Ganz gefährlicher Bildungsstreik

Es gibt mal wieder Bildungsproteste im Land. Ein klitzekleines Bisschen wagen also ein paar lose Grüppchen den Papst, also die Regierung, anzupupsen während sie eigentlich versuchen ihre eigene Stimme und ihre Rechte zu finden.

Ja, das Studium ist hart, zeitaufwändig, nervenzerreissend, ein vampirartiges Biest welches einen aussaugt und am Ende weiß man als braver strebsamer Karrierist, äh, Student nicht einmal ob es sich überhaupt lohnt. Frechheit! Der Hammer! Da müssen wir was tun! Oder? Oder vielleicht doch nicht? Kostet doch alles Geld am Ende. Wer immer gegen den Strom schwimmt, – kommt nicht weiter.

Die Revolution in Deutschland wird nicht stattfinden,
weil man dazu den Rasen betreten müsste.

War das Studium nicht einmal soetwas wie die Zeit für die Entwicklung des Charakters? Die Zeit in der man die Welt, das Leben, die Menschen, Tiere und eigentlich alles was wahrnehmbar ist, – näher kennenlernt? Nein? War es schon immer geprägt von Leistungsdruck und Wettbewerb? Ging es grundsätzlich immer darum „Bulimie Learning“ zu betreiben? Hmm, muss verdammt lange her sein als es einmal anders zuging.

Tja, jedenfalls empfinde ich die Bildungsproteste als süss. Nicht mehr als süss, weil sie nicht tief genug gehen. Sie hinterfragen nicht genug. In unserem wirtschaftlichen System geht es nicht darum die Menschen charakterlich reifen zu lassen, ihnen Zeit zu lassen gewisse Zusammenhänge, auch in unvorstellbaren Größenordnungen, nachvollziehen zu lassen, – es geht darum fähige Fachidioten für die Industrie zu schaffen.

Dazu wird keine finanzielle Unabhängigkeit der Studenten gebraucht, das wäre viel zu teuer, dazu wird das Turbostudium gebraucht, damit es schneller Menschenmaterial für die Maschinerie gibt. Damit aber nicht jeder Idiot zum Fachidioten mit akademischen Hintergrund werden kann, diese Ausbildung ist schliesslich auch horrend-teuer, gibt es nunmal Zugangsbeschränkungen die allerorts als unheimlich sinnvoll bezeichnet werden. Am Ende hätten wir ja sonst sogar noch mündige Bürger die die Mächtigen und Herrschenden abschaffen, so gehts aber nun wirklich nicht!

Ihr wollt eine „Demokratisierung des Bildungssystems“ habt aber noch nicht einmal an eine „Demokratisierung“ der Politik, Wirtschaft usw. gedacht, – warum nur? Könnte das irgendwie mit dem Satz über die Mächtigen und Herrschenden zusammenhängen? Was hat uns Dutschke da vor 40 Jahren erzählt? Naja, scheißdrauf wir tun mal so als würden wir was gegen irgendwelche arg-lästigen Sachen machen, yeah! Man sind wir coole Bildungspiraten!

Menschenrecht auf Bildung? Ich kriegs kotzen alter! Es gibt auch ein Menschenrecht auf Nahrung, trotzdem verhungern täglich tausende Menschen, – scheint auch keinen zu interessieren. Wieso sollte dann also Bildung interessieren? Wieso sollte Bildung mit derart verblendeten Aktionen funktionieren, wenn sie nicht einmal zu reflektieren vermag, wessen Kind sie ist?! Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing! Ja, so ist das und keinen störts.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Berlin

2 Antworten zu “Ganz gefährlicher Bildungsstreik

  1. homunculus

    ich finde diesen Artikel grottenschlecht und eine Ausgeburt an Unpräsision, Unsachlichkeit und offentsichtlichem Unverstand.

    • Etwas mehr Argumentation wäre an dieser Stelle echt nicht verkehrt. Ich kann Dir selbiges unterstellen und es hat absolut keinen Wert. Also? Kommt mal was konstruktives?

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