Schlagwort-Archive: Flucht

Du musst um dein Überleben kämpfen

Hunderte sind tot. Erneut. Weil wir eine zynische und menschenverachtende polit-ökonomische Ordnung unterstützen, die dies möglich macht. Man zeigt auf die Schlepperbanden, auf die Parteien, auf Frontex, auf Einsparungen der Flüchtlingsrettung und die millionenteure Abschottung, aber wäre es nicht angebracht auch auf uns zu zeigen? Wir wählen diese rassistische Politik und diese tödliche Ökonomie jeden Tag. Indem wir zur Arbeit und Wählen gehen anstatt solidarisch mit diesen Flüchtlingen zu streiken bis das Morden aufhört. Und ja, es ist Mord. Seit Jahrzehnten wird zugeschaut. Noch häufiger wird weggeschaut. Man hat sich an diese Katastrophen gewöhnt. Hat gelernt davon zu sprechen, dass unser Land keine weiteren Flüchtlinge verträgt, auch wenn es die, Zitat „Vorstufe zum Paradies“, in sich trägt.

Fakt ist: Unsere rassistische Asylpolitik hat mehr Menschen ermordet als der nationalsozialistische Untergrund. Es sind 23258 Menschen. Deutschland hat die europäische Aussenpolitik geprägt, die nun als die unterlassene Hilfeleistung ganze, katastrophale Abschreckungsarbeit leistet. Man bedenke angesichts von mittlerweile über zwanzigtausend verstorbenen Flüchtlingen die 138 Mauertoten der deutschen demokratischen Republik. Das Kapital soll mobil sein. Menschen nicht. Eine erstaunliche Definition von Freiheit.

Fakt ist: Man lässt Menschen lieber sterben als ihnen zu helfen, weil sie zu teuer sind. Obwohl man 338 Millionen Euro in die Abschottung der europäischen Grenze investierte, lässt man die Menschen lieber ertrinken, als ihnen zu helfen, weil man sie für eine zu große Belastung der Sozialsysteme hält. Selbst jene Menschen die dem Tod entronnen sind und nach Europa gelangen landen in Haft,  werden zu Illegalen und lebenden Toten erklärt. Ihr Leben wird auf Eis gelegt, weil sie die falsche, arme und unprofitable Nationalität an sich haben. Sie gelten als  überflüssiger, lästiger Problemfall. Sie erhalten kein Bargeld und keine Ausbildung. Und selbst obwohl schon das Bundesverfassungsgericht die „menschenunwürdige“ Behandlung von  Flüchtlingen in Deutschland monierte, befürchtet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dass es „Anreize für Wanderungsbewegungen“ schaffen könnte.  Und ein  Seehofer will bis zur „letzten Patrone“ dagegen kämpfen, dass Deutschland zum Sozialamt der Welt wird.

Fakt ist: Es hat Tradition Menschen, die vor Hunger, Armut und Krieg flüchten, wie eine tödliche Krankheit zu behandeln.

Fakt ist: Die Untätigkeit sorgt für das Blut an unseren Händen. Aber auch unsere Tätigkeit sorgt für Blut an unseren Händen: Unsere Arbeit erhält einerseits Staaten am Leben, die diese mörderische Asylpolitik durchsetzen und andererseits treibt unsere Arbeit über unsere Produktivität ärmere Nationen in Armut und Krisen, was letztlch die sogenannten Fluchtursachen erzeugt.

Wo ist unsere Menschlichkeit und unsere Rationalität? Wo ist  unser Mut etwas gegen Unrecht zu unternehmen? Woher kommt diese Gleichgültigkeit und Apathie? Wenn man die täglichen Toten im Mittelmeer, die täglich zehntausenden Hungertoten endgültig verhindern will, muss man Schluss mit dem Kapitalismus machen. Weniger geht nicht. Wenn das Morden stoppen will muss man Staaten, Nationen und die irrationale Verwertung des Werts über die Ausbeutung der Arbeitskraft der Menschen abschaffen! Notwendig ist die Produktivität im Sinne der Bedürfnisse aller Menschen einzusetzen.

Kein Mensch muss ertrinken. Kein Mensch muss verhungern. Reichtum ist für alle möglich. Die 40-stündige Arbeitswoche kann ohne Verlust des Wohlstands um 30 Stunden für alle reduziert werden. Kriege können genauso gestoppt werden, wie die Vernichtung der Umwelt oder der Tierarten. Aber das müssen wir mit Radikalität denken und anstreben. Jeden Tag. Es gibt niemand sonst der das für uns tun wird. Innerhalb des Systems hilft ansonsten nur das Betonieren des Mittelmeers.

„Du musst um dein Überleben kämpfen,“ sagte Wally gegenüber dem Weltspiegel.

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

Die Leichen Europas

In einem wohlkalkulierten Anfall von Nachdenklichkeit bedauert „das Ekel von Bellevue„, „der Schokoladenonkel (Gremlizas Kolummne 5/2013 Konkret) Joachim Gauck, den „vorhersehbaren Tod“ von „besonders verletzlichen Menschen„, die nur unter angeblicher Missachtung „europäischer Werte“ drauf gegangen seien. „Wegzuschauen“ während Menschen ertrinken oder im Falle von Frontex vielmehr tatenlos zu zuschauen gehört allerdings zum Alltag dieser hochgelobten Werte, dessen Diener Gauck übrigens ist, schliesslich will Europa sich nicht die teure Armut der Welt aufhalsen, wo man doch gerade selbst darum ringt mehr Anteile am Weltmarkt zu erstreiten, bessere Wertungen durch die Ratingagenturen zu bekommen, Investoren aus aller Welt anzuziehen und zu binden. So hat Deutschland im Jahr 2012  über 60.000 Entscheidungen bei Asylanträge getroffen und weniger als 30 Prozent anerkannt. Gleichzeitig hat man 2011 knapp 8000 Menschen abgeschoben. Obendrein wälzt Deutschland durch die Dublin-II-Verordnung 90 Prozent aller Flüchtlinge an 10 andere EU-Länder ab.

Was Europa aus Sicht ihrer Bilanzen braucht ist mehr Profit und nicht neuerliche Fixkosten. Deshalb gibt es Rapid Border Intervention Teams und Frontex, die natürlich ausschliesslich Leben retten bzw. „abwehren“ und gleichzeitig als übernatürliche Superhelden auch Zeit für imagestärkende Fotowettbewerbe finden. Es ist für diese Leute nur ein wertloses Detail, dass Europa sich nun als Held für eine Situation ausgibt, die es selbst geschaffen hat. Das lässt man sich gern ein paar hundert Millionen kosten, anstatt sie den faulen Schmarotzern aus den Verlierernationen als Begrüßungsgeld zu überreichen. Jene Wächter des Wohlstands verzeichnen es als Erfolg, wenn die Einwanderungsrate unter die Sterberate fällt, da schauen sie wie Gauck mit ihren Ferngläsern, Drohnen und Satelitten genau hin, wie die Leute ein paar Meter vor der rettenden Küste ersaufen. Pecht gehabt. Jeder ist seines Glückes Schmied. Da ist der Tod tatsächlich „vorhersehbar„.  In diesen sauren Apfel beissen die Grenzpatrouilleure der EU gerne, denn sterben die Flüchtlinge vor der europäischen Grenze, ist Europa dafür nicht verantwortlich. Und welcher arme Afrikaner würde die mörderische, unterlassene Hilfeleistung schon anklagen können? Merkwürdig: Dem Kapital erlaubt man Reisefreiheit, aber den Menschen nicht. Da erinnert man sich doch an die DDR!

Es soll zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 zwischen 137 und 245 Todesopfer an der Berliner Mauer gegeben haben. Dieses Unrecht wird immernoch häufig und legitimerweise  in Dokumentationen, im Theater oder Spielfilmen beklagt,  aber was ist mit den mindestens 180 verstorbenen Menschen, die allein letztes Jahr bei dem Versuch ein besseres Leben zu führen starben? Gauck spuckt Blut und Galle wenn es um den DDR-„Unrechtsstaat“ geht, aber hier reicht es nur für eine dusselige Geste des Bedauerns, als hätte er in seiner Funktion als Bundespräsident überhaupt keine Verantwortung und Möglichkeiten dagegen zu intervenieren. Schlimmer noch: Jene Freiheit, die Gauck mit dem Fall der Mauer erlebt haben will, erwürgt nun die Flüchtlinge aus aller Welt. Es ist nämlich die unsichtbare Hand des Marktes, das Europa, Deutschland, Afrika, Frontex, die Steuerzahler führt und würgt, wenn  Scharen von vermeintlichen menschlichen Parasiten bzw. wertlosen Flüchtlingen ausgesperrt, sanktioniert und beschimpft werden, die scheinbar überfallartig dem Europäer sein tapfer erarbeiteten Lohn stehlen wollen. Da keimen in jenen Europäern Verlustängste auf, die sowieso nie viel hatten und sich nie gefragt haben warum, wo sie doch so verbissen ihre Überstunden abgerissen haben.

Die europäischen Steuerzahler wissen ganz offensichtlich nicht, dass sie mit den Flüchtlingen im selben Boot sitzen. Sie haben den Konkurrenzkampf verinnerlicht und jegliche Menschlichkeit verdrängt, schliesslich muss man konform und flexibel bleiben um den Job zu behalten. Es ist auch für Lohnabhängige teuer sich für Schwächere einzusetzen und gut für die Karriere sie als Aufstiegshilfe zu nutzen. Oft genug müssen geduldete Flüchtlinge miese Arbeitsbedingungen ertragen und finden alles andere als eine Willkommenskultur oder freundliche Integrationsprogramme vor. Wie heißt es so gräßlich im Volksmund? Nach unten treten, nach oben buckeln. Wir alle sind lohnabhängig, egal ob wir nun aus Afrika oder Europa stammen. Ab Geburt zwingt man uns per Zuweisung zu einer Nationalität gegeneinander zu kämpfen und das für normal zu halten. Im Konkurrenzkampf verschwindet zu allererst das menschliche Bedürnfnis nach sozialer Wärme. Wo Leistung und Kampf herrscht ist kein Platz für Verständnis und Solidarität. Gerade jene Solidarität muss aber gegenüber den Flüchtlingen stattfinden indem die Verhältnisse hinterfragt und überwunden werden. Angesichts der horrenen Produktivitätssteigerungen muss kein Mensch Mängel erleiden.

Hierzulande haben hunderttausende Proletarier einige dünne soziale Errungenschaften mithilfe der mittlerweile zahnlosen Gewerkschaften erstritten, wodurch aus der Marktwirtschaft eine soziale Marktwirtschaft wurde, auch wenn die zum Beispiel im Zuge der stärkeren globalen Konkurrenz durch die Agenda 2010 wieder abgebaut wurde und wird. Dies muss Afrika noch genauso erstreiten wie Asien. Europa hat von einem Wirtschaftssystem profitiert, welches es beginnend mit der Aufklärung, der französischen Revolution, dem Merkantilismus Stück für Stück auf die Welt brachte, während z.B. Afrika dafür bluten musste.  Dies kann man im „Schwarzbuch Kapitalismus“ von Robert Kurz nachlesen. Die Flüchtlinge sind nicht dafür verantwortlich, dass das Leben im Kapitalismus schwieriger wird bzw. schwierig ist. Es ist vielmehr der globale Konkurrenzkampf um Marktanteile, welcher über das betriebs- und volkswirtschaftliche Mantra der Neoklassik international, national, kommunal, über die Konzerne und Lohnabhängigen permanent aufrechterhalten wird, um auf rationale Weise einen irrationalen Selbstzweck zu folgen, der im Kern bloss aus Geld mehr Geld machen will.

Faktisch spielt der Mensch in dieser jetzigen Ökonomie eine untergeordnete Rolle, da er nur dann leben darf, wenn er profitabel ist und selbst wenn er das ist, existiert er nur als Automat des Kapitals woraus seelische Krisen von Amokläufen über Depressionen und Süchte entstehen. Tatsächlich verhungern Menschen in Afrika, Indien oder Bangladesh, wenn sie keine Arbeit haben. Das würden wir auch, wenn vorherige Generationen von Lohnabhängigen keine Sozialsysteme erkämpft hätten. Besser wäre es gewesen, sie hätten den Umsturz des Kapitalismus erkämpft, aber immerhin. Die Afrikaner werden von uns, über die Gesetzgebung, über die Parlamente, über die staatliche Souveränität aus demselben Profitkalkül ausgesperrt, wie wir als Lohnabhängige, wenn wir aufgrund eines Leistungsabfalls oder härterem Preiskampf am Markt aus Kostengründen entlassen werden. Niemand von uns hat die Kontrolle über sein eigenes Leben, das haben wir der unsichtbaren Hand des Marktes überlassen. Die Haushaltskonsolidierung der europäischen Staaten funktioniert nicht anders als die Quartalsabrechnung bei Unternehmen: Die Kosten müssen niedriger sein als die Gewinne, egal ob darunter nun die Umwelt (Atomkraft/Plastikinseln auf den Weltmeeren usw.), die Tierwelt (Ausrottung von Arten) oder die Menschen (Hungertod) zu leiden haben. Hieran wird mehrheitlich geglaubt (siehe Wahlergebnis September 2013), wie ein Christ an Gott, wie ein Moslem an Allah glaubt und dementsprechend unzugänglich ist die damit identifizierte Bevölkerung für Gegenargumente.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

Saufen, saufen, saufen, – warum feiert ihr?

Die Jugendlichen wissen nicht was auf sie zukommt. Sie jubeln mit ihren Freunden in den Clubs, S-Bahnen, Bahnhöfen und Seitengassen darüber, die letzte Woche überlebt zu haben. Ausgelassen und voller Energie toben sie sich mit Alkohol und verbalen wie physischen Tätigkeiten aus. Wir alle waren einmal so. Wir schritten über Grenzen um uns zu testen, um andere zu testen, um zu beeindrucken, um zu schockieren und um ein Zeichen zu setzen. Voller Erwartungen waren wir, wie die Jugendlichen heute, optimistisch das Leben voll auskosten zu können. Ja, man kann von einer Gier nach Leben sprechen, die blind für die Gefahren macht, was für unerfahrene Jugendliche besonders fatal enden kann. Manche von uns sind immer noch so, denn dieses Partyvolk wird nicht nur von Jugendlichen bevölkert, nein, auch von jung gebliebenen Erwachsenen, die immer noch ihren Spaß haben wollen. Es gibt regelrechte Industriegebiete die sich nur zu diesem Zweck gebildet haben. Es ist gilt als cool in Fabriken zu feiern, in Fabriken in denen früher die Arbeitskraft ausgebeutet wurde. Es gilt als cool zu feiern, obwohl tagtäglich tausende Menschen verhungern, tausende keinen Zugang zu Medikamenten oder sauberen Wasser haben, tausende schlicht in Armut verrecken. Und obwohl dieses mörderische Prinzip des Kapitalismus auch für uns gilt, also auch für die feiernden Jugendlichen, wird so getan als hätten wir keine Probleme und somit nichts anderes zu tun, als uns mit Drogen und musikalischen Lärm zu betäuben.

Tausende Menschen verhungern & wir feiern ausgelassen den Feierabend

Nun stellt sich die Frage warum Millionen von Menschen ihre Freizeit damit verbringen, in ihrem Erbrochenen zu liegen, Gehirnzellen mit mit dem Nervengift Alkohol abzutöten, durch stumpfes, dämliches Gelaber und Gegröhle aufzufallen und sich in überfüllten Räumen, zu grellem, flachen Elektroschmodder zu bewegen. Eine Sehnsucht von Freiheit mag sie in das Getümmel treiben, die Lust nach der Grenzenlosigkeit, das Eintauchen in eine Welt, die scheinbar jenseits des Leistungs- und Konkurrenzgedankens funktioniert. Im Rausch muss man keinen Befehlen gehorchen, man folgt dem eigenen Empfinden, ist endlich wieder ein bisschen spontan, atmet frei und kann sich loslösen vom engen, grauen und rauen Alltag. Aber selbst wenn dieser Idealfall eintritt und das tut er mit der Zeit immer weniger, prügeln die Montage die bittere Erkenntnisse in die Köpfe der Partyhungrigen hinein: „Ihr seid nicht frei, ihr dürft nicht spontan sein und ihr dürft schon gar nicht Befehlsverweigerung üben!“ Befehlsverweigerung meint Generaltstreik, meint Überwindung des Kapitalismus zugunsten der eigenen Bedürfnisse.

Die Clubs als Konsumtempel der Zerstörung

Die Clubs funktionieren wie jeder kapitalistische Betrieb, sie wollen dazu animieren möglichst viel Geld auszugeben. Man lockt die Mädels mit freiem Eintritt, sodass sie gleich noch ihre Freundinnen bzw. Freunde mitbringen. Jede Frau bringt ungefähr 5 Kerle, sagen sich die Clubbetreiber. Die Verführung der Jugendlichen bzw. der Menschen generell ist alltägliche Praxis. Die Anklage mancher Parteien oder Journalisten hilft da wenig, auch wenn jede Woche Betrunkene andere mit dem Auto überfahren, oder überfahren werden, wenn es zu Alkoholvergiftungen kommt und so weiter. Alkohol ist ein Rohstoff der viel Geld einbringt und ist obendrein gesellschaftlich anerkannt, was wiederum für Gras, Koks und Heroin nicht gilt. Es konnte sich in der Geschichte nie eine Industrie etablieren die vom Staat akzeptiert wurde. Nikotin ist ähnlich wie Alkohol eine enorme wirtschaftliche Kraft, legal und gesellschaftlich anerkannt. Nikotin und Alkohol beruhigen die Massen. Ähnlich wie man mit einer morgendlichen Tasse Kaffee den Tag startet und so besser ertragen und überwinden kann, so existieren Zigarette und Bier als wichtige Motivationshilfen und Ruhigsteller.

Das Partyleben ist Ausdruck von Ausbeutung

Es ist illusorisch zu glauben, ein bisschen Alkohol, Musik und Sex würden das Leben lebenswert machen. Jeder hat es durchgemacht, am Anfang ist es aufregend und dann verliert sich irgendwie die Magie. Warum ist das so? Es muss etwas mit der beruflichen und schulischen Tätigkeit der Individuen zu tun haben, die alles erdrückt und zerstört. Die Sogwirkung der Clubs und Drogen speist sich aus einem Alltag, der nicht befriedigend ist. Man quält sich unermüdlich für einen Platz an der Sonne im Kapitalismus. Da Milliarden Menschen sich um diesen Platz bemühen und dieser Platz sowieso begrenzt ist, verschärft sich der Konkurrenzkampf, je mehr Arbeitnehmer sich in den Markt mit Arbeitsleistung  und Zeit einbringen, je mehr sie von diesen Attributen investieren. Ergebnis dieses Kampfes ist eine ständige Arbeitsintensivierung, wir müssen mehr tun, in immer kürzeren Zeitabständen, die Arbeitskraft wird immer stärker ausgepresst, damit sich der Arbeitsplatz und die kapitalistische Produktion überhaupt noch rechnet. Diese Intensivierung äußert sich für uns in Stress und manchmal sogar in Depressionen, Herzerkrankungen und vielen anderen mittlerweile weltweit bekannten Zivilisationskrankheiten. Um einen Ausgleich zu haben, betreiben wir entweder erfüllende Hobbys oder gehen eben saufen, um wenigstens ein bisschen das Leben zu genießen. Jugendliche beschreiben es auch schlicht als „Spaß haben“. Das Leben ist kurz und alles ist scheiße, also brauchts mindestens das Wochenende um davor zu flüchten. Trotz der unendlichen Möglichkeiten der Unterhaltungsindustrie, von Kino, Musik über Clubs, reicht das einigen nicht mehr und sie empfinden großen Überdruss. Die große Sinnlosigkeit hinter all dem lauten und amüsierten Treiben der Massen wird offenbar.

Feiern, um unerträgliche Zustände zu ertragen

Man kann sich das leicht selbst veranschaulichen, in dem man das Partyvolk beobachtet und hört was sie so von sich geben. Im Prinzip ist darin eine große Leere zu erkennen. Sie feiern um zu feiern, sie lachen um zu lachen, es ist wie als würden sie einen bekannten psychologischen Kniff anwenden, den einige Soldaten ganz gut kennen. Wenn man als Soldat großer Ungerechtigkeit oder großem Leid begegnet, in Form von Kinderleichen oder dem Tod eines guten „Kameraden“, dann verarbeitet man das am besten wenn man lacht. Ich denke das Partyvolk jubelt, feiert und lacht um ihr gequältes und geschundenes Leben zu ertragen, welches sich nicht befreien und entfalten kann. Sicherlich sind die Leute auch einfach glücklich und feiern deshalb, aber auch nur weil sie keine Ahnung von den Problemen dieser Gesellschaft haben. Anders ist es nicht zu erklären. Wie kann man denn feiern, wenn tagtäglich Menschen sterben, nur weil sie kein Geld haben? Wie kann man denn feiern, wenn sich Milliarden Menschen in Lohnarbeit aufarbeiten, während sich eine elitäre Minderheit an perversem Reichtum ergötzt? Die Mechanismen hinter solchen Entwicklungen werden nicht erkannt und nicht hinterfragt.

Das Partyvolk kennt sich gar nicht, weil es  sich nicht mit ihrer Umgebung auseinandersetzt. Und im Grunde ist das Partyvolk die personifizierte Bewusstlosigkeit, die mit schallenden Gelächter auf Kinderleichen herumtrampelt. Wer gegen das Partyleben spricht ist ein Spaß- bzw. Spielverderber, ein Langweiler, einer der das Leben nicht genießen kann. Statt inne zu halten und sich zu fragen was eigentlich los ist, wird mit Lärm und Schwachsinn jegliche Möglichkeit auf neue, revolutionäre Erkenntnisse abgetötet. Dies ist ein weiteres Armutszeugnis, welches sich für jeden Menschen offenkundig, jedes Wochenende erneut aufbläht.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

Wir wollen das Gute, schaffen aber das Böse.

Wir leben in einer von uns maßgeblich erschaffenen agressiven Welt. Vom ersten Herzschlag an dominiert der Wille zum Erfolg. Unser aller LEben ist gewinnorientiert und steht im Wettbewerb mit allen anderen Menschen. Wir spüren diesen Druck sehr früh.

Einige von uns wehren sich, Andere nehmen die Lage widerwillige an und Weitere lassen sich sofort davon begeistern. Über die Jahre wechseln einige Menschen je nach Erfahrungen und Erfolgen oder Misserfolgen die Sichtweisen, aber was bei allen immer klar scheint: Es gibt keine Alternative zu dieser jetzigen mechanisierten, industrialisierten Informationsgesellschaft.

Diese Grundhaltung sorgt für die allgemeine Akzeptanz der schwierigen, komplizierten, ungerechten und kalten Situation. Die Menschen konzentrieren sich auf ihr Leben, auf ihre Interessen, Aufgaben, Ziele und Vorstellungen und setzen damit die Abwärtsspirale des Nicht-Verstehens fort.

Das Leben wird durchorganisiert, nichts bleibt vor dem cleveren Intellekt verschont: Die Tierwelt, Umwelt, benachteiligte Menschen haben den Idealen und sonstigen Wertvorstellungen zu gehorchen, sich mit Leib und Seele zu unterwerfen.

Die Bilder und Geschichten sind bekannt. Sie sind Routine. Außer Spenden kann sowieso Nichts getan werden, so der übliche Tenor der Massen. Menschen die erkennen das nicht nur die Systeme und Einzelpersonen verantwortlich für die massiven Probleme der Menschheit sind, werden mit Argumente nauseinandergenommen, von Experten vernommen, ignoriert, belächelt und isoliert.

Es existiert bei vielen Menschen der Wunsch nach Sicherheit. Diese ersehnen sie sich in Karrieren, Beziehungen, hohen Beträgen auf Konten, entsprechenden Ideologien und Glaubensvorstellungen. Doch das Leben ist unsicher. Das Leben ist deshalb so fantastisch und bietet soviel unermessliche Freiheit.

Wir Menschen verfolgen mit dem gewinnorientierten Wettbewerb, welcher unser Leben ausmacht, eine begrenze, verkrüppelte Freiheit, die uns tagtäglich kurzfristiges Vergnügen und Unmengen an Zweifel und Leid beschert. Diese Krisen und Leiden die wir im Kleinen wie im Großen durchleben, beweisen in einer unendlichen Beständigkeit die Wahrheit.

Keiner unserer Plänge, keines unserer Argumente wird jemals sicher sein. Es ist immer nur eine Frage der Zeit wann ein Plan oder Argument scheitern wird. Denn der Intellekt ist durch Wissen und Information begrenzt. Er wird uns niemals zur vollen Wahrheit und Freiheit führen, sondern immer wieder neues Leid und kurzfristige Erfolge produzieren, die aber natürlich nutzlos sind.

Dies mag sich nun unheimlich deprimierend anhören. Die Wahrheit ist aber, es ist unendlich befreiend. Denn sobald wir unsere Pläne, Ziele, Sicherheiten aufgeben, entfällt der Wettbewerb, Leistungsdruck und damit Neid, Gier, die Kälte aus unser aller Leben.

Wenn wir nicht mehr lernen und verstehen, um uns von anderen abzugrenzen und durchzusetzen, ist das doch eine befreiende Lebensweise. Viele Menschen fürchten sich vor einer inneren Revolution, das Verstehen der eigenen inneren Leere, die eigentlich Liebe ist. Die meisten Menschen sind überladen und versunken in ihren Gedanken und Gefühlen.

Sie haben ganz unterschiedliche, vielschichtige Gründe für ihre Mutlosigkeit und Orientierungslosigkeit, für ihre Suche nach Autorität und Sicherheit. Oft ist es die Flucht, die Angst vor der Leere die sich scheinbar Klein und Hilflos werden lässt. Sie leben nur um nach einen fremden Willen zu funktionieren.

Seit sie leben kopieren und imitieren sie, weil sie es nie anders gesehen haben, nie anders verstanden haben. Die Welt ist herzlos, kalt und ungerecht weil die Mehrheit der Menschen das Leben nur oberflächlich begreifen und leben. Das selten die Absicht der Menschen, sie schaffen aber dennoch diese Realität, wohl weil sie keinem echten Verstehen nachgehen.

Es wird auch nirgends wirklich gelehrt. Wir haben Gewinnorientierung und Materialismus. Wir arbeiten und kämpfen für Dinge die bald wieder kaputt und zu Staub zerfallen sind. Wir trachten nach höchst oberflächlichen Zielen und verblenden damit nicht nur uns selbst, sondern auch künftige Generationen. Wie soll es so nur besser werden?

Es kann nicht besser werden, wenn nicht jeder Mensch anfängt sich und das Ganze zu hinterfragen und nicht nur kleine Teile davon oder gar nicht. Jeder kann jetzt damit anfangen, unabhängig vom Bildungsgrad, der Position in der Gesellschaft, Hautfarbe oder Rasse.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft