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Wie am ersten Tag

Ich habe mir verboten länger zu denken oder zu schreiben. Seit Jahren wiederholen sich die selben Worte und Vorstellungen. Am liebsten würde ich mir verbieten zu leben. Es ist ein Missverständnis: Ich und das Leben. Es sieht so aus als ob die gesamte Welt für einen blinden Zweck existiert oder zumindest für einen Zweck den ich nicht sehen oder teilen kann. Ich kann keinen Alltag in dieser Gesellschaft bewältigen, weil sie mir diktiert etwas zu sein, was ich nicht sein kann. Ich bin nicht nützlich. Ich bin nicht profitabel. Und ich bin auch nicht an irgendeine Form von Karriere interessiert. Ich leide an der blanken Existenz. Ich bin nicht interessiert. Mich interessiert gar nichts mehr. Ich habe alles gesehen. Ich habe alles probiert. Ich war mutig. Ich war tapfer. Und alles was ich bekommen habe, waren noch mehr Forderungen. Es erinnert sich niemand mehr an das, was ich geleistet habe. Auch ich selbst habe das vergessen. Es spielt keine Rolle mehr. Es zählt nur der gegenwärtige Arbeitstag. Bringst Du Leistung oder nicht? Ohne Leistung wirst Du gepeinigt. Und wenn Du Leistung bringst, peinigst Du dich selbst.

Ich sehe keinen Sinn mehr. Ich kann nicht mehr so tun als gäbe es einen. Ich bin nur älter geworden. Wir alle sind nur älter geworden. Ansonsten ist alles gleich im Rahmen einer Maschine, die alles schlimmer macht. Ich bin absolut ratlos. Ich wüsste nicht, was ich noch denken oder tun soll. Ich habe aufgegeben aber der Krieg geht dennoch weiter. Und was jetzt? All die Jahre wurde beklagt, was ist. Niemand hat sich das angehört. Und wenn, hätte sowieso jeder erkannt, dass es nicht reicht. Die eigene Unfähigkeit hat ihren Beitrag zu dieser ausweglosen Lage gebracht. Ich wüsste nicht, was ich dazu noch schreiben soll. Ich hatte mal Hoffnungen. Aber sie sind vorbei. Sie können nicht bestehen. Ich hatte Erwartungen an mich selbst, die ich alle verfehlt habe. Ich enttäusche mich selbst und werde enttäuscht von dem was existiert. Ich bin enttäuscht von mir und dem Rest der Welt. Es wird sich nicht ändern. Ich lese alte Texte durch. Und sehe: Es war vor 5 Jahren grausam. Es war vor 10 Jahren grausam. Es war vor 15 Jahren grausam. Warum sollte es in Zukunft anders sein? Man hält durch und fragt: Wofür?

Leben im Kapitalismus bedeutet lebenslängliche Haft. Und niemanden interessiert das. Es ist wie es ist. Sei nicht so empfindlich. Such dir einen Job und halt deine Schnauze. Aber ich kann das nicht. Es ist falsch. Man kann beweisen, dass unsere Gesellschaftsordnung falsch ist. Sie ist so falsch wie früher die Behauptung, dass die Erde eine Scheibe sei. Nur scheint sich kaum jemand für diese Falschheit zu interessieren. Und es steht unter Strafe an dieser Unkenntnis und diesem Desinteresse zu rütteln. Ich sehe keinen Weg daran zu rütteln. Ich weiss es doch auch nicht. Was soll darauf folgen? Ich rate und rätsle herum und der Tag vergeht ereignislos. Ich kann ohnehin keine Ereignisse mehr ertragen. Ich kann mich selbst nicht mehr ertragen. Wenn die Welt falsch ist, dann bin ich es ebenso. Woraus soll ich die Wahrheit schöpfen?

Ich schaue seit Jahren auf den nächsten Tag und blicke ins Grauen. Es wiederholt sich, dass es für mich keine Perspektive gibt. Ich bin nur einer von Millionen den es so ergeht. Aber warum rührt das niemanden? Warum interessiert das niemanden? Weil Reden nicht hilft. Aus diesem Grund lohnt es sich nicht weiter zu denken. Die Gedanken werden nicht gehört. Das Denken hat sich selbst abgeschafft. Unser Alltag besteht nur noch aus Gehorsam gegenüber einen unhinterfragten Funktionalismus, den Generationen vor uns ausgelöst und vorangetrieben haben. Es bringt nichts darüber zu schreiben. Es interessiert keinen. Die Leute haben kein Interesse daran ihr Leben zu hinterfragen oder zu kennen. Es soll funktionieren. Für sie. Sie brauchen eine Perspektive innerhalb dieser Logiken und alles ist gut. Ich stehe am Rand dieser Gesellschaft und kann nicht mehr in ihr existieren. Ich habe es versucht. Nun treibe ich nur noch vor mich hin. Aber das Ende kommt nicht. Es will einfach nicht enden. Und so werde ich in immer neue Katastrophen verwickelt mit denen ich nichts zutun haben will. Von denen ich noch nichtmal weiss. Gleichzeitig muss man so tun, als wollte man all das. Oder muss man es überhaupt? Es gibt niemanden gegenüber dem man sich rechtfertigen müsste, denn die Falschheit kommt doch nicht von mir. Oder bin ich inmitten einer Psychose? Ich wünschte, es wäre so.

Es gibt keine Ahnung, wie ich das fortsetzen soll. Ganz nüchtern und rational betrachtet, war es das. Es ist alles gesagt. Es wurde von anderen sogar noch besser gesagt als ich es je könnte. Aber es ändert nichts. Die Katastrophe geht weiter. Immer weiter. Und aus irgendeinem Grund überlebt man das. Vermutlich aus Zufall. Ich bin absolut untröstlich, hoffnungslos und antriebslos. Ich habe keine Ideen. Und ich möchte mich nur noch zurückziehen. Ich will von nichts mehr wissen. Und ich will kein Wort mehr hören. Nichts ist mehr reizvoll oder von belang. Die Wahrheit ist, dass es vorbei ist. Und nichts kommt mehr zurück. Man kann sich darüber aufregen oder amüsieren. Aber es hört sowieso keiner zu. Es reicht nicht für mehr. Weder bei mir noch bei anderen. Alle Bemühungen waren umsonst, so wie das Leben selbst. Das ist der Ausverkauf an die Bitterkeit und den Zynismus, schätze ich. Aber mir ist klar geworden, dass ich es nicht besser kann. Ich bin unfähig. Ich weiss nicht, in welchem Ausmaß dies auf andere Menschen ebenso zutrifft. Aber ich weiss mit Gewissheit, dass ich verloren bin. Es gibt keinen Halt mehr. Ich wüsste nicht wofür ich noch existieren sollte. Und wahrscheinlich gab es ohnehin nie einen Grund dafür. Das man einfach nur existiert, kann man für unproblematisch befinden. So ist es auch. Aber wenn das gesellschaftliche Leben grauenhaft ist, wird es unerträglich. Keine Sekunde ist mehr möglich.

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Das Ende aller Träume

Es ist endgültig. Ich habe nicht die Fähigkeiten, die Möglichkeiten und das Wesen in der Welt irgendeinen positiven Einfluss zu nehmen. Es spielt keine Rolle, was ich denke oder sage oder tue. Es ist Unglück. Man mag darüber den Kopfschütteln und behaupten, dass dem nicht so wäre. Alles sei doch halb so wild. Das wird schon wieder. Nein, wird es nicht. Nein, alles ist viel schlimmer. Ich habe auf allen Ebenen in meinem Leben versagt. Ich weiss nicht wie man leben soll. Mir fällt kein Beruf ein, den ich ausüben will. Mir fällt kein Mensch ein, mit dem ich reden will. Ich will mit mir nichts zutun haben. Und alles andere ist mir gleichgültig. Das war es. Endgültig.

Ich bin ruiniert. Ein Neuanfang würde nichts ändern. Es wäre nur eine andere Form von Ruin. Ich kann auf keine Art und Weise daruber sprechen. Es gibt kein Verständnis dafür. Es hört niemand zu. Ich verstehe auch wieso niemand zuhört: Weil es irrelevant ist und sich sowieso nichts ändert. Ich habe immer allein gelebt. Und ich gehöre in die Einsamkeit. Aber nirgends ist das möglich. Ich bin zu arm, um mir das leisten zu können. Ich bin dazu verdammt ein unglücklicher Versager zu sein, der von allen getreten oder ignoriert wird. Das kenne ich schon ewig so. Ich habe immer darüber gelächelt. Ich weiss nicht mehr weiter. Es hilft nichts mehr.

Wenn es keine Idee oder Richtung mehr gibt und jedes Wort zuviel ist, kann ich nur sagen, dass ich aufgebe. Ich bin erledigt. Ganz und gar. Ich habe keinen Schimmer Hoffnung mehr in mir. Ich bin restlos vernichtet. Diese Welt hat mich ausgesaugt und das obwohl oder gerade weil ich bedeutungslos bin. Es gibt nichts mehr zu sagen. Ich habe aufgegeben. Aber das Leben geht weiter als wäre nichts geschehen. Alle essen in Restaurants, feiern ihre Geburtstage und sind glücklich. Ich wäre am liebsten tot. Tja, der Tod ist aber auch scheisse.

Da sieht man mal wieder, wie es keine Lösung für irgendwas gibt. Ich hätte nie existieren dürfen. Ich frage mich, wann ich endlich den Mut aufbringe es zu beenden. Wenn alles egal ist, dann auch der Tod. Vielleicht sollte ich aber noch warten bis die erste Verwandtschaft verstorben ist? Höflich sterben, das muss wohl sein. Ich habe nicht das Format zu leben also ist das mit dem sterben genauso. Was bin ich doch für eine erbärmliche Kreatur? Und doch soll ich arbeiten gehen für dieses Leben. Ich wüsste nicht wofür. Ich habe versagt. Ich kann es nicht mehr. Es war ohnehin nie gut genug. Und jetzt werde ich alt. Es ist erledigt.

Ich bin ein schrecklicher Mensch. Ich habe nichts zu sagen. Ich bin so extrem durchschnittlich. Ungenau. Umständlich. Unreif. Das ist einfach nicht auszuhalten. Es geht immer so weiter. Jahr für Jahr, klage ich darüber wie ekelhaft alles ist. Und alles wird nur schlimmer und schlimmer. Es ändert sich für mich gar nichts. Ich wechsle nur die Formen des Elends. Ich habe von Anfang an den Fehler gemacht zu glauben, dass ich etwas ändern kann. Ich habe geträumt. Und das war der Fehler. Wieso habe ich geglaubt, dass ausgerechnet ich etwas anderes verdiene als alle anderen? Ich habe mir eingeredet, dass ich auch für andere kämpfe. Aber die wollen das gar nicht. Ich habe für nichts gekämpft und geredet. Mein Leben ist ein Schlag ins Wasser. Es wird vergehen und mein Jammer ebenso. Keiner erinnert sich daran. Wozu auch? Jede Erinnerung wäre nur schrecklich.

Ich werde mich brav eingliedern in die Arbeitsmaschinerie. Und allen recht geben, die eigentlich falsch liegen. Denn ich bin zu verkommen gegen sie zu stichhaltig und in kurzer Zeit zu argumentieren. Ich muss bis zu meinem letzten Tag ignorieren, dass alles falsch ist. Ich muss vergessen, wer ich sein wollte. Ich war überheblich, vernarrt und ahnungslos. Ich kann froh sein, wenn ich die Jobs ausüben darf, die mir früher verhasst waren. Aber ich werde nie wieder froh sein. Wüsste nicht, was froh sein überhaupt bedeutet. Ich habe verloren, ohne je gewonnen zu haben. Alles was mir bleibt, ist Katzenjammer und Selbstmitleid. Ich stehe mit leeren Händen da. Ich gehöre nicht dazu. Ich kann es nicht. Ich werde es niemals sein. Die Zeit heilt keine Wunden. Ich bin für immer verloren.

Ich habe Angst, ich bin traurig und allein. Ich habe darüber keine Emotion. Aber ich weiss, wie man sich fühlen sollte. Die eigene Verstümmelung ist mir unsichtbar. Ich erkenne sie in der Irritation der anderen Menschen. Sie stutzen. Ihnen fällt etwas auf. Aber sie sagen nicht was. Sie reden nicht mit mir. Sie haben keine Zeit dafür. Keine Zeit für mich. Ich verdiene keine Hilfe. Ich bin unsichtbar. Andere Menschen und Projekte sind immer wichtiger. Ich kann an den Projekten mitarbeiten, aber bezahlt werde ich natürlich nur ganz gering, obwohl der Aufwand irre ist und sich nirgends veredeln lässt. Das Ehrenamt soll einem Lohn genug sein. Keine Bezahlung wäre hoch genug, um diese Existenz länger auszuhalten.

Ich muss einsehen, dass ich Lebensmüde bin. Ich habe das Leben so satt. Ich halte mich nicht mehr aus. Und alle anderen genausowenig. Es wird kein Wort etwas ändern können. Es war schon immer so. Ich habe mich lange abgelenkt, aber mir fällt nichts mehr dazu ein. Alles ist langweilig. Ich werde dem Leben nicht mehr gerecht. Mir wachsen die Dinge über den Kopf und ich bereue jemals gelebt zu haben. Ich werde mich in Schweigen hüllen und wie die anderen so tun als wäre alles in Ordnung. Ich werde hungern. Ich werde aufhören zu atmen. Ich werde versteinern und zerfallen. Es hat schon bei anderen, denen es ähnlich erging, schon keinen interessiert. So geht es auch mir. Ich bin einer von Millionen Schatten.

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Gewissheiten

Geboren in einem Land, das nicht mehr existiert. Geboren worden aufgrund einer Liebe, die nicht mehr existiert. Großgezogen worden in einer Familie, die nicht mehr existiert. Geliebt worden von einem Menschen, der nicht mehr existiert. Geflohen über sämtliche Grenzen. Nie angekommen. Nie willkommen. Nie erwartet irgendwo anzukommen. Und den Schmerz angenommen wie Atemluft. Schlachten verloren. Leben als Scheitern. Schon als Kind schmeckte alles nach Blut. Jeder Schritt auf Treibsand. Erstickendes Gas zwischen Autobahn und Flughafen. Zwischen Schule und Industriegelände wirkt nur die Herabsenkung lebendiger Anteile. Lebensrealität als Alptraum. Zwischen den Stühlen bis in alle Ewigkeit. Trägheit, Trübsal, Irrsinn und Verwirrung. Und wenn verloren wird ohne zu kämpfen, dann ist jeder Schlag tödlich. Doch die Existenz geht weiter. Ob es grausam ist oder nicht. Es findet statt. Nicht gehört werden, nicht die Worte finden, die Laute vergessen und schliesslich komplett auflösen. Schikanen voller Minenfelder. Taumelnd durch Ruinen. Immer die gleichen Wiederholungen. Jahre hätten ausgelassen werden müssen. Das Alter, Fettwerden, gefaltet werden im brennenden Alltag. Versteinert werden. Betrogen werden. Versunken im Ersticken. Im nahtlosen Versinken. Schläge aus dem Nichts. Explosionen aus dem Nichts. Es regnet Leichen und man applaudiert. Generation Blut. Hoffnungslos. Ahnungslos. Taubstumm. Grau voller Rum. Hätte mir was anderes gewünscht. Unbestimmbar.

Es ist entlarvend. Keine Richtung zu sehen. Keinen Weg zu kennen. Freier Fall. Abgetrieben auf unbekannten Gewässern. In Trümmern geschlagen. Überhaupt vernichtend geschlagen. Kraftlose Mutlosigkeit. Besinnungslose Dummheit. Trockene Verwüstung. Verwüsteter Schwindel. Schwindelige Müdigkeit. Unentrinnbares Chaos. Chaotische Ordnung. Permanente Umwälzung für die Etablierung des zerstörerischen Status Quo. Unbewusste-bewusste Evolution der personfizierten Involution. Vergessen im Erinnern. Erinnern im Vergessen. Zerfallen ohne zu bestehen. Brennen von allen Seiten. Bestehen für das Nichts. Sich selbst verwandeln in das Nichts bis man selbst alles ins Nichts verwandelt. Wunschloses Unglück. Begriffslos sprechend. Nichtssagend agierend. Verwirrend gesprochen. Unintendiertes Unheil. Potenzierung des Elends mit der Routine der Alltäglichkeit. Beliebiges Schicksal. Umsonst gelebt. Umsonst verschwendet. Verschwendet um verworfen zu sein. Grundlos. Ursache der Existenz nur in Beliebigkeit gegründet. Die Beliebigkeit der zufälligen Liaison. Alkohol blutete das Leben nicht weg. Es existierte. Schroff. Unbarmherzig. Unkraut, das nicht vergeht. Auf dem Wüstenplanet. Das Minenfeld der matten Glücklosen in alpraumartigen Grauklötzen besteht in ihnen, wenn sie sprechen und agieren. Es interessiert sie nicht. Nichts ist von Interesse. Irrtümer, Katastrophen, Wahnsinn und Traumlosigkeit in den Sümpfen der Ewigkeit. Das Los ist ein endloser Marathon durch das sauerstofflose Pech. Gluckernde brennende schwarze Straßen brennen sich ins Gemächt. Das Gehirn schmilzt und gerinnt durch die Augenlöcher in den Dreck. Es kann niemand hören. Nichts findet Gehör. Köpfe platzen. Pickel platzen. Eis platzt. Das Packeis packt alles ins weisse Grell, zerschneidet in Hell, was nicht schnell verwelkt. Und was hell, das ist Blitz. Atombombenblitz. Der letzte Pilz. Zischen. Dröhnen. Klappern. Überrollt werden. Alles fährt weiter. Zieht weiter. Der Schmerz zieht weiter tief in die Seele. Kriecht in die letzten Winkel und frisst das Leben auf. Eitert jede Fläche voll und platzt in Blutgedärmen heraus in das gesellschaftliche Nichts aus Kälte, Abgasen und Sachzwängen. Keiner liest das, keiner sieht das. Die Treppen sind aus Leichen. Sie ebnen teamfähig den Weg zur Eigentumswohnung. Das war schon bekannt. Es gehört zu jeder Kindheit. Das Bluten. Das Eitern. Das Zertrümmern. Das Vergessen. Das Versteinern. Darin gefällt man sich. Darin verbrennt man sich. Das Brennen. Das Scheitern. Die Gewissheit sich zu demolieren und zu ruinieren je weiter die gesellschaftliche Lebenszeit voranschreitet. Da ist keine Hoffnung, kein Gedanke, kein Gefühl, kein Moment. Das Nichts ist nicht nichtig genug. Es ist noch weniger als nichts. Die Zeit heilt alle Wunden, weil sie woanders Wunden blutig schlägt und nicht jede Wunde offen und salzig halten kann. Ich habe gelacht, ich habe gedacht, gegessen, geschlafen und geraten. Es ging nicht anders. Das Leben ist ein Verhängnis. Unentrinnbar. Verwoben im strömenden Fluß der ambivalenten Gleichgültigkeit. Der Zynismus der Verhältnisse ist Wesenskern der Individualität. Unermessliches Leid steckt in jeder Lebenssekunde. Die Unendlichkeit des Sternenhimmels wirkt klein dagegen. Undenkbar was Schmerz bedeutet. Wir schwimmen darin und sind daraus hervorgegangen. Bringen es hervor, weil wir uns bewegen. Das Leben ist eine Wunde und sie ertränkt mit ihrem Blut. Gebrochen erbrochen. Versprechen gebrochen. Es sind nur noch Scherzgedanken möglich. Nichts funktioniert mehr. Alles ist der Lächerlichkeit preisgegeben. Bedeutung findet nur noch im Witz statt. Die Existenz bewegt sich wie ein Idiot im Kreis. Jahrhunderte an einer Stelle wird sich gedreht, um die eigene Achse. Es ist unbekannt, was relevant ist. Das festhalten aneinander zieht in die Tiefe. Aber allein ist die Tiefe gleichgültig ähnlich vorhanden. Sachlich notiert. Abwartend. Es passiert nichts. Es gibt keinen Unterschied. Stabilität existiert in der Krise nur die Schwerkraft.

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Verlorenheit & Untiefe

Das Ende ist gekommen. Man mag sich das nicht vorstellen. Aber der Alltag zeigt es immer wieder. Nichts funktioniert. Nur der Anschein, die Verdrängung und die Verklärung und das Vergessen bringt den Tag und die Nacht rum. Aber nichts davon verfängt sehr lang. Die Stiche gehen sekündlich weiter wie seit Jahren und Jahrzehnten und so wird es immer sein. Der Pessimismus wechselt sich mit dem Nihilismus ab. Es ist verloren. Alles war schon immer verloren. Widerstand ist undenkbar, weil er irgendwo in irgendeiner ständig wechselnden Abstraktion existiert. Die Komplexität stürzt in einen hinein, wälzt einen um und nie ist man klar im Kopf. Das einzige was sich verändert und nähert ist die Kürze zum Tod. Aber Glück ist das auch nicht. Ich spüre es bis auf die Knochen. Alles ist verloren. Restlos vergeudet. Alles ist falsch. An nichts lässt sich halten. An niemand glauben. Es bringt nichts zu arbeiten, zu argumentieren oder zu atmen. Die Sinnlosigkeit der sinnlosen Gesellschaft ist so greifbar wie das Nichts. Die unendliche Trostlosigkeit hat eine unstillbare Wunde ausgelöst. Das schwarze Bluten ertrinkt alles. Ich hätte es beenden sollen beim ersten Stich. Das wars für mich. Nie gab es eine Chance. Die Verlorenheit diktiert sogar, dass jeder Gedanke und jede Emotion jenseits der Kapitalakkumulation, überflüssig ist. Man glaubt es mit jedem Tag stärker. Man weiss es sogar. Nichts hat einen Wert außer der Tauschwert. Und alle Knochen werden jeden Tag tausendfach erneut gebrochen. Das wars. Ob man sich fügt oder nicht, macht keinen Unterschied. Es ist verloren, weil es schon immer verloren war. Die Gedanken reichen nicht aus. Nichts reicht aus. Die Gefangenheit der blanken Existenz lässt sich nichtmal mit Suizid beenden. Es würde alles nur noch schlimmer machen. Irrsinn. Alles ist Irrsinn. Manifestationen der blinden Verkehrung richten einen zugrunde. Schläge aus dem Nichts. Stiche aus dem Nichts. Das Bluten spritzt aus einem heraus, einem entgegen. Alles ist voller Schatten. Der Geruch der Bombenkrater vermengt sich mit den verdorbenen Leibern von anonymen Zeitgenossen. Das wird nichts mehr. Es war ohnehin schon entschieden von der Blindheit aller Handlungen. Das Ersticken, Verstummen, Verdummen geht endlos weiter. Protokolle sind zwecklos. Keiner liest sie. Keiner versteht sie. Keiner will sie. Der Alltag ist das ultimative Grauen. Worüber trauern, wenn alles brennt? Ich hätte es beenden sollen. Aber es gibt kein Ende im positiven Sinne. Das Leben ist das Ende. Das Leben verendet durch sich selbst. Wunden werden in Wunden geschlagen. Nichts heilt. Alles blutet. Die Blicke treffen nicht. Das Wort auch nicht. Das war es eben. Das Leben. Es endet hier. Und geht doch weiter, obwohl es schindet. Es ist nicht verständlich. Es ist nicht freundlich. Das sollte nie sein. Das wollte ich nie sein. Jetzt ist es verkommen und verstörend genommen. Jeder Gedanke geronnen zum beklommenen Entronnenen. Die Irritation hört nie auf. Das Trauma blüht auf. Ich bin weg. Ich bin nicht da. Ich war nie hier. Es gibt keine Erinnerung. Nichts zählt. Es ist nur Leid. Ich bin erschrocken, erstarrt und erstochen. Man kann nicht leben. Nur überleben. Aber nur für das Nichts. Keine Gesichter, keine Persönlichkeiten, keine Geschichten, keine Erfahrungen, keine Gefühle, keine Gedanken. Alles ist verschwunden. Die Simulation ist real, spielt das Leben nur vor. Gaukelt Realität vor. Aber da ist nichts! Es gibt nichts! Es wird immer so sein. Und das ist noch freundlich: Es ist fast egal geworden, ob gelebt wird, denn nichts ist belebt. Ratlosigkeit, Unkonzentriertheit und Schwäche. Das Ersticken in der Untiefe hört nicht auf.

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Auf der Suche nach der revolutionären Zeit

Die Lohnarbeit ist Ohnmacht, weil der Lohnarbeiter nicht über ihren Inhalt bestimmen kann. Weder was gebaut wird noch wieviel gebaut wird, noch warum es gebaut wird. Oder wieso überhaupt irgendwas betrieben wird. Der letzte Grund ist genauso jenseits der klaren Entscheidung des Lohnarbeiters wie ihre Form. Und nie ist sicher, ob das produzierte Produkt überhaupt Absatz findet. Die Spekulation und Krise wohnt jeder Sekunde Lohnarbeit inne.

Und dann gesellt sich zur Ohnmacht noch der Betrug. Der Lohnarbeiter bekommt nur einen Anteil des von ihm erwirtschafteten Gesamtprofits. Es ist Betrug, dass er nicht den gesamten Anteil bekommt. Der Betrug verdoppelt sich, da dem Lohnarbeiter die Produkte, die er herstellt, nicht gehören und er sie auf dem Markt zurück kaufen muss. Er bezahlt also vielfach drauf, mit seiner Zeit, seinem viel zu geringen Anteil am Profit eines Produkts, welches er auch noch zurück kaufen muss.

Aber das ist nicht alles. Zur Ohnmacht und dem Betrug kommt auch noch der Selbstbetrug dazu. Es geht hier nicht einfach um Arbeitsfetischismus, sondern um den Staat. Der Staat legt per Gewaltmonopol fest, dass die Lohnarbeit so ist, wie sie ist: Ohnmacht, Betrug, Spekulation und Krise. Aber der Staat hängt wie der Konzern vom Lohnarbeiter ab. Wenn der Lohnarbeiter keine Profite erarbeitet, geht der Konzern und Staat zugrunde. Insofern bezahlt der Lohnarbeit den Staat dafür, dazu gezwungen zu werden, dass er betrogen wird und ohnmächtig bleibt.

Nun ist es aber so, dass das Problem sich nicht lösen lässt, wenn man den Staat erobert, denn das würde nichts am Inhalt des Staates ändern. Und das Problem des Parlamentarismus liegt darin begründet, dass ein Stellvertreter die eigene Meinung wohl kaum so gut darstellen kann, wie der originelle Meinungsvertreter. Und der Konzern agiert so wie eine Henne, deren Kopf man gerade abgeschlagen hat. Alles was dem zugrunde liegt, der Warenfetischismus, wäre nur zu lösen, wenn das Geldrätsel gelöst ist.

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Unser täglich Gift gib uns heute

Lohnarbeit träufelt täglich Gift in alle Leiber. Das Grauen der Berufswelt liegt auch darin, dass man sich das Schweigen anerzieht und auferlegt. Das eigene Überlegen hängt davon ab, dem irrsinnigen Wahnsinn der Lohnarbeit nicht mit schrillen Schreien zu begegnen. Die Gewalt, die die Welt der Lohnarbeit jedem Einzelnen antut, wird im Laufe der Arbeistzeit erzwungenermaßen internalisiert und schliesslich richtet der Einzelne die gesellschaftliche Gewalt ganz selbstverständlich als Soldat des Kapitals gegen sich. Diese Delegation wird als Vernunft kommuniziert, obwohl sie blanke Unvernunft ist, schliesslich ist die Lohnarbeit auf einem blinden Verwertungsprinzip grundiert, welches der Mensch nie bewusst gesetzt hat.

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Irrtum

Reicher an Armut wiederholt sich die leere Wiederholung im ansatzlosen Verwirrspiel zeitloser, nebliger Grautöne. Verbiedert, verstockt, verklärt, verdummt, verlassen verbaut sich alles. Das Leben als Sackgasse in einem Labyrinth aus Unsagbarem. Das trübe Tal der Enttäuschung ist die letzte Oase des Ertrinkenden. Tiefgegraben, tief gefallen ohne Aussicht auf den Horizont. Die blanke Erschütterung über das eigene Unvermögen treibt die Sucht zur Selbstzerstörung. Das Ende hat nie existiert.  Ich blute in Grautönen. Raues Grauen entfaltet sich in schrecklichen Falten. Irrlichter. Das letzte Wimmern. Das Blühen ist Grauen. Nichts lässt sich verdauen. Alles ist nur gefressen gewesen und ist nun am verwesen. Der alltägliche Krempel wird unter Ratlosigkeit zum Henker. Die letzte und erste Mahlzeit ist der verdorbene Dreck aus alten Jahren. Immer Außenseiter im Kerker geblieben. Jedes Wort ist ein Elefant im Porzellanladen. Das Vergessen ist King. Das Verstummen unter Tauben. Das Leben ist so als ob niemand jemals gelebt hätte. Geboren um zu Sterben, um auf die letzte Stunde zu warten. Es ist nur noch ein Wettbewerb der Zeittotschläger. Immer gewesen. Immer am verwesen. Jedermann verdeckt geradezu unzureichend seine Nichtigkeit. Jedermann ist niemand. Keiner ist jemand. Vom Nichts durchgestrichen und festgehalten. Wer alles gesehen hat, dem ist die Gleichgültigkeit geblieben. Ob jemand stirbt, brennt oder verdirbt. Keiner war jemals hier oder dort. Durchreisende Fieberträume. Mit Ensetzen wächst die Traurigkeit, die Unmöglichkeit den Irrtum ungeschehen zu machen. Belanglose Verletzungen wiederholen sich. Trägheit wird von Alter übertroffen. Müde stirbt der Tag und die Nacht. Umsonst gelebt. Umsonst gelitten. Alles ist vergeben. Nur die Irren lachen noch. Die Maschinen überleben. Die Anderen nicht. Das war so, wird immer so sein. Nur Narren rütteln und sterben daran. Nur die Krankheit erinnert an das Leben, was hätte sein können, irgendwo im Abstrakten jenseits aller Gedanken und jeder Zeit. Ich war nur ein Schatten der vergehen musste. Ein Anhängsel einer Maschinerie ohne Gedanken oder Gefühl. Das letzte Achtung, die letzte Rettung, das letzte Wort und dann wieder sofort: Die Wiederholung.

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