Der Letzte

Mehr als die Hälfte meines Lebens bin ich dagegen. Schon fast seit ich denken kann bin ich dagegen. Ich gehörte nie dazu. Und wenn ich dazu gehörte, dann als Geisel. Als Überlebender habe ich letztlich alle Schlachten geschlagen, aber nie gewonnen. Lokalen Terror zu überstehen, heisst nicht den globalen überstanden zu haben. Verletzt zu sein hat seinen Wert verloren. Auch die Wut ist nur noch eine Abstraktion. Der Riss der Welt ist das was ich bin. Die Tendenz der Entwicklung ist, dass es so bleiben wird. Verschleppt zu sein, ist kein Schande. Ich werde dagegen sein, auch wenn es nichts ändert. Der Tod existiert nicht, aber das Leben ist auch gleichgültig. Die allgemeine Sinnlosigkeit des Leids lähmt. Obwohl die Erkenntnis gar nicht so weit weg ist, wurde sie nicht ergriffen. Die Angst, dass alles was man je getan oder gedacht hat, der Auslöser für die Vernichtung allen Lebens ist, sorgt für die Fortsetzung der alltäglichen Katastrophen. In der Ahnung, dass jemand über diesen Wahnsinn richten könnte, wird er auf immer neuerlichen Stufenleitern angefeuert. Jeder Trümmermensch wird noch weiter zertrümmert. Alles wird kurz und klein geschlagen, zerhackt, zerstückelt, zerschnitten. Keiner soll es wissen! Keiner soll sagen können, dass das Heute, die dunkelste Zeit überhaupt ist. Generationen haben umsonst gelebt. Je größer die Zahl desto sinnloser die Generation.

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