Monatsarchiv: September 2010

Wollen wir unser Leben wegschmeissen?

Wer mal in größeren Städten das Bad in der Menge erlebt hat, erhält eine Ahnung davon welche Möglichkeiten an einem vorüberziehen während man eifrig am Arbeitsplatz die immerselben öden Tätigeiten erledigt. Im Kampf gegen andere Menschen versuchen wir uns ein angenehmes Leben in Harmonie zu ermöglichen, dabei wird der offensichtliche Widerspruch zur alltäglichen Zerreisprobe und nicht selten zur lebenslangen Qual. Der Kapitalismus zwingt uns um die höchsten Profite zu konkurrieren. Es muss zwangsläufig Verlierer geben. Die Hungernden in aller Welt, Ausländer und Hartz IV Empfänger gehören zu diesen Verlieren genauso dazu wie kranke, schwache und Querulanten die nicht so funktionieren können oder wollen wie sie sollen.

Während wir also damit beschäftigt sind uns den Arsch für ein bisschen Anerkennung und ein bisschen Lohn für unsere überlebensnotwendigen Bedürfnisse zu erkämpfen, zieht das schöne angenehme Leben an uns vorüber. Wieviele Menschen könnten wir kennenlernen, umarmen, küssen und lieben, würden wir nicht an unseren Arbeitsplätzen zu geistigen Krüpeln getreten. Wieviele Orte könnten wir entdecken, wieviele Tiere beobachten und Abenteuer starten die unsere Seelen jubeln lassen, würden wir nicht den illusorischen Sprüchen der Politik und Wirtschaft vertrauen. Wir sind ohnmächtig, ängstlich, verzweifelt und orientierungslos. Wir lenken uns von dieser inneren Leere, diesem inneren Schmerz ab, indem wir zuviel Rauchen, zuviel Essen, zuviel Saufen und überhaupt zuviele Dinge tun die uns eigentlich nur schaden müssen. Darunter fällt auch das vögeln ohne Liebe, das shoppen ohne Verstand, die Produktion von Dingen die keinen glücklicher machen, usw.

Uns fehlt die Verbindung zu uns selbst und unserer Umwelt, dies ist durch das gesellschaftliche Umfeld und vorallem durch die Erziehung entstanden. Diese anerzogene Bewusstlosigkeit bringt uns dazu ständig gegen die eigenen Interessen zu agieren. Wir brauchen Liebe und kämpfen doch täglich gegen andere und uns selbst. Wir kämpfen um bessere Noten und Banknoten, fühlen uns nie gut genug, weil wir niemals das Signal erhalten endlich zufrieden sein zu dürfen. Leider sind wir diesen Leistungs- und Wettbewerbsprinzipien vollkommen ausgeliefert, da vor allem vorherige Generationen es versäumt haben für realistische Alternativen zu streiten und zu kämpfen. Wenn auch wir uns nicht dazu aufraffen können, wird es künftigen Generationen wesentlich schlechter gehen. Wir hätten eine weitere Chance vergeudet unser Leben aufrichtig zu genießen mit allen Möglichkeiten die uns begegnen.

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