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Fragmente aus einem falschen Leben

Die Menschheit existiert in Lohnarbeit und produziert jeden Tag Zustände in denen es normal ist die Menschen, Tiere und die Umwelt systematisch zu zerstören. Milliarden Menschen können sich nichts schöneres vorstellen als an dieser Zerstörung teilzuhaben. Ihnen erscheint diese Welt als die beste aller Welten. In der Tat sind die Konsummöglichkeiten und Produktivitätssteigerungen gigantisch. Die wenigen Menschen die begriffen haben, dass es nicht mehr so weiter gehen kann, ergiessen sich in Fatalismus, Hedonismus, blinden Aktionismus und verlieren sich im Treibsand einer verlorenen Gesellschaft, die es aus ideologischer Verblendung für notwendig hält, Irrsinn als Vernunft umzudeuten. Dabei müssten die Lohnabhängigen bloss ihren alltäglichen Überlebenskampf zum Anlass nehmen, um über ihr Leben zu reflektieren.

Jeder Mensch in diesem System ist Junkie, Hure, Zombie und Sklave in einer Person.

Wir sind Junkies, weil wir regelmäßig unsere Finanzspritze bzw. Lohn brauchen, mit dem wir unsere stets steigenden Lebenshaltungskosten finanzieren.

Wir sind Huren, weil wir täglich auf dem Straßenstrich genannt Arbeitsmarkt anschaffen gehen. Und jedem zahlungskräftigen Arbeitgeber unsere Fähigkeiten, unseren Körper und unsere Seele anbieten. Wir verkaufen unser unendliches Potential, unsere Lebenszeit und Lebenskraft für ein paar Euros, ohne Aussicht darauf, dass es jemals aufhören wird. Erniedrigungen, Demütigungen und Missbrauch sind unser täglich Brot, welches wir demütig annehmen um Überleben zu können.

Wir sind Zombies, weil wir glauben in der besten aller Welten zu leben und dem Gehirntod gleich den üblichen Sprüchen von Medien, Politikern, Kollegen, Verwandten und Freunden glauben. Wir übernehmen Vorurteile, Traditionen und Ideologien, verteidigen sie im Laufe unseres Lebens mit allen Mitteln, statt sie in einem langen Reflexions- und Selbstreflexionsprozess zu hinterfragen. Wir fallen auf den Märkten übereinander her, zerfleischen unsere Bedürfnisse und Hoffnungen, deren Befriedigung nur die Stärksten erfahren, während die Schwächsten sofort oder über einen langen Zeitraum sterben. Hierbei geht auch die Umwelt zugrunde.

Wir sind Sklaven, weil wir unsere Lebenszeit als Arbeitszeit verstehen. Es herrscht Arbeitszwang, wer nicht arbeitet verliert an Lebensqualität, wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und als wertlos betrachtet. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir am Arbeitsplatz und haben dort gelernt Charaktermasken aufzulegen und in einer bestimmten Rolle wie ein Zahnrad zu funktionieren. Wir sind als Lohnabhängige so austauschbar wie Zahnräder. Wir sind Sklaven, weil wir eine Sklavenmentalität haben, die Faulheit als Qual erscheinen lässt, die Sozialhilfeempfänger als Schamrotzer definiert, die fundierte und grundlegende Kritik als utopisch oder naiv brandmarktet, die Anarchismus als Chaos definiert. Und das obwohl unsere gegenwärtige Gesellschaft das größte Chaos hervorgebracht hat, das permanent und systematisch von allen Lohnabhängigen qua ihrer Arbeitskraft erarbeitet und aufrechterhalten wird.

Das Chaos beginnt im Bildungssystem

In der Schule werden wir bereits als Kinder mithilfe der Noten auf Leistungs- und Wettbewerbsprinzpien konditioniert und gezüchtigt. Man spaltet die jungen Menschen in verschiedene Leistungskategorien und definiert damit wieviel wert sie sind. Eltern möchten das ihre Kinder gute bis sehr gute Noten erbringen, erbringen sie diese nicht, versteht das Kind schnell, das die Eltern enttäuscht sind. Anerkennung und Liebe erhält man als Kind oft nur dann besonders intensiv, wenn die Leistungen in der Schule stimmen. Das ist nur ein Grund von vielen, der dazu führt, dass wir unsere Identität in den meisten Fällen über unsere Leistungen und Leistungsfähigkeit definieren. Weiteres findet sich in Büchern von Autoren wie Arno Gruen. Wir fühlen uns erst dann als vollständiger, wertvoller und liebenswerter Mensch, wenn unsere Leistungen überdurchschnittlich sind. Daher auch der unglaubliche Drang im Berufsleben voranzukommen, zu funktionieren oder Schönheitsidealen zu entsprechen. Allgemein wird das gern Egoismus genannt und als charakterliche Schwäche bezeichnet, die allgemein der gesamten Menschheit zugeschrieben wird. Mittlerweile gilt es als populär die Menschheit als Krankheit zu bezeichnen. Jedoch wird dabei völlig vergessen, dass Egoismus mit dem Wettbewerbs- und Leistungsorientierten Schulunterricht anerzogen wird und auf ökonomischer Ebene sogar überlebensnotwendig ist.

Inhalt & Ziel der Ökonomie

Das zentrale Moment der Ökonomie besteht darin für den Tauschwert Milliarden Menschen, Tiere und zehntausende Quadratkilometer Natur aufzufressen und entfremdet auszukotzen. Industriegebiete sind Kriegsgebiete. Es sind Gebiete, die in Beton und Stahl gegossen wurden um konzentriert Profite zu scheffeln. Zwischen Autobahnen, Hauptstrassen, Flughäfen, S-Bahnen, Zügen, Discounterhallen, Logistikzentren, anderen diversen Konzernen und tobenden, lärmenden Kraftfahrzeugen lagern neben Müll und Schrott, die erbärmlichen menschlichen Existenzen. Ehrgeizig arbeiten die Menschen tagtäglich an der Realisierung der Apokalypse, der Hölle auf Erden, ohne je ihre Beteiligung daran zu erkennen. Die globale Identifikation mit dem Arbeits-, Leistungs- und Wettbewerbswahn, ist Ausdruck einer tiefen Entfremdung des Menschen von sich selbst und dessen Umwelt. Der Kapitalismus pervertiert das Leben zu reinen Kosten-Nutzen Aspekten und Menschen die sich damit identifizieren, betrachten z.B. den materiellen Überfluss als Ausdruck von desssen Güte und Erfolgs. Es wird gemeinhin als Freiheit verstanden sich als Hure auf dem Arbeitsstrich zu verkaufen, egal wie die Arbeitsbedingungen sind, egal welche gesundheitlichen Folgen sich daraus ergeben.

Tauschwert herrscht über Gebrauchswert, über Leben, Menschen, Tiere und alles Existierende und Nichtexistierende, also auch Fantasien und Gefühle. Grundlage der Ökonomie ist  die Maximierung des Profites, mithilfe der Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, deren Träger der moderne Mensch ist. Die Globalisierung erbrachte wachsende Teilnehmerzahlen am permanenten Wirtschaftskrieg. Die Grabenkämpfe in Büros, Verkaufszentren und Produktionshallen werden erbarmungsloser, je mehr Lohnabhängige, Huren, Sklaven, Zombies, Junkies ein Stück ab haben wollen vom allgemeinen Profit. Jeder weiß erst mit dem Verkauf der Ware, welchen Wert seine Schufterei hatte. Alle kämpfen darum zu gewinnen, aber wie üblich gibt es immer andere die noch mehr für ihren Sieg getan haben. Und man muss sich mit weniger zufrieden geben. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig. Jene mit der besseren Infrastruktur, Fachausbildung, Umsetzung der Tugenden wie Fleiß, Flexibilität, Belastbarkeit usw, Technologie und dem höchsten Eigenkapital, haben also die besten Chancen später auch über ihre Kaufkraft und dem Konsum von Produkten ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Erstrangig in unserer Ökonomie ist also die Maximierung der Profite, danach kommen die Bedürfnisse der Menschen.

Das Ziel jedes Konzerns basiert auf Profitmaximierung, auf maximale Auspressung der Ware Arbeitskraft. Je mehr ausgepresst wird, je besser die Konkurrenz, desto intensiver und länger wird die Arbeitszeit, desto höher steigt die Anzahl von gesundheitlichen Erkrankungen bspw. Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen wie Perfektionismus, Rigidität und Pedanterie. Obendrein erhalten die Lohnabhängigen nur geringe Löhne, sodass sie weiterhin nur ihre Arbeitskraft für ihren Überlebenskampf haben. Kein Lohn ist gerecht, weil man nie genug verdienen kann, um endlich nicht mehr als Hure am Markt erniedrigt zu werden. Die Vermögensentwicklung ist daher global sehr einseitig: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besaß 40 Prozent des Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent besaßen im Jahr 2000 zusammen 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. Verantwortlich für diese Entwicklung ist aber nicht der Reiche, der Politiker oder irgendein anderer Sündenbock, sondern die gesamte Bevölkerung die sich dem Prinzip der Profitmaximierung unterordnet. Herrschaft besteht heutzutage nicht mehr über Menschen, sondern über ein dialektisches Verhältnis, das im Kapital ihre Definition findet. Ob du Zeit für Deinen Partner hast, ob Du Geld für Medikamente hast, ob Du über ein Studium realisieren kannst, alles hängt von Deinen monetären Mitteln ab, da sich darüber Deine materiellen, zeitlichen Möglichkeiten und Resourcen definieren.

Die Rolle der Politik

Definiert, legitimiert und verteidigt wird diese Ökonomie von den Gesetzen, dem Gewaltmonopol und den Parteien. Keine der größeren Parteien möchte den Kapitalismus abschaffen. Ziel der Politik ist vorrangig die Haushaltskonsolidierung, wenn danach etwas Geld übrig bleibt, sieht man sich an, was man von seinem Parteiprogramm noch realisieren könnte. Stets werden Wahlversprechen gebrochen. Stets fühlen sich die Bürger nicht von ihren Politikern vertreten oder ernst genommen. Regelmäßig wird gegen einzelne Probleme protestiert, anstatt das große Ganze im Blick zu haben. Immer wieder wird der Staat als neutrale Instanz betrachtet, obwohl dieser mit seinen Gesetzen, mit seinem Gewaltmonopol für den Konkurrenzkampf und die Profitmaximierung ist. Kein Konkurrent am Markt kann das garantieren was der Staat garantieren kann. Der Staat bestraft jene die nicht arbeiten wollen sowie er jene bestraft die es mit der Ausbeutung etwas übertrieben haben. Denn wir wollen sozial ausbeuten und vernichten, soviel haben wir aus der Geschichte gelernt. Der Staat dient also genauso der Profitmaximierung wie jeder Konzern weltweit. Jede Partei die den Staat übernehmen statt abschaffen will, geht konform mit dieser zerstörerischen Wirtschaftsform. Die einzelnen Politiker der jeweiligen Parteien stellen lediglich die Details der Form wie in den nächsten 3-4 Jahren ausgebuetet werden soll ein. Sie ändern nichts fundamentales an der praktizierten wirtschaftlichen Ordnung. Alles andere würde schliesslich auch ihre eigenen Interessen verletzten. Parteien sind auf Machterhalt aus und betreiben daher nicht einfach nur im Wahlkampf Populismus, sondern begnügen sich ähnlich bescheiden, im alltäglichen Geschäft mit er Erhaltung und Wahrung der Ausbeutung der Lohnarbeiter, die stets als Freiheit umgedeutet wird.

Reichtum & Armut

Das reichste Prozent der weltweiten Bevölkerung besitzt 40 Prozent des gesamten Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent zusammen etwa 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. 946 Milliardäre der Welt besitzen 3,5 Billionen Dollar.  Die Uno schätzt, dass es 300 Milliarden Dollar kosten würde, das Einkommen der ärmsten Milliarde Menschen über die Schwelle der extremen Armut anzuheben. Das wäre weniger als ein Sechzigstel des Einkommens der reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung. Die reichsten acht Männer der Welt könnten diese Summe alleine bezahlen. (Quelle der Daten ohne Verlinkung: „Uns gehört die Welt“ von  Klaus Werner Lobo)

Laut der Welthungerhilfe hungern weltweit 925 Millionen Menschen. Laut dem Welthunger Index 2010 befinden sich 29 Länder in einer sehr ernsten Hungersituation, davon sind besonders Bangladesh, China, Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien und Pakistan betroffen. Laut Unicef sterben pro Jahr 2,2 Millionen Kinder an den Folgen von Mangel- und Unterernährung, das sind über 6000 Kinder täglich. Täglich sollen laut BMZ zwischen 25 000 und 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben.  195 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind zu klein für ihr Alter und damit unterentwickelt. 129 Millionen Kinder sind untergewichtig, 880 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung (laut Oxfam), 17 Millionen Menschen, davon 21.000 Kinder täglich, sterben an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose, 5 Millionen davon aufgrund des mangelnden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Milliarden – mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung – leben ohne sanitäre Basisversorgung.

Hunger gibt es weil das Bedürfnis der Hungernden nach Nahrung, nicht mit Kaufkraft befriedigt werden kann. Das kapitalistische System betrachtet die Bedürfnisse der Hungernden als nicht legitim, da keine monetären Mittel zur Verfügung stehen. Also ist es gemäß der zynischen Logik der „sozialen Marktwirtschaft“ nur gerecht, wenn sie verhungern. Die Menschen die in derart verarmten Regionen ihr Dasein realisieren müssen, nehmen alles in Kauf um zu überleben. In Manila auf den Philippinen leben ca. 15 000 sogenannter Müllmenschen. Der Smokey Mountain ist voller Müllberge die bis zu 40 Meter hoch sind und gilt als Wahrzeichen der Hafenstadt. Hunderte starben bereits unter Mülllawinen, um ein paar Cents fürs Überleben zu ergattern. Andere flüchten vor dem Hunger, den Müll, den Kriegen, dem Chaos das die Globalisierung angerichtet hat und wollen ihr Glück in Europa versuchen. Wenn sie nicht gerade wie ca. 2000 Menschen im Jahre 2011 vor Europas Küsten ersaufen und tatsächlich ins gelobte Land gelangen, werden sie hierzulande mit Fremdenfeindlichkeit, Isolation und Ablehnung begrüßt. „Diese Schweine wollen uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen“ Sind dann die typischen Bemerkungen aus dem konservativen Bürgertum. Klar, das Überleben hängt auch in Europa von den Vergütungen am Arbeitsstrich ab.

Während also hunderte Millionen Menschen hungern, werden laut Recherchen des Filmemachers Valentin Thurn allein in Deutschland  jedes Jahr bis zu 15 Millionen Tonnen frischer Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden EUR weggeworfen. Das wird allgemein als „Wegwerfmentalität“ empört beklagt. Dabei handelt es sich sowohl bei den Hungertoten als auch bei der Überproduktion von Lebensmitteln um im Kapitalismus fest eingeplante Zustände. Das Wegwerfen von Produkten ist fest im Kaufpreis einkalkuliert. Man investiert kein Geld in Hungernde, wenn diese nicht voller Dankbarkeit in naher Zukunft horrende Profite abwerfen. Obendrein lassen sich Hungernde leichter dazu überreden ihre Umwelt, ihre Gesundheit für Geld aufs Spiel zu setzen. In den Produktionshallen in China vergiften sich regelmäßig Mitarbeiter, Afrika ist längst zur Müllhalde Europas verkommen und wird gleichzeitig als reines Rohstofflager missbraucht. Genauer ist Armut notwendiger Ausdruck der Logik des Marktes. Es gibt Verlierer und Gewinner in der täglichen Maschinerie der Profitmaximierung. So wie es in Europa Millionen Menschen in Arbeitslosigkeit gibt, weil es einerseits nicht genug Arbeit gibt, die halbwegs ordentlich bezahlt wird, so gibt es in ärmeren Regionen ohne Industriegebiete, ohne Kaufkraft, ohne Infrastruktur usw. Millionen Menschen, die als Hungernde und Verhungernde zu den Verlierern am Markt gehören. Keiner will nachhaltig in Afrika die notwendigen Milliarden investieren, da keine Garantie für horrende Renditen vorliegen. Kapital fliesst immer dorthin, wo die Profitmaximierung am förderlichsten erscheint. Hungernde, Arbeitslose gelten als die überflüssigen Humanressourcen im Kapitalismus. Sie können absterben, da ihre Arbeitskraft nicht gebraucht wird. Ohne Arbeitskraft die sich am Arbeitsplatz, am Markt realisiert, keine legitimen Bedürfnisse die via Kaufkraft befriedigt werden können bzw. sollen. Wer nicht arbeitet der soll auch nicht essen, egal ob er nun daran schuld ist oder nicht.

Es ist also so, dass auf dieser Welt Armut und Reichtum nebeneinander existieren.  Es stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen extremer Armut und extremen Reichtum gibt. Wer ist verantwortlich für diese Entwicklung? Sind die Reichen gierig und die Armen nicht leistungswillig? Warum wird die Produktion von Luxusgütern vollzogen, aber die Versorgung der Hungernden unterlassen?

Die Gegensätze in der Gesellschaft, sind Ergebnis der Zielsetzung der Ökonomie und Politik. Während täglich tausende Menschen verhungern, arbeiten andere als Sklaven des Kapitals und verkonsumieren sofort wieder ihre Einkommen. Diese Lebensweise zerstört nicht nur Menschenleben, sondern auch die Umwelt. Es ist teuer die Umwelt zu schützen und extrem profitabel sie ohne Rücksicht auf Verluste auszubeuten. Jährlich werden 130 000 km² Waldflächen gerodet. Täglich sollen mehr als 120 Arten aussterben. Arten sterben während der Verkehr lebt. 2008 wurden mehr als 3,7 Milliarden Tonnen Güter durch die Welt kutschiert. Tagtäglich fahren allein in Deutschland mehr als 44 Millionen Kraftfahrzeuge durch Betonlandschaften. Weltweit sollen 1 Milliarde Fahrzeuge unterwegs sein. Keine Sekunde ist ohne giftige Abgase. Die Industrie pumpt ihr Gift in enormen Ausmaßen auch in die Weltmeere. Es sollen sich mehrere Millionen Tonnen Kunststoffmüll und damit bis zu 18 000 Kunststoffteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche in allen Weltmeeren befinden. Frankreich schüttet darüberhinaus jedes Jahr und ganz legal 33 Millionen 100-Liter-Fässer radioaktives Abwasser ins Meer. Jedes Jahr werden 12 000 Tonnen weiterer radioaktiver Müll produziert, obwohl weltweit kein sicheres Endlager existiert. Diese systematische Zerstörung der überlebensnotwendigen Umwelt hat ihre Ursache im Streben nach Profit. Seit Jahrzehnten bekommt man das Problem nicht in den Griff, weil Umweltschutz sehr teuer ist. Statt die kapitalistische Produktionsweise zu hinterfragen, verschliessen die Menschen die Augen vor der Zerstörung, die sie mit ihr anrichten und verteidigen sie auch noch als besonders wirtschaftlich und effizient.

Ein gutes Beispiel ist neben Dserschinsk, Bajos de Haina, Kabwe usw. die chinesische Großstadt Linfen. Dort verdrecken zahlreiche Schmutzstoffe die Provinz Shanxi, u.a. mit Giften wie Arsen, Blei, Kohlenmonoxid, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen. In der kleinen Stadt La Oroya in Peru, werden tagtäglich 800 Tonnen giftiger Gase abgelassen und Abwässer ungefiltert in den Fluss geleitet. 100 000 Tonnen ausgemusterter Elektrogeräte werden jährlich allein von Deutschland nach Afrika gebracht. Nur ein Bruchteil ist überhaupt funktionstüchtig.  Öko-Aktivist Mike Anane in Ghana meint dazu: „Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“.  Im Delta des Niger verseucht das Öl seit 50 Jahren Natur und Menschen. Jedes Jahr fließen dort 180 000 Tonnen Rohöl in  die Mangrovenwälder des Delta. Nach Informationen des United Nations Environment Programme (UNEP) von 2005 schwimmen durchschnittlich bis zu 13.000 Plastikteilchen auf jedem Quadratkilometer Ozean. Der Dokumentarfilm Plastic Planet behauptet sogar, dass jeder von uns Bestandteile von Plastik im Blut hat. Chemikalien, Schwermetalle, Öl, Dünger, Nitrat, Phosphat, Pestizide, Herbizide, Fungizide, Kohlendioxid, Stickoxide, Ammoniak, Schwefeldioxid, Radioaktive Stoffe sind bloss einige der widerlichsten Ausgeburten die für unsere Zivilisation nutzbar machen. Die verschmutzung von Gewässern, Luft, Boden und so weiter ist allgegenwärtig und breitet sich mit dem sogenannten Fortschritt der Ökonomie weiter aus. Das Artensterben, die Rodung der Wälder, der Verlust unendlich wertvoller Gebiete, gehört zum Normalbetrieb des Kapitalismus und an dem wirken wir alle als Lohnabhängige mit. Wir glauben an die Richtigkeit, der Vernichtung von Resourcen im Dienste des Kapitalismus. Unsere bisherigen Zweifel haben bloss zu Green Washing, also Marketingkampagnen statt wirklichem Umschwenken geführt.

Die Liste der Formen wie Umwelt zerstört wird, liese sich endlos und ähnlich willkürlich fortführen. Die Überproduktion an Waren führt zu einer inflationären Ausbeutung der Resourcen dieses Planeten. Der Wahn nach Profit findet seine logische Konsequenz in der wahnhaften Zerstörung allen Lebens und aller Lebensgrundlagen. Der Planet ist begrenzt, nicht aber der systembedingte Zwang zum Wachstum. Der ist unendlich.

Warum machen die Menschen soetwas mit?

Bewusstlosigkeit! Die Arbeit hält die Menschen gefangen. Charakterbildung, Sozialisation im Kapitalismus, in der Schule (Noten- und Konkurrenzsystem) führen zur Identifikation mit Leistung, Wettkampf und Egoismus. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden und nicht zum Anlass genommen das System zu hinterfragen. Als Kind vertraut man seinen Eltern, Lehrern usw. hält eigene Zweifel, Bedürfnisse zurück, erachtet die Noten gleichsam wie der Vormund zur höchsten Instanz über den eigenen Wert als Mensch. Nach etlichen Jahren der Vorkämpfe im Bildungssystem geht es weiter im Berufsleben, bei der die eigene Abhängigkeit vom Leistungsvermögen und dessen Bewertung über Lebensqualität bzw. Sozialen Auf- und Abstieg entscheidet. Wird der eigene Lebensweg, bürgerliche Charakter und dessen Leistungsfähigkeit als profitabel genug bewertet, führt das zum erfolgreichen Abschluss eines Arbeitsvertrages, der solange aufrecht erhalten wird, wie die Leistung stimmt. Dem Ideal höchster Leistungsfähigkeit rennt daher fast jeder Mensch im Kapitalismus nach, weil er sich davon höchste Lebensqualität verspricht. Da dies aber jeder Marktteilnehmer global tut, gibt es aufgrund der verschiedenen Lebensbedingungen, Erfahrungen und Fähigkeiten zwingend zu Verlierern und Gewinnern. Im Kapitalismus können nicht alle Menschen gewinnen, weil Profite stets auf Kosten anderer zu machen sind. Alle Einkommen folgen aus den Profiten, die die Arbeitnehmer am Markt gegen andere Arbeitnehmer erstritten haben, weil sie profitabler gearbeitet haben. Profitabler ist man dann, wenn man mit wenig Lohnkosten teure Produkte erarbeitet und verkauft hat. Der höchste Abstand zwischen Kosten und Gewinn ist also Hauptkriterium für die Bewertung von Rentabilität. Obendrein werden nur die Bedürfnisse befriedigt, die mit Geld legtimiert werden können. Der Zweck der kapitalistischen Produktionsweise liegt in der Profitmaximierung, weshalb Hungernden trotz horrender Lebensmittelberge die Befriedigung ihrer Bedürfnisse verweigert wird. Womit wir wieder bei der Ausgangslage wären. Die Menschen verhungern weil die Welt im Kapitalismus nicht für ihre Bedürfnisse eingerichtet ist, sondern für die Bedürfnisse des Kapitals, der Profitmaximierung und des Wachstums. Das erkennt man auch an der Zerstörung der Umwelt, der Armut in aller Welt, Die sozialen Schwierigkeiten zwischen den Menschen (Familiendramen, Amoklauf etc) folgen aus der Vernachlässigung der Beziehungen zwischen den Menschen, da immer mehr Zeit und Kraft für die Maximierung der Profite aufgewendet wird. Je mehr die Menschen in dieses System investieren, desto mehr verlieren sie. Die Welt ist schlecht, der Mensch ist schlecht, der Grund liegt in diesem Umstand. Der Mensch entmachtet sich selbst. Er verhindert seine Emanzipation, die Durchsetzung seiner eigentlichen Bedürfnisse.

Die Parteien und die Konzerne wollen Profite machen und setzen alles daran möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen, denn Profite lassen sich nur über möglichst viele produktive Arbeiter erzielen. Arbeit gilt nur aufgrund dieser Realität im Kapitalismus als das höchste Gut. Erst kommt der Profit und dann kommen die Bedürfnisse der Menschen, denn ohne Profit gibt es keine Produktion oder Einkommen. Die Arbeit hält die Menschen zeitlich, körperlich und geistig gefangen. Es fehlt die Zeit und die Kraft sich die Hintergründe der Welt anzusehen oder eigenes Handeln und Denken zu hinterfragen. Das gesamte Leben wird von Generation zu Generation immer besser den Bedürfnissen des Kapitals angepasst, wodurch die Arbeitsintensität im Beruf steigt. Zivilisationskrankheiten und Entfremdung sind die Folge. Diese Bewusstlosigkeit hängt auch mit der Sozialisation im Kapitalismus zusammen, die den Charakter der Menschen auf Wettkampf, Leistung und Egoismus abrichtet. Das fängt bereits in der Schule mit dem Notensystem an. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden. Als Kind vertraut man seinen Eltern und Lehrern, identifiziert sich also mit deren Kritik und Bewertung. Diesen Prozess die Eltern und Lehrer in ihrer eigenen Kindheit durchgemacht. Durch die Identifikation mit Leistung und Wettkampf kommt es zur Akzeptanz der kapitalistischen Gesellschaft. Die Natur des Menschen wird als egoistisch betrachtet.

Emanzipation der Menschheit von der politischen Ökonomie

Die Bewusstlosigkeit jedes einzelnen Menschen muss also durchbrochen werden. Das geht nur wenn jeder einzelne Mensch sich ständig selbst hinterfragt, mit all seinen Gedanken und Handeln. Jeder muss sich selbst mit den Problemen der Welt konsequent auseinandersetzen, kritische Theorie durcharbeiten, diskutieren und sich im Kampf gegen Unmündigkeit und das Kapital basis-demokratisch organisieren. Die Menschen sollten sich endlich wieder für das verantwortlich fühlen was in der Welt geschieht und sich nicht mehr ohnmächtig zurückziehen und alles der Politik beziehungsweise den anderen überlassen. Es hängt von der eigenen Aktivität und Wahrnehmung ab, ob Menschen verhungern müssen, wofür, wielang gearbeitet wird und worin der Zweck und Inhalt sämtlichen Lebens auf diesem Planeten besteht.

Es geht um nichts weniger als die Emanzipation der Menschheit von dem heutigen ökonomischen, politischen Prinzip, das derart wertvolle Opfer verlangt, dass wir uns selbst verlieren würden, wenn wir dem weiter mit dieser eisernen Disziplin und Selbstausbeutung nachkommen. Wenn wir die Arbeitszeit für Millionen von Menschen nicht deutlich verkürzen, die sogenannten Arbeitslosen zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft machen, alle verfügbaren gesellschaftlichen Mittel einsetzen um nicht nur die Armen und Hungernden zu nähren, sondern auch eine Perspektive für Jedermann zu bieten, wird man nur noch als Zyniker oder verbissener Menschenfeind überleben können indem man auf möglichst tägliche Amokläufe und einen baldigen alles zerstörenden Atomkrieg hofft. Die Menschheit ist in der Lage sich von irrsinnigen Theorien oder Vorstellungen zu emanzipieren. Sie hat Götter geköpft. Sie hat Könige geköpft. Sie hat Folter, Ungerechtigkeiten und Privilegien für Minderheiten geköpft. Doch konnte bislang keine Revolution derart weitreichend sein, als dass ihre Ausführung das Ende der Geschichte, die Befriedigung aller Wünsche und Bedürfnisse von allen Menschen bedeutet hat. Solange dies nicht der Fall ist, dürfen wir nicht erschöpft in den Sessel sinken und aufgeben!

Was wir brauchen ist eine neue Epoche der Aufklärung in der neue radikale Formen der Demokratie realisiert werden müssen, die die Menschen tagtäglich an allen Entscheidungen beteiligt. Demonstrationen sind extrem wichtige Keimformen der jederzeit möglichen Emanzipation der Menschheit! Der Rechtsstaat mag ein Fortschritt zum Absolutismus gewesen sein, aber er verteidigt nicht die Natur noch die Lohnabhängigen vor dem Kapital und dessen Verwertungszwang. Jeder Staat kämpft gegen andere Staaten um Kapital, genauso wie ein Individuum auf dem Markt gegen andere Individuen konkurriert! Das ist nichts weiter als Krieg. Völker kämpfen gegeneinander um irgendwelche Reichtümer und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, obwohl sie es viel leichter hätten, würden sie ihre Ansprüche schlicht respektieren und die vorhandenen Quellen fair untereinander aufteilen. Der Mensch von heute sollte diesen Krieg beenden und sich nicht mehr vom Staat, den Parteien vertreten lassen oder sich durch den Arbeitsplatz ausreichend und fair am Reichtum der Welt beteiligt sehen. Er muss seine Bedürfnisse selbst erkennen, hinterfragen, diskutieren, vertreten und durchsetzen mit direkter Demokratie, mit einer Ökonomie die neben dieser direkten Demokratie auf Solidarität und menschlichen Bedürfnissen beruht! Die technischen Möglichkeiten sind längst gegeben

Das Internet bietet die Möglichkeit ständig mit der gesamten Welt in Kontakt zu stehen. Organisation und Kommunikation ist leichter als jemals zuvor. Informationen sind enorm schnell abrufbar. Die weltweite Vernetzung und die zunehmende Völkerverständigung sind ideale Bedingungen um internationale Solidarität zu praktizieren und die Macht des Kapitals zu brechen.

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Schmerzhafter Neubeginn

Für mich beginnt heute eine neue Etappe im Leben. Ich beginne heute eine neue Tätigkeit in meinem alten Ausbildungsberuf, einem Beruf in dem ich eigentlich nie glücklich war. Natürlich bin ich etwas angespannt, vorallem weil ich mit alten Kollegen zusammenarbeiten werde und schon länger nicht mehr in diesem Bereich tätig war. Ich muss alle Zweifel und Unsicherheit hinwegschieben, so tun als wäre das alles kein Problem und ab sofort wieder vollen Einsatz zeigen. Inwieweit ich das durchhalten werde, inwieweit ich damit durchkommen werde, wird sich wohl in den kommenden Stunden, Tagen, Wochen und Monaten zeigen. Es wird eine Zeit der Entbehrungen, eine Art Durststrecke die ich möglichst solide aushalten muss. Wer weiß, vielleicht bin ich schon heute Abend nicht mehr im Geschäft. Vielleicht wird alles zur unerträglichen Qual und ich fliehe nach ein paar Minuten. Vielleicht stehe ich es aber auch unfassbar locker durch und lerne sogar Spaß zu haben. Wer weiß, ich kenne das Unternehmen kaum, noch weniger das Arbeitsklima, die alltägliche Arbeit usw.

Ich bin nicht wirklich glücklich darüber, diesen Weg zu gehen, aber ich hatte keine andere Möglichkeit. Diese Tätigkeit ist mein Wiedereinstieg in das bürgerliche Leben, welches eben geprägt ist von Leistungsdruck und jedes Detail wird überbewertet. Mir wird es an Zeit und Muse für meine Projekte, Bücher usw. fehlen. Ich muss an meiner beruflichen Karriere schrauben, wenn ich mehr finanzielle Mittel für eben diese Projekte, Bücher usw. haben möchte. Es ist so eine Art Deal, hoffentlich kann ich meine Vorstellungen verwirklichen, hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es mal war. Auf der anderen Seite habe ich die schlimmen früheren Zeiten auch irgendwie durchgestanden und das obwohl ich jünger war und weniger Erfahrung hatte. Jetzt nehme ich viel mehr in diese Tätigkeit mit und sollte deshalb eigentlich auch gelassener sein. Trotzdem fühle ich mich unwohl, denn ich habe in den letzten Jahren in dieser Branche nichts aufbauen können. Ich habe mich im Gegenteil ziemlich fallen gelassen und werde dementsprechend kritisch betrachtet.

Man wird mir einiges abverlangen, Überstunden, Mehrarbeit, ich muss jeden Tag alle Informationen die ich kriegen kann einsaugen und innerhalb kürzester Zeit wissen. Tue ich das nicht, bin ich extrem schnell draußen. Es gibt hunderte die meinen neuen Job machen würden. Ich muss 100% voll da sein. Fehler egal wie sie zustande kommen muss ich minimieren, wenn ich im Geschäft bleiben will. Es ist ein trauriger Zustand, aber um das zu erreichen was mir wichtig ist, muss ich diesen engstirnigen Regeln, die ja eigentlich vom Markt diktiert werden, nachkommen. Mich ängstigt diese Situation. Natürlich ist es nur ein Job, natürlich ist es gesetzlich begrenzt und mir kann eigentlich gar nichts schlimmes passieren und trotzdem fühle ich mich sehr unwohl. Irgendwie bin ich auch heiß auf diesen Job, ich kann beweisen das ich etwas kann, aber andererseits bin ich es leid es immer wieder beweisen zu müssen. Die ständige Wiederholung geht mir auf die Nerven, was letztlich auch der Grund meines Ausstiegs war. Aber es gibt keine andere Möglichkeit sich unabhängig zu machen.

Natürlich kann ich von Harz4 leben, aber dann könnte ich mich nicht mehr im Spiegel ansehen. Es funktioniert einfach nicht Selbstständigkeit zu predigen und selbst nicht selbstständig zu sein. Also muss ich in den sauren Apfel beissen und das nehmen was ich kriegen kann. Vielleicht habe ich in ein paar Jahren die verlorene Zeit gut gemacht, habe Weiterbildungen wahrgenommen und einen besseren Platz im Berufsleben, an diese Hoffnungen sollte ich mich besser klammern, als immer nur an die Zweifel. Letztlich ist das alles aber nicht so einfach. Die täglichen Anforderungen die nun auf mich zukommen verlangen Aufopferung, verlangen überdurchschnittlichen Einsatz, es braucht schon eine gewisse Überzeugung, sonst endet man in irgendwelchen Krankheiten. Vorrübergehend soll das alles für mich nun Alltag sein. Ich weiß keine andere Lösung. Meine Möglichkeiten bleiben beschränkt und eindimensional. Hilfe habe ich keine zu erwarten, die muss ich mir schon selbst erarbeiten. Ständiger Kampf, ständiges konkurrieren mit alles und jedem, was für ein sinnloser Zeitvertreib.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

Leistung, Kampf, Revolution! Aber wofür?

In der Politik geht es um Mehrheiten.
In der Wirtschaft geht es um Profit.
In der Bildung geht es um Leistung.

Unsere gesamte Gesellschaft inbesondere die westliche Hemisphäre basiert auf Wettbewerb und darin spalten und reiben sich die Menschen von Geburt bis zum Tode auf. Was in der Familie zuerst durch die Eltern vorgelebt wird, wird in der Schule gelehrt, gefordert, geprüft, mit dem Abschluss und der weiteren Ausbildung im Beruf od. Universität permanent reproduziert und perfektioniert.

Der Wettbewerb ist etwas was uns Menschen nur allzu bekannt ist. Unsere Vorfahren mussten sich immer wieder über die Jahrhunderte und Jahrtausende gegenüber anderen Menschen, Lebewesen, natürlichen Verhältnissen (Wind und Wetter) durchsetzen. Im Zuge dessen entwickelte sich eine Mentalität die ich als ängstlich begreife. Diese Angst, Jemand oder irgendetwas will mir etwas wegnehmen, mich zerstören, will mich herabsetzen oder der Eindruck man sei nicht gut genug für irgendetwas usw., ist aus meiner Erfahrung immer noch überall stark bis extrem heftig in den Menschen vorhanden. Und obwohl diese Ängste so präsent sind, werden sie erstaunlicherweise kaum oder nur isoliert angesprochen.

Stattdessen steigern die Menschen ihre Anstrengungen um Ihre Illusionen, von denen sie sich Entspannung, Anerkennung, Frieden, Glück usw. erhoffen, irgendwie zu realisieren. Die Menschen versuchen also mithilfe von Selbstbetrug sich Selbst zu finden. Dabei betrügen sie nicht nur sich selbst, sondern natürlich auch alle anderen Menschen, besonders jene die sie lieben. Manchmal ist ihnen das bewusst und sie versuchen aus diesem Sumpf zu entkommen, da aber diese Angst-Mentalität derart weit und unerkannt bzw. kaum erkannt verbreitet ist, müssen sich die „Erwachenden“ alleine aus dem Sumpf ziehen, was natürlich extrem schwierig ist.

So sind all die Revolutionen oder die Versuche auf revolutionäre Veränderung der Verhältnisse, der zivile Ungehorsam, die Proteste, Streiks jeglicher Art nur oberflächliche Hilfeschreie und Forderungen die überhaupt gar nichts grundlegendes verändern. Vorallem auch weil die „Erwachenden“ oder „Erwachten“ damit nur ihresgleichen erreichen, jene aber die noch mitten im Sumpf umher tauchen, hören und sehen in ihrer dunklen Existenz kaum bis gar nichts davon, können selbst wenn sie etwas mitbekommen nicht nachempfinden warum überhaupt protestiert wird, weil ihre Perspektive und Erfahrung völlig anders ist. Desweiteren sind die plakativen Schreie nach Veränderung und die dahinterstehenden Hierachien der Ideologien, NGOs, Verbände usw. etwas, womit sich nur ein paar Leute identifizieren können, denn jeder Mensch hat seine Vorstellungen, seinen Geschmack usw. Es muss also immer zu Spaltungen, Konflikten, Missverständnissen kommen, weil wir alle einzigartig sind und ein Stückweit unterschiedlich traumatisiert sind von einer Mentalität die schlicht primitiv ist und längst therapiert, verarbeitet und abgelegt gehört. Abgesehen davon reproduzieren die „revolutionären Kräfte“ mit ihren Hierachien/plakativen Labels usw. alte Dummheiten bzw. Ungerechtigkeiten die sie eigentlich abschaffen wollen.

Die Menschen die ein paar Sachen erkannt haben müssen auch auf die Psychologie der Menschen eingehen, wenn sie langfristig und konstruktiv eine wirksame Veränderung in irgendeinem Bereich der gesellschaftlichen Welt erreichen wollen. Es gibt schlicht keinen Grund sich und andere schlecht zu machen. Es gib keinen Grund zu konkurrieren, es sei denn aus Spaß oder um Menschen zu retten, wobei ich letzteres ersteinmal wirklich nur auf die Medizin beziehe.

Alle Parteien in diesem Land glauben immer noch sie hätten zum Ziel den Menschen zu helfen bzw. sie zu retten, dabei machen sie nichts anderes als zur allgemeinen Verwirrung und zur Vertiefung der Konflikte und Traumatas beizutragen. Denn sie alle übersehen die vorherrschende Angst-Mentalität! Diese haben wir ersteinmal zu überwinden, dann müssen wir neue Organisationsformen für Milliarden von Menschen finden. So wie bisher, im Streit der Ansichten Klarheit zu schaffen, wird das nicht funktionieren, weil der menschliche Verstand kein letzte Wahrheit oder Klarheit finden wird, sich selbst nicht hinterfragen wird, genausowenig wie sich der Egoist seine egoistischen Verhaltensweisen vorwerfen wird. Die Organisation, Kommunikation, Interpretation und Psyche sind die einzigen wirklich relevanten Themen mit denen wir uns viel viel intensiver auseinandersetzen sollten.

Es gibt keinen Grund auf Wettbewerb, Leistung, Macht usw. zu setzen. Denn wir brauchen keine Angst zu haben. Es gibt genug zu Essen, genug Lebensraum, Klamotten, Bildung, Drogen, Sex, Schlaf, Ruhe und schlicht LEBEN FÜR ALLE!

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Eingeordnet unter Gesellschaft

Glücklich sein ist mir ein Rätsel

Ich habe nie gelernt glücklich zu sein oder was die Zutaten für Glück sind. Ich schätze soetwas findet man in der Familie, bei Freunden, im Beruf, im Hobby oder in seinen Eigenschaften, vielleicht hängt alles miteinander zusammen. Alles in allem würde das für mich jedenfalls einen Sinn ergeben, das würde nämlich erklären warum ich nie gelernt habe glücklich zu sein, denn von allem habe ich zu wenig erfahren.

Die Familie war schon vor meiner Geburt überall verteilt, wir sind noch nie alle in einer großen Runde zusammen gesessen. Wenn überhaupt nur vereinzelt und dann kannte ich sie kaum. Alles was ich von meiner Familie kenne sind meine Eltern und die sind seit ich lebe entweder arbeiten, mit sich selbst beschäftigt, über meine Leistungen, Denk- und Verhaltensweisen verwundert oder enttäuscht. Nur manchmal gab und gibt es schönere Momente an die ich mich kaum noch erinnern kann.

In meiner Jugend gab es viele Umzüge, also auch immer wieder Trennungen von liebgewonnen Mitmenschen, der Kontakt brach regelmässig nach kurzer Zeit ab. Immer wieder kam ich in eine neue Umgebung, musste mich orientieren zurecht finden und diesen ganzen Mist. Ich habe davon nie viel gehalten und kam entsprechend schlecht bei den „neuen“ Klassenkameraden an. Ich konnte nichts mit deren Vorstellungen anfangen was einen tollen Menschen ausmacht. Es waren zwar wie ich Kidz die nach Abenteuer, Spaß und solche Dinge suchten, aber sie versuchten gleichzeitig bei allen Eindruck zu schinden, als gäbe es dabei irgendetwas zu gewinnen. Mir waren sie fremd und ich war ihnen fremd. Also war ich isoliert und tat auch nicht viel daran irgendetwas zu verändern.

Als ich die Schule abgeschlossen hatte ging es weiter mit der Ausbildung. Ich habe eine Ausbildung begonnen von der ich nicht wusste was sie zum Inhalt hatte. Die Entscheidung hat mein Vater für mich übernommen, gut er hat zwar gesagt ich könnte das selbst entscheiden, aber sagte auch ich hätte keine Chance auf dem Arbeitsmarkt und dies wäre meine einzige und letzte Chance es zu etwas zu bringen. Da ich nichts zu erwidern wußte mit meinen jungen Jahren und eigentlich auch andere Dinge als berufliche Karriere im Kopf hatte, sprang ich über meinen Schatten und sagte zu. Wieder gab es jede Menge Fremde, nur waren diese Leute älter, ständig im Stress, ständig am schreien, meckern und herumgackern. Hier ging es sich auf einer Ebene zu verständigen auf der man gemeinsam die Arbeitsprozesse bewältigen konnte. Da gab es nie persönlicheren Kontakt, wenn überhaupt sehr selten.

Ich war auch hier eher jemand den man schräg angesehen hat. Denn ich erfüllte meine Arbeit ohne viel zu sprechen, für mich war es einfach ein Gefallen den ich meinem Vater schuldig war. Er hatte mich großgezogen viele Opfer gebracht und ich wollte ihn nicht enttäuschen nach all den quälenden Jahren in der Schule in der ich alles andere als großartige Leistungen erbrachte. Alles hat seine Gründe, man hätte sie ausführlich besprechen müssen, stattdessen wurden sie weggeschoben und man blickte nach vorne als ob das was besseres wäre. Jedenfalls habe ich mich 3 Jahre durch eine Branche gequält die ich nicht mochte, mit Menschen die ich kaum kennenlernte. Ich hatte am Ende eines meiner besten Zeugnisse abgeliefert, ich fing langsam an zu verstehen wie das alles läuft. Aber ich blieb isoliert und war unzufrieden mit meiner ganzen bisherigen Laufbahn.

Als ich dann beim Bund war gab es zwar keinen beruflichen Stress, dafür eine andere künstlich herbeiorganisierte Form von Stress. Es gab hirnrissige Aufgaben und noch sinnlosere Regeln und Sprüche die man ständig aufsagen musste. Dienstgrade auswendig lernen, Soldatengesetze, Nationalhymne  lernen, ordentlich grüßen, schön wie eine Marionette marschieren und der ganze Käse. Ich hatte mich auch hier völlig geirrt was diesen Verein anbelangt hat. Aber ich wollte weg von meinem Ausbildungsbetrieb. Denn ich hatte mich dort zulange gequält und dachte ich würde das nicht mehr lange aushalten. Ich weiß noch wie glücklich ich war, als ich tatsächlich zum letzten Mal dort gearbeitet habe. Ich musste zwar wieder Überstunden schieben, aber es war tatsächlich vorbei. Und dann diese Enttäuschung, ich geriet von der alten Scheiße in eine neue Scheiße und begriff nicht warum.

Hunderttausende Menschen arbeiten beim oder für den Bund da möchte man doch glauben ich hätte ganz schnell sehr tolle Freundschaften geknüpft, aber auch hier hat es nicht geklappt. Die meisten Leute dort hatten sämtliche Charaktereigenschaften, der eine hatte ein Alkoholproblem, der andere konnte kaum Deutsch, der nächste war selbstverliebt, und wiederum ein anderer war ein Computerfreak. Jeder war auf seine Weise irgendwie verrückt und gefangen in seiner eigenen Welt, da gab es einfach nicht mehr als oberflächliche Gespräche bei einem Bierchen. Laue flache Abende, gewürzt mit einem Alltag voller Scheiße. Ich war in einer neuen Hölle gelandet. Man bezahlte mich zwar dafür aber ich verstehe bis heute nicht warum. Später hat man mich dann ganz normal versetzt in meine feste Tätigkeit beim Bund. Dort fand ich wieder nur Menschen die ich merkwürdig fand. Es gab gleich mehrere Menschen dort die einen absoluten Ordnungszwang hatten. Alles musste streng nach Vorschrift aussehen, der schöne Schein musste passen. Regelmässig gab es langweilige distanzierte beklemmende Versammlungen in einem viel zu kleinen Raum. Dann wurde auf einen Geburtstag, Beförderungen, Sommerfest oder einfach nur so angestossen, viel zu fett gegessen und jede Menge dienstlicher bis langweiliger privater Mist ausgetauscht.

Ich habe mich fast immer während meiner Zeit beim Bund gelangweilt. Ich fing an überall einzuschlafen, am Schreibtisch, Toilette, Kopierer, selbst in der Kantine konnte ich mich kaum wach halten. Ich schlief auch auf dem Weg zur Arbeit. Ich empfand die ganze Zeit als einschläfernd und doch musste ich immer pünktlich und vollständig meine Arbeitszeiten einhalten auch wenn überhaupt nichts wichtiges zutun war. Es war Vorschrift, es musste getan werden, egal was die menschliche Logik dazu sagt. Es war der pure organisierte Wahnsinn und ich durfte nichtmal laut schreien oder dagegen protestieren, denn ich wäre ohnehin völlig missverstanden worden, man ging davon aus jeder Soldat ist gerne Soldat ohne Abstriche oder Widersprüche. Ekelhaft! Unmöglich dort irgendwen zu finden mit denen man diese Erlebnisse teilen konnte. Es gab zwar hier und da tatsächlich jemanden, aber diese Leute brauchten eher Hilfe als das man von einer ausgeglichenen Freundschaft sprechen konnte. Ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr erzählen, aber ich breche mal lieber ab.

Hobbys hatte ich seit meiner Kindheit keine mehr bei denen man mit vielen Menschen zutun hat. Ich hatte durch die Umzüge keine Freunde gefunden, und wenn sich mal jemand fand, dann waren es oberflächliche Geschichten in der Kneipe. Man kann also sagen meine ganze Lebensgeschichte ist ein zertrümmerter Haufen, es ist kein Wunder das ich für niemanden eine Bedeutung habe, vorallem weil mich niemand kennt. Und mich will auch keiner kennen, denn ich bin nirgends bekannt oder beliebt. Ich habe an allem etwas auszusetzen, weil ich die Dinge durchdringen will und ständig dazu neige es besser haben zu wollen. Denke mal das ist so eine Art Trauma durch die Umzüge. Ich habe also nie gelernt glücklich zu sein, weil es immer etwas auszusetzen gab und die Dynamik meines Lebens mich auch immer wieder ins Abseits hinausgetrieben hat. Es waren die Umstände aber auch meine persönlichen Eigenschaften und Entscheidungen die mich immer weiter hinaustrieben und weiterhin treiben. Ich glaube nicht das sich das jemals bessern wird.

Wir sind alle damit beschäftigt die Freunde die wir haben zu behalten, unseren Job zu machen, auszuspannen und uns abzulenken. Es gibt nicht viel Platz für neue Menschen im Leben. Das ist schon rein zeitlich kaum möglich. Eigentlich bin ich auch davon angewidert, was ist denn das für eine Zeit? Was ist das für ein Leben in dem man nichtmal mehr Zeit für neue Menschen hat? Eine oberflächliche traurige Zeit und ich bin ein Kind dieser Zeit. Ich bin zutiefst traurig, zerstört, verblendet und orientierungslos. Mir müsste erstmal jemand beibringen wie man glücklich ist. Ich denke danach suchen viele Menschen insgeheim, einige werden es verdrängen und oberflächlichem Glück fröhnen, mehr arbeiten usw. Wahrscheinlich kann man sich dieses Glück nur selbst geben, weil man immer allein sein wird. Vom Anfang bis zum Ende ist man bedeutungslos und hoffnungslos alleine. Es gibt manchmal Kontakt, aber nichts tiefergehendes. Alles ist nur ein riesen Haufen sinnloser stinkender Scheiße, da braucht sicher keiner Hoffnungen machen.

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Kampfzwang

Wir sind gezwungen uns durch die Welt zu schlagen. Die gesellschaftlichen Forderungen sind eindeutig: Arbeite, verdiene mit irgendetwas Geld oder geh sterben. Das soziale Netz hat seine Grenzen, seit neueren Reformen hat es größere Löcher und Begrenzungen bekommen. Wer sich nicht durch den Arbeitsmarktdschungel kämpft oder gar einfach nicht stark genug ist sich im Wettbewerb gegen die Konkurrenz durchzusetzen, hat nicht mehr viel vom Leben zu erwarten. Die Freiheit des Egoismus ist das höchste Gut in dieser Welt. Es gibt keinen Zusammenhalt, keine Perspektiven und schon gar nicht so etwas wie Ruhe. Stets sind wir gezwungen uns beruflich weiterzuentwickeln, in den seltensten Fällen machen wir das freiwillig. Wir sind gezwungen flexibel zu sein, wir haben uns den Regeln des Marktes zu beugen, wir sind die Marionetten der Konzerne, wir folgen dem Diktat der Bilanzen. Gibt es schlechte Zahlen braucht es bessere humane Ressourcen, wir können nur die Besten brauchen!

Die jungen Schulabgänger mit dem besten Notenschnitt sind gerade gut genug! Deren Naivität muss vollends in das Unternehmen integriert und investiert werden, diese junge Kraft muss benutzt und gebraucht werden bis der Mensch dahinter daran zugrunde geht. Die Menschen sind die Batterien, die Brennstoffzellen des Unternehmens und werden beliebig ausgetauscht, vorallem wenn sie nicht mehr funktionieren. Es gibt keine Gerechtigkeit. Derjenige mit dem größten Ego gewinnt. Wer kann am meisten vorweisen, sich am stärksten hervortun? Dieser Jemand gewinnt, wird hochbezahlt. Welche Perspektiven haben wir schon? Es geht darum einen Job zu erhalten, sein Leben finanzieren zu können, wir sind wie Junkies die jede Woche ihren Schuss brauchen. Wir müssen uns verkaufen wie Huren und von jedem anficken lassen der genug bezahlt. Wir sind in völliger Abhängigkeit zum Beruf groß geworden. Alles ist darauf ausgerichtet für den Beruf zu leben, wer sich nicht über den Beruf definiert oder nicht arbeitet existiert für diese Gesellschaft nicht. Wer nicht arbeitet, wer nichts einzahlt ist ein reiner Kostenfaktor und muss entsprechend gezwungen werden sich wieder in Reih und Glied zu begeben. Wer das nicht macht, wird weiter bestraft, finanziell, wird isoliert und gezwungen miese Jobs zu machen.

Kritik und Zweifel werden nicht gehört oder nicht ernstgenommen, denn keiner kann diesen Wahnsinn stoppen. Was wäre denn wenn man die Hungertoten überall in der Welt beachten würde? Was wäre wenn man die Millionen Arbeitslose nicht mehr wie Asoziale behandelt? Da würden sich Unruhen im ganzen Land ausbreiten, keine Sau würde mehr fleissig produzieren, alles würde plötzlich in Frage gestellt. Da gibt es keine Rekordgewinne mehr, keine Export oder Importrekorde mehr. Die Gesellschaft wäre mit ihren habgierigen Vorstellungen in einer Sinnkrise, müsste sich völlig auflösen und neuorientieren. Wir müssten erkennen, dass wir die Menschen- und Grundrechte umsetzen müssen und das dies unser einziges gemeinsames Ziel sein sollte. Aber warum passiert das nicht? Wieso kämpfen die Menschen allein? Wieso fühlen sie sich alle verlassen, gespalten, zerstört, getrieben, gezwungen, hilflos, traurig, ohne Mut und Kraft? Ich denke wir haben alle von Geburt an unmengen an Manipulation, Missbrauch und Zerstörung erfahren. Wir wurden benutzt, genauso wie unsere Eltern und werden wie sie unser ganzes Leben ausgenutzt.

Es fängt in der Schule an, wer in der Schule gute Noten schreibt, hat tatsächlich die Chance glücklich zu werden, auch wenn dieses Glück oberflächlich ist, weil es nur auf das eigene Leben und eigene Leistungen zurückgeführt wird. Unser Schulsystem ist darauf ausgerichtet Gewinner und Verlierer zu produzieren. Es ist absichtlich so ausgerichtet Konflikte und Probleme zu erzeugen, die jungen Menschen zu zwingen gewisse gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Normen zu akzeptieren und nicht zu hinterfragen. Der Leistungsdruck wird von Klasse zu Klasse erhöht, es wird immer mehr Lehrstoff pro Tag und Stunde verbreitet. Jene die die Leistung nicht erbringen können oder wollen, gelten als dumm, beschränkt oder sogar lästig. Es gibt zwar Lehrer die ihr bestes geben um die Schüler zu motivieren möglichst gute Leistungen zu bringen, abr nur weil ihnen völlig klar ist: leisten die Schüler nicht viel, werden sie später zu Verlierern abgestempelt sein und ihr ganzes Leben darum kämpfen als etwas Besseres zu gelten. Von Anfang an werden wir in diese Strukturen hineingeworfen und mit egoistischen Ideen manipuliert.

Es muss Arbeiter geben und es muss Menschen geben die diese Arbeiter kontrollieren und steuern. Es muss Menschen geben die nicht hinterfragen und all das kaufen was produziert wird. Ohne diese Menschen würde das System zusammenbrechen und die Menschen liesen sich nicht korrumpieren, kontrollieren und ausbeuten. Daher müsste nicht nur das Bildungssystem völlig neu ausgerichtet werden, sondern auch die Wirtschaft, die Politik und Wissenschaft. Leider sind diese Bereiche wie schon zu Zeiten der Nazis Teil des Problems. Es gibt zwar Menschen darin die aufrichtig sind und für gute Dinge kämpfen, aber die meisten Menschen akzeptieren die Verhältnisse oder erkennen sie nicht und unterstützen sie damit. Die Verhältnisse sind ungerecht, machen unheimlich viele Menschen zu minderwertigen Gestalten die jeden Job annehmen müssen.

Wir sind alle gezwungen mitzumachen wenn wir weiterhin künstlich voneinander getrennt und gespalten werden. Wir alle teilen ein gemeinsames Schicksal. Wir sind alle auf diesem Planeten, haben ähnliche Bedürfnisse, Vorstellungen vom Leben und Glück, sind gleichberechtigt und gleich wertvoll. Warum wir diese allgemein bekannte Tatsache nicht in die Realität umsetzen lässt, ist wohl ein absolutes Rätsel. Ich könnte darüber spekulieren, dass es wohl zu allen Zeiten Menschen gab, die ein Interesse daran hatten, dass sich die Menschen gegenseitig bekriegen, als Konkurrenten betrachten usw. Es gibt bestimmt Menschen die diese Verhältnisse erzeugt und gestärkt haben. Es wird kaum nachweisbar sein wer und warum dies alles gemacht wurde. Es ist extrem schwierig das nachzuvollziehen. Wer ist schon so elitär und  weg von der Realität um für Macht und Kontrolle soviele Menschen zu unterdrücken? Wer könnte so kaltblütig sein? Vermutlich werden wir diese Gestalten niemals erkennen und vor Gericht bringen können.

Uns gefällt es ja mittlerweile auch Leistung zu bringen, zu kämpfen und uns wie früher gegenseitig fertig zu machen. Scheinbar akzeptieren genug Menschen diese Realität als völlige Normalität. Die meisten glauben es ginge nicht anders, nur weil sie es selten oder gar nicht anders kennengelernt haben. Vielleicht haben die meisten Menschen den elitären Vorstellungen genauso nachgegeben wie ihre ursprünglichen und jetzigen Herrscher und Manipuleure. Das Opfer wird zum Täter, zum Komplizen und Helfers Helfer. Alle die von diesen hier und jetzt existierenden Verhältnissen profitieren und nichts tun um die Verhältnisse zu verändern, sind Teil des Problems, Teil des Etablisments und müssten eigentlich erstmal jahrelang therapiert werden. Wir kennen das.

Wir kaufen tolle Produkte, gehen toll Essen, nehmen Drogen und machen auch sonst all das was uns ablenkt. Wenn wir uns aber ablenken kommen wir den Ursachen unseres Wunsches sich abzulenken und gehen zu lassen nicht näher. Warum wollen wir denn frei sein? Weil wir uns nicht frei fühlen. Warum fühlen wir uns nicht frei? Weil wir seit unserer Geburt dazu gezwungen und dazu gebracht werden zu kämpfen, gegeneinander und gegen uns selbst. Für Geld würden wir sogar unsere Mutter oder unsere größte Liebe verkaufen, so gut funktioniert die Manipulation mittlerweile. Noch ein paar Jahrzehnte und Liebe wird verboten, weil sie keinen Profit abwirft.

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Unsere Freiheit grenzt nur am Tod

Was interessiert der Schulabschluss oder die Ausbildung wenn wir alle als versklavte Kapitalsoldaten, uniformiert in Marken, vernebelt mit der Droge Geld, dem oberflächlichen Glück hinterher rennen? Das ungerechte Leben ist lediglich das Produkt des Jahrtausende gelebten menschlichen Selbstbetrugs. Erkennt Euch selbst als das was ihr seid, dann wisst ihr was zutun ist. Traut niemanden, das ganze System ist marode und durchsetzt von Pissern die ausnutzen, vergewaltigen und zerstören. Es gibt keine Gerechtigkeit in der Lüge. Findet die Wahrheit, nutzt Euren IQ, stellt unendlich viele Fragen und lasst Euch bloss nie verarschen.

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