Das Ende

Zerstörte Familien, traumatisierte Kinder, endlose Kilometer Betonlandschaften, tausende Megatonnen Bombenmaterial, Leichenberge enstanden durch Hunger und Elend, die Bergen von Luxusgütern gegenüber liegen, neben polierten Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, die von blinden Eigentümern als Zeichen ihrer Verblendung bald als langweilig wie eine vergewaltigte Nutte liegen lassen werden. Das Trümmerfeld der Welt, Nationen, Konzerne, Haushalte, Menschen kämpfen um Anerkennung, Aufstieg, Macht und Wohlstand. Die Illusionen sind über die Jahrtausende immer ausgefeilter geworden. Rachepläne, Karrierepläne, Pläne wie man die Konkurrenz ausschalten kann, wie man die Profite steigern kann, wie man die Betriebsräte das Maul stopfen kann, wie man seine Millionen an den Fiskus vorbeischleusen kann, wie man Meinungen unerkannt machen kann, unmengen von Treibsand steckt in den Köpfen der Menschen. Keiner wer weiß wer dieses Ding ist, diese Maschine die tausende Menschen verhungern, tausende Tiere schlachten, tausende Liter Wasser verschmutzen und das Paradies zur Hölle werden lässt. Manche sagen es wäre das System, andere sagen es ist die Ideologie, die nächsten meinen so ist der Mensch, alles bleibt Theorie, offenbar sind wir ohnmächtig und verbohrt genug die Lust an der Selbstzerstörung direkt oder indirekt als unseren Lebensinhalt begeistert anzunehmen und zu neuer Perfektion voranzutreiben. Es lebt sich wunderbar als Westeuropäer. Man muss nur ein wenig seinen Arsch und seine Seele hinhalten, schon kann man sich eine Zelle kaufen und sich allerlei Nonsens kaufen, der einen von den Ketten ablenkt die man mit sich herumschleppt. Wenn das nicht reicht nimmt man sich einen Zellengenossen, säuft mit ihm, schlägt ihn, beklaut ihn, belügt ihn, fickt ihn und schickt ihn dann weiter, bis zum nächsten Mal. Nicht wenige Menschen sind dafür mittlerweile zu schüchtern oder isoliert. Also spielen sie am Computer, an Konsolen, wichsen zu entleerter Fleischschieberei, mechanisch, besinnungslos, wie die Zombies in lächerlichen Horrorfilmen schleppen sich die Soldaten und Generäle durch die Welt, immer auf der Suche nach einen Kick, einen Reiz, einen Rausch. Vielleicht sind das die Überreste von Sehnsucht, nach Liebe und Geborgenheit. Die Erde ist ein Trümmerfeld und so sehen die Menschen auch innerlich aus. Wir haben keine freie Welt, keine freie Nation, keine freien Menschen. Wir werden überwacht, gesteuert, bedrängt, gestraft, benutzt und vergewaltigt seit man uns auf die Erde warf. Was uns bleibt sind unsere traumatisierten Eltern, unsere weltweit verteilten Verwandten, vielleicht werden wir teilweise von ihnen verstanden, manchmal endet es im Amoklauf, im Konsum von Scheiße, aber immer ganz sicher im monotonen Grau der Verwertungsmaschinerie unserer Gesellschaft. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit. Im Weltall ersticken wir, Raumschiff Erde hält uns gefangen. Wir treiben durchs All, ohne Gefühl und Erfüllung. Täglich gibt es neue Versuche Geld und Erfolg zu fressen, die Leere wächst, das Gemetzel erlebt Hochkonjunktur, die Bewusstlosigkeit treibt uns an mehr Bomben zu bauen, mehr Fleisch zu fressen, den Armen noch weniger zu geben, uns selbst den letzten Funken Hoffnung zu ersticken. Darin besteht unsere einzige Konstante: Zerstörung, aus Wut, Trauer, Rache, Neid, Gier, Gedankenlosigkeit, Leere und Manipulation. Noch leben wir, noch ist das Leben größer als unsere Dummheit. Ich warte täglich auf den letzten Napalmregen, die Schreie in den Straßen, das ausgebrochene Chaos, damit dieses Schauspiel endlich seinen letzten Vorhang findet.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Emotionales

Eine Antwort zu “Das Ende

  1. ghore

    Klingt wie eine weitere Offenbarung, wie sie in erstaunlich vielen Kulturen zu finden ist.
    Ich erkenne das auch nicht anders.
    Unsere Art zu leben hat uns in einem vorhersehbaren Maß verwundbar gemacht. Unsere Stärke ist gleichzeitig unsere Schwäche.
    Wir haben eine kommunikative, hoch auf Technik ausgelegte, globale Struktur geschaffen, die auf Zahlen – eigentlich fiktiven Werten – beruht und eine einzige Unterbrechung, an einer einzigen Stelle dieser Struktur, hat Auswirkungen auf das Überleben eines jeden Menschen.
    Ich nutze bewusst das Wort „Überleben“, denn Leben stelle ich mir anders vor.
    Ich frage:
    Was ist die Ursache?
    Mögliche Antworten, wie Gier, Egoismus, Dummheit, sind mir nicht genug.
    Was ist die Ursache dafür, dass Mensch ist, wie er ist?
    Kann mir das mal einer erklären?

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