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Vergeblichkeit & Einförmigkeit in der Weltlosigkeit

Unsichtbar und nonverbal setzt sich die Katastrophe über die monokausale Kapitalvewertung durch. Mangel ist für den modernen Menschentyp charakteristisch. Meine Eltern und ich waren stets atomisiert. Wir flohen vor den Mauern und Selbstschussanlagen der DDR in eine vermeintlich bessere Welt. Aber diese neue Welt brachte ständige Wechsel der Arbeits- und Wohnorte mit sich. Die Hinwendung zur Kapitalakkumulation hat unsere junge Familie anonymisiert und die Zerrissenheit über ganze Generationen hinweg geprägt. Die Entfremdung gegenüber Opa, Oma, Onkeln, Tanten, Cousinen und Cousins, von Nachbarn, Bekannten, alten Weggefährten, wurde in Kauf genommen für ein vermeintlich besseres Leben. Doch alles war schon während dieser hoffnungsvollen Entscheidung verdorben. Balzac sagte einmal, dass das Leben ohne großes Vergessen nicht funktionieren würde, aber der Kapitalismus besteht heutzutage aus einer enormen Selbstvergessenheit der Individuen. Kein Wort bedeutet heute noch etwas. Die Priorität des Alltagslebens wird stets pragmatisch auf das gesetzt, was sich augenscheinlich am wichtigsten aufdrängt und selbstsetzt: Die Kapitalakkumulation. Aber dieses Prinzip ist, folgt man Marx, falsch und zerstörerisch für alles. Diese Reproduktionsform brachte höhere Produktivkräfte, aber es hat die Menschen, die kaum welche waren, entleert. Beobachte ich meine Familie, so sehe ich eine zerstörte Bande, die verstummt, enttäuscht, verletzt und gedemütigt wurde und nun freudlos, perspektivlos, nackt, blutend auf den Trümmern ihres Lebens im Ozean abtreibt. Aber über mehr als kurzatmige Aufreger ist man in der Familie angesichts dieses Zustandes nicht hinausgelangt.

Und doch, obwohl die Schinderei dem Alltag glich, weil man die Anpassungsleistung gegenüber dem falschen Prinzip der Kapitalakkumulation unbedingt vollziehen wollte, kam es nie zum Bruch mit der Gesellschaft, sondern man brach sich willentlich selbst. Die Verletzungen, die die Gesellschaft an ihnen und uns anrichtet führt zu selbstverletzenden Verhalten, krankhafter Innerlichkeit und beschleunigt die Monotonisierung des Lebens. Vielen Menschen scheint das geringe Selbstwertgefühl zueigen zu sein, was eine Art Rechtfertigungsdruck für die eigenen Taten und Gedanken erforderlich macht. Und das obwohl das System, welches sie zugrunde richtet, sich nicht rechtfertigt, sondern über die blinde Tätigkeit der fassungslosen Individuen immer wieder erneut vor sie setzt und endlose Aufopferung verlangt. Die Welt ist nach dem heutigen Stande eine Endstation für Übriggebliebende. Sie hält eine permanente Vernichtungsdrohung gegenüber den Überlebenden aufrecht, vollzieht diese Drohung aber zugleich z.B. an zehntausenden Hungertoten jeden Tag. Wenn wir alle diese Vernichtungsindustrie aufrechterhalten, denn es gibt niemand sonst der das tut, macht uns das zu Mittätern an unserem Elend, aber auch am Elend anderer, denn wir leben in der globalisierten Welt der Kapitalakkumulation. Alle Hände sind blutig. Angesichts dieser alltäglichen Ungeheuerlichkeit, ist es kein Wunder, dass es auch ein Interesse in den Menschen geben muss, wegzusehen, sich der Routine hinzugeben, der Verantwortung zu entziehen und es sich scheinbar möglichst leicht zu machen. Aber Anpassung bedeutet lebenslange Schinderei in der Lohnarbeit mit dem Staat und dem Kapital. Ein Krankheitstag und es kann vorbei sein.

Die Atemlosigkeit, das Verstummen, die Entleerung, die Anonymisierung, die Leere, das sind nur Teilaspekte eines totalen Verlusts von Lebensqualität, der sich klangheimlich, aber zugleich offen darstellt. Der Raubbau am eigenen Leben vollzieht sich mit jedem Arbeitstag, so still und hintergründig, dass die okkulten Banden unserer Gesellschaft keine Mühe haben, ihren Wahnsinn zu rationalisieren und Neuankömmlingen aufzuherrschen. Und wenn das nicht hilft, wird die Alternativlosigkeit der Wirtschaftsordnung betont oder schlicht das Leben oder die Rationalität des Zweifelnden in Frage gestellt. Dem okkulten Schein unserer Gesellschaft zu unterliegen, hat aber nicht nur etwas mit Betrug oder Gewalt zutun, sondern auch mit Macht. Die Mächtigkeit ergibt sich aus der Allgegenwärtigkeit der kapitalverwertenden Logik. Ohne personale Autorität ist die Unterwerfung also ohne Weiteres genauso üblich. Es braucht keinen Aggressor, der diktiert, man habe zu konkurrieren und unendlich Leistung zu bringen, das sagt man zu sich, wenn man sich in der Schule oder am Arbeitsplatz umblickt. Der Wärter und Gefangene wohnt in einem selbst. Die Sozialisation hat die Internalisierung der okkulten Werte dieser Geselschaft erfolgreich erledigt. Nur da, wo die Sozialisation von Zweifel bestimmt war, durch Krisen innerhalb der Familie oder dergleichen, konnte die Anpassung an die Gesellschaft und ihre wahnsinnigen Praktiken nicht ganz dicht vollzogen werden. Ausbruchmöglichkeiten sind in der Tat lange undenkbar. Noch ehe man einen Gedanken vollzog, ist es zu spät und man muss Rechnungen bezahlen.

So gleicht alles Tun im Sinne von Aufbauen nutzloser Mühe. Jahrzehnte haben meine Eltern ihre Zeit, ihre Kraft, Intelligenz und Emotion vornehmlich der Lohnarbeit und der Steigerung einer Zahl geopfert, sind dauernd umhergezogen, wie Vieh wurden sie vom Kapital getrieben, nur um unter dem Konkurrenz- und Leistungsdruck zusammenzubrechen, zu erkranken, zu verzweifeln. Sie sind gescheitert, das wissen sie auch. Ihr Überleben ist kein Leben. Ihre Gestaltungsmöglichkeiten haben sich auf den Klodeckel oder den 3 wöchigen Jahresurlaub reduziert. Nach ihrer Scheidung konnten sie die Einsamkeit in ihrem Leben regelrecht greifen. Die Einsamkeit war unüberwindbar und unerträglich. Die jahrzehntelange Zweisamkeit schien darüber hinwegzutrösten, dass es sonst niemanden außer ihnen gab, der mit ihnen tiefere Bindungen einging. Die Anderen waren häufiger eher Bedrohung als Verheißung. Jetzt, wo in der ältesten, wichtigsten Bindung die Seuche alles erstickte, erschien alle Tätigkeit, erschienen alle Mühen dauerhaft im Licht der Bedeutungslosigkeit. Nichts gilt mehr, weil nie irgendetwas anderes gegolten hat, als die Kapitalverwertung. Alles was erbaut wurde, wird in Sekunden durch die blinde Tätigkeit anderer vernichtet. So funktioniert unsere Gesellschaft, im kleinen wie im großen. Die Umweltzerstörung zeigt das augenscheinlich: Der Effekt all unserer Tätigkeiten im Alltag mündet über die Vermittlungen der Gesellschaft in Chaos, Vernichtung, Mord und Wahnsinn. Keiner geht der Blutspur nach und wenn doch, wird er häufig selbst wahnsinnig.

Die wirklichen Menschen gleichen Gespenstern oder Schatten. Ein Blick in die U-Bahn, in die Konzerne, Parlamente und man sieht ihre Erstarrung, die verschreckten Hühnern gleicht. Kein Wunder, dass die Menschen rassistisch, sexistisch, antisemitisch, antifeministisch ihre starren Denkformen artikulieren, um ihr krisenhaftes Katastrophen-Ich provisorisch, kurzfristig mit der Niedermachung scheinbar Schwächerer zu stabilisieren. Die Geschichte lehrt ihnen gar nichts, nur die Anpassung an das gesellschaftlich gerade akzeptierte Vokabular, um die erinnerungslose Hoffnungslosigkeit zu bestärken. Das Leben ist so schemenhaft geworden, dass kaum einer noch bestehen kann, ob er sich nun anpasst oder nicht. Die Auflösung unter dem Getöse des Kapitals hat nach all den Jahrzehnten nichts mehr übrig gelassen. Wir sind die zufällig überlebenden, herumirrenden Abfallprodukte einer untergehenden Zivilisation.

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Das Bluten

Meine Eltern haben nie viel gelesen. Man kann sagen, dass ich sie kaum lesen gesehen habe. Wenn überhaupt wurde nur für den Beruf gelesen, für eine Prüfung, also, wenn es um Geld ging. Die Kindheit war, wenn ich sie genauer betrachte, nie frei von Krisen. Sie wurde von mir stets idealisiert und stets über die Gegenwart gestellt, obwohl dafür gar kein echter Anlass existierte. Die Überhöhung der eigenen Kindheit rührt vorallem daher, dass die Erinnerungen trügen und lückenhaft sind. Das Aufkeimen des Lebens, die pure Energie und Neugier lies sich nur schwer vom Elternhaus oder den gesellschaftlichen Institutionen brechen. Und doch, waren die Strukturen schon da, sie prägten und schmerzten. Die Krise war auch längst da. Der Vater betrog die Mutter und beide waren selten da, weil das Geld fehlte. Zugleich war ich nie Leistungsträger, sondern einfach ein unfähiges Kind, das nur spielen wollte. Die Wochenenden voll Tränen, wegen misslungener Prüfungen, die Wochentage voller Angst vor dem väterlichen Ausschimpfen am Wochenende. Die Schule forderte, diszplinierte, brach und zerrieb mich, die elterliche Beziehung, somit auch das Leben. Doch die Zerstörung brach eben auch durch die Eltern hinein, ihre Überlastung aus dem Beruf konnten sie an den wenigen freien Stunden nicht loswerden und reagierten gereizt auf Banalitäten. Es gab kaum Raum für Zärtlichkeit, freies Miteinander, gemeinsame Aktivitäten. Alles war reduziert und verschämt improvisiert, reduziert auf einzelne Tage im Monat oder einzelne Urlaubswochen im ganzen Jahr, die natürlich nie den Erwartungen gerecht werden konnten, weil soviel versäumt, vergessen, übersehen, zertreten, verkannt, verdorben und verbrannt wurde. Die geringen freien Tage wurden mit dem Älterwerden auch immer offener mit Aggressionen gefüllt. Es gab keine Vertrauten mit denen man hätte das Leid teilen oder reduzieren können. Schon als Kind wurde das Absehen vom eigentlichen Problem dadurch einstudiert und damit verewigt. Der Zeit- und Konkurrenzdruck wurde von Eltern und Schule expliziter, nachdrücklicher und brutaler kommuniziert. Der Liebesentzug war offensichtlich und nicht mehr nur hinter kitschigen Phrasen versteckt. Die Schule drohte: Du lernst für dich, nicht für mich. Der Vater drohte: Der Mensch braucht Zuckerbrot und Peitsche. Als das Kind in mir durch die Alltagserfahrungen starb, gab es nur noch Leere und deshalb idealisierte ich stets das Kind-sein, weil ich mich an die Hoffnungen erinnere, die als Kind noch so greifbar schienen. Aber alle wurden restlos über den gesellschaftlichen Druck und die sozialen Verhältnisse durchgestrichen. Unsere kleine Familie war immer überfordert, getrieben, ohnmächtig, ungebildet, isoliert, traumatisiert, ohne Ort oder Sprache. Darüber war man immer gestürzt, aber schob es stets beiseite, weil die Rechnungen bezahlt werden mussten. Die Wunden entstanden, heilten nie, brachen immer wieder auf, es kamen neue hinzu, rissen wieder auf, Salz kam hinein. Niemand kümmerte sich. Niemand schien gelungen. Wie verrückt verbrachte ich die Jahre damit mich zu zerstreuen nachdem alle Versuche scheiterten in irgendeiner akzeptablen Form in dieser Gesellschaft zu funktionieren. Aber nichts hat funktioniert. Der allgemeine Mangel, das totale Verstummen, die komplette Ignoranz und die unaufhörliche Verletzung ist mein Alltag geblieben. Das Leben ist eine unstillbare Wunde.

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Stiller Abstieg

Ein alter Arbeitskollege schreibt mir eine E-Mail. Er ist mittlerweile 30 Jahre alt, hat eine Frau und ein zweijähriges Kind. Damals war er mein Vorgesetzter und hatte genug Geld für Auto, Computer und Partys. Das letzte was ich von ihm hörte war, dass er seinen alten Job geschmissen hat und etwas neues machen wollte. Nun schreibt er aber: „Es tut mir leid dich bitten zu müssen, ob Du mir irgendwie helfen kannst. Mir geht es finanziell sehr schlecht, habe meinen Job verloren. Hast Du vielleicht die Möglichkeit mich bei (beliebige Firma einsetzen) zu empfehlen? Wenn mir nicht bald etwas einfällt müssen wir aus der Wohnung raus, weil wir die Miete nicht mehr bezahlen können.“ Man kann jetzt sagen es war naiv von ihm ein Kind zu zeugen und dann nicht ordentlich gearbeitet zu haben, aber diese Schicksäler sind im Kapitalismus vorprogrammiert. Wer nicht ständig hochflexibel schuftet und funktioniert, der darf auch nicht konsumieren oder auf ein halbwegs erträgliches Leben hoffen, denn dann ist er nur noch ein ungerechtfertigter Kostenfaktor, der keinen Profit abwirft, und damit völlig überflüssig. Dementsprechend fühlt sich das betroffene Subjekt. Zukunftsängste und Schuldgefühle treiben nun meinen Kollegen in den Wahnsinn. Er weiß nicht wie er seinem Kind etwas bieten soll, wie er und seine kleine Familie zurecht kommen sollen, was nur noch durch die Schuldzuweisungen an die eigene Person übertroffen wird. Da mir natürlich auch nicht das Glück zuteil wurde ein Millionenvermögen geerbt oder „verdient“ zu haben, und kein Ausbeuterbetrieb bzw. Konzern auf meine Meinung hört (wäre ja noch schöner), bleiben mir nur die üblichen Informationen, wie man hierzulande an Geld kommt: Teilzeit- und Zeitarbeitsjobs, die am ehesten noch Menschen wie ihn nehmen, die einen ordentlichen Bruch im Lebenslauf haben. Seine Naivität hat auch eine ideologische Grundlage, schliesslich hatte er bislang auf der Sonnenseite gelebt, musste zumindest nicht auf jeden Euro achten, und konnte den Sprüchen der Politik von der sozialen Marktwirtschaft glauben, weil er nach der Schule direkt einen Ausbildungsbetrieb fand, der ihn hinterher auch für einige Jahre übernahm. Sein Leben funktionierte trotz aller kapitalistischen Zwänge. Jetzt lernt er auf die harte Tour wie unsere Ökonomie für die Verlierer des Marktes funktioniert. Inwieweit das zur Reflektion oder Rebellion führt ist natürlich schwer zu sagen, vorallem wenn er horrende Verantwortung für sein Kind hat. Ein Kind soll um die 250 000 EUR bis zum 18. Lebensjahr kosten, dieses Geld will erstmal erworben sein. So ein sozialer Abstieg verläuft still und heimlich neben den saufenden, jubelnden und paarungswilligen Partygängern, den gesunkenen Arbeitslosenzahlen und den horrenden Reichtümern auf der Welt. Man sieht an solchen Schicksälern genauso vorbei, wie an den Obdachlosen auf der Straße oder den Hungernden in Afrika. All das gilt als Normalität, als Verschulden des Einzelnen, die Realität wird umgebogen damit man selbst weiterhin funktionieren kann, wie man es gewohnt ist.

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Ernüchternde Realität

Es ist schon eine Quälerei in dieser Stadt. Ich sehe auf den Strassen täglich Nutten, Touristen, Polizisten, Fußballfans, Mütter, Punks und alle stolpern sie durch das Leben ohne nach Links und Rechts zu schauen.

Die Nutten können nicht locker lassen, sie stehen illegal auf den Strassen, rennen Dir auch nach dem dritten „Nein, danke“ hinterher, stellen sich Dir in den Weg, heucheln, schmeicheln, sind schlagfertig um sich gewissen Umsatz in dunklen Gassen, Parks und Zimmern zu erblasen. Mich widert das an, es ist intim und gleichzeitig oberflächlich. Alle Menschen sind käuflich, jeder hat seinen Preis, es gibt keine Liebe, diese Sachen denke ich mir wenn ich diese Frauen sehe.

Die Touristen staunen über Bauwerke, kaufen unmengen dekorativen Schrott, fressen unmengen ungesunden Schrott, torkeln betrunken durch die Strassen, lassen sich beklauen und manchmal auch von anderen durchreisenden Idioten oder Immigranten, frustrierten Deutschen durchvögeln. Sie widern mich an, weil sie die Stadt nur als Attraktion betrachten, selten als den Platz welcher er ist: Ein Platz voller gnadenloser Überlebenskämpfe. Sie gehen lachend, grinsend, mit ihren fetten Geldbeuteln durch die Strassen, stellen ihre Dekadenz, ihren maßlosen Überfluss wie die grunzenden Schweine zur Schau! Diese Gesichter müsste ich täglich tausendfach eintreten, auch wenn das gar nichts in den Köpfen ändert!

Die Polizisten sitzen in ihren Autos, kurven durch die Strassen und glotzen gelangweilt aus dem Auto. Sie bewachen jüdische und staatliche Einrichtungen neben etlichen Kameras und meterhohen Zäunen, werden dabei von Touristen belächelt und fotografiert. Sie sind für mich wohl soetwas wie die ausführende Bürokratie im Land, die selten den Menschen nützlich sein kann sondern im Gegenteil die Menschen voneinander abschirmt. Sie sind nicht da wenn Frauen mit K.O.-Tropfen in fremde Wohnungen geführt und missbraucht werden. Sie stehen auf der falschen Seite wenn es um die Durchsetzung der Grundrechte geht, Stichwort: „Freiheit statt Angst“-Demo.

Die Fußballfans wie ich sie neulich traf, sassen mit mir in einer Trambahn und unterhielten sich über die kommenden Wahlen. Sie sagten sie würden NPD wählen, denn nur diese Partei könne überhaupt noch irgendetwas bewegen in „diesem Scheiß System“. Die Piraten würden sie nicht wählen, sie wären „totaler Scheiß“. Sie gröhlen ihre Fangesänge, weil sie es schon als Kinder lieben gelernt haben. Und sie feiern auch wenn ihr Verein verliert oder die Spieler arrogant und distanziert sind. Ihre Energie geht hier drauf, das Fußballstadion ist ihre Partymeile, ihr Ventil für ihre Frustrationen.

Die Mütter die alleine in den Strassen Berlins unterwegs sind, sie tun mir teilweise leid, teilweise erschrecken sie mich wie sie mit ihren Kindern umgehen. Da wird ein Kind zum Hund, wird mit zischenden genervten Kommentaren auf den Sitz gedrückt oder in eine Ecke geschubst. Nur wenigen Müttern sehe ich ihre Liebe zu ihrem Kind an, viele sind einfach nur zerfallen, traurig und wirken zertreten wie soviele Menschen in Berlin. Sie kämpfen sich mit ihren Kindern durch das Leben und irgendwie habe ich die Befürchtung das die Kinder ebenfalls um jede Kleinigkeit werden kämpfen müssen. Was natürlich Frustration, Wut und Depression erzeugen wird.

Die Punks , wenn ich sie denn wirklich als solche so definieren kann, sind meistens relativ unpolitische (Party-)Leute. Sie haben nicht selten eine Bierflasche in der Hand, einen Hund neben sich und lachen entspannt vor sich hin. Wobei das Lachen auch durch einen merkwürdig abwesenden Gesichtsausdruck ausgetauscht werden kann. Sie schnorren oft an Touristenmekkas um sich Tabak, Alkohol oder soetwas kaufen zu können. Echte Strassenkinder könnten bei den zahlreichen Sozialprojekten in Berlin unterkommen, was aber oft unterlassen wird, aus sagen wir mal psychischen Gründen. Die Punks sind leider nicht mehr so politisch wie es vielleicht einmal war, sie sind Schatten ihrer selbst und verrotten vor sich hin. Ohne jegliche visionäre Perspektive.

Sie alle deprimieren mich zutiefst, weil sie sich von primitiven Ideologien instrumentalisieren, missbrauchen, verarschen und verblenden lassen. Ist das alles was Du zu bieten hast Berlin?

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Wir leben in dunklen Zeiten

In den Konzernen, Märkten und Köpfen der Menschen herrscht Krieg. Die Menschen betrachten sich als Konkurrenten. Es geht um Geld, Macht, um langfristige Perspektiven, einen Platz in der Geschichte, bestenfalls um die eigene Familie. Egal ob in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion oder anderen großen Bereichen der Gesellschaft überall scheinen lauter kleine bis größere Kriege zwischen den Menschen oder in den Menschen zu toben.

Wir arbeiten täglich viele Stunden, setzen uns großem Druck aus und haben wenig Zeit für uns nur um im Konkurrenzkampf etwas Geld zu verdienen. Für uns ist das selbstverständlich weil unsere Eltern, Verwandeten, Bekannten, Freunde und eigentlich alle die wir kennen es uns so vorgelebt haben bzw. so ähnlich leben.

Wir fragen nicht warum wir uns Geld verdienen müssen, obwohl wir unser Leben geschenkt bekommen haben. Wir fragen nicht warum wir trotz des gesellschaftlichen Fortschritts jährlich ca. 1 Millionen Suizide weltweit haben. Wir betrachten Burnout und andere psychische Erkrankungen wie Depressionen nicht als systembedingt, auch wenn man diese Störungen in den Massenmedien bereits als „Volkskrankheiten“ bezeichnet. Genausowenig wie wir Fettleibigkeit, Verkehrsunfälle, Tote bei Schiessereien oder Mord an Menschenrechtlern als Opfer des Fortschritts betrachten. Wir fragen nicht warum in der Schule die Schüler nicht auf das Leben sondern auf das System vorbereitet werden. Wir fragen nicht warum die 374 größten transkontinentalen Unternehmen, die von Standard and Poors Index aufgelistet werden, finanzielle Reserven in Höhe von 555 Milliarden Dollar besitzen und diese Geldberge nicht an die Gesellschaft selbst zurückführen. Wir fragen auch nicht warum die über 8 Millionen Dollarmillionäre die wir auf diesem Planeten haben ihre Geldberge horten und nicht den Hungernden oder der hart arbeitenden Arbeiterklasse geben.

Ich könnte endlos derart fortfahren und begreife durch diese unzähligen Aspekte dieser „zivilisierten Welt“, dass wir nach wie vor in einer Art Mittelalter leben in der Aufklärung immer noch ganz stark notwendig ist. Es ist mir unbegreiflich wieso die Menschen sich um ihre Anteile streiten, warum der eine viel zu viel und andere gar nichts hat. Ich verstehe nicht wieso man wegen verschiedener Meinungen, Ansichten, Eigenschaften Kriege und Konflikte austragen kann und konnte?! Es wird getan früher wie heute. Seht Euch an was in Afrika, Brasilien, Indien, China, Irak, Afghanistan, Iran und natürlich auch in Frankreich, Deutschland, England und Amerika passiert. Das ist doch kein Frieden, das ist nicht der Weg zum besseren Leben. Millionen Menschen bringen größte Opfer damit einige wenige Menschen ein Leben im Überfluss leben können. Und wir, ich und Du gehören auch zu diesen Nutzniessern einer ungerechten korrupten Gesellschaft.

Klar wir verdienen in der Regel nicht sonderlich viel, aber wir arbeiten, kaufen und konsumieren ohne viele Fragen zu stellen. Wir sind Mittäter, wir schreien nicht auf wenn irgendjemand Leid erfährt, wir verhalten uns nicht wie eine Gemeinschaft, wir haben das Konkurrenz- und Wettbewerbprinzip durch und durch einverleibt und leben dieses auch wenn es uns und andere immer mehr zerstört! Wir sind Opfer und Täter, die „Bösen“ sitzen nicht nur in den Chefetagen von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Religion, sondern auch in unseren Körpern. Wir sind es die diese Ungerechtigkeit legitimieren. Wir sind es die das alles hinnehmen und zulassen. Wir sind Teil des Problems. Wir müssen uns selbst verstehen um auch die anderen zu verstehen. Dafür brauchen wir Zeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, wir müssen unsere Prinzipien und Ideale überdenken sonst ist alles wofür wir stehen oder worin wir uns verliebt haben wertlos.

Was ist das was die Gesellschaft erarbeitet schon wert? Außer für die Menschen sind die erarbeiteten Güter nichts wert. Sie sind absolut bedeutungslos. Wenn sie uns nicht glücklicher machen sollten wir sie nicht produzieren oder kaufen. Wir sollten uns nicht dem Konkurrenzprinzip unterordnen da für alle Lebewesen auf diesem Planeten genug existiert um damit glücklich zu sein. Wir brauchen nicht neidisch oder gierig sein, es gibt keinen Grund dafür. Es gibt keinen Grund sich krampfhaft weiterzuentwickeln oder von anderen abzuheben, jeder Mensch ist ab seiner Geburt einzigartig, warum müssen wir also ständig an uns arbeiten?! Wir sind doch in Ordnung so wie wir sind, wenn wir aufeinander achten.

Ich denke nicht das wir noch mehr Gesetze, Kontrollen, Wachstum und all diesen Blödsinn brauchen. Wir müssen uns selbst finden und mehr diskutieren über das was passiert und was wir miteinander machen. Letztlich funktioniert das aber mit dem jetzigen System einfach nicht, weil es den Egoismus des einzelnen Menschen anspricht nicht die gemeinsame Sache. Wir mögen alle einzigartige Lebewesen sein, aber wir wollen doch alle glücklich und frei sein, uns so entfalten wie wir das für richtig halten oder? Also sollten wir uns nur daran orientieren. Dieses System gibt aber nur wenigen die Möglichkeit sich zu entfalten deshalb ist es ungerecht und muss aufgelöst werden.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Glücklich sein ist mir ein Rätsel

Ich habe nie gelernt glücklich zu sein oder was die Zutaten für Glück sind. Ich schätze soetwas findet man in der Familie, bei Freunden, im Beruf, im Hobby oder in seinen Eigenschaften, vielleicht hängt alles miteinander zusammen. Alles in allem würde das für mich jedenfalls einen Sinn ergeben, das würde nämlich erklären warum ich nie gelernt habe glücklich zu sein, denn von allem habe ich zu wenig erfahren.

Die Familie war schon vor meiner Geburt überall verteilt, wir sind noch nie alle in einer großen Runde zusammen gesessen. Wenn überhaupt nur vereinzelt und dann kannte ich sie kaum. Alles was ich von meiner Familie kenne sind meine Eltern und die sind seit ich lebe entweder arbeiten, mit sich selbst beschäftigt, über meine Leistungen, Denk- und Verhaltensweisen verwundert oder enttäuscht. Nur manchmal gab und gibt es schönere Momente an die ich mich kaum noch erinnern kann.

In meiner Jugend gab es viele Umzüge, also auch immer wieder Trennungen von liebgewonnen Mitmenschen, der Kontakt brach regelmässig nach kurzer Zeit ab. Immer wieder kam ich in eine neue Umgebung, musste mich orientieren zurecht finden und diesen ganzen Mist. Ich habe davon nie viel gehalten und kam entsprechend schlecht bei den „neuen“ Klassenkameraden an. Ich konnte nichts mit deren Vorstellungen anfangen was einen tollen Menschen ausmacht. Es waren zwar wie ich Kidz die nach Abenteuer, Spaß und solche Dinge suchten, aber sie versuchten gleichzeitig bei allen Eindruck zu schinden, als gäbe es dabei irgendetwas zu gewinnen. Mir waren sie fremd und ich war ihnen fremd. Also war ich isoliert und tat auch nicht viel daran irgendetwas zu verändern.

Als ich die Schule abgeschlossen hatte ging es weiter mit der Ausbildung. Ich habe eine Ausbildung begonnen von der ich nicht wusste was sie zum Inhalt hatte. Die Entscheidung hat mein Vater für mich übernommen, gut er hat zwar gesagt ich könnte das selbst entscheiden, aber sagte auch ich hätte keine Chance auf dem Arbeitsmarkt und dies wäre meine einzige und letzte Chance es zu etwas zu bringen. Da ich nichts zu erwidern wußte mit meinen jungen Jahren und eigentlich auch andere Dinge als berufliche Karriere im Kopf hatte, sprang ich über meinen Schatten und sagte zu. Wieder gab es jede Menge Fremde, nur waren diese Leute älter, ständig im Stress, ständig am schreien, meckern und herumgackern. Hier ging es sich auf einer Ebene zu verständigen auf der man gemeinsam die Arbeitsprozesse bewältigen konnte. Da gab es nie persönlicheren Kontakt, wenn überhaupt sehr selten.

Ich war auch hier eher jemand den man schräg angesehen hat. Denn ich erfüllte meine Arbeit ohne viel zu sprechen, für mich war es einfach ein Gefallen den ich meinem Vater schuldig war. Er hatte mich großgezogen viele Opfer gebracht und ich wollte ihn nicht enttäuschen nach all den quälenden Jahren in der Schule in der ich alles andere als großartige Leistungen erbrachte. Alles hat seine Gründe, man hätte sie ausführlich besprechen müssen, stattdessen wurden sie weggeschoben und man blickte nach vorne als ob das was besseres wäre. Jedenfalls habe ich mich 3 Jahre durch eine Branche gequält die ich nicht mochte, mit Menschen die ich kaum kennenlernte. Ich hatte am Ende eines meiner besten Zeugnisse abgeliefert, ich fing langsam an zu verstehen wie das alles läuft. Aber ich blieb isoliert und war unzufrieden mit meiner ganzen bisherigen Laufbahn.

Als ich dann beim Bund war gab es zwar keinen beruflichen Stress, dafür eine andere künstlich herbeiorganisierte Form von Stress. Es gab hirnrissige Aufgaben und noch sinnlosere Regeln und Sprüche die man ständig aufsagen musste. Dienstgrade auswendig lernen, Soldatengesetze, Nationalhymne  lernen, ordentlich grüßen, schön wie eine Marionette marschieren und der ganze Käse. Ich hatte mich auch hier völlig geirrt was diesen Verein anbelangt hat. Aber ich wollte weg von meinem Ausbildungsbetrieb. Denn ich hatte mich dort zulange gequält und dachte ich würde das nicht mehr lange aushalten. Ich weiß noch wie glücklich ich war, als ich tatsächlich zum letzten Mal dort gearbeitet habe. Ich musste zwar wieder Überstunden schieben, aber es war tatsächlich vorbei. Und dann diese Enttäuschung, ich geriet von der alten Scheiße in eine neue Scheiße und begriff nicht warum.

Hunderttausende Menschen arbeiten beim oder für den Bund da möchte man doch glauben ich hätte ganz schnell sehr tolle Freundschaften geknüpft, aber auch hier hat es nicht geklappt. Die meisten Leute dort hatten sämtliche Charaktereigenschaften, der eine hatte ein Alkoholproblem, der andere konnte kaum Deutsch, der nächste war selbstverliebt, und wiederum ein anderer war ein Computerfreak. Jeder war auf seine Weise irgendwie verrückt und gefangen in seiner eigenen Welt, da gab es einfach nicht mehr als oberflächliche Gespräche bei einem Bierchen. Laue flache Abende, gewürzt mit einem Alltag voller Scheiße. Ich war in einer neuen Hölle gelandet. Man bezahlte mich zwar dafür aber ich verstehe bis heute nicht warum. Später hat man mich dann ganz normal versetzt in meine feste Tätigkeit beim Bund. Dort fand ich wieder nur Menschen die ich merkwürdig fand. Es gab gleich mehrere Menschen dort die einen absoluten Ordnungszwang hatten. Alles musste streng nach Vorschrift aussehen, der schöne Schein musste passen. Regelmässig gab es langweilige distanzierte beklemmende Versammlungen in einem viel zu kleinen Raum. Dann wurde auf einen Geburtstag, Beförderungen, Sommerfest oder einfach nur so angestossen, viel zu fett gegessen und jede Menge dienstlicher bis langweiliger privater Mist ausgetauscht.

Ich habe mich fast immer während meiner Zeit beim Bund gelangweilt. Ich fing an überall einzuschlafen, am Schreibtisch, Toilette, Kopierer, selbst in der Kantine konnte ich mich kaum wach halten. Ich schlief auch auf dem Weg zur Arbeit. Ich empfand die ganze Zeit als einschläfernd und doch musste ich immer pünktlich und vollständig meine Arbeitszeiten einhalten auch wenn überhaupt nichts wichtiges zutun war. Es war Vorschrift, es musste getan werden, egal was die menschliche Logik dazu sagt. Es war der pure organisierte Wahnsinn und ich durfte nichtmal laut schreien oder dagegen protestieren, denn ich wäre ohnehin völlig missverstanden worden, man ging davon aus jeder Soldat ist gerne Soldat ohne Abstriche oder Widersprüche. Ekelhaft! Unmöglich dort irgendwen zu finden mit denen man diese Erlebnisse teilen konnte. Es gab zwar hier und da tatsächlich jemanden, aber diese Leute brauchten eher Hilfe als das man von einer ausgeglichenen Freundschaft sprechen konnte. Ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr erzählen, aber ich breche mal lieber ab.

Hobbys hatte ich seit meiner Kindheit keine mehr bei denen man mit vielen Menschen zutun hat. Ich hatte durch die Umzüge keine Freunde gefunden, und wenn sich mal jemand fand, dann waren es oberflächliche Geschichten in der Kneipe. Man kann also sagen meine ganze Lebensgeschichte ist ein zertrümmerter Haufen, es ist kein Wunder das ich für niemanden eine Bedeutung habe, vorallem weil mich niemand kennt. Und mich will auch keiner kennen, denn ich bin nirgends bekannt oder beliebt. Ich habe an allem etwas auszusetzen, weil ich die Dinge durchdringen will und ständig dazu neige es besser haben zu wollen. Denke mal das ist so eine Art Trauma durch die Umzüge. Ich habe also nie gelernt glücklich zu sein, weil es immer etwas auszusetzen gab und die Dynamik meines Lebens mich auch immer wieder ins Abseits hinausgetrieben hat. Es waren die Umstände aber auch meine persönlichen Eigenschaften und Entscheidungen die mich immer weiter hinaustrieben und weiterhin treiben. Ich glaube nicht das sich das jemals bessern wird.

Wir sind alle damit beschäftigt die Freunde die wir haben zu behalten, unseren Job zu machen, auszuspannen und uns abzulenken. Es gibt nicht viel Platz für neue Menschen im Leben. Das ist schon rein zeitlich kaum möglich. Eigentlich bin ich auch davon angewidert, was ist denn das für eine Zeit? Was ist das für ein Leben in dem man nichtmal mehr Zeit für neue Menschen hat? Eine oberflächliche traurige Zeit und ich bin ein Kind dieser Zeit. Ich bin zutiefst traurig, zerstört, verblendet und orientierungslos. Mir müsste erstmal jemand beibringen wie man glücklich ist. Ich denke danach suchen viele Menschen insgeheim, einige werden es verdrängen und oberflächlichem Glück fröhnen, mehr arbeiten usw. Wahrscheinlich kann man sich dieses Glück nur selbst geben, weil man immer allein sein wird. Vom Anfang bis zum Ende ist man bedeutungslos und hoffnungslos alleine. Es gibt manchmal Kontakt, aber nichts tiefergehendes. Alles ist nur ein riesen Haufen sinnloser stinkender Scheiße, da braucht sicher keiner Hoffnungen machen.

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Ungleichheit der Menschen

Die Menschen sind böse; eine traurige und fortdauernde Erfahrung erübrigt den Beweis; jedoch, der Mensch ist von Natur aus gut, ich glaube, es nachgewiesen zu haben; […] Man bewundere die menschliche Gesellschaft, soviel man will, es wird deshalb nicht weniger wahr sein, dass sie die Menschen notwendiger Weise dazu bringt, sich in dem Maße zu hassen, in dem ihre Interessen sich kreuzen, außerdem sich wechselseitig scheinbare Dienste zu erweisen und in Wirklichkeit sich alle vorstellbaren Übel zuzufügen.

Wikipedia sagt: „Nach Rousseaus berühmter Schilderung des Naturzustandes waren ursprünglich alle Menschen gleich und gut. Sie lebten alleine und wurden von der Natur mit dem versorgt, was sie zum Überleben benötigten. Als die Menschen sich jedoch vermehrten und auch durch äußere Umstände dazu gezwungen wurden, näher zusammenzurücken, entwickelten sich Familien. Jede Familie begann, Land für sich zu beanspruchen. Aus der Landnahme und ihrer allgemeinen Akzeptanz entwickelten sich Zwist und Kampf. Mit dem Getreideanbau und der Metallverarbeitung entstand Arbeit, die man nicht ausschließlich für sich selbst und alleine erledigte. Aus dem Zusammenarbeiten vieler Menschen an gemeinsamen Ressourcen ergaben sich besondere Besitzverhältnisse; wenige Personen eigneten sich die Erträge aller an. Um ihren Besitzstand zu schützen, errichteten diese wenigen Staatswesen in Form einer Oligarchie. Sie erzählten den übrigen, dass die politische Ordnung (établissement politique) notwendig sei, um deren Freiheit zu schützen. Nur durch Zustimmung der Unterworfenen konnte sich der unnatürliche Zustand verfestigen. Zuletzt verließen die großen politischen Körper selbst den Naturzustand; es entstanden Kriege zwischen den Nationen.

Es ist also die Gesellschaft, die den Menschen verdirbt. Rousseau ging davon aus, dass sich dieser Zustand weiterhin verschlimmern wird, bis dass sich die Gesellschaft in grauenvollem Despotismus auflöst und zuletzt ein neuer Naturzustand eintreten kann.“

source: wikipedia.

http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/highlights/download/h33-ebadi.pdf

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