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Willkommen im Kapitalismus: Wie ein Discounter seine Mitarbeiter ausbeutet

Der besagte Discounter ist nur die Spitze des Eisberges, die anderen Konkurrenten am Markt agieren nicht anders, genauso wie generell sämtliche Konzerne nach demselben Prinzip agieren und funktionieren. Es geht grundsätzlich nur um den Profit, danach wird sich vielleicht auch um alles andere wie Menschenrechte, Umwelt, Nachhaltigkeit und Sinn der Produktion gekümmert. Da der Druck am Markt aber immer heftiger wird, je näher man der Grenze, der möglichen Ausbeutung von Arbeitskraft und der möglichen Senkung von Kosten, angelangt ist, wachsen auch die Risiken und die Zerstörungen in jeder Hinsicht. Als Konzern geht man noch rigoroser gegen Mitarbeiter vor, die nicht alles geben, man fordert generell mehr von allen Mitarbeitern und gleichzeitig erwartet man das Lohnsenkungen ins Bodenlose akzeptiert werden. Bei Lidl wurden die Mitarbeiter jahrelang ausspioniert, Betriebsräte wurden verfolgt und rausgeworfen, Netto agiert hier kaum anders, will laut Frontal 21 sogar wissen was bei Ver.di so besprochen wird. Die Mitarbeiter arbeiten selbst bei Krankheit, bürden sich unheimliche Lasten auf, weil sie es als Mensch nie anders gelernt haben. Wer zuetwas kommen will, der muss auch ranklotzen, der muss auch zeigen das er will und kann, der muss das Jammern sein lassen und entsprechend wie gefordert funktionieren. Das ist aber grundsätzlich falsch! Die Mitarbeiter sollten nicht funktionieren, sie sollten streiken und protestieren. Dazu fehlt ihnen aber leider das entsprechende Bewusstsein, schliesslich haben sie ihr ganzes Leben nur gearbeitet und selbst in der Schule haben sie nur systemkonformes Zeug gehört und auswendig gelernt. Also wird alles nur noch schlimmer, auch weil die Manager es nicht anders kennen, die im Beitrag als die bösen Buben dargestellt werden. Diese versuchen doch bloss den eigenen Konzern an die Spitze zu bringen. Gesetze stören bei der Profitmaximierung natürlich nur, daher schreit dieser Frontal 21 Beitrag genauso wie die Mitarbeiter nach dem Staat: Er soll doch bitte diesen Konzern zähmen und zwingen die Regeln einzuhalten. Aber das löst nicht die Quelle der Probleme. Die Ahnungslosigkeit über die eigene Befindlichkeit, die eigene Rolle im globalen System könnte nicht größer sein.

Von systematischer Ausnutzung durch ihren Arbeitgeber berichten Mitarbeiter und Führungskräfte bei Netto Marken-Discount. Nach ihren Worten herrscht dort ein brutales Klima der Angst und Unterdrückung. Netto Marken-Discount – nicht zu verwechseln mit der dänisch-deutschen Firma NETTO – ist ein Tochterunternehmen der Edeka-Gruppe, der Marktführerin im deutschen Lebensmittelhandel. Die Expansion werde auf dem Rücken der Beschäftigten betrieben, so der Vorwurf der Gewerkschaft Verdi. (Text & Quelle: ZDF)

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Arbeitertagebuch

Da es mir schwer fällt Arbeit in der jetzigen Gesellschaftsform zu lieben, und ich auch sonst kaum Menschen habe mit denen ich dieses Thema besprechen kann. Werde ich ein Arbeitertagebuch führen.

Denn ich denke, es kann mir helfen den Kopf freizukriegen und besser alle notwendigen Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen, die man von mir verlangt. Ich will mich mit diesem Tagebuch auch daran erinnern, wofür ich das mache. Denn ich arbeite nicht um mir schöne Sachen kaufen zu können oder noch reicher zu werden als ohnehin schon (Ich bin ein typischer durchschnittlicher Westeuropäer, kein Milionärssohn oder dergleichen).

Sondern um langsam meine Möglichkeiten zum Erwerb von mehr Weisheit, Wissen und Ruhe zu steigern und letztlich auch zu erfüllen. Das ist doppelt harte Arbeit und ich tue das weil ich an die Wahrheit und die Freiheit glaube.
Ich will mein Leben nutzen und nicht von Zwängen, Mustern oder anderen einschränkenden Verhaltensweisen belasten, fesseln und verkrüpeln.

Ich will also meine Gedanken hier absetzen und von meiner Gegenwart trennen. Denn ich brauche einen klaren Kopf um weiterzukommen und meine gesellschaftliche Lage zu verbessern.  Dabei will ich versuchen, keine Gefühle zu ignorieren, keinen Zwang zu produzieren, sondern wirklich Freiheit zu erleben und das große Ganze im Blick zu haben. Ich will versuchen nicht zu jammern und nicht zu optimistisch zu denken.

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Morden durch Arbeiten mit System

In meiner Ausbildung. Früher, als ich noch jung war.
Da habe ich mich mit zahlreichen Peitschenhieben durch den Alltag gepeitscht.
Ich hatte Angst zu schreien, Angst zu erkennen und den Dienst zu verweigern.
Mir war nur ständig im Kopf gelegen, dieser Schrei vor der Leere.
Es gibt keine zweite Chance dachte ich.

Ich fluchte ich sei verloren wenn ich nicht, diese Ausbildung durchziehe.
Sie war kein Geschenk für mich, obwohl sie es war.

Aber vor Schmerz, Verwirrung und Wahnsinn konnte ich nichts erkennen.
Ich trieb mich durch die Bürogänge und warf mich auf die Tische, wischte die Papiere hin und her wie man es mir diktierte.

Man was war ich doch für eine perfekte Maschine, mein Wesen, was noch irgendwas vom Menschen hatte, lag zu Brei zertreten irgendwo in den kalten Neonschatten.
Auch die Zeit war eine Qual, die ich ständig anschreien wollte.
Sie war zu langsam, sie war immer zu langsam.
Das Leben war im Büro zu lang, wenn ich das Tropfen meiner Seele hörte. Ich musste stets beschäftigt sein, sonst hätte ich das Erkennede in mir bekotzen müssen. Wie hätte ich dann atmen sollen?
Halb Mensch, Halb Maschine war ich wohl, zeitweilen sogar mehr Maschine.
Und jetzt nach all den Jahren, in denen ich träge in den warmen Bächen lag.
Ereilt mich nun die nächste Runde in diesem Überlebenskampf.
Unverstanden, einsam und zerrissen werde ich Freundlichkeit propagieren, Persönlichkeit vorschauspielern und ein menschliches Leben imitieren.

Aber was habe ich dann verstanden?
Ich darf mich nicht quälen.
Ich darf mich nicht disziplinieren.
Ich darf mich nicht versklaven und verkaufen, wenn ich frei sein will.

Die Alternativen sind rar.
Auswandern aus der Zivlisation oder Suizid.
Vielleicht Müll sammeln und Politik machen.
Was gibt es noch zu gehen auf all den Trampelpfaden der Menschheit?
Ich bin kein großer Mensch,
ich bin nur ein einfaches, zartes Wesen das keine Angst mehr haben will.
Liebe statt Angst ist mein Lebenswunsch.

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