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Allmächtiger Kern

Das Schlimmste ist die stetige Wiederholung der ewigselben Problematik. Ständige Wiederkehr von Phrasen, Sprüchen, Situationen, alles scheint vorprogrammiert. Man kann heute sagen wie es morgen oder die nächsten Wochen, Monate und Jahre sein wird. Die Unterschiede und Veränderungen sind immer nur oberflächlich. Es gibt andere Kollegen, es gibt andere Satzstellungen, sanftere oder boshaftere Äußerungen, es gibt freundliche und unfreundliche Chefs und alles scheint überhaupt keine Rolle zu spielen für den Kern, der uns alle in die Büros dieser Welt treibt. Jegliche Spontanität wird aus den Individuen gesaugt, die Individuen existieren nur noch für diesen Kern. Der wesentliche Kern jeglichen Treibens der die Leute zusammenhält, der sie gemeinsam kämpfen lässt, obwohl sie sich selbst und alle anderen verabscheuen. Wenn Plakete im Büro hängen die so etwas dämliches sagen wie „Service ist unsere Leidenschaft“ oder „Wir hängen uns voll für unsere Kunden rein“ mit entsprechenden Sinnbildern darüber, dann spielen sie auf diesen Kern an der unsere Familie, Umwelt, unser ganzes Leben vergiftet. Der Kern ist die Profitmaximierung, die maximale Verwertung menschlicher Arbeitskraft, die Intensivierung des Arbeitsprozesses. Jegliches Gelächter der Kollegen an guten Tagen kann nicht über diesen Kern hinaus gelangen. Nichts, weder der Urlaub, die Freizeit, das Intimleben kann diesen Kern aufheben und nichtig machen. Alles geht von ihm aus und alles bezieht sich auf ihn und entsprechend stark ist seine Sogwirkung auf alle Generationen. Blind wird darauf vertraut das die Ordnung der viele Millionen Menschen folgen schon seine Richtigkeit hat. Als ob den Leuten schon immer nichts anderes übrig blieb sich den Verhältnissen hinzugeben. Als ob die Leute schon immer so hörig den Gesetzen des  Kapitals und der herrschenden Klasse waren. Jeder der diese Ordnung, die in Wahrheit Chaos ist, als das erkennt und artikuliert was sie ist, wird als Nestbeschmutzer, Eigenbrödler oder schlicht als Mensch mit negativer Einstellung abgewertet und abgefertigt. Die ganze Problematik spitzt sich so noch weiter zu. Wie erklärt man einen Kranken der sich für gesund hält, wie krank er eigentlich ist? Wie kann man als Infizierter, als von der allmächtigen zerstörerischen Ordnung Bedrohter überhaupt gegen den Kern ankommen? Man wird von ratternden Motoren genauso überfallen wie von den sich ständig ausweitenden Industriegebieten und Asphaltlandschaften. Es stinkt ständig nach Verwahrlosung, in Form von Öl, Benzin, Urin usw. Man muss darauf achten nicht in zerbrochene Bierflaschen der letzten Trunkenbolde zu treten, oder in die Kackhaufen von geliebten neurotischen Haustieren. Achtlos wird diese Umwelt betreten, benutzt und weggeworfen als würde es sie immer geben unabhängig davon was wir als Menschen so machen. Völlig abgeschottet sitzen die Leute in ihren überteuerten Fahrzeugen auf dem Weg zur Arbeit, zum Discounter, zur Disco oder zum Urlaubsziel und begreifen dabei gar nicht wie sie modern und bequem die Erde unbewohnbar machen. Wie kann man soetwas aufrütteln ohne gleich als Öko, Kommunist und so weiter beschimpft zu werden? Die stetige Wiederholung muss endlich gebrochen werden. Der Kern muss offenkundig gemacht werden. Ob das letztlich die Menschen überzeugt die sich in all diesen Katastrophen wohl fühlen bleibt fraglich.

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Im Büro

„Scheiße!“
„So eine Scheiße!“
„Alles scheiße!“
„Auf meinem Tisch liegt nur Scheiße!“
„So eine verdammte Scheiße hier!“
„Ich kotz gleich!“
„Arschloch!“
„So ein dummes Arschloch!“
„Ich trete gleich jemanden zusammen!“
„Ich scheiß gleich auf den Tisch und kündige!“
„Was? – Hallo? Sagen Sie mal..?! Sind Sie zu blöd mich zu verstehen?“
„Dieser verdammte Wichser soll sich nicht so anstellen!“
„Wollen Sie mich verarschen?!“
„Ich dreh gleich durch!“
„So ein Hurendreck!“
„Der Typ gehört erschossen!“
„Ich glaub Du spinnst wohl ein bisschen?!“
„Ich glaub der spinnt wohl?!“
„Spinnt der ein bisschen?!“
„Ich mag nicht mehr!“
„Ich mag nicht mehr, ehrlich!“
„Ich glaub ich fang gleich das kotzen an!“
„Wenn ich den Typen sehe, spuck ich ihm ins Gesicht!“
„Dem sollte man mal eine reinhauen!“
„So ein Weichei“
„So ein Trottel“
„So ein Depp“
„So ein Wichtigtuer“
„Wie kann man nur so dumm sein?“
„Verdammte Scheiße!“
„Ich mache diese Scheiße nicht mehr mit!“
„Ich geh gleich heim, ist mir scheißegal!“
„Macht Euren Dreck doch alleine!“
„Welcher Volldepp war das?“
„Was soll diese Scheiße?“
„Solche Luschen können wir nicht gebrauchen!“
„Wahnsinn!“
„Wahnsinn, echt!“
„Irrsinn!“
„Das ist so ein Beschiss hier!“
„Ich komme mir so verarscht vor!“
„Man wird hier nur verarscht!“
„Länger mache ich das nicht mehr mit!“
„Also dann, bis morgen!“

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Überlebenskampf

Obwohl ich nicht den härtesten Job habe, bin ich jeden Abend nach der Arbeit ziemlich müde und kaputt. Da bleibt nicht mehr viel Elan für andere Dinge. Auch wenn ich mir täglich etwas vornehme, wird am Abend wenig oder gar nichts daraus. Ich denke ich stecke genauso wie viele andere Leute ziemlich fest im Arbeiterleben.

Jeden Tag gibt es nun Routine auf allen Bahnen meines Lebens. Ich stehe zurselben Uhrzeit auf, dusche, frühstücke und so weiter. Dann aufs Fahrrad, Musik an, S-Bahn, traurige, deprimierte, hängende Gesichter. Einige Leute rauchen oder unterhalten sich, gucken wo die S-Bahn bleibt und reiben sich die Hände vor Kälte.

Dann kommt sie mit den üblichen immer gleichen Geräusch. Ein paar steigen aus, viele wollen rein, die Jagd auf einen Sitzplatz beginnt. Station für Station kommen mehr Leute und es wird voller. Ich lese und höre Musik. Ich versuche möglichst keine Gefühle oder Gedanken über den bevorstehenden Tag zu hegen, das würde mich nur belasten.

Nach weiteren Stationen steige ich um, sehe noch mehr trübe Gesichter und fahre wieder herum. Dann in den Bus, der auch immer nur dieselbe Strecke kennt. Ich steige aus und dann die Treppen des Firmengeländes zur Abteilung hoch. Sage: Guten Morgen, werfe meine Jacke auf den Stuhl und dann geht dieselbe Leier des Vortages von vorne los.

Und das ist nur ein Teil des Ablaufes der sich ganz ähnlich wiederholt. Ich bin mir sicher, so leben neben mir noch viele Millionen andere Menschen. Die einen zweifeln ob das schön ist, die anderen wissen das es erbärmlich ist, und so weiter. Jeder hat so seine Art und Weise seine Situation zu  beurteilen und dann zu durchleben. Wenn ich meinen Alltag so betrachte, und die Gedanken und Gefühle die daraus folgen beobachte, dann kann ich mein Leben nur als stumpfsinnig definieren.

Ähnlich definiere ich wenn ich das Leben von Millionen anderen Menschen betrachte. Sicher, auch die Tiere leben im Stumpfsinn, sie scheinen mir aber im Wesentlichen nicht so einem Chaos ihrer direkten Artgenossen ausgesetzt. Der Mensch ist durch sein Denken wirklich immer schlimmer geworden. Ich weiss nicht was ich aktiv dagegen machen soll.

Es ist mir nicht möglich die Welt zu ändern, oder gar ein Land zu ändern, denn dafür bräuchte ich soviele Eigenschaften, Geld und Macht, die ich in meinem ganzen Leben nie aufhäufen könnte. Ich will mein Leben auch gar nicht dafür verwenden, Wissen, Geld und Macht anzuhäufen. Ich verliere das alles doch mit dem Tod ohnehin. Aber was soll ich tun?

Soll ich wirklich einfach von einem Tag auf den anderen in eine der wenigen abgelegenen Bereiche der Welt, ohne Menschen, ohne Zivilisation und so weiter ziehen? Ich würde wahrscheinlich kein halbes Jahr da draußen überleben. Nie habe ich einen Überlebenskurs oder dergleichen besucht. Dafür würde mir jetzt auch das Geld und die Zeit fehlen. Ich weiss nicht, meine Situation ist stumpfsinnig, ätzend und absolut ausweglos.

Gut, wenn man Suizid als Ausweg sieht, gibt es doch noch einen Ausweg. Aber warum sollte ich mein Leben jetzt schon beenden? Zwar würde ich dann aus meiner Entscheidung heraus einen Schlussstrich ziehen und von niemanden abhängig sein und müsste mich auch nicht um die Altersvorsorge kümmern. Nur, ich habe das Leben nicht genug begriffen, alsdass ich es jetzt schon auslöschen könnte. Klar, es ist nicht notwendig, aber irgendwie will ich mir die Chance lassen zu verstehen. Auch wenn es bedeutet, ständig in Gefahr zu leben.

Momentan sehe ich mein stumpfes Arbeiterleben tatsächlich als Überlebenskampf an. Es geht jeden Tag darum achtsam zu sein. Denn es passiert ganz schnell und man ist genervt, sauer und will nur noch weg. Und dann erkennt man sofort, es geht nicht. Man muss den Job durchziehen, denn es gibt unzählige Verpflichtungen, vorallem finanzieller Art, es wäre der Ruin den Widersprüchen nachzugehen.

Ich habe viele Verwirrungen teuer bezahlt. Viele tausend Euro, sprich, ich habe viele Monate quasi für nichts gearbeitet, weil ich einfach unüberlegt Risiken eingegangen bin. Diese Gesellschaft straft soetwas sofort mit finanziellen Abbuchungen. Natürlich wird das immer ganz positiv verpackt. Letztlich weiss ich aber, das die immer nur mein Geld wollten und mir nicht wirklich eine konstruktive Richtung weisen wollten.

Das zeugt einfach von einer zerstörerischen Gesellschaft, wenn unerfahrene Menschen gnadenlos mit hinterhältigen Verträgen und Verpflichtungen mit einem Lächeln geknebelt und gefesselt werden. Erst spät erkennt man dann, die haben alle nur geschauspielert um ihr schickes Auto  oder ihre tollen Anzüge bezahlen zu können. Das ist eine grundverlogene Gesellschaft in der wir leben.

Sie ist in einem hohen Maß stumpfsinnig und kompliziert. Das Leben selbst ist unglaublich einfach, aber der Mensch hat sich selbst und sein Leben mit seinem Denken kompliziert gemacht. Dieses Denken hat auch meinen stumpfsinnigen Alltag verursacht. Ich muss daraus ausbrechen und es auflösen. Anders geht es nicht. Viele Fehler kann ich mir nicht mehr leisten. Mich wird niemand mehr auffangen. Ich bin nicht mehr interessant genug.

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Atemzug für Atemzug

Ich denke, wir alle haben es nicht leicht unser Leben auf die Reihe zu bekommen. Die wenigen Freuden die wir uns oft selbst schenken sind nur von kurzer Dauer und der raue, graue Arbeitsalltag überwiegt dann auch noch um ein vielfaches das minimale Glück.

Morgen werde ich in einen neuen Job einsteigen. Es hat einige Zeit gebraucht diesen zu bekommen. Natürlich habe ich Angst den Anforderungen nicht zu genügen und relativ schnell in dem alten Loch zu sitzen, in das man geworfen wird, wenn man sich nicht sicher ist womit man sein Geld verdienen und die meiste Zeit seines Lebens verbringen will.

Ich werde mir täglich sagen: Ich tue das weil ich noch etwas größeres vorhabe und dieser Job die erste Stufe ist. Auch wenn ich nicht auf Disziplin und Motivation stehe, weil ich beides für eine Unterdrückung des Geistes und des Herzens begreife, – scheint dies wohl eine der wenigen Dinge zu sein die ich versuchen kann, um nicht bei den ersten großen Schwierigkeiten schreiend davon zu laufen.

Natürlich werdet ihr sagen: Stell dich nicht so an, in Indien gibt es 6 Jährige Kinder die im Steinschlag arbeiten. Aber dann habt ihr auch nicht verstanden was ich meine. Wir leben in einer oberflächlichen Gesellschaft, mit entsprechend gedankenlosen Zielen und Vorstellungen aus der Steinzeit. Wir haben einen alten Überlebenstrieb in uns, der uns Dank Kultur und Tradition verstärkt, kaum einen klaren Blick auf die Realität gibt.

Das Hauptziel des Durchschnittsmenschen ist es sich eine Sicherheit aufzubauen. Geld ist hier das Mittelchen zum Zweck. Nur leider ist dieses nur mit dem Tausch von Lebenszeit und Leistung zu erreichen. Lebenszeit sollte eigentlich unbezahlbar sein, aber diesen Widerspruch haben die meisten längst ignoriert, denn es geht um das Überleben und es spielt keine Rolle wie man es sichert, Hauptsache es wird so gut wie möglich und vorallem so nützlich wie möglich erreicht.

Wir haben nicht das Ziel die Welt, das Leben, unsere Gefühle, unser Denken und so weiter zu verstehen. Denn wir glauben alles zu wissen und die hochtechnisierte Welt scheint uns ständig Recht zu geben. Das es an Weisheit, Liebe und vorallem Ruhe fehlt, scheint hier kaum zu interessieren. In dieser Welt gibt es nach wie vor Gewinner und Verlierer. Das sind die Starken und Schwachen. Wir haben diese Kategorien geschaffen. Wir sind Diejenigen die Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit ausüben. Wir definieren Gut und Böse und erfinden ständig neue Definitionen die alles nur noch komplizierter und schwieriger machen.

Man sieht es an meinem Beitrag, er wird auch immer komplizierter. Dabei wollte ich nur sagen, wir Menschen leben nicht wirklich. Wir zerstören nur. Wir zerstören die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aufgrund unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen. Wir leben unecht, unwirklich, an der Realität vorbei. Es gibt nur Lügen in unserer Welt und unser Gott ist der Geldschein. Wir haben uns zu Sklaven gemacht, trotz unserer hohen Ziele. Es wird immer davon gesprochen wieviele Chancen der Kapitalismus doch bietet, aber keiner sieht was dieses System tagtäglich auf diesem Planeten anrichtet.

Das soll keine Kritik am Kapitalismus werden. Es ist eine Kritik an den System, Denkmustern und Verhaltensweisen des Menschen. Wir können keine Freiheit organisieren. Wir können uns Freiheit nicht erarbeiten, erkaufen oder durch Sicherheit erbauen. Es gelingt nur durch verstehen und lernen. Durch leben und leben lassen. Respekt, Geduld, Ruhe, Liebe, Zuversicht und die Anerkennung aller Lebewesen auf diesem Planeten. Es gibt keine Alternativen. Wir lügen uns ständig an. Wir quälen uns. Wir wissen das wir uns zerstören indem Glauben wir könnten es nicht ändern.

Dabei müssen wir nur aufhören. Jetzt sofort. Und keine Systeme produzieren die das alte ersetzen! Ich will keine Anarchie, denn auch das ist ein System.

Jedenfalls habe ich morgen meinen Job zu machen. Ich habe meinen Mann zu stehen, solange bis jemand Stop ruft. Bis es zu Ende ist. Bis Feierabend gerufen wird und ich erleichtert mein Stück Freiheit gierig verschlingen darf. Ich weiss das so ein Leben Elend ist. Ich weiss das es vielen nicht besser ergeht. Und gerade deshalb begreife ich das jetzige menschliche Treiben als definitives, organisiertes und gesellschaftlich akzeptiertes Verbrechen gegen die Freiheit und die Würde aller Lebewesen.

Dieser Ansatz ist so maximal und grundsätzlich, ich werde so viele Jahre brauchen um es anderen Menschen begreiflich zu machen. Ich verstehe es ja nicht einmal selbst. In meinem Innersten spüre ich es aber ganz klar und deshalb kann ich das hier so notieren. Vielleicht verlässt mich irgendwann der Mut und ich werde nie beweisen und erläutern können was ich eigentlich auf dieser Erde wollte. Eine kleine Chance gibt es zwar. Aber ob sie reicht um mich in kalte, graue Bürogebäude zu zimmern und das oft genug, damit keiner Verdacht schöpft. Ich weiss es nicht.

Aufgrund der Fehler die alle Menschen in ihrem täglichen Alltag machen, glaube ich irgendwann selbst ein Fehler zu sein. Wieso bin ich nicht blind? Warum kann ich nur teilweise sehen? Es ist so ein Leiden diese Schwierigkeiten nicht schnell bewältigen zu können, sondern nur Atemzug für Atemzug.

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Neuer Job – Neue Hölle

Heute trete ich also eine neue Stelle an.
Es gibt kein Zurück, nur ein dreckiges Vorwärts, Vorwärts!
Ich habe ein sehr flaues Gefühl, ich fühle mich grässlich und absolut kaputt.
Ich will dort nicht sein, aber ich brauche das Geld.
Wie eine kleine Hure brauch ich die Scheine, um mein lausiges Leben führen zu können.
Aber ich kenne dieses Gefühl, ich habe schon oft Dinge getan die ich normalerweise nicht tun würde.
Ich bin abhängig. Ich kann nicht das tun was ich will, weil es zu teuer ist. Wie soll ich sonst überleben?
Ich muss diesen Job machen, meine Zeit damit verbrennen, einen Teil meines Lebens verschenken.
Mit dieser Haltung und diesen Gefühlen stehe ich allein da. Ich darf Nichts davon Preis geben.
Offiziell muss ich wollen und können. Ich muss funktionieren, sonst werde ich schnell ausgetauscht.
Und wenn ich den Job hinschmeisse, bin ich noch schneller am Ende. Denn weniger Geld, bedeutet weniger Freiheit.

Ich kann mir einreden das der Job okay sein wird, oder das ich einfach viel zu sehr vom Paradies träume und das ich endlich aufwachen soll. Aber der Schmerz wird immer da sein. Ich werde leiden, jede Minute leiden. Und trotzdem muss ich dabei lächeln, als ob es schon immer mein größter Traum gewesen ist, so einen Müll zu machen.

Wie allein und leer ich mich mit diesen Gedanken fühle. Das wird kein guter Start in diesen Job. Ich muss ein geborener Versager in dieser Leistungsgesellschaft sein. Ich muss wohl verlieren um sterben zu können.

Update:

Ja, den Tag habe ich überlebt. Welch grosse Überraschung.

Ich weiss das ich einer von Vielen bin. Ich habe es heute jede Minute schmerzlich gespürt.

Ich habe die Sekunden gezählt, die Augenblicke und Momente, – wollte aus dem Fenster springen, schreiend durch den Haupteingang nach draussen rennen und mich aus der Toilette in irgendeine andere Zeit katapultieren. Aber ich blieb sitzen und hörte bzw. sah mir an, wie man in dieser Firma den Alltag bestreitet. Nach 2 Stunden war mir richtig hässlich langweilig. Ich hatte das Gefühl von innen aufgefressen zu werden. Ich trank sehr viel Wasser um dieses Gefühl loszuwerden. Aber es half nichts.

Die Langeweile ist das Schlimmste. Wie festgenagelt musste ich auf meinem Sitz bleiben, freundlich nicken, Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen, damit ich diesen armen Menschen keine Grund für Skepsis gebe. Ich weiss nicht wie die anderen Menschen das aushalten. Vermutlich lieben sie es, wie eine Maschine zu leben. 9 Stunden in einem Grau in Grau Großraumbüro zu sitzen, ein paar Sachen ein zu tippen, mit Leuten zu reden, denen sie nichtmal in die Augen geschaut haben. Widerlicher moderner Lebensstil.

Ich kann nicht einer banalen Tätigkeit nachgehen nur um Geld zu verdienen. Mich widert es geradezu an, in dieser Form Erfolg provozieren zu müssen. Ich will scheitern. Sollen die Strebsamen, Fleissigen und Gehorsamen mich für einen Versager und für einen Ungehorsamen halten. Ich will nicht Erfolg haben damit es mir oder der Firma besser geht, ich will nur mehr Ruhe im Leben haben und dafür sorgen das es weniger Leid auf der Welt gibt. Aber das ist offenbar zuviel verlangt. Stattdessen wird es mir leicht gemacht, ein Fachidioten-Arschloch zu sein, das nur auf Autos, Partys und Barbies steht.

Man möchte mich zu einem traumlosen, Krawattenzombie heranzüchten, der nicht wagt die eigene Schönheit zu erkennen oder die Macht Einzelner zu hinterfragen. Entweder drehe ich durch beim Versuch dagegen anzukämpfen oder ich werde wie ihr alle sein..

Update²:

Ich bin dort nicht nochmal hingegangen. Job geschmissen. Alle haben mich beschimpft. Aber ich habe das Richtige für mich getan. Auch wenn es mich wieder zum Verlierer macht.

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