Fragmente aus einem falschen Leben

Die Menschheit existiert in Lohnarbeit und produziert jeden Tag Zustände in denen es normal ist die Menschen, Tiere und die Umwelt systematisch zu zerstören. Milliarden Menschen können sich nichts schöneres vorstellen als an dieser Zerstörung teilzuhaben. Ihnen erscheint diese Welt als die beste aller Welten. In der Tat sind die Konsummöglichkeiten und Produktivitätssteigerungen gigantisch. Die wenigen Menschen die begriffen haben, dass es nicht mehr so weiter gehen kann, ergiessen sich in Fatalismus, Hedonismus, blinden Aktionismus und verlieren sich im Treibsand einer verlorenen Gesellschaft, die es aus ideologischer Verblendung für notwendig hält, Irrsinn als Vernunft umzudeuten. Dabei müssten die Lohnabhängigen bloss ihren alltäglichen Überlebenskampf zum Anlass nehmen, um über ihr Leben zu reflektieren.

Jeder Mensch in diesem System ist Junkie, Hure, Zombie und Sklave in einer Person.

Wir sind Junkies, weil wir regelmäßig unsere Finanzspritze bzw. Lohn brauchen, mit dem wir unsere stets steigenden Lebenshaltungskosten finanzieren.

Wir sind Huren, weil wir täglich auf dem Straßenstrich genannt Arbeitsmarkt anschaffen gehen. Und jedem zahlungskräftigen Arbeitgeber unsere Fähigkeiten, unseren Körper und unsere Seele anbieten. Wir verkaufen unser unendliches Potential, unsere Lebenszeit und Lebenskraft für ein paar Euros, ohne Aussicht darauf, dass es jemals aufhören wird. Erniedrigungen, Demütigungen und Missbrauch sind unser täglich Brot, welches wir demütig annehmen um Überleben zu können.

Wir sind Zombies, weil wir glauben in der besten aller Welten zu leben und dem Gehirntod gleich den üblichen Sprüchen von Medien, Politikern, Kollegen, Verwandten und Freunden glauben. Wir übernehmen Vorurteile, Traditionen und Ideologien, verteidigen sie im Laufe unseres Lebens mit allen Mitteln, statt sie in einem langen Reflexions- und Selbstreflexionsprozess zu hinterfragen. Wir fallen auf den Märkten übereinander her, zerfleischen unsere Bedürfnisse und Hoffnungen, deren Befriedigung nur die Stärksten erfahren, während die Schwächsten sofort oder über einen langen Zeitraum sterben. Hierbei geht auch die Umwelt zugrunde.

Wir sind Sklaven, weil wir unsere Lebenszeit als Arbeitszeit verstehen. Es herrscht Arbeitszwang, wer nicht arbeitet verliert an Lebensqualität, wird von der Gesellschaft ausgegrenzt und als wertlos betrachtet. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir am Arbeitsplatz und haben dort gelernt Charaktermasken aufzulegen und in einer bestimmten Rolle wie ein Zahnrad zu funktionieren. Wir sind als Lohnabhängige so austauschbar wie Zahnräder. Wir sind Sklaven, weil wir eine Sklavenmentalität haben, die Faulheit als Qual erscheinen lässt, die Sozialhilfeempfänger als Schamrotzer definiert, die fundierte und grundlegende Kritik als utopisch oder naiv brandmarktet, die Anarchismus als Chaos definiert. Und das obwohl unsere gegenwärtige Gesellschaft das größte Chaos hervorgebracht hat, das permanent und systematisch von allen Lohnabhängigen qua ihrer Arbeitskraft erarbeitet und aufrechterhalten wird.

Das Chaos beginnt im Bildungssystem

In der Schule werden wir bereits als Kinder mithilfe der Noten auf Leistungs- und Wettbewerbsprinzpien konditioniert und gezüchtigt. Man spaltet die jungen Menschen in verschiedene Leistungskategorien und definiert damit wieviel wert sie sind. Eltern möchten das ihre Kinder gute bis sehr gute Noten erbringen, erbringen sie diese nicht, versteht das Kind schnell, das die Eltern enttäuscht sind. Anerkennung und Liebe erhält man als Kind oft nur dann besonders intensiv, wenn die Leistungen in der Schule stimmen. Das ist nur ein Grund von vielen, der dazu führt, dass wir unsere Identität in den meisten Fällen über unsere Leistungen und Leistungsfähigkeit definieren. Weiteres findet sich in Büchern von Autoren wie Arno Gruen. Wir fühlen uns erst dann als vollständiger, wertvoller und liebenswerter Mensch, wenn unsere Leistungen überdurchschnittlich sind. Daher auch der unglaubliche Drang im Berufsleben voranzukommen, zu funktionieren oder Schönheitsidealen zu entsprechen. Allgemein wird das gern Egoismus genannt und als charakterliche Schwäche bezeichnet, die allgemein der gesamten Menschheit zugeschrieben wird. Mittlerweile gilt es als populär die Menschheit als Krankheit zu bezeichnen. Jedoch wird dabei völlig vergessen, dass Egoismus mit dem Wettbewerbs- und Leistungsorientierten Schulunterricht anerzogen wird und auf ökonomischer Ebene sogar überlebensnotwendig ist.

Inhalt & Ziel der Ökonomie

Das zentrale Moment der Ökonomie besteht darin für den Tauschwert Milliarden Menschen, Tiere und zehntausende Quadratkilometer Natur aufzufressen und entfremdet auszukotzen. Industriegebiete sind Kriegsgebiete. Es sind Gebiete, die in Beton und Stahl gegossen wurden um konzentriert Profite zu scheffeln. Zwischen Autobahnen, Hauptstrassen, Flughäfen, S-Bahnen, Zügen, Discounterhallen, Logistikzentren, anderen diversen Konzernen und tobenden, lärmenden Kraftfahrzeugen lagern neben Müll und Schrott, die erbärmlichen menschlichen Existenzen. Ehrgeizig arbeiten die Menschen tagtäglich an der Realisierung der Apokalypse, der Hölle auf Erden, ohne je ihre Beteiligung daran zu erkennen. Die globale Identifikation mit dem Arbeits-, Leistungs- und Wettbewerbswahn, ist Ausdruck einer tiefen Entfremdung des Menschen von sich selbst und dessen Umwelt. Der Kapitalismus pervertiert das Leben zu reinen Kosten-Nutzen Aspekten und Menschen die sich damit identifizieren, betrachten z.B. den materiellen Überfluss als Ausdruck von desssen Güte und Erfolgs. Es wird gemeinhin als Freiheit verstanden sich als Hure auf dem Arbeitsstrich zu verkaufen, egal wie die Arbeitsbedingungen sind, egal welche gesundheitlichen Folgen sich daraus ergeben.

Tauschwert herrscht über Gebrauchswert, über Leben, Menschen, Tiere und alles Existierende und Nichtexistierende, also auch Fantasien und Gefühle. Grundlage der Ökonomie ist  die Maximierung des Profites, mithilfe der Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, deren Träger der moderne Mensch ist. Die Globalisierung erbrachte wachsende Teilnehmerzahlen am permanenten Wirtschaftskrieg. Die Grabenkämpfe in Büros, Verkaufszentren und Produktionshallen werden erbarmungsloser, je mehr Lohnabhängige, Huren, Sklaven, Zombies, Junkies ein Stück ab haben wollen vom allgemeinen Profit. Jeder weiß erst mit dem Verkauf der Ware, welchen Wert seine Schufterei hatte. Alle kämpfen darum zu gewinnen, aber wie üblich gibt es immer andere die noch mehr für ihren Sieg getan haben. Und man muss sich mit weniger zufrieden geben. Die Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig. Jene mit der besseren Infrastruktur, Fachausbildung, Umsetzung der Tugenden wie Fleiß, Flexibilität, Belastbarkeit usw, Technologie und dem höchsten Eigenkapital, haben also die besten Chancen später auch über ihre Kaufkraft und dem Konsum von Produkten ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Erstrangig in unserer Ökonomie ist also die Maximierung der Profite, danach kommen die Bedürfnisse der Menschen.

Das Ziel jedes Konzerns basiert auf Profitmaximierung, auf maximale Auspressung der Ware Arbeitskraft. Je mehr ausgepresst wird, je besser die Konkurrenz, desto intensiver und länger wird die Arbeitszeit, desto höher steigt die Anzahl von gesundheitlichen Erkrankungen bspw. Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen wie Perfektionismus, Rigidität und Pedanterie. Obendrein erhalten die Lohnabhängigen nur geringe Löhne, sodass sie weiterhin nur ihre Arbeitskraft für ihren Überlebenskampf haben. Kein Lohn ist gerecht, weil man nie genug verdienen kann, um endlich nicht mehr als Hure am Markt erniedrigt zu werden. Die Vermögensentwicklung ist daher global sehr einseitig: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besaß 40 Prozent des Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent besaßen im Jahr 2000 zusammen 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. Verantwortlich für diese Entwicklung ist aber nicht der Reiche, der Politiker oder irgendein anderer Sündenbock, sondern die gesamte Bevölkerung die sich dem Prinzip der Profitmaximierung unterordnet. Herrschaft besteht heutzutage nicht mehr über Menschen, sondern über ein dialektisches Verhältnis, das im Kapital ihre Definition findet. Ob du Zeit für Deinen Partner hast, ob Du Geld für Medikamente hast, ob Du über ein Studium realisieren kannst, alles hängt von Deinen monetären Mitteln ab, da sich darüber Deine materiellen, zeitlichen Möglichkeiten und Resourcen definieren.

Die Rolle der Politik

Definiert, legitimiert und verteidigt wird diese Ökonomie von den Gesetzen, dem Gewaltmonopol und den Parteien. Keine der größeren Parteien möchte den Kapitalismus abschaffen. Ziel der Politik ist vorrangig die Haushaltskonsolidierung, wenn danach etwas Geld übrig bleibt, sieht man sich an, was man von seinem Parteiprogramm noch realisieren könnte. Stets werden Wahlversprechen gebrochen. Stets fühlen sich die Bürger nicht von ihren Politikern vertreten oder ernst genommen. Regelmäßig wird gegen einzelne Probleme protestiert, anstatt das große Ganze im Blick zu haben. Immer wieder wird der Staat als neutrale Instanz betrachtet, obwohl dieser mit seinen Gesetzen, mit seinem Gewaltmonopol für den Konkurrenzkampf und die Profitmaximierung ist. Kein Konkurrent am Markt kann das garantieren was der Staat garantieren kann. Der Staat bestraft jene die nicht arbeiten wollen sowie er jene bestraft die es mit der Ausbeutung etwas übertrieben haben. Denn wir wollen sozial ausbeuten und vernichten, soviel haben wir aus der Geschichte gelernt. Der Staat dient also genauso der Profitmaximierung wie jeder Konzern weltweit. Jede Partei die den Staat übernehmen statt abschaffen will, geht konform mit dieser zerstörerischen Wirtschaftsform. Die einzelnen Politiker der jeweiligen Parteien stellen lediglich die Details der Form wie in den nächsten 3-4 Jahren ausgebuetet werden soll ein. Sie ändern nichts fundamentales an der praktizierten wirtschaftlichen Ordnung. Alles andere würde schliesslich auch ihre eigenen Interessen verletzten. Parteien sind auf Machterhalt aus und betreiben daher nicht einfach nur im Wahlkampf Populismus, sondern begnügen sich ähnlich bescheiden, im alltäglichen Geschäft mit er Erhaltung und Wahrung der Ausbeutung der Lohnarbeiter, die stets als Freiheit umgedeutet wird.

Reichtum & Armut

Das reichste Prozent der weltweiten Bevölkerung besitzt 40 Prozent des gesamten Weltvermögens. Die reichsten zehn Prozent zusammen etwa 85 Prozent des Weltvermögens. Im Gegensatz dazu besaßen die ärmeren 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen nur ein Prozent des weltweiten Vermögens. 946 Milliardäre der Welt besitzen 3,5 Billionen Dollar.  Die Uno schätzt, dass es 300 Milliarden Dollar kosten würde, das Einkommen der ärmsten Milliarde Menschen über die Schwelle der extremen Armut anzuheben. Das wäre weniger als ein Sechzigstel des Einkommens der reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung. Die reichsten acht Männer der Welt könnten diese Summe alleine bezahlen. (Quelle der Daten ohne Verlinkung: „Uns gehört die Welt“ von  Klaus Werner Lobo)

Laut der Welthungerhilfe hungern weltweit 925 Millionen Menschen. Laut dem Welthunger Index 2010 befinden sich 29 Länder in einer sehr ernsten Hungersituation, davon sind besonders Bangladesh, China, Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien und Pakistan betroffen. Laut Unicef sterben pro Jahr 2,2 Millionen Kinder an den Folgen von Mangel- und Unterernährung, das sind über 6000 Kinder täglich. Täglich sollen laut BMZ zwischen 25 000 und 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben.  195 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind zu klein für ihr Alter und damit unterentwickelt. 129 Millionen Kinder sind untergewichtig, 880 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung (laut Oxfam), 17 Millionen Menschen, davon 21.000 Kinder täglich, sterben an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose, 5 Millionen davon aufgrund des mangelnden Zugangs zu sauberem Trinkwasser. Rund 2,5 Milliarden – mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung – leben ohne sanitäre Basisversorgung.

Hunger gibt es weil das Bedürfnis der Hungernden nach Nahrung, nicht mit Kaufkraft befriedigt werden kann. Das kapitalistische System betrachtet die Bedürfnisse der Hungernden als nicht legitim, da keine monetären Mittel zur Verfügung stehen. Also ist es gemäß der zynischen Logik der „sozialen Marktwirtschaft“ nur gerecht, wenn sie verhungern. Die Menschen die in derart verarmten Regionen ihr Dasein realisieren müssen, nehmen alles in Kauf um zu überleben. In Manila auf den Philippinen leben ca. 15 000 sogenannter Müllmenschen. Der Smokey Mountain ist voller Müllberge die bis zu 40 Meter hoch sind und gilt als Wahrzeichen der Hafenstadt. Hunderte starben bereits unter Mülllawinen, um ein paar Cents fürs Überleben zu ergattern. Andere flüchten vor dem Hunger, den Müll, den Kriegen, dem Chaos das die Globalisierung angerichtet hat und wollen ihr Glück in Europa versuchen. Wenn sie nicht gerade wie ca. 2000 Menschen im Jahre 2011 vor Europas Küsten ersaufen und tatsächlich ins gelobte Land gelangen, werden sie hierzulande mit Fremdenfeindlichkeit, Isolation und Ablehnung begrüßt. „Diese Schweine wollen uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen“ Sind dann die typischen Bemerkungen aus dem konservativen Bürgertum. Klar, das Überleben hängt auch in Europa von den Vergütungen am Arbeitsstrich ab.

Während also hunderte Millionen Menschen hungern, werden laut Recherchen des Filmemachers Valentin Thurn allein in Deutschland  jedes Jahr bis zu 15 Millionen Tonnen frischer Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden EUR weggeworfen. Das wird allgemein als „Wegwerfmentalität“ empört beklagt. Dabei handelt es sich sowohl bei den Hungertoten als auch bei der Überproduktion von Lebensmitteln um im Kapitalismus fest eingeplante Zustände. Das Wegwerfen von Produkten ist fest im Kaufpreis einkalkuliert. Man investiert kein Geld in Hungernde, wenn diese nicht voller Dankbarkeit in naher Zukunft horrende Profite abwerfen. Obendrein lassen sich Hungernde leichter dazu überreden ihre Umwelt, ihre Gesundheit für Geld aufs Spiel zu setzen. In den Produktionshallen in China vergiften sich regelmäßig Mitarbeiter, Afrika ist längst zur Müllhalde Europas verkommen und wird gleichzeitig als reines Rohstofflager missbraucht. Genauer ist Armut notwendiger Ausdruck der Logik des Marktes. Es gibt Verlierer und Gewinner in der täglichen Maschinerie der Profitmaximierung. So wie es in Europa Millionen Menschen in Arbeitslosigkeit gibt, weil es einerseits nicht genug Arbeit gibt, die halbwegs ordentlich bezahlt wird, so gibt es in ärmeren Regionen ohne Industriegebiete, ohne Kaufkraft, ohne Infrastruktur usw. Millionen Menschen, die als Hungernde und Verhungernde zu den Verlierern am Markt gehören. Keiner will nachhaltig in Afrika die notwendigen Milliarden investieren, da keine Garantie für horrende Renditen vorliegen. Kapital fliesst immer dorthin, wo die Profitmaximierung am förderlichsten erscheint. Hungernde, Arbeitslose gelten als die überflüssigen Humanressourcen im Kapitalismus. Sie können absterben, da ihre Arbeitskraft nicht gebraucht wird. Ohne Arbeitskraft die sich am Arbeitsplatz, am Markt realisiert, keine legitimen Bedürfnisse die via Kaufkraft befriedigt werden können bzw. sollen. Wer nicht arbeitet der soll auch nicht essen, egal ob er nun daran schuld ist oder nicht.

Es ist also so, dass auf dieser Welt Armut und Reichtum nebeneinander existieren.  Es stellt sich die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen extremer Armut und extremen Reichtum gibt. Wer ist verantwortlich für diese Entwicklung? Sind die Reichen gierig und die Armen nicht leistungswillig? Warum wird die Produktion von Luxusgütern vollzogen, aber die Versorgung der Hungernden unterlassen?

Die Gegensätze in der Gesellschaft, sind Ergebnis der Zielsetzung der Ökonomie und Politik. Während täglich tausende Menschen verhungern, arbeiten andere als Sklaven des Kapitals und verkonsumieren sofort wieder ihre Einkommen. Diese Lebensweise zerstört nicht nur Menschenleben, sondern auch die Umwelt. Es ist teuer die Umwelt zu schützen und extrem profitabel sie ohne Rücksicht auf Verluste auszubeuten. Jährlich werden 130 000 km² Waldflächen gerodet. Täglich sollen mehr als 120 Arten aussterben. Arten sterben während der Verkehr lebt. 2008 wurden mehr als 3,7 Milliarden Tonnen Güter durch die Welt kutschiert. Tagtäglich fahren allein in Deutschland mehr als 44 Millionen Kraftfahrzeuge durch Betonlandschaften. Weltweit sollen 1 Milliarde Fahrzeuge unterwegs sein. Keine Sekunde ist ohne giftige Abgase. Die Industrie pumpt ihr Gift in enormen Ausmaßen auch in die Weltmeere. Es sollen sich mehrere Millionen Tonnen Kunststoffmüll und damit bis zu 18 000 Kunststoffteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche in allen Weltmeeren befinden. Frankreich schüttet darüberhinaus jedes Jahr und ganz legal 33 Millionen 100-Liter-Fässer radioaktives Abwasser ins Meer. Jedes Jahr werden 12 000 Tonnen weiterer radioaktiver Müll produziert, obwohl weltweit kein sicheres Endlager existiert. Diese systematische Zerstörung der überlebensnotwendigen Umwelt hat ihre Ursache im Streben nach Profit. Seit Jahrzehnten bekommt man das Problem nicht in den Griff, weil Umweltschutz sehr teuer ist. Statt die kapitalistische Produktionsweise zu hinterfragen, verschliessen die Menschen die Augen vor der Zerstörung, die sie mit ihr anrichten und verteidigen sie auch noch als besonders wirtschaftlich und effizient.

Ein gutes Beispiel ist neben Dserschinsk, Bajos de Haina, Kabwe usw. die chinesische Großstadt Linfen. Dort verdrecken zahlreiche Schmutzstoffe die Provinz Shanxi, u.a. mit Giften wie Arsen, Blei, Kohlenmonoxid, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen. In der kleinen Stadt La Oroya in Peru, werden tagtäglich 800 Tonnen giftiger Gase abgelassen und Abwässer ungefiltert in den Fluss geleitet. 100 000 Tonnen ausgemusterter Elektrogeräte werden jährlich allein von Deutschland nach Afrika gebracht. Nur ein Bruchteil ist überhaupt funktionstüchtig.  Öko-Aktivist Mike Anane in Ghana meint dazu: „Eure alten Computer vergiften hier unsere Kinder“.  Im Delta des Niger verseucht das Öl seit 50 Jahren Natur und Menschen. Jedes Jahr fließen dort 180 000 Tonnen Rohöl in  die Mangrovenwälder des Delta. Nach Informationen des United Nations Environment Programme (UNEP) von 2005 schwimmen durchschnittlich bis zu 13.000 Plastikteilchen auf jedem Quadratkilometer Ozean. Der Dokumentarfilm Plastic Planet behauptet sogar, dass jeder von uns Bestandteile von Plastik im Blut hat. Chemikalien, Schwermetalle, Öl, Dünger, Nitrat, Phosphat, Pestizide, Herbizide, Fungizide, Kohlendioxid, Stickoxide, Ammoniak, Schwefeldioxid, Radioaktive Stoffe sind bloss einige der widerlichsten Ausgeburten die für unsere Zivilisation nutzbar machen. Die verschmutzung von Gewässern, Luft, Boden und so weiter ist allgegenwärtig und breitet sich mit dem sogenannten Fortschritt der Ökonomie weiter aus. Das Artensterben, die Rodung der Wälder, der Verlust unendlich wertvoller Gebiete, gehört zum Normalbetrieb des Kapitalismus und an dem wirken wir alle als Lohnabhängige mit. Wir glauben an die Richtigkeit, der Vernichtung von Resourcen im Dienste des Kapitalismus. Unsere bisherigen Zweifel haben bloss zu Green Washing, also Marketingkampagnen statt wirklichem Umschwenken geführt.

Die Liste der Formen wie Umwelt zerstört wird, liese sich endlos und ähnlich willkürlich fortführen. Die Überproduktion an Waren führt zu einer inflationären Ausbeutung der Resourcen dieses Planeten. Der Wahn nach Profit findet seine logische Konsequenz in der wahnhaften Zerstörung allen Lebens und aller Lebensgrundlagen. Der Planet ist begrenzt, nicht aber der systembedingte Zwang zum Wachstum. Der ist unendlich.

Warum machen die Menschen soetwas mit?

Bewusstlosigkeit! Die Arbeit hält die Menschen gefangen. Charakterbildung, Sozialisation im Kapitalismus, in der Schule (Noten- und Konkurrenzsystem) führen zur Identifikation mit Leistung, Wettkampf und Egoismus. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden und nicht zum Anlass genommen das System zu hinterfragen. Als Kind vertraut man seinen Eltern, Lehrern usw. hält eigene Zweifel, Bedürfnisse zurück, erachtet die Noten gleichsam wie der Vormund zur höchsten Instanz über den eigenen Wert als Mensch. Nach etlichen Jahren der Vorkämpfe im Bildungssystem geht es weiter im Berufsleben, bei der die eigene Abhängigkeit vom Leistungsvermögen und dessen Bewertung über Lebensqualität bzw. Sozialen Auf- und Abstieg entscheidet. Wird der eigene Lebensweg, bürgerliche Charakter und dessen Leistungsfähigkeit als profitabel genug bewertet, führt das zum erfolgreichen Abschluss eines Arbeitsvertrages, der solange aufrecht erhalten wird, wie die Leistung stimmt. Dem Ideal höchster Leistungsfähigkeit rennt daher fast jeder Mensch im Kapitalismus nach, weil er sich davon höchste Lebensqualität verspricht. Da dies aber jeder Marktteilnehmer global tut, gibt es aufgrund der verschiedenen Lebensbedingungen, Erfahrungen und Fähigkeiten zwingend zu Verlierern und Gewinnern. Im Kapitalismus können nicht alle Menschen gewinnen, weil Profite stets auf Kosten anderer zu machen sind. Alle Einkommen folgen aus den Profiten, die die Arbeitnehmer am Markt gegen andere Arbeitnehmer erstritten haben, weil sie profitabler gearbeitet haben. Profitabler ist man dann, wenn man mit wenig Lohnkosten teure Produkte erarbeitet und verkauft hat. Der höchste Abstand zwischen Kosten und Gewinn ist also Hauptkriterium für die Bewertung von Rentabilität. Obendrein werden nur die Bedürfnisse befriedigt, die mit Geld legtimiert werden können. Der Zweck der kapitalistischen Produktionsweise liegt in der Profitmaximierung, weshalb Hungernden trotz horrender Lebensmittelberge die Befriedigung ihrer Bedürfnisse verweigert wird. Womit wir wieder bei der Ausgangslage wären. Die Menschen verhungern weil die Welt im Kapitalismus nicht für ihre Bedürfnisse eingerichtet ist, sondern für die Bedürfnisse des Kapitals, der Profitmaximierung und des Wachstums. Das erkennt man auch an der Zerstörung der Umwelt, der Armut in aller Welt, Die sozialen Schwierigkeiten zwischen den Menschen (Familiendramen, Amoklauf etc) folgen aus der Vernachlässigung der Beziehungen zwischen den Menschen, da immer mehr Zeit und Kraft für die Maximierung der Profite aufgewendet wird. Je mehr die Menschen in dieses System investieren, desto mehr verlieren sie. Die Welt ist schlecht, der Mensch ist schlecht, der Grund liegt in diesem Umstand. Der Mensch entmachtet sich selbst. Er verhindert seine Emanzipation, die Durchsetzung seiner eigentlichen Bedürfnisse.

Die Parteien und die Konzerne wollen Profite machen und setzen alles daran möglichst viele Menschen in Arbeit zu bringen, denn Profite lassen sich nur über möglichst viele produktive Arbeiter erzielen. Arbeit gilt nur aufgrund dieser Realität im Kapitalismus als das höchste Gut. Erst kommt der Profit und dann kommen die Bedürfnisse der Menschen, denn ohne Profit gibt es keine Produktion oder Einkommen. Die Arbeit hält die Menschen zeitlich, körperlich und geistig gefangen. Es fehlt die Zeit und die Kraft sich die Hintergründe der Welt anzusehen oder eigenes Handeln und Denken zu hinterfragen. Das gesamte Leben wird von Generation zu Generation immer besser den Bedürfnissen des Kapitals angepasst, wodurch die Arbeitsintensität im Beruf steigt. Zivilisationskrankheiten und Entfremdung sind die Folge. Diese Bewusstlosigkeit hängt auch mit der Sozialisation im Kapitalismus zusammen, die den Charakter der Menschen auf Wettkampf, Leistung und Egoismus abrichtet. Das fängt bereits in der Schule mit dem Notensystem an. Misserfolg wird als eigener Fehler oder charakterlicher Mangel verstanden. Als Kind vertraut man seinen Eltern und Lehrern, identifiziert sich also mit deren Kritik und Bewertung. Diesen Prozess die Eltern und Lehrer in ihrer eigenen Kindheit durchgemacht. Durch die Identifikation mit Leistung und Wettkampf kommt es zur Akzeptanz der kapitalistischen Gesellschaft. Die Natur des Menschen wird als egoistisch betrachtet.

Emanzipation der Menschheit von der politischen Ökonomie

Die Bewusstlosigkeit jedes einzelnen Menschen muss also durchbrochen werden. Das geht nur wenn jeder einzelne Mensch sich ständig selbst hinterfragt, mit all seinen Gedanken und Handeln. Jeder muss sich selbst mit den Problemen der Welt konsequent auseinandersetzen, kritische Theorie durcharbeiten, diskutieren und sich im Kampf gegen Unmündigkeit und das Kapital basis-demokratisch organisieren. Die Menschen sollten sich endlich wieder für das verantwortlich fühlen was in der Welt geschieht und sich nicht mehr ohnmächtig zurückziehen und alles der Politik beziehungsweise den anderen überlassen. Es hängt von der eigenen Aktivität und Wahrnehmung ab, ob Menschen verhungern müssen, wofür, wielang gearbeitet wird und worin der Zweck und Inhalt sämtlichen Lebens auf diesem Planeten besteht.

Es geht um nichts weniger als die Emanzipation der Menschheit von dem heutigen ökonomischen, politischen Prinzip, das derart wertvolle Opfer verlangt, dass wir uns selbst verlieren würden, wenn wir dem weiter mit dieser eisernen Disziplin und Selbstausbeutung nachkommen. Wenn wir die Arbeitszeit für Millionen von Menschen nicht deutlich verkürzen, die sogenannten Arbeitslosen zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft machen, alle verfügbaren gesellschaftlichen Mittel einsetzen um nicht nur die Armen und Hungernden zu nähren, sondern auch eine Perspektive für Jedermann zu bieten, wird man nur noch als Zyniker oder verbissener Menschenfeind überleben können indem man auf möglichst tägliche Amokläufe und einen baldigen alles zerstörenden Atomkrieg hofft. Die Menschheit ist in der Lage sich von irrsinnigen Theorien oder Vorstellungen zu emanzipieren. Sie hat Götter geköpft. Sie hat Könige geköpft. Sie hat Folter, Ungerechtigkeiten und Privilegien für Minderheiten geköpft. Doch konnte bislang keine Revolution derart weitreichend sein, als dass ihre Ausführung das Ende der Geschichte, die Befriedigung aller Wünsche und Bedürfnisse von allen Menschen bedeutet hat. Solange dies nicht der Fall ist, dürfen wir nicht erschöpft in den Sessel sinken und aufgeben!

Was wir brauchen ist eine neue Epoche der Aufklärung in der neue radikale Formen der Demokratie realisiert werden müssen, die die Menschen tagtäglich an allen Entscheidungen beteiligt. Demonstrationen sind extrem wichtige Keimformen der jederzeit möglichen Emanzipation der Menschheit! Der Rechtsstaat mag ein Fortschritt zum Absolutismus gewesen sein, aber er verteidigt nicht die Natur noch die Lohnabhängigen vor dem Kapital und dessen Verwertungszwang. Jeder Staat kämpft gegen andere Staaten um Kapital, genauso wie ein Individuum auf dem Markt gegen andere Individuen konkurriert! Das ist nichts weiter als Krieg. Völker kämpfen gegeneinander um irgendwelche Reichtümer und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, obwohl sie es viel leichter hätten, würden sie ihre Ansprüche schlicht respektieren und die vorhandenen Quellen fair untereinander aufteilen. Der Mensch von heute sollte diesen Krieg beenden und sich nicht mehr vom Staat, den Parteien vertreten lassen oder sich durch den Arbeitsplatz ausreichend und fair am Reichtum der Welt beteiligt sehen. Er muss seine Bedürfnisse selbst erkennen, hinterfragen, diskutieren, vertreten und durchsetzen mit direkter Demokratie, mit einer Ökonomie die neben dieser direkten Demokratie auf Solidarität und menschlichen Bedürfnissen beruht! Die technischen Möglichkeiten sind längst gegeben

Das Internet bietet die Möglichkeit ständig mit der gesamten Welt in Kontakt zu stehen. Organisation und Kommunikation ist leichter als jemals zuvor. Informationen sind enorm schnell abrufbar. Die weltweite Vernetzung und die zunehmende Völkerverständigung sind ideale Bedingungen um internationale Solidarität zu praktizieren und die Macht des Kapitals zu brechen.

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