Monatsarchiv: Dezember 2012

Weltstar schenkt Obdachlosen n‘ Euro

Die Einkommensmillionärin „Pinkhat laut dem größten Schmierblatt des Landes „auf dem Weg ins Hotel“ einem „Obdachlosen“, der in Wahrheit eigentlich nur arbeitslos ist, „ihre einzigen beiden Euro-Scheine (ein Zehner, ein Fünfer)“ gegeben und damit bewiesen, dass sie „ein Weltstar mit ganz großem Herz“ ist. Der vermeintliche „Obdachlose“ pisst sich prompt vor Glück und Ehrfurcht in die Hosen, denn er wird wie folgt zitiert: „Sie war herzlich. Ich habe nicht gewusst, dass sie ein Star ist. Sie hat es nicht raushängen lassen, war sehr höflich. Die Scheine habe ich gleich aus dem Hut genommen, damit sie der Wind nicht wegweht.“ Kerl, sie hätte Dir auch ins Gesicht furzen können, es wäre aufs selbe hinaus gelaufen! Denn Pink ist längst aus Deutschland abgereist, nachdem sie ihr Album leichtbekleidet beim schmierigen Lanz mit einigen Hüftschwüngen bewerben konnte, und Du sitzt wieder mit Deinem Schildchen „Schäfer ohne Arbeit“ auf der Straße und erniedrigst Dich mit verzerrten Grinsen bei der Bettelei, während die Großzahl der vorbeilaufenden Passanten sich einen Scheißdreck um Dein Schicksal kümmert, schliesslich müssen sie selbst darum kämpfen nicht denselben Weg zu gehen. Gibt man jedem „Obdachlosen“ sein Geld, ist man bald selbst obdachlos.

Die Situation, die laut Bild-Blog gar nicht stattgefunden haben soll, wogegen aber das Zitat des Arbeitslosen spricht, wurde zumindest irgendwie „von Millionen Pink-Fans gesehen“. Kaum einer dieser „Millionen“ (Oder 700?) stellt sich die Frage; Warum ist Pink ein reicher „Star“ und Hans ein „obdachloser Schäfer“? Offensichtlich hat sie etwas höchstprofitables anzubieten, nämlich ihre Kunst, die sich glücklicherweise hoher Popularität erfreut und das sei ihr auch gegönnt. Hans hat dagegen keine Hüftschwünge im knappen Outfit zu bieten und ist auch keine männliche, deutsche Version der „Rockröhre“. Er ist bloss Schäfer. Ein höchst unprofitabler Beruf. Schlechte Wahl, mein Guter! Allerdings ist das genau der Punkt. Die Arbeitskraft von Frau Pink ist deshalb soviel wertvoller für den Markt, weil eine horrende Nachfrage nach ihren Ausdünstungen besteht. Unter Gesichtspunkten der Marktwirtschaft ist es da gerecht, wenn Hans auf der Straße herumlungert, arm ist usw., denn er kann als Schäfer keine Millionen Platten oder Konzertkarten, T-Shirts oder sonstwas verkaufen wie Pink, schliesslich sind Schäfer den meisten Leuten scheißegal, weil sie nicht dazu feiern können, also keine horrende Kohle dafür hergeben. Er ist sozusagen unflexibel, weil er auf einen altertümlichen, aber sicherlich sehr ehrwürdigen Beruf verharrt. Und wer unflexibel ist, sich nicht dem aktuellen Taktraten der Produktivität beugt oder daran orientiert, und wie irgendwelche Idiotien genau das studiert, was gerade laut den Massenmedien gesucht wird (mal sinds Ingenieure, mal Maschinenbauer, mal BWL, Jura oder überhaupt Fachkräfte), der verliert halt im Konkurrenzkampf die Möglichkeit sich als Arbeitskraft für Profite ausbeuten zu lassen.  Und wer sich nicht ausbeuten lässt ist eben überflüssig, deshalb liegt Hans wie ein Sack Müll auf der Straße, und wird genau so behandelt, während Pink für ihren Erfolg und ihre Glitzerwelt wie ein kleiner Gott bejubelt wird!

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