Archiv der Kategorie: Nicht kategorisiert

Einschlafen

Das Leben wird nicht besser. Das permanente Gefühl außerhalb der Leinwand zu stehen und zu gehen. Ich hatte meine Chance. Aber sie war stets ohne Fundament geblieben. Der Fall ins Leere vorprogrammiert. Ich husche nur wie ein Geist durch die Ereignisse. Ich bin schnell vergessen und selten bemerkt. Selbst für mich. Es ist nicht schad um mich. In einem Augenblick bin ich alt. Im nächsten schon zu Staub zerfallen. War, was gewesen? Meine Notizen sind unterentwickelt, wie meine ganze Existenz. Keine Regung tut was daran. Scheußlich misslungen, unfähig dem Leben einen Sinn zu geben. Das stört niemanden, weil alles ohne Sinn geblieben ist. Hauptsache Leistung. Untröstlich warte ich auf das Ende. Aber es kommt nicht. Es hat Verspätung. Es kommt die Angst auf, dass es nie kommen könnte, dass ich der älteste Mensch der Weltgeschichte werden könnte, beobachten müsste, wie alles schlimmer wird, ohne jemals eingreifen zu können. Es geht endlos weiter mit der Pein und Qual. Die Aneinanderreihungen von Peinlichkeiten und Schrecken nimmt nicht ab. Sie können nicht ignoriert oder vergessen werden. Sie reichern sich in mir an und steigern sich ins epochale. Ich kann mich nicht entfernen. Ich bin an das Leben ankettet und es hat mich im See versenkt. Dementsprechend meine Sicht auf die Dinge. Ich kann mich auch nicht entfernen, weil es möglich ist, dass es jemanden doch kurz schmerzen könnte. Warum muss ich auf dieses Ableben warten, um selbst gehen zu können? Alles wird ohnehin gleich Vergessen sein. Sinnlose Verpflichtungsgefühle, die sowieso keiner ahnt oder schätzt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Erwachen

Ich habe geträumt als Beifahrer in einem Verkehrsunfall beteiligt gewesen zu sein. Es gab noch eine Beifahrerin. Der Fahrer hatte sich in einer kurvenreichen Situation in einem Audi A8 freihändig eine Zigarette gedreht. Bevor ich eingreifen konnten stiessen wir bereits in eine Leitplanke. Aber der Wagen überschlug sich nicht, sondern geriet von einer Fahrbahnseite zur anderen, schlingerte von einer Planke zur anderen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt und der Fahrer fuhr noch ein paar Meter, um in einem Dorf anzuhalten. Wutentbrannt stiegen die junge Frau und ich aus, beschimpften den Fahrer, meinten, er hätte uns glatt umgebracht und wir würden keinen Schritt mehr weiterfahren. Aber der Fahrer jammerte, dass es ihm leid tue und es nie wieder vorkomme. Der Wagen wäre doch noch in Ordnung, um weiterzufahren. Er versuchte uns ernsthaft zu überreden, wieder einzusteigen. Es war seine Form der Verdrängung, über diese lebensgefährliche Fahrlässigkeit hinwegzusehen. Er wollte einfach so tun, als wäre nichts geschehen, als könnte die Fahrt ins Grüne immer so weitergehen. Er wurde immer himmelschreiender, hysterischer in seinem Wunsch, uns zurück ins Auto zu drängen. Zog an unseren Armen und wir mussten uns losreißen. Die Polizei konnte nicht gerufen werden, also versuchten wir Abstand zu ihm zu gewinnen, um das zu tun. Wir rannten hinter die dörflichen Häuser und er suchte uns in seinem Wagen. Er fand uns nicht, aber wir hörten seine Rufe und Lockungsversuche. Es wäre unser sicheres Ende gewesen, wären wir nochmal eingestiegen, soviel war sicher. Der Traum geht weiter, indem es eine Art Zeitsprung gibt. Der Fahrer ist nun ein extravaganter Modezar, der für eine kleine Nische exklusive extrem schrille Mode anbietet. Er betreibt für die Präsentation der Kleider und für sich selbst enormen Aufwand. Sein Gesicht ist mit schneeweißen Makeup überdeckt und sein Kostüm ist aufgebauscht wie ein Federkleid eines Fassanen. Während ich und meine Begleiterin immer noch auf den Straßen umher liefen, um nach Hause zu finden und nicht von ihm gefangen zu werden, um schliesslich doch totgefahren zu werden. Jede Fußgänger der uns entgegenkam wurde ängstlich darauf untersucht, ob er uns nicht schaden will. Der eine findet Anerkennung trotz seiner Verantwortungslosigkeit und jene, die darunter litten, werden nie wieder glücklich.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Restlos

Man kann sich seine Kollegen nicht aussuchen, seine Nachbarn nicht aussuchen, seine Eltern nicht aussuchen, seine Nation nicht aussuchen, seinen Tod kann man sich nicht aussuchen, seine Sprache auch nicht, den Körper oder Fähigkeiten auch nicht, die Lebensdauer auch nicht. Die eigenen Wege sind allesamt derart stark vorgezeichnet, dass es verrückt ist von einem freien Willen oder offen Möglichkeiten zu sprechen. Das eigene Leben ist nur ein Augenblick und voller missratener Vorstellungen. Die Plattitüden stimmen alle.

Ich habe keine Hoffnungen, Träume oder Erwartungen mehr. Ich habe nichts wofür ich noch leben könnte. Übrig bleibt nur noch der Verfall. Umsonst wurde gelitten, gekämpft und gelebt. Es gibt keine Trauer darüber. Alles ist stets gleich aussichtslos geblieben. Nie hat sich jemand ernsthaft für mich interessiert. Und mein Interesse ware ähnlich beschränkt geblieben. Es drängt sich der Abschied auf. Aber es ist unklar, wie er formuliert werden soll. Es gibt keine neuen Ziele. Es verzögert sich daher die Verabschiedung. Wohin soll die Reise gehen, wenn es keine Perspektive mehr gibt? Ich bin umnachtet von Müdigkeit und Schwindelgefühl. Das ist die einzige Konstante in meinem Leben, neben den Depressionen. Ich hatte nie geplant lange zu leben. Älter zu werden als ein Teenager, das war nicht vorgesehen, denn ich wusste nie wofür ich leben sollte. Und es ist mir bis heute nicht eingefallen. Es war immer klar, dass ich nicht zu dem gehöre, was sich Leben nennt. Über ein Jahrzehnt ohne irgendwelche bedeutenden, relevanten, tiefergehenden Bindungen zu verleben: Das ist etwas, was sonst nur Häftlinge erleben. Aber ich tat es mühelos im freien Alltag, dabei hatte ich stets das Gegenteil versucht. Unfähigkeit zu Existieren. Nichts ist daran komisch.

Hatte ich je eine Chance? Geboren in Westeuropa hätten die Chancen kaum günstiger sein müssen. Ich habe unzählige Menschen überlebt. Viele von ihnen waren talentierter, glücklicher und geselliger als ich. Die wenigstens hatten es verdient vor mir zu sterben. Aber sie starben doch, weil alles egal ist. Gibt es überhaupt die Möglichkeit das Leben ohne Suizid zu beenden? Vielleicht, wenn man vergisst wie grauenvoll man selbst und alles andere ist. Heute sind andere jung. Aber mit denen hatte man nie etwas zutun. Als man selbst jung gewesen war, hatte man gleichermaßen wenig mit den Alten zutun. So oder so hatte man niemanden etwas wirklich zutun. Wobei zutun, nicht mit bloßer Tätigkeit verwechselt werden sollte. Zutun, indem Sinne, dass man einander verstand und Halt gab. Man hätte sich insofern auch 10 Jahre früher aufhängen können, während andere schon zu ihrer Pubertät Gipfelstürmer sind.

Es ist klar, dass alles, was in den letzten 10-15 Jahren von mir kam, völlig unzureichend gewesen ist. Ich hatte unüberlegte Aussagen getroffen und auf deren Basis Entscheidungen für meinen weiteren Lebensweg getroffen, die mich nur tiefer ins Unglück und die Verzweiflung stürzen mussten. Unter glatter Absehung aller gesellschaften Bedingungen und mir innewohnenden Fähigkeiten, unterschätzte ich die Problemlage und überschätzte mich selbst. Nun ist es plötzlich eine Perspektive geworden, alles wie heiße Kartoffeln fallen zu lassen und dem Vergessen zu überlassen. Ich habe mich auf die Suche begeben, brachte Mut auf, woandere längst aufgegeben hatten oder längst wussten, dass es aussichtslos ist und nur ein Irrer dem nachgehen würde. Ich fand in der Suche nur den Schein der Illusion, gesellschaftlich wie für mich persönlich. Ich habe mir Härten abverlangt, die völlig unnötig waren. Hätte ich nur ein Wort verstanden, von den Büchern, die ich andauernd zitierte. Über Jahre habe ich mir selbst vorgemacht, dass ich irgendeine Form von sinnvollen Einfluß auf die gesellschaftlichen Missstände nehmen könnte. Doch die Zeiten der Illusionen sind vorbei, zumindest für mich persönlich. Es bleibt kein Traum mehr übrig. Es hat sich ausgeträumt. Es geht zurück in die Maschinenfabrik. Ich muss mich meinem Schicksal fügen und genau das werden, was ich niemals sein wollte. Es hat nie eine Wahl gegeben. Wer hier zögert oder zaudert, verliert nur an Raum und Zeit im Konkurrenzkampf. Wer weiss, vielleicht bringt mich die Langeweile noch rechtzeitig um.

Ich hätte es dringend unterlassen müssen, überhaupt irgendetwas zu verlangen.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Verschollen

Der ganze Stress führt nirgendwohin. Das Gerenne am Arbeitsplatz, an der Universität, an den Schulen. All das Geschrei im Parlament. Die Jagd um Profite. All das ist völlig umsonst. Im endgültigen Resultat geht alles ohnehin verloren. Nichts davon ist beständig. Irgendwelche Erwartungshaltungen haben dazu geführt, dass das Leben nur noch leer ist. Es dreht sich alles um nichts. Und dann ist es auch noch verkehrt. Man läuft beständig allem hinterher und probiert es zu korrigieren, aber es wird sowieso nie stimmen. All die Opfer, die gebracht wurden. Sie blieben unerhört. Der eigene Schmerz, das eigene Lachen, alles völlig unbedeutend. Milliarden Lebensformen nur Schatten im Universum. Angesichts der unermesslichen Sinnlosigkeit der Existenz, fragt sich nur, warum sich überhaupt noch jemand Ernst nimmt. Alles was man vermeintlich erkämpft, verliert man sowieso. Alte Erfolge sind blasse Erinnerungen, die genauso verschwinden, wie man selbst. Neue Erfolge werden bald genauso untergehen. Die Beliebigkeit in all dem, wer überlebt und später stirbt, wer sofort drauf geht oder nie geboren wird, zeigt einem, dass alles komplettes Chaos ist. Die singuläre Erscheinung von Leben, die man persönlich verkörpert, ist nur ein Punkt unter Milliarden, die völlig orientierungslos herumvibrieren. Was sollte man noch wollen? Es ist nichts unter Kontrolle. Alles kann sofort vorbei sein. In der Regel gehört einem nichtmal der Moment. Sobald man über ihn redet, ist er schon verflogen und ein nächster drängt sich auf, der völlig anders ist. Und gleichzeitig bleibt in der eigenen Rezeptionsfähigkeit der Eindruck, das alles ist immer gleich geblieben. Nur man selbst ist alt geworden. Es ist fürchterlich, dass die Zivilisation sich selbst etwas vormacht und darüber die Individuen quält. Wieso verlangt man uns ab nützlich zu sein, wenn es ohnehin unmöglich ist? Ist das Leben so unerträglich, dass man es mit sinnlosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befüllen muss? Ablenkungsmaßnahmen dieser Art werden ohnehin nicht wirken. Jedes Jahr bringt sich eine ganze Stadt von der Größe Frankfurt am Main um. Mehr sogar. Aber gleichzeitig kommen 135 Millionen Kinder auf die Welt. Es steht 135 000 000 zu 800 000 für das Leben. Aber die Statistik ist ungenau, weil voller Dunkelziffern. Manch einer stürzt sich von einem Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach New York, der Stadt der Städte, in das Weltmeer. Kurz vor dem Sonnenaufgang und gleichzeitig noch mitten in der Nacht. Viele Meter flog er vom fünften Deck. Ich frage mich, ob er es beim Aufprall in das eiskalte Wasser bereute. Jedenfalls entschwand der Mensch einfach so, als wäre er nie zuvor auf dieser Erde gewesen. Und was war das dann? Jahrelange Versuche in dieser Welt anzukommen. Aber die Welt wollte wohl nicht. Die Existenz ist durch die Gesellschaft lebensfeindlich gemacht worden und zugleich kann das eigene Überleben nicht ohne sie realisiert werden. Und so ist alles Leben zerstört und festgekettet an eine in der Regel unvollkommene Existenz. Meist würde man am liebsten ewig schlafen, aber auch das wäre frei von Glück. Es gibt keine Träume mehr.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Nicht kategorisiert

Wie am ersten Tag

Ich habe mir verboten länger zu denken oder zu schreiben. Seit Jahren wiederholen sich die selben Worte und Vorstellungen. Am liebsten würde ich mir verbieten zu leben. Es ist ein Missverständnis: Ich und das Leben. Es sieht so aus als ob die gesamte Welt für einen blinden Zweck existiert oder zumindest für einen Zweck den ich nicht sehen oder teilen kann. Ich kann keinen Alltag in dieser Gesellschaft bewältigen, weil sie mir diktiert etwas zu sein, was ich nicht sein kann. Ich bin nicht nützlich. Ich bin nicht profitabel. Und ich bin auch nicht an irgendeine Form von Karriere interessiert. Ich leide an der blanken Existenz. Ich bin nicht interessiert. Mich interessiert gar nichts mehr. Ich habe alles gesehen. Ich habe alles probiert. Ich war mutig. Ich war tapfer. Und alles was ich bekommen habe, waren noch mehr Forderungen. Es erinnert sich niemand mehr an das, was ich geleistet habe. Auch ich selbst habe das vergessen. Es spielt keine Rolle mehr. Es zählt nur der gegenwärtige Arbeitstag. Bringst Du Leistung oder nicht? Ohne Leistung wirst Du gepeinigt. Und wenn Du Leistung bringst, peinigst Du dich selbst.

Ich sehe keinen Sinn mehr. Ich kann nicht mehr so tun als gäbe es einen. Ich bin nur älter geworden. Wir alle sind nur älter geworden. Ansonsten ist alles gleich im Rahmen einer Maschine, die alles schlimmer macht. Ich bin absolut ratlos. Ich wüsste nicht, was ich noch denken oder tun soll. Ich habe aufgegeben aber der Krieg geht dennoch weiter. Und was jetzt? All die Jahre wurde beklagt, was ist. Niemand hat sich das angehört. Und wenn, hätte sowieso jeder erkannt, dass es nicht reicht. Die eigene Unfähigkeit hat ihren Beitrag zu dieser ausweglosen Lage gebracht. Ich wüsste nicht, was ich dazu noch schreiben soll. Ich hatte mal Hoffnungen. Aber sie sind vorbei. Sie können nicht bestehen. Ich hatte Erwartungen an mich selbst, die ich alle verfehlt habe. Ich enttäusche mich selbst und werde enttäuscht von dem was existiert. Ich bin enttäuscht von mir und dem Rest der Welt. Es wird sich nicht ändern. Ich lese alte Texte durch. Und sehe: Es war vor 5 Jahren grausam. Es war vor 10 Jahren grausam. Es war vor 15 Jahren grausam. Warum sollte es in Zukunft anders sein? Man hält durch und fragt: Wofür?

Leben im Kapitalismus bedeutet lebenslängliche Haft. Und niemanden interessiert das. Es ist wie es ist. Sei nicht so empfindlich. Such dir einen Job und halt deine Schnauze. Aber ich kann das nicht. Es ist falsch. Man kann beweisen, dass unsere Gesellschaftsordnung falsch ist. Sie ist so falsch wie früher die Behauptung, dass die Erde eine Scheibe sei. Nur scheint sich kaum jemand für diese Falschheit zu interessieren. Und es steht unter Strafe an dieser Unkenntnis und diesem Desinteresse zu rütteln. Ich sehe keinen Weg daran zu rütteln. Ich weiss es doch auch nicht. Was soll darauf folgen? Ich rate und rätsle herum und der Tag vergeht ereignislos. Ich kann ohnehin keine Ereignisse mehr ertragen. Ich kann mich selbst nicht mehr ertragen. Wenn die Welt falsch ist, dann bin ich es ebenso. Woraus soll ich die Wahrheit schöpfen?

Ich schaue seit Jahren auf den nächsten Tag und blicke ins Grauen. Es wiederholt sich, dass es für mich keine Perspektive gibt. Ich bin nur einer von Millionen den es so ergeht. Aber warum rührt das niemanden? Warum interessiert das niemanden? Weil Reden nicht hilft. Aus diesem Grund lohnt es sich nicht weiter zu denken. Die Gedanken werden nicht gehört. Das Denken hat sich selbst abgeschafft. Unser Alltag besteht nur noch aus Gehorsam gegenüber einen unhinterfragten Funktionalismus, den Generationen vor uns ausgelöst und vorangetrieben haben. Es bringt nichts darüber zu schreiben. Es interessiert keinen. Die Leute haben kein Interesse daran ihr Leben zu hinterfragen oder zu kennen. Es soll funktionieren. Für sie. Sie brauchen eine Perspektive innerhalb dieser Logiken und alles ist gut. Ich stehe am Rand dieser Gesellschaft und kann nicht mehr in ihr existieren. Ich habe es versucht. Nun treibe ich nur noch vor mich hin. Aber das Ende kommt nicht. Es will einfach nicht enden. Und so werde ich in immer neue Katastrophen verwickelt mit denen ich nichts zutun haben will. Von denen ich noch nichtmal weiss. Gleichzeitig muss man so tun, als wollte man all das. Oder muss man es überhaupt? Es gibt niemanden gegenüber dem man sich rechtfertigen müsste, denn die Falschheit kommt doch nicht von mir. Oder bin ich inmitten einer Psychose? Ich wünschte, es wäre so.

Es gibt keine Ahnung, wie ich das fortsetzen soll. Ganz nüchtern und rational betrachtet, war es das. Es ist alles gesagt. Es wurde von anderen sogar noch besser gesagt als ich es je könnte. Aber es ändert nichts. Die Katastrophe geht weiter. Immer weiter. Und aus irgendeinem Grund überlebt man das. Vermutlich aus Zufall. Ich bin absolut untröstlich, hoffnungslos und antriebslos. Ich habe keine Ideen. Und ich möchte mich nur noch zurückziehen. Ich will von nichts mehr wissen. Und ich will kein Wort mehr hören. Nichts ist mehr reizvoll oder von belang. Die Wahrheit ist, dass es vorbei ist. Und nichts kommt mehr zurück. Man kann sich darüber aufregen oder amüsieren. Aber es hört sowieso keiner zu. Es reicht nicht für mehr. Weder bei mir noch bei anderen. Alle Bemühungen waren umsonst, so wie das Leben selbst. Das ist der Ausverkauf an die Bitterkeit und den Zynismus, schätze ich. Aber mir ist klar geworden, dass ich es nicht besser kann. Ich bin unfähig. Ich weiss nicht, in welchem Ausmaß dies auf andere Menschen ebenso zutrifft. Aber ich weiss mit Gewissheit, dass ich verloren bin. Es gibt keinen Halt mehr. Ich wüsste nicht wofür ich noch existieren sollte. Und wahrscheinlich gab es ohnehin nie einen Grund dafür. Das man einfach nur existiert, kann man für unproblematisch befinden. So ist es auch. Aber wenn das gesellschaftliche Leben grauenhaft ist, wird es unerträglich. Keine Sekunde ist mehr möglich.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Das Ende aller Träume

Es ist endgültig. Ich habe nicht die Fähigkeiten, die Möglichkeiten und das Wesen in der Welt irgendeinen positiven Einfluss zu nehmen. Es spielt keine Rolle, was ich denke oder sage oder tue. Es ist Unglück. Man mag darüber den Kopfschütteln und behaupten, dass dem nicht so wäre. Alles sei doch halb so wild. Das wird schon wieder. Nein, wird es nicht. Nein, alles ist viel schlimmer. Ich habe auf allen Ebenen in meinem Leben versagt. Ich weiss nicht wie man leben soll. Mir fällt kein Beruf ein, den ich ausüben will. Mir fällt kein Mensch ein, mit dem ich reden will. Ich will mit mir nichts zutun haben. Und alles andere ist mir gleichgültig. Das war es. Endgültig.

Ich bin ruiniert. Ein Neuanfang würde nichts ändern. Es wäre nur eine andere Form von Ruin. Ich kann auf keine Art und Weise daruber sprechen. Es gibt kein Verständnis dafür. Es hört niemand zu. Ich verstehe auch wieso niemand zuhört: Weil es irrelevant ist und sich sowieso nichts ändert. Ich habe immer allein gelebt. Und ich gehöre in die Einsamkeit. Aber nirgends ist das möglich. Ich bin zu arm, um mir das leisten zu können. Ich bin dazu verdammt ein unglücklicher Versager zu sein, der von allen getreten oder ignoriert wird. Das kenne ich schon ewig so. Ich habe immer darüber gelächelt. Ich weiss nicht mehr weiter. Es hilft nichts mehr.

Wenn es keine Idee oder Richtung mehr gibt und jedes Wort zuviel ist, kann ich nur sagen, dass ich aufgebe. Ich bin erledigt. Ganz und gar. Ich habe keinen Schimmer Hoffnung mehr in mir. Ich bin restlos vernichtet. Diese Welt hat mich ausgesaugt und das obwohl oder gerade weil ich bedeutungslos bin. Es gibt nichts mehr zu sagen. Ich habe aufgegeben. Aber das Leben geht weiter als wäre nichts geschehen. Alle essen in Restaurants, feiern ihre Geburtstage und sind glücklich. Ich wäre am liebsten tot. Tja, der Tod ist aber auch scheisse.

Da sieht man mal wieder, wie es keine Lösung für irgendwas gibt. Ich hätte nie existieren dürfen. Ich frage mich, wann ich endlich den Mut aufbringe es zu beenden. Wenn alles egal ist, dann auch der Tod. Vielleicht sollte ich aber noch warten bis die erste Verwandtschaft verstorben ist? Höflich sterben, das muss wohl sein. Ich habe nicht das Format zu leben also ist das mit dem sterben genauso. Was bin ich doch für eine erbärmliche Kreatur? Und doch soll ich arbeiten gehen für dieses Leben. Ich wüsste nicht wofür. Ich habe versagt. Ich kann es nicht mehr. Es war ohnehin nie gut genug. Und jetzt werde ich alt. Es ist erledigt.

Ich bin ein schrecklicher Mensch. Ich habe nichts zu sagen. Ich bin so extrem durchschnittlich. Ungenau. Umständlich. Unreif. Das ist einfach nicht auszuhalten. Es geht immer so weiter. Jahr für Jahr, klage ich darüber wie ekelhaft alles ist. Und alles wird nur schlimmer und schlimmer. Es ändert sich für mich gar nichts. Ich wechsle nur die Formen des Elends. Ich habe von Anfang an den Fehler gemacht zu glauben, dass ich etwas ändern kann. Ich habe geträumt. Und das war der Fehler. Wieso habe ich geglaubt, dass ausgerechnet ich etwas anderes verdiene als alle anderen? Ich habe mir eingeredet, dass ich auch für andere kämpfe. Aber die wollen das gar nicht. Ich habe für nichts gekämpft und geredet. Mein Leben ist ein Schlag ins Wasser. Es wird vergehen und mein Jammer ebenso. Keiner erinnert sich daran. Wozu auch? Jede Erinnerung wäre nur schrecklich.

Ich werde mich brav eingliedern in die Arbeitsmaschinerie. Und allen recht geben, die eigentlich falsch liegen. Denn ich bin zu verkommen gegen sie zu stichhaltig und in kurzer Zeit zu argumentieren. Ich muss bis zu meinem letzten Tag ignorieren, dass alles falsch ist. Ich muss vergessen, wer ich sein wollte. Ich war überheblich, vernarrt und ahnungslos. Ich kann froh sein, wenn ich die Jobs ausüben darf, die mir früher verhasst waren. Aber ich werde nie wieder froh sein. Wüsste nicht, was froh sein überhaupt bedeutet. Ich habe verloren, ohne je gewonnen zu haben. Alles was mir bleibt, ist Katzenjammer und Selbstmitleid. Ich stehe mit leeren Händen da. Ich gehöre nicht dazu. Ich kann es nicht. Ich werde es niemals sein. Die Zeit heilt keine Wunden. Ich bin für immer verloren.

Ich habe Angst, ich bin traurig und allein. Ich habe darüber keine Emotion. Aber ich weiss, wie man sich fühlen sollte. Die eigene Verstümmelung ist mir unsichtbar. Ich erkenne sie in der Irritation der anderen Menschen. Sie stutzen. Ihnen fällt etwas auf. Aber sie sagen nicht was. Sie reden nicht mit mir. Sie haben keine Zeit dafür. Keine Zeit für mich. Ich verdiene keine Hilfe. Ich bin unsichtbar. Andere Menschen und Projekte sind immer wichtiger. Ich kann an den Projekten mitarbeiten, aber bezahlt werde ich natürlich nur ganz gering, obwohl der Aufwand irre ist und sich nirgends veredeln lässt. Das Ehrenamt soll einem Lohn genug sein. Keine Bezahlung wäre hoch genug, um diese Existenz länger auszuhalten.

Ich muss einsehen, dass ich Lebensmüde bin. Ich habe das Leben so satt. Ich halte mich nicht mehr aus. Und alle anderen genausowenig. Es wird kein Wort etwas ändern können. Es war schon immer so. Ich habe mich lange abgelenkt, aber mir fällt nichts mehr dazu ein. Alles ist langweilig. Ich werde dem Leben nicht mehr gerecht. Mir wachsen die Dinge über den Kopf und ich bereue jemals gelebt zu haben. Ich werde mich in Schweigen hüllen und wie die anderen so tun als wäre alles in Ordnung. Ich werde hungern. Ich werde aufhören zu atmen. Ich werde versteinern und zerfallen. Es hat schon bei anderen, denen es ähnlich erging, schon keinen interessiert. So geht es auch mir. Ich bin einer von Millionen Schatten.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Gewissheiten

Geboren in einem Land, das nicht mehr existiert. Geboren worden aufgrund einer Liebe, die nicht mehr existiert. Großgezogen worden in einer Familie, die nicht mehr existiert. Geliebt worden von einem Menschen, der nicht mehr existiert. Geflohen über sämtliche Grenzen. Nie angekommen. Nie willkommen. Nie erwartet irgendwo anzukommen. Und den Schmerz angenommen wie Atemluft. Schlachten verloren. Leben als Scheitern. Schon als Kind schmeckte alles nach Blut. Jeder Schritt auf Treibsand. Erstickendes Gas zwischen Autobahn und Flughafen. Zwischen Schule und Industriegelände wirkt nur die Herabsenkung lebendiger Anteile. Lebensrealität als Alptraum. Zwischen den Stühlen bis in alle Ewigkeit. Trägheit, Trübsal, Irrsinn und Verwirrung. Und wenn verloren wird ohne zu kämpfen, dann ist jeder Schlag tödlich. Doch die Existenz geht weiter. Ob es grausam ist oder nicht. Es findet statt. Nicht gehört werden, nicht die Worte finden, die Laute vergessen und schliesslich komplett auflösen. Schikanen voller Minenfelder. Taumelnd durch Ruinen. Immer die gleichen Wiederholungen. Jahre hätten ausgelassen werden müssen. Das Alter, Fettwerden, gefaltet werden im brennenden Alltag. Versteinert werden. Betrogen werden. Versunken im Ersticken. Im nahtlosen Versinken. Schläge aus dem Nichts. Explosionen aus dem Nichts. Es regnet Leichen und man applaudiert. Generation Blut. Hoffnungslos. Ahnungslos. Taubstumm. Grau voller Rum. Hätte mir was anderes gewünscht. Unbestimmbar.

Es ist entlarvend. Keine Richtung zu sehen. Keinen Weg zu kennen. Freier Fall. Abgetrieben auf unbekannten Gewässern. In Trümmern geschlagen. Überhaupt vernichtend geschlagen. Kraftlose Mutlosigkeit. Besinnungslose Dummheit. Trockene Verwüstung. Verwüsteter Schwindel. Schwindelige Müdigkeit. Unentrinnbares Chaos. Chaotische Ordnung. Permanente Umwälzung für die Etablierung des zerstörerischen Status Quo. Unbewusste-bewusste Evolution der personfizierten Involution. Vergessen im Erinnern. Erinnern im Vergessen. Zerfallen ohne zu bestehen. Brennen von allen Seiten. Bestehen für das Nichts. Sich selbst verwandeln in das Nichts bis man selbst alles ins Nichts verwandelt. Wunschloses Unglück. Begriffslos sprechend. Nichtssagend agierend. Verwirrend gesprochen. Unintendiertes Unheil. Potenzierung des Elends mit der Routine der Alltäglichkeit. Beliebiges Schicksal. Umsonst gelebt. Umsonst verschwendet. Verschwendet um verworfen zu sein. Grundlos. Ursache der Existenz nur in Beliebigkeit gegründet. Die Beliebigkeit der zufälligen Liaison. Alkohol blutete das Leben nicht weg. Es existierte. Schroff. Unbarmherzig. Unkraut, das nicht vergeht. Auf dem Wüstenplanet. Das Minenfeld der matten Glücklosen in alpraumartigen Grauklötzen besteht in ihnen, wenn sie sprechen und agieren. Es interessiert sie nicht. Nichts ist von Interesse. Irrtümer, Katastrophen, Wahnsinn und Traumlosigkeit in den Sümpfen der Ewigkeit. Das Los ist ein endloser Marathon durch das sauerstofflose Pech. Gluckernde brennende schwarze Straßen brennen sich ins Gemächt. Das Gehirn schmilzt und gerinnt durch die Augenlöcher in den Dreck. Es kann niemand hören. Nichts findet Gehör. Köpfe platzen. Pickel platzen. Eis platzt. Das Packeis packt alles ins weisse Grell, zerschneidet in Hell, was nicht schnell verwelkt. Und was hell, das ist Blitz. Atombombenblitz. Der letzte Pilz. Zischen. Dröhnen. Klappern. Überrollt werden. Alles fährt weiter. Zieht weiter. Der Schmerz zieht weiter tief in die Seele. Kriecht in die letzten Winkel und frisst das Leben auf. Eitert jede Fläche voll und platzt in Blutgedärmen heraus in das gesellschaftliche Nichts aus Kälte, Abgasen und Sachzwängen. Keiner liest das, keiner sieht das. Die Treppen sind aus Leichen. Sie ebnen teamfähig den Weg zur Eigentumswohnung. Das war schon bekannt. Es gehört zu jeder Kindheit. Das Bluten. Das Eitern. Das Zertrümmern. Das Vergessen. Das Versteinern. Darin gefällt man sich. Darin verbrennt man sich. Das Brennen. Das Scheitern. Die Gewissheit sich zu demolieren und zu ruinieren je weiter die gesellschaftliche Lebenszeit voranschreitet. Da ist keine Hoffnung, kein Gedanke, kein Gefühl, kein Moment. Das Nichts ist nicht nichtig genug. Es ist noch weniger als nichts. Die Zeit heilt alle Wunden, weil sie woanders Wunden blutig schlägt und nicht jede Wunde offen und salzig halten kann. Ich habe gelacht, ich habe gedacht, gegessen, geschlafen und geraten. Es ging nicht anders. Das Leben ist ein Verhängnis. Unentrinnbar. Verwoben im strömenden Fluß der ambivalenten Gleichgültigkeit. Der Zynismus der Verhältnisse ist Wesenskern der Individualität. Unermessliches Leid steckt in jeder Lebenssekunde. Die Unendlichkeit des Sternenhimmels wirkt klein dagegen. Undenkbar was Schmerz bedeutet. Wir schwimmen darin und sind daraus hervorgegangen. Bringen es hervor, weil wir uns bewegen. Das Leben ist eine Wunde und sie ertränkt mit ihrem Blut. Gebrochen erbrochen. Versprechen gebrochen. Es sind nur noch Scherzgedanken möglich. Nichts funktioniert mehr. Alles ist der Lächerlichkeit preisgegeben. Bedeutung findet nur noch im Witz statt. Die Existenz bewegt sich wie ein Idiot im Kreis. Jahrhunderte an einer Stelle wird sich gedreht, um die eigene Achse. Es ist unbekannt, was relevant ist. Das festhalten aneinander zieht in die Tiefe. Aber allein ist die Tiefe gleichgültig ähnlich vorhanden. Sachlich notiert. Abwartend. Es passiert nichts. Es gibt keinen Unterschied. Stabilität existiert in der Krise nur die Schwerkraft.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert