Trauerspiel

Warum ist es so schwierig Freundschaften auf zu bauen? Klar, man lernt jede Menge Menschen kennen aber in den meisten Fällen entwickelt sich keine grossartige Verbindung. Neben Sympathie und Interessen bestimmen oftmals die persönlichen Gewohnheiten und Lebensumstände inwieweit man sich mit jemand anderen anfreunden kann. Wenn man eingekeilt ist zwischen Job und Haushalt bleibt oft zwangsläufig wenig Raum für Gespräche jenseits des Alltags. Dies fördert Monotonie und Langeweile. Dies ist Ausdruck von gesellschaftlichen Strukturen. Wenn der Job intensiver und ausführlicher wird muss zwangsläufig etwas anderes darunter leiden. Wer mehr arbeitet hat mehr Geld für Freizeitaktivitäten, dafür aber auch weniger Freizeit. Die stetige Fortsetzung der Arbeitstätigkeit erklärt Einverständnis mit der fortwährenden Arbeitsintensivierung und damit auch der Zerstörung von Freizeit. Schon jetzt dominiert Arbeit alles, jegliche Freizeitaktivität funktioniert fast nach demselben Schema, wer ist leistungsfähiger, wer ist Gewinner und Verlierer, sei es im Sport, bei Computerspielen oder Diskussionen über irgendwas. Man merkt wie die Grenzen verschwimmen. Wir müssen jederzeit erreichbar sein, möglichst flexibel sein und vielfache endlose Weiterbildungen als nützliche Qual für den Erwerb oder Erhalt eines Jobs betrachten. Ständig wird mehr gefordert, mehr Einsatz, mehr Disziplin, mehr Gehorsam und so weiter. Klar, keiner muss lernen oder arbeiten jedoch muss jeder mit den tragischen unerträglichen Folgen leben sofern er sich tatsächlich konsequent verweigert und wer will das schon? Wir sind isolierte Kapitalsoldaten und langweilen uns weil wir immer nur auf eine primitive Art und Weise funktionieren müssen. Bei all den Aufgaben und Herausforderungen die der Markt so bietet geht es von Anfang bis Ende nur um den Profit. Dies ist der schöpferische Prozess der Zerstörung. Wir produzieren um Geld zu verdienen und bedienen uns bis zur restlosen Selbstopferung bei uns selbst und der Natur. Umweltzerstörung und Zivilisationskrankheiten haben einen gemeinsamen Nenner, genauso wie die Monotonie, die offensichtlich hilflose Politik und die sich immer weiter annähernden Parteien. Es gibt diesen roten Faden der sich durch alle Branchen und Bereiche der Gesellschaft zieht. Aber solange die Menschen sich keine Zeit für ihn nehmen, existiert er für sie nicht und alle genannten Beispiele erscheinen willkürlich und an den Haaren herbeigezogen.

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Eingeordnet unter Gesellschaft

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