Archiv der Kategorie: Emotionales

Emotionale Verbindung zu einem kotzenden Haufen Gedärme..

Zerstreuung & Zerstörung

Ich bin heute morgen aufgewacht und habe mich gefragt: Warum? Ich bin aus einem Traum aufgewacht. Ich habe geträumt, dass ich ein schmales Buch über die Flucht in eine andere Welt lese. Ich konnte die Sätze aber nicht entschlüsseln. Ich war in einer Bibliothek und sie wurde langsam und immer schneller von unbekannten Leuten, die ehemals Leser wie ich waren, aufgelöst und abgetragen. Sie tragen unzählige Bücher auf ihren Armen hinaus und mahnen mich, dass es jetzt keine Zeit mehr gibt, dieses Buch zu lesen. Ich versuche trotzdem die Sätze zu entschlüsseln, aber ich gerate in Panik und Aufregung, ich kann nur ahnen, worum es gehöen könnte. Irgendeine Stimmung von: „Es ist umsonst. Es war umsonst.“ Wie eine lang gezogene tiefe bassige Note. Am Ende ist der Raum so gut wie leer, nur noch ich stehe darin mit diesem schmalen Buch. Es ist leer. Ich werde wach.

Das Geklapper meines Nachbarn hat mich unbewusst geweckt. Er hat die tolle Idee gehabt, um 7 Uhr morgens sein Mittag- und Abendessen vorzukochen. Es dauert 1 Stunde bis er mit dem Geklapper aufhört. Ich frage mich wieder, was ich mich jede Stunde in meinem Leben frage: Wie soll ich weiterleben? Ich habe es irgendwie im Laufe meines Lebens geschafft, mich der Dringlichkeit dieser Frage zu entziehen. Aber sie stellt sich permanent. Und wenn meine Verdrängung nicht mehr funktioniert, ist die Frage so laut, dass ich nichts mehr anderes wahrnehme. In solchen Momenten weiss ich, dass ich nicht mehr weiterleben kann. Und doch vergehen diese Momente wieder. Ich fühle mich schuldig, dass ich das Leben nicht geniessen kann. Wie dumm muss man sein, wenn man nicht leben kann? Es ist doch das einfachste auf der Welt. Und erklären kann man es auch niemanden.

Die unendliche Geschichte, die von anderen Intellektuellen erzählt wird, von denen ich dachte, ich könnte mir von ihnen Hoffnung auf eine bessere Welt leihen, wird einfach nur aus als eine Art Hobby erzählt und nicht, um tatsächlich das Leben lebenswert zu machen. Ich bin enttäuscht, dass die Cleveren, die ich getroffen habe, im Grunde genommen nur mehr alle Bücher lesen wollen, aber sonst nichts mehr von der Welt erwarten. Ich kann nicht soviele Bücher lesen. Ich habe zuviel Angst vor dem nächsten Tag, weil ich nicht weiss, wie ich ihn bezahlen soll. Ich hoffe jeden Tag, dass das Schicksal endlich Gnade vor Recht walten lässt. Aber ich bekomme jeden Tag neue Befehle, denen ich folgen muss, deren Sinn ich aber nie verstehe. Aus irgendeinem Grund bin ich der einzige, der begriffsstutzig ist. Oder ich bin der einzige, der sich von dieser Begriffsstutzigkeit aufhalten und zerstören lässt anstatt daraus irgendetwas produktives zu machen. Wenn ich meinen Zweifel Ausdruck verleihen möchte, dann kommt nur unverständliches Gebrabbel heraus, wie bei einem Baby, das die Sprache noch nicht gelernt hat. Andere, die cleverer sind als ich, gelingt es die fantastischen Kritiken zu entwickeln. Ich liege dagegen auf dem Boden und versuche mich nicht von meiner Panik vor dem Kapital ersticken zu lassen.

Ich wünschte, ich wäre tot. Es ist jeden Tag so. Soweit, so normal. Aber ich fühle und denke so, weil ich mir kein Leben vorstellen kann. Ich weiss nicht, was das Leben sein soll und was es mir geben kann. Was habe ich denn zu geben? Gar nichts. Ich bin einfach nur erschreckend, öde, schwierig, leer, arm, weinerlich, unstoppbar idiotisch, beschränkt, unfähig, nutzlos, abgrundtief verkommen. Ich stehe mir im Weg. Ich stehe anderen im Weg. Ich rede Unsinn und habe nichts zu sagen. Ich bin so deplatziert und überflüssig, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Heute soll ich auf eine Feier gehen, aber ich weiss nicht wie man feiert. Ich finde keinen Grund zu Feierlichkeiten, obwohl es um den Jubel der Geburt einer Person geht, die durchaus viele vernünftige Sachen gesagt hat. Aber ich denke nur an die Toten, die jeden Tag aufgrund von gesellschaftlichen Mängeln sterben müssen. Und ich frage mich, wann ich an der Reihe bin. Ich hatte Glück, dass es mich nicht so früh, wie die anderen armen Teufel getroffen hat. Aber irgendwie auch Pech, weil ich so lange auf das Ableben warten muss. Es ist absolut uninteressant darüber nachzudenken. Es ist Selbstmitleid und Verkommenheit. Belangloses Nichts. Es gibt kein Ende. Ich muss mich mit der Warterei begnügen.

Erst bemerke ich die Geistlosigkeit der Welt, der Mitmenschen und dann bei mir selbst. Ich denke, dass alles zu spät ist. Der Moment, wo ich etwas hätte ändern können, muss vor Jahren gewesen sein. Aber vor Jahren hatte ich diesen Moment in die Zukunft verlegt. Wenn ich älter bin, dachte ich, wüsste ich, was zutun wäre. Ich müsste nur, ja, was? Die Zukunft hätte es zeigen sollen, aber sie hat mir nur den stummen Schmerz gezeigt. Wenn ich zugebe, dass ich aufgegeben habe, hat das viele Konsequenzen. Ich muss den Kontakt zu den wenigen Leuten abbrechen, mit denen ich überhaupt noch spreche und denen ich zuhöre. Ich muss sie vor mir schützen. Einerseits möchte ich nicht, dass sie von mir enttäuscht sind. Aber die Enttäuschung wäre sowieso gering und schnell vergessen. Andererseits möchte ich nicht, dass ich mit meinem Scheitern ein Thema bei ihnen werde. Ich möchte einfach verschwinden. Ansatz-, erinnerungs- und wortlos. Es ist das letzte echte Bedürfnis, was mir geblieben ist. Ich will keine Rolle mehr in irgendeiner Form spielen.

Man kann aber nicht spurlos verschwinden. Ich weiss nicht wohin ich gehen soll. Ich weiss nicht wie ich leben soll. Ich habe alles probiert, was ich denken konnte. Ich bin ratlos und rastlos. Ich kann nur noch mehr Schäden bei mir selbst anrichten. Eindeutig bin ich zu beschränkt mir etwas vernünftiges aufzubauen. Ich überlege, wenn die ersten Suizidgedanken am Morgen vergangen sind, zur Lebensberatung zu gehen. Aber dort wird man mich auch wieder nur anstarren und mit Plattheiten verjagen. Ich weiss, dass die sozialen Strukturen in dieser Gesellschaft alle unterfinanziert sind und das qualifizierte Personal extrem selten ist. Ich muss die Nadel im Heuhaufen finden und das unter enormen Zeit- und Kostendruck. Ich habe noch nie eine solche Nadel in der Vergangenheit gefunden. Wenn man einen guten Rat gebraucht hat, ist er nie gekommen.

Ich habe mir verboten, zu schreiben. Aber ich habe nie aufgehört dieselben nutzlosen Gedanken zu denken. Jetzt schreibe ich sie auf und vergleiche sie. Ich vergleiche, obwohl ich schon verglichen habe. Ich sehe, dass ich dasselbe denke und schreibe, wie ich das immer tue. Und dann merke ich wieder, dass da nichts Neues entsteht. Ich drehe mich um mich selbst bis mir schwindelig wird. Und wenn ich dann umfalle, ohnmächtig werde und später wieder aufwache, dann mit dem Wunsch, das diese ewigen Wiederholungen aufhören mögen. Es ist langweilig. Ich bin so langweilig. Mir fällt nichts ein. Ich habe keine Ideen, keine Wünsche, keine Hoffnungen mehr. Aber das klagen darüber ändert nichts. Wie bin ich nur in diese Sackgasse geraten? Womit habe ich das verdient? Ich bin wohl nur noch mit Medikamenten ruhig zu stellen. Eine erzwungene Ruhe von Außen muss mich im Leben halten, – was für eine Farce. Aber ich glaube nicht, dass es solche Wundermittel gibt.

Ich warte auf ein Wunder. Ich warte darauf, dass die Zeit vergeht. Am liebsten würde ich nur noch schlafen. Der Staat und das Kapital verbietet mir das aber. Wahrscheinlich könnte ich meinen Willen durchsetzen, wenn ich jegliche Höflichkeit verliere. Ich habe dieser Feier heute auch nur zugesagt, weil ich höflich sein wollte. Aber ich habe da nichts verloren. Ich werde wieder um Optimismus ringen, um die Leute nicht zu verschrecken. Ich bin den meisten nicht plausibel. Und ich gebe ihnen recht. Ich habe kein Plausibilität in mir. Ich bin verkorkst. Ruiniert. Verloren. Verstummt. Ich habe lange darüber nachgedacht. Aber ich finde keine Lösung. Ich kann mich nicht selbst aus dem Sumpf ziehen. Und wenn man selber das nicht kann, dann kann es niemand. Niemand kennt einen besser als man selbst. Man muss schon auf Wunderheiler treffen, aber die sind in der Realität nur Scharlatane.

Ich selbst empfinde mich auch als Scharlatan. Ich habe immer so getan als würde ich leben wollen. Aber eigentlich wollte ich immer auf der Stelle tödlich zusammenbrechen. Ich habe betrogen und gelogen und zwar in dem Sinne, dass ich mir und anderen vorgemacht habe, dass ich genau so sein will, wie ich gerade bin. Ich will aber nicht. Ich will weder so noch anders sein. Ich will überhaupt nicht sein. Immer wenn man existiert, muss man etwas dafür tun. Es wird erwartet, dass für die Gesellschaft etwas getan wird. Es wird erwartet, dass für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, wie wohnen und essen, die man selbst ja wohl kaum per Geburt für sich hochheilig erzwungen hat, weil man so egoistisch ist, gearbeitet wird. Ich muss nutzlose, uninteressante Scheisse betreiben, die mich alles hassen lässt, weil ich existiere. Natürlicher Weise ensteht da der Wunsch nicht mehr zu leben, um die Unendlichkeit der Forderungen zu beenden.

Gleichzeitig arbeitet man nicht nur für die Bedürfnisse von sich selbst, die man nie wollte. Sondern auch für die Bedürfnisse der anderen, die man auch nie wollte. Und dann muss man noch am häufigsten zuviel arbeiten, weil man ständig über den Tisch gezogen wird. Aber niemanden scheint das ernsthaft zu interessieren. Stattdessen ist es allgemein anerkannt und wer dagegen die Stimme erhebt, der hat es eben nicht verstanden. Ich weiss nicht, da wäre ich schon ganz gern gestorben. Aber es passiert halt nicht. Am Ende werde ich 100 Jahre und vielleicht noch älter. Der älteste Mensch der Welt, in der Geschichte der Menschheit, der gleichzeitig so alt geworden ist, weil er jeden Tag sterben wollte, aber nie den Mut hatte, sich endlich aus dem Fenster zu werfen. Meine größte Angst ist, dass ich, wie die letzten Jahrzehnte, ständig denselben Tag erlebe. Jeden Tag die gleichen Gedanken, die gleichen Situationen, die gleichen Gespräche, die gleiche Hoffnungslosigkeit.

Und dann sieht man die anderen Menschen, die alle ihrer Routine nachgehen. Klar, einige sehen beschädigt aus. Aber andere sind regelrecht euphorisch und sprühen nur so vor Tatendrang in einer belanglosen Existenz inmitten eines unendlichen Universums, welches sich komplett gleichgültig gegenüber solchen Personen verhält. Sie bauen sich eine Karriere auf, ein Haus, eine Familie, einen Garten. Fliegen in den Urlaub. Musizieren. Lesen und schreiben. Alles wunderbar. Und ein paar Meter weiter bettelt einer, um eine handvoll Euro, die er von genau diesen Leuten nie bekommt. Es ist als ob die verkrachten Existenzen und die Erfolgreichen in völlig verschiedenen Welten leben. Aber tatsächlich leben sie in der gleichen. Die Bettler werden verjagt wie die Fliegen und die Erfolgreichen, die hier wohl der Scheisshaufen sind, tun so, als hätten sie nichts mit ihnen zutun. Ich habe das nie verstanden.

Alle sind immer so beschäftigt. Sie haben Projekte, Pläne und Arbeiten. Sie verdienen Geld. Aber wofür? Woher wissen sie, dass das irgendwas bringt? Ständig gibt es Krisen, Verschuldung und Hungertod. Also, das was Millionen Leute machen, funktioniert de fakto nicht. Das Problem der Gesellschaft wird immer nur vertagt. Wie die Klimakonferenzen. Jaja, es wird schon noch besser, keine Sorge. Und dann bleibt es doch so wie es ist oder ist eigentlich noch schlimmer. Viele Schwierigkeiten bestehen seit Jahrzehnten und es gibt keine große Menschenmenge, die das fundiert angeht. Es gibt nur Verzweiflung, Eitelkeit und Unfähigkeit. Die wenigen Talentierten, die nicht in diesem Sumpf untergehen, können trotz ihrer Fähigkeiten auch nichts daran ändern. Sie probieren ganz individuell Höhenflüge zu absolvieren, unabhängig vom Elend der Masse. So oder so, es bleibt wie es ist und doch ist alles viel schlimmer geworden. Ich beobachte das seit Jahren. Gleichgültigkeit produziert sich dadurch.

Selbst wenn man sich an den Nordpol in eine Blockhütte zurückziehen würde, um auf das Ende ohne ein Wort zu warten, wäre der Kostendruck und die Zukunftsangst normal. So weit ist es schon gekommen. Oder ich übersehe die Tricks und Betrügereien, die möglich sind. Ich habe Angst vor der Zukunft. Ich weiss, was auf mich zukommt. Ich will nicht, dass es auf mich zukommt. Ich will es nicht erleben. Nicht schon wieder. Aber das flehen und betteln hat noch nie geholfen. Ich könnte mich radikal verweigern und jeglichen Respekt gegenüber der letzten Person verlieren, die ich aus irgendeinem Grund nicht enttäuschen will, obwohl ich kein vernünftiges Wort mit ihr wechseln kann. Ich weiss nicht, ob eine Verweigerungshaltung überhaupt durchhaltbar ist. Der Staat kann einem zu allen zwingen. Die finanziellen Mittel werden radikal zusammengestrichen bis man nur noch Essensmarken hat. Ich bin erschöpft. Ich habe keine Kraft mehr.

Ich denke an die Leute, denen es noch schlechter als mir ergeht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie stark sie leiden müssen. Man sieht sie. Und weiss nie, wie man ihnen wirklich entscheidend weiterhelfen kann. Es gibt nur kleine Gesten. Und das wars. Die Vernachlässigung ist so allgemein, dass sie mich erschlägt. Ich kann mir nichtmal selbst helfen. Wie konnte ich jemals glauben, dass ich etwas an dieser Welt ändern könnte? Wieso hatte ich jemals Hoffnung? Als Kind hatte ich schon ein paar Mal Suizidgedanken und habe sie verworfen, weil ich dachte, dass die Zukunft mir schon noch einen Grund zum Leben liefern wird. Ich wollte neugierig sein. Ich wollte dem Leben eine Chance geben, weil ich wusste, dass es noch zu früh ist, um es zu verwerfen. Ich hatte leise Ahnungen, wie das Leben sein könnte. Aber ich ahnte nicht, wie ich scheitern würde, wie sich alles krum und schief entwickeln würde. Wie alles zerstört wird, in sich zusammenfällt und wie darauf wiederum neue Trümmer entstehen, die dann das Leben ausmachen.

Die meisten halten sich auf Betriebstemperatur. Immer schön betriebsam sein. Pläne haben, reisen, arbeiten, feiern. Der Moment, wo man innehält, darf nicht eintreten. Wenn man das tut, so bin ich mir sicher, würde man in Selbstzweifeln ertrinken. Ich tue das gerade. Ich verstehe viel davon. Die Leute möchten sich in vielen Fällen nicht an ihre eigene Mangelhaftigkeit und Unfähigkeit erinnern. Die Sinnlosigkeit ihrer Alltäglichkeit wird von ihnen selbst in der Regel nicht ins Bewusstsein gerufen. Es wird permanent von Selbstverständlichkeiten ausgegangen, die auch tatsächlich existieren, aber nur, weil sie als solche von den Menschen selbst produziert werden. In Wahrheit gibt es keine Rationalität hinter dem Geld oder dem Staat oder dem Konzern. Es ist im Grunde eine allgemein anerkannte Lüge, die dadurch wie eine Wahrheit fungiert. Und weil das so ist, kommt das Grauen im Alltag ganz normal vor. Und es ist für die Leute auch normal, dass alles grauenhaft ist. Sie jammern und sterben ja auch den ganzen Tag. Und gelegentlich bricht Aktionismus los, der noch mehr Unsinn anrichtet.

Ab einem gewissen Punkt sehen wir alle weg. Ich sehe, dass man den Problem nicht mehr gerecht werden kann. Es ist nicht nur mein Leben, welches nur noch aus Problemen besteht. Sondern das gesamtgesellschaftliche Leben ist so. Da ist es ein Problem, wenn man nicht damit leben kann. Ich kann aus der Problematisierung dieser Lage aber auch keinen Beruf entwickeln. Ich habe es probiert. Ich habe nicht die Fähigkeiten dafür. Ich kann keine Höhenflüge vollziehen. Ich bin kein Vermittler von Lösungen und Ideen. Alles was ich beobachte, haben schon Millionen andere beobachtet. Es wurde schon von unzähligen Leuten auf den Punkt gebracht. Aber es hat nie etwas geändert. Ich denke, dass wir alle verloren sind. Manchen ist es bewusst, manche verkörpern es sogar. Ich glaube, dass Obdachlose die Verlorenheit der gesamten Welt personifizieren. Und genauso jedes verhungerte Kind. Lösungen gibt es keine. Es gibt nur die unendliche Geschichte der Jammerei und Sabbelei. Die einen kommen intellektuell, die anderen verzweifelt daher.

Ich bin unendlich müde, obwohl ich geschlafen habe. Ich werde den heutigen Tag wieder irgendwie überleben müssen. Es ist eigentlich noch einer der besseren. Ich habe mich von allem freigemacht. Abgesehen von dieser Feier. Aber der Tag ist getrübt, weil er einer der letzten seiner Art sein wird. Es sind nur noch wenige Momente bis das Geschrei wieder anfängt. Ich werde mich wieder sehr quälen müssen. Ich habe die Jobportale durchforstet und nur langweiligen und irren Schrott gefunden. Ich weiss nicht wohin mit mir. Ich kann niemanden anlügen. Ich zeige meine Verachtung und Unfähigkeit ganz offen. Ich finde mich auch nicht gut. Ich bin ekelhaft. Ich bin ohne Intension derart zugrunde gegangen. Ich hatte ein paar Chancen im Leben. Aber ich konnte sie nicht ergreifen. Sie erschienen mir nicht richtig. Aber hätte ich sie ergriffen, würde es mir wahrscheinlich jetzt besser gehen. Oder auch nicht. Vielleicht wäre ich schneller verbraucht gewesen. Ironischer Weise war das, was ich immer gehasst habe, was mich ruiniert hat, noch das beste, was ich je kriegen konnte. Man kann immer noch tiefer sinken im Leben, daran hatte ich nicht gedacht.

So gerne würde ich spurlos verschwinden. Aber es gibt immer einen Preis den man bezahlen muss. Und er ist zu hoch. Jetzt muss ich mich wieder mit Durchhalteparolen begnügen. Mir fallen keine ein. Ich überlebe wohl nur, weil ich so vieles vergesse. Ausblenden, verdrängen, verleugnen, vergessen. Es ist wirklich alles weg. Alles was ich mal sein wollte und was ich mal war. Alles was vielleicht mal liebenswert oder bemerkenswert war. Ist verschwunden. Unrettbar vergangen. Ich denke, wenn man irgendwann diese Zeilen jemals finden sollte, wovon nicht auszugehen ist, dann wird einen nicht wundern, warum ich verschwunden bin. Denn im Grunde war ich nie wirklich da. Ich hatte vielleicht Milisekunden. Momente, in denen ich jemanden was bedeutet habe und wo ich ähnlich empfand. Aber es hat sich sofort wieder relativiert und ist in Vergessenheit geraten. Es gibt ja immer andere, die mehr von allem bieten. Oder so glaubt man, oder so glauben andere. Was können Menschen schon einander geben? Ich habe nie einen Halt in ihnen gefunden.

Ich war so naiv zu glauben, dass ich in diesem Leben ankommen würde. Ich weiss gar nicht, ob ich wirklich daran gelaubt habe. Ich habe es mir wohl eingeredet und vorgemacht, um überleben zu können. Ich muss mich zurückziehen aus der Politik. Sie macht mich krank. Ich muss mich zurückziehen aus der Ökonomie. Sie macht mich krank. Aber wohin? Ich muss Rechnungen bezahlen, ob ich will oder nicht. Also möglichst alle Kosten reduzieren und dann..? Ich habe zuviele Kosten. Ich bin zu teuer. Es ist nicht zu glauben. Man kann sich nicht so klein machen, dass man überleben kann. Und trotzdem wird man ständig übersehen, wenn man Hilfe braucht. Andererseits, wenn man zahlen soll, dann sieht einen jeder. Jeder verlangt etwas, aber zurück kommt in der Regel nie etwas. Ich stecke in dieser Sackgasse fest, in die ich mich aus Verblendung selbst hineinbewegt habe. Die Verblendung hat immer noch eine gewisse Berechtigung, sie enthält schliesslich die Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber die Realität ist: Dieses bessere Leben wird nie eintreten.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Wie am ersten Tag

Ich habe mir verboten länger zu denken oder zu schreiben. Seit Jahren wiederholen sich die selben Worte und Vorstellungen. Am liebsten würde ich mir verbieten zu leben. Es ist ein Missverständnis: Ich und das Leben. Es sieht so aus als ob die gesamte Welt für einen blinden Zweck existiert oder zumindest für einen Zweck den ich nicht sehen oder teilen kann. Ich kann keinen Alltag in dieser Gesellschaft bewältigen, weil sie mir diktiert etwas zu sein, was ich nicht sein kann. Ich bin nicht nützlich. Ich bin nicht profitabel. Und ich bin auch nicht an irgendeine Form von Karriere interessiert. Ich leide an der blanken Existenz. Ich bin nicht interessiert. Mich interessiert gar nichts mehr. Ich habe alles gesehen. Ich habe alles probiert. Ich war mutig. Ich war tapfer. Und alles was ich bekommen habe, waren noch mehr Forderungen. Es erinnert sich niemand mehr an das, was ich geleistet habe. Auch ich selbst habe das vergessen. Es spielt keine Rolle mehr. Es zählt nur der gegenwärtige Arbeitstag. Bringst Du Leistung oder nicht? Ohne Leistung wirst Du gepeinigt. Und wenn Du Leistung bringst, peinigst Du dich selbst.

Ich sehe keinen Sinn mehr. Ich kann nicht mehr so tun als gäbe es einen. Ich bin nur älter geworden. Wir alle sind nur älter geworden. Ansonsten ist alles gleich im Rahmen einer Maschine, die alles schlimmer macht. Ich bin absolut ratlos. Ich wüsste nicht, was ich noch denken oder tun soll. Ich habe aufgegeben aber der Krieg geht dennoch weiter. Und was jetzt? All die Jahre wurde beklagt, was ist. Niemand hat sich das angehört. Und wenn, hätte sowieso jeder erkannt, dass es nicht reicht. Die eigene Unfähigkeit hat ihren Beitrag zu dieser ausweglosen Lage gebracht. Ich wüsste nicht, was ich dazu noch schreiben soll. Ich hatte mal Hoffnungen. Aber sie sind vorbei. Sie können nicht bestehen. Ich hatte Erwartungen an mich selbst, die ich alle verfehlt habe. Ich enttäusche mich selbst und werde enttäuscht von dem was existiert. Ich bin enttäuscht von mir und dem Rest der Welt. Es wird sich nicht ändern. Ich lese alte Texte durch. Und sehe: Es war vor 5 Jahren grausam. Es war vor 10 Jahren grausam. Es war vor 15 Jahren grausam. Warum sollte es in Zukunft anders sein? Man hält durch und fragt: Wofür?

Leben im Kapitalismus bedeutet lebenslängliche Haft. Und niemanden interessiert das. Es ist wie es ist. Sei nicht so empfindlich. Such dir einen Job und halt deine Schnauze. Aber ich kann das nicht. Es ist falsch. Man kann beweisen, dass unsere Gesellschaftsordnung falsch ist. Sie ist so falsch wie früher die Behauptung, dass die Erde eine Scheibe sei. Nur scheint sich kaum jemand für diese Falschheit zu interessieren. Und es steht unter Strafe an dieser Unkenntnis und diesem Desinteresse zu rütteln. Ich sehe keinen Weg daran zu rütteln. Ich weiss es doch auch nicht. Was soll darauf folgen? Ich rate und rätsle herum und der Tag vergeht ereignislos. Ich kann ohnehin keine Ereignisse mehr ertragen. Ich kann mich selbst nicht mehr ertragen. Wenn die Welt falsch ist, dann bin ich es ebenso. Woraus soll ich die Wahrheit schöpfen?

Ich schaue seit Jahren auf den nächsten Tag und blicke ins Grauen. Es wiederholt sich, dass es für mich keine Perspektive gibt. Ich bin nur einer von Millionen den es so ergeht. Aber warum rührt das niemanden? Warum interessiert das niemanden? Weil Reden nicht hilft. Aus diesem Grund lohnt es sich nicht weiter zu denken. Die Gedanken werden nicht gehört. Das Denken hat sich selbst abgeschafft. Unser Alltag besteht nur noch aus Gehorsam gegenüber einen unhinterfragten Funktionalismus, den Generationen vor uns ausgelöst und vorangetrieben haben. Es bringt nichts darüber zu schreiben. Es interessiert keinen. Die Leute haben kein Interesse daran ihr Leben zu hinterfragen oder zu kennen. Es soll funktionieren. Für sie. Sie brauchen eine Perspektive innerhalb dieser Logiken und alles ist gut. Ich stehe am Rand dieser Gesellschaft und kann nicht mehr in ihr existieren. Ich habe es versucht. Nun treibe ich nur noch vor mich hin. Aber das Ende kommt nicht. Es will einfach nicht enden. Und so werde ich in immer neue Katastrophen verwickelt mit denen ich nichts zutun haben will. Von denen ich noch nichtmal weiss. Gleichzeitig muss man so tun, als wollte man all das. Oder muss man es überhaupt? Es gibt niemanden gegenüber dem man sich rechtfertigen müsste, denn die Falschheit kommt doch nicht von mir. Oder bin ich inmitten einer Psychose? Ich wünschte, es wäre so.

Es gibt keine Ahnung, wie ich das fortsetzen soll. Ganz nüchtern und rational betrachtet, war es das. Es ist alles gesagt. Es wurde von anderen sogar noch besser gesagt als ich es je könnte. Aber es ändert nichts. Die Katastrophe geht weiter. Immer weiter. Und aus irgendeinem Grund überlebt man das. Vermutlich aus Zufall. Ich bin absolut untröstlich, hoffnungslos und antriebslos. Ich habe keine Ideen. Und ich möchte mich nur noch zurückziehen. Ich will von nichts mehr wissen. Und ich will kein Wort mehr hören. Nichts ist mehr reizvoll oder von belang. Die Wahrheit ist, dass es vorbei ist. Und nichts kommt mehr zurück. Man kann sich darüber aufregen oder amüsieren. Aber es hört sowieso keiner zu. Es reicht nicht für mehr. Weder bei mir noch bei anderen. Alle Bemühungen waren umsonst, so wie das Leben selbst. Das ist der Ausverkauf an die Bitterkeit und den Zynismus, schätze ich. Aber mir ist klar geworden, dass ich es nicht besser kann. Ich bin unfähig. Ich weiss nicht, in welchem Ausmaß dies auf andere Menschen ebenso zutrifft. Aber ich weiss mit Gewissheit, dass ich verloren bin. Es gibt keinen Halt mehr. Ich wüsste nicht wofür ich noch existieren sollte. Und wahrscheinlich gab es ohnehin nie einen Grund dafür. Das man einfach nur existiert, kann man für unproblematisch befinden. So ist es auch. Aber wenn das gesellschaftliche Leben grauenhaft ist, wird es unerträglich. Keine Sekunde ist mehr möglich.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Das Ende aller Träume

Es ist endgültig. Ich habe nicht die Fähigkeiten, die Möglichkeiten und das Wesen in der Welt irgendeinen positiven Einfluss zu nehmen. Es spielt keine Rolle, was ich denke oder sage oder tue. Es ist Unglück. Man mag darüber den Kopfschütteln und behaupten, dass dem nicht so wäre. Alles sei doch halb so wild. Das wird schon wieder. Nein, wird es nicht. Nein, alles ist viel schlimmer. Ich habe auf allen Ebenen in meinem Leben versagt. Ich weiss nicht wie man leben soll. Mir fällt kein Beruf ein, den ich ausüben will. Mir fällt kein Mensch ein, mit dem ich reden will. Ich will mit mir nichts zutun haben. Und alles andere ist mir gleichgültig. Das war es. Endgültig.

Ich bin ruiniert. Ein Neuanfang würde nichts ändern. Es wäre nur eine andere Form von Ruin. Ich kann auf keine Art und Weise daruber sprechen. Es gibt kein Verständnis dafür. Es hört niemand zu. Ich verstehe auch wieso niemand zuhört: Weil es irrelevant ist und sich sowieso nichts ändert. Ich habe immer allein gelebt. Und ich gehöre in die Einsamkeit. Aber nirgends ist das möglich. Ich bin zu arm, um mir das leisten zu können. Ich bin dazu verdammt ein unglücklicher Versager zu sein, der von allen getreten oder ignoriert wird. Das kenne ich schon ewig so. Ich habe immer darüber gelächelt. Ich weiss nicht mehr weiter. Es hilft nichts mehr.

Wenn es keine Idee oder Richtung mehr gibt und jedes Wort zuviel ist, kann ich nur sagen, dass ich aufgebe. Ich bin erledigt. Ganz und gar. Ich habe keinen Schimmer Hoffnung mehr in mir. Ich bin restlos vernichtet. Diese Welt hat mich ausgesaugt und das obwohl oder gerade weil ich bedeutungslos bin. Es gibt nichts mehr zu sagen. Ich habe aufgegeben. Aber das Leben geht weiter als wäre nichts geschehen. Alle essen in Restaurants, feiern ihre Geburtstage und sind glücklich. Ich wäre am liebsten tot. Tja, der Tod ist aber auch scheisse.

Da sieht man mal wieder, wie es keine Lösung für irgendwas gibt. Ich hätte nie existieren dürfen. Ich frage mich, wann ich endlich den Mut aufbringe es zu beenden. Wenn alles egal ist, dann auch der Tod. Vielleicht sollte ich aber noch warten bis die erste Verwandtschaft verstorben ist? Höflich sterben, das muss wohl sein. Ich habe nicht das Format zu leben also ist das mit dem sterben genauso. Was bin ich doch für eine erbärmliche Kreatur? Und doch soll ich arbeiten gehen für dieses Leben. Ich wüsste nicht wofür. Ich habe versagt. Ich kann es nicht mehr. Es war ohnehin nie gut genug. Und jetzt werde ich alt. Es ist erledigt.

Ich bin ein schrecklicher Mensch. Ich habe nichts zu sagen. Ich bin so extrem durchschnittlich. Ungenau. Umständlich. Unreif. Das ist einfach nicht auszuhalten. Es geht immer so weiter. Jahr für Jahr, klage ich darüber wie ekelhaft alles ist. Und alles wird nur schlimmer und schlimmer. Es ändert sich für mich gar nichts. Ich wechsle nur die Formen des Elends. Ich habe von Anfang an den Fehler gemacht zu glauben, dass ich etwas ändern kann. Ich habe geträumt. Und das war der Fehler. Wieso habe ich geglaubt, dass ausgerechnet ich etwas anderes verdiene als alle anderen? Ich habe mir eingeredet, dass ich auch für andere kämpfe. Aber die wollen das gar nicht. Ich habe für nichts gekämpft und geredet. Mein Leben ist ein Schlag ins Wasser. Es wird vergehen und mein Jammer ebenso. Keiner erinnert sich daran. Wozu auch? Jede Erinnerung wäre nur schrecklich.

Ich werde mich brav eingliedern in die Arbeitsmaschinerie. Und allen recht geben, die eigentlich falsch liegen. Denn ich bin zu verkommen gegen sie zu stichhaltig und in kurzer Zeit zu argumentieren. Ich muss bis zu meinem letzten Tag ignorieren, dass alles falsch ist. Ich muss vergessen, wer ich sein wollte. Ich war überheblich, vernarrt und ahnungslos. Ich kann froh sein, wenn ich die Jobs ausüben darf, die mir früher verhasst waren. Aber ich werde nie wieder froh sein. Wüsste nicht, was froh sein überhaupt bedeutet. Ich habe verloren, ohne je gewonnen zu haben. Alles was mir bleibt, ist Katzenjammer und Selbstmitleid. Ich stehe mit leeren Händen da. Ich gehöre nicht dazu. Ich kann es nicht. Ich werde es niemals sein. Die Zeit heilt keine Wunden. Ich bin für immer verloren.

Ich habe Angst, ich bin traurig und allein. Ich habe darüber keine Emotion. Aber ich weiss, wie man sich fühlen sollte. Die eigene Verstümmelung ist mir unsichtbar. Ich erkenne sie in der Irritation der anderen Menschen. Sie stutzen. Ihnen fällt etwas auf. Aber sie sagen nicht was. Sie reden nicht mit mir. Sie haben keine Zeit dafür. Keine Zeit für mich. Ich verdiene keine Hilfe. Ich bin unsichtbar. Andere Menschen und Projekte sind immer wichtiger. Ich kann an den Projekten mitarbeiten, aber bezahlt werde ich natürlich nur ganz gering, obwohl der Aufwand irre ist und sich nirgends veredeln lässt. Das Ehrenamt soll einem Lohn genug sein. Keine Bezahlung wäre hoch genug, um diese Existenz länger auszuhalten.

Ich muss einsehen, dass ich Lebensmüde bin. Ich habe das Leben so satt. Ich halte mich nicht mehr aus. Und alle anderen genausowenig. Es wird kein Wort etwas ändern können. Es war schon immer so. Ich habe mich lange abgelenkt, aber mir fällt nichts mehr dazu ein. Alles ist langweilig. Ich werde dem Leben nicht mehr gerecht. Mir wachsen die Dinge über den Kopf und ich bereue jemals gelebt zu haben. Ich werde mich in Schweigen hüllen und wie die anderen so tun als wäre alles in Ordnung. Ich werde hungern. Ich werde aufhören zu atmen. Ich werde versteinern und zerfallen. Es hat schon bei anderen, denen es ähnlich erging, schon keinen interessiert. So geht es auch mir. Ich bin einer von Millionen Schatten.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Gewissheiten

Geboren in einem Land, das nicht mehr existiert. Geboren worden aufgrund einer Liebe, die nicht mehr existiert. Großgezogen worden in einer Familie, die nicht mehr existiert. Geliebt worden von einem Menschen, der nicht mehr existiert. Geflohen über sämtliche Grenzen. Nie angekommen. Nie willkommen. Nie erwartet irgendwo anzukommen. Und den Schmerz angenommen wie Atemluft. Schlachten verloren. Leben als Scheitern. Schon als Kind schmeckte alles nach Blut. Jeder Schritt auf Treibsand. Erstickendes Gas zwischen Autobahn und Flughafen. Zwischen Schule und Industriegelände wirkt nur die Herabsenkung lebendiger Anteile. Lebensrealität als Alptraum. Zwischen den Stühlen bis in alle Ewigkeit. Trägheit, Trübsal, Irrsinn und Verwirrung. Und wenn verloren wird ohne zu kämpfen, dann ist jeder Schlag tödlich. Doch die Existenz geht weiter. Ob es grausam ist oder nicht. Es findet statt. Nicht gehört werden, nicht die Worte finden, die Laute vergessen und schliesslich komplett auflösen. Schikanen voller Minenfelder. Taumelnd durch Ruinen. Immer die gleichen Wiederholungen. Jahre hätten ausgelassen werden müssen. Das Alter, Fettwerden, gefaltet werden im brennenden Alltag. Versteinert werden. Betrogen werden. Versunken im Ersticken. Im nahtlosen Versinken. Schläge aus dem Nichts. Explosionen aus dem Nichts. Es regnet Leichen und man applaudiert. Generation Blut. Hoffnungslos. Ahnungslos. Taubstumm. Grau voller Rum. Hätte mir was anderes gewünscht. Unbestimmbar.

Es ist entlarvend. Keine Richtung zu sehen. Keinen Weg zu kennen. Freier Fall. Abgetrieben auf unbekannten Gewässern. In Trümmern geschlagen. Überhaupt vernichtend geschlagen. Kraftlose Mutlosigkeit. Besinnungslose Dummheit. Trockene Verwüstung. Verwüsteter Schwindel. Schwindelige Müdigkeit. Unentrinnbares Chaos. Chaotische Ordnung. Permanente Umwälzung für die Etablierung des zerstörerischen Status Quo. Unbewusste-bewusste Evolution der personfizierten Involution. Vergessen im Erinnern. Erinnern im Vergessen. Zerfallen ohne zu bestehen. Brennen von allen Seiten. Bestehen für das Nichts. Sich selbst verwandeln in das Nichts bis man selbst alles ins Nichts verwandelt. Wunschloses Unglück. Begriffslos sprechend. Nichtssagend agierend. Verwirrend gesprochen. Unintendiertes Unheil. Potenzierung des Elends mit der Routine der Alltäglichkeit. Beliebiges Schicksal. Umsonst gelebt. Umsonst verschwendet. Verschwendet um verworfen zu sein. Grundlos. Ursache der Existenz nur in Beliebigkeit gegründet. Die Beliebigkeit der zufälligen Liaison. Alkohol blutete das Leben nicht weg. Es existierte. Schroff. Unbarmherzig. Unkraut, das nicht vergeht. Auf dem Wüstenplanet. Das Minenfeld der matten Glücklosen in alpraumartigen Grauklötzen besteht in ihnen, wenn sie sprechen und agieren. Es interessiert sie nicht. Nichts ist von Interesse. Irrtümer, Katastrophen, Wahnsinn und Traumlosigkeit in den Sümpfen der Ewigkeit. Das Los ist ein endloser Marathon durch das sauerstofflose Pech. Gluckernde brennende schwarze Straßen brennen sich ins Gemächt. Das Gehirn schmilzt und gerinnt durch die Augenlöcher in den Dreck. Es kann niemand hören. Nichts findet Gehör. Köpfe platzen. Pickel platzen. Eis platzt. Das Packeis packt alles ins weisse Grell, zerschneidet in Hell, was nicht schnell verwelkt. Und was hell, das ist Blitz. Atombombenblitz. Der letzte Pilz. Zischen. Dröhnen. Klappern. Überrollt werden. Alles fährt weiter. Zieht weiter. Der Schmerz zieht weiter tief in die Seele. Kriecht in die letzten Winkel und frisst das Leben auf. Eitert jede Fläche voll und platzt in Blutgedärmen heraus in das gesellschaftliche Nichts aus Kälte, Abgasen und Sachzwängen. Keiner liest das, keiner sieht das. Die Treppen sind aus Leichen. Sie ebnen teamfähig den Weg zur Eigentumswohnung. Das war schon bekannt. Es gehört zu jeder Kindheit. Das Bluten. Das Eitern. Das Zertrümmern. Das Vergessen. Das Versteinern. Darin gefällt man sich. Darin verbrennt man sich. Das Brennen. Das Scheitern. Die Gewissheit sich zu demolieren und zu ruinieren je weiter die gesellschaftliche Lebenszeit voranschreitet. Da ist keine Hoffnung, kein Gedanke, kein Gefühl, kein Moment. Das Nichts ist nicht nichtig genug. Es ist noch weniger als nichts. Die Zeit heilt alle Wunden, weil sie woanders Wunden blutig schlägt und nicht jede Wunde offen und salzig halten kann. Ich habe gelacht, ich habe gedacht, gegessen, geschlafen und geraten. Es ging nicht anders. Das Leben ist ein Verhängnis. Unentrinnbar. Verwoben im strömenden Fluß der ambivalenten Gleichgültigkeit. Der Zynismus der Verhältnisse ist Wesenskern der Individualität. Unermessliches Leid steckt in jeder Lebenssekunde. Die Unendlichkeit des Sternenhimmels wirkt klein dagegen. Undenkbar was Schmerz bedeutet. Wir schwimmen darin und sind daraus hervorgegangen. Bringen es hervor, weil wir uns bewegen. Das Leben ist eine Wunde und sie ertränkt mit ihrem Blut. Gebrochen erbrochen. Versprechen gebrochen. Es sind nur noch Scherzgedanken möglich. Nichts funktioniert mehr. Alles ist der Lächerlichkeit preisgegeben. Bedeutung findet nur noch im Witz statt. Die Existenz bewegt sich wie ein Idiot im Kreis. Jahrhunderte an einer Stelle wird sich gedreht, um die eigene Achse. Es ist unbekannt, was relevant ist. Das festhalten aneinander zieht in die Tiefe. Aber allein ist die Tiefe gleichgültig ähnlich vorhanden. Sachlich notiert. Abwartend. Es passiert nichts. Es gibt keinen Unterschied. Stabilität existiert in der Krise nur die Schwerkraft.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Verlorenheit & Untiefe

Das Ende ist gekommen. Man mag sich das nicht vorstellen. Aber der Alltag zeigt es immer wieder. Nichts funktioniert. Nur der Anschein, die Verdrängung und die Verklärung und das Vergessen bringt den Tag und die Nacht rum. Aber nichts davon verfängt sehr lang. Die Stiche gehen sekündlich weiter wie seit Jahren und Jahrzehnten und so wird es immer sein. Der Pessimismus wechselt sich mit dem Nihilismus ab. Es ist verloren. Alles war schon immer verloren. Widerstand ist undenkbar, weil er irgendwo in irgendeiner ständig wechselnden Abstraktion existiert. Die Komplexität stürzt in einen hinein, wälzt einen um und nie ist man klar im Kopf. Das einzige was sich verändert und nähert ist die Kürze zum Tod. Aber Glück ist das auch nicht. Ich spüre es bis auf die Knochen. Alles ist verloren. Restlos vergeudet. Alles ist falsch. An nichts lässt sich halten. An niemand glauben. Es bringt nichts zu arbeiten, zu argumentieren oder zu atmen. Die Sinnlosigkeit der sinnlosen Gesellschaft ist so greifbar wie das Nichts. Die unendliche Trostlosigkeit hat eine unstillbare Wunde ausgelöst. Das schwarze Bluten ertrinkt alles. Ich hätte es beenden sollen beim ersten Stich. Das wars für mich. Nie gab es eine Chance. Die Verlorenheit diktiert sogar, dass jeder Gedanke und jede Emotion jenseits der Kapitalakkumulation, überflüssig ist. Man glaubt es mit jedem Tag stärker. Man weiss es sogar. Nichts hat einen Wert außer der Tauschwert. Und alle Knochen werden jeden Tag tausendfach erneut gebrochen. Das wars. Ob man sich fügt oder nicht, macht keinen Unterschied. Es ist verloren, weil es schon immer verloren war. Die Gedanken reichen nicht aus. Nichts reicht aus. Die Gefangenheit der blanken Existenz lässt sich nichtmal mit Suizid beenden. Es würde alles nur noch schlimmer machen. Irrsinn. Alles ist Irrsinn. Manifestationen der blinden Verkehrung richten einen zugrunde. Schläge aus dem Nichts. Stiche aus dem Nichts. Das Bluten spritzt aus einem heraus, einem entgegen. Alles ist voller Schatten. Der Geruch der Bombenkrater vermengt sich mit den verdorbenen Leibern von anonymen Zeitgenossen. Das wird nichts mehr. Es war ohnehin schon entschieden von der Blindheit aller Handlungen. Das Ersticken, Verstummen, Verdummen geht endlos weiter. Protokolle sind zwecklos. Keiner liest sie. Keiner versteht sie. Keiner will sie. Der Alltag ist das ultimative Grauen. Worüber trauern, wenn alles brennt? Ich hätte es beenden sollen. Aber es gibt kein Ende im positiven Sinne. Das Leben ist das Ende. Das Leben verendet durch sich selbst. Wunden werden in Wunden geschlagen. Nichts heilt. Alles blutet. Die Blicke treffen nicht. Das Wort auch nicht. Das war es eben. Das Leben. Es endet hier. Und geht doch weiter, obwohl es schindet. Es ist nicht verständlich. Es ist nicht freundlich. Das sollte nie sein. Das wollte ich nie sein. Jetzt ist es verkommen und verstörend genommen. Jeder Gedanke geronnen zum beklommenen Entronnenen. Die Irritation hört nie auf. Das Trauma blüht auf. Ich bin weg. Ich bin nicht da. Ich war nie hier. Es gibt keine Erinnerung. Nichts zählt. Es ist nur Leid. Ich bin erschrocken, erstarrt und erstochen. Man kann nicht leben. Nur überleben. Aber nur für das Nichts. Keine Gesichter, keine Persönlichkeiten, keine Geschichten, keine Erfahrungen, keine Gefühle, keine Gedanken. Alles ist verschwunden. Die Simulation ist real, spielt das Leben nur vor. Gaukelt Realität vor. Aber da ist nichts! Es gibt nichts! Es wird immer so sein. Und das ist noch freundlich: Es ist fast egal geworden, ob gelebt wird, denn nichts ist belebt. Ratlosigkeit, Unkonzentriertheit und Schwäche. Das Ersticken in der Untiefe hört nicht auf.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Irrtum

Reicher an Armut wiederholt sich die leere Wiederholung im ansatzlosen Verwirrspiel zeitloser, nebliger Grautöne. Verbiedert, verstockt, verklärt, verdummt, verlassen verbaut sich alles. Das Leben als Sackgasse in einem Labyrinth aus Unsagbarem. Das trübe Tal der Enttäuschung ist die letzte Oase des Ertrinkenden. Tiefgegraben, tief gefallen ohne Aussicht auf den Horizont. Die blanke Erschütterung über das eigene Unvermögen treibt die Sucht zur Selbstzerstörung. Das Ende hat nie existiert.  Ich blute in Grautönen. Raues Grauen entfaltet sich in schrecklichen Falten. Irrlichter. Das letzte Wimmern. Das Blühen ist Grauen. Nichts lässt sich verdauen. Alles ist nur gefressen gewesen und ist nun am verwesen. Der alltägliche Krempel wird unter Ratlosigkeit zum Henker. Die letzte und erste Mahlzeit ist der verdorbene Dreck aus alten Jahren. Immer Außenseiter im Kerker geblieben. Jedes Wort ist ein Elefant im Porzellanladen. Das Vergessen ist King. Das Verstummen unter Tauben. Das Leben ist so als ob niemand jemals gelebt hätte. Geboren um zu Sterben, um auf die letzte Stunde zu warten. Es ist nur noch ein Wettbewerb der Zeittotschläger. Immer gewesen. Immer am verwesen. Jedermann verdeckt geradezu unzureichend seine Nichtigkeit. Jedermann ist niemand. Keiner ist jemand. Vom Nichts durchgestrichen und festgehalten. Wer alles gesehen hat, dem ist die Gleichgültigkeit geblieben. Ob jemand stirbt, brennt oder verdirbt. Keiner war jemals hier oder dort. Durchreisende Fieberträume. Mit Ensetzen wächst die Traurigkeit, die Unmöglichkeit den Irrtum ungeschehen zu machen. Belanglose Verletzungen wiederholen sich. Trägheit wird von Alter übertroffen. Müde stirbt der Tag und die Nacht. Umsonst gelebt. Umsonst gelitten. Alles ist vergeben. Nur die Irren lachen noch. Die Maschinen überleben. Die Anderen nicht. Das war so, wird immer so sein. Nur Narren rütteln und sterben daran. Nur die Krankheit erinnert an das Leben, was hätte sein können, irgendwo im Abstrakten jenseits aller Gedanken und jeder Zeit. Ich war nur ein Schatten der vergehen musste. Ein Anhängsel einer Maschinerie ohne Gedanken oder Gefühl. Das letzte Achtung, die letzte Rettung, das letzte Wort und dann wieder sofort: Die Wiederholung.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert

Labyrinth

Zumeist geht man neue Wege und verändert sich, doch die Sackgassen sind Routine. Man steigt in den Gängen über die Kadaver vorheriger Generationen und rührt sich nicht daran. Man sackt ihren Krempel ein und sucht weiter nach dem Ausgang. Schliesslich hat der eigene Kopf Jugend und Kompetenz gepachtet. Die Energie pulsiert aus allen Adern und fleischt sich in den größten Saft, bis es platzt. Und die Zeit vergeht. Die Trümmer sind Möbel. Das Leichenfeuer ist das Tablet für Powerpointpräsentationen. Mut mit Anzug. Uhrzeit und Takt. Immer dem Irrtum hinterher. Zwischendrin Enttäuschung. Schmerz. Elend. Wahnsinn. Das alles sind wir. Dabei kommt kein Zweifel auf. Es ist national. Es ist Kapital. Erste Reihe. Zweite Reihe. Jede Reihe. Alles benebelt im Nebel unter Produktion von mehr Giftgas. Mit Power und Kommunikation ins Feld und Büro. Stolz reiben wir uns im Blut. Kotzen auf Knopfdruck. Die Orientierung ist ein gesichtsloses Monster. Tote werden geboren in Sackgassen und gleichgültigen Räumen. Das Lächeln ist eine Atombombe. Die rumpfartigen Kreaturen zerstauben im Kopierraum. Die Wüste spuckt Dreck und Teufel den wir anbeten. Alsbald trägt uns das Alter gen Grab. Es ist auch im Nichts. Umsonst gelebt. Umsonst gesucht. Verschwendet. Nie gewusst was worin verfangen. Die Augen drehen sich nach innen. Die Zungen sind zerschnitten. Die brennenden Kometen spalten Schädel und Gedanken. Republiken voller Verlierer. Unterschiede gibt es nur noch in Varianten von Ratlosigkeit. Taubstumme Stumpfmassen zittern und rationalisieren vor sich hin. Die Wände neigen sich über die Köpfe. Der Himmel wird zerrissen. Ein Königreich für einen Wallhack. Aber er kommt nicht. Nichts ändert sich. Alles wird nur älter, verdirbt und stirbt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales, Nicht kategorisiert