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Deathdrive

Wenn ich persönlich bilanzieren müsste, inwieweit mein Leben bislang lebenswert gewesen ist, dann kann ich von einem totalen Versagen sprechen. Die Zeit in der irgendwelche Illusionen möglich waren sind längst Vergangenheit. Es gibt nur noch verblichene Erinnerungen daran. Nun wo auf die letzten Schimmer der Jugend geblickt wird und Jahre in Jahrzehnte gefasst werden können, ist die Zukunft aus meiner individuellen Biografie heraus gesehen völlig uninteressant geworden. Es war niemals erträglich, das habe ich in den letzten 9 Jahren hier dokumentiert. Man kann also nicht sagen, ich hätte es trotz aller Bitterkeit nicht versucht. Aber das Leben bleibt strikt sinnlos, egal wie sehr man nun argumentiert, kämpft, arbeitet und hadert. Das Weiterleben ist eine reine Gewohnheit geworden und setzt sich nur fort, weil man zu faul ist dem eine Ende zu bereiten. Die Schule, die Lohnarbeit, die ganze Pubertät und Jugend eine einzige Enttäuschung. Ein Desaster mit zuvielen schrecklichen Einzelheiten. Nie wird es Raum oder Zeit geben diese erbärmlichen Umstände zu diskutieren und auszuräumen. Und sowieso: Niemand sollte mit diesem Schrott belästigt werden. Es ist alles gänzlich unmöglich geworden, wahrscheinlich war es überhaupt nie möglich sich in Ordnung zu bringen. Das nun die totale Einsamkeit sich mit dem Alter verstärkt ist keine Überraschung. Jahrelang wurde nicht zugehört. Selten war es Bosheit, die Menschen sind nunmal beschäftigt. Sie sind auch Elend. Ich mache ihnen keine Vorwürfe. Aber dann soll es die Freiheit geben von dem Abstand zu nehmen, was sich sonst Leben nennt. Die Leere der Welt ist mir schon viele Jahre unter die Haut gekrochen und hat alles an mir hohl gemacht. Das Sträuben war nur etwas Todeskampf, ein Augenblick der vor der Ewigkeit nicht auffällt. Ich kann nicht einmal mehr darüber trauern, was ich gewesen war oder was ich hätte sein können. Es ist einfach nur klar, dass dieses Leben vorbei ist. Es gibt nur noch diese allgemeine Ratlosigkeit als würde ich darauf warten, dass der Vorhang fällt, aber er fällt nicht, obwohl der Plot auserzählt ist. Die Lust auf das Ende kann in so einer Lage nur steigern. Es erscheint vernünftig. Die Zeit hat keine Wunden geheilt, sie hat sie vertieft. Die Zeit hat keinen Rat gebracht, sie hat eher jegliche Grundlagen dafür entzogen. Dass da niemand ist, der einen wird halten können. Dass da niemand ist, der einem das Leben erleichtert. Schien mir schon als Kind bekannt. Ich kenne frühe Einträge aus den 1990ern, wo ich lediglich weitermachen wollte, weil die Zukunft doch irgendetwas für mich bereithalten muss. Es kann doch nicht alles umsonst gewesen sein. Und doch aber ist es so. Prüfen und eine Überprüfung der Prüfung führen immer zum selben Ergebnis. Es gibt nichts. Ich bin nichts. Ich werde nichts sein. Ich kann nichts.  Die Sinnlosigkeit ist manifest, sie ist so stramm und plastisch, so deutlich wie sonst gar nichts in der Welt. Das ist es was  überhaupt noch existiert, wenn sonst nichts ist. Diese Atomisierung, Isolierung, Vereinzelung, Beliebigkeit, das permanente aneinander vorbeisprechen, die Angst vor Zurückweisung, die idiotischen Erwartungshaltungen, das Lügen, Betrügen, Kalkulieren, es wird niemals aufhören. Es wird sich vertiefen, wenn nichts geschieht. Und bislang ist nichts geschehen. Es gibt keine Zerstreuungsmöglichkeiten mehr die ich wahrnehmen möchte, zugleich gibt es keine ernsthaften Perspektiven in dieser leeren Totalität, die Leben genannt wird. Die Distanzierung von allem kann nicht genug vollzogen werden, schliesslich hängt die Identität im Falschen. Man trägt das Elend immer mit sich selbst herum. Eine Lebenfreude zu entwickeln, wo Menschen sinnlos sterben, sinnlos ihre Zeit erwürgen, erscheint widersinnig. Nichts ist mehr logisch. Und Logik selbst findet nur noch in Kreuzworträtseln statt. Doch wenn das Ende selbst festgelegt wird, dann ist auch jede Kommunikation zu Ende. Es gibt dann ganz bestimmt keine Lösung mehr. Also muss weitergelebt werden nicht nur aus Feigheit, Faulheit, sondern auch, weil dem Unbekannten wieder eine Chance gegeben werden muss? Ich wäre wieder an der Stelle in meiner Kindheit. Das Leben zirkuliert offenbar nur etwas herum, um dann wieder an den Ausgangspunkt zu gelangen. Alles was zwischendrin zählte, waren die Erfahrungen, die man machen konnte. Aber da war eben nichts. Wie kann man sich daran bloss erfreuen? Wenn nichts geblieben ist, wenn sogar mit weniger verblieben wird als man von Geburt an hatte, was soll man dann noch? Es ist alles ausgezogen. Ich bin ein Fremder und mit allem fremd. Ein paar Floskeln und Gesten werden nicht Jahrzehnte voller Verlust bereinigen. Es ist versaut, vermasselt und verkommen. Katastrophales Scheitern trotz aller Mühen und Sorgen. Da würde nur ein Idiot drüber hinweg lächeln. Ich sehe nun woher die eingefallenen Gesichter kommen, worauf der Alkoholismus eine saftige Wiese findet, um sich auszubreiten. Die Gebrochenen die man überall sieht zu denen gehöre ich auch. Die Maschine hat mich zertrümmert und hat nicht einmal Notiz von mir genommen. Es macht nicht wütend, wenn gelernt wurde das diese Wut nicht gesehen und verstanden wird. Alles ist zu grob geworden. Und was einem bleibt ist nur der Jammer und die Selbstbezüglichkeit. Früher wäre ich noch vorsichtig gewesen soetwas zu veröffentlichen. Aber es ist längst Gewissheit, dass es keinen Unterschied mehr macht, was man denkt oder ausspricht. Es bleibt und verbleibt alles ungehört und stumm, ohne Konsequenzen und apathisch ewig tränenreicher Abgrund.

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Du kannst die Wohlfühldiktatur nicht ändern!

Seit Generationen zwingen wir uns gegenseitig innerhalb eines globalen Wettbewerbs gegeneinander um Profite, Gehälter, Karrieren, Status usw. zu kämpfen. Das Leben von uns, unseren Eltern, deren Eltern und deren Eltern und so weiter ist nichts weiter als ständiger Kampf, jeder ist der Feind und daher muss jedem Menschen misstraut werden.

Es gibt keine Alternative, die Alternativen sind gescheitert, wir können uns nur im permanenten Wettbewerb gegenseitig zerfleischen und alljene die dafür zu schwach sind oder das einfach nicht mitmachen wollen haben eben zu verrecken! Das ist Kapitalismus, das ist Marktwirtschaft, politisch u.a. durch unser demokratisches System, in welchem wir zwischen Pest und Cholera „wählen“, legitimiert.

Laut Ansicht von Generationen, also hunderten von Millionen von Menschen, ist die bestmögliche Freiheit in dieser Welt die Wahl zwischen Pepsi und Cola, die bestmögliche Freiheit ist 1 Monat Urlaub bei 11 Monaten Arbeit, ist 1 Milliarde Menschen in Hunger, während andere Menschen in ihrem Fett erkranken und erdrückt werden. Arbeit und Konsum die perfekte Harmonie auf dem Weg zur Freiheit! Alljene die das hinterfragen sind arbeitsscheue Schmarotzer die man zur Arbeit peitschen sollte!

Ist es nicht merkwürdig, wenn andere täglich 8, 10, 12, 14, 16 ja teilweise sogar 20 Stunden arbeiten und trotzdem nicht reich werden? Das ist halt so, daran ist nichts merkwürdig.

Ist es nicht merkwürdig, wenn andere innerhalb von 1 Jahr hunderte Millionen Euro verdienen, obwohl sie täglich sehr viel weniger Stunden arbeiten? Das ist halt so, daran ist nichts merkwürdig.

Ist es nicht merkwürdig, seit 60 Jahren Demokratie nur verwaltet, ignoriert und verarscht zu werden, statt befreit zu werden von menschlichen Illusionen, Gewalt und Ausbeutung? Das ist halt so, daran ist nichts merkwürdig.


Alles was meine Familie zu meinen Gedanken sagen kann: Das ist halt so. Es war schon immer so. Du kannst es nicht ändern. Mach etwas vernünftiges, geh arbeiten, so kann Dich immerhin keiner als asozial beschimpfen!

Aber gleichzeitig soll ich zusehen wie meine Familie und Milliarden andere Menschen sich zu tode arbeiten und kaum etwas vom Leben haben! Ich soll einfach so tun als sei alles so, wie man es mir von Geburt an vorgelebt und gelehrt hat. Ich soll versuchen ein glücklicher Sklave zu werden und Ausbeutung als höhere Gewalt, für die niemand verantwortlich ist, akzeptieren.

Man sagt mir ich wäre ein Träumer, Teil einer Sekte und ich soll aufhören mir einzubilden ich sei ein idealistischer Messiahs der das Paradies auf Erden schaffen kann. Soetwas bekomme ich zuhören wenn ich Zustände nicht ertragen kann und diese anspreche! Es scheint für diese Menschen eine Qual zu sein, darauf hingewiesen zu werden, dass sie ihre Möglichkeiten zur grundsätzlichen Veränderung der Gesellschaft nicht genutzt haben. Und damit meine ich ganz klar Revolution, damit verbundenen Generalstreik, Selbstorganisation in völliger Gewaltlosigkeit.

Politiker, Bosse, Bonzen müssen entmachtet werden und dazu gehört nunmal die völlig Auflösung der jetzigen Praktizierung der unterdrückenden Ideologien und Institutionen. Dieses muss natürlich friedlich geschehen, dieses muss mit dem entsprechenden Bewusstsein der Massen geschehen, sonst wird alles dahingehende weitgehend scheitern. Daher ist es dringend erforderlich Theorien zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Genau dieses tue ich in Berlin und werde dafür nicht einmal von meiner Familie gelobt oder unterstützt, – stattdessen diese Phrasen ich hätte durchgedreht und würde ja nur so leben weil ich faul wäre!

Dabei ist das völliger Irrsinn, – ich tue mir im Gegenteil sehr viel mehr Arbeit an als viele andere Arbeiter die sich brav in das Heer der Arbeiter einreihen, – denn ich kämpfe gegen sämtliche Fronten der Zivilisation, die durch die Ignoranz und Dekadenz entstanden sind. Keiner will seine Lebensweise hinterfragt haben, daher hat sich jeder einen gewissen Panzer zugelegt und diesen aufzulösen ist eigentlich eine Lebensaufgabe und bedarf unheimliches Wissen, Beharrlichkeit und Idealismus. Inwieweit man so überleben kann, erprobe ich gerade. Aber es ist alles andere als Faulheit, so zu leben. Es ist hochgradig unangenehm, aber notwendig, weil es keine Alternative gibt, als Aktivismus gegen diese Zustände! Und ich fordere jeden dazu auf, seine im Alltag aufkommenden Gedanken und Gefühle exakt wahrzunehmen, deren Quelle nachzugehen, vielleicht erhaltet ihr dann eine ähnliche Motivation wie ich.

Die Kriege zwischen Nationen, Konzernen, Haushalten, Individuen sind es die die Menschen reihenweise leiden und zerstören lassen. Diese Kriege beruhen zurzeit, also seit einigen Jahrhunderten, auf Ängsten, u.a. der Angst „zu kurz zu kommen“. Jeder fürchtet sich vor irgendetwas und braucht die Unterstützung anderer Menschen, auch wenn es um wesentlich grundlegendere Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Lebensraum und so weiter geht, brauchen wir die Unterstützung anderer Menschen.

Es ist doch absolut logisch das jeder Mensch gewisse Rechte hat, die ab seiner Geburt in Kraft treten und erst enden wenn er gestorben ist. Warum kämpfen wir nicht um diese Rechte und die Durchsetzung der Rechte? Warum nehmen wir unseren Schmerz einfach hin, – der übrigens vorallem aus der gesellschaftlichen Unterdrückung und Ausbeutung resultiert?

Kooperation statt Konkurrenzkampf, das ist mein Wunsch und meine Forderung an alle. Es gibt bereits Kooperationen, oft meist kapitalistischer Art oder vom „Sozialstaat“ ausgehend, – aber das sind rein oberflächliche Zugeständnisse die nicht ausreichen um das Leben tatsächlich qualitativ zu verbessern.

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Einheit & Unendlichkeit

Also die letzten Stunden habe ich unser Universum gesehen. Es vibriert wabenartig neben Quintillionen anderer Universen. Die Unendlichkeit steckt in uns, in Allem und im Nichts. Das Leben ist ein ewiger Kreislauf. Dieser Kreislauf existiert in jedem Atom und durchdringt jedes Atom, das bedeutet auch uns Menschen. Unser Puls ist nichts anderes als eine Energiewelle die wie Ebbe und Flut an den Strand pulsiert. Diese Welle strömt durch alles. Jeder Mensch besteht aus zig Oktillionen Atomen, jedes Atom beherbergt Nonillionen Universen. Egal in welche Richtung ich blicke, überall sind Atome, Universen, Strömungen die alles vernetzen. Ich bin mit ihnen verbunden, die Universen leben in mir und um mich herum. Gedanken sind nichts weiter als Geburten von Universen. Depressionen, Geisteskrankheiten usw. sind Tode von Universen. Jede Bewegung zerstört und erzeugt Universen. Alles ist mit allem verbunden. Jede Handlung, jeder Gedanke, alles bleibt für immer erhalten.

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Das Leben als Kapitalsoldat

Was kann man im Leben erreichen? Ich glaube man kann nicht mehr im Leben erreichen als zufrieden zu sein.

Sehr viele Menschen glauben mit einer gewissen beruflichen Karriere könnten sie glücklich sein, oder mit einem perfekten Partner, mit einem Haus und einem ständig wachsenden Haufen Geld könnten sie zufrieden sein. Dabei verstehen sie nicht, dass sie das niemals glücklich machen wird, weil es davon nie genug geben kann.

Warum kann es nie genug Selbstbestätigung geben? Weil der Mensch unsicher ist. Die Unsicherheit kommt aus seiner Unwissenheit und diese Unwissenheit muss immer bestehen, weil der Mensch nie genug wissen kann um sich sicher zu fühlen. Der Mensch glaubt wenn er nur genug anhäuft, besitzt und von anderen Menschen geschätzt wird, ist er am Ziel, hat er alles Nötige erreichen und wird entsprechend sicher und zufrieden sein. Dabei wird es niemals Sicherheit geben. Dieser Illusion erliegen viele und das macht das Leiden vieler Millionen Menschen aus, auch von Dir und mir, weil wir seit der Kindheit diese Illusion neben vielen anderen gelehrt und vorgelebt bekommen haben.

Als Kind erlebt man wie die Eltern sich im Beruf engagieren, wie sie nebenberuflich zusätzliche Weiterbildungen absolvieren, wie sie Nebenjobs annehmen um mehr Geld für die Familie und sinnlosen Konsum anzuhäufen und man startet als junges Kind erste Versuche diese endlosen Anstrengungen der Eltern nachzuvollziehen. Man merkt als Kind, die Eltern haben viele Verpflichtungen, Dinge die sie für wichtig halten und man spürt ihre Spannungen, Sorgen, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen die ja auch in das Kind eingebracht werden. „Pass in der Schule auf, dann wird mal was aus Dir und Du musst Dich nicht so quälen, wie wir das tun! Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied“, sagt man.

Man sagt sovieles um sich selbst zu versichern, man sei auf dem richtigen Weg und für das edle Ziel müsse man eben Opfer erbringen, jeden Tag, auch wenn es weh tut und man nicht wirklich einen Sinn darin erkennt und alles geleistet zu Staub zerfallen wird und Vergessenheit geraten wird.

Man geht früh zu Bett, steht früh und unausgeschlafen auf, versucht unter der Dusche und auf dem Arbeitsweg wachzuwerden, schiebt die ganzen Zweifel an dem Sinn und Unsinn des Jobs zur Seite, begrüsst freundlich die Kollegen und hofft das sie nichts merken von eben jenen Zweifeln. Dann wird die Jacke abgelegt, Kaffee gekocht, Radio angemacht und man hört sich um wie die Laune der Kollegen und die Lage im Büro ist.

Dann geht es los, die Abläufe werden angegangen, Telefon klingelt, Chef will wissen was hier und dort los ist und dann gibt es immer wieder Probleme mit dem System. Das System ist neu, aber es gibt mehr Probleme als mit dem alten System. Aber es ist das neue System und muss genutzt werden, weil es sau teuer ist und weil die Chefs das so sagen. Man seufzt, wundert sich das die Zeit nicht vergeht und versucht sich mit einem emotionalen Privatgespräch mit den Kollegen abzulenken und zu beruhigen. Man hält sich dabei den Rücken, weiß das die endlose Sitzerei nicht gut ist und schon gar nicht die Zigarette in der Raucherpause, aber man braucht die andere Atmosphäre im Kantinenraum.

Draußen lärmen Maschinen und innendrin in einem selbst toben die Dämonen, kreischt das Gewissen, heult das sehnsüchtige Kind weil es nie frei und unbeschwert leben darf. Man zwingt sich ohne öffentlichen Schreikrampf sitzen zu bleiben bis endlich die erlösende Mittagspause stattfinden darf, in der es nicht darum geht die Profite für eine gesichtslose GmbH zu erwirschaften, deren einzige Anerkennung darin besteht für den monatlichen Scheck zu sorgen.

Ab und zu gibt es im Jahr klischeeträchtige Veranstaltungen wie Weihnachten, Sommerfeste, Jubiläen und Geburtstage auf welchen sich die Kollegen und Bosse mit oberflächlichen Small-Talk-Phrasen überschütten, ersticken, in Verlegenheit bringen und gegenseitig zum taktieren zwingen.

Die Gedanken und Gefühle wandern während man arbeitet, im tristen Bürogebäude, voller montoner Chartmusik, verärgerten Kunden, überlasteten Kollegen und sich selten zeigenden aalglatten Bossen. Man verkommt zu einem Menschen der nur noch in Kategorien und Rationen denkt. Man denkt von 7 bis 12, von 13 bis 17 uhr, fragt sich ob man sich kurz für eine Raucherpause wegschleichen kann oder ob man auf das Klo gehen und kotzen sollte. Es gibt immer wieder die Frage ob das alles irgendeinen Sinn hat, mit dem bisschen Geld was man erhält lenkt man sich von derlei Zweifeln gerne ab und dann bleibt alles beim alten.

Jahrelang bleibt alles beim alten. Die Ohnmächtigen und Schlafenden schuften auf grauen Betriebsgeländen in kalten Industriegebieten, stottern ihre Arbeitszeiten herunter, erfüllen die Voraussetzungen und sacken in ihrer Freizeit leer und traurig in ihre Fernsehsessel um zu sehen welche Promis Dreck fressen, wieviele Menschen heute ermordet wurden und wieviele Millionen Steuern im nächsten Jahr zusätzlich anfallen.

Gut, bei manch anderen Menschen die jünger sind, gibt es Party, da ist man dann auf der Suche nach gutem Sex oder einer Beziehung die einem das gibt was einem die Schule oder der Beruf genommen hat. Und dann stellt man fest wie oft man missversteht, missverstanden und verarscht wird. Dann reisst man sich los, wird verbittert, einsam oder überheblich.

Es gibt noch viel mehr Facetten der Zerstörung und Verzweiflung auf diesem Planeten. Es bleibt immer ein Armutszeugnis, ein deutliches Signal an alle Menschen mit Gewissen das sie sich Entscheiden können, es anders zu machen, um es besser zu machen. Die Leere, der Schmerz und das Leiden sind dazu da um uns zum Glück und dem Frieden zu leiten. Ignorieren wir diese Empfindungen wie viele andere Empfindungen, dann werden wir weiter unglücklich sein und unglückliche Menschen produzieren. Unsere Kinder werden unglücklich sein und gesellschaftliche Strukturen übernehmen die uns  bereits zuverlässig unglücklich gemacht haben.

Die Amokläufe, die Selbstmorde, Burnouts, gescheiterten Existenzen, die Trennungen und Entscheidungen sind typische Symbole einer sich selbst zerfressenden Gesellschaft. Man kann im Leben nicht mehr erreichen als zufrieden zu sein. Wir müssen das verstehen, lernen und leben. Tun wir das nicht, werden wir uns zerstören. Da hilft keine Propaganda, da hilft kein noch so gut bezahlter Job.

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Erstickungstod

Die Menschheit würgt in jeder Phase ihrer Existenz neue Errungenschaften aus. Die Massen jubeln, gackern und schreien. Es herrscht Überfluss und Langeweile. Die Flucht nach vorn, in Verstand und Zukunft, ist alles was dieser Spezies geblieben ist. Ständig werden Entwicklungen, Stimmungen, Meinungen gebraucht, gewürzt, vollgepumpt und aufgespritzt damit die Abwechslung perfekt wirkt.

Es ist Tradition, Kultur und Realität. Es mutiert an allen Gliedern, im Inneren wie im Äußeren, es schwillt zu einem dramatischen Sammelsurium von belangloser Scheisse an und droht mit jeder Sekunde eher zu platzen.

Einige in den Massen haben dies begriffen. Erwartungsvoll werfen sie sich die Klippen hinunter oder fangen schon langsam an zu applaudieren, um die Kilometer hohen Wellen aus Kot und Gedärme zu empfangen. Die irrsinnige Hirnlosigkeit, die fanatische Selbstsucht, das trostlose vegetieren im Aktionismus haben das Leben auf der Erde erwürgt.

Das Röcheln können wir in unseren Körpern spüren. Das Ende ist nah, so nah..

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