Archiv der Kategorie: Nicht kategorisiert

Irrtum

Reicher an Armut wiederholt sich die leere Wiederholung im ansatzlosen Verwirrspiel zeitloser, nebliger Grautöne. Verbiedert, verstockt, verklärt, verdummt, verlassen verbaut sich alles. Das Leben als Sackgasse in einem Labyrinth aus Unsagbarem. Das trübe Tal der Enttäuschung ist die letzte Oase des Ertrinkenden. Tiefgegraben, tief gefallen ohne Aussicht auf den Horizont. Die blanke Erschütterung über das eigene Unvermögen treibt die Sucht zur Selbstzerstörung. Das Ende hat nie existiert.  Ich blute in Grautönen. Raues Grauen entfaltet sich in schrecklichen Falten. Irrlichter. Das letzte Wimmern. Das Blühen ist Grauen. Nichts lässt sich verdauen. Alles ist nur gefressen gewesen und ist nun am verwesen. Der alltägliche Krempel wird unter Ratlosigkeit zum Henker. Die letzte und erste Mahlzeit ist der verdorbene Dreck aus alten Jahren. Immer Außenseiter im Kerker geblieben. Jedes Wort ist ein Elefant im Porzellanladen. Das Vergessen ist King. Das Verstummen unter Tauben. Das Leben ist so als ob niemand jemals gelebt hätte. Geboren um zu Sterben, um auf die letzte Stunde zu warten. Es ist nur noch ein Wettbewerb der Zeittotschläger. Immer gewesen. Immer am verwesen. Jedermann verdeckt geradezu unzureichend seine Nichtigkeit. Jedermann ist niemand. Keiner ist jemand. Vom Nichts durchgestrichen und festgehalten. Wer alles gesehen hat, dem ist die Gleichgültigkeit geblieben. Ob jemand stirbt, brennt oder verdirbt. Keiner war jemals hier oder dort. Durchreisende Fieberträume. Mit Ensetzen wächst die Traurigkeit, die Unmöglichkeit den Irrtum ungeschehen zu machen. Belanglose Verletzungen wiederholen sich. Trägheit wird von Alter übertroffen. Müde stirbt der Tag und die Nacht. Umsonst gelebt. Umsonst gelitten. Alles ist vergeben. Nur die Irren lachen noch. Die Maschinen überleben. Die Anderen nicht. Das war so, wird immer so sein. Nur Narren rütteln und sterben daran. Nur die Krankheit erinnert an das Leben, was hätte sein können, irgendwo im Abstrakten jenseits aller Gedanken und jeder Zeit. Ich war nur ein Schatten der vergehen musste. Ein Anhängsel einer Maschinerie ohne Gedanken oder Gefühl. Das letzte Achtung, die letzte Rettung, das letzte Wort und dann wieder sofort: Die Wiederholung.

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Labyrinth

Zumeist geht man neue Wege und verändert sich, doch die Sackgassen sind Routine. Man steigt in den Gängen über die Kadaver vorheriger Generationen und rührt sich nicht daran. Man sackt ihren Krempel ein und sucht weiter nach dem Ausgang. Schliesslich hat der eigene Kopf Jugend und Kompetenz gepachtet. Die Energie pulsiert aus allen Adern und fleischt sich in den größten Saft, bis es platzt. Und die Zeit vergeht. Die Trümmer sind Möbel. Das Leichenfeuer ist das Tablet für Powerpointpräsentationen. Mut mit Anzug. Uhrzeit und Takt. Immer dem Irrtum hinterher. Zwischendrin Enttäuschung. Schmerz. Elend. Wahnsinn. Das alles sind wir. Dabei kommt kein Zweifel auf. Es ist national. Es ist Kapital. Erste Reihe. Zweite Reihe. Jede Reihe. Alles benebelt im Nebel unter Produktion von mehr Giftgas. Mit Power und Kommunikation ins Feld und Büro. Stolz reiben wir uns im Blut. Kotzen auf Knopfdruck. Die Orientierung ist ein gesichtsloses Monster. Tote werden geboren in Sackgassen und gleichgültigen Räumen. Das Lächeln ist eine Atombombe. Die rumpfartigen Kreaturen zerstauben im Kopierraum. Die Wüste spuckt Dreck und Teufel den wir anbeten. Alsbald trägt uns das Alter gen Grab. Es ist auch im Nichts. Umsonst gelebt. Umsonst gesucht. Verschwendet. Nie gewusst was worin verfangen. Die Augen drehen sich nach innen. Die Zungen sind zerschnitten. Die brennenden Kometen spalten Schädel und Gedanken. Republiken voller Verlierer. Unterschiede gibt es nur noch in Varianten von Ratlosigkeit. Taubstumme Stumpfmassen zittern und rationalisieren vor sich hin. Die Wände neigen sich über die Köpfe. Der Himmel wird zerrissen. Ein Königreich für einen Wallhack. Aber er kommt nicht. Nichts ändert sich. Alles wird nur älter, verdirbt und stirbt.

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Das Leben ist zu kurz

Man hinkt immer hinterher. Niemals ist man der Zeit voraus. Stets versucht man vergangene Fehler zu korrigieren, aber es ist unmöglich sie endgültig zu lösen, denn niemals reicht die Zeit. Das Leben ist zu kurz, um alle Sprachen zu lernen, alle Länder zu erkunden. Gleichgültig, ob man nun das Universum oder die eigene Identität verstehen will, am Ende reicht ein Leben nicht dafür. Es ist auch nicht möglich mit allen Menschen zu sprechen. Und wenn man schon Schwierigkeiten hat in einem Leben sich selbst zu kennen, wie soll man dann überhaupt irgendeine andere Person richtig kennenlernen? Wieviele Chancen wird man wohl haben sein Leben völlig anders zu leben als es die Eltern und die direkte Umgebung für einen vorgesehen haben? Wieviele Lebensweisen sind ausprobierbar? Wieviele Karrieren sind denkbar? Vielen fällt bereits mit 30 das Haar aus. Das ist das erste Signal für das Ende. Eine Runde noch vor dem Kollaps. Die Zeit reicht nicht um alle Pflanzen und Tiere zu betrachten. Sämtliche Sportarten können genausowenig erprobt werden wie sämtliche Bücher gelesen, Filme gesehen und Bands gehört werden können. Wie oft kann man verliebt sein? Reicht das Leben überhaupt für eine einzige Liebschaft? Wieviele Entscheidungen kann man treffen bevor es zu spät ist? Wieviele Fehler kann man erkennen und korrigieren bevor es zu spät ist?

Die Kindheit rauscht an einem vorbei, die Pubertät ist ein Schluckauf, erst in den Zwanzigern rührt sich was: Man ist ja lebendig, aber eigentlich ist es schon vorbei, denn wieviel kann man vom Leben noch erwarten? Es gibt diese kurze Party der Jugend und dann verrinnt das Leben ohne Ankündigung sogartig ins Nichts oder zu den Jüngeren. Und es gibt immer Jüngere. Generation zu Generation vererbt sich der Verlust von Zeit, Jugend und Möglichkeit. Im Alter senken sich alles ab. Alles was hart war, wird härter. Alles was brüchig war, bricht. Alles vergeht mit einem selbst, ob man sich nun lebendig fühlte oder nicht. Das ist wohl auch nicht dramatisch, denn vergessen wird man bereits zu Lebzeiten. Der Tod war schon in der Kindheit ein düsterer Begleiter. Ich hätte als Kind sterben können. Als Teenager. Es wäre ein Akt der Rebellion gewesen. Aber je älter man wird desto eher wird es zur Normalität. Je mehr Lebenszeit man angehäuft hat, desto eher findet man die Zeit für das Absterben, ob man will oder nicht. Die Lebensroutine konzentriert sich dann immer weniger auf das Leben und dessen Potenz, sondern auf Zahnersatzversicherungen, Altersvorsorge und künstlichen Darmausgang. Die Zeit läuft einem davon. Je älter man wird desto eher wird das deutlich. Alles wird komplizierter und unübersichtlicher.

Ich wollte sovielen Dingen gerecht werden, aber rückblickend ist nie etwas gelungen. Wo ist das Wesentliche abgeblieben? Am Schwersten wiegt, dass man das Glück nicht festhalten konnte oder wollte, als es einem in der Wüste von Glücklosigkeit unverhofft in die Arme lief. Seither versuche ich die Erinnerungen daran lebendig zu halten. Wie sah die Situation aus? Wonach roch, schmeckte alles und wie fühlte es sich an? Was hätte ich tun oder unterlassen sollen? Warum konnte ich das nicht stabilisieren und fortsetzen? Wieso kann man die Zeit nicht zurückdrehen? Alles vergeht und das wars. Es ist hart. Nichts kommt zurück. Alles verändert sich unerbittlich. Man verwelkt wie eine Blume und ist genauso wie sie gebunden-zementiert auf die eigene Herkunft und Möglichkeiten. Immer gibt es dieses Warten auf eine entscheidende Idee, die die Reduktion zerstört und endlich Entfaltung walten lässt. Aber die Einfallslosigkeit ist fester Teil meiner Identität. Es gibt daher keine Rettung. Es wird immer so sein bis es schlimmer wird. Die wiederkehrenden Gedanken sind Ausdruck der inneren und äußeren Monotonie. Seit Jahren wiederhole ich wie eine Maschine die gleichen Abläufe mit einigen wenigen Varianten. Die Varianten scheinen mir als hohes Risiko und mutig, aber substantiell werfen sie nichts ab. Was bleibt sind eine enorme Menge von bitteren Erfahrungen, die ohne großartige Erkenntnisse in einem verglühen. Das Leben wächst einem über den Kopf.

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Schiefheilungen in der Konserve

Die Flucht vor der Gesellschaft ist gänzlich unmöglich geworden. Ausschliesslich im Absurden und Surrealen können Momente der unreglementierten Erfahrung kurz aufblitzen. Die wilden, metaphysischen Zerrbilder der traum- bis alptraumartigen Szenen von David Lynch bildeten in meiner Jugend, die einzige Option die Realität noch auszuhalten. Unausweichlich war jedoch das gesellschaftliche Greifen nach meinem Körper und meiner ganzen Identität. Alle Freizeit hatte ein allzu schnelles Ende und blieb die Kehrseite der Arbeitszeit, die mich von Jahr zu Jahr stärker zerstückelte und aufrieb. Die Trümmergestalt von heute, war damals noch ein stumpfer Rumpf, der hier und da in den Rissen der kapitalistischen Totalität an den letzten verrinnenden Quellen kostete, die das Leben noch ausspie. Mit der Zeit verlangsamte sich die wilde Dynamik meiner hysterischen Höhenflüge durch unzählige Stürze. Ich barbarisierte mich regressiv, da die unmenschliche Gesellschaft sich nur durch mich reproduzieren kann. Die Umwälzung der Welt wälzte mich um, entriss mich meiner, noch bevor ich reflektierend zu ihr verhalten konnte. Meine luziden, bruchstückartigen Träumereien zerfielen unter dem nationalen-ökonomischen Marschieren der Nachbarn, Kollegen und Bekannten. Alles infantilisierte, faschisierte und entmündigte sich unentwegt. Mit Schrecken und aus sogenannter Liebe wurde auf mich eingeprügelt, wenn in mir der Schmerz der falschen Welt aufzuckte. Es musste alles mit der Maschine identisch sein. Erwachsen werden bedeutet vergessen lernen. Die Fantasie wird schwarz. Übelriechende Fäulnis im sumpfartigen, tauben Nichts voller unsagbarer Katastrophen. Die jetzigen Unzeiten sind Urgewalten mit unendlicher Brutalität und Tragik, die sich als unerkannte Ungetüme in alle Gemüter und Gedanken beissen. Ich war erst traurig geworden, dann untröstlich, schliesslich stumm. Alles verschlug die Sprache und Empfindlichkeit. Es gab keinen Halt und es gibt ihn immer noch nicht. Die Schatten der Vergangenheit, die ich als meine Jugend versuche zu identifizieren, sind lauwarme Schleier, die sich beständig auflösen. Die letzten Momente voll üppiger Zärtlichkeit, sind wie Erinnerungen eines Anderen längst Verstorbenen. Dieser allgemeine Verlust, der nicht nur ein individueller, sondern kollektiver ist, stellt ein offenbar unüberwindbares Trauma dar, welches sich zunehmend intensiviert. Die Abdichtung und Absperrung korreliert mit einer totalen Mechanisierung. Ich weiss nicht, ob jemals noch etwas anderes als Grauen und Schaudern blühen wird. Es ist nicht nur leicht blind zu sein, sondern leichter. Denken, Schreiben und Diskutieren sind ein Tasten, das schmerzt, weil immer Wunden berührt werden, die das Leben als ausdruckslose, wütende Maschine generell produzieren muss. Die Geschichte ist wie ein unendlicher Polizeigriff, der mit Schmerz die Kooperation mit den mystischen Monstern von Staat bis Kapital erzwingt. Alle kennen die Drohung, halten still in Raserei und Schinderei. Terror bläst sich in jede Kindheit und richtet das Trümmersubjekt auf, damit es in neuen Kleidern das Alte vollzieht, was immer schon gesetzt und ausgehandelt wart.

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Linke Torten

Kritikpunkte zum Tortenwurf:

  1. Verdrängung: »Die Schuldprojektion des eigenen Versagens, der Protogenozidalität des linken Pazifismus, an der Kollaboration mit faschistischen, djihadistischen Regimes.« [1]
  2. Pseudo-Aktivismus: Man hat der  »repressiven Intoleranz gegen den Gedanken« [2] nachgegeben.
  3. Personalisierung: Das Elend der Linkspartei/Sozialdemokratie wurde auf eine Person reduziert.

Kritikpunkte zur Linkspartei:

  1. Antisemitismus: Das antisemitische Ressentiment wird in dieser Partei regelmäßig und flügelübergreifend tabuisiert oder bestenfalls reaktiv bagetellisiert. [3] Die Linkspartei geiselt gerne „das Vorgehen der israelischen Armee“ [4], verurteilt die „Finanzmafia“ [5], empfängt Antisemiten mit Beifall [6], fordert „U-Boot-Lieferungen an Israel“ [7] zu stoppen und wünscht mehr Unterstützung im Kampf gegen „die Besatzungspolitik“, „unmenschliche Blockade“ und „brutalen Enteignungen“ [8] im Gaza-Streifen. Demnach scheint der Linkspartei Israel trotz aller Existenzrechtbeteuerungen [9] vorallem schmerzvolle „Mahnung“ [10] und „Verpfichtung“ [sic!] [11] diesen Staat endlich von der Landkarte zu tilgen, denn nichts anderes als ein eliminatorischer Verfolgungswahn steckt in diesen Forderungen nach „Überwindung dieses Zustands“ [8].
  2. Antiamerikanismus: Egal ob sich „US-Oligarchen“ [12] scheinbar über das machtlose Volk erheben, Deutschland eine „US-Kolonie“ [13] wird oder die Formierung einer Volksfront gegen TTIP [14] notwendig scheint: „Fuck the US-Imperialism“ [15] kommt in dieser Partei immer gut an. 
  3. Nationalbolschewismus: Eine Partei, die in geheimdienstlicher Manier vergangener SED-Zeiten Listen über politische Gegner anfertigt [16], die Arbeitsplätze zuerst für Deutsche fordert, vom Missbrauch des Gastrechts, von „Obergrenzen“ [17] spricht und Abschiebungen durchführt [18] kann nicht links oder antifaschistisch genannt werden, denn sie stellt das Wohl der Volksgemeinschaft über Menschenleben. 
  4. Selektives Aufstehen gegen nationalistische Regression: Während die Linkspartei den Tortenwurf als „asozial“ [19] bezeichnet, feierte die gleiche Partei eine Ohrfeige derart, dass sie zu einer Bundespräsidentschaftskandidatur führte. [20]
  5. Antiziganismus: Das Kunststück einerseits Schweigeminuten für Flüchtlinge zu halten [21], die man andererseits mit der eigenen Politik in Gefahr bringt [22], spricht eine deutliche Sprache über die konformistische Revolte, die innerhalb der Linkspartei lodert.
  6. Die Lobhudelei der „Marktwirtschaft“ [23], das Abfeiern des „Sozialstaates“ [24] und der Lohnarbeit [25] sind obendrein  affirmativ und regressiv.

Insofern bleibt am Ende mehr Kritik an der Linkspartei als an der Protestnote hängen, obwohl beide Seiten eines Tortendeckels sind.

Quellen:
[1] Facebookposting von Felix Riedel: https://www.facebook.com/felix.riedel.92/posts/1122454054444016
[2] »Resignation« – Von Theodor W. Adorno: http://www.conne-island.de/nf/80/29.html
[3] http://www.hagalil.com/2014/09/antisemitismus-in-der-linkspartei/
[4] https://www.die-linke.de/index.php?id=251&tx_ttnews%5Btt_news%5D=33626&tx_ttnews%5BbackPid%5D=35&no_cache=1
[5] http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/2318.panama-papers-belegen-tatenlosigkeit-der-bundesregierung.html
[6] http://www.welt.de/politik/deutschland/article134328086/Wo-die-Linke-ist-sind-Israelfeinde-nicht-weit.html
[7] https://www.die-linke.de/index.php?id=251&tx_ttnews%5Btt_news%5D=18345&tx_ttnews%5BbackPid%5D=35&no_cache=1
[8] https://www.facebook.com/sahra.wagenknecht/posts/1323478964336164
[9] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-06/ramelow-linkspartei-israel
[10] https://www.facebook.com/sahra.wagenknecht/posts/1323061511044576
[11] https://www.facebook.com/linksfraktion/posts/10153732036468434
[12] http://publikative.org/2015/12/14/wagenknecht-antiamerikanismus/
[13] https://twitter.com/SWagenknecht/status/591226312687222784
[14] https://www.die-linke.de/politik/aktionen/ttip-und-ceta-stoppen/positionen-zu-ttip/
[15] https://www.facebook.com/oskarlafontaine/posts/912235182171283
[16] http://www.sueddeutsche.de/politik/linke-gysi-bartsch-und-die-lafodoedel-1.2671809
[17] http://www.vice.com/de/read/gastrecht-verwirkt-obergrenzen-fuer-fluechtlinge-ausbildungsplaetze-zuerst-fuer-deutsche-773
[18] »Ja, Thüringen muss abschieben«, sagt Hennig-Wellsow http://www.neues-deutschland.de/artikel/1013378.linkenspitze-wiedergewaehlt.html
[19] https://www.facebook.com/KatjaKipping/posts/1173088142723177?hc_location=ufi
[20] https://www.die-linke.de/nc/politik/aktionen/archiv/2012/beate-klarsfeld-kandidiert/
[21] https://twitter.com/katjakipping/status/736856679757811712
[22] http://jungle-world.com/artikel/2016/07/53509.html
[23] http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/linkspartei-ist-sahra-wagenknecht-noch-links-14018254.html
[24] https://www.die-linke.de/partei/dokumente/programm-der-partei-die-linke/iv1-wie-wollen-wir-leben-gute-arbeit-soziale-sicherheit-und-gerechtigkeit/soziale-sicherheit-im-demokratischen-sozialstaat/
[25] https://www.die-linke.de/partei/dokumente/programm-der-partei-die-linke/iv1-wie-wollen-wir-leben-gute-arbeit-soziale-sicherheit-und-gerechtigkeit/gute-arbeit/

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Pro Asyl

Die Bedeutung eines Pro-Asyl-Protestes darf nie unterschätzt werden, auch wenn er nicht direkt zum Kommunismus führt.

Am heutigen Tag wurde in Traiskirchen gegen die rassistische Asylpolitik Österreichs demonstriert. Hierbei gaben vorallem die Non-Citizens selbst den Ton an. Sie feierten sich selbst und ihr Anliegen. Sie lachten, sangen und gaben sich so gegenseitig Mut. Sie wünschen sich nur das Gröbste: Nahrung, Bildung, Bewegungsfreiheit, Arbeit, Familie, Wohnung, Sicherheit und nicht zuletzt die gesellschaftliche Anerkennung als Mensch.

Sie mögen in diversen Sprachen gerufen haben, aber mit einer Stimme riefen sie heute immer wieder, was man ihnen geben muss: „Passport, passport, passport!“ Man muss ihnen zurufen: Ja, natürlich! Ihr seid im Recht! Nehmt euch dieses Recht! Es ist Zeit! Setzt diesen Protest fort, damit endlich umgesetzt wird, was längst umgesetzt gehört: Die Durchsetzung der Mobilitätsfreiheit für alle Menschen, die Erklärung der Illegalität von Grenzen, die bedingungslose Anerkennung sämtlicher Bürgerrechte für alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft.

Ich habe in einigen Augen heute Hoffnung gesehen. Die Hoffnung darauf, dass die Ohnmacht, Apathie und Tyrannei ein Ende haben könnte, dass endlich alles anders sein könnte. Sie durften an diesem Nachmittag endlich vollwertige Menschen sein, für kurze Zeit Glück empfinden und einen Moment lang den Geruch des Paradieses schnuppern. Dieses Lachen will ich überall sehen! Ich will sehen, wie die Non-Citizens stolz und aufrecht ihrem Leben Geltung verschaffen, sodass es ihnen nie wieder genommen werden kann! Diese menschenverachtende Segregation und Internierung muss sofort Geschichte werden.

Aber damit dieser Moment nicht nur ein Moment bleibt, sondern lebenslange, allgemeine Gültigkeit hat, bedarf es sozialer Errungenschaften, die hart erkämpft werden müssen. Hierbei müssen wir Privilegierte, wir Europäer, wir Deutsche und Österreicher den Non-Citizens zur Seite stehen. Der rassistische Ausschluss der Non-Citizens durch das Gesetz, kann nur durch die antirassistischen Wähler und Angehörigen der Parteien aufgehoben werden, da man den Staatenlosen in den Asylheimen keinerlei politische Willensbildung im Parlament gestattet. Eigentlich müsste man ihnen das Wahlrecht zugestehen, so wie sich das für eine Demokratie gehört. Aber leider schiebt man sie viel zu schnell ab, alsdass ihnen das irgendetwas bringen würde.

Wir als Europäer müssen jedenfalls dafür plädieren und in allen Parteien/Organisationen dafür arbeiten, dass die Abschiebepolitik sofort gestoppt werden muss. Jeder Flüchtling ist anzuerkennen, völlig egal wie sein Fluchtgrund lautet, denn es gibt keine zwei Klassen Mobilität. Freiheit muss für alle Menschen gelten und nicht nur für das Kapital. Gleichzeitig erscheint es wichtig organisatorische und sprachliche Fähigkeiten weiterzugeben, um Wissen und Kräfte zu bündeln, Fehler nicht zu wiederholen, die Dynamik zur Realisierung der Menschenrechte für alle Asylbewerber tagtäglich zu steigern. Gerade darin wird der Knackpunkt liegen, diese humanitäre Katastrophe Schritt für Schritt zu bewältigen.

P.S. Es war schön zu sehen, dass Demoteilnehmer Rassisten aus der Solidaritätsdemo konsequent wegdrängten und die Non-Citizens beschützten. Die Rassisten mögen ihre Nationalflaggen schwenken, ihren Hass herauskrakeelen, die Rolladen ihrer Häuser runterlassen, verwundert den Kopf schütteln, den Polizisten zu zwinkern, aus ihren kartoffeligen Gesichtern herausstarren, am Ende wird ihre Dummheit und ihr Ressentiment aussterben, davon bin ich überzeugt.

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„Fuck ju Göthe“? No, fuck you!

„Fack ju Göthe“ wirkt auf mich wie ein Werbespot der Bundeswehr, der möglichst hipp bei den Jugendlichen ankommen will, um sie späterhin auf dem Schlachtfeld umso leichter und überzeugter verheizen zu können. Dieser Film gehört zum 4. erfolgreichsten Film seit 1968 und hatte bis zum Juli 2014 ca. 7.320.620 Zuschauer. Aber warum? Ein vulgärer, drogenabhängiger, manierloser, krimineller, sexistischer, lügender, K.O.-Tropfen austeilender Zuhälter mit Migrationshintergrund und Hauptschulabschluss wird by accident Aushilfslehrer. In dieser Position angelangt transformiert er sich und die Verlierer der Schule in leistungsfähige Konformisten, wobei permanent Fröhlichkeit und Leichtigkeit im Vordergrund steht, egal ob es um Mobbing oder Suizidalität geht. Hier wird ganz unverholen ein Bildungssystem abgefeiert, welches nicht zufällig Menschen wie Robert Steinhäuser hervorgebracht hat.

Zeki Müller versprüht die nötige Arroganz, das Testosteron und die Muskelkraft um die Disziplinierung der Jugend umso effizienter voran und damit in die Maschinerie der Kapitalverwertung zu treiben. Als Emporkömmling des Ghettos spricht er die Sprache der Kids und erreicht sie eher. Er ist der Führer mit Migrationshintergrund. Er schiesst wie ein School Shooter auf die Schüler, um sie ins Klassenzimmer zu treiben und zeigt was mit ihnen passiert, wenn sie nicht spuren: Sie drohen wirklich erschossen zu werden. Er unterteilt die Frauen in „Fickbarkeit“ also in Fruchtbarkeitsgraden und Hochwertigkeit von Genetik, führt die Prügelstrafe wieder ein, denn das ist Deutschland hier: Es herrscht Zucht und Ordnung! Er droht den sozialen Abstieg an, indem er zeigt wer nicht zum deutschen Volkskörper gehört, weil er den Profit mindert: Junkies, Hartz 4-Empfänger und Nazis. Mauerblümchen werden von ihm in den Puff gebracht, wo sie zu Sexualobjekten derart umgestaltet werden, dass sie endlich für Deutschland möglichst bald Babys werfen und sich somit wiederum für die Nation nützlich machen.

Die Botschaft ist klar, auch der letzte Dreck an der Schule kann etwas aus sich machen, wenn er sich nur anstrengt. Und die Verlierer wollen sich schließlich auch anstrengen, denn sie waren im Schützengraben mit ihrem Führer, haben sich hinter der Parole „Fack ju Göhte“ vereinigt, die die Abwesenheit des Geistes bezeugt, um sich unnützen Krempel wie Autos kaufen zu können, die letztlich nur von den sozialen Katastrophen des Alltags ablenken. Dadurch haben sie die Disziplin so internalisiert, dass sie nicht mal dann „schummeln“, wenn sie könnten. „Jugend forscht“ wird als produktive Werkbank gezeigt, exakt so will der Staat die kommende Generation sehen. Kein Kinderlachen ist mehr zu hören, nur noch das emsige Klopfen der Hammer im Betrieb.

Die Eindimensionalität der Figuren geht immer so weiter: Frauen sind auf ihre „Titten“ und „Haare“ konzentriert oder trottelig, schrullig, nicht respektiert, überfordert, gefühlskalt, hysterisch, Sexobjekt. Jugendliche benutzen ausschließlich Schimpfwörter („Julia, du Fotze, ich will ficken. Zack, Zack. Zeig’ mal Möpse.“), Suizidgefährdete Lehrer deuten an, dass der Leistungsdruck den Lehrplan auf die Schüler einzuprügeln nicht gerade große Befriedigung bedeutet. Und wenn der Lehrer sich aus dem Fenster stürzt, dann ist das im Film nur ein Vehikel um darüber zu lachen. So ein Idiot, glaubt, dass er in der Schule Mensch sein kann! Die Direktorin hat Angst vor der Schuldirektion, die „Punkte“ vergibt und guckt, ob ihre Schule effizient genug ist. Die Lehrer haben Angst, dass sie ihre Schulklasse nicht konform genug bekommen. Die Schüler haben Angst, keinen Platz in der Gesellschaft zu finden, weil ihre Noten nicht stimmen. Die Schultoiletten sind voller Graffiti und schon lange nicht mehr renoviert worden. Das Bildungsbudget wird klein gehalten, sonst werden die Leute durch Zufall noch zu non-konformistisch. Ängstlich bis begeistert wird das „Lehrerranking online“ im Lehrerzimmer betrachtet, keiner ist frei vom unendlichen, allgegenwertigen Blick und Druck der Verwertung.

Und jetzt soll auch noch ein zweiter Teil herauskommen? Wir leben in finsteren Zeiten. Ich schließe mit einem Zitat von Theodor W. Adorno: »In Deutschland lag über den heitersten Filmen der Demokratie schon die Kirchhofsruhe der Diktatur.«

Interessanter Artikel zum Film: http://jungle-world.com/artikel/2013/50/48982.html

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