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Die Müllkinder von Manila

Auf einer der riesigen Müllhalden der Stadt leben und überleben 15.000 Menschen (Manche Schätzungen gehen in die 100 000!). Die Hälfte davon sind Kinder. Und sie alle suchen nach recycelbarem Müll. Dosen, Plastik – alles, was Geld einbringt.

Die fehlende Hygiene, das Trinkwasserproblem, die Moskitos und natürlich viele gefährliche Gegenstände, die sich im Müll befinden, bilden die Voraussetzungen für Krankheiten und Verletzungen:

* Atemwegsprobleme durch bei der Müllverbrennung entstehenden Dämpfe und Gase
* Mangel- und Fehlernährung
* Diabetes
* Dengue-Fieber
* Pilzerkrankungen
* TBC (Tuberkulose)
* Blutvergiftungen und Abszesse, die durch offene Wunden hervorgerufen werden.
* HIV/Aids (meist durch Prostitution/herum liegende infizierte Spritzen)

Die 15.000 Müllmenschen, die auf den Philippinen leben, kommen hauptsächlich aus 3 Gebieten Manila, Quezon-Stadt und Cebu-Stadt. In Manila leben die Menschen auf den beiden Müllhalden Smokey Mountain und Payatas. Es handelt sich hierbei um riesige Müllberge (bis zu 40 Meter hoch), wobei der Smokey Mountain sogar als international bekanntes Wahrzeichen der Hafenstadt Manila gilt. In der Region rund um Cebu-City, werden die Müllmenschen auch noch „Scavengers“ genannt, was darauf zurückzuführen ist, dass sie mit Metallhaken („Scaves“) den Müll trennen, um Verwertbares zu finden. Der Verkauf von Müll findet in so genannten „Junkshops“ statt und bringt den „Scavengers“ im Schnitt täglich zwischen 50 und 65 Pesos (rund 0,75-1 €) ein.

Hunderte starben bereits, wenn einer der großen Müllberge meist in Folge eines anhaltenden Monsunregens in sich zusammen stürzte und viele Menschen unter sich begrub. Immer wieder wird den Müllmenschen staatliche Hilfe, saubere Unterkünfte, richtige Arbeit oder ähnliches versprochen, doch werden diese Versprechen kaum oder gar nicht von den Zuständigen eingehalten. Mittlerweile gibt es immer mehr Hilfe aus dem Ausland wie etwa Ärzte, Ordensleute und Vereine, die den „Scavengers“ aus ihrem Elend helfen möchten. (Quelle)

Manila ist nicht die einzige Stadt mit diesen riesigen Müllbergen. Es ergeht z.B. Mexiko-City, Nicaragua, und Ägypten sehr ähnlich.

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Atomare Flaschenpost

Jeden Tag verzocke ich mein Leben. Jeden Tag entscheide ich mich für den falschen Weg.
Ob ich zur Arbeit gehe und dort 8, 9 oder 10 Stunden absitze oder daheim bin; um dort Stunden ziehen zu lassen.
Stets wähle ich falsch.
Ich weiß nicht warum ich das immer wieder mache.
Ich glaube ich bin erschlagen vom Luxus.
Resigniert und getroffen liege ich mit dem Gesicht im Dreck.
An mir zieht das Leben vorbei, – kann selten etwas davon begreifen.
Ich höre Schritte, höre Stimmen, spüre wie die Insekten und Parasiten an meiner Kleidung, meinem Körper hinauf-hinunter wimmeln und treiben.
Aber rühren kann ich mich nicht. Ich bin taub, ohne Gefühl ohne Lust, ohne Hass, totale Aphatieen durchziehen meinen Leib.
Sogern würd ich schreien vor Wahnsinn, dem kochenden Blut Zündung geben für Explosionen ins Nichts.
Aber ich bin kalt. Das Leben ist vorbei obwohl ich lebe.

Ich verschenke mich Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Ich treibe meinen Puls Stunde um Stunde, Minute um Minute.
Sehnend nach einem Ziel, einer Bestimmung, einer Zuflucht.
Aber ich bin krank vor Menschlichkeit,
aber ich bin süchtig nach Liebe,
aber ich kann nicht leben.

Mein trunkenes Schiff im kreiselnden Irrsinn pflastert eine Lawine der Gedärme.
Worin bin ich mir vollkommen?
Warmes Schleifen-Ich,
Du dreckiges Dutzend hast mir die Seele gestohlen.

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