Die Diktatur der Vernichtung

Die Menschen sind eine Ansammlung von Instrumenten unter dem blinden Diktat eines irrationalen Prinzips, der Verwertung des Werts, was zu einer immer stärker um sich greifenden Verdinglichung des Bewusstseins führt und damit letztlich, zu einer völligen Beziehungsunfähigkeit, die eine komplette Erkaltung der Welt nach sich zieht.

Die Gesellschaft ist ein totaler Nicht-Ort an dem niemand real als Individuum seine Autonomie und Spontaenität ausleben und entfalten kann. Die permanente Mobilmachung aller Kräfte, Gedanken und Gefühle im Sinne dieser beständigen prozessualen Entfaltung der Produktivkräfte für die Surplusmacherei, führt zu einer Zerstörung aller Lebensgrundlagen und entleert jedes Lebewesen, jede Kreatur, jedes Element und jeden Winkel dieses Planeten bis zur völligen Erschöpfung.

Uniformität und Gleichschaltung sämtlicher Bereiche des Lebens ist die Folge. Der Taktgeber ist die Akkumulation des Kapitals und nicht die Ratio der Menschheit oder des einzelnen Subjekts. Es kommt zu einer völligen Glorifizierung von Leistung, Konkurrenz, Wettbewerb und einer unermüdlichen Mythenbildung von irrationalen Zwangsgemeinschaften wie Nationen oder Gewaltmonopolen wie Staaten.

Die Wechselbeziehungen unter den Menschen werden also maßgeblich vom Kapital bestimmt, definieren den Inhalt von Gedanken, Gefühlen, Werten, Normen, prägen Sozialisationen, reproduzieren damit das Unwahre, wodurch es zu einer scheinbar ewigen alltäglichen Vernichtung sämtlicher mannigfaltigen Lebensbasen kommt. Alle menschliche Mühe, Forschung und Erfindung gliedert sich konformistisch dieser Realität unter.

Die Zivilisation unterminiert aus ideologischen Konstruktionsfehlern heraus exakt jene Vorstellungen zur Erfüllung z.B. des uneingeschränkten Genußes, über die antiintellektuelle Anbetung des Fortschritts, der zu einer Diktatur des Positivismus, der blinden Anerkennung von Instrumenten der Verwertung des Werts, geführt hat. Daher die atemlose Jagd nach Profiten. Die Arbeit ist ein Selbstzweck, die Freizeit ein Höllenbad geworden.

„Das Individuum muss seinen Wert der einen oder anderen Gruppe beweisen, die in den Kampf um einen größeren Anteil an der Kontrolle über die nationale und internationale Wirtschaft verwickelt sind.“ (Horkheimer, „Zur Kritik der Instrumentellen Vernunft“, s.172) Es gibt keine Sicherheit, ob das Individuum dadurch vor dem sozialen Abstieg oder der totalen Vernichtung gesichert ist, egal wie sehr es sich gegenüber der Konkurrenz behauptet oder beeindruckt. Jeder Arbeitstag beginnt bei null und das Konkurrenzsubjekt muss erneut in seinem atomisierten Kosmos den Produktivitätsmarathon in neuer Rekordleistung absolvieren, weil es andernfalls ausgegrenzt und zerstört wird, – weil es sich als minderwertig erwiesen hat.

Die gesamte Gesellschaft beruht auf der Sortierung der Menschen, der Tiere, der Elemente, im Sinne der Verwertung des Werts. Deshalb verhungern, verdursten, ertrinken und sterben Menschen: Sie haben sich als wertlos gegenüber der Profitmaximierung erwiesen. Die instrumentelle Vernunft hat nicht dessen unsichtbare Hand des Marktes über die Verdammten dieser Erde gelegt, – so mussten sie weg. Da bleiben nur noch Schattenmenschen übrig.

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