Archiv der Kategorie: Filmempfehlungen

Kunstform Film

„My plan was to cut his balls off“

In gewisser Weise wird in „Marvel’s Jessica Jones“ das reale Geschlechterverhältnis dargelegt. Die starke, autonome Frau muss den herrschenden Mann, der ständig besitzen, kontrollieren und bestimmen will, entmachten, weil sonst die ganze Frau, Beziehungsfähigkeit, Empathie und Zivilisation über die Zirkulation der männlichen Gewalt zugrunde geht. Hierfür bringt die Frau die allergrößten Opfer, geht die höchsten Risiken ein, nutzt verborgene Kräfte, übernimmt die meiste Arbeit, ohne, dass sie jemals die notwendige Achtung findet. Die völlige Selbstlosigkeit wird also offenbart, während zugleich Angst oder soziales Elend permanent droht bzw. existiert. All das ist ein Kampf für die Lebensqualität aller Idenitäten und Geschlechter.

Geradezu köstlich ist anzusehen, wenn Männer in bestimmten Szenen etwas bestimmen wollen, einfach weil sie es gewohnt sind den Ton anzugeben, dann aber von den prügelnden, whiskeysaufenden und bettzerfickenden Frauen unterbrochen und übergangen werden. Sowas gibt es so gut wie nie in der Kulturindustrie und das ist wahnsinnig schade. Es zeigt eben auch die globale Kultur des Antifeminismus, die nach wie vor von der absoluten Mehrheit reproduziert, verdrängt und ignoriert wird.

Es ist daher wohl kein Zufall, dass die Frauen ausgerechnet mit jenen Intimität erfahren, die sie zuvor umbringen wollten. Sexualität mit Männern ist für Frauen immer auch mit Gewalt und Macht verbunden, schliesslich ist unsere Zivilisation nachwievor eine patriarchale. Alles was wir in den letzten Generationen errungen haben ist maximal ein Vulgärfeminismus, der so tut als ob Gleichberechtigung herrscht. Ein bisschen Wahlrecht, Kindergeld und Berufsfreiheit, das soll schon alles für alle Zeiten sein was Feminismus bedeutet?

Es kann immer noch unmöglich bestimmt werden, was Weiblichkeit eigentlich jenseits von Schminke, Brüsten und Schwangerschaft ist. Das liegt daran, dass das Frauenbild vornehmlich durch Männer bzw. den männlichen Blick bestimmt ist und damit völlig zugestellt. Jeglicher weibliche Emanzipationsversuch wird immer wieder durch das männliche, manipulative Dominanzgebaren verunmöglicht. Solange das Selbstbewusstsein der Frau vom Mann abhängt, sie keine eigenen Nachforschungen und Reflektionen unternimmt, wird es nie eine wahrhaftige und vollständige Emanzipation geben, die absolute Unabhängigkeit autonom definiert und durchsetzt.

Also eigentlich kann man aus meiner Sicht gar nicht anders, als „Jessica Jones“ vor dem Hintergrund des Geschlechterkampfs und den Feminismus zu lesen. Der Anfang der Unterdrückung liegt zugleich vorwiegend in der Erziehung durch die Eltern, was dann eben auch in der Serie verhandelt wird. Man muss also sagen es handelt sich hier um ein erstklassig erzähltes Stück Filmgeschichte im Genderuniversum, mit einer eher versteckten, revolutionären Botschaft. Die Darsteller trumpfen ordentlich auf allen voran natürlich die Hauptdarstellerin Krysten Alice Ritter, die bereits in „Breaking Bad“ mit ihrem großarigen Spiel erschien. Die Inszenierung konzentriert sich zudem fast vollständig auf Dialog und Charakterentwicklung, was absolut die richtige Entscheidung war.

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Wüstenblume

Ich war gerade auf der Vorpremiere des Films Wüstenblume welcher ab 24. September 2009 überall in Deutschland in den Kinos zu sehen sein wird. Erstaunlicherweise war ich einer der ganz wenigen Typen die sich den Film sozusagen sofort ansehen wollten, denn ich war neben 3-4 anderen mit etwa 200 Frauen im Kinosaal, was überall für Gelächter sorgte: „Was suchen Sie hier, haben Sie sich verlaufen?!

Der Film Wüstenblume erzählt von einer wunderschönen Frau namens Waris Dirie, welche wie ca. 130 Millionen andere Frauen im Baby bzw. Kindesalter an ihren Genitalien verstümmelt wurde. Sie floh als Kind um einer Zwangsheirat zu entgehen erst aus ihrem Heimatdorf zur Landeshauptstadt von Somalia – Mogadischu und dann gelang nach einigen Jahren mithilfe ihres Onkel nach London. Ihr Onkel arbeitete in der Botschaft von Somalia und sie arbeitete dort ohne Bezahlung als Hausmädchen.

Als schliesslich der Bürgerkrieg in Somalia ausbrach musste ihr Onkel wohl nach Somalia. Daher musste sie einmal mehr alles riskieren, lebte auf der Strasse und arbeitete für eine sehr bekannte Fast-Food Kette. Zufällig wurde sie während ihrer Arbeit als Putze von einem berühmten Fotografen angesprochen, der wohl ihre Schönheit erkannt und entsprechend vermarkten wollte. Sie wurde schliesslich weltberühmt und eines der bestbezahlten Models weltweit. Man könnte sagen es ist der typische Amercian Way of Life nur eben global.

Letztlich nutzte sie ihre Geschichte und Berühmtheit um die Verstümmelungen von jungen Frauen direkt anzusprechen und war damit sogar die erste Person überhaupt die die Weltöffentlichkeit auf dieses Elend aufmerksam machte. Sie schrieb viele Bücher, drehte Dokumentationen und wurde UN-Botschafterin zu diesem Thema. Sie ist auch weiterhin sehr aktiv und wird von allem was Rang und Namen hat hoffiert und mit Preisen überschüttet. Dennoch ist ihr Kampf alles andere als leicht und es sollte viel viel mehr Menschen geben die sich hier engagieren!

Mehr zum Thema:
http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCstenblume
http://www.zeit.de/2008/29/Waris-Dirie-29?page=all
http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php

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Darwins Alptraum

In den 60er Jahren kamen findige Experten auf die Idee, einen fremden Raubfisch namens Nilbarsch in den Viktoriasee in Ostafrika einzusetzen. Innerhalb von dreißig Jahren rottete der Nilbarsch alle anderen Arten im See aus und wurde selbst als fetter Speisefisch zur Grundlage einer regen Exportindustrie mit Zielrichtung Europa. Im Gegenzug kamen von dort Waffen für den Bürgerkrieg im Kongo, in Ruanda und anderswo zurück. Verdient haben am Fisch indes nur wenige Konzerne. Die Bevölkerung um den See herum blieb zu arm, um sich Nilbarsch leisten zu können. Dafür breitete sich Aids aus wie ein Flächenbrand.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Entwicklungshilfeprojekt mal “Erfolg” hat, zeigt dieser ebenso niederschmetternde wie erhellende Dokumentarfilm des Österreichers Hubert Sauper aus der schönen neuen, globalisierten Wirtschaftswelt.

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Let’s Make Money

Let’s make Money folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird.

Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Let’s make Money zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest.

Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser „Ausverkauf“ von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen „dritten“ Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Offizielle Homepage zum Film: http://www.letsmakemoney.at/

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Waking Life

Durch einen unauffälligen Zufall geriet ich zu dem Film ‚Waking Life‘. Darin philosophieren verschiedene Charaktere über einige sehr interessante Dinge, unter anderen über den Freien Willen, den Existentialismus und die Chancen der Menschheit. Leider ist dieser Film in Deutsch als DVD bislang nicht erhältlich. Dafür gibt es glücklicherweise auf youtube einige Ausschnitte des Films zu bewundern und wenn man genau hinsieht sogar den kompletten Film.

Ein großartiger Film den man gesehen haben sollte, nichtzuletzt wegen der aufwändigen künstlerischen Art und Weise wie die Inhalte dargestellt wurden: Der ganze Film wurde mit einer digitalen Videokamera aufgezeichnet und anschließend von einem Team von Künstlern im Computer verändert.

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#3 Dokumentation: Null Toleranz


Selbst unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel steht für das Prinzip Null Toleranz. Zumindest wenn es um das Thema Sicherheit der Bürger geht:

Erstaunlich welche Mittel eingesetzt werden um diese Sicherheit zu erzwingen. Es sind symbolische Mittel gegen Symptome einer kränkelnden Gesellschaft. Gesetze, Vorschriften, Kameras, Sicherheitspersonal über all das kann die jahrtausende alte Dummheit der Menschheit nur müde lächeln.

Auch diese Mittel der Mächtigen werden der Menschheit nicht helfen den Menschen zu verbessern. Im Gegenteil, er wird sich dadurch nur noch weiter verleugnen und hassen.

Der Mensch hat eine tiefe Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Anerkennung. Er kämpft mit sich selbst, mit dem Wettbewerb unter Gleichen und vergisst was Leben bedeutet.

Zeit, Geld, Macht sind unwichtig im Vergleich zum Leben. Denn ohne Leben ist alles nichts. Wie können wir uns nur immer wieder derart verraten?

Krankheiten bekämpft man nicht anhand der Symptome, sondern anhand ihrer Ursache(n). Nur dadurch können langfristige Probleme wie die der Gewalt, Ausbeutung, Unterdrückung et cetera sinnvoll gelöst und beherrscht werden.

Wenn wir uns ablenken lassen durch unsere Berufe und unsere Bildung, werden wir weitere Jahrhunderte benötigen um herauszufinden was wir eigentlich sind.

„Glückliche Sklaven sind die ärgsten Feinde der Freiheit“

Wichtig ist das wir lernen sinnvoll zu kommunizieren. Ohne verbale Blähungen. Ohne kranke Vorurteile oder emotionale Monopole. Wichtig ist das wir lernen Freude darüber zu empfinden, über kleinste bis größte Probleme zu sprechen und sie sachlich zu diskutieren.

Wir sollten unsere Gesellschaft anhand unserer Probleme und Wahrheiten auslegen, nicht anhand von Idealen und Wunschvorstellungen. Wir sollten den Spiegel nicht mehr mit Seife einschmieren und erwarten er sei nun sauber, obwohl er dadurch wesentlich undurchsichtiger geworden ist.

Zum Thema ‚Innere Sicherheit‘ habe ich übrigens diesen Film gefunden:

UPDATE: GoogleVideo hat das Video gelöscht. Ihr könnt es alternativ bei Archive.org runterladen: http://www.archive.org/details/AufNummersicher

„Der Film zeigt durch eine geschickte Verknüpfung von dokumentarischen und fiktionalen Elementen die möglichen Auswirkungen von zunehmender Überwachung und abnehmendem Datenschutz.

Für mich bisher die intensivste Darstellung dieser besorgniserregenden Entwicklungen, und deshalb besonders empfehlenswert für normale Bürger, die sich der Bedrohungen noch gar nicht so bewusst sind.“

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Pi – System im Chaos

Pi - System im Chaos

Zugegeben, ich mußte mir den Film nun eben vor Verfassen dieser Meinung, zu dieser Empfehlung nocheinmal ansehen. Es ist schon einige Monate her als ich ihn erstmals sehen konnte. Hin und wieder kam mir der Gedanke auf, ihn nocheinmal durchzusehen, denn ich war der Meinung, ihn noch nicht ausreichend gewürdigt zu haben. Nun bin ich endlich vor kurzem wieder dazu gekommen und der Film hat mich fasziniert, wenn auch weniger als am Anfang, als ich ihn zum ersten Mal sah. Noch immer begreife ich nicht so genau was man mir im Endeffekt sagen möchte. Ich will selbst darauf kommen und lasse mich ungern auf Recherchen im Internet ein. Abfolgend werde ich nun ein wenig auf den Inhalt eingehen, ohne vorab Entscheidendes zu verraten, man möchte ja keine Unterhaltung köpfen, für jene die Pi – System im Chaos noch nicht gesehen haben. –

Der Soundtrack lädt von Anfang an zu Kreativität ein. Man möchte sofort irgendetwas anstellen, und am besten dabei noch high sein. Der Soundtrack ist mir sympathisch, und er ist das Erste was ich hier anspreche, denn er bildet nicht nur im Film eine gute Basis sondern macht die Zuschauer sozusagen auch virtuell warm und gefügig. Dann fällt einem gewöhnlich frustrierten Vorstadttrottel wie mir sofort die Darstellung der ersten Bilder auf. Man ist zunächst schockiert, schwarz-weiß ist die volle Farbenpracht des Films. Und ich weiß noch wie sehr ich mich in diese Optik verliebt habe. Der Hauptdarsteller passt zur Optik. Zu diesem schwarz, weißem Kontrast. Ich gönne diesem Menschen vieles, ich kann ihn leiden, da ich Parallelen erkenne, die zwar gestellt, aber eben liebevoll zum Detail arrangiert sind.

Pi - System im Chaos 2

Der Hauptdarsteller ist dieser Mensch. Und er leidet an Clusterkopfschmerzen die in einem gewissen Zyklus auf ihn herabprasseln und ihn zu Boden drücken. Die Lawine von Schmerzen wird in diesen ästhetischen Bildern, ästhetischen Worten und ästhetischen Klängen vollstens zum Geschoss, und man muß als Zuschauer genau wissen was man sieht, sonst kann man sich darin verirren und verlieren. Es gab für mich daher sogar einige Momente, in welchen ich gerne in der Situation des H.Darstellers gewesen wäre. In vielen Szenen glänzt der tadellos dargestellte Charakter und es macht richtig Spaß seine Aktionen zu beobachten und zu verfolgen. Ich verstehe diesen Charakter, ohne darüber nachdenken zu müßen.

Der Charakter ist bessesen von einer Idee. Mathematik ist für ihn die Sprache der Natur. Überall existieren Muster die sich mit Zahlen darstellen lassen. So lauten seine Hypothesen: 1. Alles um uns herum lässt sich mit Zahlen wiedergeben und verstehen. 2. Stellt man die Zahlen eines beliebigen System zusammen entstehen Muster. Es gibt noch eine 3. These, die ich aber nicht wortgleich wiedergeben kann. Daher ein anderwertiger Versuch. In den Vordergrund wird in der 3ten Hypothese vor allem der Aktienmarkt gestellt, welcher als das volle Leben gesehen wird. Ein riesiges Geflecht das vor Leben strotzt. Ein Organismus. Ein natürlicher Organismus. Auch der Aktienmarkt soll daher Gesetzmäßigkeiten unterliegen.

Im Kern bedeutet das; Der Hauptdarsteller sucht nach einem Code, der die Aktienkurse vorhersagbar macht und ist sehr, sehr nahe dran ihn zu finden. Davon handelt der Film meint man, zumal er baldigst in die Front zweier mächtiger Systeme in der Gesellschaft gerät. Einmal in die Front der Kapitalisten. Zumanderen in die Front der Religiösen Heinis. Aber es geht um noch mehr.

Pi - System im Chaos 3

Es wäre ein Paradies wie die Darstellung des Menschlichen Seins in diesem Film zu existieren und einer Aufgabe, einer Beschäftigung, einer Idee nachzugehen. Seine Ruhe dabei zu haben und irgendwann endlich dieser Aufgabe, dieser Beschäftigung, dieser Idee völlig zu verfallen. Ich sehe mich täglich und stündlich in unermesslichen Konflikten mit mir und meinen Mitmenschen, nur weil ich so unglaublich unsozial versuche einfach konsequent zu sein. Man will mich erziehen, man will mich knechten und ich hasse das! Ich will mich selbst erziehen und knechten, ich denke wie mein eigener Herr und muß daher mein eigener Herr sein!

Ich kann mich nicht vor dem Lärm schützen der tausendfach meine Visionen, meine Universen bedroht, ich werde Emotionen kochen wie brennende Lava auf meinem Tablett. Ich wurde unterbrochen. Wo ist nur meine Aufgabe, meine Beschäftigung, meine Idee hin? Ich bin so verdammt hellwach. –

Wie erwähnt, kümmert sich der abgebildete Mensch um den Zahlencode, der Aktienkurse vorhersagbar machen soll. Hauptsächlich geht es aber auch um den klischeeträchtigen Sinn des Lebens. Dieser kommt ins Spiel mit den Juden, die fast ebenso eindringlich die Gewohnheiten des Hauptakteurs zu bedrohen scheinen, wie die Kapitalisten. Die Kapitalisten wollen den Code, um mit diesem extrem viel Geld durch Aktienspekulationen zu erhalten. Im Prinzip, um das System zu stürzen. – Die Juden wollen den Code, um zu ihrem Gott zu finden. Raffgierige Menschen stürzen sich als ohne Gnade auf diesen armen Wahnsinnigen, der nur für sich einer Beschäftigung, einer Idee, ja eben einer Aufgabe nachzukommen sucht.

Pi - System im Chaos 4

Es entsteht ein kleiner Krieg zwischen eben jenen Parteien. Aber auch der Akteur selbst gerät mit seinem eigenen Lehrer und letztlich mit sich selbst in Konflikt, zumindest ist das bis zu einem gewissen Punkt der Eindruck, den ich eben zu erhalten vermochte. Und nun, da ich alles verfasst habe, was mir so wichtig war, kommt mir langsam der Kern des Filmes hoch, aber diesen möchte ich gerade jetzt eben nicht verraten, den diesen solltet ihr da draußen selbst finden! Vermutlich vergesse ich den Kern in 2 Minuten wieder, …

Irgendwie bin ich darüber betrübt, nur einen Film gesehen zu haben, und nicht mit dem Akteur in dieser dargestellten Form zutun zuhaben. Man hat das Gefühl mit ihm zu leben und zu atmen. Ich leide mit ihm, wenn er einen Anfall erleidet. Ich feuere ihn an, wenn er Kapitalisten und Gläubige bescheiden ablehnt. Und liebe ihn für diesen unmoralischen Ehrgeiz der ihn antreibt und doch gleichzeitig ersticken lässt. Irgendwie schön. Er ist in der Klemme zwischen Wissen und Unwissen, wie wir alle. Ein Genie gefangen in der unbeachteten Grauzone. So schön, so schön..

Andere BewertungWikipediaMore?

Während ich den Film sah, entstand übrigens dieses Geschmier welches die Ausgangsposition für diese ‚Bewertung‘ lieferte:

Pi - System im Chaos - Zeichnung

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