die die strukturellen Ursachen vergangener Katastrophen von Weltkriegen bis Holocaust in der jetzigen Gesellschaft verdrängen, ignorieren und mit ihrer Tätigkeit aufrechterhalten, ist keine Solidarität, Empathie, Unterstützung, Freundschaft oder auch nur ein längeres, vertrauensvolles, reflektiertes Gespräch zu erwarten.

Blickt man herum, im Nebel des Alltags, so ist da niemand außer man selbst. Greift man nach anderen, greift man ins Leere, egal ob man sie nun umarmt oder ihre helfende Hand benötigt, um nicht zu ertrinken. Und umarmt man sich überraschender Weise doch, ertrinkt man un­ver­se­hens zusammen. Die Alltagsroutine sämtlicher Milleus ist von einer gespenstischen und barbarischen Egalität gegenüber bzw. unter allen Konkurrenzsubjekten geprägt. Wichtige Informationen, um den Alltag zu bewältigen oder gar monetäre Mittel zu erlangen, die überlebenswichtig sind, erlangen nur elitäre, rücksichtslose Minoritäten, Interessengruppen, die sich unter die sowie um die Kapitalakkumulation herum formieren und gegen andere Banden verteidigen. Cliquen simulieren Nähe und Intimität, die objektiv überhaupt nicht gegeben ist. Da alles kalt, tot und irre ist, haben sie permanent Krise und Hochkonjunktur zugleich.

Ohne permanente Demonstrationen der Macht, Stärke, Fleiss und Konformität droht das Individuum unterzugehen und vernichtet zu werden. Alles unter dem Banner der Freiheit und Demokratie. Zugleich ist die Individualität von Geburt an als konformes Bandenmitglied festgestellt. Niemand ist frei, wenn er dem Diktat von Kapital folgen muss und etwas Kapital nur erlangt, wenn er einer Interessensgruppe folgt, die vom Kapital geprägt und abhängig ist. Der Arbeitsplatz in einer Abteilung eines Unternehmens, der einem den Alltagsinhalt maßgeblich auferlegt und sämtliche Emotionen oder Gedanken gewaltsam strukturiert, schliesslich ist Lohnarbeit kein Wunschkonzert, ist Ausdruck dieses Machtverhältnisses. Die Lehrpläne an den Schulen und Universitäten, die auf die Studenten nonchalant als Gewalt- und Machtverhältnis einwirken, denn ohne Gehorsam ist kein Abschluss zu machen, strukturieren indirekt das, was das Kapitalverhältnis wünscht. Darüber sind alle erschrocken und geschockt, lenken sich dann aber aufgrund der Geschlossenheit dieser Totalität mit irrwitziger Betriebsamkeit von dieser Erfahrung ab.

Das Streben nach einem normalen Leben innerhalb dieser Umstände bedeutet automatisch die Sortierung der Menschen nach Zwecken, Interessen, Nützlichkeit, Anpassungsgrad gegenüber dem Kapital. Diese Sortierung ist Zerstörung. Sie bedeutet Verdinglichung und Negation aller Manigfaltigkeit. Prestige, Beziehung, Individualität, Schönheitsideale oder Werte oder Charakter sind demnach direkter Ausdruck der Kapitalakkumulation. Diese Monokausalität changiert dialektisch innerhalb und über unzähligen Vermittlungsformen. Der Habitus einer Charaktermaske funktioniert unter Zuckerbrot und Peitsche des Kapitals. Die Hoffnungslosigkeit  niemanden zu finden, der vertrauenswürdig ist, ist schon zutiefst im Menschen über das gesellschaftliche Verhältnis angelegt. Darin liegt die Trost- und Ausweglosigkeit unserer Moderne.

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Mit allem verlassen sein

Der Verlust ist eine tragische Alltagserfahrung. Wenn es normal ist, dass es keinen Menschen gibt, der das eigene Leben vervollständigt oder der sich seiner annimmt, dann ist die eigene Zerstörung vorgezeichnet. Die Hoffnungslosigkeit und Apathie strömt in die leere Identität und von dort vollzieht die Gewissheit ihr giftiges Werk. Sie konstatiert, dass man immer allein sein wird, weil es gar nicht anders sein kann, da die Welt generell unter Liebesmangel leidet. Es ist eine tödliche Klarheit. Das Ersticken an sich selbst und durch das Nichts, was in den anderen wohnt, als Keimform des Alltags. Und das Überleben konzentriert sich auf eine permanente Reduzierung und Rücknahme von allem, was man vielleicht hätte wollen können. Die Vorsicht als Triumph über alle Spontanität. Der nächste Moment könnte die letzte Enttäuschung bereiten, weil es danach nichts mehr zu erfahren gibt. Diese krankhafte Innerlichkeit und versumpfende Wehleidigkeit ist mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Aber die Zerstörung entspringt nicht nur der eigenen Identität, sondern auch aus dem Umfeld, woraus letztlich die Identität überhaupt geraten konnte. Es zermalmt einen den Magen nicht zu wissen, ob man morgen noch genug monetäre Mittel haben wird. Die Gewissheit, dass die Gesellschaft einen jederzeit vernichten kann und es niemanden negativ auffällt, weil die alltäglichen Katastrophen in millionenfacher Form üblich sind, erstickt alles. Man verliert nicht nur Lebenszeit oder Kraft, was noch natürlich wäre, sondern auch Wohlstand, sobald man nicht in den Kapitalismus investiert, der systematisch alles zerstört. Man investiert Zeit, Kraft, Nerven in diese Wirtschaftsform, obwohl sie auch einen selbst vernichtet. Es gibt nur eine Angst, die innerhalb des Jobs antreibt: Man hofft, dass es für einen noch reichen wird. Man schliesst sich einer Bande an, die in Konzernkreisen als Team tituliert wird und alles geht ganz professionell, routiniert zu. Der hohe Druck gehört genauso wie die interne und externe Konkurrenz zum Alltag. Und schon ist man ausweglos in einem brennenden Labyrinth gefangen, welches zunehmend verrauchte Gänge und Sackgassen enthält. Jede Hand, die sich dir reicht, will Dir nicht helfen, sie will Dich schlagen und berauben. Die Kosten erhöhen sich Monat für Monat, die Löhne stagnieren und sinken, die Arbeitszeit und Aufwand erhöhen sich. Das Alter schärft die eigene Mangelhaftigkeit. Wer nicht früh vorgesorgt hat, mit einem Netzwerk aus Unterstützern oder Erbschaften oder sonstigen unfairen Vorteilen, der ist geliefert und muss den Misserfolg als Alltag ertragen. Die ganze Reflexion besteht allerdings so oder so aus der Frage, ob man Geld haben wird oder nicht. Die Angst prägt zusätzlich die geistige Wüste.

Es stellt sich jeden Tag erneut die Frage, wie man angesichts solcher Zustände überhaupt leben soll. Die Lust am Leben ist ohnehin bereits vergangen, wenn die Katastrophen, die anderen unschuldigen Seelen angetan wird, in das Bewusstsein genommen werden. Wer sich nicht an das Falsche anpasst, fliegt innerhalb weniger Wochen auf die Straße. Der herrschende Gewaltapparat zwingt, nötigt einen mit allen bürokratischen Mitteln zurück in das ökonomische Getriebe, weil das alles ist, was der Mensch heute sein darf. Wer zu arrogant, unbekümmert, übermütig, illoyal ist, der stirbt den leisen Tod, der geht den sozialen Abstieg. Mord ist in dieser Gesellschaft ein allgemein akzeptiertes Mittel, um sich der überflüssigen Menschen zu entledigen. Das beweist die Asylgesetzgebung jeden Tag an den Grenzen und im Mittelmeer, wo Tausende bereits durch unterlassene Hilfeleistung ermordet wurden. Man braucht nicht zu glauben, dass irgendwer einem zu Hilfe eilt, wenn man selbst zu Ertrinken droht, denn Blut ist genau das, was essentiell diese Gesellschaft vorantreibt. Das ist ihre instrumentelle Vernunft nach der sich alles organisiert.

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Für dich hat es nicht gereicht

Depressionen verhalten sich diffus, hinterlistig, unerbittlich, wahnsinnig. Sie schleifen, zerren, versenken sämtliche Möglichkeiten eines Tages und einer Identität. Selbst wenn man sich ihrer bewusst ist, bedeutet das nicht, dass man sie dadurch zurückdrängen kann. Im Gegenteil, es macht sie stärker und schrecklicher. Wenn gestern noch ein Mittel gegen sie gewirkt hat, ist es im nächsten Moment ein Beschleuniger für diese schwarze Hysterie. Und die wertvollen Jahre, die nie wieder kommen, ziehen vorbei während teure Therapeuten um Geduld bitten, schliesslich würde eine Genesung hier von vielen Faktoren abhängen. Aber die Wahrheit ist: Hat man einmal diesen dunklen Begleiter, wird er einen nie wieder verlassen. Und man wird sich damit abfinden müssen, dass jeder Tag und jede Nacht schwerer sein wird, als sie sein müsste. Permanent wird man sich vor Gesunden für das eigene absurde Verhalten entschuldigen müssen, welches von wahnwitzigen Stimmungs- und Gedankenschwankungen geprägt ist. Der reisserische Kraftverlust raubt nicht nur Lebensmut, sondern auch die Kraft irgendein Projekt zu realisieren, welches Lebensmut schöpfen könnte.

Die Unmöglichkeit den vollen Umfang dieser schwarzen Pest in wenigen Worten darzustellen, ist nur ein Aspekt, der die Vereinsamung vorantreibt. Es ist vorallem diese Unendlichkeit und Unberechenbarkeit die dominant Handlungen und Sichtweisen prägt und zu Boden reisst. Der Zweifel ist dann einfach stärker. Nichts taugt mehr für irgendwas. Die Gleichgültigkeit ist nur dann noch ein Glück, wenn sogar Suizid belanglos erscheint, auch wenn man sonst nicht mehr zum Leben ausreicht. Der Verlust von Sexualität, Partnerschaft, jeglichen Bezug zum eigenen Körper, von Lebensmitteln ist bloß der äußerliche Ausdruck des verschwundenen Glücks den andere für so normal halten. Da das Leben generell schon schwierig ist, wird es unmöglich, wenn schlafen oder aufstehen unerträglich ist. Kommt noch Schwindelgefühl und Konzentrationslosigkeit hinzu, ist ein Stadium erreicht, das irgendwo zwischen Leben und Tod gefangen im eigenen Körper changiert. Womöglich könnten radikale Maßnahmen noch eine wünschenswerte Veränderung erziehlen. Es gibt zumindest einige Hanfpflanzen, die eine einschläfernde Wirkung haben. Aber das würde nur einen winzigen Teil lösen. Wenn man als Depressiver einige Jahre vollgemacht hat mit Todessehnsucht und Gleichgültigkeit, ist man ein manifester Zyniker mit cholerischen, dummen und infantilen Zügen. Der Charakter ist längst von der mentalen Instabilität geformt worden. Man ist damit unfähig geworden sich wieder in ein normales Leben einzufügen, Beziehungen zu pflegen und am Arbeitsplatz entsprechend leistungsfähig zu funktionieren. Das Leben steht einem dann solange im Weg, wie man selbst lebt. Zugleich ist diese Unfähigkeit aber auch etwas, was wiederum neue Depressionen auslöst, weil das eigene Unvermögen die Integration verhindert und schliesslich zur Rebellion im Sinne einer Teilnahmslosigkeit einlädt.

Zugleich bietet das Leben selbst genug Gründe depressiv zu werden oder depressiv zu bleiben. Niemanden ist zu trauen, weil niemand sich kennt oder kennen will und die Gespräche oft kürzer sind als der Zeitraum, der für das Rauchen einer Zigarette von Nöten ist. Unser Zeitgeist ist so, dass sich das Individuum, welches sich in Milliarden Körpern momentan verhält, für die Kapitalakkumulation entleert und ausschliesslich über diese Entleerung verhält. Wenn also alles was menschlich ist, von einem unmenschlichen gesellschaftlichen Verhältnis definiert wird, warum sollte dann irgendein Individuum menschlich und empathisch sein? Es ist grundsätzlich immer beschädigt und damit unfähig die eigene Beschädigung im eigenen Menschenleben vollständig aufzuheben. Diese Tatsache wird oft nicht bedacht und jene, die sie sehen, werden angefeindet und ausgegrenzt. Es gibt gute Gründe, sich von anderen Menschen fernzuhalten. Für einen Depressiven bedeutet dies aber auch, dass man sich sehr gern von sich selbst fern halten würde, es aber natürlicher Weise nicht kann. Das eigene Unvermögen, die gesellschaftlichen Anforderungen, die man internalisiert hat, der permanente Zeit- und Konkurrenzdruck, die enorme soziale Isolation und die geringen Chancen auf Vertrauen und Verlässlichkeit zu treffen, befördern Depressionen ungemein. Das Gesundheitssystem ist darauf nicht vorbereitet. Es ist dafür nicht ausgebildet, es ist zu teuer und überlaufen.

Wenn die Depressionen und das Leben genug Überdrüssigkeit erzeugt haben, wenn man als Depressiver müde geworden ist gegen Windmühlen anzukämpfen, dann wächst die Gewissheit, dass es aus vielen Gründen für einen eben nicht gereicht hat, glücklich genug zu sein. Alles ist beschädigt in dieser Welt, keine Frage, nur hatte man als depressiver Mensch wohl eine besondere Portion Unglück erhalten. Entweder über die Familie, die Sozialisation, die Arbeitgeber oder Freunde, die letztlich alle Feinde oder Desinteressierte waren. Es ist sicher nichts persönliches gewesen, dass man so geschunden wurde und darunter gelitten hat. Der gesellschaftliche Irrsinn ist eben normal, nur geht der Depressive daran zugrunde, während der genorme Normale sich darin einrichtet. Die Kraft der Depression erwächst aus dieser zerstörten Welt und daher kann sie nur bezwungen werden, wenn die Welt geheilt würde. Aber dieses Mittel gibt es nicht.

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Das größte Tabu unserer Zeit

Die Abwesenheit von Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen kommt dem eigenen Suizid gleich und doch ist es gelebte Praxis von den aller meisten Menschen. Es ist als ob einem die eigene inhaltliche Substanz des Lebens gleichgültig wäre. In dem Moment, wo Politik, Ökonomie, Psychologie, Sexualität, ja überhaupt jeder elementare Bestandteil unserer Existenz mit Distanz behandelt wird, z.B. durch Unschärfe im Begriff oder in der Untersuchungsmethode, scheint die Fäulnis des Ablebens auf. Wer den Dingen nicht auf den Grund geht, der erstickt sein Verhältnis zur sozialen, generellen Umwelt und zu sich selbst. Es sind kleine Tode, wenn der Hunger, der Krieg, die Lohnarbeit, der Staat, das Kapital, der Rassismus, Faschismus usw. usf. ignoriert wird. Und diese Ignoranz wird täglich praktiziert.

Es gibt diese unheilvolle Hoffnung in den allermeisten Menschen, sie könnten über die alltäglichen Katastrophen mit Ideologie, Verklärung, Ignoranz oder Naivität hinwegsehen. Aber die Ausblendung und Verdrängung ist Verantwortungslosigkeit. Letztere feiert nicht das Leben, es wird dem Leben nicht gerecht, es zertrümmert das Glück, welches möglich wäre. Wer das Leben liebt, muss sich in die Katastrophen hineinknien und ihner Logik nachspüren, um sie endgültig zu bezwingen. Und das bedeutet den Schmerz sowie die Einsamkeit von Erkenntnis. Hier ist keine Starrsinnigkeit oder Ängstlichkeit gefragt, sondern reflexive, dialektische Theoriearbeit, die zugleich mutig und intelligent in ihrer Analyse und Kritik auftritt. Nur in dieser radikalen, widerständigen Lebensweise kann dem Leben nähergekommen werden, kann das bewahrt werden, was wir Menschlichkeit nennen. Wenn wir lernen uns selbst zu heilen, kommen wir im Leben an und die Katastrophen werden austrocknen.

Die Bildung und Aufklärung muss erweitert und radikalisiert werden. Es ist ein Skandal, dass hier gespart wird und die Bildung ausschliesslich als Profitmaxierer dient. Jene millionenfache Teilnahmslosigkeit, die regelrecht automatisch in Besinnungslosigkeit mündet, kann nur in größeren Katastrophen münden, denn sie ist genau das, was unsere gegenwärtige Politik in Ökonomie und Wissenschaft ausmacht. Niemand kann es ertragen, wenn ihnen die alltägliche Praxis als Teil einer totalen Falschheit um die Ohren geworfen wird, aber es ist notwendig, weil nur so das Paradies auf Erden möglich sein wird. Es muss solange ausgesprochen werden, was ist, bis sich endlich die Verhältnisse dem Willen der Menschen beugen. Die Herrschaft des Menschen über den Menschen muss auf den Haufen der Geschichte geworfen werden.

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Wenn Tränen nicht genug sind

Die Sinnlosigkeit des Lebens steigert sich mit der irrationalen Gesellschaft in der wir leben. Natürlich fällt das nicht auf, wenn das soziale und berufliche Leben scheinbar intakt ist. Aber jeder gerät dann und wann in eine Schocksituation, wenn ihm ein winziges Element des alltäglichen Grauens plötzlich entgegentritt. Ein Erlebnis außerhalb der barbarischen Routine verschlägt kurz die Sprache, die sonst alles zurecht zu rücken weiss. Der schmutzige Obdachlose, der stinkend und versunken im Rausch mitten auf der Rolltreppe liegt, wäre so ein exemplarisches Bild, wo die Massen ignorant drübersteigen, um noch mehr solcher gescheiterter Existenzen hervorzubringen.

Das mir der Ekel entgegenschlägt, wenn ich auch nur daran denke die Wohnung zu verlassen ist einfach Ausdruck von Millionen Schlüsselerfahrungen, die über die Jahre zusammengekommen sind. Allein die Idee so zutun als wäre es völlig normal, dass jeden Tag zehntausende Menschen trotz genug Lebensmittel verhungern, schlägt mir jeglichen Lebensmut aus. Aber genau diese Ignoranz ist für alle Menschen kein Anlass irgendwelche Barrikaden zu errichten und solange zu streiken bis sich etwas ändert. Es ist sogar so, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man über so eine Tatsache empört ist. Und so geht es dann bei etwas geringeren Katastrophen weiter. Allein die Frechheit der Universität formale Logik über Reflektion zu stellen müsste ihren Untergang bereiten. Aber stattdessen gibt es von Millionen Studenten als Quittung die Totenstille der aufopferungsvollen, konformistischen Betriebsamkeit.

Mir ist richtig übel. Mir dreht sich körperlich der Magen um, ich fühle mich Elend und ganz grässlich, wenn ich daran denke, auch nur noch einen Tag mit dieser Welt verbringen zu müssen, die die Verkehrung mehr liebt als das Glück. Und die Isolation ist unüberwindbar, weil diese affektive Besetzung allgemein stark ist. Es gibt überhaupt keinen Begriff von irgendwas. Und dadurch wird alles rekursiv. Meine Gedanken kreisen seit Jahren um die Attentate, die die Gesellschaft permanent auf mich ausübt. Sie bringt mich permanent in die Notlage, hält mich in der Krise, streicht mich durch, bemängelt, sabotiert, manipuliert mich und ich kann seit meiner Geburt absolut nichts dagegen machen. Es ist so als wäre ich ein lebendiger Teil eines toten Dings, welches wie eine presslufthammerartige Maschine unaufhörlich auf der Stelle tritt und ein Überleben nur unter Hochspannung erlaubt. Da hilft kein Schreien, kein Toben, kein Kritisieren, keine Verweigerung, kein Widerstand, auch das Mitmachen bietet keine Ruhe vor dem Terror den alle für normal halten. Einzig der Tod entzieht einen mit Gewissheit, daher auch die hohen Suizidraten weltweit.

Dieser Verlust von Sensibilität, die absolute Pampigkeit, die rigoros umsich greift, wenn man auch nur mal den Hauch von Innehalten offen zeigt, die alles niederschlägt, weil es das Andere nicht ertragen kann, weil es kränkt, weil es daran erinnert, dass das eigene Leben bislang umsonst gelebt wurde, zerstört auch in mir Tag für Tag den letzten Rest an Reflexionsvermögen. Und dieses Spannungsverhältnis kann ich als Einzelperson nur verlieren. Entweder man hält die Ambivalenzen aus oder man geht zugrunde. Mit Sicherheit bleibt die Bedrohung gleich, die Angriffe werden boshafter, undurchsichtiger, durchschlagender. Mit dem Alter verliert sich Kraft, Zeit und Netzwerk, womit der Niederschlag härter und deutlicher ausfällt. Nichts hält dieses Monstrum auf und niemand versteht irgendwas. Und dann wundern sich die Leute, wenn man nicht vergnügt im Hörsaal formale Logik paukt. Ich kann mich nicht mehr selbst täuschen: Mir fehlen die Worte. Nichts beschreibt die Lage mehr präzise. Es ist vorbei. Und wahrscheinlich hat in vergangenen Zeiten bloß eine Illusion von Beschreibbarkeit existiert, die das schreiben irgendwelcher Phrasen ermöglichte.

Jede Tätigkeit verfängt nur weiter, brütet neues Unglück aus ist verwoben mit dem Falschen. Nirgends wird es auch nur ansatzweise thematisiert, schliesslich ist die Aktivität in jeglicher Hinsicht auf die Fortsetzung der Generalmobilisierung gegen das Leben konzentriert. Einspruch unmöglich und sowieso abgelehnt. Wer hier nicht folgt, der verliert, wogegen diejenigen, die folgen, vielleicht etwas später verlieren. Und letzteres ist die Masse, die überall mit einer Selbstverständlichkeit agiert, dass es trotz wiederholter Betonung nicht genug frappieren kann. Nichts gelernt aus der Geschichte des Nationalsozialismus, alles verdrängt und mit anderen Worten fortgesetzt: Das ist mein wachsendes Irritationsmoment gegenüber dieser Welt. Die Katastrophe geht immer weiter und nie kommt irgendwem auch nur die Idee von einer Notbremse in den Sinn. Schrecklich. Die Zerstreuung, um das zu ertragen, ist noch nicht erfunden worden.

Ich weiss also nicht warum noch weiterleben. Es ist eine Frage, die sich seit der Kindheit aufgedrängt hat, in der Pubertät und Jugend sich durchzog und jetzt im jüngeren Erwachsenalter geblieben ist. Dass nun die ungewisse Zukunft aufgrund der Erfahrung als Schrecken gewiss ist, macht die Umstände nicht besser. Aus dem Unwetter kommend, im Unwetter stehend ins Unwetter zu gehen, ohne zu wissen was das alles soll oder wie es besser sein könnte, wird es sicher nicht mehr lange gehen. Sich damit abzufinden bereitet das Ende vor. Es ist die Gleichgültigkeit gegenüber sich selbst und dem Leben insgesamt. Das die Maschinerie gewinnen würde hatte ich geahnt und doch bin ich enttäuscht. Es war immer schon alles entschieden. Es gab keinen Kampf, der sowieso verloren worden wäre. Hoffnung war schon immer schal. Mein Lebensmut war immer zart. Die Tritte der Umgebung haben ihr übriges getan. Dahingehend ist die letzte Bastion zu sehen: Die Vorfreude auf das Ende gleicht dem glücklichen Selbstmörder, der die Tat noch nicht vollzogen hat, aber endlich ihre konkrete Umsetzung kennt.

Dies bereitet keine Grundlage für irgendwas. Es setzt nur die Unmöglichkeit fort mit sich, den anderen und dem allgemeinen Dämon zu leben. Ich weiss nicht wohin mit mir und euch. Mir ist das alles peinlich und jedes Wort ist zuviel und ungenau. Ratlosigkeit, Apathie, Angst und Trauer verbindet sich mit Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Dummheit und Wahnsinn. Dagegen gibt es kein Mittel. Der Himmel ist global dunkel geworden. Wenn es eine Überschrift für mein Leben geben soll, dann: Allein. Ich war immer schutzlos ausgeliefert. Gestern, heute und morgen. Die Gewalt ist überall und zugleich unidentifizierbar. All die Tritte machen irgendwann regungslos in der Erwartung, dass alles und alle glauben man sei längst tot. Das war nie ein Leben, das war nur ein Ausharren darauf, dass es endlich vorbeigehen möge.

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Der oszillierende Blick in der Perle des Reichs*

Ein Mann in seinen Fünfzigern liest Michel Houellebecq, während er auf die U-Bahn wartet. Ein Taxifahrer liest Slavoj Zizek. Ein irrer Verwarloster lacht minutenlang hypnotisch aus vollen Lungen, während er durch einen Durchgang der U-Bahn geht. Es war 10 Uhr morgens und es schien mir, als wäre er ein verrücktgewordener Lohnarbeiter oder einer, der endlich den Sinn des Lebens begriffen hat. Ich schien der Einzige zu sein, der von ihm irritiert worden war. Ein Obdachloser schlägt seine Matratze in einer Fußgängerzone auf und unterhält sich mit Passanten. Er sagt er ist ein Kämpfer und hat eine Schußwaffe zur Selbstverteidigung. Morgens werde ich vom stimmlichen Aufwärmprogramm einer Opernsängerin aus der Nachbarschaft geweckt. Das klappern von Stöckelschuhen hält mich davon ab, eines Abends einzuschlafen. Eine Oma mit Leopardenmantel brüllt zornig eisessende Muslime mit den Worten: „Ihr seid alle Verbrecher“ an. Sie wiederholt diesen Satz unzählige Male mit heiserwerdender Stimme. Eine Frau mit schwerem Hautausschlag im Gesicht fragt mich im Supermarkt nach exakt einem Cent, um sich eine Süßigkeit zu leisten. Später sehe ich, wie sie einen anderen Herrn um dieselbe Summe bittet. Die Kassiererin schreit erschrocken auf, als sie eine Rothaarige mit Undercut sieht: „Wahnsinn! Deine Frisur ist Wahnsinn, aber irgendwie schön!“ Die Tauben fliegen so dicht und rasant über die Köpfe der Passanten hinweg, dass sie von derem Gefieder fast berührt werden. Diese fliegenden Ratten wirken wie todbringende Geschosse oder Boten des Untergangs. Ein älterer Mann hält ein Schild in der Hand: „Ich habe Hunger“ und isst dabei mit herzhaften Genuss eine Wurstsemmel. Ein anderer Mann, dessen Gesicht man unter lauter Haaren nicht erkennt, spielt in der Dunkelheit Cello für 6 wildfremde Passanten. Die Wursttheken in den Supermärkten sind größer als meine Wohnung. Die Litfaßsäulen drehen sich. „Brutal verschimmelt“ auf dem Rücken stehen haben und dabei Dosenbier trinken: So geht Punk heute. Ein rassistischer, politischer Ortsverband hat ein Büro neben einem rumänischen Restaurant. Weibliche Wangen röten sich unter der Last von Hanteln in den Kellergewölben eines Studentenwohnheimes, als ob für die Olympiade trainiert würde. Man liest in der Zeitung, dass ein Mann seine Frau tötete, weil sie zu viel einkaufte. Egal wie schlecht man glaubt sich zu fühlen oder wie schlecht man glaubt auszusehen oder im Leben dazustehen, ein Schritt auf die Straße und man sieht genug, um durch eingefallene Gesichter, Tumore an der Stirn, gekrümmte, schwächliche, geschändete Figuren, apathisch herumsitzende Menschen usw, eines besseren belehrt oder zumindest zu Empathie aufgerufen und zu Demut angehalten zu werden. Andersherum muntern Kinder auf, wenn sie völlig im Verzehren einer Wurstsemmel versunken sind und von ihrem Papa im Einkaufswagen herumkutschiert werden, als wären sie die eigentlichen Könige dieser Welt. Ich bin ziemlich sicher, sie sind es sogar wirklich und wissen es instinktiv.

* = Hitler nannte Wien „Die Perle des Reichs“

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Gegen das Hundeleben

Man kann nicht sagen die Parteien und Konzerne seien allein verantwortlich, für die Katastrophen in Form von Hunger, Lohnabhängigkeit, Umweltzerstörung, Artensterben und so weiter. Wir alle als Individuen sind verantwortlich. Wir legitimieren Parteien mit unserer Wählerstimme, wir unterstützen Konzerne mit unserer Arbeitskraft und unserer Lebenszeit. Seit Jahrzehnten wird akzeptiert das die Zerstörung weitergeht. Auch jene die sich engagieren, ob in Parteien oder NGOs, haben die Rolle dieser Organisationen im System nicht begriffen. Keine Partei oder NGO kann den Kapitalismus stürzen, genausowenig wie die Steinewerfer und Bombenzünder. Wie kann man das auch glauben? Den Großteil des Tages verbringt man damit als Lohnabhängiger zu funktionieren, treibt also den Hungernden und sich selbst Messer in den Körper und ein paar Stunden in der Woche versucht man daraufhin mit Medikamenten diese Taten ungeschehen zu machen. So ist das Gewissen beruhigt, aber das sind letztlich nur Tropfen auf dem heißen Stein, ähnlich wie Spenden, die gewöhnlicherweise besonders zu Weihnachten populär sind, als ob es den Rest des Jahres kein Elend gäbe. Es ist nicht mehr als Soforthilfe, die die Ursachen der Probleme nicht beheben wird, ergo Sisyphusarbeit.

Es reicht nicht, sich lediglich beiläufig zu engagieren, man kann nicht beiläufig die Probleme der Menschheit anpacken oder begreifen. Es ist wie in jeder Sache, will man etwas lernen, muss man sich voll konzentrieren, will man etwas bewegen, muss man sich voll reinhängen. Ich kann auf keiner Ebene und in keiner Facette der Gesellschaft, so eine Haltung erkennen. Man verliert sich in Grabenkämpfe, spottet, höhnt und zelebriert sich als Aktivist, wie ein Fan eines Fußballclubs seine Gruppe oder seine Gedankenwelt und das obwohl von vorneherein klar ist, wie wenig daraus konstruktiv entstehen wird. Ja, es ist anstrengend seine ohnehin schon geringe Freizeit für die Lektüre von Theorie oder gewerkschaftliche Seminare einzusetzen. Es gibt aber keine Alternative. Wer tatsächlich leben will, wer wirklich das Leben feiern will, der muss nunmal erst die Arbeit erledigen, die hierfür die Grundlagen liefert. Wie kann man denn feiern gehen, während ringsherum Menschen verhungern, im Müll nach Essbaren suchen, auf der Straße leben und hinnehmen, das weder Parteien noch Konzerne seit Jahrzehnten keine Lösungen für diese Probleme finden? Wie kann man als Individuum so etwas zulassen?

Es darf sich nicht darauf verlassen werden, das die innere Ablehnung oder die geringen Stunden für andere Menschen ausreichen. Warum wohl sind Jugendliche heutzutage nicht erst seit Nirvana als Generation X bekannt, die keinerlei Begriff mehr davon hat, was sie empfindet, die auch keinerlei Träume oder Visionen verfolgen. Alles wartet darauf unerfüllt und unverstanden zu sterben. Seither hat sich nichts verändert, die Situation hat sich weiterhin zementiert und verschlimmert. Es mag Menschen geben die davon nie gehört haben, denen es nach eigenen Bekunden gut geht, die in einem wohlbehüteten Viertel mit entsprechend einfühlsamen, herzlichen und materiell unabhängigen Menschen groß geworden sind. Aber ich denke das ist eine absolute Minderheit, sowie der westliche „Reichtum“ eine Minderheit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bildet. Wir mit unseren Autos, mit unserer Großindustrie, mit unserer überflüssigen Verschwendung, die die Orientierungs- und Bewusstlosigkeit, die innere Leere und Verzweiflung beruhigen und verdecken soll, stecken tief drin im Mantra der falschen Versprechen von illusorischen Ideologien. Keiner glaubt das die Wahlen etwas positives bewirken, keiner glaubt die Konzerne bewirken etwas positives, und trotzdem ist immer noch genug Irrglaube da, um Jahr für Jahr, Tag für Tag exakt diesen Luftschlössern nachzujagen.

Offensichtlich muss die entfremdete Menge von Menschen in der Mehrheit sein, sonst hätte sie längst ihre Ketten gesprengt die sie davon abhalten ihr Leben tatsächlich zu entfalten. Kein Arbeitstag wäre länger als 4 Stunden und kein Mensch müsste mehr Hungern oder durch die Gewalt der Staaten und Konzerne sterben. Aber es ist uns zu anstrengend, zumindest der Mehrheit. Es lebt sich leichter, gewisse Illusionen aufrecht zu erhalten, gewisse Lügen ewig zu glauben, damit das Gewissen und die Sehnsucht nicht so sehr schmerzt. Man müsste ja wirklich etwas riskieren, man müsste tatsächlich seinen Job, seine Wohnung, seine Familie und Freunde aufs Spiel setzen, wollte man nicht mehr bequem funktionieren und in Sicherheit als Herdentier mitlaufen. Es kann keiner mehr hören, diese schmerzlichen Fakten. Tausende Hungertote täglich, tausende Tiere werden geschlachtet, tausende Quadratkilometer verseucht, vermüllt und vernichtet, Millionen haben kein sauberes Trinkwasser, Zugang zu Medikamenten oder Bildung. Man rattert das herunter und sagt: Es war schon immer so, warum sollte es sich ändern? Wir können nichts tun, wir sind nur einzelne arme Menschen, wir sind der kleine Mann, der nicht gegen die großen Konzerne und Staaten ankommt. Man kennt diese Phrasen die sich über Jahre als gewöhnliche Ablehnung sich selbst zu engagieren installiert haben.

Dabei haben wir bereits Grundlagen die wir nutzen können um uns zu befreien. Bürgerentscheide müssen ausgebaut werden, es braucht mehr Direkte Demokratie. Es braucht mehr Konzerne die ohne Chef und Profitmaximierung funktionieren, wie sie es in Frankreich bereits gibt. Es braucht mehr Menschen die klipp und klar sagen was in ihnen vorgeht. Es gibt viel zu entdecken und zu schaffen, sofern man den Mut hat die Freiheit, die uns allen gegeben ist, wahrzunehmen und einzusetzen. Wir sollten uns ein Beispiel an Nordafrika nehmen und unsere Demokratie und unser wirtschaftliches System verbessern. Parteien und Konzerne wandeln sich oder zerfallen je nach unserer persönlichen Einstellung und Vorstellung. Es muss nicht alles eine Ware sein, weder der Mensch, noch das Tier, noch die Umwelt. Wir müssen uns klar machen das es so nicht mehr weitergeht und entsprechend streiken, Alternativen erdenken die man daraufhin ausprobieren kann. Es ist legitim Häuser zu besetzen, wenn die Mieten und die Anzahl der leerstehenden Gebäude steigt. Arbeitslose sollten sich organisieren und mehr Arbeitslose fordern. Das Ziel einer Gesellschaft sollte nicht mehr Arbeit sondern mehr Freizeit sein. Es braucht mehr freie Zeit für die Dinge im Leben, die jenseits der Produktion irgendwelcher Güter funktioniert. Würde der Kapitalismus gestürzt, würden auch genug Hände für Nützlicheres frei. Ich kann für genaueres Horst Stowasser empfehlen. Wir sollten alle mehr Zeit für Kunst, Kultur, Liebe, unseren Nächsten und Hobbys haben. Es ist ein Hundeleben dem Profit hinterher zu rennen und gegen Menschen zu konkurrieren, mit denen man eigentlich ordentlich einen saufen gehen sollte.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Unserer Eltern sind Betrüger

Wir brauchen mehr faule, asoziale Arbeitslose und Asylanten! Bringt sie zu uns, gebt ihnen sofort und ohne Knebelverträge Brot, Wohnung und Geld. Sie sind unsere Brüder und Schwestern und verdienen ein würdevolles Leben! Jagen wir die armen Teufel der Politik und Wirtschaft davon, sie haben ihr Leben mit Lügen und Illusionen vergiftet, sie lehren ihren Kindern sich selbst zu vergiften und zu verleumden. Dies muss als Angriff auf den Planeten, die Tiere und die Menschheit begriffen werden. Ich verlange das sie gezwungen werden arbeitslos zu leben. Sie sollen in spätrömischer Dekadenz die Zeit haben, sich mit den wirklichen Bedürfnissen der Menschen auseinanderzusetzen. Sie sollen sehen wie Menschen verhungern, ertrinken und vergiftet werden, nur weil sie kein Geld haben, nur weil sie auf der falschen Seite des Planeten geboren wurden.

Der heilige Markt muss brennen, die Schulen, Konzerne und Parlamente müssen brennen. Deutschland muss angezündet und zerstört werden, es soll sich aus dieser Glut in unendlicher Güte Menschlichkeit erheben und blutige Massaker für immer verhindern. Hört auf Euch von der Peitsche des Kapitals züchtigen zu lassen, hört auf das Leben in militärischer Brutalität in Zeiteinheiten und Geldeinheiten zu pressen und hört auf als Ware zu funktionieren! Ihr seid keine Huren! Ihr habt Gefühle, Träume und Bedürfnisse! Kotzt Euren Eltern und Euren Vorgesetzten ins Gesicht, sie haben Euch belogen und betrogen! Sie waren es die Euch in dieses System und in diese Vorstellungen hineingeprügelt haben, mit Vorwürfen, Liebesentzug, Zeitentzug, Befehlen, Anschreien und Schlägen. Sie waren es die Euch behandelt haben wie Guantanamo Häftlinge, nur weil ihr freier wart als sie! Sie waren es die in ihrer unendlichen Stumpfheit Eure Seelen brachen! Ihr seid nunmehr nichtsweiter als seelenlose Konsumzombies und Kapitalsoldaten. Mittlerweile hasst ihr wieder Ausländer, Arbeitslose, die Schwachen und Ausgestoßenen, jene die es nicht geschafft haben sich restlos dem System anzupassen. Ihr seid das personifizierte Ekelpaket, welches schon Eure Eltern angetrieben hat Illusionen als Wahrheiten zu verkaufen!

Nun jammert ihr der Planet würde vergiftet, die Tiere würden nur geboren um von uns verspeist zu werden, man hätte ja keine Zeit mehr für die eigenen Hobbys! Oh, — wie seltsam! Dabei seid ihr es mit Euren schändlichen Taten, die diesen Wahnsinn und diese Katastrophen als gesellschaftliche Normalität etablieren. Wer kauft und verkauft denn all die Produkte die diese Zerstörungen anrichten? Wer macht sich keinerlei Gedanken darüber, was die eigene Lohnarbeit mit dem Planeten, den Tieren und den Mitmenschen anrichtet? Wer geht denn lieber saufen, ficken, konsumieren, anstatt zu reflektieren? Die Verantwortung liegt bei Euch und niemanden sonst, eure Eltern sind nun alt und klapprig oder selbst völlig erschöpft und verzweifelt, sie können gar nichts mehr, aber ihr könnt noch etwas bewegen, ihr könnt dafür sorgen Immigranten vor dem Ertrinken zu schützen, Hungernden vor dem Hungertod zu retten und Arbeitslose als die Vorreiter einer neuen Gesellschaft zu betrachten. Was wir brauchen ist nicht noch mehr Wachstum, sondern mehr Lebensqualität und die kommt nicht mit dem Kapitalismus, nicht mit der parlamentarischen Demokratie oder den diversen falschen Versprechungen die überall kusieren.

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Eingeordnet unter Emotionales

Unser politisches und wirtschaftliches System ist unbrauchbar

Wenn man sich die Frage stellt, inwieweit unsere Demokratie noch funktioniert, so ist es vorallem wichtig sich nicht in Pauschalisierungen zu ereifern. Die Politiker lügen und betrügen, ja, aber nicht alle. Die Wirtschaft beutet aus, aber nicht nur. Die Wirtschaft hat uns in ihrer kapitalistischen Form materiellen Wohlstand gebracht, gleichzeitig ist dieser Wohlstand jedoch nur durch die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft möglich geworden, was ein hoher Preis ist. Wenn man davon spricht wie oberflächlich, krank und bewusstlos die Menschen sind, dann ist auch das nicht die volle Wahrheit. Vielen ist klar das die Demokratie konkrete Probleme nur punktuell und nicht sonderlich tiefgreifend löst. Atomkraftwerke werden nicht sofort abgeschaltet, weil ein Restrisiko besteht oder weltweit kein einziges Endlager existiert. Die Arbeitslosen und Hungernden dieser Welt bekommen keine Perspektive, keinen Job, kein Brot. Es gibt zahllose Problemherde die sich über Jahrzehnte und länger festgesetzt haben. Wahlen verändern daran nichts, warum eigentlich? Warum beutet die Wirtschaft Menschen aus? Warum wird Arbeit intensiver je mehr rationalisiert wird? Weshalb betrachtet man immer die anderen Menschen als Konsumzombies, ohne sich selbst einzuschließen? Es gibt hier ganz klare Verbindungen die nicht mit Vorurteilen oder wilden Verschwörungstheorien erkannt werden können. Die Politiker sind keine Übermenschen, die die Weltherrschaft an sich reissen wollen, um die Gesellschaft mit ihrem Gewaltmonopol für immer zu unterwerfen. In der Regel glauben sie einer guten Sache zu dienen, sie wollen das Gute, sie streben nach dem Guten. In der Wirtschaft denkt sich der Konzernleiter nicht haarklein aus, wie er seine Mitarbeiter noch mehr quälen und auspressen kann, um weitere überteuerte Konsumprodukte für den Privatgebrauch zu verwenden. In der Regel glauben auch die Bosse, einer grundsoliden guten Sache zu dienen. Wächst die Wirtschaft, gewinnen alle Menschen, ist der allgemeine Duktus unserer Ökonomie. Und was ist mit den restlichen Menschenmassen auf diesem Planeten? Sie wollen das beste aus ihrem Leben machen, es genießen und möglichst reich ausschöpfen, sodass sie am Ende sagen können, sie hätten wirklich gelebt.

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was ist gut? Ist es gut sich bei den Wahlen zwischen Parteien entscheiden zu können, die sich inhaltlich immer weniger unterscheiden? Alle Parteien gleichen sich immer mehr an, weil sie alle, sofern sie in eine Regierungsbeteiligung geraten, vor der Realisierung ihrer politischen Inhalte, den Haushalt konsolidieren müssen. Daher müssen erst einmal die finanziellen Aspekte geklärt werden, bevor die Parteisoldaten die Gesellschaft bewusst gestalten können. Die Politik räumt dem Kapital also die größte Bedeutung ein, sie legt ihre eigentlichen Inhalte beiseite um die wirtschaftliche Funktion der Konzerne innerhalb der nationalen Grenzen zu gewährleisten und sicherzustellen. Da sich diese Aufgabe in den letzten Jahrzehnten durch die Krisen immer weiter verkompliziert hat, rückt sie immer mehr in den Mittelpunkt und füllt mittlerweile das Hauptaugenmerk der Politiker aus. Erst kommt die Ökonomie, danach die Ökologie, das Soziale, die Kultur und so weiter. Es gibt aber noch einen weiteren Punkt: Selbst wenn die Parteien ihre Inhalte besprechen und Stück für Stück umsetzen könnten, wird es immer Millionen von Menschen geben, die ihre Bedürfnisse als nicht befriedigt sehen müssen. Meinungen werden durch Parteien verpauschalisiert. Du willst sofort aus der Atomkraft aussteigen? Wähl die CDU, die will die Atomkraft auch abschaffen, aber eben erst in ein paar Jahrzehnten. Du willst keinen Krieg? Wähl die Grünen, die wollen auch keinen Krieg, aber nur solange er nicht wichtig für die Demokratie ist. Ständig werden konkrete Forderungen durch die politische Realität aufgeweicht und sogar ins Gegenteil verkehrt. Die Unterschiede zwischen Realität und Wunschvorstellung klaffen weitauseinander. Man sieht es bei jeder Wahl: Es wird alles versprochen was dem menschlichen Verstand logisch erscheint. Die Bürger gewinnen die Hoffnung endlich Erfüllung durch eine bestimmte Partei zu finden und dann, kaum ist die Wahl vorüber, wird beschwichtigend formuliert. Egal ob Steuern, Sozialsysteme, überall muss plötzlich ein Kompromiss gefunden werden, wie aus heiteren Himmel erscheint den Politikern die Lage viel schwieriger als noch vor Tagen oder Wochen. Man hat es auch in den letzten Wochen wunderbar am Beispiel von Kanzlerin Merkel erkennen können. Kaum explodiert ein Kernkraftwerk, hat sich für sie die Lage auf wundersame, plötzliche Weise verändert und Kernkraftwerke können unverzüglich abgeschaltet werden, was die letzten Jahre als Katastrophe für die Stromversorgung galt. Obendrein ist mindestens seit den 70ern klar, das Atomkraftwerke von Naturkatastrophen und Terroranschlägen heimgesucht werden können.

Diese üblen Verrenkungen finden deshalb statt weil Politiker eben ihre Prinzipien dem Kapital unterordnen müssen. Klar, es mag auch Politiker geben die das Kapital per se für eine gute Sache halten. Aber grundsätzlich müssen auch Kapitalismuskritiker in Parteien an der Regierung so verfahren, sonst können sie nicht regieren ohne das Land an die Wand zu fahren. Jedenfalls ist die Atomkraft vorallem deshalb so wichtig für dieses Land weil über Jahrzehnte enorme Summen durch den Steuerzahler verprasst wurden, und diese mit den horrenden Gewinnen der Konzerne über Steuereinnahmen zumindest teilweise und irgendwann zurückfliessen sollten. Daher erschien es Merkel sinnvoll die Verlängerung dieser riskanten Technologie zu beschließen. Natürlich ist ihr klar das jede Menge Risiken vorhanden sind. Helmut Kohl äußerte sich vor kurzem ganz ähnlich, Atomkraftwerke seien riskant, aber im Leben sei eben nichts ohne Risiko. Hier wird ganz offen mit der Sicherheit und Gesundheit von hunderten Millionen Menschen gespielt, um die Kapitalinteressen der Energiekonzerne und des Staates zu schützen und zu sichern. Es ist absurd eine solche Behauptung aufzustellen, denn Atomkraft ist ein Risiko welches vermeidbar ist, das Leben hingegen muss ertragen werden bis es sein Ende findet. Radioaktivität ist quasi eine menschliche Kopfgeburt die uns nun die saftige Landschaft in apokaylptische Wüsten zu verändern droht. Ich weiß nicht ob Merkel oder Kohl irgendein Prinzip haben, jedenfalls steht in der Partei CDU, welcher beide angehören, vorallem ein C für christlich bzw. das Christentum, für Nächstenliebe und so weiter. Wenn man mal von den Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und allerlei mehr organisierten Wahnsinn absieht, dürfte es uns allen doch reichlich schwer fallen Millionen verstrahlte Menschen und Quadratkilometer als Ausdruck von innerster Menschenliebe zu verstehen. Daher ist ganz klar diese Irrationalität an der Kapitalismusgläubigkeit festzumachen. Die Politiker gehen ungefähr demselben bereits genannten Trugschluss nach, wie die meisten Konzerne und die darin aktiven Menschen. Sie glauben in der Tat, wenn die Wirtschaft wächst gewinnen alle Menschen.

Das Problem dabei ist aber das die Wirtschaft nicht unendlich wachsen kann ohne die Menschen, die Tiere und die Umwelt auszubeuten und zu zerstören. Es ist ein Grundübel dieser Wirtschaftsweise die auch nicht durch die oberflächlichen Lösungen der Parteien gelöst werden kann. Am schlimmsten sind Parteien wie die Grünen die einen ökologischen Kapitalismus, einen grünen Kapitalismus propagieren, einen Kapitalismus der von Fairtrade schwadroniert und Konsumbewusstsein. Genau auf der selben schlimmen Ebene bewegen sich Konzerne wie Google die die Arbeitsplätze zu Spielhallen und Erlebnisparks machen um noch mehr versteckte Arbeitskraft ausfindig und nutzbar zu machen. Fakt ist nunmal das die Profitmaximierung eine Notwendigkeit in unserer globalen Weltwirtschaft ist. Es gehört zwingend zum 1 mal 1 so wenig wie möglich für Dinge auszugeben die die Profite nicht erhöhen. Am besten sollte man als Unternehmer keinen Cent für die Umwelt oder die Mitarbeiter ausgeben. Mit der gesellschaftlichen Entwicklung und Bewusstseinsteigerung kam es aber immer wieder zu schweren Kämpfen und Auseinandersetzungen die es fertig brachten Umweltschutz und Tariflöhne als Norm zu etablieren. Aber auch das befindet sich immer zur Disposition. Die Zerstörung und Ausbeutung war immer auf einem viel zu hohen Niveau, nach einigen Fortschritten befinden wir uns mittlerweile in einer Situation die als worst case definiert werden kann. Schlimmer kann es zwar schon noch kommen, aber wir sind andererseits auch auf dem besten Weg dieses schlimmste Szenario möglichst bald zu realisieren.

Der Regenwald wird genauso wie viele andere Wälder in den USA, Russland oder China ohne jegliche Nachhaltigkeit wild gerodet, weil die armen Menschen keine andere Möglichkeit zum ‘Überleben haben, als eben durch den Verkauf von uralten wertvollen Holz zu völligen Dumpingpreisen. Überall wird auf diesem Planeten nach Rohstoffen gebuddelt. Egal ob es um Gold, Silber, Coltan, Kupfer oder Öl geht, der Hunger nach Rohstoffen ist unbegrenzt denn diese bilden die Grundlage für die Produktion von noch mehr Produkten, um noch mehr Profite daraus schöpfen zu können. Es gibt unzählige illegale bzw. wilde Minen, Kaffee- und Kakaoplantagen in denen Kinder und Erwachsene für Hungerlöhne ihre Gesundheit ruinieren. Auch ist es mittlerweile üblich das tausende Menschen auf Müllbergen nach verwertbaren Resten kramen um sich irgendwie ihr geschundenes Leben zu sichern. Auf der anderen Seite gibt es uns Westeuropäer, wir gehören noch zu den Gewinnern des weltweiten Kapitalismus. Wir stehen auf der vermeintlich richtigen Seite. Trotzdem tragen wir unseren Teil zum Heer der Millionen Arbeits- und Perspektivlosen bei. Es gibt tausende die auf der Straße leben, von den Ämtern aus Kostengründen keine Hilfe erhalten, gerade bei Suchterkrankungen und schweren Schicksalsschlägen die nur durch jahrelange Therapie zu bewältigen sind. Es gibt Millionen Menschen die in Hartz IV Verhältnissen ihr bescheidenes Dasein verleben. Sie versinken in Verzweiflung, Einsamkeit, Apathie, Lethargie, Traumatas, den Verurteilungen der Politik und der für die Profite arbeitenden Bevölkerung. Sie gehen zu der Treberhilfe, zu den Tafeln, kramen im Müll der Wegwerfgesellschaft, lassen sich auf Ämtern und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen erklären wie man zu arbeiten und zu leben hat. Sie mögen nicht verhungern, aber ihr Leben können sie nicht entfalten, genauso wie die Menschen die verhungern müssen, die keine Schule besuchen können, die an verunreinigten Wasser und heilbaren Krankheiten sterben. Ihr Leben ist umsonst geboren worden weil ihre Arbeitskraft nicht gebraucht wird. Und jene Menschen die das zynische Glück haben sich als willenlose Nutte auf den Märkten der Industriegesellschaften zu verkaufen ächzen unter den massiven Belastungen die das moderne Wirtschaftsleben mit sich bringt.

Ist ein gewöhnlicher Angestellter, ein Vorstandschef eines Dax-Konzerns eine willenlose Nutte des Kapitals? Selbstverständlich. Man könnte auch sagen das wir alle Kapitalsoldaten sind, oder hörige Gläubige des schnöden Mammons. Letztlich läuft es auf dasselbe hinaus, wir ordnen wie die Politiker als Wirtschaftssubjekte unsere Interessen und Bedürfnisse dem Kapital unter. Wir sehen im Dienst der Profitmaximierung auch die Befriedigung unserer Bedürfnisse, was eindeutig schizophren ist, denn immer weniger Geld für immer mehr Arbeit zu erhalten, kann nicht unser eigentliches Streben und im Interesse unserer Bedürfnisse sein. Warum aber machen wir es trotzdem mit? Es gibt außer dem sozialen Abstieg keine Alternative. Wer an der Gesellschaft wenigstens ein bisschen teilhaben möchte, der muss arbeiten, der muss sich verkaufen. Es gibt genug Menschen die sagen, Arbeit sei etwas positives. Wer arbeitet könne sich verwirklichen und gleichzeitig die Gesellschaft mitgestalten. Aber das ist eine illusorische und dreckige Lüge. Denn das Kapital bestimmt worin sich der Mensch verwirklichen kann, das Kapital sagt inwieweit eine Gestaltung möglich ist. Hast Du kein Geld kannst Du dir nicht Klamotten kaufen mit denen Du Individualität vorgaukelst. Bist Du nicht leistungsfähig, erhälst Du kein Geld und bist von Almosen der sogenannten Leistungsträger abhängig. Bei letzteren Beispiel wird Dir als Arbeitsloser sozusagen das Recht auf Selbstbestimmung genommen. Wir wollen unsere Firma nach vorne bringen, wir wollen das die Abläufe im Betrieb reibungslos funktionieren, wir wollen als Angestellte funktionieren damit wir stolz auf uns sein können. Wir leisten etwas und erhalten dafür Geld. Das sind die üblichen Glaubensbekenntnisse. Wenn man das ohne diese duckmäuserischen Phrasen betrachtet kommt folgendes heraus: Jeder Betrieb im Kapitalismus dient dem Kapital und damit auch alle seine Abteilungen und zugehörigen Angestellte. Alles wird präzise auf die Profitmaximierung abgestimmt. Jedes Bewerbungsgespräch belegt es eindeutig, der Personalchef guckt sich das junge Mädchen, das gerade aus der Schule kommt, genau an. Ist sie fleissig, ist sie zuverlässig, kann sie sich im Team einfügen, ist sie eine Person die zur Effizientsteigerung der Maschinerie beitragen kann? Das was in den Schulen schon mit dem lernen von Bewerbungsschreiben anfängt, nämlich das saubere pedantische Formulieren von wirtschaftlichen Fähigkeiten, soll letztlich im ausbeutenden Betrieb seinen vollen lebenslangen Ausdruck finden. Hat man es dann geschafft einen der begehrten Arbeitsplätze zu ergattern muss man sich 11 Monate des Jahres Tag für Tag stundenlang dem Profit unterordnen. Jede Tätigkeit im Betrieb ist darauf ausgerichtet möglichst schnell, ordentlich und kostenorientiert erledigt zu werden. Jede Pause, jedes private Gespräch, jeder Besuch auf einer privaten Homepage, jedes nicht begreifen eines betrieblichen Umstandes wird als Kostenfaktor betrachtet. Wer am Markt bestehen will muss seine Mitarbeiter im Griff haben, sie müssen sich täglich immer stärker an die Marktsituation anpassen. Sie müssen Kunden umgarnen und hinzugewinnen, Probleme unverzüglich mit Kollegen abklären und regeln, sie haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun als Kosten zu minimieren und Gewinne zu maximieren. Kann man darauf als Angestellter stolz sein? Gestaltet man damit das eigene Leben so wie man es sich vorgestellt hat? Ist das die Realisierung der Wünsche, Träume und Bedürfnisse aller Menschen?

All das kann in den Branchen auf unterschiedlichste Art und Weise stattfinden, aber letztlich funktionieren sie alle nach dem selben Prinzip. Egal ob im Discounter als Verkäufer, oder als Mechaniker in der Werkstatt, oder als Manager in einer Bank, es gilt immer die Tätigkeit möglichst schnell, ordentlich und kostenorientiert zu erledigen, Kosten zu minimieren und Gewinne zu maximieren. Und unterm Strich sagen sich die meisten Menschen in der Wirtschaft, wenn wir hart arbeiten gewinnen wir alle. Das ist aber nicht korrekt. Selbst wenn sich alle anstrengen, ihre Arbeitskraft und Arbeitszeit voll ausreizen, bedeutet das am Ende nicht eine Steigerung der Konzernerträge und Löhne oder eine Entfaltung der persönlichen Bedürfnisse und Vorstellungen. Es gibt unzählige Faktoren die ich nun nicht näher schildere, ich sage nur wie es letztlich Tag für Tag als Resultat für uns alle daher kommt: Es gibt Gewinner und Verlierer am Markt. Genau dieses Prinzip sorgt dafür das Menschen ihre Jobs verlieren, Betriebe ihre Niederlassungen schließen oder ins kostengünstigere Ausland verlagern, das der Niedriglohnsektor wächst, Arbeitslose arbeitslos bleiben, Profite an Minderheiten weitergereicht werden. Die Verlierer haben eben laut der unsichtbaren Hand des Marktes versagt, egal wie hart sie gearbeitet haben, oder wieviel der Manager studiert hat. Der Markt hat immer Recht, er ist quasi das Medium des Kapitals, durch ihn spricht das Kapital zu seiner Glaubensgemeinschaft. Das Kapital ist in ständiger Bewegung und führt ein unkontrollierbares Eigenleben. Es wird teilweise von Politikern wie Horst Seehofer ehrfürchtig „Monster“ genannt, welches man „irgendwie im Griff“ haben müsse. Das Kapital sucht sich den idealen Nährboden für das eigene Wachstum. Wenn viele Millionen Menschen in Hunger, Elend, Arbeits- und Perspektivlosigkeit leben, ohne Chance auf nachhaltige Veränderung, während gleichzeitig weitere Millionen zu Dumpinglöhnen und mittelmäßigen Löhnen zehntausende Stunden pro Leben schuften, gibt es natürlich auch eine Minderheit die als Gewinnerseite betrachtet werden darf. Sie hat es geschafft sich entweder aus einer prekären Situation zu befreien und aufzusteigen, was recht selten ist, schliesslich können nicht alle gewinnen, oder ihre vermögende Situation weiter auszubauen, entweder durch kluge Finanzanlagen, Erbschaft oder verstärkte Ausbeutung im Konzern. Dies ist es was ein Karl Marx als Klassengesellschaft definiert hat und sie besteht nach wie vor. Während Milliarden Menschen kaum etwas verdienen trotz horrender Produktivität, verdienen einige wenige Menschen Milliarden von Dollar indem sie die Produktivität der Menschenmassen über das Eigentumsrecht ausbeuten. Die Konzerngewinne steigen, aber die Löhne stagnieren. Während auf der einen Seite des Globus horrende Reichtümer gefeiert werden, verrecken andere im Nichts. Dies ist der normale Wahnsinn im Kapitalismus. Dies ist die Marktwirtschaft die alle Parteien mit ihrer Politik unterstützen, die alle Konzerne mit ihrer tagtäglichen Betriebsführung fortführen und verschlimmern. Alle wollen das Gute machen aber mit ihrem Handeln aber das genaue Gegenteil. Jeder liebe Kollege, jeder nette intelligente Chef, ist ein Zerstörer dieser Welt.

Vielen Menschen ist diese recht einfache Tatsache nicht bewusst. Manchen ist diese Tatsache vielleicht eher bewusst als anderen und noch weniger Menschen sprechen das letztlich auch einmal aus. Daher erscheint es oft so als ob viele Menschen die Situation einfach akzeptieren und ihr Leben recht willenlos vergeben. Aber ich denke das die Unzufriedenheit und Skepsis schon immer recht hoch war. Kein Schulkind mag die Schule, schon aus reinem Instinkt. Das Leistungsstreben gehört nicht zu unserer Natur. Natürlich wollen wir uns ausprobieren und Dinge ausreizen, aber wir brauchen nicht zum Sieger gekürt werden um uns glücklich zu fühlen. Kein Angestellter, kein Boss mag seine Tätigkeit aus dem selben Grund. Es mag Ausnahmen geben, aber auch diese Menschen werden bestätigen müssen, dass sie den Spaß an der Arbeit verlieren wenn es nur noch ums Geld geht. Und das geschieht ganz automatisch weil der Konkurrenzkampf sich im Verlauf der ständigen Wiederholung der kapitalistischen Produktion verstärken muss. Kein Profit ist hoch genug und keine Rationalisierung ist rational genug. Alles muss noch schneller, noch besser, noch kostenorientierter gemacht werden. Alle Kosten müssen noch mehr minimiert und alle Gewinne müssen noch mehr maximiert werden, denn nur so kann das wirtschaftliche Überleben eines Betriebes gesichert werden und damit auch der eigene Job, die Familie, das gesellschaftliche Miteinander und die Teilhabe an der Gesellschaft. In der Wirtschaft arbeiten wir den ganzen Tag nur gegeneinander und die Politik legitimiert das mit ihrem Staat, mit ihrem Gewaltmonopol und der Justiz. Im Kapitalismus wird es immer Krisen geben denn wir sind als Menschen nunmal nicht perfekt. Wir sind endliche begrenzte Lebewesen und können daher der Profitmaximierung niemals gerecht werden. Die Rohstoffe gehen zu neige, das wird automatisch auch endlose Krisen für die jetzige kapitalistische Produktionsweise geben. Vielleicht kommt irgendwann der „grüne Kapitalismus“, aber das wird nichts an der Profitmaximierung und der Ausbeutung der Menschen ändern. Es werden weiterhin Menschen verhungern nur weil sie kein Geld haben, nur weil sie keine Arbeit haben. Die Massenmedien werden sich dieser Problematik weiterhin nur beiläufig widmen, schliesslich belebt es nicht gerade die Quote und den Konsum stetig die Hungertoten zubeklagen, auch wenn das dringend erforderlich wäre! Die Politik wird weiterhin vorwiegend darauf achten den Haushalt zu konsolidieren und die Wirtschaft als solche in die Zukunft zu führen. Eine grundlegende Veränderung wird durch die parlamentarische Demokratie niemals stattfinden, sie müsste quasi mit ihren Parteien über sich selbst hinauswachsen und bislang grundlegende Mechanismen und Machtstrukturen verlassen. Wir sehen anhand der letzten Jahrzehnte wie unmöglich es erscheint innerhalb der parlamentarischen Demokratie eine Überwindung des Kapitalismus zu realisieren. Denn leider ist der Staat elementarer Teil des Kapitalismus und verbietet sogar in seinen Gesetzen friedlich Veränderungen anzustreben. Wir können in der Politik schlussendlich wählen was wir wollen, die Entfaltung unserer Persönlichkeiten wird dadurch niemals realisiert werden können, damit ist der Hölle auf Erden weiterhin Tür und Tor geöffnet.

Das alles ist nicht richtig und kann nicht richtig werden. Wir dürfen das nicht mehr zulassen. Es ist wichtig dem eigenen Gewissen zu folgen. Lasst Euch nicht von Zeitfressern verführen. Das Fernsehen sendet auch gesellschaftskritische Beiträge, schaut lieber 3sat, Arte, Phoenix und Co. wenn ihr schon nicht völlig auf die Berieselung verzichten wollt. Es wäre zumindest ein Anfang. Macht kleine Schritte, nähert Euch vorsichtig Pionieren des antikapitalistischen und antiautoritären Denkens. Habt keine Vorurteile, keine Tabus, vertraut keinem Experten, keiner Ideologie, keinem Konzept das für alle funktionieren soll. Keiner hat das Rezept das uns alle heilen und retten wird! Der Weg unserer Zivilisation muss ein offener und experimenteller sein. Wir müssen jedem Menschen die Möglichkeit geben sich in dieser Gesellschaft frei und unkompliziert zu verwirklichen. Bislang stehen wir selbst uns im Weg weil wir einen Staat organisieren, legtimieren und dem Kapital folgen. Unsere Ohnmacht ist die Macht des Kapitals und des Staates. Wir sollten nicht akzeptieren das täglich tausende Menschen verhungern, Milliarden Menschen sich nicht verwirklichen können und der Planet immer mehr unbewohnbar wird. Es ist unsere Aufgabe den nächsten Bewusstseinssprung zu realisieren. Wir müssen dafür sorgen das nicht das Kapital sondern unsere Bedürfnisse die Gesellschaft regieren und gestalten. Wir müssen unsere Vorstellungen bewusst ergreifen und tatkräftig umsetzen und verteidigen. Niemand kann uns das abnehmen. Es ist daher erforderlich sich nicht in diesen Katastrophen einzurichten. Wer glaubt er könne glücklich sein zwischen Hungertoten, Müllbergen und verstrahlten Todeszonen der muss ein kranker, blinder Mensch sein, welcher dringend eine Psychotherapie benötigt. Wir sollten uns nicht mit den Rollen begnügen die aus reiner Tradition aufrechterhalten werden. Wir sind nicht einfach nur Angestellte, Schüler, Arbeitslose, Politiker, Manager, sondern grundsätzlich und zu allererst Menschen. Und als solche haben wir unseren Bedürfnissen zu dienen. Aber wie unsere eigentlichen Bedürfnisse aussehen muss erst noch auserkoren werden. Jeder von uns muss sich die Frage stellen was er zum Leben braucht. Ist es nötig 3 Fernseher, 2 Spielkonsolen, 10 Zigarettenschachteln, 2 Autos zu haben? Macht es glücklich im Büro sich von Kunden anschreien zu lassen? Ist es sinnvoll Arbeit nach den Profiten auszurichten? Ist es erforderlich den Politikern zu glauben, sie zu wählen obwohl man noch nie mit ihnen persönlich gesprochen hat? Es gibt etliche Möglichkeiten seine Bedürfnisse herauszufinden. Ich kann hier unmöglich eine Beschreibung darüber abliefern, es ist Euer Job oder vielmehr Dein Job, als Leser, als Mitmensch, als Zeitgenosse zu gucken was Dich reizt und belebt. Und ich bin sicher es ist nicht das unaufhörliche ausbeuten der Arbeitskraft für einen lumpigen Lohn, die Verschwendung der Lebenszeit mit unnützen Prüfungen in der Schule die nichts mit den Herausforderungen des Lebens gemein haben usw. Natürlich muss es eine Organisation geben in der wir uns auch herausfordern können, aber es sollte erlaubt sein das Leben mit faulenzen zu verbringen wenn es einen glücklich macht.

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Wir sind der Weltuntergang

Während man hierzulande nicht weiß was man tanken soll verrecken auf der ganzen Welt Menschen im Elend. Sie verhungern auf Müllbergen, ersticken an giftigen Elektroschrott aus sämtlichen Industrienationen, ersaufen auf dem Weg ins gelobte Land Europa und verkaufen ihre Körper an widerliche Scheißkerle. Und all das findet nirgends die dringliche Anklage und Bekämpfung wie es notwendig wäre. Weder in den Medien wird angeklagt das noch immer kaum Bewegung gegen all diese Entwicklungen herrscht, es wird weder in der Politik, noch in weiten Teilen der Bevölkerung irgendetwas getan was von irgendeiner Bedeutung wäre. Was wird getan gegen die Plastikinseln auf den Weltmeeren, die Rodungen der Wälder, dem Artensterben und die Betonisierung der Landschaften? Alles was man von den Leuten zu hören bekommt ist wie traurig das alles doch sei und wie wenig man dagegen machen könne. Es wird alles gleichgültig hingenommen und akzeptiert. Kinderarbeiter auf Kakaoplantagen? Auf Kaffeeplantagen? In Coltanminen? Shit happens, bissl Schwund is immer, die Welt dreht sich weiter und überhaupt: Wir haben alle unsere Sorgen und Probleme, was solls! Mich widert das dermaßen an, ich kann jeden Amokläufer zutiefst nachempfinden warum er die Waffe gegen seine Nachbarn richtet. Es ist zutiefst ekelhaft wie sich millionenfach zwischen all diesen Katastrophen ein nettes Leben eingerichtet wird. Überall züchten wir Fabriken in den Tiere massenhaft hingerichtet werden, in denen Menschen systematisch zu stumpfsinnigen Fachidioten abgerichtet werden, permanent wichsen die Leute sich einen auf ihr Äußeres, auf Oberflächlichkeiten, verlieren sich in Trends und Skandale die alle nichts wert sind! Es ist widerlich diese Routine und den Alltag zu spüren, die Sonne auf seiner Haut zu spüren, zu sehen wie die Leute Eis schlecken während die Bundeswehr in Afghanistan Zivilisten bombadiert, während Politiker das Land an Kapitalisten verkaufen, während die Schifffahrt die Atmosphäre verpestet. Die Leute leben als ob wir in der besten aller Welten leben. Sie haben geschluckt was große Parteien seit Jahrzehnten erzählen, sie haben geglaubt was die Eltern, Lehrer und Bosse dieser Welt erzählt haben. Arbeite hart und es lohnt sich. Lerne hart und es lohnt sich. Ja für wen denn, für was denn? Die Profite steigen, aber wer von uns ist glücklich? Die Welt versinkt im Dreck, die Ruinen wachsen, die Reglementierungen und die Repressionen steigen, aber schön das Bruttosozialprodukt hat ein Wachstum zu verzeichnen, na dann ist ja alles in Ordnung, gehen wir Kinder zeugen in diese verkommene Zeit! Widerlich, abscheulich, unerträglich! Wie kann man nur all das nicht sehen und nicht bekämpfen. Es geht mir nicht ins Hirn. Die Informationen sind offenkundig, man braucht sich nur hinsetzen und sie wahrnehmen, das ist alles. Es gehört kein großer IQ dazu, es gehört kein großer Charakter dazu, es ist bloss Zeit die man investieren muss um zu begreifen was schief läuft und was getan werden muss. Ist das so schwer? Wenn die Probleme gelöst sind könnt ihr Euch ruhig einen drauf runterholen wie geil Lady Gaga singt und wie scheiße Guttenberg ist. Letztlich wird die Lösung der Probleme aber nie eintreffen, denn dazu müsste man erstmal innehalten können. Und wer will das schon? Wer will sehen wie abgrundtief verdorben diese Welt geworden ist, nachdem wir sie jahrzehntelang vergewaltigt und benutzt haben wie einen wehrlosen Kinderkörper. Wir behandeln die Erde schlecht, weil wir uns schlecht behandeln, weil wir nicht wissen wer wir sind. Es ist eine ganz einfache Logik, jedes Kind weiß das was nicht stimmt. Geht endlich mal Eurem Gewissen nach oder wollt ihr später wenn nachfolgende Generationen fragen wie das alles möglich war, wie die Nazis sagen ihr hättet von all dem nichts gewusst?

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Ein Leben in der Hölle

Angesichts der Menschenmassen zwischen Rolltreppen, Beton und Metall kann man schon in Verzweiflung verfallen. Hübsche, hässliche, dumme, schlaue Menschen ziehen eilig aneinander vorbei, haben Termine und Ziele, telefonieren, spielen mit dem Handy, reden über Partys oder Geschäftliches. Soviel Getue als ob alles seine Ordnung hätte. Egal wie sie sind, sie sind vorallem Konkurrenten. Sie konkurrieren um einen Platz an der Sonne. Irgendwie glauben sie fest daran auf dem besten Weg zu sein. Gut, manchen ist klar sie sind nicht auf der idealen Linie und sind dementsprechend drauf. Andere, Bettler und Obdachlose die auch zum alltäglichen Bild gehören, haben längst aufgegeben und sich mit dem Abstieg angefreundet. Doch die anderen kämpfen noch und versuchen die Armut in ihrem Alltag zu verdrängen. Schicke Klamotten, dicker Schmuck, aufwändiges Makeup, können nicht über diese innere Leere hinweg täuschen. Was macht deren Leben schon aus? Das sind lediglich Konsumzombies, Verbraucher, Konsumenten, Arbeitnehmer, Funktionsidioten die am liebsten Maschinen wären. Ständig wird an irgendetwas gearbeitet, an der Karriere, am Outfit, am Körper, an der Beziehung oder an der Wohnung. Zutun gibt es immer irgendetwas. Es gibt immer die Möglichkeit sich auszublenden. Für viele ist das eine derart normale Gewohnheit, für sie ist das Leben. Für mich ist es ein Alptraum. Wie kann man Staus, überfüllte U-Bahnen, Fast-Food-Restaurants, Discounter und Bürogebäude ertragen? Wieso akzeptieren wir die permanentene Normierung und damit Zerstückelung unseres Lebens? Der ganze Alltag besteht darin vor Automaten, Maschinen zu warten, sie zu bedienen und am liebsten würden wir das auch mit allen Menschen so machen. Wohin soll uns das Ganze führen? Stellt sich überhaupt jemand diese Frage? Großstädte sehen für mich so aus als könnten sie jeden Moment explodieren oder implodieren. Da werden Katastrophen verwaltet und verdrängt. Menschen wühlen im Müll und einen halben Meter weiter küsst sich ein junges verliebtes Paar, streichelt eine Mutter ihr Kind, nuckelt ein Penner an seinem Bier, fährt der Lamborghini eine Taube platt. Diese Zustände die unerträglich sind werden von anderen gar nicht gesehen weil sie nur Augen für ihr Leben und ihr Nest haben. Sie klammern sich regelrecht an die minimale Portion Glück und Hoffnung die ihnen noch geblieben ist, sei es der Partner oder das Kind oder ein bestimmtes Hobby oder ein bestimmter Job in dem sie noch irgendwie erfolgreich sind oder Freude haben. Aber ringsherum sind offensichtliche Beschädigungen des sozialen Gefüges am ausbrechen. Die Seuche der Ignoranz und Gier greift um sich während die Leute immer noch glauben all das wird sich noch zum Guten wenden. Aber nichts wird dahingehend passieren. Wir sind verloren weil wir uns selbst verloren haben. Wo ist denn noch der Bezug zur Natur in einem U-Bahn-Schacht? Wo ist denn noch die Liebe zu den Elementen in abgeschotteten Bürogebäuden? Es ist gräßlich und traumatisierend. Wer dies akzeptiert und darin funktioniert ist die Krebszelle die diesen Organismus namens Erde vergiftet und zerstört. Man muss rebellieren. Man muss sich weigern zu funktionieren. Es ist erforderlich auf die Entfremdung und Ignoranz hinzuweisen. Manche Menschen besaufen sich in aller Öffentlichkeit um völlig kaputt in irgendeiner Ecke zu verrotten, es sind Obdachlose, es sind Punks, es sind auch ganz einfache Leute die in ihrer Freizeit zuviel Party gemacht haben, – sie alle setzen ein Statement: Sie können das alles nicht mehr ertragen ohne eine ordentliche Portion Selbstzerstörung. Alkohol ist Nervengift. Nikotin hat eine ähnliche betäubende und zerstörende Funktion. Und der ganze Zucker und das Fett in den Lebensmitteln haben auch eine äußerst beruhigende Funktion. Ich denke das macht den Erfolg von Junk und Fast Food genauso aus wie von Zigaretten, Alkohol und sonstigen Geschichten mit ähnlicher Wirkung. Ablenkung, die Suche nach dem Ruhepol, der Quelle an der man wieder Kraft auftanken kann und zu alter Stärke finden kann, all das verbindet viele Menschen. Es ist kaum zu glauben wie ähnlich wir uns alle sind. Wir versuchen uns zu unterscheiden mit Klamotten, Autos, Erfolgen, aber das ist alles nur oberflächlich, denn in Wahrheit sind wir alle gleich was grundlegende Bedürfnisse angeht. Wir brauchen Anerkennung, Nähe, Vertrauen und Stabilität. Aber wir entziehen mit unserem bewusstlosen Dasein die Grundlage die für die Befriedigung dieser Bedürfnisse erforderlich ist. Wer kapitalistisch lebt, also nur für die Profite arbeitet und dieses Muster der Leistungsintensivierung und -maximierung verfolgt, zerstört nicht nur sein eigenes Leben, er zerstört überhaupt das Leben an sich. Er ignoriert nicht nur die Vielfalt, er zerstört die Bedingungen für die Entfaltung von Vielfalt. Wer sich den Rationalisierungen unseres wirtschaftlichen und politischen Systems unterordnet darf nicht damit rechnen das er in Zukunft glücklicher wird.

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Allmächtiger Kern

Das Schlimmste ist die stetige Wiederholung der ewigselben Problematik. Ständige Wiederkehr von Phrasen, Sprüchen, Situationen, alles scheint vorprogrammiert. Man kann heute sagen wie es morgen oder die nächsten Wochen, Monate und Jahre sein wird. Die Unterschiede und Veränderungen sind immer nur oberflächlich. Es gibt andere Kollegen, es gibt andere Satzstellungen, sanftere oder boshaftere Äußerungen, es gibt freundliche und unfreundliche Chefs und alles scheint überhaupt keine Rolle zu spielen für den Kern, der uns alle in die Büros dieser Welt treibt. Jegliche Spontanität wird aus den Individuen gesaugt, die Individuen existieren nur noch für diesen Kern. Der wesentliche Kern jeglichen Treibens der die Leute zusammenhält, der sie gemeinsam kämpfen lässt, obwohl sie sich selbst und alle anderen verabscheuen. Wenn Plakete im Büro hängen die so etwas dämliches sagen wie „Service ist unsere Leidenschaft“ oder „Wir hängen uns voll für unsere Kunden rein“ mit entsprechenden Sinnbildern darüber, dann spielen sie auf diesen Kern an der unsere Familie, Umwelt, unser ganzes Leben vergiftet. Der Kern ist die Profitmaximierung, die maximale Verwertung menschlicher Arbeitskraft, die Intensivierung des Arbeitsprozesses. Jegliches Gelächter der Kollegen an guten Tagen kann nicht über diesen Kern hinaus gelangen. Nichts, weder der Urlaub, die Freizeit, das Intimleben kann diesen Kern aufheben und nichtig machen. Alles geht von ihm aus und alles bezieht sich auf ihn und entsprechend stark ist seine Sogwirkung auf alle Generationen. Blind wird darauf vertraut das die Ordnung der viele Millionen Menschen folgen schon seine Richtigkeit hat. Als ob den Leuten schon immer nichts anderes übrig blieb sich den Verhältnissen hinzugeben. Als ob die Leute schon immer so hörig den Gesetzen des  Kapitals und der herrschenden Klasse waren. Jeder der diese Ordnung, die in Wahrheit Chaos ist, als das erkennt und artikuliert was sie ist, wird als Nestbeschmutzer, Eigenbrödler oder schlicht als Mensch mit negativer Einstellung abgewertet und abgefertigt. Die ganze Problematik spitzt sich so noch weiter zu. Wie erklärt man einen Kranken der sich für gesund hält, wie krank er eigentlich ist? Wie kann man als Infizierter, als von der allmächtigen zerstörerischen Ordnung Bedrohter überhaupt gegen den Kern ankommen? Man wird von ratternden Motoren genauso überfallen wie von den sich ständig ausweitenden Industriegebieten und Asphaltlandschaften. Es stinkt ständig nach Verwahrlosung, in Form von Öl, Benzin, Urin usw. Man muss darauf achten nicht in zerbrochene Bierflaschen der letzten Trunkenbolde zu treten, oder in die Kackhaufen von geliebten neurotischen Haustieren. Achtlos wird diese Umwelt betreten, benutzt und weggeworfen als würde es sie immer geben unabhängig davon was wir als Menschen so machen. Völlig abgeschottet sitzen die Leute in ihren überteuerten Fahrzeugen auf dem Weg zur Arbeit, zum Discounter, zur Disco oder zum Urlaubsziel und begreifen dabei gar nicht wie sie modern und bequem die Erde unbewohnbar machen. Wie kann man soetwas aufrütteln ohne gleich als Öko, Kommunist und so weiter beschimpft zu werden? Die stetige Wiederholung muss endlich gebrochen werden. Der Kern muss offenkundig gemacht werden. Ob das letztlich die Menschen überzeugt die sich in all diesen Katastrophen wohl fühlen bleibt fraglich.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Industriegebiete sind Kriegsgebiete

Aus allen Ecken strömen die Fahrzeuge, die Menschen mit ihren Partnern, Familien zu den Discountern. Sie schieben sich mit Einkaufswägen und Nachwuchs durch die Regale, greifen nach Angeboten und Fertigprodukten. Eingeschweißte Tierkadaver werden als herzhafte Schinkenstückchen angepriesen. Die Mütter streiten mit quengelnden Kindern, die Väter jammern alles tragen zu müssen, die alleinlebenden Rentner eiern still mit dicker Brille und zotteligen Haaren durch die Gänge. Ich weiß wie immer nicht was ich nehmen kann. Die bunten Bilder, die frechen Sprüche, die winzigen Inhaltsangaben befremden mich. Was soll ich damit anfangen? Ständig lautert mir einer auf, gehetzte Leute drängeln sich links und rechts an mir vorbei. Kein schöner Ort. Von den Kassierinnen wirken manche kampferprobt, andere abgekämpft. Sie wechseln sich gegenseitig mit den Raucherpausen ab. Sie stehen dann neben dem Haupteingang und ziehen nervös am Stengel, während neben ihnen die Einkaufswägen krachen, die Autos vorbeiknattern und das ganze Grau sich über den ganzen Tag ausbreitet. Desillusioniert gehe ich zu einem anderen Discounter. Dasselbe Bild drängt sich mir auf. Beim Lieferanteneingang zieht eine junge Angestellte mit zugekniffenen Augen an der Kippe während sie von einem Bein aufs andere hüpft. Ständig kommen mir Fahrzeuge aus allen Richtungen entgegen. Passanten, Fahrradfahrer, Mütter mit ihren Kinderwägen mitten im Industriegebiet, mitten im Nirgendwo. Betonlandschaften, Blechlawinen, nasser Schauer und rauer Wind, Millionen Kieselsteine auf Asphaltwüsten. Grell  grüßt das Logo des Discounters untermalt von dudelndem Chartbrei aus mickrigen Lautsprechern am Eingang. Es gibt eine Bäckerei und eine Poststelle die im Discounter integriert ist. Die Mitarbeiter arbeiten flink und angestrengt daran die Menschentrauben vor den Kassen zu bewältigen. Ich irre durch die Warenvielfalt und verzweifle. Nichts scheint offensichtlich gesund und lecker zu sein. Überfordert versuche ich zu fliehen. Die Kassen sind verstopft. Eine weitere wird eröffnet. Eilig rammeln die Leute zur freien Kasse. Plötzlich sehe ich zum ersten Mal etwas was mir gefällt. Etwas das Hoffnung auf das Paradies erlaubt. Ein junges blondes Mädchen reibt sich doch tatsächlich in diesem tristen Abfertigungszyklus auf. Sie achtet darauf niemanden zu tief in die Augen zu sehen und sagt zu jedem Kunden exakt dasselbe. Schönen Guten Tag…, das macht dann…., sammeln Sie die Herzchen?, Schönes Wochenende…., Schönen Guten Tag…., das macht dann…, sammeln Sie die Herzchen?, Schönes Wochenende. Und immer scheint sie das als Theaterrolle zu verstehen, denn sie sagt es nicht, sie spielt es, sie singt es mit einer merkwürdig schiefen Melodie. Ob das bereits Anzeichen auf ein gequältes Inneres sind? Ich werde es nie erfahren, längst wurde ich eilig beiseite geschoben. Mir war die ganze Situation peinlich. Wie kann man als wundervoller Mensch, als einzigartige Persönlichkeit, sich den ganzen Tag für Geld einer so dummen Situation aussetzen? Das blonde Mädchen, ich muss nicht betonen wie hübsch sie war, verliert ihr Potential mit jeder Minute in diesem Drecksschuppen der nur auf Profit aus ist. Ich trauere um sie und ihre Möglichkeiten. Mehr noch als bei vielen anderen, bei denen es mir eigenartigerweise leichter fällt jegliche Hoffnung aufzugeben. Die zerbrochenen, gestressten Menschen die blind gegenüber den Verhältnissen aus blosser Gewohnheit irgendwelchen Schund kaufen der ihnen später im Weg steht oder die Gedärme zerfrisst. Die gesamte Palette der Schmierblätter in sämtlichen Discountern sind nahezu komplett voller Artikel die keinerlei Verbesserung für irgendwen bedeuten, hauptsache es wird irgendwas geschrieben das sich verkauft. Alles nur Ablenkung von den wirklichen Problemen der Leute. Warum nehmen das soviele hin, warum wird nicht gnadenlos auf diese Zerstörung der Menschen, der Tiere und Umwelt verwiesen? Nein, stattdessen wird über sich über Skandälchen und Symptome einer kranken Gesellschaft aufgeregt. Diese hässlichen Industriegebiete die die Menschen vergiften, gleichgültig ob Angestellte oder Kunden, breiten sich immer weiter aus während die Erholungsgebiete quasi verschwinden oder eingegrenzt werden zwischen Autobahnen, Hauptstrassen, Flughäfen, S-Bahnen, Güterzügen und so weiter. Was für eine grauenvolle Welt erschaffen wir hier tagtäglich? Was erhalten wir mit unseren Entscheidungen tagtäglich?

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Was interessiert das Elend in der Welt, wir haben Eiscreme und Geld

Was kriegen wir schon mit von der Welt und dem ganzen Elend da draußen? Millionen hungern und wir jammern über Überstunden oder unfreundliche Chefs. Wir sitzen in unseren schicken Bürogebäuden, Autos, Mietwohnungen oder sogar eigenen Häusern und sehen im Prinzip keine Schwierigkeiten mit der jetzigen gesellschaftlichen Form. Insbesondere sehen wir an unseren Handlungen keine Schwierigkeiten. Wenn Menschen verhungern, dann ist das die Schuld der Hungernden und nicht die unserige. Was können wir dafür BMW, Deutsche Bank und Aldi als Nachbarn zu haben? Was können wir denn für die ganzen Metzgereien, Bäckereien und Kioske an allen Ecken und Enden in unseren Dörfern und Städten? Wer von uns hat denn nach einer Bild, SZ, TZ, TAZ, FAZ und und und gebettelt? Wer braucht die denn? Alle reden sie und schreiben sie, was so passiert. Sie gehören zu den üblichen Verbrechern dieser grundlegend verlogenen Gesellschaft. Es wird berichtet was Scheiße läuft, aber ändern tut sich dadurch ja doch nichts. Sie, die großen Medienvertreter, einst als Demokratieretter hochgejubelt, sind heute nichts weiter als profit- und auflageorientierte Marktschreier, die sich nur noch in Nuancen ihrer groben Schlagzeilen unterscheiden.

Einheitsbrei auch in der Politik, dort war es anscheinend auch nie anders, es gab ein paar Gruppen die verschiedener Meinung waren wie man die Menschen am besten ausbeuten kann und verkaufte das dann als vernünftigen Weg. Damit sich die Massen nicht zu sehr in Gewerkschaften und außerparlamentarischen Bewegungen engagieren, werden hier und da ein paar Zugeständnisse gemacht. Ja, Hartz IV ist scheiße, also erhöhen wir um 5 EUR. Keiner soll sich ausruhen, alle sollen schuften bis sie zusammenbrechen. Kaum einer merkt wie sich die Gesellschaft immer mehr auf die ökonomischen Kategorien reduziert. Warum kriegen die Menschen denn kaum noch was mit? Wieso hängen wir alle immer häufiger und intensiver in den Schulen, Unis, Arbeitsplätzen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fest? Weil der Kapitalismus gesiegt hat. Wir kämpfen um Profite und um nichts anderes. Wen interessieren denn Kinder die Liebe brauchen, wenn sie zu aller erst in der Schule zu funktionieren haben? Was das mit denen anrichtet interessiert keine Sau, solange sie ihre Leistung bringen und stetig steigern. Jene Leute die das kritisieren sind Kommunisten, linke Chaoten und Träumer, vor allem sind sie nicht zurechnungsfähig! Aber was ist denn dann unsere Gesellschaft? Ist unsere Gesellschaft als solche zurechnungsfähig? Wir zerstören einzigartige Lebensräume wie bspw. den Amazonas damit wir unsere Industrie füttern können. Wir haben überhaupt keine Kontrolle mehr. Wir zerstören nicht nur unsere Kinder, die Umwelt und überhaupt uns selbst, sondern auch alle Möglichkeiten in den nächsten Generationen. Was kann denn ein Mensch mit Meeren anfangen die völlig überfischt sind oder voller Öl und Plastik sind? Was ist wenn die Wale oder Haie, die Koralllen völlig ausgestorben sind?

Wir fahren jetzt BMW und interessieren uns nicht für die Folgen. Es interessiert uns auch nicht was unsere tagtägliche Lohnarbeit anrichtet. Was unsere Kaufentscheidungen in der Disco oder im Discounter anrichten. Es interessiert uns nicht ob unser Nachbar depressiv ist und sich am liebsten vor lauter Einsamkeit umbringen will, und es letztlich sogar macht. Wir rennen in die Stadien jubeln irgendwelchen Fremden zu wie sie eine Kugel treten, vergessen aber die Geburtstage unserer engsten Bekannten, ja – wir empfinden nichtmal mehr etwas für sie. Kindesmissbrauch wird mit einer Bewährungsstrafe bestraft, Copyrightverstöße mit vielen Jahren Knast. Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden in unserer Gesellschaft weitaus weniger hart bestraft, wie Verbrechen gegen das Eigentum. Obwohl man schon sagen muss das die Verursacher der Finanzkrise in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen worden sind. Schuldig sind wir aber alle, wir sind die Verursacher und Mittäter. Wir können zwar später sagen, wenn wir auf den Aschebergen der Zivilisation sitzen, wir haben ja nur getan was alle getan haben, aber dann ähneln wir ziemlich stark den ganzen Nazis bei den Nürnberger Prozessen, die erstens von nichts gewußt haben wollen und zweitens nur Befehle befolgt haben. Wollen wir am Ende genauso verlogen und erbärmlich vor der wahrheit davon rennen? Bislang tun wir es und es ist schrecklich mitanzusehen für jemanden wie mich, der angesichts dieser Zustände darum ringt den Verstand zu bewahren.

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Wollen wir unser Leben wegschmeissen?

Wer mal in größeren Städten das Bad in der Menge erlebt hat, erhält eine Ahnung davon welche Möglichkeiten an einem vorüberziehen während man eifrig am Arbeitsplatz die immerselben öden Tätigeiten erledigt. Im Kampf gegen andere Menschen versuchen wir uns ein angenehmes Leben in Harmonie zu ermöglichen, dabei wird der offensichtliche Widerspruch zur alltäglichen Zerreisprobe und nicht selten zur lebenslangen Qual. Der Kapitalismus zwingt uns um die höchsten Profite zu konkurrieren. Es muss zwangsläufig Verlierer geben. Die Hungernden in aller Welt, Ausländer und Hartz IV Empfänger gehören zu diesen Verlieren genauso dazu wie kranke, schwache und Querulanten die nicht so funktionieren können oder wollen wie sie sollen.

Während wir also damit beschäftigt sind uns den Arsch für ein bisschen Anerkennung und ein bisschen Lohn für unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse zu erkämpfen, zieht das schöne angenehme Leben an uns vorüber. Wieviele Menschen könnten wir kennenlernen, umarmen, küssen und lieben, würden wir nicht an unseren Arbeitsplätzen zu geistigen Krüpeln getreten. Wieviele Orte könnten wir entdecken, wieviele Tiere beobachten und Abenteuer starten die unsere Seelen jubeln lassen, würden wir nicht den illusorischen Sprüchen der Politik und Wirtschaft vertrauen. Wir sind ohnmächtig, ängstlich, verzweifelt und orientierungslos. Wir lenken uns von dieser inneren Leere, diesem inneren Schmerz ab, indem wir zuviel Rauchen, zuviel Essen, zuviel Saufen und überhaupt zuviele Dinge tun die uns eigentlich nur schaden müssen. Darunter fällt auch das vögeln ohne Liebe, das shoppen ohne Verstand, die Produktion von Dingen die keinen glücklicher machen, usw.

Uns fehlt die Verbindung zu uns selbst und unserer Umwelt, dies ist durch das gesellschaftliche Umfeld und vorallem durch die Erziehung entstanden. Diese anerzogene Bewusstlosigkeit bringt uns dazu ständig gegen die eigenen Interessen zu agieren. Wir brauchen Liebe und kämpfen doch täglich gegen andere und uns selbst. Wir kämpfen um bessere Noten und Banknoten, fühlen uns nie gut genug, weil wir niemals das Signal erhalten endlich zufrieden sein zu dürfen. Leider sind wir diesen Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien vollkommen ausgeliefert, da vor allem vorherige Generationen es versäumt haben für realistische Alternativen zu streiten und zu kämpfen. Wenn auch wir uns nicht dazu aufraffen können, wird es künftigen Generationen wesentlich schlechter gehen. Wir hätten eine weitere Chance vergeudet unser Leben aufrichtig zu genießen mit allen Möglichkeiten die uns begegnen.

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Geld oder Leben / Arbeiten oder Sterben

Ja, man hat recht wenig vom Leben wenn man in die Schule geht oder in der Arbeit sitzt. Viele Stunden verbringen wir damit zu funktionieren. Man verlangt von uns gute und sehr gute Ergebnisse zu erzielen, denn nur diese könnten zu einem besseren Leben führen. Dabei können uns gerade jene die diese Ergebnisse erzielen sagen wie wenig das stimmt. Es gibt niemals einen letzten Gipfel, eine letzte Herausforderung, einen letzten Erfolg also etwas derart herausragendes was nicht mehr getoppt werden kann. Es gibt immer neue Möglichkeiten, neue Aufgaben und neue Prüfungen die uns das Leben stellt bzw. die wir uns ausdenken. Insofern macht die Suche und das Streben nach Perfektion nicht automatisch ein besseres Leben. Eher ist es so, dass wir Gefahr laufen die wesentlichen Dinge des Lebens zu vergessen. Denn wenn wir derart beschäftigt sind Ideale zu erfüllen, wie es an den Schulen und Betrieben zu sehen ist, verlieren wir vor allem die Zeit das Leben zu genießen.

Ich kann sagen alle Menschen verloren zu haben die mir jemals etwas bedeutet haben. Nicht einmal meine Eltern verstehen mich, kennen mich und umgekehrt. Es ist ein absolutes Armutszeugnis. Wir waren die letzten 10 Jahre damit beschäftigt Ideale zu erfüllen, um Rechnungen bezahlen zu können. Vielen anderen Familien ergeht es nicht anders. Es gibt Streit um Nichtigkeiten, es gibt nur noch sporadisch an gewissen Tagen des Jahres, wie Weihnachten, Ostern und Geburtstagen, Treffen an denen man sich wenig zu sagen hat und Liebe ist wie das Gefühl von Geborgenheit vergilbt und fast zu einem Fremdwort verkommen. Wir haben viele Familiendramen, es gibt Gewalt, mit oder ohne Einfluss von Drogen, es gibt dieses wortlose nebeneinander Leben ohne sich zu küssen, leidenschaftliche Gespräche und Diskussionen zu führen. Diese Tage an denen man Fertigprodukte aus dem Discounter in die Mikrowelle schmeißt um möglichst wenig Zeit mit scheinbar unnützer Hausarbeit verschwenden zu müssen. Schnell wird Ablenkung gesucht im spielen von Computer- und Videospielen, dem sehen von Hollywood- und/oder Pornofilmen, dem lesen von spannenden Fantasyromanen, dem stemmen von Gewichten in Fitnesscentern oder massiven Drogenkonsum auf Partys und dem lecken von Mösen und Schwänzen deren Träger man oftmals noch weniger mag als sich selbst.

Wo führt es uns hin wenn wir so weiter machen? Es wird sich zuspitzen, ganz klar. Vielleicht in einem Bürgerkrieg, vielleicht auch nicht. Vielleicht wollen wir weiter diese verdeckten Kriege mit unsichtbaren Waffen kämpfen. Wir betrügen uns selbst wenn wir uns weiterhin an dieser Jagd und Hetze beteiligen. Wir können damit aufhören indem wir verstehen was wir wirklich brauchen. Es sind ganz einfache Stichworte die ich hier beispielhaft nennen will: Liebe, Geborgenheit, Ruhe und Humor. Was kann es denn wichtigeres und schöneres geben? Warum wollen wir das nicht vermehren? Warum lassen wir diese Zahlenspielereien nicht einfach los? Ist es nur die Angst Ablehnung und Isolation zu erfahren? Wir haben doch längst ein einsames und trauriges Leben durch die Jagd nach Schul- und Banknoten. Müssen wir uns denn erst wieder bis aufs Blut bekämpfen bis wir wenigstens ein bisschen umdenken? Lernt der Mensch nur wenn er in den Abgrund fällt? Wir geben die Antwort mit unserem täglichen Verhalten.

Es ist nicht leicht neben der Schule und neben dem Job neue Menschen und Lebensweisen kennen zu lernen. Lebenszeit ist wohl das höchste Gut was es überhaupt gibt, gerade dann wenn wir wie besinnungslose Zombies durch die Welt steuern. Es gibt wenig Raum für Alternativen. Eine der wichtigsten Fragen wird also sein, wie kann man mehr Zeit gewinnen für die wirklich relevanten Dinge des Lebens? Generalstreik an allen Schulen und Betrieben erscheint unrealistisch, weil niemand in der Lage ist so viele Menschen zu erreichen, auch wenn es durch das Internet theoretisch möglich wäre, wenn sich eine klare Agenda finden ließe die alle Menschen überzeugt. Ist es also die Aufgabe von uns, die einiges erkannt haben, diese Agenda zu formulieren? Oder führt das nur zu einer Diskussion die niemals enden wird? Vielleicht sollte hier gleich ein Ansatz einfließen, nämlich ein sehr wichtiger: Wir können Perfektion nicht erdenken, weil Denken und Wissen immer unvollständig bleiben wird. Wir können keine perfekte Agenda formulieren, die die Dinge sachlich richtig auf den Punkt bringt, weil es zu viele Faktoren zu berücksichtigen gilt. Offenbar ist das auch der Grund warum Parteien wie die Grünen und die Linke scheitern, – sie hatten gute Ideen, wollten grundlegendes reformieren, haben sich mit ihren Ansprüchen unheimlich viel auferlegt und sind kläglich darunter zusammengebrochen.

Wer also etwas verändern will muss verstehen das man die Menschen nicht überreden kann das Leben anders zu betrachten. Die Menschen müssen von sich aus lernen was ihr Leben so traurig und leer macht. Jeder einzelne Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen und daraus seine eigenen Bedürfnisse schöpfen und realisieren. Kein Staat, kein Betrieb und keine Schule kann das den Menschen abnehmen. Eine Pauschalisierung birgt den alten Geist der Idealisierung und damit der Sucht nach Perfektion in sich. Es darf also keine Agenda geben, es darf keine Parteien geben, es darf keine Schulklassen oder Betriebe geben die gegeneinander konkurrieren, sie haben alle ihre Berechtigung, sie alle sind irgendwie richtig aber auch irgendwie falsch. Wir sollten uns fragen wie wir die Gesellschaft in einen offenen Kreislauf bringen können, denn täglich kommen neue Menschen, also neue Möglichkeiten ins Leben und diese waren wir auch einmal, nur haben wir uns zu Betonköpfen entwickelt, die Aberglauben nachplappern, als wäre das die Wahrheit. Dabei gibt es keine Wahrheit, genauso wie es keine gerechten Kriege oder gerechte Politik oder Löhne gibt.

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Schulnoten und Banknoten sind Symbole unserer Bewusstlosigkeit

Es ist erstaunlich wie viel man innerhalb von wenigen 24 Stunden erleben kann, wenn man nicht den ganzen Tag damit verbringt Profite für einen Arbeitgeber zu erwirtschaften. Für Menschen die ihre Arbeit an dem immer selben Arbeitsplatz verrichten müssen, im Büro oder an der Kasse, bleibt wenig Raum für neue Perspektiven auf das Leben und vor allem für ihre eigenen Möglichkeiten ihr Leben zu gestalten. Genauso trifft das auf Schüler zu, sie sitzen ähnlich wie die Angestellten in den immer selben Gebäuden und Gegenden, wo eben der Schulbetrieb durchgezogen wird. Klar, man nennt das Heimat oder Standort, Industriegebiet, usw. Aber die Welt ist groß und weit, wir wissen das und langweilen uns schnell wenn sich immer wieder ähnliche Muster auftun.

Der Schulweg, der Arbeitsweg ändert sich oft über Monate und Jahre so gut wie gar nicht. Folglich hat man es mit den immer selben Schwierigkeiten und Besonderheiten zutun. Manche lieben das, es gibt ihnen Sicherheit, sie können sich klar daran orientieren, ihr Leben um diesen Mittelpunkt herumbauen und zementieren. Auch wenn sie dann schnell in Panik geraten wenn sich ein paar Kleinigkeiten ändern, beispielsweise die Wetterverhältnisse, oder schlimmer, wenn der Arbeitgeber sich einen günstigeren Standort für die Profitsteigerung sucht. Man hat Familie, Mietwohnung, Freunde und Bekannte, die man nicht missen möchte. Über die Jahre gewöhnt man sich an die immer selben Muster, stumpft ab, degeneriert, weil man die Isolation als Normalität verstanden hat. Dabei spricht eigentlich nichts dagegen gemeinsam mit seinen Freunden, der Familie durch Länder zu reisen, hier und dort zu leben. Wäre da nicht die Sache mit der Sicherheit. Wir sind Sicherheitsfanatiker, wir lernen schnell das wir Leistung bringen müssen um Geld zu erhalten, Miete bezahlen, Haus ab bezahlen, Urlaub und auch gewöhnliche Lebenshaltungskosten finanzieren zu können.

Wie kommen wir also zu Geld? Nur indem wir uns für die Arbeitgeber flexibel machen. Wir erklären uns bereit möglichst langfristig unser gesamtes Leben dem Betrieb zu verschreiben. Natürlich wollen wir nicht allzu viele Überstunden machen, aber das passiert allzu oft, wenn man mal länger dabei ist und verstanden hat wie ersetzbar man ist. Man fürchtet sich davor die regelmäßigen Einnahmen zu verlieren und damit auch die Sicherheit, die in Wahrheit ja gar keine ist. Die Schule ist hier nur so eine Art Vorreiter. Die Lehrer sind wie die Chefs in den Betrieben, sie sagen uns was es zu tun gilt, und wenn wir es nicht erfüllen, bekommen wir nach einigen Ermahnungen, gut zu reden, Fristen und danach eben entsprechend härtere Strafen, die letztlich in Kündigung, also Versetzung in andere Schulen, Sonderschulen usw. münden können. Im Kern bereitet die Schule uns nur darauf vor, was das Leben für uns insgesamt sein wird, ein permanentes Hetzen nach Leistungserfolgen und Resultaten mit denen wir uns schließlich ein Einkommen/eine Belohnung „verdienen“.

Dies ist kein Zeichen einer freien harmonischen Gesellschaft. Viele Menschen wissen das, egal wie alt sie sind, aber ihre Folgerungen daraus sind sehr unterschiedlich. Einige kämpfen offen gegen die Verhältnisse an bis sie hart bestraft und zerstört werden, andere agieren eher im stillen, betreiben subversive Aktionen, sabotieren Betrieb und Lehrbetrieb, indem sie die innere Kündigung vollziehen, langsamer arbeiten oder ständig schwätzen, dem Unterricht ferne Tätigkeiten betreiben wie zeichnen, träumen und Musik hören usw. All das sind verzweifelte Versuche eine kollektive Ohnmacht und Besinnungslosigkeit zu ertragen bzw. zu überwinden. Aber allein sind wir ohne Chance hier etwas langfristig funktionierendes zu ermöglichen. Wir können weglaufen, wir können zerstören, wir können schreien, uns mit Lärm und Rausch ablenken, es wird nur ein paar Momente helfen, weil wir Geld brauchen um unsere Bedürfnisse zu bezahlen. Das macht uns traurig und es saugt uns die Lebenslust aus. Wir schöpfen ständig Dinge deren Zweck wir nicht erkennen können, an dem wir uns nicht bereichern können. Wer sieht denn schon das Ergebnis seiner Arbeit? Wer sieht denn schon den Wert einer Schulnote? Zahlen die sich unterscheiden, warum sollte man daran seine Gefühle, sein ganzes Leben fixieren und ausrichten? Was soll das? Ist das nicht eine große Dummheit die nur in Verzweiflung, Krankheit und Krieg münden kann? Das Leben ist viel zu bedeutend und vielseitig, als es an diese dogmatischen Ideologien zu fixieren, die hinter diesen Zahlenspinnereien stecken.

Egal ob Schulnoten oder Banknoten, es geht um Zahlenspinnerei die uns die Lebenslust nimmt. Daher will ich alles tun um uns davon zu befreien. Die Lebenslust muss frei sein von zementierten Lebensvorstellungen. In allererster Linie so wie wir es erleben wenn wir lieben und uns verlieben. Wir lieben doch bestimmte Dinge, bestimmte Menschen, bestimmte Situationen, die uns bereichern. Es gibt überall Muster in der Welt, wir können sie gar nicht alle wahr nehmen, aber es macht definitiv krank immer nur einem Muster zu folgen. Muster wie die Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien die in unserer Politik und Wirtschaft seit vielen Jahrtausenden als Normalität vorgegaukelt werden. Es ist eine Frage der Erziehung, eine Frage der Kommunikation, der Vorstellungen der jetzigen Generation der Menschheit, inwieweit wir das fortsetzen wollen. Wollen wir unseren Kindern denselben Unsinn antun, den wir selbst Jahre und Jahrzehnte erleiden mussten? Ist es denn zwingend notwendig, für ein schönes Leben, was auch immer man darunter versteht, ständig gegen andere Menschen und ihre Bedürfnisse anzukämpfen? Gibt es keine Möglichkeit Arbeit anders zu organisieren? Ohne Chef und demokratisch? Warum sollte es nicht möglich sein Mieten abzuschaffen? Grundsätze wie Eigentum, Staat und Kapital zu hinterfragen?

Wir müssen schon etwas riskieren um diese Fragen zu beantworten. Wir sollten uns von zweifelhaften Sicherheiten befreien, die nichts anderes sind als Ketten, die uns lang genug gehindert haben das Leben zu erleben, wirklich frei durch die Welt zu gehen und sie mit unseren Liebsten zu entdecken.

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Das Ende

Zerstörte Familien, traumatisierte Kinder, endlose Kilometer Betonlandschaften, tausende Megatonnen Bombenmaterial, Leichenberge enstanden durch Hunger und Elend, die Bergen von Luxusgütern gegenüber liegen, neben polierten Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, die von blinden Eigentümern als Zeichen ihrer Verblendung bald als langweilig wie eine vergewaltigte Nutte liegen lassen werden. Das Trümmerfeld der Welt, Nationen, Konzerne, Haushalte, Menschen kämpfen um Anerkennung, Aufstieg, Macht und Wohlstand. Die Illusionen sind über die Jahrtausende immer ausgefeilter geworden. Rachepläne, Karrierepläne, Pläne wie man die Konkurrenz ausschalten kann, wie man die Profite steigern kann, wie man die Betriebsräte das Maul stopfen kann, wie man seine Millionen an den Fiskus vorbeischleusen kann, wie man Meinungen unerkannt machen kann, unmengen von Treibsand steckt in den Köpfen der Menschen. Keiner wer weiß wer dieses Ding ist, diese Maschine die tausende Menschen verhungern, tausende Tiere schlachten, tausende Liter Wasser verschmutzen und das Paradies zur Hölle werden lässt. Manche sagen es wäre das System, andere sagen es ist die Ideologie, die nächsten meinen so ist der Mensch, alles bleibt Theorie, offenbar sind wir ohnmächtig und verbohrt genug die Lust an der Selbstzerstörung direkt oder indirekt als unseren Lebensinhalt begeistert anzunehmen und zu neuer Perfektion voranzutreiben. Es lebt sich wunderbar als Westeuropäer. Man muss nur ein wenig seinen Arsch und seine Seele hinhalten, schon kann man sich eine Zelle kaufen und sich allerlei Nonsens kaufen, der einen von den Ketten ablenkt die man mit sich herumschleppt. Wenn das nicht reicht nimmt man sich einen Zellengenossen, säuft mit ihm, schlägt ihn, beklaut ihn, belügt ihn, fickt ihn und schickt ihn dann weiter, bis zum nächsten Mal. Nicht wenige Menschen sind dafür mittlerweile zu schüchtern oder isoliert. Also spielen sie am Computer, an Konsolen, wichsen zu entleerter Fleischschieberei, mechanisch, besinnungslos, wie die Zombies in lächerlichen Horrorfilmen schleppen sich die Soldaten und Generäle durch die Welt, immer auf der Suche nach einen Kick, einen Reiz, einen Rausch. Vielleicht sind das die Überreste von Sehnsucht, nach Liebe und Geborgenheit. Die Erde ist ein Trümmerfeld und so sehen die Menschen auch innerlich aus. Wir haben keine freie Welt, keine freie Nation, keine freien Menschen. Wir werden überwacht, gesteuert, bedrängt, gestraft, benutzt und vergewaltigt seit man uns auf die Erde warf. Was uns bleibt sind unsere traumatisierten Eltern, unsere weltweit verteilten Verwandten, vielleicht werden wir teilweise von ihnen verstanden, manchmal endet es im Amoklauf, im Konsum von Scheiße, aber immer ganz sicher im monotonen Grau der Verwertungsmaschinerie unserer Gesellschaft. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit. Im Weltall ersticken wir, Raumschiff Erde hält uns gefangen. Wir treiben durchs All, ohne Gefühl und Erfüllung. Täglich gibt es neue Versuche Geld und Erfolg zu fressen, die Leere wächst, das Gemetzel erlebt Hochkonjunktur, die Bewusstlosigkeit treibt uns an mehr Bomben zu bauen, mehr Fleisch zu fressen, den Armen noch weniger zu geben, uns selbst den letzten Funken Hoffnung zu ersticken. Darin besteht unsere einzige Konstante: Zerstörung, aus Wut, Trauer, Rache, Neid, Gier, Gedankenlosigkeit, Leere und Manipulation. Noch leben wir, noch ist das Leben größer als unsere Dummheit. Ich warte täglich auf den letzten Napalmregen, die Schreie in den Straßen, das ausgebrochene Chaos, damit dieses Schauspiel endlich seinen letzten Vorhang findet.

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Disharmonie & Entfremdung

Würde man das weltweite Budget für Militärs in Höhe von mehr als 700 Milliarden US-Dollar zur Verfügung haben, könnte man die größten Probleme der Menschheit lösen, egal ob Hunger, Krankheit oder Bildung, keiner müsste mehr am Mangel leiden. Dennoch verhungern täglich tausende Menschen, sterben tausende Menschen an heilbaren Krankheiten, bekommen hunderte von Millionen Menschen weniger oder gar keine Bildung, während wir hierzulande mit Übergewicht, Medikamentensucht, Hypochondrie und Bulimielernen zu kämpfen haben.

Diese Welt lebt in großer Disharmonie und Entfremdung. Wir kämpfen tagtäglich für Noten die uns nicht intelligenter machen und für Geld welches uns nicht reicher macht. Wir wählen Parteien die uns betrügen, arbeiten für Unternehmen die uns beklauen und konsumieren Produkte die uns betäuben. Wir haben die Freiheit CDU oder SPD, Arbeit oder Arbeitslosigkeit, Cola oder Pepsi zu wählen. Wir sind wie die Hungernden in aller Welt, denn wir hungern nach Geborgenheit und Liebe.

Aber wir sind mehr als nur suchende Hungernde, wir sind nicht nur Opfer einer primitiven kapitalistischen Verwertungsmaschinerie, wir sind auch Täter, die Funktionäre dieser Ideologie, denn mit unserer Ohnmacht ermächtigen wir Führer und Tyrannen, wir sind es, die die hungernden Kinder erwürgen. Wir sind die gierigen schmatzenden fetten Säue, die blind vor Wohlstand und Ideologie das Leben um uns und ins uns zertrappeln. Ekelerregende Zombies die trotz aller Mode, trotz aller Musik, trotz aller Verblendung gelegentlich Amok laufen, sich und andere zerfleischen.

Wir wissen nicht wer wir sind, weil wir seit Generationen vor uns und der Realität davon laufen. Dieser quälende Wettlauf ist das Ergebnis der herrschenden Meinung, die von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft maßgeblich geprägt wird. Uns wird von der Kindheit an eingeredet, wir seien nicht gut genug, wären nicht ordentlich genug, nicht schnell genug, wir würden dies und jenes nicht angemessen erfüllen. Das sind Leistungs- und Konkurrenzprinzipien die den Hunger in uns auslösen und den wir ständig durch Leistung und Kampf zu stillen suchen. All diese Aktivitäten liefern keine Ruhe, befreien nicht von der Angst, weil die ursächliche Quelle ignoriert wird.

Wir haben lange Zeit aufgehört nach der Wahrheit zu suchen und uns selbst zu erkennen. Solange wir uns belügen, betrügen und bestehlen lassen von diesen Prinzipien, werden wir krank bleiben, werden wir Täter bleiben, werden wir besinnunglos die Vielfalt des Lebens verwerfen, monoton und grau die Hebel der Unterdrückung und Ausbeutung an kommende Generationen weitergeben. Es ist an der Zeit zu Fragen was wir von unserem Leben erwarten, wie wir alle Menschen freie Entfaltung und Befriedigung ihrer Bedürfnisse ermöglichen können. Wir müssen Fragen wieso alle bisherigen Ideologien gescheitert sind und wie wir das Paradies auf Erden schaffen können.

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Haben oder Sein?

Ratlos akzeptiere ich mein momentanes Los. Meine berufliche Tätigkeit wurde ausgeweitet, eine saftige Gehaltserhöhung ausgesprochen und eigentlich wären damit genug Bedingungen erfüllt um bereits jetzt von einer erfolgreichen Woche zu sprechen. Nur bleibt mir so noch weniger Zeit für die Dinge die mich interessieren und faszinieren. Ich kann mich weniger mit den Problemen unserer Zeit beschäftigen, die grundlegender Natur sind. Es gibt unheimlich viel in den einzelnen Branchen zutun, ganze Nationen ächzen unter den wirtschaftlichen Belastungen. Viele Angestellte und Mitarbeiter reiben sich Tag für Tag im Arbeitsalltag auf, bewältigen in immer kürzerer Zeit, immer mehr Arbeit und werden bis auf den letzten Tropfen ausgepresst wie eine Zitrone. Seit dieser Woche wird also auch bei mir wieder ordentlich gepresst, bis ich nicht mehr zugebrauchen bin und auf dem Müll geworfen werde.

Natürlich ist finanzielle Unabhängigkeit in einem derart materialistisch geprägten System etwas, was so gut wie alle Menschen anstreben und sich erhoffen, aber es ändert nichts daran das es grundsätzlich nur ein Wettlauf um Zahlen ist und als illusorischer Selbstzweck, fernab vom eigentlichen Leben, von dem was eigentlich wichtig ist, zwingend scheitern muss. Der menschliche Verstand bildet sich immer wieder neue Illusionen ein um die grundlegende Illusion zu stützen, es ist wie ein Wahngebilde eines psychisch Kranken. Wir gehen täglich zur Arbeit in der Hoffnung damit etwas für die Gesellschaft und damit für uns selbst zutun, aber in Wahrheit dienen wir einer Illusion die aus Zahlen besteht. Es geht darum Kapital anzuhäufen, egal mit welcher Tätigkeit. Wir sind mittlerweile soweit, dass wir alle gesellschaftlichen Bereiche danach ausrichten, ob es „nützlich“ also finanzielle Auswirkungen hat.

Es gibt mit Sicherheit Gruppierungen die, um ihre profitsüchtigen Interessen zu schützen, diesen Status Quo erhalten wollen und deshalb auf eine Politik setzen, die die Bevölkerung beruhigen soll. Wir hören zwar wie sehr unser Staat verschuldet ist, aber unsere Minister sprechen davon, diese Schulden sehr bald mit einem soliden Sparkurs abzubauen. In Wirklichkeit müssen all diese Milliarden von uns erwirtschaftet werden, also von etwa 30 Millionen Menschen. Und hier sind noch nicht einmal die Abgaben für die ganzen Versicherungen drin, die Fixkosten, Miete, Kleidung, Nahrung usw. Zu einem großen Teil arbeiten wir also nur damit wir uns erhalten können, damit wir diese Situation erhalten können, die wirtschaftlich und politisch seit langem der Fall ist. Wir treten auf der Stelle, während wir insgesamt abtreiben, zurückfallen, ich habe den Eindruck das wir all das nicht länger tragen können.

Wie sehr lassen sich denn die Menschen noch ausbeuten, abzocken und belügen? Wie weit kann die Ablenkung noch funktionieren? Und was wird passieren wenn die Menschen wütend werden? Wird Deutschland seine erste Revolution erleben? Landen wir wieder im Faschismus? Unsere Gier, die einsmals der Wunsch nach einem sorgenfreien Leben war und durch Erziehung, Massenmedien, Politik und Wirtschaft vergiftet wurde, wird uns in schwere Konflikte führen. Wir haben lange genug versucht die Armut aus unseren Reihen zu halten, haben sie nach China und Afrika exportiert. Aber die Armut bei uns wächst, das sehen wir an den wirklichen Arbeitslosenzahlen oder den zigtausenden die auf Nahrungsmittelspenden angewiesen sind. Wir müssen uns also damit auseinandersetzen. Wir müssen fragen was mit unserem System los ist, was wir mit unserer täglichen Tätigkeit anrichten. Die Attacken auf den Sozialstaat, welcher aus einigen Ideen des Sozialismus besteht und blutig erkämpft werden mussten, sind allesamt versuche Märkte also Profite zu finden.

Die Masse an Arbeit die immer weniger Menschen bewältigen müssen, ist der logische Rythmus des Kapitalismus, er wird die Menschen solange auspressen bis sie zusammenbrechen. Unsere Politik hat sich von der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten derart zudröhnen lassen, sie ist handlungsunfähig, sie wird uns strikt in die Konlfikte führen, die uns das zerstören werden, was wir in den letzten Jahrzehnten aufgebaut haben. Wir liegen mitten in der Endphase dieser Ideologie. Man hat versucht den Kapitalismus sozial zu halten und wir erleben das Scheitern dieses Versuchs. Entweder es gibt eine Revolte und neue Unterdrückung oder eine Revolution mit neuen Freiheiten. Es ist an der Zeit alle Menschen darüber aufzuklären was nicht funktioniert, warum es nicht funktioniert und was wir an uns erkennen oder verändern müssen um dies in Zukunft zu verhindern, was gleichzeitig auch bedeutet: wir müssen fragen was wir eigentlich wollen.

Wollen wir Haben oder Sein?

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Kurzer Abriss

Gerade in den letzten Tagen, in denen ich verstärkt an die Zeit in Berlin denke erscheinen mir die Schwierigkeiten der meisten Menschen in einem neuen Licht. Ich erkenne die menschliche Seite meiner Kollegen, meines Chefs und Vorgesetzten, die der Putzen und so weiter. Mir ist ihre Belastung wesentlich stärker bewusst und verstehe ihre Frustration. Viele arbeiten unheimlich hart, sehr lange, Tag für Tag, nur um ein halbwegs würdevolles Leben finanzieren zu können. Andere hingegen haben dazu gar keine Möglichkeit und sind darüber frustriert, wovon sich einige total entmutigen lassen. Immer wieder kommt es zu Streit, Konflikten, die scheinbar eine ständige Wiederholung sind, denn es geht immer um dasselbe. Die Menschen wünschen sich Unterstützung, ehrliche, aufrichtige Zuneigung, eine Chance die sie wirklich ergreifen können, sie brauchen täglich handfeste Perspektiven, keine leeren Versprechen, keine tröstenden Worte, keine Ablenkung von diesen Problemen. Die Menschen nehmen das alles nur noch hin, weil sie keine Alternative kennen. Sie wissen keine Alternative zum egoistischen Verhalten. Sie glauben an die Leistungsprinzpien, die Wettbewerbsprinzipien, auch wenn sie genau wissen, es wird mehr Leid produzieren, immer mehr Menschen in den Abgrund stoßen.

Wir haben diese Menschen auch hier in Deutschland, selbst wenn behauptet wird, die könnten ja auf Kosten der Gemeinschaft leben. Was ist das für ein Leben, wenn man völlig machtlos ist? Man kann natürlich Hartz IV beantragen, wird dann aber zum Spielball der Ämter, die einen in Beschäftigungsmaßnahmen stecken, die rein gar nichts bringen, außer langeweile und noch meh Frustration. Selbst wenn man einen Job hat, weiß man das es jederzeit vorbei sein kann, gleichgültig welche Leistungen man in der Vergangenheit erbracht hat. Das ist keine Freiheit, das ist Willkür des Kapitals, Willkür unseres Glaubens an egoistische Prinzipien. Geld ist nützlich, klar. Aber wir haben längst die Übersicht darüber verloren; warum es immer schlimmer statt besser wird. Ist es die Börse? Sind es die Reichen? Sind wir irgendwie alle daran schuld? Eine permanente Debatte darüber sehe ich nur in Nischen der Gesellschaft, ansonsten wird nur Gejammert oder Gejohlt. Die meisten glauben daran, dass das System bald komplett gegen die Wand fährt und es wird so sein, aber keine fragt was danach kommen wird. Werden wir dann vielleicht es noch schlimmeres produzieren, weil wir uns heute keine Gedanken gemacht haben, welche Fehler in der Vergangenheit getan wurden?

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Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

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Wieviel ist unser Leben wert?

Die meisten Menschen leben in einer Zelle, in einer Arbeitszelle dieser Gesellschaft. Fast jeder Tag wird der Arbeit geopfert, es wird dem Eigentümer gedient, der der eigentliche Herrscher des Arbeiters ist. Die Wirtschaft ist völlig undemokratisch und fern jeglicher Rechtssprechung. Aus Profitgründen wird die Arbeit unter immer weniger Menschen aufgeteilt, ganz besonders in den regelmäßig bzw. zyklisch auftretenden Krisen, wie aktuell. Immer mehr Menschen suchen also Jobs, damit sie ihre Rechnungen bezahlen können, aber die Jobs bekommen nur jene mit dem besten Lebenslauf, der besten Qualifikation, Flexibilität, dem besten Alter und so weiter. Gleichheit, ein Recht auf ein schönes Leben, für jeden Menschen, gibt es nicht.

Es gibt kaum noch Menschen die sich zwischen vielen Jobs entscheiden können, die ihnen gefallen, in denen sie sich entwickeln können, gleichzeitig gibt es immer mehr Jobs die schlecht bezahlt sind, ohne Leistungen für die Rente oder Versicherung. Unser Bildungssystem, welches in 3 Schichten eingeteilt ist, verschärft diese Zustände, auch wenn von unterschiedlichen Graden von „Begabungen“ gesprochen wird. Es ist allgemein bekannt: Schüler aus der Hauptschule werden sich immer im Dienst des Kapitals befinden, also ihr leben lang ihre Arbeitskraft für billige bzw. primitive Prozesse verkaufen müssen. Es gibt keinen Weg aus dieser Sklaverei für sie, denn sie werden niemals genug Kapital anhäufen können um aus diesem Kreislauf zu entkommen.

Es ist politisch so gewollt, dass eine gewisse Bevölkerungsgruppe generell arm & uninformiert bleibt, denn nur so bleiben sie kontrollierbar, so kann man sie für monotone, schlecht bezahlte Arbeit verheizen. Außerdem sind sie die idealen Konsumenten, da sie tendenziell am liebsten aus ihrem Leben fliehen möchten, sich von ihrer schlechten Lebensqualität ablenken wollen. Das funktioniert nicht immer, es kommt zu Drogenkonsum, Gewalt, psychischen, physischen Erkrankungen, Massenhysterie bzgl. Fußball, Sport allgemein. Die Ursachen dieser Probleme werden generell immer dort gesucht, wo sie definitiv nicht liegen. Siehe sämtliche Amokläufer der vergangenen Jahre, siehe die 1 Millionen Suizide jedes Jahr.

Politik wird als zu komplex befunden, nachdem die Massenmedien Jahrzehnte lang genau das, mit ihrer Verblendungstaktik, Desinformationsstragie, impliziert haben. Keiner kann die Politik verstehen, nicht einmal die Kanzlerin, so will man uns erzählen, während im Hintergrund die Fäden gezogen werden, für die nächsten Jahrzehnte der Verblendung, Unterdrückung und Ausbeutung. Die Wahlen sollen dem Großteil der Bevölkerung vormachen; ihr habt die Kontrolle! Doch in Wahrheit haben jene die Kontrolle, die am meisten Kapital und Einfluss in der Wirtschaft haben. Die Parteien dienen alle dem Kapital, das lässt sich auch an der Schuldenuhr ablesen, die Summe ist nur weitaus größer und wir, die Bevölkerung, schuldet diese Summe privaten Bankiers. Trotz wachsender Verzinsung, Zerstörung von Arbeitsleistung, fragt keiner ob das so sein muss.

Seit Jahrzehnten trifft die Politik Entscheidungen zugunsten der Wirtschaft, Überwachung, Rüstung, sie spricht von Terrorismus, notwendiger Verschärfung der Kontrolle bei Sozialempfängern, auf der anderen Seite haben wir tausende wohlhabende Steuersünder, immer mehr tote Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, immer mehr Arbeitslose, staatlich finanzierte Arbeitsplätze. Grundrechte werden aufgeweicht, weil die Zeiten ja so unfassbar hart sind, als ob früher alles besser war. Die Maschinerie der Desinformation ist gigantisch, mindestens so gigantisch wie die Maschinerie der Arbeit worin wir alle verheizt werden.

Was ist unsere tägliche Arbeit noch wert? Sie wird doch permanent unter wert verkauft und als Dankbarkeit hierfür ist man jederzeit ersetzbar, jederzeit kann man in den sozialen Abgrund gestoßen werden, an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, wenn man nicht den Vorstellungen des Marktes oder der leitenden Angestellten, bzw. der Kapitaleigner entspricht. Wo ist hier die Demokratie? Wo ist hier die Brüderlichkeit? Es gibt immer mehr Menschen die auf die Tafeln angewiesen sind, es gibt immer noch Tausende die verhungern und vermutlich Milliarden die sich mit der Situation einfach abgefunden haben, sich zufrieden geben mit ihrer minimalen Packung Freiheit bzw. sich desillusioniert mit Konsum und anderen oberflächlichen Kram von ihrem Leben ablenken.

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Mangelnde Kommunikation

Wo wird denn in dieser Gesellschaft noch in Gruppen über die großen Probleme der Gesellschaft diskutiert? Wo werden Lösungen erarbeitet und wo wird versucht sie in der Realität auszuprobieren? In der Arbeit wird es wohl kaum solche Debatten geben, dort orientieren sich die Angestellten und leitenden Angestellten nur am betriebsinternen Alltag und wickeln Kundenaufträge und etwaige Probleme ab. Darüber hinaus gibt es unter den Kollegen kaum Gespräche über die Fehler bzw. Denkfehler dieser Gesellschaft. Es wird gequatscht über Fußball, Frauen, Saufen, Firmen, Branchen, sicher auch mal über die Politik, aber aufgrund der hohen Komplexität bleibt es immer bei oberflächlichen Sprüchen und Phrasen.

Die Parteien in unserem Land sind vielleicht die einzigen Gruppen die tatsächlich quasi täglich etwas grundsätzliches  verändern (wollen), aber in den meisten Fällen leider nicht zum Positiven für alle Menschen, sondern nur für eine begrenzte Anzahl von Menschen, für eine bestimmte Klientel oder Wählergruppe. Die Wahlen sind längst zu einer Art monströse PR-Show abgestürzt, es geht nur noch darum die Wähler zu verführen, ihnen alles zu erzählen damit sie wählen, was gewählt werden soll. Es geht nicht mehr um Ideale, Prinzipien, Moral, Ehtik, was zählt ist die Erhaltung der Macht, die Anhäufung von Kapital, die Unterdrückung der kritischen Meinung. Hier kann sich kein Bewusstsein bilden, welches über dieses Konkurrenzdenken hinaus geht.

Die Menschen kämpfen gegeneinander, egal ob in Politik oder Wirtschaft. Es ist irrational sich für andere Menschen einzusetzen, denn es lohnt sich finanziell nicht, man hat quasi „nichts“ davon und immer mehr Menschen lassen es daher, sich für grundlegende Probleme der Menschheit zu interessieren, geschweige denn Lösungen zu erarbeiten. Lieber beschäftigt sich die Masse mit Dingen die nicht so kompliziert sind und nicht so schwer fallen. Es wird versucht das Leben zu genießen, während täglich Tausende verhungern, Tausende an heilbaren Krankheiten verenden, Millionen mit ein paar Cent pro Tag auskommen müssen. Obwohl wir eigentlich wissen müssten, als privilegierte Menschen der westlichen Hemisphäre, wir können nicht glücklich sein solange soviele bzw. nur irgendein Mensch derartiges Leid ertragen muss.

Es steckt in unserem Bewusstsein, und wenn wir weiter versuchen zu verdrängen, wird uns das weiterhin unglücklich machen. Wenn wir nicht lernen hinzusehen und schon gar nicht darüber kommunizieren wollen, wenn wir keine Plattformen schaffen, wo das alles endlich stattfinden wird, wie soll es dann Lösungen geben die ins Paradies führen?

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Es gibt keine Lösung für alle Probleme

Ja, die Zeiten ändern sich nicht. Es bleibt hart. Es bleibt aussichtslos. Es gibt immer weniger gut bezahlte Jobs, es gibt immer mehr Leute die diese Jobs haben wollen. Unser wirtschaftliches und politisches System wird dies weiter verschärfen. Viele jammern für sich allein, blicken nicht auf die Nachbarn, nicht auf die anderen Nationen, sehen nicht das große Ganze und fühlen sich entsprechend ohnmächtig, als hätten sie keine Wahl, als hätten sie keine Fähigkeiten positivere Veränderungen für alle Menschen anzugehen. Das Geld dominiert alle Lebensbereiche, ohne Geld kannst Du keine Rechnungen bezahlen, kannst dir keine Wohnung, keine Möbel, keine Bücher, Klamotten kaufen. Klar, der Staat gibt Dir ein paar Notgroschen, aber wer will die schon annehmen, gerade bei den Hetzereien gegen ALGEmpfängern? Jeder will lieber „auf eigenen Beinen“ stehen, das eigene Leben in die Hand nehmen und das eigene Glück mehren.

Aber es ist nicht möglich das zu tun, denn der Markt ist nicht fähig allen Menschen ein Chance zu geben. Ich habe es in meinem Blog schon ziemlich häufig beschrieben, wieso dem so ist. Die Realität sollte den Leuten zeigen das es so nicht weitergehen kann. Wenn es sich weiter verschlimmert, wie bisher, dann wird es bald schwere Konflikte geben. Konflikte die über das Jammern hinaus gehen, Konflikte mit denen selbst der Staat große Schwierigkeiten haben wird. Die Politik hat in den letzten Jahren immer stärker auf Wirtschaftsinteressen statt auf das Gemeinwohl gesetzt und wird für diese Politik bald den Preis sehen. Ich sehe quasi keine Firma die Vollzeitkräfte einstellt, Zeitarbeit, Kurzarbeit, 400 EUR-Kräfte, usw. alles eindeutige Zeichen wohin es in Zukunft weiterhin gehen wird. Wir werden uns demnächst wie in Amerika mit mehreren kleinen Jobs über Wasser halten müssen, es wird noch weniger Zeit bleiben das Leben zu genießen oder Fragen zu stellen, Antworten zu bekommen usw. Dieser Prozess beschleunigt sich immer mehr und es wird logischerweise mehr Konflikte geben.

Menschen die immer weniger Zeit für sich und ihre Leidenschaften haben, sind selbstverständlich gereizt, aggressiv, brauchen Ausgleich und so weiter. Wir haben Millionen Suizide bzw. Suzidversuche jedes Jahr, Millionen die an Depressionen leiden, Millionen mit schlechten Essgewohnheiten, Millionen die kaum Essen erhalten, Millionen die keine ordentliche medizinische Versorgung erhalten, Millionen die mit Billigjobs abgespeist werden und sich niemals ein Haus werden bauen können, Millionen die immer nur ihre Arbeitskraft auf dem Markt anbieten können und dadurch selbst zur Ware werden. Dagegen haben wir wenige Menschen die Milliarden auf ihren Konten haben, ganz wenige Menschen die ihr Geld arbeiten lassen und nur noch Luxusprodukte konsumieren, wenige Menschen die sich Inseln statt Häuser kaufen, wenige Menschen die die politischen Entscheidungen beeinflussen, wenige Menschen die trotz ihrer großen Vermögen allenfalls in Stiftungen investieren um Steuern zu hinterziehen. Vielleicht sind das alles nur Legenden, populistische Phrasen, aber es läuft offenbar real mehrheitlich so, sonst wären all diese Probleme doch gar nicht vorhanden.

Es wird gern behauptet die Reichen wären die Leistungsträger. Aber was ist mit den Kassierern bei Lidl oder den Putzen die die Büros reinigen, den LKW-Fahrern auf den Autobahnen, sind das keine Leistungsträger? Haben die nicht auch wesentlich mehr Geld und Entlastung mit ihrer täglichen harten Arbeit verdient? Die Methoden mit denen diese Leute um ihr Recht betrogen werden, sind gerade in den Massenmedien täglich einsehbar. Es wird ein Feuerwerk der Entrüstung ausgelöst wenn man die Systemfrage stellt oder an die Vermögen der „Reichen“ gehen will. Die sehen ihre soziale Leistung im erwirtschaften der Summen die sie teilweise nun auf ihrem privaten Konto haben. Ich sehe das völlig anders. Wer braucht schon mehr als 1 Millionen EUR auf dem Konto, besonders angesichts der Verhältnisse in der Welt? Wieso setzen sich die „Reichen“ nicht zusammen, gründen eine fette Stiftung und lösen alle Probleme? Offensichtlich sind sie daran interessiert egoistisch ihre Vermögen zu halten oder zu vermehren. Sie identifizieren sich nicht mit den Hungertoten, den Harz4-Empfänger, Zeitarbeitskräften usw. Vermutlich sind sie da nicht viel anders als viele andere Menschen, was aber nichts daran ändert dass das Bewusstlosigkeit ist.

Diese Bewusstlosigkeit erzeugt Gewalt, Mord, Ausbeutung, Zerstörung jedweder Form. Das scheiten jeglicher Ideologien, egal ob Sozialismus, Kapitalismus etc. ist begründet auf dieser Bewusstlosigkeit. Egal was sich der Mensch ausdenkt, denkt er nicht an andere, respektiert er andere nicht, wird das was er sich erdacht hat zur Qual für sich und andere.  Insofern ist es nicht notwendig sich Gedanken zu machen wie man die Gesellschaft grundsätzlich ändern „muss“ damit es besser ist. Es ist notwendig zu Fragen warum seit tausenden von Jahren die Menschen nicht in der Lage waren friedlich miteinander umzugehen und keinen zu vernachlässigen. Man muss mehr in die Realität gehen und beobachten wie es ist. Die theoretischen Vorstellungen können selten 1 zu 1 auf Milliarden Menschen übertragen bzw. aufgezwungen werden. Schliesslich sind wir alle Individuen mit eigenen Vorstellungen, Wünschen und Träumen. Niemand kann und sollte das irgendwem absprechen. Diese Welt sollte für jeden offen sein, jedem das Recht auf Leben und Glück von Geburt bis zum Tode ohne wenn und aber sichern. Es sollte keine Grenzen geben.

Es wird nie eine Lösung für alle Probleme geben. Keine Ideologie wird jemals das Leben von allen Menschen einschliessen können. Deshalb werden alle Parteien immer scheitern. Deshalb werden wir uns im Streit nur im Kreis drehen, während rings um uns herum die Leute verhungern oder ums überleben kämpfen. Das ist doch kein Leben! Jeder Mensch ist für sich und andere verantwortlich. Jeder Mensch sollte sich daher Fragen was die wirklichen Ursachen der Schwierigkeiten lokal und global sind. Hierfür gibt es keinen Plan oder vorgeschriebenen Weg. Jeder Mensch hat individuell für sich allein diesen Fragen nachzugehen, wenn er sich irgendwann einmal glücklich schätzen will. Man kann gerne sich mit Ideologien auseinandersetzen, aber man muss vorallem deren Grenzen kennenlernen und sich dann fragen warum es diese Grenzen gibt. Das menschliche Denken ist begrenzt, folglich sind alle Ideologien begrenzt und würden Konflikte produzieren, wenn man sie in die Realität übertragen wollte.

Wir haben heute dieselben Probleme wie vor 500 oder 2000 Jahren. Wir denken uns etwas aus und verlangen von anderen Menschen das sie dem folgen was wir uns ausgedacht haben. Und dann wundern wir uns das es Konflikte gibt. Es ist absurd. Die schwachen Leute gehören zu den Verlierern dieser Gesellschaft, immer noch, es gibt nur in den „reichen“ Ländern ein relativ schwaches Solidarprinzip, während in anderen Nationen die Menschen glatt verhungern oder auf Müllbergen versuchen zu überleben. Wie ist das möglich? Wie sind diese Entwicklungen möglich geworden? Warum werden sie nachwievor hingenommen? Wo sind die Proteste? Wo die Debatten? Wo sind die rebellischen Jugendlichen? Saufen die sich wirklich alle ins Koma? Es ist erschreckende Bewusstlosigkeit, produziert von einer Gesellschaft die sich in weiten Teilen selbst ignoriert. Dies muss in Konflikten enden, ich kann es gar nicht oft genug betonen!

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Arbeit macht frei?

Wer einen Job will darf sich nicht die Haare und den Bart so lang wachsen lassen wie ihm das gefällt. Es geht auch nicht in Lieblingsklamotten beim Bewerbungsgespräch aufzutauchen oder Tättowierungen im Gesicht zu haben. Wir haben nach wie vor eine Gesellschaft voller Menschen die mit primitiven Vorurteilen ihr Leben begreifen und gestalten. Statt sich zu öffnen wird abgelehnt und verurteilt noch bevor sich die betreffende Person äußern kann, noch bevor man sich überhaupt näher kennengelernt hat. Denn wir haben keine Zeit, es gibt tausende Bewerber für eine Stelle und da nimmt man sich lieber für die Leute Zeit die am besten in das eigene idealisierte Bild eines Kollegen passen, auch wenn man sich dabei oft genug täuschen kann.

Komischerweise erinnert mich das ziemlich an die Zeit mit den Nazis damals, die hatten ihr Ideal vom arischen Menschen, blauäugig, blond und so weiter, man durfte keine nähere Abstammung zu jüdischen Mitmenschen haben wenn man beispielsweise an staatlichen Unternehmen teilnehmen wollte. Auch hier gab es also gewisse „Voraussetzungen“ die aus Sicht des Arbeitgebers erforderlich waren um überhaupt an eine Zusammenarbeit zu denken. Und das finde ich schon beängstigend. Ich verstehe das heutzutage nach „passenden“ Angestellten für das Unternehmen gesucht wird, aber das hat mittlerweile Formen angenommen, da kann ich nur den Kopf schütteln. Offenbar ist das gesellschaftlich anerkannt und daher gar kein Problem, also nicht erwähnenswert.

Und wenn ich so weiter darüber nachdenke haben wir noch etwas gemeinsam zu der damaligen Zeit. Wir haben immer noch den unerschütterlichen Glauben an die Arbeit. Damals hatten die Nazis an das Konzentrationslager in Dachau „Arbeit macht frei“ notieren lassen, heute scheint sich das in Millionen Köpfen eingebrannt zu haben. Denn täglich rasen und hetzen Millionen „Erwerbstätige“ durch die Strassen zu ihrem Arbeitsplatz um sich finanziell unabhängig zu machen, also um sich mithilfe der Arbeit zu befreien auch wenn das total aussichtslos ist. Und der absolute Oberhammer ist für mich, dass einige dieser Leute u.a. lange Zeit auch ich, mit Zügen sich dorthin verschleppen lassen.

Hat man überhaupt das Glück einen Job zu haben, dann muss man also mit Zügen zu den Arbeitslagern, Arbeitsplätzen gefahren werden. Kaum ist man dort angelangt schlägt einem eine Wand der Verzweiflung, Aufregung, Unruhe, Unsicherheit und Angst entgegen. Die Mitgefangenen, Kollegen empfinden ähnlich wie man selbst und mehr oder weniger wird versucht, die Situation gemeinsam auszuhalten. Wir verharren gemeinsam auf unseren Arbeitsstätten, versuchen emotional und gedanklich weit weg zu sein und harren aus. Lassen das stumpfe hämmern der Industrie über uns ergehen, nicken brav wenn der Chef Befehle und Weisungen weitergibt, ignorieren die Wut und Traurigkeit in uns auch wenn wir dadurch umso weniger das eigene Leben nicht entfalten können. Ja, so empfinde ich das. Wir haben längst wieder Konzentrationslager im Land installiert und wir haben uns daran gewöhnt, sind freiwillig dort eingezogen, im Glauben dort würden wir unsere Freiheit erarbeiten können. Stattdessen wird alles nur noch schlimmer.

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Menschen lügen, betrügen und lassen sich kaufen

Ehrlichkeit währt am längsten?

Nein, ist wahrlich nicht so. Wer einen Job will muss die Wahrheit gut verkaufen können und das bedeutet auch, diese Wahrheit in ein besonderes Licht zu stellen, also gewisse Sachen mehr zu beleuchten als andere, d.h. unangenehme, bittere Fakten wegzulassen usw. Kaufen und verkaufen, alles dreht sich um das liebe Geld. Die Leute wollen verarscht werden, weil sie ihr ganzes Leben lang schon verarscht wurden, – jene Menschen die ihnen plötzlich mit den wahren Fakten kommen werden ganz negativ und abscheulisch wahrgenommen, werden abgelehnt, bekämpft und schliesslich getötet. Der seit Jahrhunderten betriebene Selbstbetrug ist in den letzten Jahrzehnten vorallem auch durch die technologischen Errungenschaften in immer höhere, heftigere und dichtere Kämpfe getrieben worden. Was früher mal Entfremdung war ist heute die Identität von Milliarden Menschen. Kaum einer hinterfragt überhaupt noch den Gang zur Arbeit oder dessen Organisation. Kaum einer fragt wieso Merkel „Kanzler“ ist oder der eigene Chef so ein Tyrann ist und warum beide überhaupt über andere Menschen was zu melden haben obwohl sie die meisten nichtmal persönlich kennen. Allerhöchstens gibt es oberflächliche Sprüche darüber und das wars dann mit der „Rebellion“.

Diese Art und Weise wie wir leben ist pure Brutalität. Sie ist permanente Massenversklavung, Massenverblödung, sie ist Massenwahnsinn der als Normalität verkauft und gelebt wird. Ich weiß nicht ob es Dir schonmal aufgefallen ist: Du kannst Dir Frauen kaufen, Kinder kaufen, um sie zu ficken und/oder sie zu töten. Du kannst Dir Politiker, Wahlstimmen, Wirtschaftsbosse, Experten, Wissenschaftler und die Medien kaufen, um mit ihnen Geschäfte zu machen oder sie fertig zu machen. Und immer kannst Du dabei davon kommen sofern Du die „Grauzonen“ des Systems, also die Fehler, die Ignoranz und Dekadenz der anderen Menschen kennst.Wer das nicht verkraftet der wird in dieser Welt auch zugrunde gehen.

Wer nicht fähig ist sich in seinem Beruf entweder von vorneherein glücklich zu schätzen oder zumindest sich selbst als Mensch dabei völlig auszuklinken und einfach „nur den Job zu machen“, – der wird ganz einfach als überflüssiges Menschenmaterial betrachtet, welches die Sozialsysteme asozialerweise belastet. Wer es nicht erträgt jeden Tag, Wochen, Monate und Jahre lang dieselbe stumpfsinnige Arbeit auszuführen der sollte sich entweder umlegen oder versuchen „flexibel“ zu sein und sich neuzuorientieren, – auch wenn man in den meisten Fällen nur von einer stumpfsinnigen Scheiße in die nächste geraten wird. Es ist unheimlich schwierig, ja geradezu undenkbar in dieser grausamen ungerechten Welt überhaupt an soetwas wie ein idylisches Arbeitsverhältnis zu geraten!

Gelogen und betrogen wird überall und das hat alles eine jahrtausende währende Tradition. Alles was sich ändert ist die Fassade.

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Der Zombieplanet

Ich habe keine andere Wahl als entweder ein Fachidiot innerhalb dieser Gesellschaft zu werden oder unter die Räder dieser Gesellschaft zu kommen und zum mittellosen Bettler zu werden. Die Fachidioten dieser Gesellschaft sagen mir wie die Zustände der Welt sind. Sie sagen dies und jenes, schreiben schlaue Bücher, halten kluge Reden im Fernsehen und engagieren sich hier und dort, – ohne sich zu fragen ob ihre Arbeit nichts weiter als Prostitution ist. Innerhalb dieser Gesellschaft kannst Du nur überleben wenn Du Geld verdienst, also anschaffen gehst, Dich verkaufst um all das zu zahlen und zu befriedigen was sich eben Deine überlebensnotwendigen Bedürfnisse nennt!

Meine gesamte Empfindung sagt mir: Ich stehe vor dem absoluten Nichts. Ich kann nicht sagen ob ich der Gesellschaft bei ihrem jetzigen Zustand als Fachidiot helfen soll oder ob ich sie grundsätzlich als Bettler aussaugen soll, damit ich überleben kann. Auch wenn beides gleichzeitig möglich wäre, indem ich lüge und mich verstelle, – ist das keine Option für mich, da ich das aus charakterlichen Gründen einfach nicht kann. Wie soll ich leben in einer Gesellschaft die mich zwingt Geld zu verdienen und meine Bedürfnisse über Geld zu befriedigen? Wie soll ich eine derart oberflächliche und degenerierte Gesellschaft ertragen die ihre menschlichen Bindungen fast nur noch ausschliesslich über Geld, Leistung und Wettbewerb definiert. Das ist Hass was hier abgeht, leiser subtiler Hass der das Leben erwürgt, wie das Gas die Juden damals. Meine ganze Familie, sämtliche Freunde und Bekannte, alle Menschen die ich jemals getroffen habe sind davon betroffen. Ich begreife das alles als Massenversklaung, Massenermordung und Massenwahnsinn!

Und ich sehe mich leider nicht in der Lage all die Facetten menschlicher Abgründe mit Liebe und Erkenntnis zu füllen. Ich bin zu schwach und ich fühle mich absolut machtlos. Alles was ich tun kann ist wahllos irgendwelche Leute vollzuquatschen, was in dieser Gesellschaft und mit diesen Menschen nicht funktioniert und was denn stattdessen möglich wäre. Aber diese können mir selten begeistert antworten, folgen, wollen dann wirklich was tun und schliesslich stehe ich wieder da und darf darüber erschüttert sein wie mutlos und zerbrochen meine Mitmenschen sind. Ich kann diesen einzelnen Mitmenschen ja nichteinmal helfen, auch weil ich über meine eigenen Verletzungen nicht hinweg bin. Aber so dramatisch ist das bei mir nicht, keine Angst. Nur: Jeder hegt und pflegt seine Traumatas statt sie endlich auszuräumen. Und so schleppt sich diese ganze Scheiße von Generation zu Generation.

Die müden Versuche tatsächlich die Verhältnisse zu verbessern seitens irgendwelcher Aktivisten von irgendwelchen Gruppierungen kann ich nur verachten. Das funktioniert niemals weil es i.d.R. nicht konsequent auf bestimmte Aspekte abzielt und es ist geradezu eine bodenlose Frechheit das mit Leben zu erfüllen! Keine Erkenntnisse, kein Zusammenhalt, keine Liebe. Wir treiben und siechen auf dieser Erde in diesem Weltall dahin, mehr schaffen wir einfach nicht! Und die wenigen Menschen die die Zusammenhänge sehen ziehen lieber ihre eigenen Vorteile daraus oder gehen jämmerlich zugrunde. Ich empfinde mich als solcher und befinde mich auf dieser Weggabelung, – keiner wird mir die Entscheidung abnehmen oder mir dabei behilflich sein. So war es schon immer, du kommst allein auf die Welt, wirst alleine groß, sitzt allein in der Schule, Arbeit, bist allein wenn Du Dir versuchst eine Vorstellung vom schöneren Leben zu machen. Immer nur allein. Allein mit den Gedanken und Gefühlen, – der eigenen Wahrnehmung.

Die zertrümmerte Gesellschaft die sich als die große moderne Hightechwelt inszeniert ist nichtsweiter als allein und sie ist zutiefst ängstlich. Ich glaube nicht das sie darüber hinwegkommen wird, wenn sie sich noch länger von gewissen Fakten ablenken wird. Ich glaube wir als Menschheit werden aussterben wenn das so weiter geht und das sehr bald, schon alleine weil die Rohstoffe knapp werden. Schon alleine weil die Gier des Menschen unermesslich scheint. Das ist eine kranke Menschheit, ein paar wenige Menschen mögen weniger angeschlagen sein, – aber der Großteil ist wirklich völlig bewusstlos, d.h. im Wachkoma. Ich lebe mit Zombies zusammen die teilweise auch noch bestimmen wie mein Leben zu laufen hat, damit ich einer der ihren werde und immer bleibe. Tja, in dieser Welt kann man sich wohl nur selbstzerstören. Wenn ich dagegen ankämpfe werde ich eben von Hassern und Neidern zertrümmert. Oh, schnöde Welt!

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Günter Gaus interviewt Rudi Dutschke

UPDATE: Interessant, nach etlichen Monaten und zigtausend Views ist das Interview plötzlich ein Verstoss gegen die Nutzungsbedingungen, absurder geht es nicht mehr. Wenn jemand das Interview hat, bitte in den Kommentaren melden.

UPDATE²: Ich konnte glücklicherweise noch eine Kopie im Netz finden! Merkwürdig ist die plötzliche Löschung dennoch.

Rückblicke, Bilanzen, Epitaphe – sie alle müssen ihn verfehlen, den Geist von 68, auch 40 Jahre danach. Vor allem die ehemals Beteiligten, die heute doppelt so alt sind, wissen meist nicht mehr, wovon sie reden. Glücklicherweise gibt es Kameras und Fernsehsender. Selbst ein bescheidenes Dreiviertelstündchen-Interview bewahrt und verrät heute mehr von jener Zeit als ganze Bände voller Reminiszenzen.

Günter Gaus mit Rudi Dutschke, im Dezember 1967 in einem Studio des Südwestfunks – kein Schmuck, kein Trick, keine Musik, die Sendung lebt vom Wort und lebt bis heute kraftvoller als sämtliche Talk-Shows eines ganzen Jahres. Das liegt nicht nur daran, dass hier zwei Leute miteinander sprechen, die was zu sagen haben, sondern dass das Wort, noch nicht entwertet durch televisionäre Redeflut, den Interviewpartnern selbst etwas gilt. Hier werden keine Worte verraten, weil ja Fernsehsekunden teuer sind und deshalb gekrallt werden müssen, sondern Worte werden gesucht und sorgsam geformt. Hier wird erörtert – mit Feuer und Konzentration. So etwas gibt es im Fernsehen nicht mehr.

Gaus, selbst ja damals noch nicht alt, aber „etabliert“ interviewt in Dutschke die junge Generation, die „so“ nicht mehr weitermachen will. Aber Gaus kennt die Welt nur „so“, und er ist nicht fähig, sie sich anders zu denken. Das Interview lebt von der Spannung, dass beide Mühe haben, einander zu verstehen, es aber unbedingt wollen. „Wer führt Ihre Bewegung?“ fragt Gaus, und Dutschke sagt: „Die Menschen führen sich selbst.“ – „Wie verhindern Sie Minderheiten-Terror?“ — „Wir werden Mehrheit, oder wir scheitern.“ – „Sie werden Gefängnisse brauchen . . ., KZs …“ – „Es hängt vom Willen der Menschen ab, ob sie zur Freiheit finden. Wir können eine Welt gestalten, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.“ Während Gaus durch jede Rebellion die noch unreife Demokratie der Bundesrepublik gefährdet sieht, erscheint Dutschke diese Demokratie mürbe und faul. „Sind Sie antiparlamentarisch?“ – „Ja, weil die wirklichen Bedürfnisse der Menschen im Parlament nicht vorkommen.“


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Revolution ist vorprogrammiert

Wenn die Nutten Nachts nach „ein bisschen Spass“ fragen, dann ist das Normalität. Wenn sich die Strassenpenner um Pfandflaschen streiten, dann ist das Normalität. Wenn die Bonzen und deren Kidz überteuerte Designerware in Unmengen kaufen, dann ist das Normalität. Wenn die Studenten keine Zeit mehr für kritische, wissenschaftliche Reflexion haben dann ist das Normalität. Wenn die Touristen und Einheimischen besoffen von allerlei Substanzen durch die Straßen taumeln, pöbeln und kotzen, dann ist das Normalität. Wenn die Menschen aufgrund von Konkurrenz- und Wettbewerbsprinzipien wahnsinnig werden und keinerlei tiefere Bindungen zu anderen Menschen eingehen können dann ist das Normalität in Berlin, Deutschland und der Welt!

Wir sind gemeinsam durch unsere von Geburt an gelehrten und vorgelebten Vorstellungen geprägt, u.a. mit der Vorstellung das Leben sei ein ständiger Kampf. Kampf gegen schlechte Noten, schleche Arbeit, schlechte Bezahlung, schlechte Gedanken, Gefühle und Menschen. Diese Vorstellung hat uns alle zu Feinden und Konkurrenten gemacht. Wir misstrauen einander, wir betrügen, verletzen und töten uns gegenseitig, weil wir glauben es gäbe keine Alternative, der Mensch sei nunmal egoistisch. Dabei sind diese Taten und Vorstellungen nur Resultate (un)durchdachter Ideologien, die teilweise von alten Herrschern als Mittel der Unterdrückung formuliert und durchgesetzt wurden.

Wir Arbeiter, Arbeitslose, Schüler und Studenten werden absichtlich durch Wirtschaft und Politik unter Druck gesetzt, sodass wir kaum Zeit und Muse für kritisches Nachfragen finden. Trotz immenser Steigerung der Produktivkräfte arbeiten wir mehr als im Mittelalter. Obwohl wir aufgrund unserer jetzigen Lebensmittelindustrie 12 Mrd. Menschen sofort ernähren könnten, verhungern täglich tausende Menschen, bei einer Weltbevölkerung von 7 Mrd. Menschen. Wir verfügen über mehr Wissen als alle Generationen zuvor, sind besser vernetzt als jemals zuvor und dennoch gibt es Turbo-Abi und andere perverse Verkürzungen im Bildungssystem.

Wir werden mithilfe der künstlichen Verknappung, die Teil der kapitalistischen Grundordnung ist, in relativer Bewusstlosigkeit gehalten. Die Menschen engagieren sich immer weniger für ihre und die Rechte anderer Menschen mit der Begründung sie hätten keine Zeit. Sie haben deshalb keine Zeit mehr, weil der Konkurrenzkampf auf den Märkten immer härter wird und sie immer mehr Lebenszeit in Schulbildung, berufliche Ausbildung und Karriere stecken müssen, um sich ein halbwegs erträgliches Leben finanzieren zu können. Der Konkurrenzkampf wird stärker weil sich immer mehr Leute um immer weniger Gewinne streiten. Die Gewinne werden weniger, weil es keine bzw. kaum noch neuen Absatzmärkte mehr gibt und diese werden geringer weil die Welt und die Menschen begrenzt sind. Unser Kapitalismus mit all seinen Formen gerät so immer wieder mit der Realität in Konflikt. So wird es für unser System zum Problem wenn wir satt, glücklich und arbeitslos sind. Wir dürfen gar nicht frei von oberflächlichen Vorstellungen und Bedürfnissen sein, weil wir sonst das wirtschaftliche und das damit zusammenhängende politische System auflösen.

Verzweifelt werden Bedürfnisse kreiert die nicht befriedigt werden können um irgendwie Märkte, Gewinne zu generieren und das System so am laufen zu halten. Dabei bleiben Bedürfnisse auf der Strecke die nicht mit Geld befriedigt werden können. Unser parlamentarisch-demokratisches System ist ebenfalls unbrauchbar. Denn es verwaltet die Krisen nur, behebt sie aber nie, im Gegenteil in der Vergangenheit sorgte es selbst immer wieder für Krisen, weil deren Vertreter offenbar keinerlei oder nur gering die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Bedürfnisse kennen oder kennenlernen wollten. Es liegt in der Natur des parlamentarisch-demokratischen Systems die Bedürfnisse der Menschen gegenseitig auszuspielen. Nur die Bedürfnisse mit den stärksten Vertretern werden gehört und teilweise befriedigt.
Deshalb machen unsere Politiker vorallem für die Wirtschaft Politik, denn diese verfügt über die nötigen finanziellen Mittel um Lobbyisten auf Politiker anzusetzen, Thinktanks oder Kampagnen zu bezahlen. Während „normalsterbliche“ Bürger nebenberuflich und ehrenamtlich hunderttausende Unterschriften zu einzelnen Forderungen sammeln müssen und meistens kaum Gehör finden. So geht es seit mehr als 60 Jahren.

Aber die menschliche Lernfähigkeit ist nicht aufzuhalten, Widerstand gegen diese stupiden Unterdrückerideologien und primitiven wirtschaftlichen Verhältnisse wird sich immer wieder vorallem zeitgleich zu den vorprogrammierten Krisen bilden. Diesen Fakt wollen zurzeit mächtige Politiker und Bosse nicht wahrhaben und spielen gleichzeitig sich und anderen vor, wir würden bereits jetzt in der besten aller möglichen Welt leben.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Bewusstseinserweiternde Maßnahme

Länger nur zu jammern soll nicht mehr meine Beschäftigung sein, ich will die Bewusstseinswerdung von möglichst vielen Menschen steigern und inspirieren. Deshalb wird es in den kommenden Tagen eine Flyerbombing-Aktion geben, welche vorallem auf die Bevölkerungsschicht in Berlin abzielt, die definitiv genug finanzielle Mittel zur Verfügung hat. Es ist mein verzweifelter persönlicher Versuch die Menschen aufzurütteln. Vielleicht ist es naiv, vielleicht ist es genau das richtige, wie dem auch sei, ich fand es war nötig derart zu handeln. Ich stelle mich gern für weitere Debatten virtuell wie auch persönlich zur Verfügung, sofern es sich um sachliche und vernünftige Ansprüche handelt. (Email: it ät jazariel.de)

Der abfolgende Text wird auf dem Flyer zu finden sein:

Update: Der abfolgende Text wird überarbeitet, – Neuerscheinung folgt!

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Ihr Priveligierten! Ihr Reichen! Ihr Bonzen! Ihr Verwöhnten! Ihr Träumer!
Ihr die hunderte Euro für Schuhe, Hemden, Hosen und Schmuck verlangt!
Ihr die hunderte Euro für Schuhe, Hemden, Hosen und Schmuck ausgebt!
Ihr die auf Kosten von Millionen von Menschen in einer Traumwelt lebt!

Ihr seht nicht die Hungernden, die Bettler, die Herausgefallenen der Gesellschaft, die direkt neben Euch in den Gossen liegen, Flaschen sammeln oder ein paar Kilometer weiter vor sich hin vegetieren bis sie erfrieren oder verhungern! Es ist Euch in Eurer Ignoranz und Arroganz völlig gleichgültig was mit diesen Menschen geschieht. Denn Euch geht es gut, denn ihr seid die verträumten, verwöhnten Priveligierten, die nie etwas anderes als ein Leben voller Überfluss erlebt haben. Dabei begreift ihr nicht, dass ihr mit diesem Verhalten immer mehr Lebensgrundlagen vieler Menschen zerstört.

Von Beginn unseres Lebens werden wir alle dazu erzogen in Konkurrenz mit unseren Mitmenschen zu leben. Es wird behauptet wir seien unabhängig voneinander und deshalb geht es von Geburt bis zum Tode darum, sich mit Leistung gegenüber seinen Kontrahenten durchzusetzen. Diese Vorstellung ist die maßgebliche Ursache unzähliger Konflikte von kleineren Streiteren, Minderwertigkeitskomplexen über Depressionen, Amokläufen, Suziden und ganzen Kriegen zwischen Menschen und Nationen bis hin zum Abwurf der Atombombe, Konzentrationslagern usw.

Denn das Leistungsprinzip impliziert die Angst „nicht gut genug“ für das Leben oder die Gesellschaft zu sein. Das Leistungsprinzip setzt die Menschen in permanenten Kampf gegeneinander wodurch die eigentliche Angst die dahinter steckt immer weiter wächst, was wiederum immer mehr Konflikte schürt, ausbrechen und eskalieren lässt. Diese Angst ist jedoch völlig unberechtigt. Jeder der leben will ist gut genug für das Leben und die Gesellschaft. Dennoch wurde uns das von unseren Eltern, Lehrern, Chefs immer und immer wieder eingebleut: Das es keine Alternativen gibt, der Mensch sei egoistisch, der Mensch klaut, tötet, vergewaltigt sobald er Gelegenheit dazu hat. Die Menschen brauchen die Knute, sonst machen sie gar nichts!

Dies ist eine menschenverachtende Ideologie die nichts mit der Realität zutun hat! Es besteht keine Notwendigkeit viel und schnell in der Schule, im Studium zu lernen und im Beruf zu arbeiten. Dieser Planet ist 4 Milliarden Jahre alt, wir Menschen existieren darauf seit ein paar tausend Jahren, wir sind derart winzig und zerbrechlich, sollten wir nicht lieber die Zeit genießen anstatt das Leben zur Qual zu machen? Die Schmerzen die ihr empfindet sind Resultate von perversen Wahnvorstellungen. Der Stress durch die Arbeiterei für Klamotten, Wohnung, Auto ist genauso unnötig und irrelevant wie die genannten Dinge selbst.

Was wollt ihr denn mit den Sachen von Gucci, Zara, Armani und Co. wenn ihr keine Seele mehr habt?
Was wollt ihr denn mit Euren Titeln, Karrieren und Referenzen anfangen, wenn ihr dabei Eure Leidenschaft fürs Leben verloren habt? Abgesehen davon sind diese ganzen Sachen völlig wertlos! Ihr erhaltet mit diesem Zeug nur oberflächliche Aufmerksamkeit und Bewunderung, aber Euer ganzes Wesen wird dadurch nicht erfasst, im Gegenteil! Ihr betreibt teure Fassadenkleisterei und verliert dabei immer mehr an innerer Schönheit. Ihr quält Euch und andere Menschen mit dieser Ignoranz und Dekadenz!

Jeder Mensch muss von Geburt bis Tod selbstverständlich Lebensraum, Lebensmittel, Wasser, Bildung, Medizin und so weiter als Menschenrecht erhalten. Dank althergebrachter Ansichten ist dies aber alles etwas was sich der Mensch erst zu verdienen hat. Jeder Mensch hat sich im ständigen Konkurrenzkampf seine grundlegendsten Bedürfnisse zu verdienen. Im Kampf gegen sich und andere Menschen muss er also das für sich besorgen, was er für ein annehmbares Leben braucht. Da die Welt begrenzt und die Fähigkeiten der Menschen unterschiedlich begrenzt sind muss es aufgrund dieses Konkurrenzkampfes immer Menschen geben die verlieren, – also verhungern oder von den Resten der „Gewinner“ leben.

Dabei sind wir alle Menschen gleichwertig, einzigartig und gleichberechtigt das Leben wahrzunehmen und zu geniessen. Die unfassbare Realität wird von Euch da draussen mit der Teilnahme am wirtschaftlichen und politischen System gelebt. Ihr wisst in Euren Herzen ganz genau, das hier etwas Elementares fehlt und solange fehlen wird bis ihr nicht Euren Lebensstil verändert. Wie solltet ihr auch als soziale Wesen mit einem barbarischen Leben zurechtkommen?

Es fehlt u.a. die globale Gemeinschaft, denn diese wird durch das Prinzip des Wettbewerbs unter Nationen, Konzernen, Haushalten und Individuen zerrissen. Jeder Mensch ist Konkurrent, also Feind! Jeder Mensch könnte mir etwas wegnehmen, also bekämpfe ich ihn, damit ich sicher das bekomme was ich glaube zu brauchen. Unser Blick ist derart verkürzt, dass wir die Größe und Schönheit des Lebens nicht mehr wahrnehmen können. Alles ist auf Geld reduziert, egal ob Sex, Bildung, Arbeit oder der Tod. Nur die Menschen mit Geld können ihr Leben geniessen, – soweit ist es in dieser Welt gekommen. Mittlerweile werden die Menschen wieder in rentabel und unrentabel aussortiert. Warum sage ich wieder? Früher gab es lebensunwertes Leben, heute unrentables Leben, welches ausgestossen wird. Unser System ist ein Schweinesystem und muss ins Chaos führen!

Macht Euch Gedanken was ihr mit Eurem Geld, Euren Fähigkeiten anfangen könnt, um anderen Menschen zu helfen und damit die menschenverachtenden Verhältnisse zu zerstören. Steckt Euer Geld in regionale Jugendclubs, in soziale Einrichtungen für Menschen die auf der Strasse leben, sorgt dafür das die Mietpreise nicht weiter durch Investmentfirmen gesteigert werden, informiert Euch über unsere wirtschaftliche und politische Grundordnung und ihr werdet verstehen warum ich Euch mit diesem Flyer belästige!

Es geht mir nicht darum für irgendeine Partei, Organistation oder in eigener Sache zu sprechen, es geht mir darum die Dinge so zu sehen wie sie sind und diese wenn sie unerträglich sind zu verändern. Und es ist mir ein Bedürfnis diese Zustände anzuklagen und es kann auch nicht in Eurem Interesse sein Hungernde verhungern zu lassen, Bildung zu verweigern, die Quälerei durch den Arbeitszwang beizubehalten. Früher oder später muss diese Idiotie ohnehin gestoppt werden, es gibt keine Alternative, der Mensch ist ein lernfähiges Wesen.

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Eingeordnet unter Aktivismus

Gesellschaftlich-Organisierte Selbstzerstörung

Eine Scheinwelt konstruieren sich die Menschen. Sie agieren in Gruppen und tun alles für ihre Gruppe. Sie kaufen scheinbar aussergewöhnliches um sich selbst für aussergewöhnlich halten zu können. Preise spielen dabei oft keine Rolle, denn der Aufstieg in der eigenen Gruppe oder der Einstieg in eine scheinbar höherwertige Gruppe ist wichtiger als der eigene Charakter, die eigenen Erkenntnisse und Emotionen. Der Aufbau von Abgrenzungen, Mauern und Distanzen ist genauso Lebensinhalt wie der Kampf gegen andere Gruppen oder Teile dieser Gruppen, also Individuen. All das nennt sich häufig Kultur und es entwickeln sich ständig neue Formen an denen sich die Menschen aufreiben.

Dieser gesamte gegenseitige Konkurrenzkampf zerreibt und zerstört die Individuen und jegliche Grundlagen für ein besseres Leben. Denn die Kämpfe sind global, extrem vernetzt und von Geburt bis Tod vorgeschrieben, also gelehrt, vorgelebt und aufgezwungen worden. Die Individuen treiben sich, angeheizt von vermeintlichen Führern, Ministern und Experten, orientierungslos durch wüste Vorstellungen, in denen ihre Lebensträume zu unerträglichen Alpträumen werden. Statt auf sich selbst und die Natur hören zu lernen, lernen sie sich selbst verleugnen. Je besser sie lernen desto länger bleiben sie in Unkenntnis über sich selbst, also in Bewusstlosigkeit.

Warum bleiben die Menschen in Bewusstlosigkeit? Ihr Grad der Unzufriedenheit über sich, ihr Leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse ist nicht gross genug, sodass sie keinen Anlass für Protest, Rebellion oder nur Nachfrage sehen. Ich nenne sie die glücklichen Sklaven. Erst arbeiten sie jahrelang stumpfsinnig mit Stumpfsinn um selbst Stumpfsinn zu werden, dann kaufen sie sich Sachen die sie nicht brauchen, um Menschen anzuziehen die nicht zeigen können, wer sie selbst und ihre wahren Bedürfnisse wirklich sind, und ertränken anschliessend ihre leere Traurigkeit mit Alkohol oder lassen sich von lieblosem Fleisch penetrieren. Nur manchmal kommt die Frage auf: Kann das alles sein? Aber sie wird selten wahrheitsgemäss erforscht, denn das erfordert eine ehrliche Beziehung zu sich selbst, die traditionell von der Zivilisation aus „Nützlichkeitsgründen“ zerstört wird.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Die Bestie Mensch & die Wirklichkeit

Heute und in den vergangenen Tagen habe ich immer wieder erlebt zu welch unfassbar schrecklichen Handlungen der Mensch fähig ist. Es gibt beispielsweise jemanden der mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung mithilfe von Drogen junge Frauen von sich abhängig und gefügig macht. Dabei ist dieser Jemand mindestens so verwirrt, traumatisiert und einsam wie die Person, die er für seine Zwecke benutzt. Die ständige Wiederholung dieser Taten zeugen von einer tiefen illusorischen Lebenseinstellung voller Leere und Kälte, – sie muss Chaos und Leid produzieren.

Ich begegne ständig zerstörten Menschen mit verlorenen Träumen und einer Unmenge an Ängsten. Ihre Unfähigkeit sich selbst zu heilen und die alltägliche Erfahrung keinerlei aufrichtige Unterstützung zu erfahren, steigert ihre Hilflosigkeit und die Sehnsucht nach vollständiger Vernichtung ins unermessliche. Andere Menschen hingegen erleben sich fast völlig verbittert und verspotten jegliche Ergebnisse menschlicher Aktionen, stossen sogar andere Menschen noch weiter in ihr Elend. Es gibt unfassbar viele Formen von Unfähigkeit, Ignoranz, Dekadenz oder einfach nur Zerstörung. Und die vernichtende Steigerung von all diesen Erfahrungen die ich gemacht habe, ist die Erkenntnis, dass all das systematisch organisiert und damit gewollt ist.

Wenn ich diesen Menschen begegne, dann erkenne ich sie als die logische Folge verlogener Vorstellungen die seit Jahrhunderten propagiert und gelebt werden. Damit sind vorallem die wirtschaftlichen und politischen Vorstellungen gemeint, denn diese hatten in der Vergangenheit vorallem das Ziel die Menschen in Bewusstlosigkeit und damit in Sklaverei und unter Kontrolle zu halten. Jene Menschen also die heutzutage einsam durch die Strassen taumeln, um zu Clubs zu kommen um sich zu besaufen, um zur Arbeit zu kommen um die Profite zu steigern oder permanent Beziehungskrisen nicht nur in der „Liebe“, sondern in Beziehungen zu allen Menschen Konflikte austragen, sind Teil der systematisch produzierten Bewusstlosigkeit der Eliten der vergangenen Jahrhunderte.

Und überdies haben sie diese Sklavenmentalität, diese Selbstzerstörung, Dank ihrer weiten Verbreitung in fast allen Ländern der Erde, fast vollständig verinnerlicht und begreifen diese als ihre Identiät und damit als Normalität. So wird es tatsächlich zu einem existenziellen fundamentalen Megaproblem die Idiotie zu stoppen. Es ist nahezu unmöglich die Menschen daran zu hindern dumme Scheiße zu machen, weil sie diese dumme Scheiße als Teil ihrer Identität begreifen. Sie können sich gar nicht vorstellen ohne Drogen Einklang und Wärme zu erfahren, sie können sich gar nicht vorstellen ohne Chef, ohne Hierarchie, ohne McDonalds oder Krieg zu leben. Dies ist das wahre Drama der Menschen. Dies ist die Abwärtsspirale in die sich die Menschen verliebt haben und es kostet sie alles was sie im Leben lieben und schätzen gelernt haben.

Sie sind Opfer und Täter und sie schaffen und zerstören. Es scheint so als sei dies die wahre Natur des Menschen. Es scheint als sei er seit Jahrtausenden zu nichts anderem mehr fähig und müsse das Paradies weiter vertreiben, statt es endlich anzunehmen. Was macht man mit einer Gruppe von Menschen die jederzeit am äußersten psychischen Limit agiert? Was macht man mit den Menschen, innerhalb dieser Gruppen und Cliquen, die andere, ohnehin schon verwirrte und traumatisierte, Menschen für ihre Zwecke manipulieren? Wieweit soll das noch gehen? Wieviel Schmerz müssen wir noch erleben um endlich aufzuwachen?

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Eingeordnet unter Berlin

Marktwirtschaft & Demokratie = Sklaverei

Die Tage werden langweiliger. Ich habe in den letzten Tagen mehrmals festgestellt das viele Menschen in Berlin wenig bis gar kein Interesse daran haben, etwas an ihren eindimensionalen Vorstellungen zu verändern. Dies deckt sich ganz gut mit den mehr als 45 Millionen Menschen die gestern wählen gegangen sind, denn diese haben ihre Stimme für weitere 4 Jahre abgegeben und werden nun stumm verfolgen wie die Politiker weiter Krisen verursachen und verwalten. In Berlin gibt es wirklich viele hübsche, interessante, außergewöhnliche Menschen, aber leider eben auch das genaue Gegenteil davon, womit ich nicht nur das Äußere meine. Hier in Berlin sind alle negativen wie positiven Eigenschaften der Menschheit vertreten. Die Stadt kann einen zermalmen wenn man nicht stark genug für sie ist. Sie kann aber auch alles gute in einem hervorbringen, stärken und so weiter.

Die enorme Zerissenheit in den Menschen prägt die Spaltungen und Grenzen in Berlin ganz massiv. Ich glaube das die in der Vergangenheit angesprochene Geschichte dieser Stadt die Menschen ganz besonders traumatisiert hat. Vor einigen Tagen ging ich noch davon aus, sie hätten dadurch besonders stark die Chance grundlegende Problematiken zu erkennen und mit einer ständigen Bewusst-werdung zu bewältigen. Leider behandeln sich die Menschen unglaublich schlecht, sie sind oberflächlich zu sich und anderen Menschen, sie hetzen durch die Strassen und haben nicht einmal für längere Blickkontakte Zeit. Die Menschen stöhnen und ächzen unter den Lasten des Konkurrenzdrucks, während andere längst durch ihn die Obdachlosigkeit gedrängt wurden.

Viele Menschen nehmen Koks, Gras, Speed, Alkohol, Nikotin, Koffein um den beruflichen bzw. den alltäglichen Alltag „erfolgreich“ zu überstehen. Sie gehen etliche Stunden arbeiten, reisen kreuz und quer durch die Stadt, holen dabei ihre Kinder ab, sagen ihren Kindern beim ins Bett legen wie sehr sie sich morgen in der Schule anstrengen sollten, blasen danach dem One-Night-Stand im Hotel einen und sacken dann völlig erschöpft ins leere Ehebett, weil der Ehemann/die Ehefrau schon wieder auf Geschäftsreise ist. Ist das die Realität? Ist das ein liebevolles harmonisches Leben? Die Zerissenheit ist zur Normalität geworden, es ist normal geworden die Dinge nur noch oberflächlich zu streifen und sich danach zu wundern wieso man nichts mehr als Leere empfindet.

Die Menschen die einen Job haben, egal ob sie gut oder schlecht verdienen, arbeiten Jahrzehnte tagtäglich stundenlang und nur die wenigsten sind damit wirklich glücklich. Denn sie dienen nicht ihrem Glück sondern dem Kapital. Deshalb kämpfen sie genau wie die Menschen die sich von diesem Unglück verabschiedet haben gegen jede Menge stupider Verhältnise und Ansichten an. Auch die Menschen die von Sozialhilfe, Betteleien usw. leben fühlen sich ähnlich wie die Arbeitnehmer unheimlich isoliert. Die Menschheit ist und war jahrtausendelang ängstlich und genau das spiegelt sich in den Vorstellungen und damit in den Lebenssituationen der heutigen Generationen wieder. Als ob der permanente „Jeder gegen Jeden“-Kampf irgendeine wesentliche Verbesserung für alle Menschen bringen würde, wird der Druck innerhalb dieses Kampfes immer größer je mehr Menschen sich daran beteiligen.

Ich bin es leid immer und immer wieder auf diese simple aber barbarische Situation hinzuweisen, ich habe es satt den ignoranten dekadenten Vorstellungen zu widersprechen. Offenbar ist es notwendig diese Welt ins Chaos zu stürzen, die Menschen in Milliarden von Litern Blut und Tränen zu ertränken, damit diese Menschen überhaupt irgendetwas verstehen was sie mit ihrer Idiotie anrichten! Vorallem werde ich richtig sauer wenn sogenannte „alternative Projekte“ egal ob von sogenannten „Anarchisten“ oder „Antifaschisten“ dieselben primitiven hierarchischen Strukturen innerhalb ihrer Vorstellungen etablieren. Ihr bekämpft rein gar nichts, nichtmal Eure Illusionen! Ihr wollt keine grundsätzlichen Lösungen die allen Menschen gut tut, sondern bloss etwas Abenteuer neben dem Drogenkonsum und dem Job. Ihr seid spießig und macht mich traurig.

Mich zieht es dermaßen herunter wie tagtäglich in dieser großen Stadt kaum etwas stattfindet was die Verhältnisse für alle Menschen grundsätzlich verbessert. Zwar sind einige Menschen unheimlich fleissig und wiederum einige davon machen sich sinnvolle Gedanken aber die große Mehrheit will gar nicht hinterfragen was mit ihnen passiert. Sie will gar nicht erkennen womit sie sich den ganzen Tag zerstört und vorallem warum sie sich und andere Gruppen zerstört. Es gibt für sie keinen dringenden Grund ihre Fettleibigkeit, ihren Alkoholismus, ihre Aggressionen, ihre Liebe zum Fußball, ihre Gehorsamkeit gegenüber Arbeitgeber, Staat und Gesellschaft zu hinterfragen, – denn offensichtlich sind sie glückliche Sklaven. Und sie scheißen mit großen Genuss auf jene Sklaven die noch weniger „haben“ als sie.

Obwohl soviel in dieser Stadt passiert, passiert eigentlich rein gar nichts. Stillstand findet permanent statt. Es gibt keine Alternative als sich der Leere zu ergeben, sich und andere zu verleugnen, das Leben als oberflächliches Spiel wahrzunehmen. Die Entfremdung trägt immer gestörtere Züge und keiner will damit offensichtlich aufhören, stattdessen scheint in den Köpfen so eine art Gedanken oder Gefühlsstarre stattzufinden, sie sehen ihren Lebensstil eben als den „bestmöglichen“ und damit hat sich das Überlegen auch erledigt. Die Masse folgt stumm voller Erfurcht den Handlungen der Politik und Wirtschaft statt aufzuwachen und sich selbst zu organisieren. Die Marktwirtschaft sorgt für glückliche Sklaven und die Demokratie sorgt dafür, dass die Sklaven glauben alles unter ihrer Kontrolle zu haben. Da braucht sich nun wirklich keiner wundern wenn bei einem derart hohen Grad der Verblendung Menschen ausrasten und amoklaufen.

Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung wie ich die Menschen erreichen kann. Vermutlich kann ich nur ganz wenig tun und sollte wie alle anderen einfach meinen (beruflichen) Beitrag zur Zerstörung aller Lebensgrundlagen beitragen, damit es möglichst bald eine echte Chance für grundsätzliche Veränderungen gibt. Oder aber ich werde gewalttätig und gehe wie die RAF vor um mit Bomben die Vorstellungen in den Köpfen zu sprengen, auch wenn das den Konservativen und ihrem Polizeistaat sehr gefallen würde, denn dann würden sie ja besonders „gebraucht“. Ich bin aber kein Gewalt- oder Straftäter, meine Natur war immer friedlich und auf verbale Kommunikation ausgelegt. Mein optimistisches Menschenbild jedoch wird von der Realität immer wieder erschüttert, vielleicht orientiere ich mich an den falschen Menschen. Vielleicht gibt es noch irgendwo in dieser Stadt tausende Menschen die ähnliches wie ich begriffen haben und mit denen man liebevoll leben kann.

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Eingeordnet unter Berlin, Gesellschaft

Scheiß auf diese Gesellschaft

Wieso beschäftigt sich die Gesellschaft, also die Menschen auf den Strassen, in den Clubs, Schulen, Unternehmen wo auch immer lieber mit den paar Opfern von irgendwelchen spektakulären „Terroranschlägen“ statt mit den tausenden Menschen die sich täglich umbringen oder die täglich vom System durch Hunger und fehlender Medizin usw. umgebracht werden?!

Wir sind die Gesellschaft, wir sind die Vertreter der westlichen Hemisphäre, wir sind Teil des Problems und solange wir nicht gegen diese Idiotie mit unserem Leben einstehen sind wir auch weiterhin Ursache für das weitere bestehen dieses alltäglichen Massenmords! Rafft es endlich! Lasst den fucking Fußball liegen, scheißt auf die One-Night-Stands mit irgendwelchen Ollen oder Kerlen aus billigen Saufclubs, kotzt auf Eure Arbeit, verbrennt Euer Geld lieber als diesen Wahnsinn länger mit Eurer Lethargie zu unterstützen!

Was geht in Euch bloss vor? Ich raffe es nicht. Während im Irak und hunderten anderen armen Ländern tausende Menschen für Rohstoffe, Machtcliquen und für uns ausgebeutet und ermordet werden feiern wir reichen Arschlöcher in Europa, Amerika usf. das Leben und uns selbst. Als ob wir irgendetwas besser machen würden als die Afrikaner, als ob wir irgendwie besser wären als die Leute in Indien oder Brasilien. Ja gut, wir können besser ausbeuten wunderbar! Wir sind die Wichser die jahrhundertelang Schwächere ausgebeutet haben, nicht nur über irgendwelche Kolonien oder über Kriege und Gesetze bezgl. Handelsrichtlinien sondern vorallem mit unseren Vorstellungen vom Leben und den anderen Menschen, mithilfe unseres kranken dekadenten Lebensstils.

Fragt Euch mal warum sich täglich tausende von Leute freiwillig zerstören! Fragt Euch mal warum täglich Millionen Menschen wie Soldaten zur Arbeit marschieren und auf ihre Zweifel, Gefühle, Sehnsüchte und Träume scheißen! Fragt Euch mal warum Millionen von Menschen in der Lage sind sich selbst zu verarschen und zu verleugnen! Hinterfragt die Werbung, hinterfragt die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, die Verhältnisse in all ihren Aspekten oder ihr werdet genauso wie diese Menschen enden oder ihr seid es unlängst.

Wieviel Aussagekraft hat die Gothic, Metal, Punk, Techno, Emo, HipHop-Szene wenn sie diese Aspekte nicht extrem hart und präzise an sich heranlässt und hinterfragt? Sie sind blosse Mode geworden, allesamt und viele wissen das auch, jammern über die Zerstörung der „Szene“ und verlassen enttäuscht das Feld. Stattdessen müssten sie umso stärker dagegen ankämpfen und selbstverständlich mit allen Mitteln dagegen protestieren! Aber sie haben selbst keine Ahnung was in der Welt vorgeht, genauso wenig wie die sogenannten „Normalen“ die „Bürgerlichen“ sie sind absurderweise genauso verlogen, verwirrt, orientierungslos und fertig und das macht ihnen höllische Angst, welche sie natürlich ständig versuchen zu verdrängen. Als ob man das Meer daran hindern könnte den Strand zu erreichen!

Jeder Mensch hat die Möglichkeiten in dieser modernen Gesellschaft alles zu hinterfragen, wir haben nahezu unendliche Quellen die mehr enthalten als in jedem anderen Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Und was machen wir draus? Wir fressen, saufen, rauchen, schlicht konsumieren soviel, wie andere zu wenig haben und werden dabei krank, depressiv und fett. Aber statt diese Realitäten zu hinterfragen und dann anzuklagen, zu bekämpfen wird so weitergemacht als gäbe es irgendeinen Zwang, als würde man uns mit Waffen dazu zwingen Fast Food herunterzuschlingen, als wären wir gezwungen jeden Trend, jede navie Nuance der menschlichen Irrungen und Wirrungen mitzumachen. Was ist das für eine Zeit? Was ist das für eine „Gemeinschaft“? Macht sie Euch nicht auch verrückt? Wie lange könnt ihr das noch verdrängen?

Irgendwann dreht ihr genauso durch wie die Amokläufer, ich höre Euch oft genug nach solchen Taten sprechen: „Endlich macht mal einer/eine was“, oder „Ich kann ihn/sie verstehen“ fast genauso wie bezgl. der RAF. Als ob diese Gewalt irgendetwas konstruktives hätte, aber ihr seid derart verzweifelt und damit geil auf Gewalt und Zerstörung, dass dies das einzige ist was Euch noch erreichen und berühren kann. Ihr seid derart entfremdet und in den Arsch gefickt, ihr rafft nur noch irgendetwas wenn man Euch ins Gesicht schlägt.

Ihr lasst Euch spalten, ablenken, verarschen und feiert Eure Idiotie, ihr arbeitet für riesige Arschlöcher im Sinne begrenzter primitiver Vorstellungen von der Welt und anderen Menschen. Ihr zerstört mit diesem Verhalten systematisch die Grundlage für eine bessere Welt. Ihr sorgt für die Steigerung der Armut und überhaupt für die Steigerung der Unrechtsverhältnisse. Was ist die Demokratie schon wert? Seit 60 Jahren wird gewählt und was haben wir davon? Wir haben Millionen Produkte von denen die Mehrheit moderner Schrott ist. Wir haben über 1600 Milliarden Euro Schulden. Wir haben seit 60 Jahren Parteien und Politiker die die Bürger nicht vertreten sondern auf sie eintreten. Was ist mit den Grundrechten? Wieso werden die Menschen in Zwangsarbeit gedrängt? Weil sie auf Unterdrückung und Schmerzen stehen? Stehen wir alle drauf im Unrecht zu leben und einer permanenten Vergewaltigung der Menschen durch die Menschen zu ertragen?!

Wie wäre es wenn ihr die Realität einfach mal so akzeptiert wie sie ist, statt sie zu verzehren? Wie wäre es wenn wir endlich einmal fair, ehrlich und entspannt die vorhandenen Probleme mit den Fähigkeiten und Resourcen die wir haben angehen? Ist das zuviel verlangt? Müssen wir auf so Details wie Nationalität und Geschichte wert legen, welche ohnehin in der Vergangenheit größtenteils aus eher zufällig oder von riesigen Arschlöchern ohne Einverständnis der Bevölkerung gemacht wurden?! Es ist eine Frage des Bewusstseins, was passieren wird! Leute macht Euch wach, wenn ihr schon diesen Text lest, befasst Euch mehr mit den Dingen die euch am meisten stören und ihr werdet über die Monate und Jahre hinweg daraus lernen. Wir sind lernfähige Wesen, nutzen wir unsere Fähigkeiten, machen wir uns daran sogenannte Utopien zu realisieren. Alles ist besser als die bisherigen Idotien. Es gibt keine andere Alternative als das Paradies.

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Eingeordnet unter Emotionales

Die Qual der Wahl

Was ist an Berlin so besonders? Vermutlich gar nichts. Die Menschen hier sind aggressiv, neidisch, gierig, notgeil, verzweifelt, ängstlich oder orientierungslos obwohl sie gleichzeitig soviele wunderschöne Facetten entfalten können. Einige von ihnen wissen: So kann es nicht weiter gehen. Doch am nächsten Tag vernichtet die Realität hoffnungsvolle Gefühle und Gedanken mit harten ätzenden Schlägen. Einige Menschen ertragen das nur mit viel Ablenkung und Ablenkung hat viele Gesichter. Jedes Wochenende gibt es bspw. bundesweit Party mit vielen Drogen, sinnfreien Gesprächen und Spielchen. Millionen Menschen aus allen Klassen und allen Alters schreien, prügeln, saufen, kiffen als gäbe es kein Morgen. Einige von ihnen versinken nicht nur in ihrer verzweifelten traurigen Gefühls- und Gedankenwelt, mit ein paar Schimmern Hoffnung, sondern baden und reiben sich auch noch darin bis zur Bewusstlosigkeit oder bis zum Tod auf. Die Drogen werden von ihnen nicht als Bewusstseinserweiterung genommen, sondern um diese Welt und/oder sich Selbst zu ertragen.

Berlin ist ein hartes Pflaster. Die Menschen versuchen sich an dem zu klammern worin sie Liebe, Wärme, Inspiration, Schutz, Halt oder Vertrauen zu finden meinen. Sie versuchen etwas zu finden oder zu halten, was abgesehen von ihnen selbst, besonders von einer riesigen, um sie herum existierenden Masse an Menschen und deren ignoranten, dekadenten Lebensstillen ständig gestört, zerrissen und zerstört wird. Die sogenannten Aussteiger, Punks, Linksradikale, Asoziale etc. auf den Strassen Berlins leben eine sehr individuelle antiautoritäre antihierarchische gesellschaftliche Alternative die von der gegenwärtig dominierenden Lebensweise der gesellschaftlichen Mehrheit zutiefst missverstanden, abgelehnt und auf brutalste Art und Weise bekämpft wird.

Die etablierten Ansichten, Lebensweisen fürchten, spalten und bekämpfen Punks usw. weil sie auf Unterdrückung und Ausbeutung basieren. Würden sie sich den Zweifeln, Ängsten und Gedanken stellen die die Menschen auf der Strasse teilweise erkannt haben und sogar leben, würde sich alle fundamentalen Schwierigkeiten auflösen. Kapitalismus ist bspw. eine Krise, die viele bestraft und wenige bevorzugt. Demokratie ist ferner die Diktatur der Mehrheit über Minderheiten. Die Mehrheit hat immer Recht auch wenn sie falsch liegt. Die Punks auf den Strassen Berlins mögen mit ihren Ansichten teilweise korrekt liegen, aber durch unser System werden sich die korrekten Ansichten niemals oder nur sehr langsam verbreiten und durchsetzen können. Unsere Demokratie erlaubt keine grundsätzlichen Änderungen bis hin zur Anarchie, sondern nur minimale Änderungen durch die gewählten Parteien innerhalb des Ausbeutersystems. Das Ausbeutersystem besteht weiterhin, egal was gewählt wird. Die Parteien legen nur fest WIE ausgebeutet wird und die Bürger geben ihren Willen bei den alljährlichen Wahlen bereitwillig ab, um sich weiter mit grosser Lust und Ausdauer in ihren Depressionen zu wälzen.

Die deutsche Bevölkerung scheint nicht fit zu sein, für ein Leben ohne Herren. Vorallem weil sie sich selbst nicht erkennen will im globalen, nationalen oder lokalen Zusammenhang. Der gesellschaftlich organisierte Mix aus Arbeit, Freizeit und persönlicher Rückzugsraum (Wohnung) sorgt dafür das die bisherigen Vorurteile, Dummheiten und Illusionen weiterhin als Gesetze, Gebote oder als „normal“ und unveränderlich betrachtet und gelebt werden. Die Menschen die auf der Strasse leben, leben der ignoranten Menge mutig vor wie schnell und simpel Alternativen gebildet werden können. Würde die Menschenmenge nicht mithilfe ihrer verlogenen Politik, ihrer Polizei und so weiter diese Alternativen boykottieren und schlecht machen, sondern sich diesen Alternativen, Zweifeln, Forderungen usw. öffnen, sich damit konstruktiv gemeinschaftlich auseinandersetzen usw. wäre alles besser. Aber soweit kommt es nicht solange sich die Menschen ablenken und nicht ehrlich und freundlich miteinander und vorallem auch mit sich selbst kommunizieren.

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Eingeordnet unter Berlin

Freiheit hat einen Namen: Anarchie

FREIHEIT – das ist ein viel benutztes und mißbrauchtes Wort. Alle nehmen es in Anspruch, sogar Nazis und StalinistInnen. Wirkliche Freiheit kann es aber nur da geben, wo es keine Herrschaft von Menschen über Menschen gibt. Das bedeutet also auch die Abwesenheit von Staat, Kapital, Geschlechterherrschaft (Patriarchat), Rassismus und Imperialismus in jeder Form. Frei ist nur, wer über sich selbst: sein Leben, seinen Körper und Denken, unbevormundet selber entscheiden kann. Dazu bedarf es des Wohlstands für alle: guter Kleidung, menschenwürdiger Wohnverhältnisse, ausreichend gesunder Nahrung, und des Endes des Zwangs zur Arbeit. Heute stehen wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an der Schwelle eines Zeitalters, das diesen alten Traum möglich machen könnte. Ja schon heute bräuchte es keine Hungerkatastrophen und kein individuelles Elend auf Grund von Mangel mehr zu geben. Statt dessen leben wir in einer Welt, die schamlos von den Herrschenden aller Couleur ausgebeutet, zerstört und der Vernichtung anheimgegeben wird. Große Probleme unserer Zeit wie Umweltzerstörung, Hochrüstung und Kriegsgefahr, (Aus-)Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Hungersnöte, immer perfektere soziale Kontrolle, neuer nationaler Größenwahn allenthalben und rabiate Machtausübung, Frauenunterdrückung, Sexismus, Vergewaltigung und Massenmord, sprechen eine beredte Sprache.

Die „Freiheit der Menschen“ ist nicht zu verwechseln mit „der Freiheit der Männer“, als die auch manche Anarchisten ihre Lehre einseitig verstanden zu haben scheinen. Wir leben nach wie vor in einer patriarchalisch organisierten und beHERRschten Gesellschaft und Welt, in der die brutale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen (und andersgesinnten Männern) die Regel darstellt.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß Anarchist(Inn)en sich an vorderster Stelle gegen die patriarchale Hierarchie auflehnen, die das stärkste und über die ganze Welt verbreitete System der Herrschaft ist. Wir alle haben es tief verinnerlicht. Männer und Frauen stehen ihren „Mann“ in der hierarchischen Pyramide und bewahren sie vor dem Einsturz. In den reichen Ländern, in denen wir leben, profitieren Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) vom Patriarchat. Viele Frauen ziehen jedoch auch in dieser Gesellschaft in der Regel den kürzeren, und werden zur ökonomischen Ausbeutung zusätzlich sexuell ausgebeutet und mißhandelt. Das trifft in doppelter Hinsicht auf ausländische Frauen zu, die darüber hinaus noch Opfer des allgegenwärtigen AusländerInnenhasses und Rassismus sind. Eine Reihe Berührungspunkte zwischen Feminismus und Anarchismus liegen somit auf der Hand. Es kann aber auch nicht der Sinn von befreiender Gleichberechtigung sein, wenn (Alibi)Frauen vom Typ Thatcher, Merkel, Breuel, Ciller etc. die Plätze der Macht einnehmen, die Geschlechterrollen einfach umgetauscht werden. Wir AnarchistInnen wollen den gänzlich freien Menschen, ohne Wenn und Aber, gleichberechtigt in jeder Beziehung, und das hört nicht beim sog. „Privaten“ auf, sondern gilt gerade und insbesondere da.

ANARCHIE IST OHNE DIE FREIHEIT DER FRAUEN
NICHT DENKBAR, schon gar nicht „machbar“, (Herr Nachbar …) !

Anarchie heißt auch nicht „Freiheit der Erwachsenen“. Kinder sind in dieser Gesellschaft als schwächstes Glied der Willkürherrschaft der Familien und ErzieherInnen ausgesetzt. Weltweit sind Kinder als Spielball ihrer Eltern und als Opfer verfehlter Erwachsenenmachtpolitik die Leidtragenden einer autoritären und ausbeuterischen Gesellschaft. Das gipfelt in Sklaverei, Vergewaltigung, Folter und Mord. Anarchie verwirklichen bedeutet vor allem, eine Zukunft für Kinder zu schaffen, die befreit ist von autoritärer Unterdrückung und Manipulation. Kinder sollen frei von Angst und Benachteiligung als kleine, ernstzunehmende Menschen aufwachsen und sich entfalten können. Für sie haben wir zwar Sorge zu tragen und ihnen auf Grund unserer größeren Erfahrung, Körperkraft und unserer materiellen Möglichkeiten unsere Förderung, Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Aber deshalb gibt es keinerlei „Besitzrechte“ an ihnen. Es sind nicht unsere Kinder, sondern zu allererst frei geborene und gleichberechtigte Menschenwesen, die ein Recht auf persönliche Freiheit, Unversehrtheit und das Erbe einer intakten (Um)Welt haben.

Unserem Selbstverständnis gemäß sind wir natürliche GegnerInnen jedes Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. FREIHEIT HAT KEIN VATERLAND und niemand ist berechtigt, sich wegen seiner Herkunft oder Abstammung über andere zu stellen.
Von Religionen halten wir ebenfalls herzlich wenig, auch wenn wir sie als Privatangelegenheit tolerieren. Sie vernebeln die Hirne und machen die Menschen in Erwartung eines „besseren Jenseits“ regierbar. Autoritäre Pfaffenbonzokratien jeder Art „Religion“, mit ihrer in der politischen Machtentfaltung nur allzu sehr „weltlichen“ Geistlichkeit, bekämpfen wir ebenso wie jeden Staat. Kapital und Staat versklaven den Körper, „Kirchen“ – wie immer sie sich auch nennen – den Geist. Und wie wir sehen, gehen beide in Form der „Gottesstaaten“ die verderblichste Symbiose ein (Herrschaft „von Gottes Gnaden“, , Inquisition, „heilige“ Kriege, Scharia).

Wir setzen gegen Herrschaft und Unterdrückung uns selbst, das Individuum (das unteilbare Selbst) mit dem revolutionären Bewußt-Sein, die Welt ändern zu wollen und zu müssen. Wir setzen dagegen die Selbstorganisation aller freiheitlich denkenden Menschen und unser Eintreten für unsere eigenen Belange und Bedürfnisse, ohne sie auf Kosten anderer Menschen durchsetzen zu wollen. Wir setzen dagegen die alltägliche DIREKTE AKTION als subjektive und objektive Veränderung unseres Lebens im Großen und Kleinen, ohne institutionelle Umwege. Wir tun das Machbare. Wir versuchen das „Unmögliche“. Wir setzen gegen das verherrschte Jetzt den Willen jedes einzelnen Menschen zur größtmöglichen FREIHEIT.

WIR BRAUCHEN KEINE ANDEREN HERREN,
SONDERN KEINE ! (Bert Brecht)

Es gibt keine Patentrezepte, deshalb kann es bei uns auch keine perfekten Programme, keine FührerInnen, Dogmen und VorbeterInnen geben. Die Selbstorganisation ist nur möglich durch die weitestgehende Entfaltung, Mitarbeit und Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen zusammen mit anderen, und ihren Willen, zu handeln.

Parlamentarismus in jeder Form ist im geringsten Fall die ständige Unterdrückung von Minderheiten durch die etablierte (teils äußerst geringe) Mehrheit. Darum lehnen wir auch diese Form der Oberherrschaft ab. Es gibt kaum ein Verbrechen, das noch nicht von sogenannten demokratischen Regierungen im Namen von „Demokratie“ und „Freiheit“ begangen worden wäre. Mensch denke nur an die „Vorzeigedemokratie“ USA. Sogar Hitlers NSDAP (nur ca. 30% WählerInnen 1933) ist von den (konservativen) Weimarer Demokraten 1933 ohne Not die Macht übergeben worden !!!
Wir wollen die Kompetenzen für uns behalten, die andere allzu bereitwillig weggeben und in die Hände derer legen, die sie schändlichst mißbrauchen. Ein ausgeklügeltes System von Gesetzen und Verordnungen sorgt dafür, daß hierzulande und anderswo die ehrlich revolutionärste Partei innerhalb kürzester Zeit zum Polster wird, auf dem die Mächtigen komfortabel ruhen. Selbstbestimmung jedoch gibt der Korruption keine Chance, denn wer bescheißt schon sich selbst ?!

Noch etwas zum guten Schluß: Wir haben keine Lobby und kochen auch nur mit Wasser. Freiheit ist auch nicht bequem und ungefährlich. Es liegt in der Natur der Sache, daß du dich schon selber aufraffen mußt, etwas zu tun, etwas in Bewegung zu bringen. Du kannst es! Wenn du also von jemand etwas erwartest, dann erwarte es am besten erstmal von dir selbst. Das ist ein guter Weg zu gemeinsamer Stärke und Vielfalt.

(Quelle: http://www.a-laden.org/anarchie.htm)

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Was ist Anarchie? – Erich Mühsam

Anarchie bedeutet Herrschaftslosigkeit. Wer den Begriff mit keinem Gedanken verbinden kann, ehe er ihn nicht zur Zügellosigkeit umgedeutet hat, beweist damit, daß er mit den Empfindungsnerven eines Pferdes ausgerüstet ist.

Anarchie ist Freiheit von Zwang, Gewalt, Knechtung, Gesetz, Zentralisation, Staat. Die anarchische Gesellschaft setzt an deren Stelle: Freiwilligkeit, Verständigung, Vertrag, Konvention, Bündnis, Volk.

Aber die Menschen verlangen nach Herrschaft, weil sie in sich selbst keine Beherrschtheit haben. Sie küssen die Talare der Priester und die Stiefel der Fürsten, weil sie keine Selbstachtung haben und ihren Verehrungssinn nach außen produzieren müssen. Sie schreien nach Polizei, weil sie allein sich nicht schützen können gegen die Bestialität ihrer Instinkte. Wo ihr Zusammenleben gemeinsame Entschlüsse verlangt, da lassen sie sich vertreten (die deutsche Sprache ist sehr feinfühlig), weil sie den eigenen Entschlüssen zu trauen nicht den Mut haben. Das politische Leben der zivilisierten Völker erschöpft sich – um den Pferdevergleich wieder aufzunehmen – im Ersinnen immer vollkommener Zügel, Sättel, Deichsel, Kandaren und Peitschen. Nur darin unterscheidet sich der arbeitende Mensch vom arbeitenden Pferd, daß er selbst hilft, verbesserte Systeme seiner Fesselung zu erfinden und sich anzulegen. Doch gleichen sich beide im Zutrauen zu ihrem starken Eisenbeschlag und in der Verhinderung seiner Anwendung durch Scheuklappen.

Wissenschaftliche Läuterung hat die arbeitenden Menschen darüber aufgeklärt, daß die kapitalistische Verfassung sie des Ertrages ihrer Arbeit beraubt. Sie werden ausgebeutet und wissen das. Sie kennen auch den Weg, der zum Sozialismus leitet: die Überführung des Landes mithin aller Arbeitsmittel aus den Händen Privilegierter in den Besitz des Volkes. Sie kennen den Weg seit einem halben Jahrhundert, aber sie haben ihn bis heute mit keinem Fuße betreten. Das Mittel zur Abänderung als schlecht erkannter Zustände heißt immer Aktion. Aber die Menschen unserer Zeit sind aktionsfaul. Um nichts tun zu müssen, haben sie die Theorie aufgestellt, daß sich die Geschichte nach materialistischen Notwendigkeiten entwickelt. Die Zeit funktioniert automatisch; die arbeitenden Menschen aber warten ab, bis es der Zeit gefällig sein wird. Inzwischen flicken und putzen sie ihr Geschirr, schimpfen und wählen. Diese Interimsbeschäftigung ist ihnen zur Gewohnheit geworden, zum Bedürfnis, zum Lebenszweck. Daß sie auf etwas warten, haben sie darüber vergessen. Weh dem, der sie erinnert!…

Anarchie ist die Gesellschaft brüderlicher Menschen, deren Wirtschaftsbund Sozialismus heißt. Brüderliche Menschen gibt es. Wo sie beieinander sind, lebt Anarchie; denn einer Herrschaft bedürfen sie nicht. Was ihnen zu schaffen bleibt, ist Sozialismus. Die Aktion, die zum Sozialismus führt, heißt Arbeit. Wer nicht mitschaffen will, in brüderlicher Gemeinschaft sozialistische Arbeit zu verrichten, wer abwarten will, wie sich die Verhältnisse ohne sein Zutun entwickeln, der flicke und putze immerhin sein Geschirr, der schimpfe und wähle. Aber er nenne sich nicht Sozialist. Vor allem urteile er nicht über Anarchie. Denn die ist eine Angelegenheit der Herzen, und davon versteht er nichts.

(Aus „Kain-Kalender für das Jahr 1912“, S. 21)

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Leistung, Kampf, Revolution! Aber wofür?

In der Politik geht es um Mehrheiten.
In der Wirtschaft geht es um Profit.
In der Bildung geht es um Leistung.

Unsere gesamte Gesellschaft inbesondere die westliche Hemisphäre basiert auf Wettbewerb und darin spalten und reiben sich die Menschen von Geburt bis zum Tode auf. Was in der Familie zuerst durch die Eltern vorgelebt wird, wird in der Schule gelehrt, gefordert, geprüft, mit dem Abschluss und der weiteren Ausbildung im Beruf od. Universität permanent reproduziert und perfektioniert.

Der Wettbewerb ist etwas was uns Menschen nur allzu bekannt ist. Unsere Vorfahren mussten sich immer wieder über die Jahrhunderte und Jahrtausende gegenüber anderen Menschen, Lebewesen, natürlichen Verhältnissen (Wind und Wetter) durchsetzen. Im Zuge dessen entwickelte sich eine Mentalität die ich als ängstlich begreife. Diese Angst, Jemand oder irgendetwas will mir etwas wegnehmen, mich zerstören, will mich herabsetzen oder der Eindruck man sei nicht gut genug für irgendetwas usw., ist aus meiner Erfahrung immer noch überall stark bis extrem heftig in den Menschen vorhanden. Und obwohl diese Ängste so präsent sind, werden sie erstaunlicherweise kaum oder nur isoliert angesprochen.

Stattdessen steigern die Menschen ihre Anstrengungen um Ihre Illusionen, von denen sie sich Entspannung, Anerkennung, Frieden, Glück usw. erhoffen, irgendwie zu realisieren. Die Menschen versuchen also mithilfe von Selbstbetrug sich Selbst zu finden. Dabei betrügen sie nicht nur sich selbst, sondern natürlich auch alle anderen Menschen, besonders jene die sie lieben. Manchmal ist ihnen das bewusst und sie versuchen aus diesem Sumpf zu entkommen, da aber diese Angst-Mentalität derart weit und unerkannt bzw. kaum erkannt verbreitet ist, müssen sich die „Erwachenden“ alleine aus dem Sumpf ziehen, was natürlich extrem schwierig ist.

So sind all die Revolutionen oder die Versuche auf revolutionäre Veränderung der Verhältnisse, der zivile Ungehorsam, die Proteste, Streiks jeglicher Art nur oberflächliche Hilfeschreie und Forderungen die überhaupt gar nichts grundlegendes verändern. Vorallem auch weil die „Erwachenden“ oder „Erwachten“ damit nur ihresgleichen erreichen, jene aber die noch mitten im Sumpf umher tauchen, hören und sehen in ihrer dunklen Existenz kaum bis gar nichts davon, können selbst wenn sie etwas mitbekommen nicht nachempfinden warum überhaupt protestiert wird, weil ihre Perspektive und Erfahrung völlig anders ist. Desweiteren sind die plakativen Schreie nach Veränderung und die dahinterstehenden Hierachien der Ideologien, NGOs, Verbände usw. etwas, womit sich nur ein paar Leute identifizieren können, denn jeder Mensch hat seine Vorstellungen, seinen Geschmack usw. Es muss also immer zu Spaltungen, Konflikten, Missverständnissen kommen, weil wir alle einzigartig sind und ein Stückweit unterschiedlich traumatisiert sind von einer Mentalität die schlicht primitiv ist und längst therapiert, verarbeitet und abgelegt gehört. Abgesehen davon reproduzieren die „revolutionären Kräfte“ mit ihren Hierachien/plakativen Labels usw. alte Dummheiten bzw. Ungerechtigkeiten die sie eigentlich abschaffen wollen.

Die Menschen die ein paar Sachen erkannt haben müssen auch auf die Psychologie der Menschen eingehen, wenn sie langfristig und konstruktiv eine wirksame Veränderung in irgendeinem Bereich der gesellschaftlichen Welt erreichen wollen. Es gibt schlicht keinen Grund sich und andere schlecht zu machen. Es gib keinen Grund zu konkurrieren, es sei denn aus Spaß oder um Menschen zu retten, wobei ich letzteres ersteinmal wirklich nur auf die Medizin beziehe.

Alle Parteien in diesem Land glauben immer noch sie hätten zum Ziel den Menschen zu helfen bzw. sie zu retten, dabei machen sie nichts anderes als zur allgemeinen Verwirrung und zur Vertiefung der Konflikte und Traumatas beizutragen. Denn sie alle übersehen die vorherrschende Angst-Mentalität! Diese haben wir ersteinmal zu überwinden, dann müssen wir neue Organisationsformen für Milliarden von Menschen finden. So wie bisher, im Streit der Ansichten Klarheit zu schaffen, wird das nicht funktionieren, weil der menschliche Verstand kein letzte Wahrheit oder Klarheit finden wird, sich selbst nicht hinterfragen wird, genausowenig wie sich der Egoist seine egoistischen Verhaltensweisen vorwerfen wird. Die Organisation, Kommunikation, Interpretation und Psyche sind die einzigen wirklich relevanten Themen mit denen wir uns viel viel intensiver auseinandersetzen sollten.

Es gibt keinen Grund auf Wettbewerb, Leistung, Macht usw. zu setzen. Denn wir brauchen keine Angst zu haben. Es gibt genug zu Essen, genug Lebensraum, Klamotten, Bildung, Drogen, Sex, Schlaf, Ruhe und schlicht LEBEN FÜR ALLE!

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Wie verdient man 700 Millionen Dollar in einem Jahr?

Stephen Schwarzman hat innerhalb der letzten 12 Monate über 700 000 000 Dollar verdient, so meldet es eine Nachrichtenagentur. Sein gesamtes Vermögen beläuft sich laut Forbes auf 3,5 Milliarden Dollar und gehört damit zu den 100 reichsten Amerikanern. Er ist damit nicht allein. Etliche andere Leute wie Lawrence Ellison haben über 500 Millionen oder Ray Irani mit über 200 Millionen Dollar eingestrichen. Die Liste liesse sich beliebig ausweiten, aber womit haben diese Menschen das verdient?

Schwarzman besitzt eine 31 Millionen Dollar teure Wohnung und diese hat er sich auch bitter verdient nach dem er so lange in Yale/Harvard studiert und in der Branche Türklinken geputzt hat.  Klar spendet er hier und da mal auch ein paar Millionen, er ist kein Egoist, ein bisschen etwas für das Kennedy Center oder die Republikaner insbesondere George W. Bush muss schon sein als Ausdruck der sozialen Ader.  Die Millionen Menschen in Armut wären auch keine profitablen Investitionen.

Die 700 Millionen Dollar hat Schwarzman wohl durch die Aktienbeteiligungen am Konzern Blackstone erworben und ist laut weiteren Medienberichten auch der Gründer des Konzerns. Nun möchte ich ihn nicht als einen schlechten Menschen darstellen, ich verstehe nur einfach nicht wie ein einzelner Mensch derart hohe Summen aus seiner „eigenen Leistung“ verdient haben könnte. Vielleicht ist das einfach die normale Logik dieses korrupten Systems. Die Leistung bzw. die Möglichkeit dieses Erfolges des Unternehmens war bestimmt nicht völlig allein durch die Leistungen des Herrn Schwarzman möglich. Was ist mit seinen Mitarbeitern? Was ist mit der Lage und Entwicklung des Marktes? Oder überhaupt mit den Vorstellungen aller Menschen? Das alles hat doch nicht er begründetet oder geleistet. Also welcher Mensch hat solche Berge von Geld verdient?

Ich würde mit einer normalen Anstellung selbst wenn ich 2000 EUR Netto im Monat verdienen würde, im ganzen Leben nicht über 2 000 000 EUR kommen. Habe ich nicht mehr verdient? Ist meine Arbeit oder mein Leben nicht gut genug? Wahrscheinlich ist es so, ich bin nicht außergewöhnlich genug, meine Arbeit wird nicht außergewöhnlich geschätzt, genausowenig wie meine Person oder Qualifikation. Ich habe nie in Havard studiert, war nie Sohn einer einflussreichen Familie. Andere Menschen wie beispielsweise Carlos Slim Helu besitzen 60 000 000 000 Dollar, Bill Gates und Warren Buffet 50 000 000 000 Dollar bestimmt haben sie einen Bruchteil davon wirklich verdient, aber die gesamte Summe die sie tatsächlich besitzen?!  Diese Leute wissen nicht einmal wohin mit all dem Geld, investieren es meistens wieder in irgendwelche Konzerne damit es weiter wachsen kann und so weiter.

Ich weiß nicht wie man das verdient, ich kann nur ahnen wie wenig es die Leute die bereits derart viel Geld besitzen verdient haben. Wären diese Menschen ehrenhaft und würden sich wirklich für die Belange aller Menschen interessieren würden sie 99% des Kapitals welches sie besitzen in Dinge stecken die nichts mit Profitsucht zutun haben. Was ist mit den Leuten in Sozialberufen, diese Menschen sollten am meisten verdienen denn diese handeln aufopferungsvoll oder liebevoll tagtäglich in ihrem Beruf für andere Menschen damit es ihnen besser geht. Die Erzieher, Lehrer, Krankenschwestern, Altenpfleger und so weiter sollten am meisten verdienen weil sie der Gesellschaft am meisten geben.

Was gibt ein Unternehmer wie Schwarzman schon der Gesellschaft? Er peitscht doch nur die Industrialisierung dieser Gesellschaft voran und diese Industrialisierung wird spätestens dann zusammenbrechen wenn sämtliche Rohstoffvorkommen versiegen. Solche Leute sind nur deshalb erfolgreich weil sie am stärksten die Oberflächlichkeit des Profit- und Geschäftsstreben verinnerlicht haben und oben drein natürlich entsprechende familiäre und finanzielle Hintergründe haben. Das bedeutet nicht das diese Menschen sehr vielen anderen Menschen besonders gut tun, geschweige denn der Umwelt usw. Warum verdienen sie trotzdem soviel Geld? Weil die gesamte Gesellschaft oberflächlichen und illusorischen Vorstellungen nachrennt, das ist alles!

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Wir leben in dunklen Zeiten

In den Konzernen, Märkten und Köpfen der Menschen herrscht Krieg. Die Menschen betrachten sich als Konkurrenten. Es geht um Geld, Macht, um langfristige Perspektiven, einen Platz in der Geschichte, bestenfalls um die eigene Familie. Egal ob in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion oder anderen großen Bereichen der Gesellschaft überall scheinen lauter kleine bis größere Kriege zwischen den Menschen oder in den Menschen zu toben.

Wir arbeiten täglich viele Stunden, setzen uns großem Druck aus und haben wenig Zeit für uns nur um im Konkurrenzkampf etwas Geld zu verdienen. Für uns ist das selbstverständlich weil unsere Eltern, Verwandeten, Bekannten, Freunde und eigentlich alle die wir kennen es uns so vorgelebt haben bzw. so ähnlich leben.

Wir fragen nicht warum wir uns Geld verdienen müssen, obwohl wir unser Leben geschenkt bekommen haben. Wir fragen nicht warum wir trotz des gesellschaftlichen Fortschritts jährlich ca. 1 Millionen Suizide weltweit haben. Wir betrachten Burnout und andere psychische Erkrankungen wie Depressionen nicht als systembedingt, auch wenn man diese Störungen in den Massenmedien bereits als „Volkskrankheiten“ bezeichnet. Genausowenig wie wir Fettleibigkeit, Verkehrsunfälle, Tote bei Schiessereien oder Mord an Menschenrechtlern als Opfer des Fortschritts betrachten. Wir fragen nicht warum in der Schule die Schüler nicht auf das Leben sondern auf das System vorbereitet werden. Wir fragen nicht warum die 374 größten transkontinentalen Unternehmen, die von Standard and Poors Index aufgelistet werden, finanzielle Reserven in Höhe von 555 Milliarden Dollar besitzen und diese Geldberge nicht an die Gesellschaft selbst zurückführen. Wir fragen auch nicht warum die über 8 Millionen Dollarmillionäre die wir auf diesem Planeten haben ihre Geldberge horten und nicht den Hungernden oder der hart arbeitenden Arbeiterklasse geben.

Ich könnte endlos derart fortfahren und begreife durch diese unzähligen Aspekte dieser „zivilisierten Welt“, dass wir nach wie vor in einer Art Mittelalter leben in der Aufklärung immer noch ganz stark notwendig ist. Es ist mir unbegreiflich wieso die Menschen sich um ihre Anteile streiten, warum der eine viel zu viel und andere gar nichts hat. Ich verstehe nicht wieso man wegen verschiedener Meinungen, Ansichten, Eigenschaften Kriege und Konflikte austragen kann und konnte?! Es wird getan früher wie heute. Seht Euch an was in Afrika, Brasilien, Indien, China, Irak, Afghanistan, Iran und natürlich auch in Frankreich, Deutschland, England und Amerika passiert. Das ist doch kein Frieden, das ist nicht der Weg zum besseren Leben. Millionen Menschen bringen größte Opfer damit einige wenige Menschen ein Leben im Überfluss leben können. Und wir, ich und Du gehören auch zu diesen Nutzniessern einer ungerechten korrupten Gesellschaft.

Klar wir verdienen in der Regel nicht sonderlich viel, aber wir arbeiten, kaufen und konsumieren ohne viele Fragen zu stellen. Wir sind Mittäter, wir schreien nicht auf wenn irgendjemand Leid erfährt, wir verhalten uns nicht wie eine Gemeinschaft, wir haben das Konkurrenz- und Wettbewerbprinzip durch und durch einverleibt und leben dieses auch wenn es uns und andere immer mehr zerstört! Wir sind Opfer und Täter, die „Bösen“ sitzen nicht nur in den Chefetagen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Religion, sondern auch in unseren Körpern. Wir sind es die diese Ungerechtigkeit legitimieren. Wir sind es die das alles hinnehmen und zulassen. Wir sind Teil des Problems. Wir müssen uns selbst verstehen um auch die anderen zu verstehen. Dafür brauchen wir Zeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, wir müssen unsere Prinzipien und Ideale überdenken sonst ist alles wofür wir stehen oder worin wir uns verliebt haben wertlos.

Was ist das was die Gesellschaft erarbeitet schon wert? Außer für die Menschen sind die erarbeiteten Güter nichts wert. Sie sind absolut bedeutungslos. Wenn sie uns nicht glücklicher machen sollten wir sie nicht produzieren oder kaufen. Wir sollten uns nicht dem Konkurrenzprinzip unterordnen da für alle Lebewesen auf diesem Planeten genug existiert um damit glücklich zu sein. Wir brauchen nicht neidisch oder gierig sein, es gibt keinen Grund dafür. Es gibt keinen Grund sich krampfhaft weiterzuentwickeln oder von anderen abzuheben, jeder Mensch ist ab seiner Geburt einzigartig, warum müssen wir also ständig an uns arbeiten?! Wir sind doch in Ordnung so wie wir sind, wenn wir aufeinander achten.

Ich denke nicht das wir noch mehr Gesetze, Kontrollen, Wachstum und all diesen Blödsinn brauchen. Wir müssen uns selbst finden und mehr diskutieren über das was passiert und was wir miteinander machen. Letztlich funktioniert das aber mit dem jetzigen System einfach nicht, weil es den Egoismus des einzelnen Menschen anspricht nicht die gemeinsame Sache. Wir mögen alle einzigartige Lebewesen sein, aber wir wollen doch alle glücklich und frei sein, uns so entfalten wie wir das für richtig halten oder? Also sollten wir uns nur daran orientieren. Dieses System gibt aber nur wenigen die Möglichkeit sich zu entfalten deshalb ist es ungerecht und muss aufgelöst werden.

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Moderne Sklaverei

Ein Mann fliegt nach mehr als 10 Jahren aus einem Unternehmen heraus welches er mit permanenter überdurchschnittlicher Leistung gestützt und gefördert hat. Er hat wirklich jahrelang überragende Leistungen gebracht hat Arbeit für 5 Leute gemacht, er hat erst vor einigen Monaten wochenlang 20 Stunden am Tag gearbeitet und alles nur weil er Angst um die Zukunft seiner Familie hat. Er sagt er bekommt keinen Job wenn er aus dieser Firma gekündigt wird, er hält sich für zu alt und so weiter. Ich will gar nicht weiter auf die Details eingehen, aber ist es nicht ein erbärmliches System wenn jemand der gigantische Leistungen über Jahre bringt, sich nebenberuflich weitergebildet hat, immer für seine Kollegen und Kunden da war, egal ob national oder international, nicht mehr gebraucht wird nur weil er zu alt ist bzw. die Firma sagt er ist zu teuer!? Ich habe mir für dieselbe Firma volle 3 Jahre den Arsch aufgerissen und sehe nun wie sie diese Investition meiner Lebenszeit, Leistung und so weiter einfach wegschmeisst. Das sind 3 verlorene Jahre, bei meinem Vater noch mehr Jahre, außer dem Geld natürlich was wir erhalten haben. Aber soll das alles sein?

Es ist wie bei den ganzen anderen Konzernen in den Medien wo unsere Politiker um deren Existenz „kämpfen“. Das ist ein oberflächlicher Kampf und wir wissen das wir eigentlich das gesamte System hinterfragen müssen weil es asoziale Früchte trägt, sich wie ein Monster verhält, sich gegen die Menschen richtet und sie vernichtet. Aber soweit kommt es nicht und ich finde das merkwürdig. Mein Vater hat soviel getan, hat eigentlich immer zweimal oder sogar dreimal soviel gemacht wie von ihm verlangt wurde, weil er gehofft hatte das man ihm das später mal danken wird. Stattdessen fliegt er auf die Strasse und darf mit seiner Familie sehen wo er bleibt. Die Kosten laufen weiter da hilft keiner, außer mit ein paar Euros der Staat. Aber dort kommt man sich wie ein Bettler vor und will eigentlich gar nicht dorthin. Aber es geht nicht anders, das ist die einzige Hilfe die man erhält. Ein tolles System.

Wieso sind Menschen die viel geleistet haben, Erfahrung, Motivation und so weiter haben nicht hochgeachtet in dieser Gesellschaft? Warum muss man selbst wenn man einen Job hat um seinen Arbeitsplatz fürchten? Wieso diese Zukunftsängste, warum sind die meisten Leute in ihrem Beruf abgehetzt, fertig und traurig? Ich glaube jeder kennt diese Spannungen und Konflikte zwischen Kunden, Kollegen, den Leitern, Chefs und so weiter. Die meisten haben ihre Ursache nur in diesem harten Wettbewerb und weil es darum geht möglichst viel Profit zu scheffeln. Das wird nur leider immer schwieriger, weil immer mehr Menschen auf diesem Planeten leben und andere Länder natürlich auch daran arbeiten ihre Verhältnisse zu verbessern. Jeder Mensch möchte eben sein Leben „nutzen“ und arbeitet. Begrenzte Märkte, begrenzte Resourcen, begrenzte Eigenschaften überall. Alle Menschen können hier niemals gewinnen, es muss Verlierer und Gewinner geben. Ist das mit dem Grundgesetz vereinbar? Wenn Menschen permanent Angst um ihre Existenz haben müssen? Wenn sie sich trotz Job permanent fürchten müssen nicht gut genug zu sein für diese Gesellschaft, für diesen Wettbewerb?

Letztlich muss man aber auch sagen das der Wettbewerb an dem wir tagtäglich teilnehmen niemals fair war. Noam Chomsky beschreibt das in seinem Buch „Profit over People“ mit sehr vielen Details, darin heißt es unter anderem, die USA hätten mit Einfuhrverboten genauso wie England ihre eigene Industrie gegenüber anderen Nationen gestärkt. So hat man beispielsweise die Einfuhr von Baumwolle aus Indien in den USA verboten bzw. zeitweise gestoppt damit die Baumwolle welche von Sklaven, i.d.R. gewaltsam verschleppte Afroamerikaner, produziert wurde im eigenen Markt gewinnbringend abgesetzt werden konnten. Durch diesen Gewinn konnten die Besitzer bzw. Unternehmer natürlich ihre Position auf dem nationalen und internationalen Markt ausbauen.

Ähnlich lief es mit der Stahlproduktion ab, Chomsky meint sogar das 20 der heutigen 100 größten Unternehmen Amerikas ohne staatlichen Eingriffe niemals so erfolgreich gewesen wären. Und es ist ganz sicher das dies noch heute der Fall ist, denn warum sollte man altbewährte Methoden nicht immer und immer wieder anwenden? Die Gier des Menschen nach Erfolg, Macht und so weiter ist unendlich, sie kennt keine Grenzen und das ist schädlich. Ich denke man braucht nur genau hinsehen, dann sieht man wie die Unternehmen auch in der Politik versuchen Einfluss auf ihre Position im Markt zu nehmen. Und es funktioniert, das Zauberwort heißt Lobbyismus, da gibt es Spenden, Rabatte und Einladungen an Politiker und Journalisten damit alles etwas besser funktioniert für das eigene Unternehmen. Das ist eben Marktwirtschaft, seine Chancen wahrnehmen und nutzen. Wer nicht handelt verliert. Ganz einfach. Andere Unternehmen haben nicht diese Möglichkeiten, wollen diese Möglichkeiten vielleicht auch gar nicht haben weil sie an einen fairen Wettbewerb glauben. Aber was tun wenn der Wettbewerb niemals fair war?

Boykottieren kann man schliesslich schlecht, denn sonst hat man schnell keine Grundlage worauf man überleben kann. Innerhalb weniger Monate geht das eigene Unternehmen pleite, bzw. hat man als Angesteller nicht mehr genug Geld um seine Wohnung bzw. Lebenshaltungskosten zu bezahlen. Außerdem sinkt unser Marktwert wenn wir nicht arbeiten. Wir stecken also in einem Wettbewerb der nicht fair ist und in einem System das uns auf widerlichste Weise korrumpiert. Wir müssen uns verkaufen sonst können wir nicht überleben. Wir können schliesslich nicht alle von Sozialhilfe leben und das wird auch mittlerweile immer härter bestraft, in dem man in verfassungswidrige Jobs vermittelt wird, Stichwort 1-Euro-Job. Es gibt genug Fälle in denen das belegt wird und wogegen nur wenige Menschen tatsächlich lautstark protestieren. Es ist einfach so das die meisten Mensch entweder unheimliche Angst haben, zu sehr damit beschäftigt sind ihren Job zu behalten, etwas neues zu finden, ehrgeizig sind und so weiter.

Es gibt viele Faktoren warum diese ungerechten Verhältnisse die sich gegen die Menschen richten nicht aufgelöst werden. Und es gibt ganz sicher auch Unternehmen und Politiker die natürlich die Verhältnisse beibehalten wollen, weil sie profitieren und es dürfte sich um Menschen handeln die eine ganze Menge zu sagen haben in diesem System. Sonst würde das doch alles längst nicht mehr stattfinden. Und fast alle Arbeitnehmer hängen mit drin, schliesslich werden sie von diesen Menschen bezahlt, kaufen deren Produkte und fragen nicht weiter nach wenn ihnen etwas sauer aufstößt. Klar passiert das schon auch, aber aus meiner Sicht noch viel zu wenig, da ist viel mehr drin und könnte uns alle viel freier machen. Es ist eine Frage von Zivilcourage und Mut. Wie lange sollen wir noch bluten und leiden für ein dummes System für dumme Ideale? Warum sollte Deutschland nicht das erste Land sein das sich von einem barbarischen System befreit? Wir sind doch ehemals das Land der Dichter und Denker gewesen, warum nutzen wir unser Potential nicht einfach? Es gibt niemand der uns zwingen kann all das mitzumachen. Wir sollten laut über Alternativen nachdenken.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Jeder Mensch ist eine Hure in diesem System

Es frisst sich in einen unheimlich tief hinein, es ist dieser quälende hämmernde stille Druck der einen Dummheiten machen lässt die man nie für möglich hielt. Es gibt keine Zwänge nur die Illusion von irgendwelchen Zwängen. Was ist real? Was stimmt denn noch? Worauf kann man sich verlassen? Was ist keine Lüge? Sich verkaufen wie eine Hure für Dinge die man nicht versteht oder wo man ahnt das sie nur falsch und destruktiv sein können was ist daran noch lebenswert!? Enttäuscht von den Mitmenschen, enttäuscht von sich selbst. Das Leben als Enttäuschung, als jahrelange Verzweiflung zu erfahren ist wie in einer dunklen Waschmaschine zu liegen die gerade im Schleudergang rattert und man versucht irgendwie sich zu orientieren oder festzuhalten, aber es ist absolut hoffnungslos, so auswegslos. Man kann sich nur fügen, nur treiben und antreiben lassen, anfangen sich selbst zu foltern und beginnt sich zu Dingen zu zwingen die man längst für Idiotie gehalten hat.

Es ist traurig. Ich bin reduziert auf einen mechanischen Rythmus. Arbeite, sei gehorsam, strebe nach mehr, frage nicht warum, tu es und Du wirst belohnt! Und denk nicht daran krank oder funktionsunfähig zu werden! Schmeiss Deine Qualifikation nicht weg! Tust Du es doch hast Du keinen Fetzen Freiheit verdient, dann musst Du verzichten und grausam sterben! Blödsinn. Eine hochentwickelte Gesellschaft die ihre Bewohner dazu antreibt sich selbst und andere zu erniedrigen, was ist das für eine Nation? Da drehe ich mich nur im Kreis wenn ich darüber nachdenke und wie ich da heraus kommen könnte. Wenn ich darüber spreche begreift man mich nicht, sagt ich sei eben naiv und verunsichert, das würde sich schon legen. Aber es ist keine Phase der Unsicherheit, es ist eine tiefliegende zermürbende Zerrissenheit, die enstanden ist weil die Gesellschaft sich als Ganzes von sich selbst und ihrer Natur entfernt hat und immer weiter entfernt je mehr sie sich nach den üblichen Idealen entwickelt.

Ich werde davon zerquetscht. Die gigantischen Zahnräder und Marktmechanismen zerquetschen meinen kleinen Funken Lebenslust. Und all das nur für etwas Profit, für Zahlungseingänge, für Fortschritt, Wachstum, die Stärkung der Nation, all diese Blenderideale. Wenn ich mich nicht wie ein Soldat aufführe der dem allgemeinem Tonus folgt, werde ich vernichtet, vorallem wenn ich nicht clever genug bin mir vorher ein alternatives Leben aufzubauen. Welche Chancen habe ich schon wenn ich offen und ehrlich sage wogegen ich protestiere? Die Leute erkennen mich als ihren Feind und lehnen mich und meine Argumente ab, sagen es wären faule Ausreden, blanke Verwirrung die ich da ausdrücke. Ich bin unfähig allen Vorwürfen weise genug zu antworten, ich verstehe die meisten Vorwürfe nicht einmal. Jeder Mensch hat seine individuellen Vorstellungen, Vorurteile und Ideale, und meistens sind sie eben inspiriert von vergangenen Helden oder vergangenen Ideologien, auch wenn diese total hirnrissig waren oder sind.

Es hilft nichts, für einige Zeit muss ich kämpfen wie all die anderen Menschen. So wie ich es früher aufrichtig getan habe, muss ich es nun mit meiner Zerrissenheit und Zweifel tun. Das ist doppelt so schwer. Wie kann eine Hure ihren Job geniessen wenn sie sich benutzt, beschmutzt, missbraucht und minderwertig fühlt? Das funktioniert nicht lange, irgendwann geht man daran zugrunde, verliert wichtige Dinge die man niemals wieder bekommen oder erfahren kann. Vielleicht kann man es wieder erfahren, aber dazu müsste man ja seinen Lebensstil ändern, aber das funktioniert nur wenn man ausreichend Geld hat, dann kann man sich frei kaufen. Dann besteht die Möglichkeit größere Freiheit zu leben und zu erleben. Ansonsten nicht. Du stehst ohne Geld da, also stehst Du auch ohne Rechte da. Wer seinen Pflichten nicht nach kommt hat keine Rechte. Der ist minderwertiges Fleisch ist überschüssiges Menschenmaterial welches mit Bestrafungen zu höherem Wert getrieben werden muss. Tja, wer daran zweifelt soll ruhig mal seinen Job schmeissen und einige Monate kein Geld verdienen, dann erlebt jeder wie es so ist nicht dazu zu gehören. Es ist absurd welche alten Verhaltensweisen sich immer wieder in die Gegenwart übertragen. Anscheinend hört es nie auf.

Was bleibt ist die Wut, Verzweiflung, Traurigkeit und Leere in den Köpfen und Gemütern. Manche nehmen das ehrlich wahr, andere verdrängen es, lenken sich ab, begreifen es als Krankheit und bekämpfen es oberflächlich und begreifen nicht wie stark das Ganze mit den hohen edlen Idealen von sich selbst und der Gesellschaft zutun hat. Im Zweifel handelt man eben wie die große verblödete Masse, auch wenn sie dem Abgrund zu rennt und zu arbeitet. So ist das eben, der Mensch ist auch ein Herdentier…

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Das ist Wahnsinn! Wir sind Wahnsinn!

Wie ich gerade erfahren musste ist mein letzter Arbeitgeber pleite. Er wirft Ende des Jahres etwa 100 Mitarbeiter auf die Strasse. Ich habe dort zwar nur kurze Zeit gearbeitet fand aber recht schnell Zugang zu den Mitarbeitern dort und wir wurden schnell richtige Kollegen. Wir versuchten uns so gut es geht zu helfen. Man lachte und meckerte zusammen, aber vorallem kämpften wir uns durch die miesen Umstände, durch das neue System, stritten und diskutierten endlos mit den Kunden und unseren Bossen. Das ging für mich wochenlang so, für die Anderen war es bereits eine jahrelange Tortour. Jeden Tag schleppten wir uns egal bei welchem Sauwetter zu unserem edlen Arbeitgeber. Wir hielten jede Schikane und Dummheit aus, machten uns gegenseitig mut und hielten mit schwarzen Humor, viel Ironie und Ablenkung den primitiven Alltag durch. Alleine der Arbeitsweg war für mich eine Belastung, etwa 1 Stunde brauchte ich mit dem Fahrrad, S-Bahn und Bus dorthin, sofern es keine Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gab. Ich war 12 Stunden am Tag nur mit diesem Job beschäftigt, konnte am Abend nichts anderes tun als mich beruhigen und versuchen zu schlafen.

Nunja, und das war alles umsonst. All das hoffen, kämpfen und quälen war völlig für die Katz. Ein tolles System. Ich habe übrigens auch gehört das mein Ausbildungsbetrieb wieder 10 Leute entlässt, weil alles etwas schlechter gelaufen ist als erwartet. So ist es eben. Mal hat man Glück mal Pech, so sagt doch der Unternehmer oder? Diese Menschen strömen jetzt auf den Arbeitsmarkt und versuchen Stellen zu finden die viel zu teuer und kaum bezahlbar sind. Nur die Besten werden überhaupt erstmal angehört und Diejenigen mit den besten Kontakten haben dann auch mal eine reale Chance. Ein tolles System. Wer 6 Monate nicht gearbeitet hat ist wertlos für diese Gesellschaft. Er ist out. Wie kann ein Mensch out sein? Wie kann ein Mensch weggeworfen werden? Schaut Euch um dann seht ihr überall wie das geht! Und das obwohl die meisten Menschen das getan haben was man von ihnen erwartet. Man bekommt einen Tritt in den Hintern, fliegt auf die Strasse, hat trotzdem Ausgaben, steht vor dem Nichts und man bekommt gesagt man ist ja selber schuld. Wer nicht ständig wachsam ist und profitable Fäden zieht verliert. Wer das nicht verstanden hat ist eben selber schuld. Der bekommt seine paar Mark vom Amt und nach einer Galgenfrist ist er eben nicht mehr tauglich für die Gesellschaft. Ein tolles System.

Die Grundrechte und die Orientierung der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an dem Glück aller Menschen sind wohl völlig vergessen und verworfen worden. Es ist traurig. Man kämpft stundenlang jeden Tag im Beruf wie auch auf den Arbeitswegen, Privat und Gesundheitlich sogut wie an allen Fronten und man soll diese Probleme mit dem „verdienten“ Geld lösen. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber das Geld reicht nicht dafür. Wenn eine Tätigkeit langweilig, dumm, belastend, nervend, zerfressend, quälend und erniedrigend ist, dann macht das krank und umso mehr wenn man zu wenig Geld dafür bekommt, sich nicht wirklich langfristig frei kaufen kann. Arbeit macht frei, aber nur dann wenn man irgendwie mal genug Geld beiseite  schaffen kann. Aber schaut Euch die Kosten an: Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Steuern, Auto, Internet, Handy, was muss denn alles jeden Monat bezahlt werden? Und fürs Alter muss auch vorgesorgt sein wenn man sich nicht nach 67 Jahren tot gearbeitet hat. Ganz wenige Menschen sind wirklich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben und überhaupt im reinen mit dem was in dieser Nation und Welt passiert. Vielleicht auch weil sie nicht im Leiden der anderen Menschen drin stecken. Wie auch?

Wir sind viel zu beschäftigt mit unseren eigenen Sorgen, Vorstellungen, Idealen und so weiter, wir kriegen doch gar nicht mit was unser Nachbar oder die Kollegen so beschäftigt und fertig macht. Wie sollen wir überhaupt mitkriegen das wir alle ziemlich idiotischen Illusionen hinterherrennen die unser Leben in den meisten Fällen zu einem qualvollen Wettrennen machen? Ich habe soviel gearbeitet und sehe jetzt wie eine Firma nach der anderen für die ich hunderte und tausende Stunden investiert habe den Bach runtergeht. Ist das die Schuld von mir? Die Schuld von den Managern? Die Schuld von der Konkurrenz? Die Schuld der Krise? Die Schuld der Bankiers? Die Schuld der Politiker? Die Schuld des Systems? Die Schuld der Vorstellungen vieler Menschen vom alltäglichen Leben? Wie tief dringen die Menschen denn in die Probleme ein die sie täglich zu bewältigen haben? Wie weit trauen sie sich in den Kanninchenbau hinein? Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, denn steckt man erstmal drin, kann man nur tiefer reingehen, die Erkenntnisse brennen sich fest und dann steckt man in einer Zwickmühle mit dem System.

Wenn man erkannt hat das wir jetzt genug von allem haben und wir eher einen Schritt zurück als nach vorne machen sollten. Dann gehört Mut dazu diesen zutun. Wer spricht es als Erster aus? Wer geht diesen Schritt zuerst? Wer geht mit? Wir sehen doch das unser Planet keine weiteres Amerika oder Europa verträgt. Was soll aus Afrika, Indien, China, Brasilien und so weiter werden, wenn sie nicht aus den üblichen Quellen ihre Industrienationen produzieren können? Wir haben begrenzte Rohstoffe, begrenzte Märkte, begrenzte Wachstumsmöglichkeiten, begrenzte Vorstellungen genauso wie wir nur einen Planeten haben. Also was soll dieser Unsinn? Wir wissen doch dass das alles völliger Blödsinn ist. Wieso quälen wir uns weiter? Ist es weil alle weitermachen? Ist es weil wir befürchten bekämpft, isoliert und beschimpft zu werden? Wie weit wollen wir gehen? Der Abgrund ist bestimmt nicht mehr weit. Ich weiß nicht wieviele Arbeitslose dieses Land noch verträgt und wieviele Qualen sich die jetzigen Angestellten noch zutrauen, aber auf Dauer kann das einfach nicht gut gehen. Das System ignoriert genauso wie alle mir bekannten vorherigen Systeme die Bedürfnisse der Menschen. Also wird es fallen, es wird zerbrechen und mit allen Leuten sterben die sich zu sehr damit identifiziert haben.

Die Leute scheinen sich an die Probleme zu klammern, sehen die essentiellen Probleme darin nicht. Klar kann ich gut daherreden, aber das sind nunmal die Ergebnisse meiner Überlegungen und Erfahrungen. Vielleicht kann mir jemand mal was anderes berichten, aber ich sehe seit Jahren nichts anderes, als dass sich die Menschen tagtäglich gegenseitig und sich selbst fertig machen. Nur wenige Menschen finden daran gefallen, gehen als Sieger hervor und leben auf der Sonnenseite des Lebens. Es ist nunmal leider so und ich verstehe einfach nicht wie man so eine Situation einfach so lassen kann. Man muss doch gemeinsam an Lösungen arbeiten und nicht auf einem Stand verharren der nichts anderes als Vernichtung bedeutet. Wir zerstören unsere Umwelt, die Tiere und uns selbst, all das Potential was in allem wohnt und darauf wartet erkannt und gefördert zu werden. Wir haben nicht die leiseste Ahnung welchen Preis wir hier bezahlen. Was ist Geld und Macht schon gegen ein glückliches Leben wert? Wer braucht diesen Mist wenn man begriffen hat das es nur von Menschen gebraucht wird die Angst haben. Das Leben ist ein Risiko und es kann jederzeit vorbei sein. Warum quälen wir uns so? Was soll dieser Mist?

Man bezeichnet mich bereits jetzt als jemanden der ausgestiegen ist und das nur weil ich mich einige Zeit den üblichen Verhaltensmustern widersetzt habe. Klar geht es mir nicht gut dabei, denn ich werde angefeindet, man sagt ich sei faul, dumm, würde nicht am Leben teilnehmen, wäre eine Schande für meine Familie und wären alle so wie ich hätte die Gesellschaft niemals soetwas wie die Medizin im heutigen Entwicklungsstadium schaffen können. Ich werde unglaublich missverstanden und zerrissen. Viele sind wütend, nicht nur weil ich mich traue das was sie jahrelang mitgemacht haben einfach fallen zu lassen, sondern auch weil sie einfach nicht glauben können das einer Wettbewerb für primitiv hält. Klar verliere ich Geld, ich verliere an Wert im Markt und so weiter, aber ich bin ein Mensch und habe einen unermesslichen Wert der über diese dämlichen Vorstellungen unseres Systems hinaus geht. Ich denke wir haben das vergessen. Wir haben alle vergessen was wir wirklich wert sind und worauf es im Leben ankommt. Was bedeutet denn ein Job bei dem man unglücklich ist, den man nur macht um seine Lebenshaltungskosten zu machen? Das ist wie wenn ein Mensch gezwungen ist anschaffen zu gehen. Wir sind alle Prostituierte, wir brauchen gar nicht über Menschen im Puff lachen. Das ist nahezu überall in der Gesellschaft Normalität wird eben nur anders ausgelebt.

Wollen wir weiterhin alle Huren sein oder endlich mal als vollwertige Menschen anerkannt sein und in Freiheit und Brüderlichkeit zusammen leben? Das steht doch überall in unseren offiziellen Nationalengesängen und -gesetzen, warum werden diese Vorstellungen nicht im Alltag als Grundlage für Debatten  bzw. als Lebensgrundlage genommen? Wieso steht der Profit über den Menschen, die Tiere und Umwelt? Was bringt der ganze Fortschritt wenn die Menschen damit unglücklich sind oder daran zugrunde gehen? Wie soll denn das weitergehen? Ich bin glücklich das wir gute Mediziner haben, okay, aber wir brauchen nicht jede Woche im Fernsehen neue Shows über Scheiße fressen und schlank hungern. Wir brauchen bestimmt auch nicht jedes Jahr Millionen neue Autos, Kühlschränke, Fernseher, Computer, was soll denn das alles? Wir schmeissen Lebensmittel weg und ein paar Kilometer weiter verhungern die Menschen. Das passiert jeden Tag und hier kümmert es niemanden obwohl jeder gern Kaffee aus Afrika trinkt und Zigaretten aus Brasilien raucht. Die Flüchtlingsströme interessieren auch nicht. 1 Millionen Suizide jährlich interessieren auch nicht. Die ganze Masse von Menschen hierzulande kennt verdammt nochmal keine Demokratie, keine Grundrechte, keine Gnade.

Und das alles macht mir verdammt nochmal Angst! Ich weiß nicht wohin diese ganze Kacke führen soll. Das ist der totale Krieg da draussen und wir alle schreien wie vor Goebbles damals laut HURRAAA oder JAAAA obwohl wir uns damit alle umbringen!

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Kampfzwang

Wir sind gezwungen uns durch die Welt zu schlagen. Die gesellschaftlichen Forderungen sind eindeutig: Arbeite, verdiene mit irgendetwas Geld oder geh sterben. Das soziale Netz hat seine Grenzen, seit neueren Reformen hat es größere Löcher und Begrenzungen bekommen. Wer sich nicht durch den Arbeitsmarktdschungel kämpft oder gar einfach nicht stark genug ist sich im Wettbewerb gegen die Konkurrenz durchzusetzen, hat nicht mehr viel vom Leben zu erwarten. Die Freiheit des Egoismus ist das höchste Gut in dieser Welt. Es gibt keinen Zusammenhalt, keine Perspektiven und schon gar nicht so etwas wie Ruhe. Stets sind wir gezwungen uns beruflich weiterzuentwickeln, in den seltensten Fällen machen wir das freiwillig. Wir sind gezwungen flexibel zu sein, wir haben uns den Regeln des Marktes zu beugen, wir sind die Marionetten der Konzerne, wir folgen dem Diktat der Bilanzen. Gibt es schlechte Zahlen braucht es bessere humane Ressourcen, wir können nur die Besten brauchen!

Die jungen Schulabgänger mit dem besten Notenschnitt sind gerade gut genug! Deren Naivität muss vollends in das Unternehmen integriert und investiert werden, diese junge Kraft muss benutzt und gebraucht werden bis der Mensch dahinter daran zugrunde geht. Die Menschen sind die Batterien, die Brennstoffzellen des Unternehmens und werden beliebig ausgetauscht, vorallem wenn sie nicht mehr funktionieren. Es gibt keine Gerechtigkeit. Derjenige mit dem größten Ego gewinnt. Wer kann am meisten vorweisen, sich am stärksten hervortun? Dieser Jemand gewinnt, wird hochbezahlt. Welche Perspektiven haben wir schon? Es geht darum einen Job zu erhalten, sein Leben finanzieren zu können, wir sind wie Junkies die jede Woche ihren Schuss brauchen. Wir müssen uns verkaufen wie Huren und von jedem anficken lassen der genug bezahlt. Wir sind in völliger Abhängigkeit zum Beruf groß geworden. Alles ist darauf ausgerichtet für den Beruf zu leben, wer sich nicht über den Beruf definiert oder nicht arbeitet existiert für diese Gesellschaft nicht. Wer nicht arbeitet, wer nichts einzahlt ist ein reiner Kostenfaktor und muss entsprechend gezwungen werden sich wieder in Reih und Glied zu begeben. Wer das nicht macht, wird weiter bestraft, finanziell, wird isoliert und gezwungen miese Jobs zu machen.

Kritik und Zweifel werden nicht gehört oder nicht ernstgenommen, denn keiner kann diesen Wahnsinn stoppen. Was wäre denn wenn man die Hungertoten überall in der Welt beachten würde? Was wäre wenn man die Millionen Arbeitslose nicht mehr wie Asoziale behandelt? Da würden sich Unruhen im ganzen Land ausbreiten, keine Sau würde mehr fleissig produzieren, alles würde plötzlich in Frage gestellt. Da gibt es keine Rekordgewinne mehr, keine Export oder Importrekorde mehr. Die Gesellschaft wäre mit ihren habgierigen Vorstellungen in einer Sinnkrise, müsste sich völlig auflösen und neuorientieren. Wir müssten erkennen, dass wir die Menschen- und Grundrechte umsetzen müssen und das dies unser einziges gemeinsames Ziel sein sollte. Aber warum passiert das nicht? Wieso kämpfen die Menschen allein? Wieso fühlen sie sich alle verlassen, gespalten, zerstört, getrieben, gezwungen, hilflos, traurig, ohne Mut und Kraft? Ich denke wir haben alle von Geburt an unmengen an Manipulation, Missbrauch und Zerstörung erfahren. Wir wurden benutzt, genauso wie unsere Eltern und werden wie sie unser ganzes Leben ausgenutzt.

Es fängt in der Schule an, wer in der Schule gute Noten schreibt, hat tatsächlich die Chance glücklich zu werden, auch wenn dieses Glück oberflächlich ist, weil es nur auf das eigene Leben und eigene Leistungen zurückgeführt wird. Unser Schulsystem ist darauf ausgerichtet Gewinner und Verlierer zu produzieren. Es ist absichtlich so ausgerichtet Konflikte und Probleme zu erzeugen, die jungen Menschen zu zwingen gewisse gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Normen zu akzeptieren und nicht zu hinterfragen. Der Leistungsdruck wird von Klasse zu Klasse erhöht, es wird immer mehr Lehrstoff pro Tag und Stunde verbreitet. Jene die die Leistung nicht erbringen können oder wollen, gelten als dumm, beschränkt oder sogar lästig. Es gibt zwar Lehrer die ihr bestes geben um die Schüler zu motivieren möglichst gute Leistungen zu bringen, abr nur weil ihnen völlig klar ist: leisten die Schüler nicht viel, werden sie später zu Verlierern abgestempelt sein und ihr ganzes Leben darum kämpfen als etwas Besseres zu gelten. Von Anfang an werden wir in diese Strukturen hineingeworfen und mit egoistischen Ideen manipuliert.

Es muss Arbeiter geben und es muss Menschen geben die diese Arbeiter kontrollieren und steuern. Es muss Menschen geben die nicht hinterfragen und all das kaufen was produziert wird. Ohne diese Menschen würde das System zusammenbrechen und die Menschen liesen sich nicht korrumpieren, kontrollieren und ausbeuten. Daher müsste nicht nur das Bildungssystem völlig neu ausgerichtet werden, sondern auch die Wirtschaft, die Politik und Wissenschaft. Leider sind diese Bereiche wie schon zu Zeiten der Nazis Teil des Problems. Es gibt zwar Menschen darin die aufrichtig sind und für gute Dinge kämpfen, aber die meisten Menschen akzeptieren die Verhältnisse oder erkennen sie nicht und unterstützen sie damit. Die Verhältnisse sind ungerecht, machen unheimlich viele Menschen zu minderwertigen Gestalten die jeden Job annehmen müssen.

Wir sind alle gezwungen mitzumachen wenn wir weiterhin künstlich voneinander getrennt und gespalten werden. Wir alle teilen ein gemeinsames Schicksal. Wir sind alle auf diesem Planeten, haben ähnliche Bedürfnisse, Vorstellungen vom Leben und Glück, sind gleichberechtigt und gleich wertvoll. Warum wir diese allgemein bekannte Tatsache nicht in die Realität umsetzen lässt, ist wohl ein absolutes Rätsel. Ich könnte darüber spekulieren, dass es wohl zu allen Zeiten Menschen gab, die ein Interesse daran hatten, dass sich die Menschen gegenseitig bekriegen, als Konkurrenten betrachten usw. Es gibt bestimmt Menschen die diese Verhältnisse erzeugt und gestärkt haben. Es wird kaum nachweisbar sein wer und warum dies alles gemacht wurde. Es ist extrem schwierig das nachzuvollziehen. Wer ist schon so elitär und  weg von der Realität um für Macht und Kontrolle soviele Menschen zu unterdrücken? Wer könnte so kaltblütig sein? Vermutlich werden wir diese Gestalten niemals erkennen und vor Gericht bringen können.

Uns gefällt es ja mittlerweile auch Leistung zu bringen, zu kämpfen und uns wie früher gegenseitig fertig zu machen. Scheinbar akzeptieren genug Menschen diese Realität als völlige Normalität. Die meisten glauben es ginge nicht anders, nur weil sie es selten oder gar nicht anders kennengelernt haben. Vielleicht haben die meisten Menschen den elitären Vorstellungen genauso nachgegeben wie ihre ursprünglichen und jetzigen Herrscher und Manipuleure. Das Opfer wird zum Täter, zum Komplizen und Helfers Helfer. Alle die von diesen hier und jetzt existierenden Verhältnissen profitieren und nichts tun um die Verhältnisse zu verändern, sind Teil des Problems, Teil des Etablisments und müssten eigentlich erstmal jahrelang therapiert werden. Wir kennen das.

Wir kaufen tolle Produkte, gehen toll Essen, nehmen Drogen und machen auch sonst all das was uns ablenkt. Wenn wir uns aber ablenken kommen wir den Ursachen unseres Wunsches sich abzulenken und gehen zu lassen nicht näher. Warum wollen wir denn frei sein? Weil wir uns nicht frei fühlen. Warum fühlen wir uns nicht frei? Weil wir seit unserer Geburt dazu gezwungen und dazu gebracht werden zu kämpfen, gegeneinander und gegen uns selbst. Für Geld würden wir sogar unsere Mutter oder unsere größte Liebe verkaufen, so gut funktioniert die Manipulation mittlerweile. Noch ein paar Jahrzehnte und Liebe wird verboten, weil sie keinen Profit abwirft.

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