Schlagwort-Archive: Denken

Die Gründe für das Ausbleiben von revolutionären Bedingungen

Alles Denken und Empfinden wird bestimmt von der Warenform, die in der Kapitalakkumulation steckt. Sämtliche Berufsgruppen sind vom Kapitalverhältnis eingesogen, aber auch sämtliche Denkformen. Vollzogen wird das über die Berufsausbildung und -tätigkeit, die eine permanente Internalisierung der zum jeweiligen Stand der Produktivität erforderlichen Denkoperationen erzwingt. Die zeitliche, geistige und körperliche Investition nimmt die Mehrheit des Alltags ein und erhält das höchste Gewicht im Leben aller Menschen. Die Lohnarbeit ist der Mensch und umgekehrt. Die Lohnarbeit ist Vehikel der Mehrwertproduktion und wird als solche über die Verausgabung von Hirn, Kraft oder schlichter Lebenszeit und Lebensenergie betrieben und permanent intensiviert. Lebenslanges Lernen ist hier eine Drohung und Forderung sich gefälligst dem eigentlichen Subjekt der Gesellschaft anzupassen, was eben nicht der Mensch, sondern die höchste Zahl ist. Dieser Umstand ist auch libidinös besetzt, der Mensch geniesst geschunden zu werden, sich selbst oder andere zu schinden. Der Mensch fühlt sich in den Warenköper anstelle seines eigenen Körpers ein.

Das Leiden der Welt entspringt aus dem automatischen Subjekt, welches alle Kategorien und Dimensionen des Lebens formalisiert, instrumentalisiert, rationalisiert und ausbeutet. Die Strukturen der Warengesellschaft wiegen durch die Konstitution der gesellschaftlichen Reproduktionsweise schwerer als jedes Individuum. Das Denken hinkt der Realität immer hinterher, aber im Kapitalismus hängt das Denken auch noch etwas an, was es selbst erzeugt, aber nicht begriffen hat: Der Warenform. Die Leute lieben die Lohnarbeit, den Staat, das Geld und dem opfern sie sich selbst, die Natur, die Tiere, einfach alles. Jede Wahl, jede Kaufentscheidung, jeder Arbeitstag zeigt das. Je mehr Lohnarbeit betrieben wird desto dümmer und empathieloser der Mensch. Die lebendigen Anteile des Menschen werden zugunsten der abstrakten, gesellschaftlichen Arbeit geopfert, die wiederum nur dem Profit dient. Die ganze Welt dient einer Wahnvorstellung, die gesellschaftlich als vernünftig anerkannt ist und sogar als Wissenschaft an den Universitäten gelehrt oder als politische Agenda in den Parlamenten in Gesetze gegossen oder als betriebswirtschaftliche Vernunft in allen Konzernen umgesetzt wird. Die Wertverwertung hat das Denken maßgeblich verwildert, die instrumentelle Vernunft hat auf erhöhter Stufenleiter triumphiert: Die Prekarisierung ganzer Berufszweige, die Perspektivlosigkeit des Intellektuellen an der Akademie, des Lohnarbeiters in allen Branchen, der Antiintellektualismus in Forschung und Lehre, überhaupt in der ganzen Welt, der totale Mangel an Intellektuellen in Politik oder Ökonomie oder Akademie, dann der Klimawandel, die Altersarmut, Armut von Kindern sowie Familien, der Pflegenotstand, das Aussterben von Tierarten und Insekten, die wachsenden (radioaktiven) Müllberge, psychischen Erkrankungen, das alles und noch viel mehr zeugt vom Zerfall der Menschheit, der sich in einem blinden Gesellschaftsprinzip verliert.

Warum sollte ein Lohnarbeiter auf die Idee kommen, dass sein Leid nicht sein muss? Gerade dadurch, dass das Elend der Lohnarbeit so allgemein ist, erscheint es natürlich und notwendig. Millionen leiden unter den Verhältnissen, sie alle sind überzeugt, dass sie durchhalten und kämpfen, weil es nicht anders geht. Es wird sie alle kränken, wenn behauptet wird, dass ihr Leiden vollkommen sinnlos war. Sie haben nur gelitten, weil sie einem unverstandenen Prinzip anhingen, welches sie selbst geschaffen haben. Ihnen nun zu erzählen, dass sie gelitten haben, weil sie sich über ihre eigene gesellschaftliche und inviduelle Tätigkeit selbst verletzt haben, wird immer Ablehnung hervorbringen. Plötzlich ist nicht der Bankier, der Manager, der Ausländer oder Jude an allem schuld, sondern die eigene Bürgerlichkeit. Das ganze Leben ist falsch gelebt worden. Es kostet viel Courage, Empathie und Scharfsinn, angesichts dieser Erkenntnis, das Leben komplett umzustellen. Zumal Umstellung bedeutet, nicht nur die Lohnarbeit aufzugeben und den darin enthaltenen Arbeitsfetischismus, sondern auch diverse andere Kategorien, die die Warenform von Staat bis Geld ausprägt. Zumal zugleich kaum bekannt ist, wofür das gesamte Leben auf den Kopf gestellt wird. Warum sollte man ein Leben wegwerfen, das zwar Schmerzen bereitet, aber doch zumindest ein Mindestmaß an vermeintlichen Komfort bietet? Die Egalität ist soweit vorangeschritten, dass das eigene Elend genausowenig klar ist, wie das der anderen.

Die Verantwortung für die Überwindung der falschen Verhältnisse teilt sich unter der globalen Weltbevölkerung auf. Niemand fühlt sich daher verantwortlich für das Schicksal der Menschheit, auch wenn das eigene individuelle Schicksal streng damit verbunden ist. Die Atomisierung der Konkurrenzsubjekte führte zu einem unternehmerischen Selbst, zum homo oeconomicus, das die Optimierung der eigenen Belange hinsichtlich des Fortkommens im Unternehmen oder generell in der kapitalistischen Gesellschaft als höchste Priorität im Alltag für unausweichlich und absolut notwendig hält. Es handelt sich hier um ein Verhalten, was einerseits menschlich, andererseits erlernter Irrationalismus ist. Wer hiergegen argumentiert, argumentiert häufig gegen Jahrzehnte von Lebenserfahrung und erlernten, praktizierten Wissen, welches in die Identität und Triebökonomie des Individuums eingegangen ist. Da müsste ein Argument, ein einziger Satz so einleuchtend und so plausibel dargelegt werden, dass es das Leben des Individuums vollständig auf den Kopf stellt. Dieses Kunststück ist noch keinem gelungen und auch daran krankt die Revolution.

Wie kann man so ein Bewusstsein, welches sich offenbar nahezu völlig jeglicher wahrheitsgetreuen Erkenntnis verschlossen hat, weil es so sehr dem Kapitalverhältnis angedient wurde, überhaupt noch mit Kritik in die Krise stürzen? Man muss fragen, wieso es die Leute nicht zur Kritik treibt, wenn Hunger kein Anlaß zur Produktion ist, wie es in unserer Gesellschaftsform nunmal ist. Wann und wie soll man denn jemals zu einer Kritik der Verhältnisse kommen, wenn man sich andauernd nur diesen Verhältnissen andient und unterordnet? Wie lauten die Bedingungen der Revolution im Jahr 2017? Und woher will der Revolutionär wissen, dass er revolutionär ist? All diese Fragen streifen die Möglichkeiten oder Unmöglichkeit der Bedingungen von transzendentaler Kritik. Die einzige Differenz zwischen Waren- und Denkform scheint in der Trägheit, im Leiden und in dem Unvermögen des Menschen selbst zu liegen.

Unvermögen ist Hoffnung: Der Mensch ist keine Maschine und so kann er nicht den Arbeitstag endlos erweitern und intensivieren. Auch die 24 Stunden eines Tages setzen der Wertverwertung Grenzen. Da der Mensch sowieso nicht kann, wie das Wertverwertungsprinzip will, wird sie niemals endgültig siegen. Sie kann nicht den gesamten Menschen aufsaugen, selbst wenn er wie heute ihr nahezu total anhängig ist. Die Fehlerhaftigkeit des Menschen ist Trumpf und Freude. Im Unvermögen Kapitalist zu sein, steckt die Fähigkeit zum Kommunismus.

Leiden ist Index des Negativen: Das Leiden, eine Maschine sein zu müssen, die am Arbeitsplatz wie eine Reiz-Reaktionsapparatur Leistung konkurrenzfähig abruft, erscheint als stärkstes Mittel gegen diese Produktionsweise, weil sie schon über die Potenz des gegenwärtigen Produktivitätsstandes den Hinweis liefert, dass diese Intensität des Arbeitslebens nicht sein muss. Niemand will leiden. Schon gar nicht an Bedingungen, die er selbst ändern könnte, die er überhaupt nur hat, weil er sie nicht selbst bewusst bestimmt. Die Bedingung transzendentaler Kritik ist also die normative Wertung, dass irrationales Leiden abzuschaffen ist. Und irrational ist hier etwas, was vom Menschen unbewusst betrieben wird, demnach also der Kapitalismus. Eine aufgeklärte Zivilisation, kann nicht die unsichtbare Hand des Marktes als Hauptkategorie aller gesellschaftlichen Reproduktion gestatten, denn das wäre gelebte Mythologie, Rationalisierung von Irrrationalismus und ein empörender Persilschein zur Menschenvernichtung. Die Kränkung, dass der Mensch nicht sein Leben bestimmt, muss zur Emanzipation von eben diesem Zustand führen. Insoweit zeigt das Elend aus seinem Wesen heraus die Möglichkeit seiner Abschaffung auf und bietet somit den Maßstab aller Kritik sowie des Kommunismus.

Trägheit ist Glück: Die Trägheit speist sich aus dem Zeitfaktor, dem Puls der Warenproduktion, der sowohl von der Produktionszeit, aber auch dem Tauschprozess oder der Reproduktion der Arbeitskraft abhängt. Nichts im Kapitalismus kann unendlich schnell gleichzeitig geschehen. Es dauert Menschen auszubeuten, es dauert bis sie sich erholen, ihr Bier getrunken, neue Arbeitskräfte gezeugt, die Waren produziert, auf den Markte getragen, verkauft und gekauft haben. An all diesen und vielen weiteren Punkten gibt es notwendigen Widerstand in der Kapitalverwertung, denn die Welt ist keine Maschine. Trägheit heisst auch Müßiggang. Heisst Sandkorn im Getrieb sein. Heisst Schwermut, Schwerkraft und Schwervermittelbarkeit. Wendet man letzteres als soziale Unverträglichkeit, ist Arbeitsverweigerung ein wichtiges Mittel, das arbeitsfetischistische Bewusstsein sämtlicher Leute in der Umgebung in die Krise zu stürzen. Dem Arbeitgeber auf die Hand spucken anstatt sie zu schütteln, bedeutet auch Trägheit im besten Sinne und zugleich harte Arbeitslosigkeit, aber auch glückliche Distanz von Lohnarbeit, Schinderei und Dummheit. Revolutionär ist, was träge ist, was sich nicht dem Prinzip der Wertverwertung andient. Außerhalb des kapitalistischen Höllenfeuers atmet der Mensch.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

A simple mind

Die Möglichkeiten eines Menschen sind ähnlich eingeschränkt wie dessen Autonomie. Die Gewöhnlichkeit und Durchschnittlichkeit kann ich bei mir andauernd feststellen. Es gab Entscheidungen, die förderlich waren, keinen Erfolg zu haben. Die eigene Dummheit hat  eine missliche Lage dramatisiert. Das Hadern mit diesem Unvermögen wird ein lebenslanger, schmerzhafter Zustand bleiben. Schutzlos und verletzbar ist man nicht nur außerhalb der Welt, sondern auch in sich, innerhalb der eigenen vier Wände. Erwartungen, Hoffnungen, Gedanken und Ideen stellen sich erst nach Monaten und Jahren als völlig wahnwitzig und grauenvoller Zusammenhang von Verlust sowie Missverständnissen heraus. Wieder wurde Geld, Zeit und Kraft für Luftschlösser verbraten. Ein Schlag ins Wasser. Immer wieder. Einer nach dem anderen. Ein erwachsenes Kind, dass sich ständig beim Spielen blutig schlägt, und nicht merkt, dass der Ernst des Lebens ihm den Boden für diese Experimente enzieht.

Die Enge wächst mit den Lebensjahren. Die Komplexität von Erinnerungen und Erfahrungen bleibt weitgehend unartikuliert. Niemand interessiert sich für irgendetwas aufrichtig und vollständig. Es gilt gerade zu als Stigma, sich in etwas hineinzustürzen, ohne darin einen Profit erhoffen zu können. Zugleich bedrohen diese Träumereien die Reproduktion. Man wächst in die Welt hinein, damit wächst auch der Abgrund in einen selbst hinein. So zugestellt die Welt für Klarheit, Empathie oder Humanität ist, so gilt das auch für die eigene Identität. Dass nichts aus einem werden wird, wird mit den Jahren deutlicher. Alles bleibt undefinierbar. Das schwammige Nichts als Nebelwüste einer grauen Monotonie ohne Raum und Zeit oder Halt. Die uferlose Untröstlichkeit schwankt zwischen wütender Raserei und zynischer Apathie. Ich will mir nicht fatalistisch die Welt über und in den Kopf wachsen lassen, weil ich mich immer noch an die Hoffnung erinnere, sie bewusst zu beleben, aber doch wächst sie überall hin und zementiert, limitiert mich. Vielleicht ist diese Erinnerung auch stets nur eine Wahnvorstellung gewesen. Wer ihr nachgeht, zertrümmert die letzten mageren Ankerpunkte.

Die blinde Sprachlosigkeit mündet immer in Stottern, Phrasen oder unzulänglichen, peinlichen Situationen. Es sind klägliche Versuche verfolgt von Depression und Angst. Die Perspektivlosigkeit wuchert in allen Sekunden. Unterwerfung und Selbstunterwerfung werden zur produktiven, konstruktiven Macht, die alles permanent unterminiert, umdeutet, verschachtelt, bis zur Unerkennbarkeit abstrakt werden lässt. Menschen und ich, das sind stumpfe Rümpfe, kaputtgewordene Herausgefallene, entgrenzte Eingegrenzte, verzweifelte Monolithen, die nur noch mit einem Zittern, einem Bündel aus erstickten Funken, durch die Trümmerwelten ihrer Schattenexistenz irren. Das jämmerliche, verwirrende Gewirr im Getöse der Maschinerie, verkleidet die routinisierte Dauermobilisierung im Dienste der Gesamtvernichtung von allem und aller durch allem und aller. Virtuelle Simulationen dynamisieren unerkannte Abstraktionen, prügeln auf die Restbestände der Subjekte ein und gewinnen Kraft aus den geringen Aktionen und Reaktionen eben dieser. Mythen mystifizieren die schmerzhafte Realität und wer versucht daran zu rütteln, verbrennt, verrennt und verliert sich.

In Zeiten der Not wiegt nicht nur Armut, Hunger, Angst und Wut sehr schwer, sondern auch die fehlende Fähigkeit, jene Kreativität zu entwickeln, sich aus dieser Mangellage herauszuarbeiten. Alle Handgriffe nach Rettung kosten Kraft, die man eigentlich benötigt, um die Schieflage nicht noch schlimmer auszuprägen. Aber greifen muss man doch? Sich nur anzusehen wie Wahnsinn, Tyrannei und Vernichtung sich gesetzmäßig produziert, verteilt, zirkuliert und wirkt, käme einer ewigen höllenhaften Folter gleich. Diese permanente Nicht-Existenz auszuhalten, obwohl es keine revolutionäre Subjektivität zu geben scheint, und die sich laufend steigernde Wirkungskraft der brutalen Apparaturen an sich und anderen arbeiten zu sehen, ist eindeutig unerträglich. Aber es folgt dennoch Tag auf Tag, es geht weiter, die Geschichte zieht einen durch, wie der eigene Körper es laufend tut. Die Wartestellung auf das Ende enthält außerdem noch pestschwarze Langeweile. Darauf zu warten, dass der Himmel Risse bekommt und durch diesen Riss eine riesige Hand nach einem greift, ist dann wohl der Gipfel aller Wahnideen. Allerdings sind die Wahnideen das einzige worauf sich bauen lässt, wenn sonst nichts anderes als abstrakte Herrschaft möglich ist. So, ist die Verbreitung von Religionen schon im eigenen Unvermögen angelegt und daher nachvollziehbar. Das eigene Scheitern ist Teil eines Scheitern der Menschheit zu Bewusstsein zu gelangen und das Leben vernünftig zu leben.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Gekränkte Charaktermasken

Es gibt eine unbewusste Angst vor der Erkenntnis, welche sich in dysfunktionalen Verhaltensmustern äußert. Die Zivilisationsfeindschaft zeigt sich in konkreten bis diffusen Antiintellektualismus. Das geringe Aufmerksamkeitsvermögen hilft ungemein dabei, nicht hinsehen zu müssen und davon abzusehen, die unbewussten Verhältnisse bewusst zu gestalten. Die grassierende Verantwortungslosigkeit von der direkten Nachbarschaft bis in die Spitzenpolitik zurück ins eigene Hirn, reguliert und definiert die alltägliche Verklärung, Ignoranz, Schiefheilungen und Fehlleistungen. Hieraus ergibt sich eine Denunziation der Erkenntnis sowie ihrer Möglichkeiten. Die Lust am Verdrängen, war historisch stets größer als die Lust zur Erkenntnis und Vernunft.

Die Individuen internalisieren den politökonomischen Verwertungszwang, bilden hieraus ihre Identität, machen sich gleich mit dem Falschen, verdinglichen, instrumentalisieren, formalisieren, entleeren sich, um die Reproduktion der Vernichtung der Zivilisation in modernisierter Form dynamisch zu entfalten. Nachdem also in jeder Kindheit die Individualität sich über Konformität, Gebote und Strafen erst zerbricht und dann zusammensetzt, erfolgt über Ängste, Projektionen, Zwangsgedanken, Gelüste, Obsessionen eine Zementierung und Zuspitzung der individuellen und allgemeinen Ohnmacht und Todessehnsucht. Weder in den persönlichen Beziehungen, im eigenen Körper noch im Unternehmen oder in den Parlamenten ist das Individuum sein eigener Herr. Das Individuum unterliegt als Verleiblichung der Wertverwertung dem Tauschwert gemäß Marx und den unbewussten Triebkräften des Es gemäß Freud. Das Ergebnis ist eine systematische Irrationalität, die laufend individuell internalisiert, interpretiert, aktualisiert und reproduziert wird. Ausdruck davon sind u.a. die destruktiven Befriedigungsformen, die sich politisch im Postnazismus bzw. Nazismus äußern.

Die Welt ist nur noch über den Rückzug in die Kunst und Theorie zu ertragen. Hierbei ist die Dosis möglichst hoch zu halten. Exzessive mehrstündige Sessions in der Theorie und in der Musik sind ein elementares Therapeutikum: Eine kurzfristige Notmaßnahme und Intervention gegen den eigenen und allgemeinen Zerfall. Wenn noch etwas intakt ist, dann die Klarheit des Arguments oder die Dopeness des Vibes. Aber das ist schon Verklärung, eine kitschige bis infantile Romantik, die einer näheren Prüfung nicht stand hält. Die einen stürzen sich in Schlager, die anderen in Vaportrap. Prekär ist die Anlage der Ästhetik von Kunst und der Erkenntniskraft von Literatur, werden sie doch gemeinsam aus dem Elend der Welt geboren. Der Rückzug ins Private ist gar keiner, denn ein Rückzug ist per se unmöglich geworden, weil die Totalität der politökonomischen Vernichtung aller Lebensformen im Sinne des Tauschprinzips alle Exklaven ausgerottet hat.

Die Herabsenkung des Reflexionsvermögens z.B. via Lohnarbeit führt zum Abschluss einer Barbarisierung. Stoisch bis fatalistisch wird das alltägliche Leiden als notwendig akzeptiert. Milliarden Menschen nehmen sich durch willentliche, findige und religiöse Vergötzung zerstörerischer Sozialstrukturen selbst in Geiselnahme eines dialektischen, übermächtigen Unvermögens, wodurch die Realität nicht so gesehen wird, wie sie ist, womit ihre Umgestaltung nach rationalen Kategorien so denkbar scheint wie fliegende Esel. Apathie, Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit, Rücksichtslosigkeit, Zerfall von Empathie und Intelligenz sind logische Ursachen und Wirkungen einer falschen Welt. Die Menschen sind nur noch wandelbare Abziehbilder und Erfüllungsautomaten der blinden, giftigen Politökonomie, zertrümmerte Wüsten in potentiellen Oasen. Ihnen scheint das Zermalmen Engelsgesang und Teufelsgeschrei zugleich. Die Religiosität der Alltagskultur unterscheidet sich nicht von einem Indianerstamm, obwohl dieser wenigstens noch Ursache und Wirkung in einer Verbindung sehen wollte. Zivilisation bedeutet heute Irrationalität zu rationalisieren, Wahnsinn als Notwendigkeit zu legitimieren, was Hungertote bei gleichzeitigen Wegwerfen von Millionen Tonnen frischer Lebensmittel zum Naturgesetz erklärt. Das Leiden der Menschen ist für die Menschen kein Anlass es abzuschaffen, sondern ist Ansporn, sich noch stärker an die Ursache des Leidens anzuschmiegen.

Ein Ausweg aus der Unmündigkeit kann nur die Potenzierung der Aufklärung bedeuten. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Interventionen gegen die aktuellen Regressionen sowie ihre Ursachen sind das höchste Mittel zur Überwindung des Autoritarismus und Irrationalismus in seinen Millionen Formen und Facetten. Dementsprechend stringent ist die Argumentation auf Psychoanalyse bzw. Erkenntnisse von Freud, Marx, Adorno und vielen anderen zu konzentrieren und auszubilden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesellschaft

Der freie Fall

Immer noch lebendig. Ich bin nicht tot zu kriegen. Hatte es auch nie angestrebt. Die Grenze der Leidensfähigkeit bestimmt sich durch die depressive Gleichgültigkeit. Ironischerweise hält gerade die Depression das Leiden in Grenzen. Wie schwarze Watte stemmt sich das innere Elend gegen das äußere Elend, obwohl oder gerade weil es sich gegenseitig bedingt. Im rücksichtslosen Herumlungern und Verkommen, dem dramatischen Dauerscheitern und Verwahrlosen hängt ein letzter Hauch von Weigerung und Lebenslust. Wahrscheinlich sollte ich das nicht glorifizieren, denn diese Flamme taugt sowieso zu nichts und erstickt mit Sicherheit von selbst, wenn man sie nur zu lange betrachtet. Die Frage ist, ob der Abgrund sich nicht auch relativiert, wenn man in ihn nur lange genug hineinblickt? Wenn der Abgrund in einen hineinblickt und man sich selbst zu eben diesen dadurch macht, so ist er doch auch gebannt. Man steuert den Abgrund als abgründige menschenartige Ruine und Gewissheit über das allgemeine Grauen sollte zumindest einen Überblick über das Schlachtfeld erlauben.

Es wird keine Rettung geben. Das ganze Leben wird eine Katastrophe bleiben. Die Trostlosigkeit ist eine viel größere Konstante geworden und geblieben als alles andere in meinem Leben. Egal was die Fantasie hergibt, die ohnehin stumpf- und rumpfartig ein absolutes Schattendasein führt, von der Flucht in andere Länder, Branchen, Sprachen, Milleus mit Drogen, Arbeit oder Sexualität: Überhaupt nichts überzeugt, um zu stabilisieren, weil die Realität von mir, anderen und allem immer Krise, Angst und Terror gewesen ist. Man steigt als alternder Kapitän ohne Mannschaft auf einen immer brüchiger werdenden Kutter und hofft wenigstens etwas bessere Sicht als zuletzt zu haben, obwohl man ja doch wie die Jahre zuvor nur im Packeis der Arktis festgefroren ist. Millionen Kilometer ist da einfach nichts. Kein Weg, keine Straße, keine Schilder, kein Ton, keine Gesichter. Rufen ist genauso nutzlos wie Suizid oder Weiterleben. Man beginnt Schwierigkeiten zu haben sich selbst zu erkennen und verliert sich mit dem Alterungsprozess immer mehr. Wahrscheinlich war sowieso nie etwas erkennbares vorhanden.

Dieses Zwischenreich bringt die eigene Existenz in eine merkwürdige Metamorphose. Bedingungen von Denken und Fühlen höhlen beides aus bis nur noch eine Nulllinie übrig bleibt. Man isst zwar, aber satt wird man nie. Man schläft, aber ausgeruht ist man nie. Man spricht zwar, aber gesagt wird nie etwas. Man trifft Menschen, aber man begegnet ihnen nie. Ständig passiert etwas, aber erfahren tut man es nie. Das Fernglas zerbricht unter der gefrorenen sozialen Dimension. Man steht auf der Brücke, der Eissturm brennt auf der Haut, die Schneestürme wirbeln um die Insel auf die man sich verständigt und zurückgezogen hat. Alles scheisse. Schon wieder. Immer noch. Andauernd. Überall tauchen Risse auf und Eiswasser rinnt in den Kutter. Man kann nur hoffen nicht zu schnell hinabzusinken oder zu erfrieren. Aber diese Hoffnung ist unlängst von der Gewissheit getrübt, dass man ohnehin nie Glück haben wird. Selbst wenn man überlebt, wird man nie ein Mensch sein. Es hat doch nie etwas anderes als Eiswüsten gegeben, an denen man sich blutig schlug. Warum sollten üppige Reserven gefunden werden, die das Hungern beenden? Warum sollte auch nur ein einziger verlässlicher Mensch gefunden werden, wenn er schon in der Vorstellung undenkbar ist? Warum sollte eine Idee gefunden werden, die aus der Hölle hinausführt? Wieso sollte auch nur irgendein Wort, dass einem einfällt, auch nur irgendwie helfen?

Gewiss ist nur, dass man müde und älter wird. Der Zerfall, die Zerstörung, die Trauer, das ist sicher. Schmerz, Wahnsinn und Ohnmacht darauf kann man seine Existenz bauen. Wenn der Körper dann seine verbissene Routine aufgibt und stirbt, kommt es zu einer ersten und letzten Ablöse der üblichen zentralen Gefährten von Existenzangst, Perspektivlosigkeit, sozialer Isolation, Antriebslosigkeit bis Hoffnungslosigkeit, Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit und Teilnahmslosigkeit. Die Verkrampfung löst sich dann endlich, aber nur um überhaupt alles noch gleichgültiger zu machen. Wenn die Finger schwarz werden und einem abfallen, ausgerechnet dann hat man es geschafft. Das Leben dient offenkundig nur noch als Überlebenskampf, als ein Leben, welches überwunden und ertragen werden muss. Soweit ist alles vergiftet. Alles wiederholt sich engstirnig, die geringen Variationen reduzieren, formalisieren sich laufend und täglich grüßt das Murmeltier.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Tretmühlen der Gesellschaft zertreten Lebensfreude

Es ist so eklig und anstrengend. Da schuftet man Tag für Tag über Monate, Jahre und Jahrzehnte, aber man kann sich letztlich niemals aus der Schufterei befreien. Man bleibt auf dem immerselben Aufwandsniveau, nur ganz wenige Menschen können sich frei kaufen. In dieser Gesellschaft kann man sich nicht anders als durch Betrug, Skrupellosigkeit, angeborenes Talent, Glück oder Erbschaft frei in dieser Gesellschaft bewegen bzw. befreien. Dieser Zustand existiert seit enorm langer Zeit, ihr könnt selbst überlegen wie lange es schon Reich und Arm gibt, wie lange es schon Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten und Früchte der Menschheit gibt. Vermutlich gabe es nie eine Zeit, in der es gerecht zu ging. Erschreckend dabei ist vorallem die Perspektive vieler Menschen, sie sehen, offenbar aufgrund der langen Tradition dieser Zustände, keinen Anlass etwas dagegen zu unternehmen. Zumindest sehe ich nirgends eine kritische Masse, vielleicht aber unterstelle ich den Menschen aber auch nur blinde Herdentiere zu sein, vielleicht gibt es verdammt viele Menschen die immer mehr die Schnauze voll haben. Ich weiß nicht.

Ich hab den Kontakt völlig verloren zu meinen Mitmenschen. Ich kann nicht behaupten sonderlich viele Menschen zu kennen. Aufgrund der Arbeiterei wollte ich mich in meiner Freizeit eigentlich nur ausruhen und wenn ich das nicht getan habe, dann habe ich mich gefragt warum mein Leben so geworden ist und warum es wie vorgezeichnet, egal in welche Bereiche der Gesellschaft ich gehe, so weiter verläuft. Immer gibt es dieselben hirnrissigen Probleme, es gibt zu wenig gut-bezahlte Arbeit, immer gibt es Überstunden, die Arbeit selbst ist oft nach kurzer Zeit öde und gleichzeitig anstrengend. Mittlerweile konnte ich erkennen, dass diese Schwierigkeiten in meinem Leben, die Entwurzelung die ich in mir empfinde, ein gesellschaftliches Problem ist, denn ich bin nicht allein mit diesem Leiden, mit diesem Gefühl von Isolation, Zwang und Machtlosigkeit. Ich frage mich wo hier die Ursachen liegen. Mehrmals habe ich versucht auszubrechen, ich zog kreuz und quer durchs Land, habe beim Staat gearbeitet, ganz normal in der Wirtschaft, in verschiedenen Branchen, Abteilungen gearbeitet. Nichts hat mir irgendwie ein deutlich glücklicheres Leben beschert. Den einzigen Lichtblick fand ich ausgerechnet bei Hausbesetzern in Berlin, die ohne Arbeitszwang ihr Leben gestalteten. Dort fehlte es aber an Bewusstsein, Respekt, Liebe und natürlich einer klaren Zielsetzung gegenüber der Maschinerie der sie zu entfliehen suchten.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Manipulation einflussreicher Menschen in der Politik, Wirtschaft und den Medien ist absoluter Fakt. Es wird gespalten, abgelenkt, missbraucht, manipuliert um Macht zu erhalten, fortzusetzen. Ich glaube nicht mehr an unsere Demokratie, ich glaube auch nicht das unsere Wirtschaft alle Menschen glücklich machen kann, genauso wenig vertraue ich meiner Bank bzw. irgendeiner Bank. Ich habe unheimlich dazu gelernt, aber andererseits hat mich das noch viel stärker Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen gelehrt. Wem kann man denn noch trauen? Wer kann noch von lebenslanger Freundschaft berichten? Wen erfüllt noch die Arbeit für die er täglich bezahlt wird? Wo liegt denn das Glück dieser achso freien Gesellschaft? Die Welt ist nur für ganz wenige Menschen voller Freiheiten und Möglichkeiten, weil wir alle an ein Geldsystem glauben, welches aus dem Nichts Geld erschaffen kann, mit einer Mindessicherung von gerade einmal 2 Prozent, weil wir alle an ein wirtschaftliches System glauben, welches nur die belohnt die am meisten an sich selbst denken, weil wir alle krampfhaft versuchen das Glück durch oberflächliche Güter zu erarbeiten.

Das Paradies für alle Menschen wird solange verschlossen bleiben, ehe wir nicht an uns selbst arbeiten und das fängt damit an genau zu beobachten was eigentlich los ist in der Welt bzw. unserem näheren Umfeld. Das hohe Desinteresse an Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt ist gefährlich. Die hohe Beschäftigung der Massen mithilfe von schlecht bezahlter stumpfer Arbeit, ebenso. Die Verführung der Massen zu Völlerei, Saufen und gedankenlosen Konsum allgemein, genauso. 24 Stunden, jeden Tag, reproduzieren sich ganz gefährliche Vorstellungen. Leistung, Wettbewerb, Kampf, Macht, all das sind nur Spiegel fürs Ego, all das brauchen wir nicht um glücklich zu sein. Wir müssen die Herausforderung annehmen und jenseits der gedanklichen Grenzen leben. Es ist nicht hinnehmbar, einfach nur das zutun was man immer getan hat, oder erschöpft einfach nur zu befolgen, was andere befehlen oder entscheiden. Wir sind verantwortlich, jeder einzelne Mensch von uns, egal ob Manager, Putze oder Hartz 4 Empfänger. Diese Kategorien sind wertlos, wir sind in erster Linie Menschen und sollten uns zu allererst an der durchsetzung der Grund- und Menschenrechte weltweit orientieren.

Weder unsere Politik noch unsere wirtschaftlichen Systeme waren bisher dazu in der Lage. In den letzten Jahrzehnten haben sie sogar enorm viele Rückschritte gemacht, aus machtpolitischen Gründen bzw. allgemein aus egoistischen Gründen. Mich schmerzt es zutiefst, das ich nicht mehr dagegen tun kann, weil ich mich selbst noch nicht dem vollständigen aussteigen, aus allen Tretmühlen der Maschinerie gewachsen sehe. Ich habe, wie auch ihr, nur meine gedanklichen Ketten zu verlieren, die mich seit meiner Geburt daran hindern frei zu sein.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Mangelnde Kommunikation

Wo wird denn in dieser Gesellschaft noch in Gruppen über die großen Probleme der Gesellschaft diskutiert? Wo werden Lösungen erarbeitet und wo wird versucht sie in der Realität auszuprobieren? In der Arbeit wird es wohl kaum solche Debatten geben, dort orientieren sich die Angestellten und leitenden Angestellten nur am betriebsinternen Alltag und wickeln Kundenaufträge und etwaige Probleme ab. Darüber hinaus gibt es unter den Kollegen kaum Gespräche über die Fehler bzw. Denkfehler dieser Gesellschaft. Es wird gequatscht über Fußball, Frauen, Saufen, Firmen, Branchen, sicher auch mal über die Politik, aber aufgrund der hohen Komplexität bleibt es immer bei oberflächlichen Sprüchen und Phrasen.

Die Parteien in unserem Land sind vielleicht die einzigen Gruppen die tatsächlich quasi täglich etwas grundsätzliches  verändern (wollen), aber in den meisten Fällen leider nicht zum Positiven für alle Menschen, sondern nur für eine begrenzte Anzahl von Menschen, für eine bestimmte Klientel oder Wählergruppe. Die Wahlen sind längst zu einer Art monströse PR-Show abgestürzt, es geht nur noch darum die Wähler zu verführen, ihnen alles zu erzählen damit sie wählen, was gewählt werden soll. Es geht nicht mehr um Ideale, Prinzipien, Moral, Ehtik, was zählt ist die Erhaltung der Macht, die Anhäufung von Kapital, die Unterdrückung der kritischen Meinung. Hier kann sich kein Bewusstsein bilden, welches über dieses Konkurrenzdenken hinaus geht.

Die Menschen kämpfen gegeneinander, egal ob in Politik oder Wirtschaft. Es ist irrational sich für andere Menschen einzusetzen, denn es lohnt sich finanziell nicht, man hat quasi „nichts“ davon und immer mehr Menschen lassen es daher, sich für grundlegende Probleme der Menschheit zu interessieren, geschweige denn Lösungen zu erarbeiten. Lieber beschäftigt sich die Masse mit Dingen die nicht so kompliziert sind und nicht so schwer fallen. Es wird versucht das Leben zu genießen, während täglich Tausende verhungern, Tausende an heilbaren Krankheiten verenden, Millionen mit ein paar Cent pro Tag auskommen müssen. Obwohl wir eigentlich wissen müssten, als privilegierte Menschen der westlichen Hemisphäre, wir können nicht glücklich sein solange soviele bzw. nur irgendein Mensch derartiges Leid ertragen muss.

Es steckt in unserem Bewusstsein, und wenn wir weiter versuchen zu verdrängen, wird uns das weiterhin unglücklich machen. Wenn wir nicht lernen hinzusehen und schon gar nicht darüber kommunizieren wollen, wenn wir keine Plattformen schaffen, wo das alles endlich stattfinden wird, wie soll es dann Lösungen geben die ins Paradies führen?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft

Mal laut und naiv gedacht

Ich kann schmecken, riechen, atmen, fühlen, sehen, hören, denken, gehen, springen, schlafen, essen, lachen, weinen, lieben und hassen. Es gibt unwahrscheinlich viele Dinge die ich sofort tun kann und die derart unermesslich wertvoll sind. Allein wenn ich mir eine meine zwei Hände ansehe, bin ich von deren Komplexität fasziniert. Es ist mir ein Rätsel wie mein kompletter Körper seit Jahren entgegen allen Wahrscheinlichkeitsrechnungen des menschlichen Verstandes vor Leben nur so bebt! Ich selbst habe mich gedanklich bestimmt schon hunderte Male umbringen wollen, einfach weil zuvieles, welches völliger Blödsinn ist, mein Leben einschränkt und in dessen Vielfalt zerstört. Das waren dumme Gedanken, ich besitze seit ich lebe den wertvollsten Schatz den sich ein Lebewesen nur vorstellen kann, nämlich einen funktionierenden Körper mit allen Sinnen um die Welt wahrzunehmen. Und ich glaube man kann diesen Schatz niemals bezahlen,- müsste man ihn kaufen.

Aber andere Dinge muss man sich (noch) kaufen: Lebensmittel, Medizin, Lebensraum, Bildung und solche Dinge. Ich frage mich warum man diese lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht genauso geschenkt bekommt wie diesen wunderbaren Körper? Wenn man das wertvollste geschenkt bekommen hat, dann sollte man vor den Bedingungen für eine überlebensnotwendige Grundlage nicht zurückschrecken, und eben diese selbstverständlich für möglichst alle Lebewesen erfüllen! Solange nicht daran gearbeitet wird diese Bedürfnisse bei allen Menschen selbstverständlich von Geburt bis zum Tod zu erfüllen, – wird es weiterhin Konflikte geben, – weil jeder glaubt er würde zu kurz kommen, sei minderwertig und müsse deshalb kämpfen, lügen, betrügen, Schmerz zufügen. Und ich glaube es ist nicht so schwer das zu schenken, jeder von uns braucht das.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales