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Szenen sind cooles elitäres Gehabe

Warum gibt es Subkulturen wie Punks, HipHopper, Metaller, Gothics, Emos und so weiter? Weil die Teilnehmer der jeweiligen Bewegungen teilweise die oberflächliche Lebensweise der Massen verstanden haben. Sie drücken das zwar unterschiedlich aus weisen aber grundsätzlich auf sehr ähnliche gesellschaftliche Missstände hin. Ich teile ihre Frustration und folgte ihnen auch in jüngeren Jahren, bis ich auch bei ihnen eine beschränkende, oberflächliche Haltung und Denkweise erkannte.

Sie verfolgen genau wie die meisten Menschen gewisse Leidenschaften, leben mit Frustration die z.B. durch das Berufsleben entstanden ist. Das was sie letztlich von der Masse unterscheidet ist der Stil und die Form wie sie das durchleben und ausdrücken. Keine der Szenen besitzt echte Lösungen, echte Freiheiten oder Inspirationen dazu. Wenn überhaupt nur kleine Bruchstücke, die nur abseits von Konzerten, Outfits usw liegen.

Die Gruftis, Metaller usw sind also weder besser, individueller noch schlechter als jeder andere Mensch auf der Welt. Dennoch erfahren diese Menschen erstaunliche Konflikte und Abgrenzungen wenn sie sich in Szene-typische Kleidung werfen. Ihnen passiert quasi das, was den dunkelhäutigen Mitmenschen seit vielen Jahrhunderten gegenüber den Weissen passiert. Sie werden aufgrund ihres Äußeren ausgegrenzt. Und darüber herrscht große Verwirrung. Oftmals wird mit Protest darauf reagiert.

Die Szenenanhänger sehen sich dann bestätigt und behalten ihre Einstellung, dass die meisten Menschen oberflächliche Arschlöcher sind. Und mit dieser Abgrenzung zeigen sie das sie ebenso oberflächliche Arschlöcher sind. Der Hund beisst sich quasi selbst in den Schwanz.

Die pseudo-außergewöhnlichen Szenen fördern also keine echte Veränderung der Situation, sondern dürfen eigentlich nur als Erweiterung der Trennung des Menschen vom Menschen gesehen werden.

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