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Wenn Tränen nicht genug sind

Die Sinnlosigkeit des Lebens steigert sich mit der irrationalen Gesellschaft in der wir leben. Natürlich fällt das nicht auf, wenn das soziale und berufliche Leben scheinbar intakt ist. Aber jeder gerät dann und wann in eine Schocksituation, wenn ihm ein winziges Element des alltäglichen Grauens plötzlich entgegentritt. Ein Erlebnis außerhalb der barbarischen Routine verschlägt kurz die Sprache, die sonst alles zurecht zu rücken weiss. Der schmutzige Obdachlose, der stinkend und versunken im Rausch mitten auf der Rolltreppe liegt, wäre so ein exemplarisches Bild, wo die Massen ignorant drübersteigen, um noch mehr solcher gescheiterter Existenzen hervorzubringen.

Das mir der Ekel entgegenschlägt, wenn ich auch nur daran denke die Wohnung zu verlassen ist einfach Ausdruck von Millionen Schlüsselerfahrungen, die über die Jahre zusammengekommen sind. Allein die Idee so zutun als wäre es völlig normal, dass jeden Tag zehntausende Menschen trotz genug Lebensmittel verhungern, schlägt mir jeglichen Lebensmut aus. Aber genau diese Ignoranz ist für alle Menschen kein Anlass irgendwelche Barrikaden zu errichten und solange zu streiken bis sich etwas ändert. Es ist sogar so, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man über so eine Tatsache empört ist. Und so geht es dann bei etwas geringeren Katastrophen weiter. Allein die Frechheit der Universität formale Logik über Reflektion zu stellen müsste ihren Untergang bereiten. Aber stattdessen gibt es von Millionen Studenten als Quittung die Totenstille der aufopferungsvollen, konformistischen Betriebsamkeit.

Mir ist richtig übel. Mir dreht sich körperlich der Magen um, ich fühle mich Elend und ganz grässlich, wenn ich daran denke, auch nur noch einen Tag mit dieser Welt verbringen zu müssen, die die Verkehrung mehr liebt als das Glück. Und die Isolation ist unüberwindbar, weil diese affektive Besetzung allgemein stark ist. Es gibt überhaupt keinen Begriff von irgendwas. Und dadurch wird alles rekursiv. Meine Gedanken kreisen seit Jahren um die Attentate, die die Gesellschaft permanent auf mich ausübt. Sie bringt mich permanent in die Notlage, hält mich in der Krise, streicht mich durch, bemängelt, sabotiert, manipuliert mich und ich kann seit meiner Geburt absolut nichts dagegen machen. Es ist so als wäre ich ein lebendiger Teil eines toten Dings, welches wie eine presslufthammerartige Maschine unaufhörlich auf der Stelle tritt und ein Überleben nur unter Hochspannung erlaubt. Da hilft kein Schreien, kein Toben, kein Kritisieren, keine Verweigerung, kein Widerstand, auch das Mitmachen bietet keine Ruhe vor dem Terror den alle für normal halten. Einzig der Tod entzieht einen mit Gewissheit, daher auch die hohen Suizidraten weltweit.

Dieser Verlust von Sensibilität, die absolute Pampigkeit, die rigoros umsich greift, wenn man auch nur mal den Hauch von Innehalten offen zeigt, die alles niederschlägt, weil es das Andere nicht ertragen kann, weil es kränkt, weil es daran erinnert, dass das eigene Leben bislang umsonst gelebt wurde, zerstört auch in mir Tag für Tag den letzten Rest an Reflexionsvermögen. Und dieses Spannungsverhältnis kann ich als Einzelperson nur verlieren. Entweder man hält die Ambivalenzen aus oder man geht zugrunde. Mit Sicherheit bleibt die Bedrohung gleich, die Angriffe werden boshafter, undurchsichtiger, durchschlagender. Mit dem Alter verliert sich Kraft, Zeit und Netzwerk, womit der Niederschlag härter und deutlicher ausfällt. Nichts hält dieses Monstrum auf und niemand versteht irgendwas. Und dann wundern sich die Leute, wenn man nicht vergnügt im Hörsaal formale Logik paukt. Ich kann mich nicht mehr selbst täuschen: Mir fehlen die Worte. Nichts beschreibt die Lage mehr präzise. Es ist vorbei. Und wahrscheinlich hat in vergangenen Zeiten bloß eine Illusion von Beschreibbarkeit existiert, die das schreiben irgendwelcher Phrasen ermöglichte.

Jede Tätigkeit verfängt nur weiter, brütet neues Unglück aus ist verwoben mit dem Falschen. Nirgends wird es auch nur ansatzweise thematisiert, schliesslich ist die Aktivität in jeglicher Hinsicht auf die Fortsetzung der Generalmobilisierung gegen das Leben konzentriert. Einspruch unmöglich und sowieso abgelehnt. Wer hier nicht folgt, der verliert, wogegen diejenigen, die folgen, vielleicht etwas später verlieren. Und letzteres ist die Masse, die überall mit einer Selbstverständlichkeit agiert, dass es trotz wiederholter Betonung nicht genug frappieren kann. Nichts gelernt aus der Geschichte des Nationalsozialismus, alles verdrängt und mit anderen Worten fortgesetzt: Das ist mein wachsendes Irritationsmoment gegenüber dieser Welt. Die Katastrophe geht immer weiter und nie kommt irgendwem auch nur die Idee von einer Notbremse in den Sinn. Schrecklich. Die Zerstreuung, um das zu ertragen, ist noch nicht erfunden worden.

Ich weiss also nicht warum noch weiterleben. Es ist eine Frage, die sich seit der Kindheit aufgedrängt hat, in der Pubertät und Jugend sich durchzog und jetzt im jüngeren Erwachsenalter geblieben ist. Dass nun die ungewisse Zukunft aufgrund der Erfahrung als Schrecken gewiss ist, macht die Umstände nicht besser. Aus dem Unwetter kommend, im Unwetter stehend ins Unwetter zu gehen, ohne zu wissen was das alles soll oder wie es besser sein könnte, wird es sicher nicht mehr lange gehen. Sich damit abzufinden bereitet das Ende vor. Es ist die Gleichgültigkeit gegenüber sich selbst und dem Leben insgesamt. Das die Maschinerie gewinnen würde hatte ich geahnt und doch bin ich enttäuscht. Es war immer schon alles entschieden. Es gab keinen Kampf, der sowieso verloren worden wäre. Hoffnung war schon immer schal. Mein Lebensmut war immer zart. Die Tritte der Umgebung haben ihr übriges getan. Dahingehend ist die letzte Bastion zu sehen: Die Vorfreude auf das Ende gleicht dem glücklichen Selbstmörder, der die Tat noch nicht vollzogen hat, aber endlich ihre konkrete Umsetzung kennt.

Dies bereitet keine Grundlage für irgendwas. Es setzt nur die Unmöglichkeit fort mit sich, den anderen und dem allgemeinen Dämon zu leben. Ich weiss nicht wohin mit mir und euch. Mir ist das alles peinlich und jedes Wort ist zuviel und ungenau. Ratlosigkeit, Apathie, Angst und Trauer verbindet sich mit Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Dummheit und Wahnsinn. Dagegen gibt es kein Mittel. Der Himmel ist global dunkel geworden. Wenn es eine Überschrift für mein Leben geben soll, dann: Allein. Ich war immer schutzlos ausgeliefert. Gestern, heute und morgen. Die Gewalt ist überall und zugleich unidentifizierbar. All die Tritte machen irgendwann regungslos in der Erwartung, dass alles und alle glauben man sei längst tot. Das war nie ein Leben, das war nur ein Ausharren darauf, dass es endlich vorbeigehen möge.

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Stadtmomente

Den ganzen Tag sitzt eine junge Frau in der Fußgängerzone und singt wunderschöne traditionelle Volksgesänge. Zwischen Auto- und Baulärm auf kaltem, dreckigem Asphalt singt sie und singt sie. Die Passanten ziehen vorbei. Sie hält einen kargen Becher vor sich. Laufend gehen Leute an ihr vorbei. Keiner sieht sie genau an, gibt ihr etwas oder unterhält sich mit ihr. Sie hält durch, weil sie muss, weil sie nicht anders kann.  An einem historischen Gebäude bei einem prächtigen Brunnen schläft ein anderer mit seinem Schlafsack keine 5 Meter vom Hauptverkehr im Zentrum der Stadt und den reichen Vierteln. Gutgekleidete, schwer beschäftigte Passanten laufen an ihm vorbei, während er ganz abgeklärt zu pennen scheint. Sein Hab und Gut steckt in ein paar alten, ausgefärbten Einkaufstaschen. Ein paar Meter weiter steht ein älterer Mann mit dreckigen und zerlotterten Klamotten vor dem Rewe City Discounter. Er zittert. Ich weiß nicht ob vor Kälte oder Krankheit. Er hat kaum Zähne im Mund und starrt ins Nichts. Er ist völlig verstummt. In der Nähe stehen ein paar Obdachlose trinken sich die Birne weg, um etwas auszuhalten, was man nicht aushalten kann. Es riecht nach Urin und Alkohol. Sie stehen direkt neben noch mehr Baucontainern.

Die Stadt macht sich fit für den globalen Konkurrenzkampf und erneuert sich selbst für zahlungskräftige Unternehmen, Touristen und andere Menschen. Diejenigen, die  Straßenzeitschriften verkaufen um nicht in ihrem Elend zu ersticken,  sind dagegen überflüssig. Sie stehen im Weg, sind unangenehm und werden ignoriert. Die Konkurrenzgesellschaft ist eine Gesellschaft des Wegsehens. Das Schwierigste ist, dass diesen Menschen nicht mit ein bisschen Kleingeld geholfen ist. Gibt man allen Kleingeld, hat man am Ende selbst Schulden, fliegt aus der Wohnung und muss betteln. Wir alle leiden unter dem künstlich erzeugten Mangel. Weil aus Geld mehr Geld erzeugt werden muss, wird relative und absolute Armut genauso Teil der Welt bleiben wie ein Alltagsleben voller Arbeitsintensivität, Stress, Zeitmangel usw. Die Nöte und Zerstörungen aufgrund dieser Profitorientierung sind in allen menschlichen Beziehungen spürbar. Wer hat das letzte Mal wirklich in den Tag hinein gelebt, ohne sich Sorgen zu müssen wie die Zukunft aussieht? Wer kann starke Freundschaften schmieden, sie jederzeit und ausgiebig pflegen? Wann hat man das letzte Mal wirklich zugehört und geredet? Wann hat man zuletzt wirklich ernsthaft darüber nachgedacht Armut, Umweltzerstörung, Krieg, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus zu bewältigen? Wann wird der Alltag jemals frei von Angst, Druck, Kampf und Unterwerfung sein?

Das ganze Leben ist eine einzige Improvisation. Freundschaften finden nur in der Freizeit für ein paar wenige Stunden statt und das ist schon der Idealfall. Viele Menschen haben völlig den Kontakt zu den Mitmenschen und sich selbst verloren. Sie reden zwar mit irgendwem, aber eben das typische Geschwätz aus den Massenmedien. Austauschbarer halbgarer Unsinn um Peinlichkeiten zu überstehen. Überhaupt ist alles Menschliche in die Ruinen der Freizeit gestopft. Sexualität, Kreativität, Schlaf, Innigkeit, Zusammenhalt, Verständnis, Freude, Müßiggang und Reflexion. Der Trubel des beruflichen Alltags lärmt nicht nur auf den Straßen, in den Büros, den Baustellen, Einkaufshäusern, Kriegsschauplätzen, sondern zuerst und am längsten in den Köpfen. Der Zerfall dessen was man als Kind gewesen ist, begründet die Karriere als funktionierende Arbeitsdrohne, die nur nur noch äußerlich einem menschlichen Wesen gleicht. Die Unmenschlichkeit ist schlimmer als jeder menschenfressende Zombie, sie ist nicht nur unersättlich, unlogisch, grausam, endlos wie eine Apokalypse, sondern eben auch verleugnet und allumfassend. Es gibt keine Fluchtmöglichkeiten vor der Heuchelei der Ideologen und ihrer Speichellecker, die nichts von ihrer eigenen Dummheit und Brutalität wissen wollen. Man ist gefangen in einer sozialen Hölle, die als Himmel verkauft wird.

Es hat sich eine Sprachlosigkeit in mein Leben gedrängt, je stärker ich dieser Gesellschaft gestattet habe wegzusehen, je stärker ich versucht habe in ihr zu funktionieren. Aber es war schon immer schlimm, denn wir alle haben von Kindheit an Prügel bezogen, wenn wir nicht funktionierten und so ein Wertechargon einverleibt bekommen, dass uns nun funktionieren lässt. Nur die faulen, unbelehrbaren Schwachköpfe zweifeln und bringen nichts zustande, weder Konformismus noch Revolution. So einer bin ich stets gewesen. Dieses Hadern, wie mit einer grauenvollen Welt umzugehen ist, während man sich selbst als Teilnehmer erfährt ist zu einem Lebensgefühl gereift, obwohl es doch eigentlich so einfach ist: Mitmachen durch Lohnarbeit, durch das Studium, durch die Schule usw. kann nicht zur Lösung beitragen, weil die Prioritäten dieser Tätigkeiten auf den Mehrwert und nicht auf dem Wohl der Menschheit beruhen. Je mehr man arbeitet desto schärfer wird der Konkurrenzkampf. Je bessere Noten man schreibt desto schärfer wird der Konkurrenzkampf.

Der größte Akt der Rebellion gegen die Leistungsgsellschaft kann nur die unproduktive Tätigkeit sein, weil sie dem Prinzip aus Geld mehr Geld zu machen völlig widerspricht. Es muss darum gehen für die Menschen zu arbeiten und nicht für ein Prinzip, dass sie aufarbeitet und zerstört. Wenn es keine radikale Opposition gegen dieses Prinzip bei den Gewerkschaften, Parteien, Arbeitern, Arbeitslosen und Armen gibt, dann weil alle einem falschen Glauben erliegen anstatt ihn endlich zu verwerfen und auf ihr Gefühl und ihren Zweifel zu vertrauen. Das naive und einfachste erscheint hier als das beste, nur so kann das andere entwickelt werden. Im freien Spiel, im Genuss, in der Freizeit, in der Muse, Ruhe und im gegenseitigen Helfen und Verstehen liegen die Keimformen einer anderen Welt. Der Staat, die Nation, das Kapital, der Wert, die daran anhängenden Insititutionen von Schule, Universität, Konzernen usw. sind nur über Unproduktivtät friedlich zu überwinden. Nicht die Arbeitslosen liegen der Gesellschaft auf der Tasche, das Geld liegt der Gesellschaft auf der Tasche und daher ist es nur legitim es nicht mit eigener Aktivität zu stärken und über das eigene Leben bestimmen zu lassen.

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Nationen voller Sklaven

Die „Gleichheit“ und „Gerechtigkeit“ in unserer Gesellschaft besteht darin, dass jeder Mensch das Recht hat von Kindesbeinen an als Schüler im kapitalistischen Bildungssystem zu einem „mündigen Bürger“ erzogen zu werden, der die „Freiheit“ geniesst, sich in voller Abhängigkeit zum Kapital als Ware Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt in sämtlichen Branchen und Berufen zu verkaufen. Die Unmündigkeit darin wird deutlich, wenn man sich die Wertung der Menschen über die Folgen dieses Verhaltens ansieht. Das Kapital reisst den Planeten ständig nach verwertbarem Material auf, vergiftet, vermüllt und zerstört Wasser, Tierwelt, Land, Luft und Leute, was nur durch die Beteiligung aller Individuen an der kapitalistischen Produktionsweise über ihre Arbeitskraft möglich ist. Gewertet werden diese unübersehbaren Katastrophen als Ungerechtigkeit, Unvernunft, Unmoralisch, Unsinnig, Unerwünscht, was nur mit weiteren Regeln in der Wirtschaft zu lösen sei. Ein Zusammenhang zwischen globalen Wachstumszwang von Staatshaushalten, Konzernen und der globalen Zerstörung von Umwelt oder der Verrohung menschlicher Beziehungen wird nicht gesehen.

Diese verzerrte Wahrnehmung auf die Realität sorgt z.B. für die Fortsetzung des Hungers in aller Welt, während ein paar Kilometer weiter frische Lebensmittel weggeworfen werden, weil sie keinen Käufer gefunden haben. Woher kommt dieser Blickwinkel? Die Identifikation des modernen Menschen mit Leistungs- und Konkurrenzprinzipien beginnt in der „fortschrittlichen Zivilisation“ mit dem Notensystem, dem vergleichen der Schüler untereinander, der Drohung für immer ein Versager zu bleiben, wenn die Noten sich nicht verbessern, durch die Kritik und Anleitung der Lehrer, dem Liebesentzug der Eltern, wenn die Leistungen nicht stimmen usw. Eltern, Verwandte, Lehrer usf. besitzen eine außerordentliche autoritäre Machtposition über den jungen Menschen, der ihnen vertraut, von ihnen abhängig ist, wodurch sich automatisch eine Gläubigkeit in Autoritäten bei den Schülern bzw. Kindern einstellt.

Die gesamte Identität wird mit den Jahren nach und nach darüber aufgebaut inwieweit man sich den Ansprüchen der Autoritäten bzw. der äußeren Welt angleichen kann, die man für absolut logisch und gerecht hält, weil man nichts anderes zu Gesicht bekommt und keine aktiven Rebellionen dagegen kennt. Das Kind unterdrückt im Zuge dessen eigene Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen, zerbricht chancenlos unter dem Gewicht der Ansprüche der kapitalistisch-geprägten Umgebung. Es übernimmt fortan das Lebensmotto, welches allgemeinhin für die meisten Menschen die Handlungsmaxime ist: Nur wer Leistung bringt kann Liebe und/oder Anerkennung erwarten. Anerkennung und Liebe sind in so einem gesellschaftlichen Zusammenhang immer Mangelware, also wird alles für sie getan.

Ist diese Haltung übernommen wird sie gleichermaßen als Anspruch und Lebenseinstellung gegenüber allen anderen Menschen und der Gesellschaft in allmöglichen Lebenssituationen formuliert: Was nützt mir der Kerl? Was bringt mir der Job? Wieviel bekomme ich für mein Geld im Kaufhaus? Stimmen meine Leistungen im Beruf? Ist mein Arbeitskollege nützlich für das Unternehmen? Werde ich ordentlich regiert? Werde ich gerecht bezahlt? Das Leben wird als Chance begriffen „soviel wie möglich“ herauszuholen und „das Beste daraus zu machen“. Die gesamte Welt erscheint nur dafür existent maximal ausgebeutet zu werden. Das ist nichts weiter als blanker Egoismus, der als notwendige Folge der kapitalistischen Produktionsweise entstehen muss, weil es kein anderes Ansinnen als Leistungs- und Wettbewerbsmaximen gibt, unter denen das Invidiuum sein Leben bestreiten kann. Das bürgerliche Subjekt, welches hier beschrieben wurde, ist das nützlichste Vehikel für das Kapital, weil es die notwendige Sklavenmentalität mit sich bringt.

Eine Hinterfragung der Welt findet aus einer derartigen Sklavenmentalität nicht statt. Die Spielregeln des Kapitalismus werden akzeptiert. Es dominieren z.B. in den Massenmedien immer wieder Fragen wie: Werden die Spielregeln gerecht umgesetzt? Warum greift die Politik nicht ein, wenn dieses oder jenes betrieben wird? Wenn man als Verlierer dieser Spielregeln verhungert, dann ist es aus dieser Mentalität heraus bloss gerecht, denn „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Sozialhilfe oder Solidarität gibt es nur, wenn der Betroffene zu Protokoll gibt, möglichst schnell wieder um Anerkennung und für Profite kämpfen zu wollen und entsprechende Bewerbungen verschickt, was unter dem Banner „Fordern und Fördern“ bei der Arbeitsagentur steht. Solange die Mehrheit der Menschen ihre Liebe und Anerkennung über die Leistung im Wettkampf um Profite erstreiten will, wird sie einerseits unter deren Mangel leiden und andererseits als unmündige Diender des Kapitals die Welt ungeniessbar machen.

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Unserer Eltern sind Betrüger

Wir brauchen mehr faule, asoziale Arbeitslose und Asylanten! Bringt sie zu uns, gebt ihnen sofort und ohne Knebelverträge Brot, Wohnung und Geld. Sie sind unsere Brüder und Schwestern und verdienen ein würdevolles Leben! Jagen wir die armen Teufel der Politik und Wirtschaft davon, sie haben ihr Leben mit Lügen und Illusionen vergiftet, sie lehren ihren Kindern sich selbst zu vergiften und zu verleumden. Dies muss als Angriff auf den Planeten, die Tiere und die Menschheit begriffen werden. Ich verlange das sie gezwungen werden arbeitslos zu leben. Sie sollen in spätrömischer Dekadenz die Zeit haben, sich mit den wirklichen Bedürfnissen der Menschen auseinanderzusetzen. Sie sollen sehen wie Menschen verhungern, ertrinken und vergiftet werden, nur weil sie kein Geld haben, nur weil sie auf der falschen Seite des Planeten geboren wurden.

Der heilige Markt muss brennen, die Schulen, Konzerne und Parlamente müssen brennen. Deutschland muss angezündet und zerstört werden, es soll sich aus dieser Glut in unendlicher Güte Menschlichkeit erheben und blutige Massaker für immer verhindern. Hört auf Euch von der Peitsche des Kapitals züchtigen zu lassen, hört auf das Leben in militärischer Brutalität in Zeiteinheiten und Geldeinheiten zu pressen und hört auf als Ware zu funktionieren! Ihr seid keine Huren! Ihr habt Gefühle, Träume und Bedürfnisse! Kotzt Euren Eltern und Euren Vorgesetzten ins Gesicht, sie haben Euch belogen und betrogen! Sie waren es die Euch in dieses System und in diese Vorstellungen hineingeprügelt haben, mit Vorwürfen, Liebesentzug, Zeitentzug, Befehlen, Anschreien und Schlägen. Sie waren es die Euch behandelt haben wie Guantanamo Häftlinge, nur weil ihr freier wart als sie! Sie waren es die in ihrer unendlichen Stumpfheit Eure Seelen brachen! Ihr seid nunmehr nichtsweiter als seelenlose Konsumzombies und Kapitalsoldaten. Mittlerweile hasst ihr wieder Ausländer, Arbeitslose, die Schwachen und Ausgestoßenen, jene die es nicht geschafft haben sich restlos dem System anzupassen. Ihr seid das personifizierte Ekelpaket, welches schon Eure Eltern angetrieben hat Illusionen als Wahrheiten zu verkaufen!

Nun jammert ihr der Planet würde vergiftet, die Tiere würden nur geboren um von uns verspeist zu werden, man hätte ja keine Zeit mehr für die eigenen Hobbys! Oh, — wie seltsam! Dabei seid ihr es mit Euren schändlichen Taten, die diesen Wahnsinn und diese Katastrophen als gesellschaftliche Normalität etablieren. Wer kauft und verkauft denn all die Produkte die diese Zerstörungen anrichten? Wer macht sich keinerlei Gedanken darüber, was die eigene Lohnarbeit mit dem Planeten, den Tieren und den Mitmenschen anrichtet? Wer geht denn lieber saufen, ficken, konsumieren, anstatt zu reflektieren? Die Verantwortung liegt bei Euch und niemanden sonst, eure Eltern sind nun alt und klapprig oder selbst völlig erschöpft und verzweifelt, sie können gar nichts mehr, aber ihr könnt noch etwas bewegen, ihr könnt dafür sorgen Immigranten vor dem Ertrinken zu schützen, Hungernden vor dem Hungertod zu retten und Arbeitslose als die Vorreiter einer neuen Gesellschaft zu betrachten. Was wir brauchen ist nicht noch mehr Wachstum, sondern mehr Lebensqualität und die kommt nicht mit dem Kapitalismus, nicht mit der parlamentarischen Demokratie oder den diversen falschen Versprechungen die überall kusieren.

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Kahlschlag

Die FDP ist in einer Krise, heißt es. Sie hätten nur materielle Dinge in den Vordergrund gestellt, anstatt sich auf die Werte des Liberalismus zu besinnen, sich für Bürgerrechte und Freiheit einzusetzen. Nun möchte man diese Diskrepanzen damit lösen ein paar Köpfe auszuwechseln. Ein leere laufende Sprechblase wird durch eine andere ersetzt. Was natürlich gar nichts an den fehlenden Inhalten verändern wird, man sieht es an der „jungen Generation“ in der FDP: Schmierölglatte Typen wie Lindner propagieren plötzlich den Atomausstieg, nachdem die Partei Jahrzehnte die AKWe akzeptierte. Ähnlich die CDU. Die sogenannten Mächtigen schielen auf die Profiteure von Fukushima: Die Grünen. Blöd gelaufen. Auch für uns, als arbeitende Bevölkerung werden wir weder von der FDP, CDU, den Grünen und den restlichen Parteien jemals eine Politik erwarten können, die zu einer Befreiung aus der Lohnabhängigkeit und Profitmaximierung führen wird. Alle wollen an die Macht, alle sehen kein Problem im Kapitalismus. Okay, außer vielleicht „die Linke“, aber man muss sich nur ansehen was die in Berlin angerichtet haben, sie unterscheiden sich kaum von anderen, wenn sie erstmal in der Regierung sind.

Und während tagtäglich tausende Menschen verhungern stellt man sich die Frage wie das Land ohne die FDP auskommen soll, wieso die Kanzlerin nicht einmal mehr die Verwaltung ihrer Kollegen und der diversen Themen auf die Reihe kriegt. Während Millionen Menschen unter den Leistungsprinzipien ächzen, erkranken und zerbrechen, stellen sich die Politiker und Manager nur eine Frage: Wie können wir dieses Land zu mehr Wachstum verhelfen, wie können wir noch mehr Profite erzielen? Die ganze degenerierte Gesellschaft hat nur noch diese Vorstellung im Kopf, alles wird darauf reduziert, es ist der größte gemeinsame Nenner, welcher alle Menschen und Zusammenhänge auf den Punkt bringt. Während Hartz IV Empfänger in ihren subventionierten Plattenbauwohnungen vergammeln, Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa absaufen, in wilden Plastikzelten auf „unserem Land“ campieren, rascheln die Vermögenden der Welt mit den neusten Gewinnen und quälen sich mit der Frage: Wohin mit dem ganzen Zaster? Irrsinnige Zustände die ich schon unzählige Male angesprochen habe. Aber es passiert nichts. Es interessiert keine Sau ob Menschen verhungern oder ertrinken weil sie am falschen Ort geboren wurden und zufällig keine Möglichkeit haben ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Wir sind so sehr damit beschäftigt eigene Fortschritte im System zu machen, denn wir wollen Party am Wochenende, ein Auto, ein Haus, eine Frau, vielleicht sogar Kinder und 2-3 Mal im Jahr eine fette Urlaubsreise.

Wer ist schuld? Die inhaltslosen Parteien? Die Gesellschaft als solche, die sich stets selbst einredet wie wichtig Profite sind? Es ist eben nicht einfach. Es gibt keinen präzisen Bösewicht, man kann nicht sagen die FDP oder Merkel oder Ackermann ist an allem schuld. Natürlich tragen sie eine besonders hohe Verantwortung und entsprechend auch einen größeren Anteil an der jetzigen globalen Situation der Menschheit. Sie blockieren mit ihren Worten und Taten die Rettung von Hungernden, Ausgebeuteten und Unterdrückten. Sie sehen vorwiegend die Interessen der Konzerne, deshalb sind sie konservativ. Für sie sind Profite deshalb so wichtig, weil sie glauben dadurch liessen sich die Bedürfnisse der Menschen am ehesten befriedigen. Aber das entspricht nicht der Realität. Je mehr sie den Profiten Wert beimessen desto schwieriger wird es für die Menschen ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen. Kaum einer ist heute in der Lage Lebensmittel aus dem nahegelegenen Wald zu beschaffen oder simpler die Baumarten zu bestimmen, aber jeder kennt die Burger von den Fast Food Ketten, jeder kennt die Marken dieser kapitalistischen Welt. Ist das nicht eine klare Aussage darüber wie entfremdet wir bereits leben? Wenn Parteien und Konzerne keine andere Antwort als Wachstum, Leistung und Konkurrenzkampf kennen, dann spiegeln sie auch am deutlichsten wieder woran die Menschen glauben. Es ist schwierig einem Nazi seinen Rassismus auszureden, genauso schwierig ist es mit den Lohnarbeitern oder Kapitalisten. Wie will man ihnen erklären, in welcher Situation sie sich seit Jahren und Jahrzehnten befinden?

Viele haben sich mit ihrer Situation identifiziert. Als Schüler kämpft man noch damit, immer dieser Leistungsdruck, immer diese Prüfungen, warum muss das sein? Aber letztlich ergeben wir uns früher oder später und in den meisten Fällen, den Schuldzuweisungen und Bevormundungen der Eltern und Lehrer. Sie meinen es ja nur gut mit einem, auch wenn es letztlich die Katastrophen dieser Welt verschlimmert. Die Eltern und Lehrer haben es nicht begriffen, wie sollen es die Kinder begreifen? Es war schon immer so, Du kannst nichts ändern, Du bist ein Träumer, ein Idealist, Du solltest lieber etwas vernünftiges tun. Jeder kennt diese Sprüche wenn man grundsätzliche Probleme kritisiert. Wenn man sich wie die Eltern und Lehrer damit abfindet, haben die Hungernden und Lohnabhängigen dieser Welt einen Mitstreiter für ihre freie Entfaltung verloren. Die Schulen sind nichts weiter als eine Fabrik, die die jungen Menschen darauf abrichtet im späteren Berufsleben zu funktionieren. Dies funktioniert nur indem man die jungen Menschen bricht, diszipliniert und Befehle verteilt. Natürlich wird das immer auch mit einer verwässterten Pädagogik aus den 60ern verkauft, aber im Grunde genommen ist klar das man die besten Noten fordert. Alle die nicht ins Raster und in die Vorstellungen passen werden als kranke und unwillige Kreaturen bezeichnet, man schickt sie zum Psychiater, gibt ihnen Medikamente, setzt sie mit unzähligen Mitteln unter Druck. Und im Fernsehen wird verkündet: Leistung bringt uns alle nach vorn!

Wahr ist aber das die Politik und die Wirtschaft uns nicht weiterhelfen können. Profite führen nicht zu mehr Glück. Ist es ein Zeichen von Reife Flüchtlinge ersaufen und Hungerne verhungern zu lassen, während man genüßlich Döner isst? Ist es ein Zeichen von Reife einen BMW zu fahren und bereits nach einem weiteren Fahrzeug zu gucken? Gerade wenn man die beiden Fragen im Zusammenhang sieht kann man die Frage recht eindeutig beantworten. Wir müssen uns ganz persönlich fragen warum die Politik und Wirtschaft uns nicht weiterhelfen kann. Es macht keinen Sinn wählen zu gehen, genauso wie es keinen Sinn macht arbeiten zu gehen. Denn in beiden Fällen wird man betrogen, einmal auf das Recht die Gesellschaft nach den eigenen Bedürfnissen mitzugestalten und einmal um den vollen Reichtum der Gesellschaft. Politiker können unmöglich die Bedürfnisse von Millionen von Menschen kennen und umsetzen, dies ist Sache der Menschen selbst. Kapitalisten können unmöglich ihre Profite aufgeben, nur um den Menschen ein freies leben zu ermöglichen. Es wäre schlicht ihr Ende! Deshalb müssen sich die Menschen selbst organisieren, sie müssen sich politisieren, sie müssen sich verinnerlichen wie dramatisch ihre Lage und die Lage ihrer Brüder und Schwestern in aller Welt ist. Es ist schwierig aus der Perspektive des Konkurrenzkampfes herauszugelangen, schliesslich ist das Fernsehen und die Gesellschaft voller Wettkämpfe und Schaukämpfe. Auch die Branchen sind freilich voller Kampf, es geht stets darum den Schwachen zu prügeln um ihn sein Brot zu nehmen. Achtet darauf wenn ihr von der Arbeit nach Hause fahrt, wie Menschen im Müll nach brauchbaren suchen. Sie sind die Verlierer. Sie waren nicht stark genug für die Marktwirtschaft. Sie haben sich eben nicht genug anstrengt, aber ist es fair sie in unwürdigen Zuständen krepieren zu lassen?

Die Einsamkeit und Leere, die wir durchaus als gewöhnliche und alltägliche Gefährten kennen, wird nicht aufhören wenn wir uns nicht fragen warum wir soviel arbeiten und kämpfen müssen. Wir müssen uns fragen warum die Demokratie uns nicht das liefert was wir wollen. Natürlich müssen wir uns auch erst einmal klar werden was wir wollen.

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Wir sind der Weltuntergang

Während man hierzulande nicht weiß was man tanken soll verrecken auf der ganzen Welt Menschen im Elend. Sie verhungern auf Müllbergen, ersticken an giftigen Elektroschrott aus sämtlichen Industrienationen, ersaufen auf dem Weg ins gelobte Land Europa und verkaufen ihre Körper an widerliche Scheißkerle. Und all das findet nirgends die dringliche Anklage und Bekämpfung wie es notwendig wäre. Weder in den Medien wird angeklagt das noch immer kaum Bewegung gegen all diese Entwicklungen herrscht, es wird weder in der Politik, noch in weiten Teilen der Bevölkerung irgendetwas getan was von irgendeiner Bedeutung wäre. Was wird getan gegen die Plastikinseln auf den Weltmeeren, die Rodungen der Wälder, dem Artensterben und die Betonisierung der Landschaften? Alles was man von den Leuten zu hören bekommt ist wie traurig das alles doch sei und wie wenig man dagegen machen könne. Es wird alles gleichgültig hingenommen und akzeptiert. Kinderarbeiter auf Kakaoplantagen? Auf Kaffeeplantagen? In Coltanminen? Shit happens, bissl Schwund is immer, die Welt dreht sich weiter und überhaupt: Wir haben alle unsere Sorgen und Probleme, was solls! Mich widert das dermaßen an, ich kann jeden Amokläufer zutiefst nachempfinden warum er die Waffe gegen seine Nachbarn richtet. Es ist zutiefst ekelhaft wie sich millionenfach zwischen all diesen Katastrophen ein nettes Leben eingerichtet wird. Überall züchten wir Fabriken in den Tiere massenhaft hingerichtet werden, in denen Menschen systematisch zu stumpfsinnigen Fachidioten abgerichtet werden, permanent wichsen die Leute sich einen auf ihr Äußeres, auf Oberflächlichkeiten, verlieren sich in Trends und Skandale die alle nichts wert sind! Es ist widerlich diese Routine und den Alltag zu spüren, die Sonne auf seiner Haut zu spüren, zu sehen wie die Leute Eis schlecken während die Bundeswehr in Afghanistan Zivilisten bombadiert, während Politiker das Land an Kapitalisten verkaufen, während die Schifffahrt die Atmosphäre verpestet. Die Leute leben als ob wir in der besten aller Welten leben. Sie haben geschluckt was große Parteien seit Jahrzehnten erzählen, sie haben geglaubt was die Eltern, Lehrer und Bosse dieser Welt erzählt haben. Arbeite hart und es lohnt sich. Lerne hart und es lohnt sich. Ja für wen denn, für was denn? Die Profite steigen, aber wer von uns ist glücklich? Die Welt versinkt im Dreck, die Ruinen wachsen, die Reglementierungen und die Repressionen steigen, aber schön das Bruttosozialprodukt hat ein Wachstum zu verzeichnen, na dann ist ja alles in Ordnung, gehen wir Kinder zeugen in diese verkommene Zeit! Widerlich, abscheulich, unerträglich! Wie kann man nur all das nicht sehen und nicht bekämpfen. Es geht mir nicht ins Hirn. Die Informationen sind offenkundig, man braucht sich nur hinsetzen und sie wahrnehmen, das ist alles. Es gehört kein großer IQ dazu, es gehört kein großer Charakter dazu, es ist bloss Zeit die man investieren muss um zu begreifen was schief läuft und was getan werden muss. Ist das so schwer? Wenn die Probleme gelöst sind könnt ihr Euch ruhig einen drauf runterholen wie geil Lady Gaga singt und wie scheiße Guttenberg ist. Letztlich wird die Lösung der Probleme aber nie eintreffen, denn dazu müsste man erstmal innehalten können. Und wer will das schon? Wer will sehen wie abgrundtief verdorben diese Welt geworden ist, nachdem wir sie jahrzehntelang vergewaltigt und benutzt haben wie einen wehrlosen Kinderkörper. Wir behandeln die Erde schlecht, weil wir uns schlecht behandeln, weil wir nicht wissen wer wir sind. Es ist eine ganz einfache Logik, jedes Kind weiß das was nicht stimmt. Geht endlich mal Eurem Gewissen nach oder wollt ihr später wenn nachfolgende Generationen fragen wie das alles möglich war, wie die Nazis sagen ihr hättet von all dem nichts gewusst?

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Ein Leben in der Hölle

Angesichts der Menschenmassen zwischen Rolltreppen, Beton und Metall kann man schon in Verzweiflung verfallen. Hübsche, hässliche, dumme, schlaue Menschen ziehen eilig aneinander vorbei, haben Termine und Ziele, telefonieren, spielen mit dem Handy, reden über Partys oder Geschäftliches. Soviel Getue als ob alles seine Ordnung hätte. Egal wie sie sind, sie sind vorallem Konkurrenten. Sie konkurrieren um einen Platz an der Sonne. Irgendwie glauben sie fest daran auf dem besten Weg zu sein. Gut, manchen ist klar sie sind nicht auf der idealen Linie und sind dementsprechend drauf. Andere, Bettler und Obdachlose die auch zum alltäglichen Bild gehören, haben längst aufgegeben und sich mit dem Abstieg angefreundet. Doch die anderen kämpfen noch und versuchen die Armut in ihrem Alltag zu verdrängen. Schicke Klamotten, dicker Schmuck, aufwändiges Makeup, können nicht über diese innere Leere hinweg täuschen. Was macht deren Leben schon aus? Das sind lediglich Konsumzombies, Verbraucher, Konsumenten, Arbeitnehmer, Funktionsidioten die am liebsten Maschinen wären. Ständig wird an irgendetwas gearbeitet, an der Karriere, am Outfit, am Körper, an der Beziehung oder an der Wohnung. Zutun gibt es immer irgendetwas. Es gibt immer die Möglichkeit sich auszublenden. Für viele ist das eine derart normale Gewohnheit, für sie ist das Leben. Für mich ist es ein Alptraum. Wie kann man Staus, überfüllte U-Bahnen, Fast-Food-Restaurants, Discounter und Bürogebäude ertragen? Wieso akzeptieren wir die permanentene Normierung und damit Zerstückelung unseres Lebens? Der ganze Alltag besteht darin vor Automaten, Maschinen zu warten, sie zu bedienen und am liebsten würden wir das auch mit allen Menschen so machen. Wohin soll uns das Ganze führen? Stellt sich überhaupt jemand diese Frage? Großstädte sehen für mich so aus als könnten sie jeden Moment explodieren oder implodieren. Da werden Katastrophen verwaltet und verdrängt. Menschen wühlen im Müll und einen halben Meter weiter küsst sich ein junges verliebtes Paar, streichelt eine Mutter ihr Kind, nuckelt ein Penner an seinem Bier, fährt der Lamborghini eine Taube platt. Diese Zustände die unerträglich sind werden von anderen gar nicht gesehen weil sie nur Augen für ihr Leben und ihr Nest haben. Sie klammern sich regelrecht an die minimale Portion Glück und Hoffnung die ihnen noch geblieben ist, sei es der Partner oder das Kind oder ein bestimmtes Hobby oder ein bestimmter Job in dem sie noch irgendwie erfolgreich sind oder Freude haben. Aber ringsherum sind offensichtliche Beschädigungen des sozialen Gefüges am ausbrechen. Die Seuche der Ignoranz und Gier greift um sich während die Leute immer noch glauben all das wird sich noch zum Guten wenden. Aber nichts wird dahingehend passieren. Wir sind verloren weil wir uns selbst verloren haben. Wo ist denn noch der Bezug zur Natur in einem U-Bahn-Schacht? Wo ist denn noch die Liebe zu den Elementen in abgeschotteten Bürogebäuden? Es ist gräßlich und traumatisierend. Wer dies akzeptiert und darin funktioniert ist die Krebszelle die diesen Organismus namens Erde vergiftet und zerstört. Man muss rebellieren. Man muss sich weigern zu funktionieren. Es ist erforderlich auf die Entfremdung und Ignoranz hinzuweisen. Manche Menschen besaufen sich in aller Öffentlichkeit um völlig kaputt in irgendeiner Ecke zu verrotten, es sind Obdachlose, es sind Punks, es sind auch ganz einfache Leute die in ihrer Freizeit zuviel Party gemacht haben, – sie alle setzen ein Statement: Sie können das alles nicht mehr ertragen ohne eine ordentliche Portion Selbstzerstörung. Alkohol ist Nervengift. Nikotin hat eine ähnliche betäubende und zerstörende Funktion. Und der ganze Zucker und das Fett in den Lebensmitteln haben auch eine äußerst beruhigende Funktion. Ich denke das macht den Erfolg von Junk und Fast Food genauso aus wie von Zigaretten, Alkohol und sonstigen Geschichten mit ähnlicher Wirkung. Ablenkung, die Suche nach dem Ruhepol, der Quelle an der man wieder Kraft auftanken kann und zu alter Stärke finden kann, all das verbindet viele Menschen. Es ist kaum zu glauben wie ähnlich wir uns alle sind. Wir versuchen uns zu unterscheiden mit Klamotten, Autos, Erfolgen, aber das ist alles nur oberflächlich, denn in Wahrheit sind wir alle gleich was grundlegende Bedürfnisse angeht. Wir brauchen Anerkennung, Nähe, Vertrauen und Stabilität. Aber wir entziehen mit unserem bewusstlosen Dasein die Grundlage die für die Befriedigung dieser Bedürfnisse erforderlich ist. Wer kapitalistisch lebt, also nur für die Profite arbeitet und dieses Muster der Leistungsintensivierung und -maximierung verfolgt, zerstört nicht nur sein eigenes Leben, er zerstört überhaupt das Leben an sich. Er ignoriert nicht nur die Vielfalt, er zerstört die Bedingungen für die Entfaltung von Vielfalt. Wer sich den Rationalisierungen unseres wirtschaftlichen und politischen Systems unterordnet darf nicht damit rechnen das er in Zukunft glücklicher wird.

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