Schlagwort-Archive: Denken

A simple mind

Die Möglichkeiten eines Menschen sind ähnlich eingeschränkt wie dessen Autonomie. Die Gewöhnlichkeit und Durchschnittlichkeit kann ich bei mir andauernd feststellen. Es gab Entscheidungen, die förderlich waren, keinen Erfolg zu haben. Die eigene Dummheit hat  eine missliche Lage dramatisiert. Das Hadern mit diesem Unvermögen wird ein lebenslanger, schmerzhafter Zustand bleiben. Schutzlos und verletzbar ist man nicht nur außerhalb der Welt, sondern auch in sich, innerhalb der eigenen vier Wände. Erwartungen, Hoffnungen, Gedanken und Ideen stellen sich erst nach Monaten und Jahren als völlig wahnwitzig und grauenvoller Zusammenhang von Verlust sowie Missverständnissen heraus. Wieder wurde Geld, Zeit und Kraft für Luftschlösser verbraten. Ein Schlag ins Wasser. Immer wieder. Einer nach dem anderen. Ein erwachsenes Kind, dass sich ständig beim Spielen blutig schlägt, und nicht merkt, dass der Ernst des Lebens ihm den Boden für diese Experimente enzieht.

Die Enge wächst mit den Lebensjahren. Die Komplexität von Erinnerungen und Erfahrungen bleibt weitgehend unartikuliert. Niemand interessiert sich für irgendetwas aufrichtig und vollständig. Es gilt gerade zu als Stigma, sich in etwas hineinzustürzen, ohne darin einen Profit erhoffen zu können. Zugleich bedrohen diese Träumereien die Reproduktion. Man wächst in die Welt hinein, damit wächst auch der Abgrund in einen selbst hinein. So zugestellt die Welt für Klarheit, Empathie oder Humanität ist, so gilt das auch für die eigene Identität. Dass nichts aus einem werden wird, wird mit den Jahren deutlicher. Alles bleibt undefinierbar. Das schwammige Nichts als Nebelwüste einer grauen Monotonie ohne Raum und Zeit oder Halt. Die uferlose Untröstlichkeit schwankt zwischen wütender Raserei und zynischer Apathie. Ich will mir nicht fatalistisch die Welt über und in den Kopf wachsen lassen, weil ich mich immer noch an die Hoffnung erinnere, sie bewusst zu beleben, aber doch wächst sie überall hin und zementiert, limitiert mich. Vielleicht ist diese Erinnerung auch stets nur eine Wahnvorstellung gewesen. Wer ihr nachgeht, zertrümmert die letzten mageren Ankerpunkte.

Die blinde Sprachlosigkeit mündet immer in Stottern, Phrasen oder unzulänglichen, peinlichen Situationen. Es sind klägliche Versuche verfolgt von Depression und Angst. Die Perspektivlosigkeit wuchert in allen Sekunden. Unterwerfung und Selbstunterwerfung werden zur produktiven, konstruktiven Macht, die alles permanent unterminiert, umdeutet, verschachtelt, bis zur Unerkennbarkeit abstrakt werden lässt. Menschen und ich, das sind stumpfe Rümpfe, kaputtgewordene Herausgefallene, entgrenzte Eingegrenzte, verzweifelte Monolithen, die nur noch mit einem Zittern, einem Bündel aus erstickten Funken, durch die Trümmerwelten ihrer Schattenexistenz irren. Das jämmerliche, verwirrende Gewirr im Getöse der Maschinerie, verkleidet die routinisierte Dauermobilisierung im Dienste der Gesamtvernichtung von allem und aller durch allem und aller. Virtuelle Simulationen dynamisieren unerkannte Abstraktionen, prügeln auf die Restbestände der Subjekte ein und gewinnen Kraft aus den geringen Aktionen und Reaktionen eben dieser. Mythen mystifizieren die schmerzhafte Realität und wer versucht daran zu rütteln, verbrennt, verrennt und verliert sich.

In Zeiten der Not wiegt nicht nur Armut, Hunger, Angst und Wut sehr schwer, sondern auch die fehlende Fähigkeit, jene Kreativität zu entwickeln, sich aus dieser Mangellage herauszuarbeiten. Alle Handgriffe nach Rettung kosten Kraft, die man eigentlich benötigt, um die Schieflage nicht noch schlimmer auszuprägen. Aber greifen muss man doch? Sich nur anzusehen wie Wahnsinn, Tyrannei und Vernichtung sich gesetzmäßig produziert, verteilt, zirkuliert und wirkt, käme einer ewigen höllenhaften Folter gleich. Diese permanente Nicht-Existenz auszuhalten, obwohl es keine revolutionäre Subjektivität zu geben scheint, und die sich laufend steigernde Wirkungskraft der brutalen Apparaturen an sich und anderen arbeiten zu sehen, ist eindeutig unerträglich. Aber es folgt dennoch Tag auf Tag, es geht weiter, die Geschichte zieht einen durch, wie der eigene Körper es laufend tut. Die Wartestellung auf das Ende enthält außerdem noch pestschwarze Langeweile. Darauf zu warten, dass der Himmel Risse bekommt und durch diesen Riss eine riesige Hand nach einem greift, ist dann wohl der Gipfel aller Wahnideen. Allerdings sind die Wahnideen das einzige worauf sich bauen lässt, wenn sonst nichts anderes als abstrakte Herrschaft möglich ist. So, ist die Verbreitung von Religionen schon im eigenen Unvermögen angelegt und daher nachvollziehbar. Das eigene Scheitern ist Teil eines Scheitern der Menschheit zu Bewusstsein zu gelangen und das Leben vernünftig zu leben.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Gekränkte Charaktermasken

Es gibt eine unbewusste Angst vor der Erkenntnis, welche sich in dysfunktionalen Verhaltensmustern äußert. Die Zivilisationsfeindschaft zeigt sich in konkreten bis diffusen Antiintellektualismus. Das geringe Aufmerksamkeitsvermögen hilft ungemein dabei, nicht hinsehen zu müssen und davon abzusehen, die unbewussten Verhältnisse bewusst zu gestalten. Die grassierende Verantwortungslosigkeit von der direkten Nachbarschaft bis in die Spitzenpolitik zurück ins eigene Hirn, reguliert und definiert die alltägliche Verklärung, Ignoranz, Schiefheilungen und Fehlleistungen. Hieraus ergibt sich eine Denunziation der Erkenntnis sowie ihrer Möglichkeiten. Die Lust am Verdrängen, war historisch stets größer als die Lust zur Erkenntnis und Vernunft.

Die Individuen internalisieren den politökonomischen Verwertungszwang, bilden hieraus ihre Identität, machen sich gleich mit dem Falschen, verdinglichen, instrumentalisieren, formalisieren, entleeren sich, um die Reproduktion der Vernichtung der Zivilisation in modernisierter Form dynamisch zu entfalten. Nachdem also in jeder Kindheit die Individualität sich über Konformität, Gebote und Strafen erst zerbricht und dann zusammensetzt, erfolgt über Ängste, Projektionen, Zwangsgedanken, Gelüste, Obsessionen eine Zementierung und Zuspitzung der individuellen und allgemeinen Ohnmacht und Todessehnsucht. Weder in den persönlichen Beziehungen, im eigenen Körper noch im Unternehmen oder in den Parlamenten ist das Individuum sein eigener Herr. Das Individuum unterliegt als Verleiblichung der Wertverwertung dem Tauschwert gemäß Marx und den unbewussten Triebkräften des Es gemäß Freud. Das Ergebnis ist eine systematische Irrationalität, die laufend individuell internalisiert, interpretiert, aktualisiert und reproduziert wird. Ausdruck davon sind u.a. die destruktiven Befriedigungsformen, die sich politisch im Postnazismus bzw. Nazismus äußern.

Die Welt ist nur noch über den Rückzug in die Kunst und Theorie zu ertragen. Hierbei ist die Dosis möglichst hoch zu halten. Exzessive mehrstündige Sessions in der Theorie und in der Musik sind ein elementares Therapeutikum: Eine kurzfristige Notmaßnahme und Intervention gegen den eigenen und allgemeinen Zerfall. Wenn noch etwas intakt ist, dann die Klarheit des Arguments oder die Dopeness des Vibes. Aber das ist schon Verklärung, eine kitschige bis infantile Romantik, die einer näheren Prüfung nicht stand hält. Die einen stürzen sich in Schlager, die anderen in Vaportrap. Prekär ist die Anlage der Ästhetik von Kunst und der Erkenntniskraft von Literatur, werden sie doch gemeinsam aus dem Elend der Welt geboren. Der Rückzug ins Private ist gar keiner, denn ein Rückzug ist per se unmöglich geworden, weil die Totalität der politökonomischen Vernichtung aller Lebensformen im Sinne des Tauschprinzips alle Exklaven ausgerottet hat.

Die Herabsenkung des Reflexionsvermögens z.B. via Lohnarbeit führt zum Abschluss einer Barbarisierung. Stoisch bis fatalistisch wird das alltägliche Leiden als notwendig akzeptiert. Milliarden Menschen nehmen sich durch willentliche, findige und religiöse Vergötzung zerstörerischer Sozialstrukturen selbst in Geiselnahme eines dialektischen, übermächtigen Unvermögens, wodurch die Realität nicht so gesehen wird, wie sie ist, womit ihre Umgestaltung nach rationalen Kategorien so denkbar scheint wie fliegende Esel. Apathie, Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit, Rücksichtslosigkeit, Zerfall von Empathie und Intelligenz sind logische Ursachen und Wirkungen einer falschen Welt. Die Menschen sind nur noch wandelbare Abziehbilder und Erfüllungsautomaten der blinden, giftigen Politökonomie, zertrümmerte Wüsten in potentiellen Oasen. Ihnen scheint das Zermalmen Engelsgesang und Teufelsgeschrei zugleich. Die Religiosität der Alltagskultur unterscheidet sich nicht von einem Indianerstamm, obwohl dieser wenigstens noch Ursache und Wirkung in einer Verbindung sehen wollte. Zivilisation bedeutet heute Irrationalität zu rationalisieren, Wahnsinn als Notwendigkeit zu legitimieren, was Hungertote bei gleichzeitigen Wegwerfen von Millionen Tonnen frischer Lebensmittel zum Naturgesetz erklärt. Das Leiden der Menschen ist für die Menschen kein Anlass es abzuschaffen, sondern ist Ansporn, sich noch stärker an die Ursache des Leidens anzuschmiegen.

Ein Ausweg aus der Unmündigkeit kann nur die Potenzierung der Aufklärung bedeuten. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Interventionen gegen die aktuellen Regressionen sowie ihre Ursachen sind das höchste Mittel zur Überwindung des Autoritarismus und Irrationalismus in seinen Millionen Formen und Facetten. Dementsprechend stringent ist die Argumentation auf Psychoanalyse bzw. Erkenntnisse von Freud, Marx, Adorno und vielen anderen zu konzentrieren und auszubilden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

Der freie Fall

Immer noch lebendig. Ich bin nicht tot zu kriegen. Hatte es auch nie angestrebt. Die Grenze der Leidensfähigkeit bestimmt sich durch die depressive Gleichgültigkeit. Ironischerweise hält gerade die Depression das Leiden in Grenzen. Wie schwarze Watte stemmt sich das innere Elend gegen das äußere Elend, obwohl oder gerade weil es sich gegenseitig bedingt. Im rücksichtslosen Herumlungern und Verkommen, dem dramatischen Dauerscheitern und Verwahrlosen hängt ein letzter Hauch von Weigerung und Lebenslust. Wahrscheinlich sollte ich das nicht glorifizieren, denn diese Flamme taugt sowieso zu nichts und erstickt mit Sicherheit von selbst, wenn man sie nur zu lange betrachtet. Die Frage ist, ob der Abgrund sich nicht auch relativiert, wenn man in ihn nur lange genug hineinblickt? Wenn der Abgrund in einen hineinblickt und man sich selbst zu eben diesen dadurch macht, so ist er doch auch gebannt. Man steuert den Abgrund als abgründige menschenartige Ruine und Gewissheit über das allgemeine Grauen sollte zumindest einen Überblick über das Schlachtfeld erlauben.

Es wird keine Rettung geben. Das ganze Leben wird eine Katastrophe bleiben. Die Trostlosigkeit ist eine viel größere Konstante geworden und geblieben als alles andere in meinem Leben. Egal was die Fantasie hergibt, die ohnehin stumpf- und rumpfartig ein absolutes Schattendasein führt, von der Flucht in andere Länder, Branchen, Sprachen, Milleus mit Drogen, Arbeit oder Sexualität: Überhaupt nichts überzeugt, um zu stabilisieren, weil die Realität von mir, anderen und allem immer Krise, Angst und Terror gewesen ist. Man steigt als alternder Kapitän ohne Mannschaft auf einen immer brüchiger werdenden Kutter und hofft wenigstens etwas bessere Sicht als zuletzt zu haben, obwohl man ja doch wie die Jahre zuvor nur im Packeis der Arktis festgefroren ist. Millionen Kilometer ist da einfach nichts. Kein Weg, keine Straße, keine Schilder, kein Ton, keine Gesichter. Rufen ist genauso nutzlos wie Suizid oder Weiterleben. Man beginnt Schwierigkeiten zu haben sich selbst zu erkennen und verliert sich mit dem Alterungsprozess immer mehr. Wahrscheinlich war sowieso nie etwas erkennbares vorhanden.

Dieses Zwischenreich bringt die eigene Existenz in eine merkwürdige Metamorphose. Bedingungen von Denken und Fühlen höhlen beides aus bis nur noch eine Nulllinie übrig bleibt. Man isst zwar, aber satt wird man nie. Man schläft, aber ausgeruht ist man nie. Man spricht zwar, aber gesagt wird nie etwas. Man trifft Menschen, aber man begegnet ihnen nie. Ständig passiert etwas, aber erfahren tut man es nie. Das Fernglas zerbricht unter der gefrorenen sozialen Dimension. Man steht auf der Brücke, der Eissturm brennt auf der Haut, die Schneestürme wirbeln um die Insel auf die man sich verständigt und zurückgezogen hat. Alles scheisse. Schon wieder. Immer noch. Andauernd. Überall tauchen Risse auf und Eiswasser rinnt in den Kutter. Man kann nur hoffen nicht zu schnell hinabzusinken oder zu erfrieren. Aber diese Hoffnung ist unlängst von der Gewissheit getrübt, dass man ohnehin nie Glück haben wird. Selbst wenn man überlebt, wird man nie ein Mensch sein. Es hat doch nie etwas anderes als Eiswüsten gegeben, an denen man sich blutig schlug. Warum sollten üppige Reserven gefunden werden, die das Hungern beenden? Warum sollte auch nur ein einziger verlässlicher Mensch gefunden werden, wenn er schon in der Vorstellung undenkbar ist? Warum sollte eine Idee gefunden werden, die aus der Hölle hinausführt? Wieso sollte auch nur irgendein Wort, dass einem einfällt, auch nur irgendwie helfen?

Gewiss ist nur, dass man müde und älter wird. Der Zerfall, die Zerstörung, die Trauer, das ist sicher. Schmerz, Wahnsinn und Ohnmacht darauf kann man seine Existenz bauen. Wenn der Körper dann seine verbissene Routine aufgibt und stirbt, kommt es zu einer ersten und letzten Ablöse der üblichen zentralen Gefährten von Existenzangst, Perspektivlosigkeit, sozialer Isolation, Antriebslosigkeit bis Hoffnungslosigkeit, Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit und Teilnahmslosigkeit. Die Verkrampfung löst sich dann endlich, aber nur um überhaupt alles noch gleichgültiger zu machen. Wenn die Finger schwarz werden und einem abfallen, ausgerechnet dann hat man es geschafft. Das Leben dient offenkundig nur noch als Überlebenskampf, als ein Leben, welches überwunden und ertragen werden muss. Soweit ist alles vergiftet. Alles wiederholt sich engstirnig, die geringen Variationen reduzieren, formalisieren sich laufend und täglich grüßt das Murmeltier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Mangelnde Kommunikation

Wo wird denn in dieser Gesellschaft noch in Gruppen über die großen Probleme der Gesellschaft diskutiert? Wo werden Lösungen erarbeitet und wo wird versucht sie in der Realität auszuprobieren? In der Arbeit wird es wohl kaum solche Debatten geben, dort orientieren sich die Angestellten und leitenden Angestellten nur am betriebsinternen Alltag und wickeln Kundenaufträge und etwaige Probleme ab. Darüber hinaus gibt es unter den Kollegen kaum Gespräche über die Fehler bzw. Denkfehler dieser Gesellschaft. Es wird gequatscht über Fußball, Frauen, Saufen, Firmen, Branchen, sicher auch mal über die Politik, aber aufgrund der hohen Komplexität bleibt es immer bei oberflächlichen Sprüchen und Phrasen.

Die Parteien in unserem Land sind vielleicht die einzigen Gruppen die tatsächlich quasi täglich etwas grundsätzliches  verändern (wollen), aber in den meisten Fällen leider nicht zum Positiven für alle Menschen, sondern nur für eine begrenzte Anzahl von Menschen, für eine bestimmte Klientel oder Wählergruppe. Die Wahlen sind längst zu einer Art monströse PR-Show abgestürzt, es geht nur noch darum die Wähler zu verführen, ihnen alles zu erzählen damit sie wählen, was gewählt werden soll. Es geht nicht mehr um Ideale, Prinzipien, Moral, Ehtik, was zählt ist die Erhaltung der Macht, die Anhäufung von Kapital, die Unterdrückung der kritischen Meinung. Hier kann sich kein Bewusstsein bilden, welches über dieses Konkurrenzdenken hinaus geht.

Die Menschen kämpfen gegeneinander, egal ob in Politik oder Wirtschaft. Es ist irrational sich für andere Menschen einzusetzen, denn es lohnt sich finanziell nicht, man hat quasi „nichts“ davon und immer mehr Menschen lassen es daher, sich für grundlegende Probleme der Menschheit zu interessieren, geschweige denn Lösungen zu erarbeiten. Lieber beschäftigt sich die Masse mit Dingen die nicht so kompliziert sind und nicht so schwer fallen. Es wird versucht das Leben zu genießen, während täglich Tausende verhungern, Tausende an heilbaren Krankheiten verenden, Millionen mit ein paar Cent pro Tag auskommen müssen. Obwohl wir eigentlich wissen müssten, als privilegierte Menschen der westlichen Hemisphäre, wir können nicht glücklich sein solange soviele bzw. nur irgendein Mensch derartiges Leid ertragen muss.

Es steckt in unserem Bewusstsein, und wenn wir weiter versuchen zu verdrängen, wird uns das weiterhin unglücklich machen. Wenn wir nicht lernen hinzusehen und schon gar nicht darüber kommunizieren wollen, wenn wir keine Plattformen schaffen, wo das alles endlich stattfinden wird, wie soll es dann Lösungen geben die ins Paradies führen?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft

Mal laut und naiv gedacht

Ich kann schmecken, riechen, atmen, fühlen, sehen, hören, denken, gehen, springen, schlafen, essen, lachen, weinen, lieben und hassen. Es gibt unwahrscheinlich viele Dinge die ich sofort tun kann und die derart unermesslich wertvoll sind. Allein wenn ich mir eine meine zwei Hände ansehe, bin ich von deren Komplexität fasziniert. Es ist mir ein Rätsel wie mein kompletter Körper seit Jahren entgegen allen Wahrscheinlichkeitsrechnungen des menschlichen Verstandes vor Leben nur so bebt! Ich selbst habe mich gedanklich bestimmt schon hunderte Male umbringen wollen, einfach weil zuvieles, welches völliger Blödsinn ist, mein Leben einschränkt und in dessen Vielfalt zerstört. Das waren dumme Gedanken, ich besitze seit ich lebe den wertvollsten Schatz den sich ein Lebewesen nur vorstellen kann, nämlich einen funktionierenden Körper mit allen Sinnen um die Welt wahrzunehmen. Und ich glaube man kann diesen Schatz niemals bezahlen,- müsste man ihn kaufen.

Aber andere Dinge muss man sich (noch) kaufen: Lebensmittel, Medizin, Lebensraum, Bildung und solche Dinge. Ich frage mich warum man diese lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht genauso geschenkt bekommt wie diesen wunderbaren Körper? Wenn man das wertvollste geschenkt bekommen hat, dann sollte man vor den Bedingungen für eine überlebensnotwendige Grundlage nicht zurückschrecken, und eben diese selbstverständlich für möglichst alle Lebewesen erfüllen! Solange nicht daran gearbeitet wird diese Bedürfnisse bei allen Menschen selbstverständlich von Geburt bis zum Tod zu erfüllen, – wird es weiterhin Konflikte geben, – weil jeder glaubt er würde zu kurz kommen, sei minderwertig und müsse deshalb kämpfen, lügen, betrügen, Schmerz zufügen. Und ich glaube es ist nicht so schwer das zu schenken, jeder von uns braucht das.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Die Menschwerdung ist ein Virus

Die Welt ist grausam, der Mensch neidisch und gierig, so hat er es, so hat man es, so haben wir es, so hast Du es gelernt. Deshalb bleibt alles so unheimlich ungerecht. Wer im Beruf weiterkommen will muss andere Menschen verarschen, überlisten, ausstechen, zerstören, ausschalten. Die edelste Möglichkeit dies zutun ist über Fleiss oder Talent, – aber grundsätzlich ist es immer ekelhaft, widerlich, pervers und primitiv. Das ist in der Geschichte der Menschheit eigentlich schon immer so gewesen und die teilweise behaarten „Könige“ des blauen Planeten sehen nicht danach aus sich irgendwie einzukriegen und ihre „Kindereien“ abzulegen. Hoch gestraft sind die Zeitgenossen welche diesem verblödeten Zeitgeist voraus sind und die volle Entfaltung der Idiotie bei vollem Bewußtsein über das gesamte Leben hinweg ertragen und mit Lebendigkeit erfüllen müssen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als sich und ihr zartes Äpfelchen namens Erkenntnis in Humor, Zynismus, Verbitterung, Hass oder physische Isolation zu werfen, – in der Hoffnung damit den letzten Funken Lebenslust  zu retten.

Wie ist es zu ertragen wenn verstörte 18 jährige Mädels auf Speed von alten frustrierten, halbglatzigen Mitdreissigern gevögelt werden? Oder wenn jemand in seiner geistigen Verirrung Dir während Du frühstückst grinsend vor die Beine pisst, während er eine Schlange um den Hals hat? Wie ist es zu ertragen wenn Millionen von Menschen, von denen Du die meisten niemals gesehen hast, Dir ihre Dummheiten aufzwingen? Und damit meine ich u.a. diesen Zwang zur (Mehr- & Profit-)Arbeit. Es gibt keine Möglichkeit in dieser Welt zu existieren ohne irgendeinem Vollhorst in den Arsch kriechen zu müssen, – den man darüberhinaus noch nicht einmal kennt, – was es andernfalls vermutlich kaum besser machen würde.

Grundsätzlich ist es überlebensnotwendig irgendwelche Öffnungen für irgendwelche Harten bereit zu halten, in Position zu bringen und sich dann schön knallhart durch die „Zeitgenossen“ vom Leben ficken zu lassen, – damit man(n) selbst irgendwann auskotzt was sich Schleim des Lebens schimpft oder als Frau zu gebähren was später ebenfalls gebähren, flutschen, lutschen oder spritzen wird. Klopfende Herzen, röchelnde Lungen, schlotternde Arschlöcher, zischende Pisslöcher, milliardenfach über den Planeten gespannt seit Milliarden von Jahren. Wer hat diesen Knast erfunden? Dieses Drecksloch ist nicht blau, es ist ein miese gelb-eitrige Lebenszelle welches unzählige Krankheiten gefangenhält. Und wir meine Damen und Herren sind als Menschheit, als Homo sapiens, ein winziger Virenstamm der selbstherrlich glaubt er hätte eine Existenzberechtigung und Gerechtigkeit in allen Lebensfragen verdient! Tz!

Traumatisiert fliegen wir alle aus dem Geburtskanal der Mama, häufig als Ergebnis stumpfsinniger Geilheit, oberflächlicher Saugerei, Stoßerei, Rammelei und hoffnungsloser Verblendung! Geschleudert werden wir aber vorher in tiefe Schlunde um dann nach einigen Monaten aus diesem wie ein Tumor, völlig vor lauter Faulheit aufgebläht, von selbst oder per Kaiserschnitt herauszufallen und schliesslich mit wildem Geschrei zu platzen! Kaum sind die Säfte von uns abgetrocknet, ist unser Geschrei erstickt, geht es los mit dem Diktat der Vorstellungen jener Kreaturen die wir später Eltern nennen und wir werden weiter geschleudert bis das Trauma oder besser die Traumatas perfekt sind. Schliesslich als wir dem glauben woran unsere Eltern und deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern, deren Eltern und so weiter glauben oder meinten zu wissen was sie ungefähr glauben, stecken wir unsere Zungen und Genitale an und in den nächsten pulsierenden Kadaver hinein ohne überhaupt irgendetwas reflektiert zu haben.

Okay, mittlerweile, nach ein paar tausend Jahren, oder innerhalb dieser Zeit, haben wir es geschafft uns innerhalb dieser kurzen Zeit, die wir Lebenszeit schimpfen, uns und andere Lebewesen in immer schnelleren und heftigeren Intervallen gegenseitig atomisiert wie auch massenhaft zu ermorden, auf die grauenhaftesten, dämlichsten, perversesten und ekelerregensten Arten und Weisen wie wir uns das nur ausmalen konnten! Ja wirklich, im gegenseitigen zufügen von Schmerz macht uns keiner etwas vor, – muss wohl irgendetwas mit den Schleudertraumatas und der Rutschpartie durch die Muschi der Mama zutun haben. Aber wer weiß woher wir alle diesen entscheidenden Treffer abgekommen haben, – entscheidend ist, wir haben es drauf uns gegenseitig die Hölle auf Erden zu ermöglichen. Das ist etwas was wir wirklich immer schon konnten. Das ist erstaunlich und bemerkenswert, – ich finde dafür sollte man mal Preisverleihungen gründen. Die kreativste 1on1-Ermordung muss in Zukunft genauso gewürdigt werden, wie der schnellste Hot-Dog-Esser oder der schnellste Massenmord.

Vielleicht kommen wir uns dann nicht mehr so hoffnungslos allein vor. Wenn schon nicht die ganzen Autos, der Schmuck, der schnelle Sex mit Unbekannten, die Klamotten, die Karriere, der Sport, Waffen, Macht, Geld und so weiter nicht reichen, – dann vielleicht der gestörteste Mord? Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann finden wir schon den perfekten Weg uns selbst zu verleugnen ohne dabei Gewissensbisse, psychische, physische Krankheiten und solche fiesen Details zu bekommen.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales