Die Zeiten haben sich nicht geändert

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, denn meine Tage ähneln sich immer mehr. Viele Menschen sehen darin den gewöhnlichen Rythmus eines Arbeiters oder Angestellten. Man steht auf, macht sich sauber, zieht sich an, geht zur Arbeit, arbeitet bis man völlig entnervt ist und geht dann nach Hause um sich hinzulegen. Dieser Ablauf wird dann immer und immer wieder bis zur Rente wiederholt. Nebenbei bleibt natürlich wie schon oft festgestellt, keine Zeit mehr um sich mit wirklich interessanten Dingen auseinanderzusetzen. Viele Projekte und Bücher bleiben in der Ecke liegen, ich kann mir keine neuen Erkenntnisse beibringen, – vorallem nicht unter Zeitdruck und ohne entsprechender Muse. Die Arbeit zerstört meine Möglichkeiten, obwohl sie mir das nötige Geld gibt um Nahrung, Lebensraum usw. zu bezahlen. Das aber etwas grundlegendes nicht stimmt, empfinde und denke ich mir andauernd.

Befreiung aus dieser Situation ist nur mit einem großen „sozialen Abstieg“ möglich oder mit einer langfristigen verstärkten Aktivität innerhalb der künftigen Jobs, mit entsprechender finanzieller Entlohnung. Beides ist Risikoreich, beides macht mich nicht glücklich. Die Probleme die sich tagtäglich ergeben sind vorallem kollektiver Natur, mit ihnen habe ich als Individuum kaum Chancen sie selbst zu lösen. Wenn bspw. der Markt dafür sorgt, dass ich soviel Arbeiten muss und so wenig bezahlt bekomme oder nicht die chance bekomme mich akademisch weiterzubilden weil es selbst mit Abschluss keine sichere Aussicht auf eine berufliche Tätigkeit gibt, dann ist das nicht nur für mich traurige Realität sondern für Millionen von Menschen. Wer kann schon machen was er will? Solange alles Geld kostet gibt es keine Möglichkeit genau das zu tun. Ähnlich die ganzen Hierachien, das sind alles Herrschaftssysteme, in der sich ein Mensch über den anderen stellt. Was das mit Freiheit zutun haben soll ist mir ein Rätsel. Offenbar betrachten die Menschen aber diese Dinge als Notwendigkeit, weil sonst die Erde im Chaos versinken würde, – oder so.

Es hängt aber immer davon ab was die Menschen wirklich wollen, wie weit sie mit ihrem Bewusstsein sind, wie weit sie ihre Konditionierungen abgestreift haben. Je fortgeschrittener das ganze ist, desto näher kommen wir alle dem Paradies. Die Ablehnung meinerseits gegenüber den Aberglauben dieses und jenes wäre nun das Rezept für das bessere Leben, und nur diese Lebensweise darf sich durchsetzen usw, ist gigantisch. Mir fällt es daher sehr schwer den Arbeitsalltag ohne lautstark zu protestieren durchzuziehen. Natürlich mache ich meine sachlichen Aufgaben, auch wenn sie langweilig sind, schlecht bezahlt sind, wenn sie keinerlei Neugier in mir wecken usw. Ich weiß das ich durch die Vorstellungen der anderen dazu gezwungen bin dies ersteinmal hinzunehmen. Denn ich habe keine Fähigkeiten, die mir erlauben, unabhängig zu leben. Man hat seit ich auf der Welt bin versucht, mich in eine degenerierte Gesellschaft zu integrieren, eine Gesellschaft die sich von sich selbst entfremdet hat und es noch nicht einmal selbst bemerkt und entsprechend bekämpft. Das ist alles ziemlich traurig und ich sehe anhand der Verhaltensweisen vieler Menschen, bei ihrer Jagd nach Spaß, Genuss und Anerkennung, wie ausgehungert diese Menschen sind. Das wird uns ins Chaos führen, weil das Bewusstlosigkeit ist.

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Eingeordnet unter Arbeitertagebuch

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