Du kannst die Wohlfühldiktatur nicht ändern!

Seit Generationen zwingen wir uns gegenseitig innerhalb eines globalen Wettbewerbs gegeneinander um Profite, Gehälter, Karrieren, Status usw. zu kämpfen. Das Leben von uns, unseren Eltern, deren Eltern und deren Eltern und so weiter ist nichts weiter als ständiger Kampf, jeder ist der Feind und daher muss jedem Menschen misstraut werden.

Es gibt keine Alternative, die Alternativen sind gescheitert, wir können uns nur im permanenten Wettbewerb gegenseitig zerfleischen und alljene die dafür zu schwach sind oder das einfach nicht mitmachen wollen haben eben zu verrecken! Das ist Kapitalismus, das ist Marktwirtschaft, politisch u.a. durch unser demokratisches System, in welchem wir zwischen Pest und Cholera „wählen“, legitimiert.

Laut Ansicht von Generationen, also hunderten von Millionen von Menschen, ist die bestmögliche Freiheit in dieser Welt die Wahl zwischen Pepsi und Cola, die bestmögliche Freiheit ist 1 Monat Urlaub bei 11 Monaten Arbeit, ist 1 Milliarde Menschen in Hunger, während andere Menschen in ihrem Fett erkranken und erdrückt werden. Arbeit und Konsum die perfekte Harmonie auf dem Weg zur Freiheit! Alljene die das hinterfragen sind arbeitsscheue Schmarotzer die man zur Arbeit peitschen sollte!

Ist es nicht merkwürdig, wenn andere täglich 8, 10, 12, 14, 16 ja teilweise sogar 20 Stunden arbeiten und trotzdem nicht reich werden? Das ist halt so, daran ist nichts merkwürdig.

Ist es nicht merkwürdig, wenn andere innerhalb von 1 Jahr hunderte Millionen Euro verdienen, obwohl sie täglich sehr viel weniger Stunden arbeiten? Das ist halt so, daran ist nichts merkwürdig.

Ist es nicht merkwürdig, seit 60 Jahren Demokratie nur verwaltet, ignoriert und verarscht zu werden, statt befreit zu werden von menschlichen Illusionen, Gewalt und Ausbeutung? Das ist halt so, daran ist nichts merkwürdig.


Alles was meine Familie zu meinen Gedanken sagen kann: Das ist halt so. Es war schon immer so. Du kannst es nicht ändern. Mach etwas vernünftiges, geh arbeiten, so kann Dich immerhin keiner als asozial beschimpfen!

Aber gleichzeitig soll ich zusehen wie meine Familie und Milliarden andere Menschen sich zu tode arbeiten und kaum etwas vom Leben haben! Ich soll einfach so tun als sei alles so, wie man es mir von Geburt an vorgelebt und gelehrt hat. Ich soll versuchen ein glücklicher Sklave zu werden und Ausbeutung als höhere Gewalt, für die niemand verantwortlich ist, akzeptieren.

Man sagt mir ich wäre ein Träumer, Teil einer Sekte und ich soll aufhören mir einzubilden ich sei ein idealistischer Messiahs der das Paradies auf Erden schaffen kann. Soetwas bekomme ich zuhören wenn ich Zustände nicht ertragen kann und diese anspreche! Es scheint für diese Menschen eine Qual zu sein, darauf hingewiesen zu werden, dass sie ihre Möglichkeiten zur grundsätzlichen Veränderung der Gesellschaft nicht genutzt haben. Und damit meine ich ganz klar Revolution, damit verbundenen Generalstreik, Selbstorganisation in völliger Gewaltlosigkeit.

Politiker, Bosse, Bonzen müssen entmachtet werden und dazu gehört nunmal die völlig Auflösung der jetzigen Praktizierung der unterdrückenden Ideologien und Institutionen. Dieses muss natürlich friedlich geschehen, dieses muss mit dem entsprechenden Bewusstsein der Massen geschehen, sonst wird alles dahingehende weitgehend scheitern. Daher ist es dringend erforderlich Theorien zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Genau dieses tue ich in Berlin und werde dafür nicht einmal von meiner Familie gelobt oder unterstützt, – stattdessen diese Phrasen ich hätte durchgedreht und würde ja nur so leben weil ich faul wäre!

Dabei ist das völliger Irrsinn, – ich tue mir im Gegenteil sehr viel mehr Arbeit an als viele andere Arbeiter die sich brav in das Heer der Arbeiter einreihen, – denn ich kämpfe gegen sämtliche Fronten der Zivilisation, die durch die Ignoranz und Dekadenz entstanden sind. Keiner will seine Lebensweise hinterfragt haben, daher hat sich jeder einen gewissen Panzer zugelegt und diesen aufzulösen ist eigentlich eine Lebensaufgabe und bedarf unheimliches Wissen, Beharrlichkeit und Idealismus. Inwieweit man so überleben kann, erprobe ich gerade. Aber es ist alles andere als Faulheit, so zu leben. Es ist hochgradig unangenehm, aber notwendig, weil es keine Alternative gibt, als Aktivismus gegen diese Zustände! Und ich fordere jeden dazu auf, seine im Alltag aufkommenden Gedanken und Gefühle exakt wahrzunehmen, deren Quelle nachzugehen, vielleicht erhaltet ihr dann eine ähnliche Motivation wie ich.

Die Kriege zwischen Nationen, Konzernen, Haushalten, Individuen sind es die die Menschen reihenweise leiden und zerstören lassen. Diese Kriege beruhen zurzeit, also seit einigen Jahrhunderten, auf Ängsten, u.a. der Angst „zu kurz zu kommen“. Jeder fürchtet sich vor irgendetwas und braucht die Unterstützung anderer Menschen, auch wenn es um wesentlich grundlegendere Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Lebensraum und so weiter geht, brauchen wir die Unterstützung anderer Menschen.

Es ist doch absolut logisch das jeder Mensch gewisse Rechte hat, die ab seiner Geburt in Kraft treten und erst enden wenn er gestorben ist. Warum kämpfen wir nicht um diese Rechte und die Durchsetzung der Rechte? Warum nehmen wir unseren Schmerz einfach hin, – der übrigens vorallem aus der gesellschaftlichen Unterdrückung und Ausbeutung resultiert?

Kooperation statt Konkurrenzkampf, das ist mein Wunsch und meine Forderung an alle. Es gibt bereits Kooperationen, oft meist kapitalistischer Art oder vom „Sozialstaat“ ausgehend, – aber das sind rein oberflächliche Zugeständnisse die nicht ausreichen um das Leben tatsächlich qualitativ zu verbessern.

Advertisements

5 Kommentare

Eingeordnet unter Aktivismus

5 Antworten zu “Du kannst die Wohlfühldiktatur nicht ändern!

  1. rajas

    ich

    ändere mich

    stehen und bleiben
    wi(e)der setzen

    und warten

    ertragen, tragen, was auch geschieht
    allein, umgeben von Feinden, die nicht meine Feinde sind
    sterben um meinetwillen, wegen ihnen, durch sie…
    sterben… so – wie – so

    mein Nein ist mein Ja zu mir

    hier geblieben
    bleibe ich
    jetzt hier

    warten
    tragen

    mich dich sich

    ich

  2. gagephineas

    Hmm.. ich stimme dir in weiten Teilen zu!

    Doch wie war das mit der Marktwirtschaft noch? So wie das sich anhört, meinst du die „Marktwirtschaft“ sei schuld. Aber haben wir denn (außer in der Nachkriegszeit) jemals eine freie (frei von ideologischen Grabenkämpfen) Marktwirtschaft gehabt?

    Markt ist doch, wenn Menschen frei miteinander Handel treiben?! ‚Das Angebot bestimmt die Nachfrage‘ ihr einfachstes (nicht einziges) Prinzip. Würde der Mensch frei (frei von Werbung, Anreizen, Neid, Zwang, usw.) handeln, gäbe es zwar Reiche (reicher als die meisten), aber jeder Arme hätte eine faier Chance sich zumindest in die Mittelschicht zu verbessern. Denn Arbeitslosigkeit ist eben kein Merkmal der freien Marktwirtschaft.

    Außerdem: Ist der ‚Kampf ums überleben‘ nicht eines der kollektivistischen ‚Mitbringsel‘? (kleine Provokation – nicht all zu ernst nehmen)

    Und: man sollte nicht meinen, ein qualitativ hochwertiges Leben würde dann geführt werden können, sobald alle gleich (gleich in Bezug auf: Geschlecht (Sexualität), Stellung (Beruf o. Gesellschaftlich) und Einkommen) sind.

    Man muss doch die Gründe für die Ausbeutung (der Reichen; um nicht zu sagen der Mächtigen) benennen. Das ist die schiere Gier. Mehr, mehr, immer mehr.

    So ist der Mensch. Und er wird so bleiben, wenn er nicht erkennt, dass er nicht so sein MUSS, sondern die Wahl zwischen Richtig und Falsch hat.

    <>
    Ich muss sagen, ich fühle mich momentan ganz genauso wie du. Es ist (zugegebenerweise nach viel Arbeit, hauptsächlich lesen) nur all zu offensichtlich, dass wir betrogen werden. Um unser Leben, um die Wahrheit.
    Ich habe mich einige Zeit ziemlich zurückgezogen, und merke nun – in Gesprächen mit Freunden – wie sehr sich mein Blickwinkel verändert hat. Mein Weltbild stimmt nicht mehr dem ihren überein. Ich kann meine Gedanken kaum noch artikulieren, weil niemand es hören will oder nachvollziehen kann. Und nach allem was ich im Internet gesehen und gelesen habe, geht es vielen jungen Leuten so oder ähnlich.

    Ich würd gern soviel schreiben… (vielleicht mach ich mal n eigenen Blog) bin heute das erste Mal seit einiger Zeit bei WordPress unterwegs, und suche nach einem geeigneten Blog. Aber das nur nebenbei. Schaue mir jetzt mal den Rest deines Blogs an.

    MfG

  3. andi1789

    Arbeitslosigkeit ist für Marktradikale kein Problem, weil man bei einer extremistischen Definition von Arbeitslosigkeit davon ausgeht, dass die Sozialleistungen zu hoch seien, alle aber wieder Arbeit fänden, wenn man diese ganz einfach auf null reduzierte. So definiert, sind alle, die arbeitslos sind, freiwillig arbeitslos.

    Davon abgesehen, bewirkt der Konkurrenzdruck der Marktwirtschaft die Freisetzung von menschlicher Arbeitskraft, denn Menschen lassen sich nunmal nicht so leicht „warten“ wie Maschinen. M. a. W, Menschen sind teurer als Maschinen und werden deshalb wegrationalisiert. Dieser Mechanismus ist schon konstitutiv für die „freie Marktwirtschaft“, zumindest, was die Güterproduktion angeht. Ebenfalls konstitutiv für das theoretische Konstrukt der Marktwirtschaft ist die Gier, im ökonomischen Jargon Nicht-Sättigung genannt. Sonst wird nicht der gesamte Gütervorrat aufgebraucht bzw. hergestellt, was einen Wohlfahrtsverlust darstellt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s